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Lebhafte Siskusfion in der britischen Preise
Begrenzung nicht Abrüstung
Mit Ablauf des nächsten Finanzjahres (31. März 1937) wird d i e Stärke der englischen 5) e i= matluftflotte, ausgenommen die Flottenluftstreitkräfte, 1500 Frontflugzeuge betragen. Gegenwärtig sei die Frontstärke 580 Flugzeuge, so daß die Heimatluftflotte annähernd verdreifacht werde. 2500 weitere Piloten und insgesamt 22 500 Mann zusätzlichen Personals würden benötigt. In diesem Jahr würden allein 1200 bis 1300 neue Flieger eingestellt, außerdem würden Hunderte von Offizieren und Mannschaften über ihre Dienst- zeit hinaus weiter unter den Fahnen gehalten. Londonderrn führte dann noch die Vermehrung der Fliegerschulen und die Bildung von 71 neuen Geschwadern sowie die Anlage von neuen Militärflugplätzen an.
Der Minister erklärte, er freue sich über die Erklärung Hitlers, daß Deutschland keine 10 000 Bombenflugzeuge besitze und auch nicht bauen wolle. Die Fähigkeit Deutschlands, seine Flugzeugerzeugung in kurzer Zeit zu vervielfachen, sei jedoch von sehr ernster Bedeutung. Hinzukomme, daß in einem Diktaturlande das ganze Volk unter einer Kontrolle und einem Regiment stehe. In einem Diktaturlande seien die Erweiterung der Industrie, die Mobilisierung der verschiedenen Fabrikationsprozesse, die mit der Erzeugung von Flugzeugen und Munition Zusammenhängen, eine verhältnismäßig einfache Sache.
„Ich bin überzeugt, daß sich das Ideal der 2l b - rüstungim gegenwärtigen Au st and der wett als undurchführbar erweist, wenn es praktisch geprüft wird. Dir konnten den Uhrzeiger nicht zurückstellen. Begrenzung, nichtAbrü st ung wäre alles, worauf wir wirklich hoffen könnten. Begrenzung war die Luftpolitik, die ich stets befürwortete, und ich bin in der Tat erfreut, daß die Worte Hitlers eine endgültige Annahme dieses Grundsatzes enthalten. Die englische Regierung wird
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— Lord Davis erklärte, er unterstütze Hitlers Forderung, daß der Vertrag von Versailles endgültig von den Völkerbundssatzungen getrennt werden müsse. Man könne Hitlers Rede zum Anlaß nehmen, um die Verfassung des Völkerbundes unter Mitarbeit des deutschen Volkes abzuändern. — Auch Lord Renne! (konservativ) meinte, die Rede des Führers zeige einen befriedigenderen Weg zu einer Begrenzung der Rüstungen als alles andere, was man bisher gehört habe.
Für die Regierung antwortete Lord Halifax, die Rede Hitlers werde ihre Verdienste und sympathische Würdigung durch die Regierung erfahren. Es sei jedoch unmöglich, Einzelheiten heute zu besprechen, er halte es nicht für zweckmäßig, sich zu dieser Rede zu äußern, bevor die Staatsmänner Europas insgesamt Gelegenheit gehabt hätten, sie zu erwägen und festzustellen, welche Möglichkeiten sie enthalte. Nachdem Lord Lloyd noch erklärt hatte, er sei glücklich darüber, daß in der ganzen Aussprache kein unfreundliches Wort gegen Hitler oder das deutsche Volk gefallen sei, wurde die Aussprache geschlossen.
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heil entsetzliches Grauen und furchtbarste Selbst- verwüstung bedeuten würde."
