Aus aller Welt.
Hausmusik bei den Ministern Or. Krick und Geldte.
Aus Anlaß des „Tages der Hausmusik" hatte der Reichs- und Preußische Innenminister Dr. Frick zu einem musikalischen Abend in seine Wohnung in der Wilhelmstraße geladen. Das Hauskonzert wurde ausgezeichnet durch die Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers. Außerdem waren u. a. erschienen: Reichskriegsminister von Blomberg und Reichsfinanzminister Graf S ch w e r i n-K r o s i g k, vom Diplomatischen Korps: der französische Botschafter Francois-Poncet, der italienische Botschafter A t t o l i c o , der polnische Botschafter L i p s k i und der schweizerische Gesandte D i n i ch e r t. Die Mitglieder der Staatsoper Erna Berger und Kammersänger Marcel Wittrisch sangen Lieder von Schumann, Wolf, Richard Strauß und Mozart. Das Kniestaedt-Quartett spielte das Quartett op. 44 von Schumann. Herzlicher Beifall dankte den Künstlern, die sich nach ihren Darbietungen mit den Gästen zu zwanglosem Beisammensein vereinigten. — Auch Reichsarbeitsminister Seldte veranstaltete emen Musikabend. Das Steiner-Quartett spielte Werke von Schubert und Mozart, und die Pianistin Gertrud D i r r i g l trug Werke von Beethoven und Haydn vor. Ferner gelangte eine viersätziae Hausmusik-Suite von Hermann Blum, dem Musikbeauftragten des Reichsarbeitsministers, zur Urauführung.
Das Drama auf Galapagos. Ein rätselhafter Ekelettfund.
Der Forschungsreisende Dr. von Hagen, der an Bord des Dampfers „Santa Margarita" in Neu- york angekommen ist, hat, wie er berichtet, auf der zu der Galapagosgruppe gehörenden Insel Santa Cruz (Jndefatigable) ein männliches Skelett gefunden. Das gut erhaltene Skelett lag in der Tortugabucht in der Nähe des Strandes, und man nimmt an, daß es sich um die Ueberreste des auf rätselhafte Weise verschwundenen Robert P Hili p s o n, eines Gefährten der verschollenen Baronin Wagner handelt.
Eingeborene der benachbarten Chatham-Insel behaupten, daß Philipson entweder ermordet wurde, wobei man leine Leiche in die Tortugabucht warf, oder man ihn in einem kleinen Boot ausgesetzt und dem Meere preisgegeben habe. Für die zweite Möglichkeit würde die Tatsache sprechen, daß der Fundort des Skeletts in der direkten Strömungsrichtung von der Charles-Insel liegt, auf der die Baronin und ihre Begleiter seinerzeit das verhängnisvolle Südseeparadies gründeten.
Der rasche Verfall der Leiche ist durch die Anwesenheit von Millionen von Vögeln und von Fliegen zu erklären, die sich von den Abfällen des auf der Inselgruppe betriebenen Schildkrötenfangs nähren. Eine andere Vermutung geht dahin, daß das aufgefundene Skelett von dem verschollenen deutschen Naturforscher Camillo Ihle aus Dresden stamme. Er besuchte die Galapagos-Inseln im Dezember 1931 und kehrte von einer Bergbesteigung nicht mehr zurück.
Erdbeben tn hawal.
Die Hawai-Inseln wurden von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, dem eine riesige Flutwelle folgte. Der am Strand angerichtete Schaden
ist sehr beträchtlich. Zahlreiche Fischerboote und Jachten wurden an das Ufer geworfen, ferner Eisenbahngleise aufgerissen. Der Leiter der Erdbebenwarte hatte die Flutwelle vorausgesagt; er kündigte außerdem bevorstehende schwere Ausbrüche der Vulkane Kilaue und Mannaloa an, deren regelmäßig eintretende kleine Ausbrüche bereits seit Wochen überfällig sind.
Schwere Stürme an der nordportugiesischen Küste.
