Nr 247 Erstes Blatt
185. Jahrgang
Dienstag, 22. Oktober 1935
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(Scherl-M.)
Konvention enthaltenen
eine und
Fahne, zwei Geschütze und Maschinengewehre besetzten die Ortschaften Dagnerei und
Asmara, 21. Okt. (DNB.) Don Jtalienisch-So- maliland aus ist der Vormarsch trotz der starken Regengüsse fortgesetzt worden. Die italienischen Truppen na hm en den Schebelifluß, an dem die Abessinier stark befestigte Stellungen angelegt hatten. Bei dem Angriff wurden zahlreiche Flugzeuge eingesetzt. Den Italienern fielen eine Menge abessinischer Depots in die Hände. Sie eroberten
schen Strategie zum Opfer gefallen; einer Strategie, die eine bindende Auslegung des Sanktionsartikels von ihm in einem Augenblick erzwang, wo der französische Ministerpräsident eine „strenge" Auslegung mit Rücksicht auf Italien nicht riskieren konnte. Eine späte, aber deutliche Rache Englands für den 7. Januar, die römischen Abmachungen.
Eine Hoffnung bleibt Laval: die Hoffnung auf Beilegung des Konfliktes zwischen Italien und dem Völkerbund, d. h. praktisch zwischen Italien und England. Keine Krage, daß er sich alle Mühe geben wird, keine Frage aber auch, daß diese Hoffnung sehr schwach ist. Zurückziehung englischer Schiffs- einheiten aus dem Mittelmeer mag eine fteundlich wirkende Geste sein. Welchen Wert aber hat sie für den Duce, wenn sie um den Preis der Bestätigung der englisch-französischen Zusammenarbeit erkauft ist? Wird die Lage für den Duce etwa besser, wenn r a n z ö s i s ch e 'K r i e g s s ch i f f e als „Ersatz" auftauchen? Außerdem: England beharrt auf dem Genfer Verfahren, seine Absage an die individuelle Aktion unterstreicht nur seinen kollektiven Eifer
Rom, 21. Okt. (DNB.) Die in Rom ingang befindlichen diplomatischen Besprechungen nahmen am Montaa mit einer Unterredung zwischen dem englischen Botschafter Drummond und dem Staatssekretär des Aeußern Suvich ihren Fortgang.
An zuständiger Stelle wird erklärt, daß es verfehlt erscheine, von regelrechten Verhandlungen zu sprechen, denen ein von italienischer oder anderer Seite vorgebrachter Plan zugrunde liege. Die Fühlungnahme bezwecke lediglich eine allgemeine Klärung der Lage, ohne daß hierbei nach einem bestimmten Schema verfahren würde. Alle Türen stünden offen. Gegenstand der Verhandlungen sei nicht nur die Beseitigung der Mißverständnisse im Mittelmeer, sondern die Erörterung der internationa-
Genf aber kann keiner.Lösung zustimmen, die auf die Aufteilung Abessiniens hinausläuft. Die Zustimmung des Negus zu jedem Vergleich ist eine scharfe Waffe der englischen Politik. Kann Mussolini heute, da seine Truppen in Abessinien stehen, leichter auf die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses eingehen als vor Beginn der Feindseligkeiten? Dom völkerrechtlich gebrandmarkten Krieg führt fo leicht keine Brücke zur kolonialen Polizeiaktion.
Eine Frage: Was geschieht, wenn England mit dem Völkerbund nicht zum Ziele kommt? Baldwin, in seiner Rede in Worcester, hat sie berührt: „Wenn dieser erste Versuch, den Frieden zu sichern, fehl- schlägt, so laßt uns sehen, ob nicht unser Werkzeug oder unsere Arbeit fehlerhaft war." Also die Perspektive auf einen neuen, „besseren" Völkerbund. Wer aber „sichert den Frieden" bis dahin? Daß Herr Baldwin als kluger Mann sich darüber ausschweiqt, bedeutet schwerlich, daß er, als kluger Mann, ihn nicht auch bedacht hat.
Englands Sieg.
Don Or. Hans von Malottki.