Nachdem Baldwin unter großem Beifall der Regierungsparteien geendet hatte, teilte der stellv. Vorsitzende der Arbeiteropposition, Major A t t l e e, mit, daß seine Partei mit den Regierungsvorschlägen nicht zufrieden sei. Sie werde daher gegen den Ergänzungshaushalt für die Luftaufrüstung stimmen. Die Wehrvorschläge Baldwins seien nicht im gering st en dazu angetan, den Gefahren zu begegnen. Die Rede Hitlers enthalte gewisse Erklärungen und Vorschläge, die auf die Möglichkeit einer Wiedereröffnung der Abrüstungs- debatte hoffen lassen. Die arbeiterparteiliche Opposition wünsche ein baldiges Zusammentreten der Abrüstungskonferenz, um die Vorschläge Hitlers zu erwägen, denn in ihnen sehe man eine Möglichkeit, dem Rüstungs- wettlauf Einhalt zu gebieten. Die Rede Hitlers sei allerdings nicht völlig befriedigend. Sie enthalte sehr große Gefahren. Er müsse daher Einschränkungen machen. Deutschland und Rußland müssen in derselben Welt leben. Der von Hitler erwähnte Abgrund zwischen .den beiden Ländern müsse daher überbrückt werden. Auch Großbritannien müsse bereit sein, seinen vollen Beitrag zur kollektiven Sicherheit zu leisten. Diese Sicherheit müsse durch Abrü- stung und nicht durch Aufrüstung erzielt werden.
Der Arbeitervertreter Wilmot sagte, Hitlers Rede biete eine Gelegenheit, eine europäische Regelung zu erzielen. Die englische Regierung solle H i t- ler beim Wort nehmen und jetzt die Initiative ergreifen. Sir Stafford Cripps (Arbeiterpartei) erklärte u. a.: Wenn Hitler es ernst meint, dann ist das der goldene Augenblick, auf den die englische Regierung gewartet hat. Warum sollte die englische Regierung nicht aus der Bereitwilligkeit Hitlers Vorteile ziehen? Laßt uns mit Hitlers Angebot und mit unserem Angebot an die französische Regierung herantreten. Wenn die französische Regierung sich ablehnend verhält, können wir immer noch lachen. Dies ist eine letzte Gelegenheit, um die große Tragödie, die Europa heimsuchen könnte, zu verhüten.
Churchills Ausführungen waren darauf abgestellt, Deutschlands Friedenswillen zu verdächtigen. Es wäre sehr zu bedauern, wenn die Mei-
Zivilbevölkerung vor einem rücksichtslosen Luftangriff schützen kann. Hitler habe seine Karten in offener Weise auf den Tisch gelegt und Europa dürfe' ihm für sein Angebot dankbar sein. „Financial News" erklärt, wenn es möglich sei, einen wirksamen internationalen Friedensplan zustande zu bringen, dann sei die Zeit jetzt dafür reif. Obwohl die Wirkung des neuen Luftbauprogramms auf den Haushalt entschieden unwillkommen sei, werde im allgemeinen eine ruhigere Stimmung herrschen, da die Landesverteidigung in Ordnung gebracht werden solle. Der Widerstand der Arbeiterpartei in dieser Frage sei bestimmt nur geeignet, die Stellung der Regierung im Lande zu stärken.
„Daily H e r a l d" (Arbeiterpartei) führt Klage darüber, daß die Regierung die Verdreifachung der britischen Luftstreitmacht beschlossen habe, „g a n z, als ob Hitler kein Angebot gemacht hätte". Die britische Regierung führe ihren Plan trotz des versöhnlichen Tones der Friedensrede Hitlers durch. Die unbestimmte und liebenswürdige Aeußerung Baldwins, daß die Regierung die Rede Hitlers ernstlich erwägen werde, sei unzulänglich. Gegenwärtig biete sich die beste Gelegenheit, um eine — allgemeine, in Freiheit vereinbarte Regelung zwischen Deutschland und den anderen Mächten zu sichern, die das von der Regierung angegebene Ziel bildet. Wenn die Regie- rung die Unterstützung des britischen Volkes haben x wolle, dürfe sie nicht gemeinsame Sache mit den Störenfrieden machen, die gestern in einem großen Teil der europäischen Presse gelärmt hätten, und die weder eine Vereinbarung mit Deutschland noch Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund wünschten. Die unmittelbare Antwort Großbritanniens bestehe in der V e r d r e i - fachung der britischen Luftmacht. Diese Antwort könne nicht als förderlich betrachtet werden.