An der nordportugiesischen Küste wüten schwere Stürme und Regengüsse. Weite Gebiete sind überschwemmt. In den reißenden Flüssen treiben entwurzelte Bäume usw. Fast alle Brücken sind zerstört. In Oporto stürzte ein Haus ein. Im Hafen ereigneten sich einige Schiffszusammenstöße ohne ernsthafte Folgen. Ein- und Ausfahrt von Schiffen ist völlig unmöglich. In der Nähe von Aveiro wurde ein Militärflugzeug, das im Begriff war, aufs Wasser niederzugehen, vom Sturm erfaßt. Es versank -sofort. Der Führer wurde gerettet, aber er starb bald darauf.
Der Kampf um den Südpol.
Der amerikanische Flieger Ellsworth stieg von der Dundes-Jnsel im Südpolargebiet zu einer neuen Polüberfliegung auf. Nach 10'/2stün- digem Flug mußte er jedoch sein Unternehmen a b- brechen, da ihm außerordentlich starke Seitenwinde sehr weit von seinem Kurs abgetrieben hatten. Ellsworth legte mit seinem Flugzeug „Polarstern" ein Drittel der Entfernung bis zum Roß- Meer zurück. Er entdeckte dabei jenseits der Ste- fansson-Meerenge südlich von Kap Eielson eine in nordwest-südöstlicher Richtung verlaufende Bergkette, deren Höhe er auf 700 bis 1100 Fuß schätzt. Es scheint sich demnach die Annahme, daß das Südpolgebiet von einem großen zusammenhängenden Fe st land eingenommen werde, zu bestätigen.
Tödliche Vergiftungen durch Backpulver in San Franzisko.
Die Polizei in San Franzisko untersucht 2 0 Vergiftungsfälle, die sich innerhalb der letzten zwei Wochen nach dem Genuß eines Backpulvers ereignet haben. Drei Todesfälle und 13 Erkrankungen konnten bisher einwandfrei auf diese Ursache zurückgeführt werden. Es handelt sich um ein Backpulver, das zu Schleuderpreisen abgesetzt wurde. Die Polizei verhaftete zwei jüdische Verkäufer und erließ eine allgemeine Warnung an die Hausfrauen.
Tausend Mark für einen Lebensretter.
Eine 17jährige Kölnerin, die im September in Dorfprozelten am Main zur Erholung weilte, fiel bei einem Spaziergang in den Main. Das Mädchen wäre zweifellos ertrunken, wenn nicht der zufällig in der Nähe weilende Schiffer Markus Fuchs herbeigeeilt und sie unter Einsatz seines Lebens gerettet hätte. Die Eltern des Mädchens ließen dieser Tage dem Lebensretter ihres einzigen Kindes den Betrag von 1000 Mark als Belohnung zugehen.
vier Kinder ertrunken.
Im Ueberfchwemmungsgebiet der Dendee ereignete sich ein schweres Unglück, das vier Todesopfer forderte. Ein Bauer aus der Nähe von Fontenay-le-Comte wollte mit seiner Frau und seinen vier Kindern im Alter von 11 bis 22 Jahren mit einem Boot sein vom Hochwasser eingeschlosse
nes Haus verlassen unö sich zu höher gelegenen Nachbarn begeben. Aus bisher unbekannter Ursache schlug das kleine Boot plötzlich um und die sechs- köpfige Familie versank mit ihrem Hab und Gut in den Fluten. Der Bauer selbst konnte sich über Wasser halten, und es gelang ihm auch, seine Frau auf eine seichtere Stelle zu retten. Seine vier Kinder jedoch ertranken.
Lederfabrik bei Köln niedergebrannl.
Die Lederfabrik Stark & Büdermann in Rösrath bei Köln wurde durch ein Groß feuer völlig vernichtet. Das Feuer entstand in einer Entlüftungsanlage. Es fand an den umfangreichen, leicht brennbaren Ledervorräten und Deien so reiche Nahrung, daß es in wenigen Minuten einen riesigen Umfang annahm. Zahlreiche Feuerwehren bekämpften den Brand. Glücklicherweise kamen Menschenleben nicht zu Schaden. Eine Stunde lang raste das Feuer, dann war von der schönen Fabrik nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übrig. Lediglich ein Kesselhaus blieb unversehrt. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt.