Während in Genf die Sanktionskonferenz den Wirtschaftsboykott gegen Italien beschloß und seine Anwendung vertagte, erreichte die diplomatische Aktivität im Dreieck Paris-Rom- London wieder einmal einen Höhepunkt. Unterredungen Lavals mit den Botschaftern Italiens und Englands, Aussprache zwischen Mussolini und dem englischen Botschafter, über die eine sorgfältig formulierte Erklärung in Rom und London veröffentlicht wurde, Sir Samuel Hoare empfängt Grandi, zwischendurch Lavals Antwort an England, — in der Tat ein beträchtlicher Aufwand. Was aber ist das Ergebnis?
Die Entspannung inden englis ch-f r a n-
Italienischer Vorstoß an der Sndsront.
Trotz wolkenbruchartigen legens melden die Italiener Erfolge ihrer Eingeborenen-Truppen an der Somali-Front.
nicht entschieden sei, wie viele Schiffe England aus dem Mittelmeer zurückziehe und wie weit dementsprechend Italien zu einer Verringerung seiner Truppenbestände in Libyen schreite. Es seien lediglich derartige Maßnahmen grundsätzlich festgelegt worden. Bei den italienischen Truppenzurückziehungen in Libyen müsse jedoch unbedingt die für die Sicherheit erforderliche Mindeststärke aufrechterhalten bleiben. Entgegen verschiedentlich aufgetauchten Gerüchten, daß die gegenwärtigen Verhandlungen zwischen Rom und London durch Vermittlung des hiesigen französischen Botschafters Charn- brun zustandegekommcn seien, wird erklärt, daß bei den normalen diplomatischen Beziehungen beider Länder kein derartiger Dermittlungs- schritt von dritter Seite notwendig gewesen sei.
Italienische Anregungen
iir einVerhandlumsvrogramm?
Regens durchgeführt. Gleichzeitig wurde das kleine abessinische Städtchen B u r d o d i am Sche- beli-Fluß angegriffen, nachdem es ebenfalls vorher mit Fliegerbomben belegt worden war. Die Besatzung ergriff die Flucht' Die Eroberung dieser beiden befestigten Stellungen ermöglichte sodann die Besetzung der Ortschaft S ch e l a w i e. Von den Italienern wird die strategische Bedeutung von Dagnerei heroorgehoben, da dieser 2000 Meter hoch liegende militärisch wichtige Punkt die ganze Gegend beherrsche. Die italienischen Verluste bei dieser Kampfhandlung sollen nur geringfügig gewesen sein. Hingegen haben die abessinischen Truppen angeblich bedeutende Verluste zu verzeichnen. Nach dem italienischen Heeresbericht ließen sie 50 Tote, sehr viele Verwundete und mehrere Dutzend Gefangene zurück. Die Verluste der italienischen Eingebornentruppen betrugen 14 Tote und 40 Verwundete. In der befestigten Stellung hatte der Feind zwei Geschütze, zwei Maschinengewehre, Hunderte von Gewehren und viele Kisten mit Munition zurückgelassen. An dem Vorstoß nahmen auch die BewaffnetendesSultansOlel-Dinle, des Häuptlings der Gegend der Scheveli teil. Dieser war früher von der abessinischen Regierung abhängig und ist jetzt auf italienische Seite übergegangen. Um seine Loyalität zu beweisen, bat er um Teilnahme an dem Gefecht. •
Keine Veränderung der Lage an der Aordfront.
Von der N o r d f r o n t wird lediglich weitere Au§- klärungstätigkeit der Luftwaffe und der Ausbau der bezogenen Stellungen gemeldet. Der auf italienische Seite übergegangene Ras Se- lasiie G u g s a erneuerte sein Treuebekenntnis. Er soll wertvolle Nachrichten über die abessinischen Operationen und die Verhältnisse unter der Bevölkerung- gegeben haben.
Das italienische Truppenkommando hat zwei abessinische Gefangene standrechtlich erschießen lassen, weil sie im Besitze verschiedener Gegenstände des als einem der ersten bei Adua gefallenen Leutnants M o r g a n t i n i waren. Die Verluste der Italiener werden vom italienischen Hauptquartier mit 87 Toten und Verwundeten beziffert. Der in Aussicht genommene Vormarsch aus Makala dürfte angesichts der Nachschubschwierigkeiten e r ft in einigen Wochen zu erwarten sein. Südlich von Makala sollen etwa 50 000 Mann abessinischer Truppen zusammengezogen sein. Der Negus soll den seit 1916 bei Harrar gefangen gehaltenen früheren Kaiser Lidj Passu angesichts des italienischen Vormarsches auf Harrar in die Gegend von Galla haben bringen lassen.
