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Nudolf Hartmann das feinstgeschliffene En- semble ganz im Geiste der Musik Deren prickelnde Schalkhaftigkeit und warm strömende Innerlichkeit fand in Krauß einen Dirigenten, der die drama- ttsche Spannung bis zum äußersten treibt, ohne dem empfindlichen Filigranwerk der Partitur Ge­walt anzutun. Auf der Bühne setzte er ausnahms­los die Sängerschar ein, die ihm von Wien nach Berlin gefolgt ist: Diorica U r f u l e a c (vormals an der Frankfurter Oper) und Gertrud 9t ü n g er als die Schwestern, Karl Hammes für einen Liebbaber, Adele Kern als Kammermädchen und Josef von Manowarda für den Drahtzieher Alfonso: eine ideale Mozartgemeinschaft unter der Führung der unübertrefflichen Ursuleac. Nur für den anderen Liebhaber muhte zunächst Julius P a tz a k (an Stelle Völkers) aus München ein­springen: ein trefflicher Stilkünstler mit etwas har­tem Stimmaterial. Es wurde ein rauschender Erfolg.

*

In beträchtlichem Abstand zu diesen Leistungen von Weltrang bewegen sich die qualitativen Mög­lichkeiten der neugegründeten Volksoper im Theater des Westens. Sie soll der Gattung Oper völlig neue Besucherschichten werben. Das Hauptgewicht liegt hier auf dem Spielplan, das Ziel in guten Durchschnittsleistungen.Fidelio", Freischütz^ undTosca^ folgten kurz aufeinander und zeigten die Arbeitsrichtung. Das Orchester ist für den Anfang recht befriedigend, die Regie (Mar H o f m ü l l e r und Kammersänger Carl Braun) sehr sachverständig, und der Bühnenbildner Paul Haferung weiß, daß die szenische Illusion ein wich­tiges Werbemittel für neue Besucher ist. Intendant Erich Orthmann bewies als Dirigent desFi­delio" seine musikalische Autorität: mit der Wahl dieses Werkes hatte er grundsätzlich recht, griff aber über die Leistungsfähigkeit seiner Sänger hin­aus. Als geglückt waren dagegen derFrei­schütz" unter Fritz V o l k m a n n undTose a" unter Hans Udo Müller zu bezeichnen.

Die Deutsche Musikbühne, die als Reichs­wanderoper der NS.-Kulturgemeinde jetzt ihre Fahrt durch opernlose Städte im Reich antritt, hat ähnliche Aufgaben wie die Dolksoper in Berlin und arbeitet finanziell unter keineswegs günstigeren, szenisch aber weit beschränkteren Verhältnissen. Um so bewunderungswürdiger sind chre diesjährigen Leistungen, die sie im Charlottenburger Schiller- theater zeigte. Neben leichteren Werken, wie der Fledermaus", SuppäsSchöner Galathee" und PuccinisGianni Schichi", die überaus spritzig her- auskamen, stehen schwierige, ja ehrgeizige Unter­nehmungen: Die zu Unrecht vernachlässigte Lust­spieloperDer Widerspenstigen Zäh- m u n a" von Hermann Goetz wird musikalisch elastisch und darstellerisch temperamentvoll vorge- stellt: mit WagnersWalküre" hat man einen Schritt in problematische Bezirke gewagt. Ein Or­chester von achtunddreißig Mann kann das sympho­nische Gewebe natürlich nicht werkgerecht heraus-

bringen. Aber mit seltsam kammermusikalischen Akzenten bietet der ausgezeichnete Dirigent Max H ü s g e n eine diskutable Aufführung. Auffallend gute Stimmen, die sich in den heiteren Werken auch als begabte Bühnentalente erweisen, bilden die solide Grundlage des verdienstvollen Instituts.