Im liberalen „News C h r o n i c l e" heißt es: Der deutsche Reichskanzler habe seine Karten auf den Tisch gelegt, die britische Regierung müsse dasselbe tun. Der beste Weg würde die sofortige Einberufung einer neuen europäischen Konferenz sein. Der konservative „D a i l y T e l e g r a p h" schreibt, das britische Volk werde den Geist der Aeußerung Baldwins zu Hitlers „eindrucksvoller Erklärung" im Reichstag billigen. Es sei von aröß- ter Wichtigkeit, daß Hitler erklärt habe, daß Deutschland in der Luft nichts als Gleichheit mit den Westmächten suche und daß er einen europäischen Luftpakt abzuschließen wünsche ferner daß er nicht nur zur Begrenzung, sondern auch zur Verminderung der Luft st reit- k r ä f t e bereit sei. Hitler glaube, daß eine Begrenzung viel leichter sein werde, wenn es P a r i - t ä t zwischen den vertragsschließenden Mächten cmbe. Dies sei ein starkes internationales Argument für den großen Ausbau der Luftstärke Großbritanniens. Die Regierung müsse ihr Programm durchführen, zugleich aber geduldig nach den Bedingungen forschen, unter denen sie mit Deutschland in einemLuftlocarno, das die Hoffnung auf eine Rüstungsbegrenzung eröffne, Zusammenarbeiten könnte.
London, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Im Leitartikel der „Times" heißt es, Baldwins Rede habe einen tiefen Eindruck auf das Unterhaus gemacht. Baldwin habe Hitlers Rede als eine ehrliche Antwort auf die Einladung zu einem deutlichen Beitrag zur Lösung der europäischen Schwierigkeiten anerkannt. Kein Abschnitt der Rede Baldwins sei willkommener, als seine Befürwortung völligen Friedens zwischen Großbritannien und Deutschland. Einer der großen von ihm früher geleisteten Dienste sei der gewesen, die Unkenntnis und Geheimhaltung zu beklagen, die damals jede Abrüstungserörterung behinderte. Jetzt komme die Wahrheit ans Licht und nach den ersten natürlichen Erschütterungen, die die deutsche Aufrüstung besonders bei seinen Nachbarn auslösen mußte, bestehe wirklich eine viel bessere Aussicht auf eine vernünftige Vereinbarung über Verhältnisstärken als je.
Baldwin habe gestern ein Beispiel der Offenheit gegeben, als er sagte, daß seine Abschätzung der künftigen Luftstärke Deutschlands im November vollkommen falsch gewesen sei. Auf der anderen Seite sei General Göring vollkommen offen gewesen, als er erläutert habe, wie Baldwins falsche Berechnung zustande gekommen sei. Jetzt vereinigten sich Baldwin und.Hitler, um in klarer Beredsamkeit den Lüftbombenkrieg zu verurteilen. Der erste Schritt in dieser Beziehung — der vielleicht ein völliges Abschreckungsmittel sein werde — gehe sicher dahin, durch Verhandlung das Luftlocarno zustande zu bringen und einen überwältigenden Zusammenschluß von Kräften gegen jeden verbrecherischen Angreifer zu sichern. Das britische Luftprogramm gehe vom Grundsatz der Parität mit den einzelnen West möchten aus. Auch in dieser Beziehung stehe Baldwin auf demselben Grunde wie der Reichskanzler. Ebenso seien beide nicht nur zur Begrenzung, sondern auch zur Verminderung bereit. Die Aussicht auf Krieg, die niemals sehr nahe war, ist infolge der Erklärung der britischen Negierung und der Rede Hitlers endgültig zurückgegangen. Beide Regierungen haben bemerkenswerte Beiträge zu dem Vertrauen gegeben, das das Hauptbedürfnis Europas ist. Endlich gibt es eine Grundlage für eine praktische Regelung.
