Kunst und Wissenschaft.
Oer deutsche Kernsehbetrieb eröffnet.
Im Berliner Funkhaus eröffnete Reichssendeleiter Hadamowsky den deutschen Fernsehprogrammbetrieb. Mit den Worten „Achtung! Achtung! Hier Ultrakurzsender Witzleben auf Wellenlänge 7,06 Meter. Erster regelmäßiger Fernsehbetrieb!" leitete Pressechef Boese den Abend ein. Dann erklärte Oberingenieur Dr. Hoffmann- Aehnlich der vom Deutschen Rundfunk ausgeführten „Echo-des- Tages"-Sendung werde versucht werden, im Fern- sehdienst den „Spiegel des Tages" aus- z u ba u e n. Es sei auch geplant, direkte Fernsehsendungen mit einem kleinen Zeitunterschied von etwa einer Minute durchzuführen. Einen solchen Versuch wolle man erstmalig am 1. Mai 1935 vom Tempelhofer Feld aus vornehmen. Oberpostrat Dr. B a n n e i tz kam zu der Feststellung, daß bei dem heutigen Stande der Wissenschaft recht gute Bilder übertragen werden könnten. Für diesen Sommer sei ein großangelegter Versuch auf dem Brocken als Aufstellungsort für eine Fernsehanlage geplant, worauf man sich entscheiden werde, in welcher Form der weitere Ausbau des Fernsehsendenetzes vorgenommen werden müsse. Reichssendeleiter Hada- m o w s k y wies darauf hin, daß einer der kühnsten Menschenträume dank der geistigen Schöpferkraft der deutschen Wissenschaftler und der Präzisionsarbeit der deutschen Arbeiter verwirklicht worden sei. Auf deutschem Boden vollziehe sich in diesem Augenblick ein Kulturfortschritt, der einmal als Krönung vieler technischer Einzelentwicklungen der Vergangenheit angesehen werden würde. Es sei Aufgabe der Industrie, auf der nächsten Funkausstellung einen in beliebigen Mengen lieferbaren Fernsehapparat auf den Markt zu bringen. Hiermit würde auch ein führender Exportartikel geschaffen werden. Hadamowsky eröffnete dann das regelmäßige Fernsehprogramm des Fernsehsenders Berlin-Witzleben. Im Anschluß hieran wurde das aus 16 Nummern bestehende erste Fernsehprogramm vorgeführt.
Zeugen uralter INaya-Kultur in Honduras.
Bei Ausgrabungen und Altertumsforschungen, die der Wissenschaftler S t r o m v i k irrt Auftrage des Carnegie-Institutes in CopLn (Honduras, Mittelamerika) vornimmt, hat es sich bestätigt, daß diese Stadt schon vor 3 000 oder 4 0 0 0 Jahren ein bedeutender Mittelpunkt der Maya-Kultur gewesen ist. Die von Stephans im Jahre 1835 gemachten. Entdeckungen haben sich in all ihren Einzelheiten als richtig herausgestellt. Am bedeu
tungsvollsten ist der Fund mehrerer menschlicher Skelette, denen Stromvik ein Alter von etwa 3000 Jahren zuschreibt, und die nach der Stellung, in der sie aufgefunden wurden, den Schluß zulassen, daß die alte Maya-Stadt bereits lange vor der Ankunft der Spanier durch ein Erdbeben zerstört und dann von den Ueberlebenden verlassen wurde. Stromvik hat jetzt in unterirdischen Galerien beim Wegräumen des Schuttes Gegenstände aus Stein und Gold aufgefunden. Man rechnet damit, daß man bei weiterem Fortschreiten der Arbeiten neue Steinkunstwerke, Reliefs, Pyramiden und andere Baudenkmäler auf dem Ruinenfeld entdeckt, das eine wesentlich größere Ausdehnung hat, als man zuerst vermutete. Die Regierung von Honduras hat das Photographieren der Ausgrabungen streng verboten. Die Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten sollen weitergeführt werden, bis Copan in seiner alten Form wieder hergestellt ist und, wie die berühmten Maya-Ruinen von Chichen Jtza tti Me- riko, als vollständiges Denkmal der alten Maya- Kultur gezeigt werden kann.
Urheberrechtsstreit um den Film „Peer Gynl".
Das Berliner Landgericht hat in einem Zivilprozeß eine bemerkenswerte Entscheidung gefällt. Der Schriftsteller Dr. Alwin E l l i n g aus Berlin hatte der Bavaria-Ftlm AG. in München vorgeworfen, daß sie sich durch Mitbenutzung seines Manuskriptes für das Drehbuch des Films „Peer Gynt" mit Hans Albers einer Urheberrechtsverletzung schuldig gemacht hätte, und beantragte, als Sicherheit für den ihm entstandenen Schaden, die Hinterlegung von 10 000 Mark. Das Berliner Landgericht gab dem Anträge statt, doch wurde die Weiterführung des Films vom Gericht freigegeben. Ob der Antragsteller den hinterlegten Betrag erhält, wird sich erst im weiteren Verlauf des Rechtsstreites ergeben.
Alexander Woissi gestorben.
Der Schauspieler Alexander M o i s s i ist am Freitagabend in Wien an einer schweren Grippe gestorben. Auf Veranlassung Mussolinis war ihm dieser Tage das italienische Staatsbürgerrecht verliehen worden. — Moissi, 1880 als Kind italienischer Eltern in Triest geboren, wurde in Wien von Kainz entdeckt und später von Reinhardt in Berlin in großen Rollen herausgestellt. Seine berühmtesten Rollen waren der Hamlet und der Fedja in Tolstois „Lebendem Leichnam". Er hat aber auch den Faust, den Franz Moor, den Oswald in den „Gespenstern", Shaws Dubedad („Arzt am Scheidewege") und den Heinrich IV. von Pirandello gespielt.