Für das eigenständige Konzertleben Berlins bil­dete das erste Philharmonische Konzert den Auftakt. Es zeigt Wilhelm Furtwängler wieder an der Spitzeseines" Orchesters. Das be­deutet äußerlich ausoerkaufte Säle und einzigartige Feststimmung, innerlich ein Musizieren von wert- setzendem Höhenflug. Musikpolitisch war sein Pro­gramm ein Vorbild. Der vollendeten Wiedergabe klassischer Musik ging die Uraufführung eines wert- vollen Werkes heutiger Prägung voraus. Max TrappsKonzert für Orchester op. 32" war ein Volltreffer. Frei von experimentellen Spielereien strebt der formsichere Komponist nach einer neuen Klassizität. Der ewigen Romantik deutschen We­sens ist das dreisätzige Konzert durch keusche Inner- lichkeit verbunden. Die Kraftgestalt eines leiden­schaftlichen Kämpfers erscheint im reißenden Schwung des Bewegungsablaufs. Die Klangge­staltung durch die herrlichen Philharmoniker er­brachte eine geschliffene Einheit von überwältigen­der Ausdrucksstarke.

Die Sonderkonzerte des Philharmonischen Or­chesters führen eine Reihe namhafter deutscher Di­rigenten nach Berlin. Leopold Reichwein (Bo­chum) erwies sich am ersten seiner vier Abende als ruhiger, überlegener Stabführer ohne Pose. Bei SchubertsUnvollendeter" milderte er die her­ben, tragischen Akzente zugunsten der Sangseligkeit des Werkes, und Bruckners erste Symphonie, eine köstliche ungebundene, noch ganz unbayreuthi- sche Schöpfung, gestaltete er aus innerster Ver­trautheit mit der Musik. Aline Sanden bemühte sich nach Kräften um Orchesterlieder des Deutsch­amerikaners C. Flick-Steger es blieben Ge­bilde einer naiv illustrierenden, ziemlich gestaltlosen Romantik.

Der Hamburger Generalmusikdirektor Eugen I o - ch u m widmete das erste seiner vier Konzerte mit den Philharmonikern vor allem Brahms. An der Zweiten Symphonie und dem Klavierkonzert op. 15 (Winfried Wolf) zeigte sich der junge Dirigent wesentlich gereifter als früher. Sein leidenschaft­licher Ernst und die überlegene Orchesterführung drangen tief in die Struktur der Werke ein. Die letzte Verschmelzung mit der brahmsischen Geistes­welt steht noch aus. Ein guter Anwalt war Jochum für die symphonischen Variationen op. 25.Musik mit Mozart", in denen Philipp Ja mach eine eigene, exklusive Symphonie auf einem Mozart- therna aufbaut. Die Bindung der geistvollen Mu­sik an fremde Substanz läßt aber die Eigenart Iarnachs weniger zur Entfaltung kommen als in mancher feiner reiferen Schöpfungen.

Johannes Jacobi.

Wirtschaft.

* Diskontherabsetzung der Bank von Danzig. Mit Wirkung ab gestern hat die Bank von Danzig ihren Diskontsatz von 6 auf 5 v. H. und ihren Lombardsatz von 7 auf 6 v. H. herab­gesetzt.

* Die Niederländische Bank setzt ihren Diskontsatz herab.. Die Niederlän­dische Bank hat beschlossen, ihren Diskontsatz weiter um 0,5 v. H. von 5 v. H. auf 4,5 v. H. herabzu- setzen, nachdem bereits am 16. d. M. eine Ermäßi­gung um 1 v. H. erfolgt war.

Mein-Mainische Börse.

Mittagsbörse: Still, aber fest.

Frankfurt a. M., 21. Okt. Zum Wochenbe- Sinn zeigte die Börse eine weiter feste Tendenz, och vermochte sich das Geschäft nicht zu beleben. Trotz der Entspannung in der Außenpolitik ver­hielt man sich in dieser Hinsicht abwartend, während für die feste Haltung die weiterhin günstigen Nach­richten aus der deutschen Industrie maßgebend waren.

Am Aktienmarkt überwogen bei überaus kleinen Umsätzen Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Fest lagen Bemberg mit 106 bis 106,50 (104), wobei die Erzeugnissteigerung der deutschen Kunstseidenindustrie um 42 v. H. anregte. AKU. lagen mit 57 (56,75) ruhig. Merklich höher lagen ferner Metallgesellschaft mit ca. 107 (104). Von chemischen Werten stiegen IG. Farben auf 149,50 dis 149,75 (149), dagegen gaben Scheide­anstalt 1 v. H. ab. Elektroaktien lagen sehr ruhig und nicht ganz behauptet, fest jedoch Felten mit plus 1,40 v. H. Montanpapiere zogen zumeist von 0,25 bis 0,75 v. H. an, nur Harpener bröckelten leicht ab. Westdeutsche Kaufhof blieben trotz des

