Agrar-, Mittelstands-, Wirtschafte und SozialpoN- tik geleistet worden ist. Hinter der Sache treten m der Darstellung Westarps die Männer im allgemein nen zurück. Nur für wenige Persönlichkeiten wie Heydebrand und Bethmann gewinnen wir ergänzende Striche zu ihrem politischen Portrait. Der schlichte, fast nüchterne Stil Westarps nimmt seinem Buch die lebendige Farbigkeit anderer Denkwürdlg- keiten, aber der Ernst und die Gewissenhaftigkeit seiner Darstellung, die Polemik rein um des
Polemischen willen vermeidet und auch politischen Gegnern anständige Gesinnung und Vaterlandsliebe nicht abspricht, wenn dafür kein triftiger Grund vorliegt, machen die Denkwürdigkeiten des Grafen zu einer durchaus sympathischen Lektüre. Man wird gespannt sein dürfen auf den zweiten Band, defsen Erscheinen für den Herbst angekündigt ist und der sich wohl vorwiegend mit der so sehr umstrittenen preußischen Wahlrechtsreform während des Krieges beschäftigen dürfte e*
Wirtschaft.
Förderung des Flachs- und Hanfbaues im Lahre 1936.
DNB. Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Forderung des Flachs- und Hanfbaues im Jahre 1935 haben zu einem beachtlichen Erfolg geführt. Die Hanfanbaufläche ist von etwa 300 Hektar auf über 2600 Hektar gestiegen, die Flachsanbaufläche hat sich gegenüber dem Vorjahre nahezu verdreifacht. Dadurch wird mindestens die Hälfte des Bedarfes der deutschen Leinenindustrie an Flachsfaser gedeckt. Eine weitere Steigerung der Anbaufläche für Flachs und Hanf muß jedoch unter allen Umständen erstrebt und im Jahre 1936 erreicht werden. Um hierfür die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, hat die Reichsregierung schon jetzt entschieden, daß die bisherigen Förderungsmaßnahmen auch im Jahre 1936 fortgeführt werden. Die Landwirtschaft wird diese frühzeitige Entscheidung begrüßen, weil sie dadurch die Möglichkeit erhalt, bei der Aufstellung der Bestellungspläne für das kommende Jahr, die bereits im Frühherbst erfolgt, eine möglichst erhebliche Vermehrung des Flachs- und Hanfanbaues vorzusehen.
Oie Eierversorgunq im Herbst und Winter.
Mit dem Beginn des Herbstes wird die Hausfrau in den einschlägigen Geschäften Eier zum Kauf angeboten erhalten, die den Aufdruck „K-Eier" tragen. Diese K-Eier sind Eier, die während der Zeit der sogenannten Eierschwemme in Kühlhäusern eingelagert wurden. Die Kühlhauseier unterliegen keinerlei chemischer Behandlung. Ihre Haltbarmachung wird lediglich dadurch erreicht, daß die Temperatur in den Kühlhäusern nahe an den Nullpunkt gebracht wird, wodurch sich die Wachstumsbedingungen für die Bakterien verschlechtern. Kühlhauseier sind dementsprechend keineswegs als minderwertig anzusehen. Die in diesem Jahre in Kühlhäusern eingelagerten Eiermengen sind so groß, daß wir gut über den Winter hinwegkommen.. Die in den Kühlhäusern fortlaufend vorgenommenen Ueberwachungen haben ergeben, daß die Eier dank der großen Sorgfalt bei der Einlagerung absolut vollwertig sind. Sie werden in diesem Jahre den Verbrauchern in Form einer wesentlich besseren Güte als im Vorjahre zugutekommen.'
*
* Anmeldefrist für saarländische Schuldverschreibungen bis 1. Sept, verlängert. Nach einer zweiten Bekanntmachung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Anmeldung saarländischer Schuldverschreibungen vom 20. August ist die bis zum 1. August 1935 gesetzte Frist bis zum 1. September 1935 verlängert worden.
* Erhöhung d e s Emissionskurses für verzinsliche Reichsschatzanweisungen. Infolge der anhaltenden Nachfrage nach verzinslichen Reichsschatzanweisungen ist der Zeichnungskurs für die 4,5-v. H.-Abschnitte per 1. März 1939, der sich bisher auf 100,40 v.H. stellte, auf 100,50 v.H. erhöht worden.
* Die Dividendenaussichten bei Klöckner. Bei der Klöckner-Werke-AG., Castrop-' Rauxel, ist nach den Erkundigungen des DHD. sicher damit zu rechnen, daß mindestens wieder eine Dividende in der Höhe des Vorjahres von 2,5 v. H. aus das Aktienkapital von 105 Millionen Mark verteilt wird. Sollte eine Erhöhung des Vorjahressatzes vorgenommen werden, wozu auf Grund der voraussichtlichen Ergebnisse die Möglichkeit besteht, so wird man — soweit sich das jetzt schon übersehen läßt — kaum über 3 v. H. hinausgehen. Das Unternehmen hat auf Grund der Absatzbelebung am Eisenmarkt im verflossenen Geschäftsjahr zweifellos so gearbeitet, daß neben der Gewinnausschüttung auch allen Abschreibungserfordernissen entsprochen werden kann und die Liquidität eine weitere Besserung erfahren haben dürfte.