In der „Morn in g Post" (Konservativ) heißt es, der große und schnelle Ausbau der deutschen Luftmacht, auf den Baldwin Bezug nahm, sei eine Tatsache, die mehr sage als eine Rede. Bei aller Achtung vor den ausgezeichneten Absichten der Nachbarn Englands werde der Friede auf gesünderer Grundlage beruhen, wenn die Gleichheit in der Stärke der Luftwaffe aufrecht- erh alten bleibe. „Daily Mail" hält, wie vor- auszusehen war, das neue Luftbauprogramm für unzulänglich, begrüßt aber die herzliche Antwort, die Baldwin auf Hitlers „bedeutungsvolle Rede" gegeben habe. Deutschlands Zusammenarbeit für die Sache des Friedens werde hier herzlich begrüßt werden, ebenso jede Vereinbarung, die die
DNB. London, 22. Mai. Im Oberhaus wurde zur gleichen Zeit wie im Unterhaus die Wehraussprache begonnen. Der konservative Lord Lloyd erklärte unter Anspielung auf Deutschland, daß sich nur drei Stunden von London entfernt eine starke Armee befinde, durch die England einmal Unheil zugefügt werden könnte. Deutschland müsse für eine solche Offenheit Verständnis aufbringen, da mit dieser Feststellung nicht die Ehrlichkeit des deutschen Friedenswillens angezweifelt werden soll.
Luftfahrtminister Lord Londonderry stellte fest, daß England nach dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und angesichts der wachsenden Luftrüstungen anderer Länder gezwungen gewesen sei, die Politik der einseitigen Abrüstung zu verlassen. Die Stärke des englischen Luftprogramms müsse stets an der größten, in Reichweite Englands befindlichen Luftflotte g e - m e ff e n werden. Dies ist unsere Formel. — Die neue Wehrpolitik Deutschlands sei in der englischen Oeffentlichkeit und im Ausland als ein Schlag empfunden worden. „Wir fühlen, daß diese aufeinanderfolgenden Erklärungen Deutschlands Zeichen der Stimmung und Gesinnung des deutschen Volkes und seiner Führer sind, Zeichen, die für England von schwerster Bedeutung sind und auf die es ei n e klare Antwort finden muß."
Londonderry bedauerte dann, daß über die Stärke der deutschen Luftstreitkraft so außer- ordenttlch übertriebene Zahlen verbreitet worden seien, die von amtlicher deutscher Seite dementiert worden seien. Aber trotzdem müsse man zu schnellem und kräftigem handeln entschlossen sein. Dies solle nicht als eine Unfreundlichkeit gegenüber Deutschland gedeutet werden. Die Erklärung Hitlers vor dem Reichstag, die die Rüstungsbegrenzung behandele, begrüße er ganz besonders.
nung Platz greife, daß durch die Rede Hillers eine neue und besonders hoffnungsvolle Lage geschaffen worden sei. Die Haltung Hitlers zu der Sicher- h e i t s f r a g e sei alles andere als ermutigend, und auch seine Haltung zu der Frage der Nichteinmischung in die Politik der Donauländer sei enttäuschend. Die Bemerkung über die Schwierigkeiten, die Bestimmungen der entmilitarisierten Zone einzuhalten, sei mehr dazu angetan, aufzuregen als Sorgen zu zerstreuen. Er begrüße die Erklärung Hitlers über den unbegrenzten Bombenabwurf auf die Z i - vilbevölkeruna, er müsse jedoch daran erinnern, daß die deutsche Luftwaffe eine größere Anzahl von Langstreckenbombern besitze, als irgendein anderes Land der Welt. Wenn die Deutschen 35 v. H. der englischen Tonnage in Schiffsneubauten auf Stapel legten, sei es klar, daß dann auch England neue Konstruktionen aller Schiffsklassen auf Stapel legen müsse.
