die volksverbindende und segenspendende Einrichtung des WHW. bestens bewährt.
Tagung
-er oberhessischen Kaninchenzüchter.
Um Sonntag fand im CafS Ebel eine Versammlung der Kreisfachgruppe Oberhessen der Kaninchenzüchter statt.
Eine Führerbesprechung unter Leitung des Landesfachgruppenvorsitzenden Krauß (Darmstadt) ging der Versammlung voraus. In dieser wurde der Vorstand für die Kreisfachgruppe wie- folgt bestimmt: Kreisfachgruppenvorsitzender: L. Kreiling (Gießen), Stellvertreter: Kopp (Bü- dingen), Beisitzer und Kasse: Wilh. Ullrich (Gießen), Fachberater für Gruppe 1 und 2: H. D i e t - r i ch (Klein-Karben), Fachberater für Gruppe 3: Wilh. Schmidt (Lauterbach).
Die Versammlung wurde vom Kreisgruppenvorsitzenden Kreiling eröffnet. In üblicher Weise begrüßte er die Zuchtfreunde und besonders den Landesfachgruppenvorsitzenden Krauß. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab Zuchtfreund Krauß genauen Aufschluß über die Organisation der Kaninchenzüchter. Wenn einige kleinere Kreise heute zu einem großen Kreis zusammengelegt worden sind, so hat das seine Begründung in der Organisation des Reichsnährstandes, dem die Kaninchenzüchter als Gruppe 6 angehören. Die Einteilung der Kreise richtet sich nach dem Vorhandensein der Tierzuchtämter, von denen in Hessen drei zu verzeichnen sind. Haute liegt die Kraft der Organisation in der Vereinsführung Wer ein Amt übernimmt, übernimmt ein Stück Arbeit, das er fertig» stellen muß. Der Vereinsvorsitzende muß seine Geschäfte so führen, daß daran nichts zu rütteln ist, er muß das Interesse der Züchter vertreten, damit die Kreisgruppe vorwärts schreitet.
Kreisgruppenvorsitzender Kreiling gab bekannt, daß jeder Verein bis zum 1. März melden muß, wann er eine Ausstellung abhalten will, weil die Veranstaltung einer Ausstellung von der Genehmigung des Stabsamtes in Berlin abhängig ist. Alle Schauen müssen bis 1. Dezember stattgefunden hoben, weil im Dezember die Kreis-, im Januar die Gau- und im Februar die Deutschland-Schau stattfinden. Die Kreisfachgruppenschau wurde auf 13. bis 15. Dezember 1935 festgelegt und dem Kaninchenzuchtverein Lauterbach übertragen.
Den Schluß der Versammlung bildete eine rege züchterische Aussprache.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. NSLB. Fachschaft Körperliche Erziehung": 15.30 Uhr Arbeitsgemeinschaft in der Turnhalle der neuen Pesta- lozzischule. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Ein Volksfeind". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Da sttmmt was nicht". — VDA.: 20 Uhr Vortrag über das Thema „Kampf des Deutschtums im Sudeten- lande" von Sacher (Prag). Reichsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen, DA. und NSVDT.: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Vortrag „Alt-Gießen" von Professor Dr. Rauch. — Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot G. m. b. H.: 20.15 Uhr im Hotel „Prinz Carl", Vortrag von Direktor Frantz (Saarbrücken).
— Stadttheater Gießen: Heute Abend Erstaufführung des Schauspiels „Ein Volksfeind" von Heinrik Ibsen. Die Spielleitung hat Wolfgang Kühne.
*
** Ausfallende Sprechstunden. Am kommenden Samstag, 26. Januar, fallen die Sprechstunden der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum aus.