— Während des Krieges war Moifsi in die deutsche Armee eingetreten und als Flieger in Gefangenschaft geraten.
General von Lettow-Lorbeck an seinem 65.Geburtötag in Dillenburg
General von Lettow-Dorbeck, der Held von Deutschostafrika, verlebte den Tag seines 65. Geburtstages in Dillenburg, wo er am Vorabend der Dillenburger Bevölkerung von feinen Erlebnissen erzählt hatte. Kreisleiter Bürgermeister Schimmel gratulierte dem General. Ein BdM.- Mädel überreichte dem General einen Blumenstrauß. Im Anschluß daran weilte der General noch eine Stunde im Kreise seiner Stahlhelmkameraden. Der Gauführer des NSDFB. (Stahlhelm) B a y e r, R e n n e r o d, ein ostafrikanischer Kriegskamerad Lettow-Vorbecks, ernannte den ruhmreichen Heerführer zum Ehrenmitglied des Gaues Lahn-Dill des NSDFB., eine Ehrung, die der General, der feit vielen Jahren dem Stahlhelm angehört, mit aufrichtiger Freude entgegennahm. Eine freudige Uebervaschung für ihn war auch ein G e s a ng s st ä n d ch e n, das die in Dillenburg stationierte Arbeitsdienstab- teilung ihm vor seinem Quartier im Kurhaus darbrachte. Später erging sich der General mit Gauführer Bayer und anderen ostafvikanischen Kriegskameraden in den Waldungen der schönen Umgebung Dillenburgs.
Amtsgericht Gießen.
Der W. H. aus T. wurde wegen Uebertretung der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung zu 25 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte hatte am Abend vor der Abfertigung Kälber verladen, obwohl ihm das ausdrücklich verboten war. Der schriftlichen Aufforderung des zuständigen Beamten, die Kälber auszuladen, kam der Angeklagte nicht nach.
Wegen Verstoß gegen die Reichsstraßen-Verkehrs- orbnung hatte sich der A. D. aus R. zu verantworten. Der Angeklagte fuhr am 26. November vorigen Jahres mit seinem Motorrad auf der Gießener Straße in Wieseck beim Ueberholen einen dortigen Einwohner an, so daß dieser zu Fall kam und erheblich verletzt wurde. Das Gericht erkannte gegen D. auf 3 0 Mark G e l d st r a f e evtl. 6 Tage Gefängnis.
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 24. März.
6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. 10.15 bis 10.55: Chorge- fang. 11: Appell der alten SA. im Berliner Lust
garten. 19 000 der ältesten SA -Leute ckus dem gan* zen Reich sind angetreten. 11.30: Schauet doch und seht, ob irgendein Schmerz sei. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Standmusik aus der Feldherrn- Halle. 13: Das Volk erzählt.' 13.15: Schall ist platt! 14: Kinderfunk. 15: Stunde des Landes. 16: Nach- Mittagskonzert. 17: Ansprache des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer H. Fr. Blunck, anläßlich der Ehrentagung der Pfälzisch-Saarländischen Dichtung. 17.20: Nachmittagskonzert. Lieder für eine Singstimme und Klavier. 18: Olympiade der Arbeit. Ausschnitte aus einer Großkundgebung der deutschen Jungarbeiterschaft in dex Festhalle zu Darmstadt 18.30: „Der sechzigjährige Hans Grimm". 18.50: Meine Frau — das Fräulein (Gestörte Hochzeitsreise). Heiteres Spiel von Rolf Herbert Kunze. 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20.05: Aus dem großen Saal des Saalbaues in Frankfurt a. M.: 5. Volkskonzert der Museumsgesellschaft. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Unterhal- tungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik.
THonfag, 25. TNärz.
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Kleines Konzert. 18: Jugendfunk. 18.15: Was bringen die Zeitschriften des Monats? (März). 18.25: Georg Friedrich Händel. Ein Lebens- und Schaffensbild des großen deutschen Musikers. Von Edzard H. Schaper. 18.45: Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 20. Nachrichten. Anschließend: Der Zeitsunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Unterhaltungskonzert. 21: Festkundgebung. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Stoßtrupp Funk!
Briefkasten der Mdaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
W. Sch. in R. Unseres Wissens gibt es kein Recht, dem Nachbarn das Bauen auf die Grenze zu verbieten, auch wenn dadurch einem anderen das Licht entzogen wird. Die Baupolizeibehörde hat jedoch unter Umständen die Möglichkeit, einen Bau zu verhindern, der dem Nachbarn ungebührlich hohen Schaden verursacht. Sie wenden sich deshalb zweckmäßig mit Ihrem Anliegen an die Baupolizeibehörde.
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Es kommen nur die mit „23g." geschlagenen Rum- mern zum Ausgebot. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Personen mit Rückständen an Domanialgefällen aus 1934 und früheren Jahren wird kein Zuschlag erteilt. Bei Zahlung nach dem 25. l. M. empfiehlt es sich, die Quittung vor dem Versteigerungstermin dem Forstamt vorzulegen. Falsche Namensangabe und Angabe von fremden Käufern ohne Auftrag sowie von minderjährigen, nicht geschäftsfähigen Personen wird als Betrugsversuch verfolgt. 17020
Grünberg, am 22. März 1935.
hessisches Jorffamf Grünberg.
Aus (SMftemen des WHW schönster deutscher Fchmuc^
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