Verwaltungs-Dementis gegenüber den letzttägigen Gerüchten mit 25,40 (25,75) behauptet. Im einzel­nen eröffneten u. a. AG. für Verkehr 0,90 v. H., Daimler 0,50 o. H., Nordd. Lloyd 0,25 v. H. und Reichsbank zunächst 0,13 v. H., später weitere 0,65 o. H. höher, etwas niedriger lagen Deutsche Lino­leum. Nach den ersten Notierungen hielt die Ge­schäftsstille bei allerdings fester Grundtendenz an.

Der Rentenmarkt lag ebenfalls fest, aber ruhig. Etwas Anregung bot die leichte Geldmarkt­lage. Altbefitz zogen auf 112,70 (112,50) an, späte Schuldbuckforderungen (96,65), Zinsvergütungs­scheine (90,45) und Kommunal-Umschuldung lagen behauptet.

Bei nach wie vor kleinsten Umsätzen zeigten die Aktienkurse auch in der zweiten Börsenstunde meist weiter leichte Befestigungen. Bemberg stiegen auf 107,50, gewannen also insgesamt 3,50 v. H. Fest lagen außerdem Muag mit 71,50 (70,25) und Deut­scher Eisenhandel mit 104,75 (103,25). Dagegen schwächten sich Scheideanstalt weiter ab auf 235,50 (237).

Arn Rentenmarkt waren späte Schuldbuchforde­rungen zu 96,75 bis 96,90 nach 96,65 gefragt, fer­ner erhöhten sich Wiederaufbauzuschläge auf 66,25 (65,75). Sehr fest lagen zertif. Gulden-Obligationen mit plus 1 bis 2 v. H., so u. a. Pounganleihe 81, Eschweiler 83, Phönix 81, außerdem zogen 6proz. Dollar-Preußen auf 58,50 (57,75) an. Goldpfand­briefe und Stadtanleihen lagen meist unverändert, Liquidc^tionspfandbriefe erhöhten sich teilweise bis 0,25 v. H.: fest notierten Pfälz. Hyp. Liquid.-Anteils­scheine mit 9,10 (8,95). Auslandanleihen lagen still, cskas höher Rumänen und Anatolier.

Abendbörse freundlich.

Die Abendbörse nahm wohl auf allen Gebieten einen sehr ruhigen Verlauf, trotzdem blieb die

Grundtendenz fest. Die Kurse vermochten sich in den meisten Fällen auf dem erhöhten Stand der Berliner Mittagsschlußbörse voll zu behaupten. Von Kunstseideaktien zogen Aku auf 57 bis 57,25 (56,75) an, dagegen liehen Bemberg etwas nach auf 107,25 (107,75). Soweit sich im übrigen Abwei­chungen ergaben, betrugen sie nur Bruchteile v. H. Am Rentenmarkt hielt die feste Tendenz ebenfalls an. Höher waren erneut späte Reichsschuldbuchfor­derungen mit 97 (96,90), Zinsvergütungsscheine mit 90,50 (90,40), auch Kommunal-Umschuldung wurden 5 Pfennig über Berliner Notiz bezahlt. Altbesitz lagen dagegen ruhig und mit 112,50 unverändert.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 21. Okt. Der Getreidegroß­markt lag weiter still. Brotgetreide wird von den Mühlen kaum ausgenommen. Futtergetreide ist weiter gesucht, doch war nur Hafer in sehr kleinen Mengen zu haben, während Futtergerste weiterhin fehlt. Am Futtermittelmarkt erfolgten die' Oktober- Zuteilungen in ölhaltigen Artikeln, ferner waren Trockenschnitzel in kleinem Umfange angeboten. Kleie bleibt sehr gesucht, steht aber nicht zur freien Verfügung. Der Mehlmarkt verzeichnet weiterhin laufendes Bedarfsaeschäft. Roqgenmehr Type 815 und Weizenbrotmehle I bis III werden bevorzugt. Don Rauhfutter zog Heu auf 8 (7,50 bis 8) an.

Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R 12 164r R 15 167, R18 171, R19 175, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 210; Weizenmehl W13 27,85, W 16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Rog­genmehl R 12 22,65, R15 23, R18 23,45, R19 23,70 plus 50 Pf. Frachtausgleich: Weizennachmehl

17,10 bis 17,25; Weizenfuttermehl 13,50; Weizen» tleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11, W 20 11,101 Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40 R iS 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation: Soya, schrot m. M. 16,20; Palmkuchen m. M. 16,80; Erd­nußkuchen m. M. 18,30; Heu 8, Weizen- und Rog- genstroh drahtgepreßt 3,20 bis 3,40, do. gebündelt 2,60 bis 2,80.

Kartoffeln: gelbsleischige hiesiger Gegend 2,85 bis 2,90, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz ruhig.

Frankfurter Schlacktviebmarkt.

Frankfurt a. M., 21. Okt. Auftrieb: Rinder 993 (gegen 716 am letzten Montagsmarkt), darunter 222 Ochsen, 101 Bullen, 475 Kühe, 195 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Bulle. Kälber 356 (261), Schafe 88 (78), Schweine 788 (280). Notiert wur­den pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 14. Oktober 1935 42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 38 bis 41 (37 bis 41). Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 38 bis 42 (40 bis 42). Kühe a) 42 (42), b) 39 bis 42 (41 bis 42), c) 33 bis 38 (34 bis 40), d) 26 bis 32 (25 bis 33). Färsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (41 bis 42), d) 37 bis 41 (39 bis 40). Kälber a) 70 bis 75 (70 bis 72), b) 61 bis 68 (63 bis 69), c) 56. bis 60 (56 bis 62), d) 50 bis 55 (48 bis 55). Lämmer und Hämmel b2) 46 (45), c) 45 (43 dis 44), d) 42 bis 44 (40 bis 42). Schafe nicht notiert. Schweins a2) 57 (54), b) 55 (54), c) 53 (54), d) 51 (54), e) 51 (50), Sauen gl) 57 (). Marktverlauf: Rin- der rege, ausverkauft (4 Kühe Ueberstand). Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe leb­haft, ausoerkauft. Schweine wurden zugeteilt.

Bezirkssparkasse Laubach.

Laub ach, 20. Okt. Am Samstagvormittag hatte die Bezirkssparkasse Laubach zu ihrer 102. ordentlichen Hauptversammluna in den Saal desSchützenhofes" eingeladen. Nachdem der stellvertretercke Direktor der Kaffe, Bürgermeister H ö g y, den Vertreter der Aufsichtsbehörde, Regie- rungs-Assessor Denker vom Kreisamt Schotten, sowie den Vorsitzenden des Sparkassen- und Giro­verbandes, Oberbürgermeister i. R. Rahn (Darm­stadt), und die Vertreter der Garantiegemeinden begrüßt hatte, wurde zur Tagesordnung überge­gangen. Bürgermeister Högy gab zunächst die an der Kasse im abgelaufenen Geschäftsjahre erfolgten Personalveränderungen bekannt. An Stelle des langjährigen Direktors Oberamtsrichter i. R. Zim­mermann wurde Sparkassenrechner Linden- mayer zum Direktor und für den ausgeschiedenen Kontrolleur Pitz der Kassengehilfe Roll zum Kontrolleur bestimmt. Mit der Führung der Rech­nergeschäfte wurde Kassenbeamter Naumann beauftragt. Den ausgeschiedenen Beamten wurde von dem stellvertretenden Direktor besonderer Dank für ihre treue und gewissenhafte Tätigkeit an der Sparkasse ausgesprochen.