*♦ Ernennung bei der Landesuniversität. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen ernannte den planmäßigen außerordentlichen Professor Dr. Dietrich K ü st an der Landesuniversität Gießen zum ordentlichen Professor für Geburtshilfe und Poliklinik in der Veterinärmedizinischen Fakultät der Landesunioersität mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
** Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Schulamtsanwärter Georg Schmitt aus Klein-Steinheim, Kreis Offenbach a. M., zum Lehrer an der Volksschule zu Gau-Bickelheim, Kreis Oppenheim, mit Wirkung vom Tage der Diensteinweisung an; der Schulamtsanwärter Heinrich Hofmann aus Allertshofen, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der Volksschule zu Fränkisch-Crumbach, Kreis Dieburg, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; der Schulamtsanwärter Georg S ch e m- ber aus Ortenberg, Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Eichelsdorf, Kreis Schotten, mit Wirkung vom Tage der Diensteinweisung an. — Uebertragen wurde: dem Lehrer Wilhelm Kumpf zu Groß-Rohrheim, Kreis Bensheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Framersheim, Kreis Alzey, mit Wirkung vom 16. Januar 1935 an; dem Lehrer Wilhelm Schneider zu Lindenfels, Kreis Bensheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Wald-Michelbach, Kreis Heppenheim; dem Lehrer Philipp Schanz zu Wald-Michelbach, Kreis Heppenheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Mühlheim, Kreis Offenbach a. M., beide mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; dem Lehrer Adam R a i tz zu Groß-Umstadt die Leitung der Volksschule dortselbst unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit mit sofortiger Wirkung; dem Lehrer Wilhelm Mayer zu Michelstadt, Kreis Erbach i. £)., eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Nidda, Kreis Büdingen, mit Wirkung vom 16. Januar 1935 und dem Lehrer Otto Weitz zu Nidda, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Assen- heim, Kreis Friedberg, beiden mit Wirkung vom 16. Januar 1935; dem Lehrer Heinrich N o r w i q au Freienseen, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Höchst i.O., Kreis Erbach, und dem Lehrer Adam Raitz zu Höchst i. O., Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Groß-Umstadt, Kreis Dieburg, beiden mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. — In den Ruhestand versetzt wurde ausNach- suchen: der Lehrer an der Volksschule zu Framersheim im Kreise Alzey Martin Bennighof unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 16. Januar 1935 an.
** Die Reichspost unterstützt das Winterhilfswerk. Bekanntlich vertreibt die Deutsche Reichspost auch in diesem Winter wieder 'Wohlfahrtswertzeichen zugunsten der Deutschen Nothilse und befördert die Sendungen des Winterhilfswerks unter erleichterten Bedingungen als Postgut. Außerdem sammeln die Führer der Kraftposten an Sonn- und Feiertagen bis Ende März für das Winterhilfswerk Geldspenden von den Fahrgästen. Nunmehr hat der Reichspostminister angeordnet, daß auch die Reichs-Winterhilfe-Lotte- rie unterstützt werden soll. Um ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Lose auch auf dem flachen Lande abzusetzen, können die Losverkäuser die Krastposten tuü) Landkrastposteu unentgeltlich benutzen.
*♦ Lebensrettungsprüfungen der Deutschen Lebensrettungs-Gesell» schäft, Bezirk Oberhessen. Die Prüfung für den Leistungsschein bestand Walter Brunning, Gießen, Röntgenstraße 6. Es wurde chm die silberne Nadel mit Urkunde ausgehändigt. Die Prüfung für den Grundschein bestanden: Otto Dapper, Wieseck, Philosophenstraße; Wilma Schleenbecker, Kinzenbach; Karl Graf, Gro- ßen-Buseck; Lieselotte Kauer, Wetzlar; Willy Müller, Worms, zur Zeit Gießen; Margrit Lenz, Gießen, Frankfurter Straße 126. Für die bestandene Grundscheinprüfung wurde diesen die bronzene Nadel mit Urkunde ausgehändigt.