Mit beispielloser Zähigkeit hat die englische Politik aus den Punkt hingesteuert, wo Laval sich stellen unb — so ober so — entscheiden mußte. Der Pakt oder nicht! Indem England klarstellte, daß es selbst nichts anderes als die Geltendmachung der Paktqrundsätze will, konnte Laval auch seinerseits nickst mehr ausweichen, es sei denn, er hätte die traditionelle „Dölkerbundstreue" Frankreichs vreis- acaeben und damit seinen Sturz selbst herausbeschwo- ren Laval hat optiert, genauer, er hat optieren müssen für die Macht, die klug genug war, die unangreifbare Position der absoluten Völkerbundstreue einzunehmen. (Wobei die englischen Motwe gar nicht zur Debatte stehen sollen.) Scheitern bte
Surbobi am Schebeli sowie bie Ortschaft Sche- lawie norböstlich von Dagnerei. Zahlreiche Gefangene würben gemacht unb auch einige Kraftwagen erbeutet. Es verstärkt sich ber Einbruch baß die Jaliener das Schwergewicht ihres militärischen Vorgehens auf bie Somalifront verlegen, wo General Graziani nach erprobten Kolonialmethoben vorgeht. Es hat ben Anschein, baß bieDerbinbungzwi- schen Eritrea unb Jtalienisch-Soma- lilanb so schnell wie möglich hergestellt werben soll.
Der Angriff auf bie stark befestigte Ortschaft Dagnerei am Schebeli-Fluß würbe b u r cf) zehn Flugzeuge eingeleitet, bie bie abessinischen Befestigungen aus geringer Höhe bombardierten. Zahlreiche Brände und Explosionen waren die Folge. Sodann wurden eingeborene A s - kari- Truppen zum Sturmangriff eingesetzt. Trotz heftiger Gegenwehr der Abessinier gelang es den Askaris, sie aus ihren Stellungen zu werfen und weit zurückzutreiben. Die ganze Aktion wurde während eines wolkenbruch a r tigen
Ausgleichsversuche Lavals, nimmt der Konflikt Völkerbund-Italien feinen Fortgang, fo ist Frankreich unweigerlich an die Seite Englands gedrängt, zur Mithilfe an jener kollektiven Aktion verpflichtet, von der niemand weiß, wo sie einmal endet. Laval hat aber auch mit Rücksicht auf Italien der gegenseitigen Beistandsverpflichtung eine Auslegung geben müssen die einen Verzicht auf jenen berühmten Automatismus bedeutet, auf den er England, (im Hinblick auf Deutschland) so gern festgelegt hatte. Diese Rücksicht auf Italien zwang ben französischen Regierungschef, bie „englisch-französische Solibarität" nicht automatisch, fanbern nur bann als gegeben zu erachten, wenn Sanktionen kollektivbeschlos- ? Wir "glauben, baß Herrn Laval biese Selbstbe- scheibung nicht leicht gefallen ist, ben Englänbern dafür um fo willkommener gewesen ist. Eine wei- terqehenbe Verpflichtung Lavals, weil sie einen Pr'äzebcnzfall geschaffen hätte, an ben bei passender Gelegenheit zu erinnern Herr Laval nicht verabsäumt hätte. Laval ist einer überlegenen politi-
Häfen ber britischen Kolonien ober bes englisch-ägyptischen Subans anlaufen, nicht länger als 24 Stunden im Hafen bleiben können. Sie sind ferner Einschränkungen bei der Einnahme von Brennstoffen in diesen Häfen ausgesetzt. Diese Beschränkungen beziehen sich nicht auf andere italienische Fahrzeuge. Einen ähnlichen Schritt hat die ägyptische Regierung in Rom unternommen.
London findet Lavals Za ausreichend.
