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Nr. 19 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffenj

Mittwoch, 2Z.)anuar 1955

Die Schülerarbeiten zum Winterhilfswerk find in

einen

Gewalten.

*

Gießener Konzertverein.

Drittes Symphonie-Konzert.

Es laq wie Festesstimmung über dem ausverkauf­ten Haufe, als Professor Dr. Stefan T e m e s v a r y mit dem entwicklungsgespannten Adagio der E s - Dur-Symphonie von W. A. Mozart das Symphoniekonzert verheißungsvoll einleitete. Le­bensfrisch entfaltete sich das folgende Allegro mit seinem glänzenden Schwung der Coda. Im Andante kammermusikalische Freiheit in dezentester Abge- woqenheit kontrastierenden Gruppen der Strei­cher und der ungemein weichen und nachgie­bigen Holzbläser. Ursprünglichkeit durchwehte das Menuett, und im Trio ließen sich Klarinette und Flöte bewundern. Das Finale zeigte des Thema rm Wechsel der Abwandlungen in immer neuem Lichte, sprühend, zuckend, trefflich artikuliert. Mozart m lichter Klarheit und Schöne, gedeutet von ausdrucks-

liehen bewundernd aufhorchen. _

Was hier in der Zwiesprache zwischen dem So­listen und dem Orchester schon fo hell ins Licht trat, das fand die sichere Bestätigung mit Del­hovens E-Moll-Symphonie: ein -Klang­körper mit immer mehr sich bewährenden Quali­täten hat sich hier herangebildet, der unter einer so gewandten und mit allen Fähigkeiten ausgerüsteten Führung wie unter Professor Temesvary Gro­ßes zu geben vermag. Monumental stellte er die Symphonie in ihrem Aufbau dar und doch wieder so klar gegliedert, in die kleinste Wendung hinein- leuchtend und dem Ganzen einordnend; mit impul­sivem Aufwallen der Steigerungen und doch be­herrscht von sicherer Führung der Akzente. Klang­massen voll höchster Strahlkraft und wiederum Weichheit und abgeklärte Nachgiebigkeit; nur die

Irische Jische durch das WHW.

Die NSV. - Kreisamtsleitung Gießen brachte gestern eine großzügige Aktion zugunsten unserer hilfsbedürftigen Brüder und Schwestern der Stadt Gießen zur Abwicklung. Wie schon so oft unsere bedürftigen Volksgenossen den Segen des Winter- hilfswerks verspüren konnten, sei es durch die Aus­gabe von Gutscheinen oder durch Kartofselspenden usw., so brachte auch der gestrige Tag mancher minderbemittelten Familie viel Freude und Linde» rung ihrer Not. Zur Ausgabe gelangte ein Waggon Fische, die in Portionen zu etwa je 1 Kilogramm verpackt aus Bremerhaven auf dem Eilgüterbahn­hof Gießen eingetroffen waren. Bereits gestern vormittag wurde mit der Ausgabe begonnen, die am Nachmittag ihre Fortsetzung fand. Recht zahlreich hatten sich Frauen und Männer der hilfsbedürf­tigen Familien auf dem Eilgüterbahnhof emgesun- den, um hier freudestrahlend ihre Fischportton ent­gegenzunehmen. Jede Familie mit mehr als vier Köpfen erhielt zwei Portionen. Die Verteilung ging rasch vonstatten, da die Empfangsberechtigten von den Vertretern der NSV.-Kreisamtsleitung straßen­weise in Listen geführt und namentlich aufgerufen wurden. Daß die Ausgabe dennoch bis zum späten Nachmittag andauerte, beweist, daß zahlreiche be­dürftige Familien mit dieser Spende bedacht wur­den. Wie schon immer, hat sich auch diesmal wieder

Der Vater pflanzte einen Lebensbaum auf ihr Grab. Ich war dabei. Unser Garten lag unterhalb des. Gottesackers. Aus. einer, eigens angebauten

ich sie seitdem. Und so sehr hat mir's Mutter mit den erzählten Märchen angetan, daß ich der Dich­tung verschriebener Mann mich für unwert halte, Märchen zu schreiben, in ihre Luft zu treten.