** Bunter Gas-Abend im Caf 6 Leib. Vorn städtischen Gaswerk wird uns geschrieben: Die zum ersten Male als bunter Gas-Abend aufgezogene Veranstaltung der Gießener Gas-Gemeinschaft erweckt überall großes Interesse; werden doch hier erstmalig die einhundert Gewinne aus dem Weihnachtspreisausschreiben des Gaswerks „Die vertauschten Wunschzettel" öffentlich ausgelost. Ferner wird die praktische Hausfrau an diesem Abend manche preiswerte und schmackhafte Eintopfgerichte kosten können. Hausbesitzer und Mieter erfahren Vergünstigungen, die die Mitglieder der Gas-Gemeinschaft Gießen bis zum 31. März 1935 — dem
Gedenket der hungernden Vögel! Schuht die Tiere vor der Kälte!
Ablauf der Winter-Arbeitsschlacht — gewähren. Die Unterhaltung bestreiten Mitglieder Des Gießener Stadttheaters. In bunter Folge werden Paul Nieren als Ansager, Hansi Salz mann und Gert Geiger als Gesangs- und Vortragskünstler mitwirken. Als Tanzpaar werden Frl. Haase uni> Herr Belloff Grotesk- und Kunsttänze bieten. Und die Kapelle Einbrodt spielt dazu. Kurz gesagt: Es gibt einen bunten Gas-Abend.
** Kleiderlehrschau des Verbandes Deutsche Frauenkultur. Die Ortsgruppe Gießen des Verbandes Deutsche Frauenkultur, die sich schon seit Jahren für eine sinn- und geschmack- volle Ausgestaltung des Heimes, als auch für die Hebung der persönlichen Kultur der Frau einsetzt, trat am vergangenen Montag mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit, die alle Beachtung wert war. Es wurde eine Kleiderlehrschau durchgeführt, die viel Sehenswertes und viel Wissenswertes brachte. Bei dieser Schau handelte es sich nicht darum, irgendwelche Modeschöpfungen in der sonst üblichen Form zu zeigen, sondern darum, die Frauen und Mädchen auf eine ebenso schöne, als zweckmäßige Art der Kleidung hinzuweisen. Interessant war es vor allem, von der geschichtlichen Seite her an die Kleidung der Frau herangeführt zu werden. Es bedarf kaum der besonderen Erwähnung, daß man in diesem Kreise Kleider zu sehen bekam, die durch ihre schlichte und klare Linienführung, durch geschmackvolle Verwendung von Farbe, durch ihre materialgerechte Verarbeitung und ihre Zweckmäßigkeit jeder Frau gefallen mußten. Frau Roese erläuterte die einzelnen Kleider und gab mancherlei Anregungen für die persönliche Gestaltung der Kleider. Ihren Ausführungen folgten die Zuhörerinnen mit großem Interesse. Vor den Vorführungen hatte man Gelegenheit, die einzelnen Kleidschöpfungen eingehend zu betrachten. Die Vorführung gestaltete sich sehr abwechslungsreich, denn verschiedene unterhaltende Aufführungen füllten die Pausen. So hörte man musikalische und gesangliche Darbietungen der Damen Kühn und H. Kellner. Frau Erna Schumann tanzte einen ausdrucksvollen Walzer, und schließlich warteten zwei Schülerinnen von Frau S chu m a n n mit einem einen Menuett auf. Die Führerin der Ortsgruppe chloß' den anregenden Abend mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Gemeinsam wurde sodann der zweite Vers des Deutschlandliedes gesungen.
** Ausbildung von Baumwärtern in Baumwärterkursen. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau veranstaltet im Jahre 1935 an den Lehranstalten in Geisenheim und Oppenheim, sowie in Friedberg je einen achtwöchigen Baumwärterkursus. In diesen Kursen ist Personen, die sich dem Baumwärterberuf widmen wollen, Gelegenheit gegeben, sich die erforderlichen Kenntnisse anzueignen. Der Kursus dauert acht Wochen und beginnt Mitte Februar mit folgender Aufteilung: fünf Wochen im Frühjahr, eine Woche im Sommer und zwei Wochen im Herbst. Umgehende Anmeldung ist erforderlich und hat bei dem zuständigen Kreisobstbaubeamten zu erfolgen. Zu den Kurse« werden nur Personen zugelassen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und Gewähr dafür bieten, daß sie eine ordentliche Tätigkeit als Baumwärter gegen Entgelt entfalten. Bevorzugt zugelassen werden Personen dieser Art, die von einer oder mehreren Gemeinden, dem zuständigen LOF. und dem zu- tändigen Obstbaubeamten emvfohlen werden und von Gemeinden, Vereinen usw. die vorgesehene Mindestbeihilfe erhalten. Der Anmeldung sind Lebenslauf und gegebenenfalls vorgenannte Empfehlungsschreiben beizufügen. Die Teilnehmergebühr beträgt 15 Mark.