Die Entwicklung der Bezirkssparkasse Laubach war, wie aus dem vorgetragenen Geschäftsbe- richt zu ersehen ist, im letzten Geschäftsjahr be­sonders günstig. Die Zunahme der Sparein­lagen hat auch im Jahre 1934 weiter angehalten. Der Einlagebestand ist gegenüber dem Jahre 1933 einschließlich der übernommenen Aufwertungsspar­einlagen und gutgeschriebenen Zinsen um 225 000 Mark gestiegen. Innerhalb des Sparkassenbezirkes entfallen auf den Kops der Bevölkerung an Ein­lagen 221 Mark. Somit kommt auf jeden drit­ten Einwohner unseres Bezirkes (im Vorjahre noch auf je vier) ein Sparbuchder Kaffe. Damit ist die achte Stelle der gesamten 36 hessischen Sparkassen erreicht. Diese Zahlen be­weisen den Sparsinn und vor allem das Vertrauen der hiesigen Bevölkerung. Die Kosse war im ver­gangenen Jahre in der Lage, 55 000 Mark Land­wirten, Handwerkern und Privaten als Darlehen zur Verfügung zu stellen, und sie hat auch hiermit ihren Beitrag zur Belebung der Wirtschaft gegeben, da diese Kredite durchweg zur Arbeitsbeschaffung Verwendung sanden. Die vvrgefchriebenen Liquidi­tätsvorschriften wurden von dem Kreditinstitut er­füllt. Die Sollzinsen wurden im Rechnungsjahr 1934 zweimal ermäßigt, so daß der Zinsfuß für Hypotheken und Gemeindedarlehen heute 5 v. H. beträgt. Damit konnte die Kasse dem Wunsche der Reichsregierung, die Sollzinsen soweit als möglich zu senken, voll und ganz gerecht werden. Der ge­samte Geschäftsverkehr stand auch im verflossenen Jahre unter der günstigen Auswirkung der von der Reichsregierung zur Wirtschaftsbelebung ergriffenen Maßnahmen. Der Gesamtumsatz hat sich im letzten Jahre um rund 50 v. H., h. h. um mehr als 2 Millionen Mark gegenüber dem Geschäftsjahr 1933 erhöht. Damit dürfte unsere Kasse als eine der kleinsten in Hessen prozentual wohl die erste Stelle unter den hessischen Sparkassen einnehmen. Die Ge­

samteinnahmen und -ausgaben betrugen je 3T290 273 Mark, die Bilanzsumme 2 008 537 Mark, letztere hat sich somit gegenüber dem Vorjahre um 335198 Mark erhöht. Der Reingewinn, der der Rück­lage zugeführt wird, beträgt trotz der zweimaligen Ermäßigung der Sollzinsen immer noch 3500 Mk. Hiermit ist aufs neue der Beweis erbracht, daß die öffentlichen Sparkassen nicht des Gewinnes wegen, sondern ausschließlich nur für das Allgemeinwohl arbeiten. Auch die Schulsparkassen nahmen eine günstige Entwicklung, die allerdings sehr auf die tatkräftige Mitwirkung der Lehrer angewiesen sind, da deren Einstellung zur Schulsparkasse maß­gebend für den Erfolg ist. Hierbei ist noch zu be­merken, daß gerade die Anregung zum Spargedan­ken in den Schulen für die Dolkserziehung sehr wertvoll ist.

lieber den Zweck des Schulsparens sowie über die Beleihung der Erbhöfe und die Revisionen der Sparkassen sprach dann eingehend Oberbürger­meister i. R. R a h n. Gegen die vorgelegte Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung wurden keine Ein­wendungen gemacht. Die seither gewährten Prä­mien an Dienstboten und Neugeborene sollen auch im laufenden Geschäftsjahre zur Auszahlung kom­men. Zum Schluß sprach der Vertreter des Kreis­amts Schotten, Regierungs-Assessor Denzer, zu dem Geschäftsbericht und bemerkte, daß die Ver­sammlung mit der Entwicklung der Bezirkssparkasse Laubach sehr zufrieden fein könne. Er übermittelte der Kaffenverwaltung sowie den ausgeschiedenen Beamten den Dank der Aufsichtsbehörde, womit er den Wunsch für eine weitere gedeihliche Entwicklung der Kasse verband. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein gemeinsames Mittagessen an.

Gießener Dochenmarktpreise.

Gießen, 22. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (Holländer Kühlhauseier) 11, inländische frische Handelsklasse C 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 12 bis 30 Pf., der Zent­ner 12 bis 30 Mark, Birnen, das Pfund 10 bis 20 Pf., Nüsse 30 bis 45, Zwetschenhonig 40, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 12, Endivien 8 bis 12, Ober­kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 8 bif 12 Pf.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H.

Oatum

6% Deutsche RetchSanleihe t>. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 &Vi% Doung.Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

AuSlos.-Rechten .............

4/t% Deutsche ReichSpostscha-an- Weisungen von 1934, I

«% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............