London, 21. Oktober. (DNB.) Während bes Wochenenbes haben bie Sachoerstänbigen ber rnaß- gebenben englischen Stellen sorgfältig ben Wortlaut der französischen Antwort auf bie britische
chafter in Rom Sir Eric Drummonb ist angewiesen worben, ber italienischen Regierung rnitzu- teiten, daß die britische Regierung sich entschlossen hat, bie in ber Haager Konvention enthaltenen Neutralitätsbestimmungen anzuwenben. Das bebeutet, baß italienische mit Kriegsmaterial b e I a b e n e Fahrzeuge, bie
zösischen Beziehungen unb bie Milbe- ' rung bes englisch-italienischen Gegensatzes ist in bie{en Tagen sehr stark in ben Dor- ‘ bergrunb gerückt worben. Don Versöhnung unb , Ausgleich ist bie Rebe, unb burch ben Pariser Blät- . terwalb ging ein erleichtertes Aufatmen. Auch ohne ben Warnruf bes offiziösen „Temps", es fei noch längst nicht so weit, erscheint biese Lesart höchst un- glaubmürbig. Denn schließlich bleibt, sieht man von allem äußerlichen Drum unb Dran unb ber Unzahl mehr ober weniger geschickter Beeinflussungsversuche ab, nur zweierlei: Frankreichs „I a" an Englanb unb bie Versicherung Eng- lanbs, keinerlei Prioatkrieg mit Jta- l i e n führen zu wollen. An biese allein greifbaren latbeftänbe wirb man sich halten müssen.
Die Erklärung Balbwins, baß Englanb keinerlei persönlichen Streit mit Italien habe, daß es keine kriegerischen Absichten hege, roeber an Blockabe noch an Schließung bes Suezkanals benke, sonbern l e - biglich als Völkerbundsmacht, im Rahmen ber Genfer Aktion, zu hanbeln verpflichtet sei, ist ein Dokument von entscheidenber Bebeutung. Unb bies, obwohl es inhaltlich nichts Neues besagt! Zur Erklärung ist zunächst auf bie innerpolitische Situation Englanbs zu verweisen. Die Wahlen stehen vor ber Tür, unb es hat sich bie merkwürbige Tatsache ergeben, baß bie Nationalregierung, als Vorkämpferin der Friedenssicherung durch den Völkerbund, mit jener jetzt in England sehr zugkräftigen Parole in ben Wahlkampf gehen kann, bie bie Opposition als ihr geistiges Eigentum betrachtet. Schon aus biefem Grunbe mußte bie Regierung Balbwin peinlich auf bie Ver- meibung alles besten bebacht sein, was einer sich geprellt fehenben Opposition Anlaß zur Derbachti- gung ber Völkerbunbspoliftk ber Konservativen hätte geben können. Die Gefahr beftanb in ber Tat baß bie Labour-Party ben Ebenschen Tatendrang in Genf absichtlich falsch verstand unb bie Kon ervativen als Kriegsfreunbe unb Kriegshetzer im Lanbe in Mißkrebit brachte. Grunb genug für Balbwin, biefem Wahlmanöver vorzubeugen unb jede Absicht einer „isolierten Aktion" ber englischen Politik scharf zu bementieren.
Dieses Dementi allerbings muß genau gelesen werben, benn es wirb nicht jedes Vorgehen gegen ben Paktbrecher Italien dementiert, sondern nur eine bestimmte Form des Vorgehens, — das selbständige Handeln. Aber wer sagt, daß mcht in kollektivem Rahmen das erzielt werden kann, was die Regierung Baldwin allein nicht übernehmen will? Die Zurückweisung jedes Gedankens an eine besondere Aggressivität gegenüber Italien schränkt die kollektive Friedenssicherung, rote 6ng= land sie auffaßt, nicht im geringsten em, und auch von ber Blockabe ist nur gesagt worben, baß England sie nicht allein vornehmen will. Die Möglichkeit, über Genf zu operieren, ist mcht ge- schmälert, unb Englanb wirb von ihr um so mehr Gebrauch zu machen versuchen, als m bem Abessinien-Konflikt bie Genfer Grunbsätze zugunsten ber machtpolitischen Interessen Englanbs spielen. Inbem die englische Politik sich vollstänbig auf bte Genfer Plattform stellte, zwang sie Laval, Farbe zu bekennen. Gerabe bas aber wollte Laval um leben Preis vermeiben, benn einträglicher als bie sonst m Paris so überlaut betonte Treuepflicht gegenüber Genf erschien bie Rolle bes „Vermittlers . Sie gestattete ber zwischen Rom unb ßonbon pen- delnben französischen Politik ein Ausweichen vor der Frage: wie hälft bu es mit ben ®enfer Verpfluf)- tungen? — unb bot die Gelegenheit auf Kosten anderer Geschäfte zu machen. So ergab sich ber bezeichnend Umstanb, baß Laval sich nicht etwa von der fraktionellen Parole: „ber Pakt, ber ganze Pakt, nichts als ber Pakt" leiten ließ, sonbern entweder weniger wollte als ben Pakt ober mehr, — je nachbem ... Er wollte weniger als bie An- roenbung bes Paktes, um ben italienischen Freunb z u s ch o n e n, er war aber auch bereit, noch über ben Pakt hinauszugehen unb den italienischen Freund seinem Schicksal zu überlasten, wenn er in Englanb Ersatz g e f un - den hätte. In beiden Fällen konnte von Völker- bunbstreue keine Rebe sein; benn entroeber blieben bie Genfer Grunbsätze unwirksam ober sie würben zweiseitigen Separatabkommen benutzt unb miß-
Britisch-italienische Fühlungnahme.