Amtsgericht Gießen.
Ein 56jähriger Bettler aus Krombach, der wegen des gleichen Deliktes schon mehrfach vor Gericht Land, wurde gestern zu sechs Wochen Haft verurteilt und seine Unterbringung in ein Arbeitshaus angeordnet.
Ein Autofahrer aus Leihgestern erhielt wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl. Während der gestrigen Hauptverhandlung nahm der Angeklagte feinen gegen den Strafbefehl eingelegten Einspruch zurück.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
A. B.. Gießen. Zu Frage 1: Nach § 11 der Bei- tragsordnung des Reichsnährstandes vom 13. September 1934 ist der Eigentümer des Grundstückes Schuldner des Beitrages. Eine gesetzliche Handhabe zur Schadloshaltung des Verpächters besteht nicht; diese Frage richtet sich nach dem gegebenen Vertrag und ist eine private Angelegenheit zwischen Eigentümer und Pächter. — Zu Frage 2: Von den erhaltenen Provisionen und den Zuschüssen sind ledig- lich die tatsächlichen Betriebsausgaben abzugsfähig. Soweit also die Zuschüsse die Betriebsausgaben über» teigen, stellen sie ebenso wie die Provisionen steuer- pflichtige Einkünfte dar. Da die Prüfung, was steuer, pflichtig ist, dem Finanzamt nach gesetzlicher Dor- chrift vorbehalten ist, müssen Sie sämtliche erhaltenen Beträge angeben und die Betriebsausgaben geltend machen.
Kyffhäuser-Bezirkstag in Gießen.
Im großen Saale des Katholischen Vereinshauses fand dieser Tage der Bezirkstag des Kyffhäuser- Bezirksverbandes Gießen statt. Dem Bezirkstag voraus ging eine Vorbesprechung der 23er» einsschießwarte unter Leitung des Bezirks- schießwartes Kam. Albin Klein (Gießen). Er gab genaue Richtlinien für das Schießen im Jahre 1935 bekannt. Nach den eingegangenen Meldungen sind bis jetzt rund 1000 Schützen zu zählen. Er sprach über Schießstandbau, über geldliche Beihilfen, über Patronen und Leihgewehre, die vom Bund gegeben werden. Er schloß nach reger sachlicher Aussprache mit dem Appell an alle, mit Eifer an die Arbeit zu gehen, damit auch, wie früher, im neuen Jahre der Bezirk Gießen mit an erster Stelle im Bunde stehe.
Sodann eröffnete der Bezirksverbandsführer und Sturmbannführer der SAR. II, Kam. Otto Bon- Hard (Gießen) die große Bezirksversammlung. Zum ersten Male nach der Umorganisation mit den früheren Bezirken Grünberg, Lich und Hungen, die jetzt zum Bezirksverband Gießen gehören, kamen die Vereinsführer und von der SAR. II die Sturm-, Trupp- und Scharführer zusammen.
Kamerad Bonhard hob die Leistungen des Kyff- häuserbundes in sozialer Hinsicht hervor. Im letzten Monat wurden über 220 000 Mark an Unterstützungen an bedürftige Kameraden verteilt; er wies auf noch leere Betten in den Kyffhäuserwaisen- heimen hin, und erinnerte daran, daß der Kyff- häuserbund in allen Gegenden Deutschlands 16 Erholungsheime habe. Im letzten Jahre seien 20 000 Mk. für Notstandsgebiete gestiftet worden u. a. m. Der Kyffhäuserbund mit seinen 32 500 Vereinen sei der größte Soldatenbund der Welt. Er begrüßte dann das Ehrenmitglied des früheren Bezirks, Kamerad Professor Dr. Krämer (Gießen), ferner Herrn Major von Reckow (Frankfurt a. M.), den Adjutanten des Landesverbandsführers, als dessen Vertreter, und den Unterverbandsführer des Kyff- häuferbundes und der SA.-Ref. II, Oberst Kö tt- schau (Bad-Nauheim).