4K% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12

6yf% ehem. Hess. Landes-Hypo­thekenbank Darmstadt Liout ...

4Yt% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.tSoldschuldverlchr. R.6 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An.

leihe Serie 1 mit AuSios.-Rechten <Vi% ehe m.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 i4% ehem. 4%% Franks. Hyp.-

Bank-Liqu.-Bkandbriese.......

6H% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Aoldpfe. ...

4H% ehem. 8% Pr.Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19

4K% ehem. 7% Pr. Landeöpsand- vriefanst., Gold Komm. Cbl.VI

Eteuergutsch.Berrechnungsk. 35-89

4% Oesterretchische Goldrente....

4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente .......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 <y»% desgl. von 1913 ........

% abges«. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anieihe

Serie 1...................

Frankfurt 0.JJ1.

Berlin

Schluß» hird

Schluß!. Abend- börsr

Schluß­kurs

Schlußt. Mittag- börie

19-10.

21.10

19.10.

21-10.

100,13

100,13

100

97,75

98

97,9

98

102

102

102,13

112,5

112,5

112,65

112,5

100,13

100,25

100,1

100,2

96

96

96,13

96,13

96

100,4

100,4

-

91,25

-

112,13

112,13

112,5

112,4

96,25

96,25

100,4

100,5

-

100,75

100,75

100,75

100,75

97

97

97

97

97

97

97

97

107,3

107,3

107,3

107,3

26,5

26,5

_

26,5

1,25

8,9

9

9,1

9

8,9

8,75

8,75

8,75

8,75

8.75

10,25

10,4

10,5

10,6

9,25

9,5

Frankfurt e. M

Berlin

Schluß- kurs

Schlugt. Abend­börse

Schluß« kurS

Schlußk. Mittag­börse

Datum

19.10.

21.10.

19-10.

21-10

4% vesgl. Serie 11 ...........

_

_

9,75

5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903

5,7

6

5,75

5'85

4V»%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3

8,4

8,4

8,5

8,85

4% Rumänische vereinh. Rente

- .

4,85

4,8

4,85

4,8

2 $4% Anatolier .............

38,25

38.5

38,5

38,75

Hamburg-Amertka-Pake« .....

0

16

16

16,13

16,4

Hamburg-Südam. Dampfschiff.

0

28,25

Norddeutscher Lloyd .........

0

17,75

18

17,9

17,9

A.G. für Verkehrswesen Akt. ..

0

78

78,9

78,75

79,25

Berliner Handelsgesellschaft ...

5

111,5

111

111,4

111,4

Commerz- unv Prioat-Bank ...

0

86,5

87

86,5

87

Deutsche Bank und Dtsconto-

Gesellschaft................

0

87,25

87,25

87,25

87,25

Dresdner Bank..............

0

87,25

87,25

87,25

87,25

ReichSbank ................

12

173,5

174,5

174

174,75

a.e.o......................

0

37,9

37,75

37,65

37,65

Bekula....................

10

142.25

143

142,75

143,13

Elektr. Lteferungsgesellschaft...

5

110

110,65

110

110

Licht und Kraft ........6 Vt

131

131,5

131,25

132

Fetten & Guilleaume.........

0

103

104,75

103,5

104,75

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung

5

124

123,5

124

123,75

Rheinische Elektrizität .......

5

129,5

130

130

Rhein. Wests. Elektr.........

6

123,4

123,75

123,5

123,65

Schuckert L Co.............

4

119,5

119,25

119,75

119,75

Siemens & Halske............

7

170,5

169,25

171,5

170,5

Lahweyer &6o............

7

131

131

130,5

131,75

Bubenil ...................

0

101

101,5

101

102,5

Deutsche Erdöl ..............

4

105

105,25

105,5

105,5

Gelsenkirchenei..............

Harpener ..................

0

110,75

110,75

110,5

110,75

Hoesch EisenKSln-Neuesse» ..

0

92,25

93,25

92,75

93,25

Ilse Bergbau ..............

6

159

Ilse Bergbau Genüsfe........

6

124,5

125

125

125

Klöcknerwerke ............. |

y.

90,5

°0,5

91,65

Mannesmann-Röhre» ........

0

83,5

84,25

83,9

84,5

Zrankfurt a. M.