Ueberschwemmungen in England.
Weite Teile Mittel- ^md Südenglands leiden unter den Ueberschwemmungen, die durch die außergewöhnlich starken Regenfälle verursacht worden sind. Bei Windsor hat die Themse einen Teil des Schloßparkes und die berühmten Spielfelder von Eton überflutet. In London selbst ist man über das Ansteigen der Themse beunruhigt. In Roberts- bridge bei Hastings sind viele Schafe in den Fluten ertrunken. Die Bewohner mußten sich in die oberen Geschosse ihrer Häuser flüchten. In dem bekannten Badeort Bath stehen hundert Häuser unter Wasser. Der Verkehr wird mit Ruderbooten durchgeführt. Auch in vielen anderen Orten stehen die Straßen teilweise 50 Zentimeter bis 1,50 Meter unter Wasser.
Kleine politische Nachrichten.
Bis zum Jahresende wird, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, eine größere Zufuhr von Schweinen auf dem Austauschwege ohne Aufwendung von Bardevisen erfolgen, und zwar werden 1 7 0 0 0 0 Schweine den Großviehmärkten geschlachtet zuge- führt werden.
Der Führer und Reichskanzler hat in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen den französischen Botschafter empfangen. Die Unterhaltung, die die allgemeine politische Lage zum Gegenstand hatte, war von einem freundlichen Geist getragen und bot Gelegenheit, den guten Willen beider Regierungen festzustellen.
Der Führer und Reichskanzler empfing im Hause des Reichspräsidenten den neuernannten Königlich Siamesischen Gesandten Phya Rajawangsan zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Daran schloß sich der Empfang des neuernannten Königlich A f - ghanischen Gesandten Allah Nawaz Khan, der ebenfalls sein Beglaubigungsschreiben überreichte. An dem Empfang nahmen ferner teil Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath und die Herren der Umgebung des Führers.
Der Führer und Reichskanzler hat dem Generalmajor a. D. Graf von der Schulen
burg zum 70. Geburtstag telegraphisch herzlichst« Glückwünsche übermittelt.
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Die deutsch-lettländischen Wirtschafts» Verhandlungen sind zu einem vorläufigen Ab» schluß gelangt. Die beiden Abordnungen haben sich grundsätzliche über den Inhalt des abzuschließenden Abkommens geeinigt. Der Leiter der deutschen Ab» ordnung, Botschaftsrat Dr. Hemmen, ist wieder nach Berlin abgereist, während sich die Übrigen Ab» ordnungsmitglieder zu wirtschaftlichen Verhandlungen nach Reval begeben haben.
Die italienische Regierung hat die Ein» ladung Englands zu der bevorstehenden Flottenkonferenz in London angenommen. Damit
Die Tlo\- und Vrolgemeinschafl des deutschen Volkes überwindet im Winlerhilfswerk alle Hindernisse!
werden sämtliche Unterzeichnerstaaten des Londoner und Washingtoner Flottenvertrages auf der Konferenz vertreten fein. Die italienischen Vertreter werden voraussichtlich Konteradmiral Rainer! B i s c i a und Kapitän M a r g o t t i n i sein.
Wetterbericht
des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Wirbeltätigkeit hat ihren Schwerpunkt von Südwesteuropa ins Mittelmeergebiet verlagert. Dadurch wird das Vordringen feuchter Luftmassen über den Balkan nach Deutschland begünstigt. Eins wesentliche Aenderung des bestehenden Witterungs» charakters ist damit nicht zu erwarten. Doch wird sich voraussichtlich die Niederschlagsneigung wieder verstärken.
Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig oder nebelig und meist bewölkt, zeitweiliger Niederschlag (im Gebirge teilweste Schnee), bei überwiegend östlichen Winden Temperaturen wenig verändert.
Aussichten für Sonntag: Fortdauer der überwiegend unfreundlichen und für die Jahreszeit zu kalten Witterung, zeitweilige Niederschläge.
Lufttemperaturen am 21. November: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 22. November: morgens 2 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. November: abends 4,3 Grad; am 22. November: morgens 3,4 Grad Celsius. — Niederschlag 2,5 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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