Kamerad Bonhard ernannte den Kameraden Prof. Dr. Krämer zum Ehrenmitglied der Füh
rerschaft des neuen Bezirksverbandes. Am Schluß feiner Ansprache gedachte er des Führers und Volkskanzlers mit einem dreifachen „Sieg-Heil!"
Hierauf wurde in die Verhandlungen eingetretem Die Feststellung der Anwesenheit ergab, daß von 70 Vereinen drei unentschuldigt und ein Verein entschuldigt fehlten. Der Bezirk hat rund 4000 Mitglieder. Es wurden dann dem Kriegerverein Gießen für gute Schießleistungen im Wettkampf Diploms des Kyffhäuserbundes, und an verschiedene Einzelschützen Siegermedaillen und Kysfhäusernadeln überreicht. Nach kurzer Aussprache über das Schießen folgte eine Referat über Versicherungen und Bonifikationen von dem Vertreter der Allianz, Kamerad Inspektor Schimpf. Er machte besonders auf dis Vereinssterbegeldversicherung aufmerksam. Sodann dankte Kamerad Bonhard dem seit 1905 tätig gewesenen Bezirksschriftführer Kamerad Keil- Klein-Linden für feine treuen Dienste, da er durch Ueberfieblung nach Bad-Nauheim aus der Führerschaft ausscheiden muß. Zur Beitragsfrage sprach der Unterverbandsrechner Kamerad Switlik - Bad-Nauheim.
Nach einer kurzen Pause begrüßte der Unter« verbandsführer Kamerad Oberst Köttfchau die Kameraden, dankte für die Einladung und betonte, daß er gerne in seine alte Garnisonstadt gekommen sei. Er preue sich über die Erfolge im Schießen des hiesigen Bezirks, sprach über SAR. II und beendete feine Ausführungen mit dem Worte: „Alles für Deutschland". Sodann wurden das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Bezirksoerbandsführer 2) o n h a r d dankte dem Kameraden Oberst Köttfchau für feine Ansprache. Sodann gab er noch verschiedene organisatorische Mitteilungen bekannt und forderte von jedem Verein innige Verbundenheit mit der Volksgemeinschaft. Das müsse auch äußerlich zum Ausdruck gebracht werden, indem sich die Vereine bei allen Veranstaltungen geschlossen zeigten. Im Schlußwort ermahnte er die Kameraden fest und treu zusammenzustehen zu „Gott, Ehre, Vaterland und unserem Führer und Volkskanzler zum Aufbau und zur Wiedererstarkung unseres geliebten Vaterlandes".
Schulungskursus für Leiterinnen von Landkindergärten im Fröbelseminar.
Das Fröbelseminar in Gießen veranstaltete eine Schulungswoche für Landkindergartenleiterinnen, unterstützt von der Gauleitung der NS.-Frauenschaft und der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Daran nahmen 16 Kirchergärtnerinnen, Hortnerinnen und Kinderpflegerinnen teil. Einige davon haben Dauerkindergärten auf dem Lande, die anderen waren im vergangenen Sommer als Sommer- oder Erntekindergärtnerinnen tätig.
3m Gegensatz zur Seminar-Ausbildungszeit, in der man vor allem die Arbeit in städtischen Kindergärten kennenlernte, stand in dieser Woche der ländliche Kindergarten im Mittelpunkt. Die Leiterin des Fröbelseminars, Fräulein Dr. V o e ck e r s, hatte dafür gesorgt, daß die Teilnehmerinnen durch viele interessante Vorträge und durch manche lebhafte Aussprache ihr Wissen vertiefen und bereichern konnten und viele neue Anregungen erhielten.