Diplomatische Verhandlungen in 3Rom ohne die Vermittlung Frankreichs
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abhängigkeit sicher. Wir bebrohen niemanben unb wollen auch niemanb bedrohen. Wir leben in Frieben und wollen in Frieden leben. Der Mann auf der Straße will keine Mobilmachung, so große Sympathien er auch für den fernen Negus und seine Sklavenbevölkerung haben mag, und so große Achtung ihm auch die Charakterstärke des Völkerbundes einzuflößen vermag. Wir werden keinen Krieg haben, weil wir ihn als Herr unserer Entschlüsse nicht wollen.
Die Zeichnung
der italienischen Rüstungsanleihe.
Mailand, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Von den Konsortialbanken ber neuen 5prozentigen italienischen Rüstungsanleihe, würben bis zum letzten Samstag insgesamt 422 Millionen Lire gezeichnet. Am Montag wurde die Zeichnungsfrist für das Publikum eröffnet. Als erste Eintragung verzeichnet die Liste des „Credito Jtaliano" Benito Mussolini für den Popolo d'Jtalia" 50 000 Lire.
Paris, 2?. Okt. (DNB. Funkspruch.) „NewYork Heralb" will wissen, baß bem französischen Minister- präfibenten von italienischer Seite Anregungen zu ^Beilegung bes abessinischen Strei- t e 5 zugegangen seien, bie er nunmehr ber briti- chen Regierung unterbreite. Italien stelle als Höchstforberungen ein Manbatüber bie Bezirke Tigre, Aussa, Harrar unb Oga - ben unb verlange ferner bie Reorganisierung bes abessinischen Reiches burch italienische, englische unb französische Beamte, bje mit ben abessinischen Behörben unter Z u - grunbelegung bes Berichts bes Fün- er-Ausfch.uffes Zusammenarbeiten sollten. Denn ßonbon zu Entgegenkommen bereit sei, würbe Nussolini möglicherweise auch von biefen Höchst- orberungen Abstriche machen.
England sperrt seine afrikanischen Häfen für italienische Kriegstransportschiffe.
London, 21. Okt. (DNB.) Der britische Bot-
1 e n Lage im allgemeinen mürbe im offenen Meinungsaustausch einer gegenseitigen Prüfung unterzogen werben. Jrgenbwelche avschließenben Ergebnisse seien noch nicht erzielt worben. So wird besonders heroorgehoben, daß noch
Frage geprüft, ob Englanb für den Fall eines italienischen Angriffes auf bie britische Mittelmeerflotte mit ber Unterstützung Frankreichs entsprechen!) bem Artikel 16 ber Genfer Satzungen rechnen könne. Nach biefer Prüfung finb maßgebenbe englische Kreise der Ansicht, baß bie Antwort d e - bingungslos bejahenb laute unb eine klare unb freimütige Auslegung bes Vorgehens unb ber Haltung Frankreichs feit bem Beginn bes italienisch-abessinischen Streitfalles barstelle.
Die französische Antwort wirb nicht veröffentlicht, weil ber biplomatische Meinungsaustausch, auf ben sich bie Antwort grünbet, teils schriftlich unb teils m ü n b l i d) vor sich gegangen ist.
Lastelnau glaubt nicht an Krieg.
Paris, 22. Oft. (DNB. Funkspruch.) Im „Echo be Paris" beschäftigt sich General C a ft e l n a u mit ber Frage „Werben wir in ben Krieg ziehen?" Der General beantwortet biese Frage mit Dl e i n. Die Sichrheit und ber Bestaub bes Vaterlanbes, so schreibt er, finb nicht in Gefahr. Andrerseits sinb wir unserer selbst unb unserer unveräußerlichen Un-