»erfln

Schluß« kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß« kurö

Schlußk. Mittag­börse

Datum

19-10-

21-10-

19-10-

21 -10-

MlmSfelder Bergbau ..

. 1

117,75

119,25

117,75

119,5

Kokswerke ........

. 6

115

116,25

Phönix Bergbau......

. 0

Rheinische Braunkohlen

12

218

219

218,25

217

Rheinstahl ..........

sy.

106,5

107,4

106,75

107,25

Bereinigte Stahlwerke.

. 0

82,25

82,5

82

82,75

Otavt Minen .......

. 0

19

19,3

19

19

Kaliwerke Aschersleben.

. 5

131,5

131,5

131,5

Kaliwerke Westeregeln .

-____

. 5

124,5

124,5

Kaliwerke Salzdetfurth

7'/,

-

180,25

183

3- ®- Färben-Industrie

. 7

149

149,5

148,65

149,4

Scheideanstall........

. S

237

235

Goldschmidt .........

. 0

104

105,5

105

105,75

Rütgerswerke ........

. 4

H3,5

114

114

114,75

MetallgeieUschaft......

4

104

106,5

104

107

Phtltvv Holz mann ....

. 0

90,25

92

91

92

Zementwerk Heidelberg

. 6

115,5

115,75

-

Cementwerk Karlstadt..

. 4

130

130

-

Schulthets Patzenhoser

4

103,75

105

Aku (Allgemeine Kunstseide)

0

56,75

57,25

56,4

56,75

Bemberg...........

0

104

107,25

104,75

107,75

Zellstoff Waldhof ....

0

110,75

112,5

112

112,5

Zellstoff Aschaffenburg

0

80

79,5

80

80

Dessauer (Mas ......

7

126,25

127,9

Daimler Motoren.....

0

94

94,75

94,5

94,9

Deutsche Linoleum ....

6

143,75

143.5

143,75

143,5

Ctrnftein & Koppel

0

81,25

81,5

Westdeutsche Kaufhof

0

25,75

25,4

25,4

25,5

Ehade

____

0

291,5

289,5

291,5

289,75

Accu m u I at o re n - Fabrik

12

169,5

Eontt-Gummi . ...

.....

8

153 5

154,5

155

Grchner.............

. 0

1 29,13

1 29,5

29,5

Malnkraftwerke Höchst a.BL.

.. 4

90

90

süddeutscher Zucker ..

.. i

i 210,25

210,25

210,4

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Banknoten.

19.Oktober

21 -Oktober

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Lriei

Geld

Brief

Buenos 8Ute-

0,677

0,681

0,678

0,682

Brüssel ....

41,82

41,90

41,87

41,95

Rio de Ian.

0,142

0,144

0,141

0,143

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,50

54,60

54,54

54,64

Danzig.....

46,83

46,93

46,83

46,93

London .....

< 12,205

12,235

12,215

12,245

Helsingfoe«..

5,375

5,385

5,38

5,39

Varis ......

16,38

16,42

16,38

16,42

Holland ....

168,68

169,02

168,63

168,97

Italien.....

20,24

20,28

20,24

20,28

Japan ......

0,712

0,714,

0,713

0,715

Jugoslawien

5,674

5,686

5,674

5,686

csio..... :

61,28

61,40

61 33

61,45

Eien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Üifiabon ....

11,07

11,09

11,07

11,09

Ltockhvlm...

62,92

63,04

62,98

63,10

Schweiz ....

80,92

81,08

80,89

81,05

Lvanien...

33.99

34,05

33,94

34,00

Prag.......

10,275

10,295

10,275

10,295

Budapest ...

Neuyork ...

2,487

2,491

2,486

2,490

Berlin, 21 .Oktober Amerikanische Note» Belgische Noten ...........

Düniiche Noten Englische Noten Französische Note» Holländische Noten

Italienische Noten...............

Norwegische Noten

Deutsch Oesterreich. 4 100 Schilling Rumänische Noten ...............

Schwedische Note» ..

Schweizer Noten ........

Spanische Noten

Ungarische Note» .

Gelb

Srlti

2,438

2,458

41,72

41,88

54,33

54,55

12,18

12,22

16,33

16,39

168,21

168,89

19,46

19,54

61,17

61,41

*

62,81

63,07

80,71

81,03

33,58

33,72

-