Gesprochen wurde über die Aufgaben, die der Landkindergarten in der heutigen Zeit hat und wie sie die Landkindergärtnerin am besten erfüllen kann.
Sie leistet ihre Arbeit bann richtig, wenn sie bemüht ist, „als Erzieherin des Dritten Reiches die Kinder im Rationalfozialismus zu erziehen für das deutsche Volk", und wenn sie bemüht ist, „Heimat zu geben, um wieder Heimat zu bekommen".
In diesem Sinne sprachen die Gaufrauenschafts- leiterin Frau B r i n k h o f f (Frankfurt) und der Chefarzt der Kinderklinik Gießen, Prof. Dr. Duken. Fräulein Schwarz aus Frankfurt gab in ihren Ausführungen einen Vergleich der Grundgedanken Friedrich Fröbels mit den pädagogischen Auffassungen unserer Zeit. Sie zeigte, wie die Gedanken Fröbels wiederkehren in der Weltanschauung unseres Führers Adolf Hitler und der Pädagogik Prof. K r i e ck s. „Dolkserziehung ist die vornehmste Aufgabe des Staates" (Adolf Hitler), „Der Nationalreichtum der Deutschen ist die Volkserziehung" (Fr. F r ö b e l).
' Die übrigen Vorträge führten tiefer ein in das
Wesen des Dorfmenschen und des Dorflebens (Sitte, Brauchtum, Tracht, Mundart und mundartliche Dichtung), des Landkindes und oer Landschule („Wir können die Jugend nicht von dem Boden lösen, auf dem sie geboren wurde"), in die Arbeit der Landfrau und des Landkindes, in Garten-, Tier- und Blumenpflege. Weiter wurden Wege gezeigt für die religiöse.Erziehung des Kindes („Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen") und für die hygienischen und krankenpflegerischen Aufgaben, die die Teilnehmerinnen zu erfüllen haben.
Viel neue Anregungen erhielten die kursiftin- neu auf technischem Gebiet. Sie lernten Finger- und Bewegungsspiele und tanzten Volkstänze, sprachen über Beschäftigungen des Landkindes, über Anfertigung von Spielzeug, das schnell und billig hergestellt werden kann unter mög- lichster Verwendung von wertlosem Material, das die Kinder selbst sammeln, über Verschönerungsarbeiten in den Kindergärten. Sie bekamen Anleitung im Schriftverkehr mit Behörden und in der richtigen Pflege der Stimme.
Am letzten Nachmittag der Woche sahen sie auf einer Spielzeugschau viel schönes und gutes Spielzeug, das zum Teil von Schülerinnen des Fröbelseminars angefertigt worden war. In einer daran anschließenden gemütlichen Teestunde mit einigen Lehrkräften und der Oberstufe des Seminars erzählte eine Jugendleiterin über ihre Arbeit mit Dorfkindern in der Mark.
Mit großem Dank schauen die Teilnehmerinnen auf diese Schulungswoche zurück, und mit neuer Freude gehen sie in ihre Landkindergartenarbeit. Für diejenigen, die nicht durch einen Dauerkinder« garferj gebunden sind, schließt sich noch ein Praktikum an. Einige Bauernfamilien aus umliegenden Dörfern Gießens haben sich bereiterklärt, Teilnehmerinnen für zwei Wochen in ihr Haus aufzunehmen, damit sie das Leben und die Arbeit der bäuerlichen Familie durch eigene Mithilfe kennen- lernen.
Der „Fliegende Frankfurter" kommt.
Ab 15. Mai Schnellverkehr Frankfurt—Berlin.