Noch sitze ich auf der Siechen Bett, werde dort von ihr mit Geflügel gefüttert, da sie nur dies Fleisch noch ertrug, und sehe mich vor dem Bett in einem schottischen Röcklein prachtieren.

Sie mußte siebenmal ins Wildbad und ins Jor­dansbad, ihres Heimkunft war jeweils eine wunder­bare Aufregung. Einmal lag mein neunjähriger Bruder Valentin im Sarg und wartete zwischen brennenden Kerzen. Sie schrie nicht, sondern kniete an dem Sarg hin, betete und streichelte von unten her den wächsernen, wie die Kerzen scheinenden Knaben. Die Kerzen hatte der Vater gemacht.

Gern kamen Frauen, holten Rat, wurden ge­tröstet von der mit Leiden Geschlagenen. Sie galt für etwas wie eine Heilige. Ich habe noch von ihr erdachte und geschriebene Gebete seltsam eigener Art. Die gingen um die Seele eines ihrer zwei Brüder-, der war in großen Städten gefeierter Musiker geworden und hatte sich eines Weibes wegen getötet. Straminstickereien liegen dabei, auch zwei Seidenschuhe, worein man kaum mit einer Hand schlüpfen kann, und eine Photographie, drei Monate vor meiner Geburt ausgenommen.

Meine Mutter war eine Heldin der Geduld. Sie trug nicht nur ihr Leiden, sondern nahm es als Auferlegung hin. Ihre großen braunen Augen klagten so wenig wie ihr Mund. Bei einer letzten dimeren Operation verweigerte die dem Jenseits Geweihte die Narkose. Sie wollte den Kelch nicht an sich vorübergehen lassen. Unser heimatlicher Hausarzt, der Erstaunte, hat dämals Aufzelchnun- gen gemacht. _

Die Tote, die man sehen durfte, füllte das Haus ungeheuer an, und nachts kam sie, hoch aufwach­send über mich. Die zwei Nächte müssen etwas an meinem Wesen getan, mich zum erstenmal verändert haben. Ich hörte zwischendurch die Totenwache haltenden Frauen beten. Das Gebälk krachte im finsteren Haus. r., r

Vielleicht trage ich eine später stch bildende Emp­findung zurück, aber mir ist, als hätte ich damals vor dem Haus beim Anheben des Begängnisses ge­dacht: Warum wird der Sarg fortgetragen und warum bleibt das Haus? Warum geht es nicht mit? Die Ordnung der Welt war unterbrochen. Das Büblein stand abgeschnitten im Land dunkler

Aus der provinzialhauptftadt.

Oie Reise nach der Heimat.

Will man seine alte Heimat einmal wiedersehen, dann wählt man gewöhnlich die schöne Sommer­zeit Wir können die Spielplätze am Bach, im Wald, in den Dorfgassen aufsuchen, und längst vergessene Erinnerungen werden auftauchen. Wir erleben un­sere Jugendzeit nod) einmal und werden vielleicht feststellen, daß dock) in Wirklichkeit vieles anders aussieht als in unserm Geiste. Da ist der Latten­zaun noch, an dem wir uns einst die neuen Hosen zerrissen da stehen die paar alten Bäume noch, auf die man so bequem klettern konnte, wenn der Nachbar nicht zu Hause war. Im Walde erkennen wir freilich nicht mehr den Platz, an dem einst un­ser Jndianerzelt stand. Die Bäume sind in die Hohe geschossen. Aber wir bleiben doch stehen und denken zurück. Die Heimatlandschaft, Flur und Wald, wir grüßen sie und freuen uns des Wiedersehens.