Im Namen der Regierung schloß der Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium, Sir Philipp S a s s o o n , die Unterhausaussprache ab. Er erklärte u. a., daß England außer der verdreifachten Heimatluftflotte stets einen Teil der in England befindlichen Reserven für die überseeischen Luftstreitkräfte zur Verfügung haben werde. Es wäre nicht im öffentlichen Interesse, genaue Einzelheiten über die zusätzlichen Flugzeuge und Flugzeugmotoren zu geben, die die englische Regierung in Auftrag geben werde. Ausländische Regierungen würden hierüber ebenfalls keine Informationen geben. „Unsere Anforderungen an die Industrie werden sehr schwer sein, aber wir sind überzeugt, daß die Industrie ihnen gerecht werden wird. Wir werden jede Maßnahme ergreifen, um die Profitmacherei zu verhüten, die sich aus den großen Aufträgen auf Flugzeuge und Flugmotoren ergeben könnte." Sassoon kam dann noch kurz auf die Aufrüstung der deutschen Luftstreitkräfte zu sprechen und schloß mit den Worten: „Ich bin überzeugt, daß eine starke englische Luftflotte die beste Garantie für den europäischen Frieden ist."
Das Unterhaus lehnte hierauf mit 340 gegen 52 Stimmen den arbeiterparteilichen Antrag auf Herabsetzung des Ergänzungshaushalts ab und bekräftigte damit die Regierungsvorschläge. Hierauf wurde die' Unterhausaussprache abgeschlossen.
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Vorsichtige Zurückhaltung in Krankreich Man spürt eine Lockerung in London.
unter keinen Umständen eine zweitklassige Stellung in der Luft annehmen. Wenn sich das mitgeteilte Programm als unzulänglich erweisen sollte, werden wir es erhöhen, koste es, was es wolle!"
Der konservative Lord W i n t e r t o n will aus der Hitler-Rede herausgelesen haben, daß Deutschland die Absicht habe, eine Armee zu unterhalten, die größer sei als irgendein anderes Heer in Europa mit Ausnahme des russischen. Deutschland verlange eine Luftwaffe, die der größten Luftmacht in Europa gleiche und eine Flotte, deren Gesamttonnage 35 v. H. der englischen betrage, obwohl Deutschland „nur wenige Meilen Küstenlinie besitze!" Darüber Klarheit geschaffen zu haben, sei das Verdienst von Churchill, Rothermere und Gar- vin. Den Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium griff Winterton heftig an, weil er noch im Herbst behauptet habe, England sei Deutschland in der Luft überlegen. Während im weiteren Verlauf der Debatte der konservative Abgeordnete Pic- t h o n e vor der Erzeugung von Panikstimmungen warnte, versteifte sich der konservative Hauptmann Balfour auf die Behauptung, daß die Lage in Europa der von 1914 entspreche.
Der Oppositionsführer Lord P o n s o n b y (Arbeiterpartei) bedauerte, daß der Luftfahrtminister kaum auf die Erklärungen Hitlers Bezug genommen habe. „Nach der Rede Hitlers, die von dringlicher Bedeutung war, ist es klar, daß wir an einem Wendepunkt angekommen sind und daß uns zwei Wege offenstehen." Ein Weg sei, die wichtigen Punkte seiner Rede aufzugreif e n, der andere, sie völlig außer acht zu lassen. Die englische Regierung habe den letzteren Weg eingeschlagen. Ponsonby schlug die Einberufung einer internationalen Konferenz vor, die eine Abrüstungs- oder Sonderkonferenz sein könne. Auf dieser Konferenz sollten die Vorschläge Hitlers auf ihre Ehrlichkeit geprüft werden.