LPD. Frankfurt a. M., 22. Jan. Der 15. M a i wird für Frankfurt und das gesamte Rhein- Mainische Wirtschaftsgebiet von besonderer Bedeutung sein, soll sich doch an diesem Tage, mit der Einführung des Sommerfahrplans, der langgehegte Wunsch auf eine Schnelltriebwagenverbindung mit der Reichshaupt st adt verwirklichen. Die Probefahrt des „Fliegenden Frankfurters" am 30. September 1934 war der Auftakt zur Verwirklichung des Schnellverkehrs zwischen Frankfurt und Berlin. Sie brachte der Reichsbahn die notwendigen Unterlagen für den etzt bevorstehenden regelmäßigen Schnelltriebwagenverkehr.
Zunächst kann nur ein Schnelltriebwagen überwiesen werden. Es ist deshalb geplant, den Triebwagen in den Frühmorgenstunden von Frankfurt nach Berlin und abends nach Frankfurt zurückfahren zu lassen.
Bei Bewährung und weiterer Anlieferung von Schnelltriebwagen werden die Fahrten vermehrt. Nach dem von der Hauptverwaltung der Reichsbahn jetzt genehmigten Fahrplan soll der Triebwagen um 6.40 Uhr in Frankfurt a. M. abfahren, nachdem er die Anschlüsse aus Richtung Heidelberg- Darmstadt (6.28), aus Mainz - Kastel - Wiesbaden (6.28) und Mannheim-Ludwigshafen-Worms (6.17 Uhr) ausgenommen hat. In Erfurt (Ankunft 9.11) ist ein Aufenthalt von 2 Minuten und in Leipzig (Ankunft 10.26) ein Aufenthalt von 4 Minuten vor- gesehen. Ankunft in Berlin Anhalter Bahnhof 11.46 Uhr. Der Schnelltriebwagen wird also die 550 Kilometer lange Strecke in 5 Stunden 6 Minuten zurücklegen und somit eine Reisegeschwindigkeit von 108 Kilometern in der Stunde erreichen.
Die Rückfahrt in Berlin Anhalter Bahnhof ist ür 18.24 Uhr vorgesehen.
Den um 6.40 Uhr mit dem Triebwagen nach Berlin gefahrenen Reifende^ bi$ noch am
gleichen Tage nach Frankfurt zurück wollen, stehen alfo für die Erledigung ihrer Geschäfte
in Berlin 6V- Stunden zur Verfügung.
Auf der Rückfahrt hält der Triebwagen in Leipzig (19.41 bis 19,45 Uhr), in Weißenfels — um den Anschluß eines Schnellzuges (D 8) aus Halle aufzunehmen, was für den Geschäftsverkehr der IG. Farben von Bedeutung fein dürfte — (2042 bis 20.13) und in Erfurt (21.58 bis 22 Uhr) und kommt in Frankfurt Hauptpersonenbahnhof um 23.29 Uhr an. Hier haben die Reisenden nach allen größeren Städten des Rhein-Maingebietes Eisenbahnanschluß.
Als Fahrpreis wird der gewöhnliche Schnellzugfahrpreis 2. Klasse mit Zuschlag für fO-Züge erhoben. Die Fahrt mit dem „Fliegenden Frankfurter" von Frankfurt nach Berlin kostet somit 39,40 Mark.
Der Anschluß aus Oberhessen.
Diese neue Schnellverbindung von Frankfurt nach Berlin wird auch in Oberhessen, soweit die Strecke der Main-Weser-Bahn von Gießen nach Frankfurt in Bettacht kommt, mit Freuden begrüßt werden. Die Stadt Gießen und die Orte der Main-Weser-Bahn in Richtung Frankfurt erhalten dadurch ebenfalls eine außerordentlich günstige Schnelloerbindung nach der Reichshauptstadt. Wer mit dem Zuge 4,21 Uhr in Gießen abfährt, der auf allen Unterwegsstationen bis Frankfurt hält, trifft in Frankfurt Hauptbahnhof um 6.24 Uhr ein und hat somit 16 Minuten Zeit für den 11 ebergang auf' den Schnelltriebwagen nach Berlin. Für die Rückkehr nach Gießen käme der v°Zug ab Frankfurt 0.05 Uhr in Betracht, der in Gießen um L07 Uhr an»
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