Ganz anders jetzt im Winter. Wir haben wenig Lust bürd) Felder und Fluren zu streifen. Höchstens, daß wir am Dorfteich oder auch bei der Mühle am Bache stehenbleiben und uns der früheren Winter erinnern, in denen wir, die Schlittschuhe an den Füßen über das glatte Eis fegten oder vom Ber- aesabhang herab mit dem hölzernen Schlitten sau­sten. . . . m ..

Aber all das ist es nicht, warum wir die Reise jetzt im Winter in die Heimat empfehlen. Weder die Landschaft, noch der Eislauf laden uns em, sondern die Menschen. Deine früheren Jugend- qenossen, deine Spielkameraden, Nachbarn und Bekannten, die sollst du in dieser Zeit aufsuchen. Jetzt im Winter haben unsere alten Bekannten Zeit. Jetzt sind wir willkommene Gäste. Alle freuen sich auf einige Plauderstunden, denn die Abende sind

Gaugruppe der Zuugjuristeu im BUGOI.

Wichtige Mitteilung.

Die ausgegebenen Fragebogen, die die wirtschaft­liche Not der Referendare betreffen, find, soweit noch nicht geschehen, über die zuständigen Obmänner an mid) weiterzuleiten, damit sie rechtzeitig nach Berlin weitergehen können.

Heil Hitler!

Gez.: Denzer, Gaugruppenleiter.

Ausstellung von WHW -Schülerarbeiten in Hessen.

Das Bild der Mutter. .

Von Dans Heinrich Ehrler

An meine früh gestorbene Mutter zu denken, ist mein Leben lang keine süßliche Gefühlslabe ge­wesen, sondern eine Ergreifung und Erschütterung der Seele. Mit zunehmendem Alter mächtiger, gleichnishafter, mein Dasein unter die Augen der toten Frau stellend, welche mich aus sich in die Welt gegeben hat. .

Sie war auf dem herrlich erhabenen, umzinkten, blauen Turm in Wimpfen, über dem Neckartal, dem Turmwächter, Stadtrat und Stadtmustkus Heuerling geboren und hatte das Zeichen ihrer Her- abkunft mit ins Taubertal ins Haus meines Vaters genommen, des Wachsziehers, der aus dem Jagst- tal des Götz von Berlichingen, aus einem 450jah- rigen Bauerngefchlecht gekommen war, in die ein­stige Deutschordensresidenz Bad Mergentheim. Länd­lich gemalter Hausrat und polierte Biedermeier- möbel samt je dazu gehörigem Wandschmuck füllten in seltsamer Mischung und Abwechslung die Stuben.

Gretchen wurde meine Mutter genannt und ist nur in der ersten Dämmerung meines Lebens noch dagewesen, zart, reinlich, fromm und gut, em Geisteswesen, das still strahlte. Lang krank und von der Schwäche in den Stuhl, gesetzt, machte sie viel- berounberte Handarbeiten mit ihren Händen, die so schlank wurden, daß der Ehering am Zeigefinger stak. Auf der Brust, über der dunklen Tuchjacke, hing immer ein kleines goldenes Kreuz. Sie ging auch im Haus an einem mit Elfenbeinkrücke ver­sehenen Stock. .

Ich war wenig über vier Jahre alt bet ihrem Hingang. Aber ich sitze noch neben ihr im Sofa und höre die Geschichte von den sieben Geißlern. Das ist ein großes, unausdenkbares Ding, nach 57 Jahren noch etwas hören, wirklich hören aus einem gewesenen und verwesten Mund. Und ich sehe den gläsernen Sarg auf dem Berg stehen und das tote Schneewittchen darin liegen, uno immer einen der sieben Zwerge als Wache dabei. Und die Tiere kamen auch und beweinten Schneewittchen, erst eine Eule, dann ein Rabe, zuletzt em Täub­chen ... Durchsichtig sehe ich es in einer Luft, welche sonst nicht ist in der Welt der Dinge von der son­derbar doch alles seinen Schein entlehnt. Die Stelle . in den Brüdern Grimm ist abgegriffen. So oft las

sportabzeichen dem Reichsreferenten gemeldet wer­den können. Verspätet eintreffende Meldungen er­fahren keine Berücksichtigung mehr. Meldungen bis zum obengenannten Termin an W Mohr, Gie­ßen, Wilsonstraße 8

2. Die Zusammenkunft der Geländesportarbeits­gemeinschaft findet nicht am 26. Januar, sondern am 2. Februar statt.

Deutsche Arbeitsfront.