Die Luftdebatte im Oberhaus.
Der britische Lustfahrtminister begründet das neue Lustflottenprogramm/ das an der größten, in Reichweite Englands befindlichen Lustflotte gemessen wird.
Paris, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Aufmerksamkeit, die die französische Presse am Mittwoch der Rede des Führers entgegenbrachte, hat ich auch am Donnerstag noch nicht abgeschwächt. Der Genfer Sonderberichterstatter der halbamtlichen Nachrichtenagentur H a v a s schreibt, der französische Außenminister Laval, der sich in Genf befindet, behalte sich seine Stellungnahme zur Führerrede vor, bis er Gelegenheit genommen habe, die Rede im Wortlaut zu lesen. Immerhin betrachte man die Ausführungen des Kanzlers als sehr bedeutsam. Man erkläre, daß sie einer sehr aufmerksamen Untersuchun g.w e r t seien und lasse durchblicken, daß sich der französische Außenminister in allernächster Zeit mit dem französischen Sachverständigen über gewisse Punkte dieser Rede ins Benehmen setzen werde. Andere Genfer Sonderberichterstatter behaupten, daß die Ausführungen des Führers in Genf enttäuscht hätten. Besonders der Hinweis darauf, daß die Reichsregierung an ihrem Rüstunaspro- gramm fefthalte, so schreibt „Petit Parisien", habe in Genfer Kreisen jede Hoffnung auf eine mögliche Einigung verschwinden lassen.' Das einig neue in der Rede des Führers sei der Teil, )er sich auf die territorialen Älaufeln und auf die Revision der Verträge bezieht. Diesen Teil halte man für sehr wichtig, weil der Führer darin zum Ausdruck zu bringen scheine, daß er nicht an eine gewaltsame Revision der Verträge denke.
Der Pariser Berichterstatter der „Time s" meldet seinem Blatt, es werde einiger Zeit bedürfen, um die Aufnahme der Rede in den amtlichen Kreisen Frankreichs einzuschätzen. Aber Laval sei nicht der Mann, der eine Gelegenheit megtoirft, die es ermöglicht, den gebrechlichen Bau der Versöhnung, den er errichtete, zu verstärken. Einen deutschen Wunsch nach erneuten Verhandlungen werde Laval nicht a b l e h n e n. Man könne vielleicht sogar sagen, daß der Abstand, der Paris in der Frage der Behandlung des Versailler Vertrages von Berlin I trenne, mehr der Methode als dem Ziell
England fei aber nicht bereit, in der Zwischenzeit eine zweitklassige Stellung einzunehmen.
Die deutsche Regierung habe zwar gelegentlich ihres Paritätsanspruchs mit England mitgeteilt, daß ihre Frontstärke etwa 800 bis 850 Flugzeuge betrage. Diese Zahlen seien aber keine zuverlässige Vergleichsgrundlage, da in der deutschen und der englischen Auslegung des Begriffs „Frontlinie" ein beträchtlicher Auffassungsunterschied bestehe. Die deutsche Luftstreitmacht besitze nicht annähernd so viele Militärflugzeuge wie die englische. Jedoch sei die Erweiterungsfähigkeit der deutschen Flugzeugindustrie ein Faktor, mit dem sehr ernstlich gerechnet werden müsse.
Die englische Luftflotte besitze 2700 voll ausgebildete Piloten im aktiven Dienst. 400 weitere Flieger würden zur Zeit ausgebildet, außerdem bestehe eine Reserve von 1200 voll ausgebildeten Militärfliegern, die gegenwärtig schnell vergrößert werde. Die zuverlässige Ausbildung eines Militärfliegers beanspruche 12 Monate, Kriegsflieger müßten außerdem noch IV2 Jahre Geschwaderdienst tun. Auf dem Gebiet der Ausbildung, vor allem der kollektiven Ausbildung der Geschwader und ihrer Zusammenarbeit mit anderen Einheiten, läge der große Vorsprung gegenüber Deutschland.