Berufshauptgruppen.

Hörner, die übrigens ausgezeichnet bliesen, mußten sich vor einem zu grellen Forte hüten. Da war der unendliche Jubel sowohl nach den einzelnen Wer­ken, zumal aber am Schluß des Konzertes selbst­verständlich. Or. H.

stellung zusammengestellt, die von Kreis zu Kreis durch ganz Hessen gehen wird. In einem Runderlaß der Ministerialabteilung für das Bildungswesen wird dazu gesagt: Die Ausstellung ist bei den dem­nächst anzuberaumenden Kreislehrerkonferenzen, die im Rahmen des NSLB. abgehalten werden, den Schulklassen, Eltern, Behörden und Parteigllede- rungen zugänglich zu machen. Die Kosten trägt die Kreiskasse des NSLB. Die Stadt- bzw. Kreisschul- ämter wollen in Zusammenarbeit mit den Kreis- obleuten des NSLB. und unter Hinzuziehung der Zeichenlehrer für die Ausgestaltung der Ausstellung Sorge tragen. Benachbarte Kreise können sich zu- sammenschließen. Ein Vertreter der Ministerialabtei­lung hält einen einleitenden Vortrag. Es sind be­reits festgelegt die Ausstellungen für Darmstadt von Mittwoch, 23. Januar, bis Sonntag, 27. Ja­nuar, für Groß-Gerau von Mittwoch, 30. Januar, bis Sonntag, 3 Februar, für Bensheim und Hep­penheim von Mittwoch, 6. Februar, bis Sonntag, 10. Februar.

Rechnungsrat Schiffnie 80 Jahre alt.

Am morgigen Donnerstag, 24. Januar, kann der langjährige frühere Bürodirektor des Kreisamts Gießen, Rechnungsrat Eduard Schiffnie, Kaifer- allee 3 wohnhaft, in Frische und Gesundheit seinen 80. Geburtstag begehen. Der Jubilar hat sich in den langen Jahren seines Wirkens am Kreisamt um die Allgemeinheit von Stadt und Kreis Gießen in hohem Maße verdient gemacht. Seine Vorge­setzten und Mitarbeiter brachten ihm wegen seiner beruflichen Tüchtigkeit und seiner vortrefflichen menschlichen Eigenschaften allezeit größte Wert­schätzung entgegen. Darüber hinaus kann sich Der alte Herr von jeher auch in weiten Bevolkerungs- kreisen in Stadt und Land warmer Sympathie er­freuen. Neben feinem beruflichen Wirken kam die Arbeitskraft und Schaffensfreude des Jubilars ins­besondere dem Kriegervereinswesen und der ehren­amtlichen Mitarbeit in der sozialen Fürsorge viele Jahre lang zugute. Rechnungsrat Schiffnie gehört seit etwa 30 Jahren dem Kriegerverein Gießen an. Seit dem Jahre 1908 ist er in der Führerschaft des Vereins tätig gewesen. Schon vor dem Kriege wirkte er als zweiter Vereinsführer. Während des Krieges, als Landgerichtsrat Trümpert, der Führer des Vereins, im Heere stand, führte er me Vereinsgeschäfte. Seit zwei Jahren ..''y)3 nungsrat Schiffnie Ehrenmitglied in der Fsihrer- chaft des Vereins. Ferner ist er eifriges Mitglied des Vereins ehemaliger Leibgardisten. Weiterhin hat die Evangelische Kirche seit vielen Jahren in Herrn Schiffnie immer einen vorbildlichen Be­rater und kirchentreuen Mitarbeiter für die Auf­wärtsentwicklung unserer evangelischen Kirche.