„Wir können noch immer behaupten, eine £uf(- streitkraft zu besitzen, die eine stärkere Rückendeckung besitzt als eine andere Luftflotte Europas". Ein neuer Bomber „mit garantierter Leistung" sei zur Zeit im Bau und werde spätestens im Februar 1936 abgeliefert. „Trotz all dieser Erwägungen werden wir die angegebenen deutschen Ziffern als Grundlage für die notwendigen weiteren Schritte annehmen".
Lord L 01 f) i a n bedauerte ebenfalls, daß Londonderry die Vorschläge der sehr bemerkenswerten Rede Hitlers nicht ausgenommen habe. Die Rede Hitlers habe in der gegenwärtigen Lage starke Hoffnungen erweckt. (Beifall.) Die Rede sei bestimmt und genau und auch durchaus vernünftig. Er hoffe, daß Hitlers Erklärung die Luft reinigen werde und den Weg zu Verhandlungen ebne. Dies fei d i e letzte Gelegenheit, um den Rüstungswettbewerb abzustoppen. Ein Rüstungswettbewerb lege die Entscheidung über Frieden oder Krieg in die Hand von Verrückten, Knechten oder Sachverständigen.
Lord Cecil erklärte, Hitlers Rede sei ein gewaltiges und bedeutendes Angebot, das sehr sorgfältig erwogen werden müsse. Er würde sich freuen," wenn die britische Regierung in der Lage sein würde, ein Gegenangebot zu machen, das ebenso bestimmt und ebenso annehmbar sei. Er finde es ein wenig beunruhigend, daß in diesen Fragen die Initiative ständig den Diktatoren des Kontinents überlassen bleibe. — Lord M 0 11ist 0 ne sprach den Wunsch aus, daß man Hitlers ausgestreckte Hand ergreife.
gelte. Man dürfe annehmen, daß die amtliche Welt, die wahrscheinlich beinahe ebenso froh wie Hitler fein würde, die lästigeren Teile des Versailler Vertrages endgültig los zu werden, bald einsehen werde, daß es zwecklos sei, etwas durch Zeitaufschub erhalten zu wollen, was niemand durch Gewalt zu verteidigen wünsche.
Die Rüstungsaussprache im englischen Unterhaus wird in der französischen Presse aufmerksam verfolgt. Man spürt zwischen den Zeilen die Genugtuung über die Durchführung des englischen Rüstungsprogramms, das als die Antwort Baldwins auf die Führerrede bezeichnet wird. Nur der ,Hour" will feststellen können, daß die englische Regierung nach den Erklärungen des Führers ihre Haltung wesentlich geändert habe. Man dürfe sich nicht wundern, so schreibt das Blatt, daß Baldwin von seinem ursprünglichen Standpunkt abgewichen sei. Baldwin habe in seiner gestrigen Rede absichtlich jeden Hinweis auf die Effektivstärke des deutschen Heeres und auf den Frieden im Osten sowie auf die österreichische Unabhängigkeit vermieden. Er habe ferner praktisch das Luftabkommen von allen anderen Verhandlungen getrennt, die augenblicklich geführt würden. Man erinnere sich noch daran, daß der Führer in Beantwortung der Londoner Erklärung vom 3. Februar a l s er ft er diese Trennung vorgeschlagen habe und daß London und Paris übereingekommen seien, dies für unannehmbar zu erklären. Man müsse sich deshalb die Frage vorlegen, ob London seine Absicht geändert habe.
Das Echo in Warschau.
Friedfertigkeit ohne komplizierte Paktformeln.
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Warschau, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der zum Regierungslager gehörende „Expreß Po- r an n y" stellt fest, daß die Reichstagsrede des - -------, Führers die Friedfertigkeit der deut-
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