Zelle des Bienenstandes, von einem Lehnstuhl aus, sah man durch ein aufklappbares Fensterlein zu dem Grab empor. Da drinnen saß der Vater viel und sah Jahr um Jahr dem wachsenden Baum zu. Dann begruben wir ihn darunter, wie man wohl auch mich, den Sohn, dort ein- und heimbetten wird. Unter dem Mutterbaum.

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Daß man eine Mutter hatte, ein Geschöpf Gottes, welches uns neun Monate in feinem Leib bewahrte und von feinen Säften nährte und wachsen ließ, das ist eine unsagbar verehrungswürdige Mitgift. Wir find dadurch dem Geheimnis des Lebens und der Gemeinschaft der Menschen verändert. Das Ge­heimnis wäre sonst unheimlich.

Die Mütter geben uns in die Heimat, ins Vater­land. Schon in den Schoß hinein sprechen sie zu UNS noch Eingeschlossenen die Laute der Mutter­sprache. Darum ist diese das Erbwunder des Geistes der Nation. Nachher, als Geborene, außen Hörende, haben wir nur noch dazu hinzugehört.

Wir glauben, weil es Mütter gibt. Denn, weil Mütter sind, ist Liebe in der Welt. Durch sie hin­durch fließt die unversiegbare aus dem Quell der Liebe.

Das Gasthaus zum Grauen ßfet.

In einer Stadt in Polen waren zwei Gasthöfe. Der eine hieß derGraue Esel", der andere die Goldene Henne". DerGraue Esel" war der be­rühmteste. In ihm kehrten alle vornehmen Herr­schaften ein; und was auch der Gastwirt in der Goldenen Henne" tun mochte, seine Gäste zu be­friedigen, immer nahm ihm der Wirt imGrauen Esel" die besten Kunden weg. Der General Su­wa r o w kam einst mit großem Gefolge in dis Stadt, und wohnte mehrere Tage lang imGrauen Esel". Statt eine Zeche zu machen, bat sich der Eselswirt die Gnade aus, seinen splendiden Gasthof künftigZum General Suwarow" nennen zu dür­fen. Die Gnade ward ihm gewährt, und der graue Esel machte dem General Suwarow Platz. Was tat nun der Henne-Wirt? Er ließ sid) einen grauen Esel machen, zog seine Henne ein, welche ihm nur wenig goldene Eier gelegt hatte, und hing das Ese­lein mit der Umschrift auf: Zum grauen Esel. Weit und breit war der graue Esel als der beste Gasthof der Stadt bekannt. Alles zog jetzt in den neuen grauen Esel, und der General Suwarow stand so verlassen Da, wie einst auf seinem Zuae in der Schweiz gegen die Franzosen. Aber der Wirt wollte seinen General und sich selbst nicht fallen lassen. Er machte unter das Schild nod) eine Anmerkung!

, ..Dieses ist der eigentliche alte graue Gjeir

°°L^Lhl"kEN besseren SekiUbrief für 3eiaer als Beethovens Violinkon­zert, läßt doch schon die Wahl dieses Werkes den sichersten Schluß auf die Wesensart des So­listen zu. Hermann K r a u s (Frankfurt a. Wt) ist der Musiker, der nach souveräner Beherrschung technischen Schwierigkeiten sich für deren musika­lischen Wertanteil einsetzen kann. Schmiegsam, aus­geglichen ist sein Ton, von eminenter Leuchtkras und kristallener Klarheit in den höchsten tagen; Bogen- und Fingerfertigkeit vermögen dem In­strument das letzte in Selbstverständlichkeit abzu- geroinnen. Da wuchsen die klanglichen Arabesken im Eigenleben heraus, da perlten die Passagen im Eingangssatz. Von warmem Pulsschlag erfühlt war das Larghetto mit seiner schwebenden Kanttlene. prickelnder Humor im Rondo. Die drei Kadenzen

Die am Samstag, 19. Januar, ausgefallene Ver­anstaltung des Reichsbundes Volkstum und Heimat findet nunmehr am Mittwoch, 23. Januar, abends 8.15 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut statt. Es spricht Prof. Rauch überDie alten Fach- roerfbauten Gießens". Unkostenbeitrag 10 Pfennig.! einer ausgewahlten Schau zu einer Wanderaus-^

lang.

In diesen Tagen erfahren wir fast alles, was wir wissen wollen. Der Zauber der Jugendzeit steigt herauf. Wir sind in seinem Bann. Schon nach fun Minuten, nachdem wir uns begrüßt haben, kommt die Frage:Weißt du noch?" Das ist der Schlus­sel für die nun folgenden Erzählungen. Die Kin­der stehen dabei und lauschen. Sie wundern sich, daß ihre sonst so ernst scheinenden Eltern auch ein­mal mühe Buben und Mädels waren. Sie lachen und wollen immer noch mehr hören. Vieles, was die Eltern noch nie in ihrem Leben sagten, erzählt nun der Freund aus der Stadt wenn er so be­ginnt:Weißt du noch, als wir die Aex»fei in Mul­lers Garten strenzten?" Das werden Abende sein, die wir nie vergessen.

Die neue Zeit hat es uns offenbart, was wir schon immer fühlten und unausgesprochen m un­serm Herzen trugen, daß unsere tiefsten und ge­heimsten Sehnsüchte der alten Heimat ^galten.

Der Ilagqenerlaß zum 30. Januar.

(DNB.) Aus Anlaß der zweiten Wiederkehr des Tages der nationalen Erhebung flaggen auf An­ordnung der Reichsregierung am Mittwoch 30. Ja­nuar, die Gebäude des Reiches, der Lander der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie der öffentlichen Schulen. Diese An­ordnung wird hiermit amtlich mit dem Hmzufugen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrich­tigung der Behörden nicht erfolgt.

NS.-Lehrerbund, Gau Hessen-Nassau

Ministerialrat Ringshausen veröffentlicht folgende Mitteilung an die Mitglieder des NS.- Lehrerbundes, Gau Hessen-Nassau:

Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland veranstaltet am 26. Januar und 9. März zwei Sam­meltage für die Winterhilfe des Deutschen Volkes Ich empfehle den Mitgliedern, sich dem VDA. für die Haussammlungstätigkeit zur Verfügung zu stellen. _

NSLB., Kreis Gießen.

Fachschaftkörperliche Erziehung".

1. Bis zum 28. Januar melden alle Turnlehrer und Turnlehrerinnen im NSLB. ihre Personalien, damit sie als Prüfungsberechtigte für das Reichs-

Der platz der SA

Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht über die Umgestaltung von Oswaldsgarten zu einem großen Aufmarsch- und Kundgebungsplatz der Gießener SA. mit der BezeichnungPlatz der SA." bringen wir hier zwei Bilder, die den Platz der SA. nach dem Entwurf des Stadtbau­amtes zeigen.

Das nebenstehende Bild stellt auf der erhöhten Plattform die 18 Meter hohe Säule mit dem 1,60 Meter im Durchmesser großen Hoheitszeichen der SA. als Krönung dar. Dieser Teil der neuen Platz­anlage wird sich, wie gestern berichtet, an der Quer- feite des Platzes der SA. vor dem Grundstück der Feuerwache befinden.

Das untenstehende Bild zeigt die' neue Baumallee an den drei Seiten des Platzes mit der Säule, vor der der Standartenführer bei den Aufmärschen stehen wird, und die beiden großen Fahnenmasten an der gegenüberliegenden Seite parallel der Neu­stadt. Dazu kommen die großen Terrassenstufen für Die Aufstellung Der Zuschauer entlang des Werner- walls, die im Bilde links durch Schraffierung kennt' lich gemacht sind.