* Die Bremer Hansa gibt den La- P l a t a = D i en ft auf. Die Deutsche Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa, Bremen, gibt den zu Anfang des laufenden Jahres aufgenommenen La- Plata-Dienft wieder auf. Durch diesen Entschluß der Bremer Hansa wird die einheitliche Bereederung des Südamerika - Ostküstendienstes durch die Hamburg-Süd nunmehr sichergestellt. Die drei der bisher
im La-Plata-Dienst der Bremer Hansa beschäftigten Schiffe werden an die Hamburg-Sud ver chartert. Die letzte Abfahrt von „Rosario" für Rechnung der Hansa soll am 27. Oktober stattfinden, dann gehen die drei Schiffe in Hamburg-Süd-Charter über.
Mein-Mainische Börse.
lUitfagsbörfe fester.
Frankfurt a. M., 21. Aug. Die Börse brachte am Aktienmarkt überwiegend weitere leichte Befesttgungen, da in Spezialwerten einige Aufträge der Kundschaft Vorlagen. Auch die Kulisse ging etwas aus ihrer Reserve heraus und betätigte sich etwas mehr als bisher am Geschäft. Das absolute Ausmaß der Umsätze blieb dennoch recht klein. Die Börse empfing von einigen günstigen Wirtschaftsmeldungen etwas Anregung. Etwas größeres Geschäft hatten am Elektromarkt AEG. zu 42,25 (41,13), Bekula gewannen 0,25 v. H., Licht und Kraft 0,65 v.H., Mainkraft nach Pause 0,50 v.H., während im übrigen noch leichte Rückgänge eintraten, mehr ermäßigt waren Siemens (— 0,90 v. H.) und Thür. Lieferung (— 1 v. H.). Montanwerte notierten ebenfalls uneinheitlich. Dem erhöhten Juli - Absatz des Braunkohlen-Syndikats stand ein jahreszeitlicher Rückgang der Kohlenförderung gegenüber. Leicht befestigt waren Stahlverein mit plus 0,40 v. H., ferner zogen Otavi Minen auf 19,75 (19,50) an, dagegen gaben Harpener, Rheinstahl und Mannesmann je 0,25 o. H. nach, Hoesch und Buderus lagen unverändert. Kaliaktien blieben gut behauptet. Interesse zeigte sich erneut für Daimler Motoren zu 105 (103,75), ferner lagen Metallgesellschaft 1,25 v. H. und Deutscher Eisenhandel 1 o. H. fester. Don Maschinenwerten zogen Muag auf die Auslassungen über den Geschäftsgang auf 77,65 (77) an, MAN. 97 (96,50). Etwas lebhafteres Geschäft hatten ferner IG. Farben mit 159,65 bis 160 (159,25) und Kunstseide AKU. mit 63,40 (63). Schiffahrtswerte konnten sich weiter mäßig erholen, Hapag 14 (13,75), Nordd. Lloyd 16 (15,65), auch Zellstoffaktien lagen bis 0,50 o. H. freundlicher. Etwas niedriger lagen Reichsbank und Deutsche Linoleum mit je minus 0,25 v. H.
Der Rentenmarkt lag wohl still, aber freundlich. Starke Beachtung fand die merkliche Ueberzeichnung der Reichsbahn-Schatzanweisungen. Etwas gefragt waren Kommunal-Umschuldung und Altbesitz mit je plus 5 Pf., dagegen bröckelten Späte Reichsschuldbuchforderungen auf etwa 97,25 (97,40) ab, Zinsvergütungsscheine lagen mit 90,65 unverändert. Von Industrie-Obligationen bröckelten 6 v.H. Stahlverein 0,25 o. H. ab, 6 o. H. Krupp lagen 0,25 v. H. höher. Don fremden Werten erhöhten sich Anatolier I und II auf 40,50 (40,25).
In der zweiten Börsenstunde bröckelten die Kurse infolge der starken Geschäftslchrumpfung zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Thür. Lieferung verloren nochmals 1 v. H. auf 122. Etwas höher lagen noch Rheinstahl, AKU., MAN., Gesfürel, Rheag und Deutsche Linoleum bei Erhöhungen bis 0,75 v. H. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen uneinheitlich, aber ohne größere Abweichungen. Am Kassamarkt ermäßigte sich die Taxe für Klein, Schanzlin 'if 88 Brief (90, 1. K. 97).
Auch am Rc. .imarft war das Geschäft klein, etwas höl,er lagen erneut Kommunal-Umschuldung, während Altbesitz etwa 10 Pf. nachgaben. Am Kassarentenmarkt bestand eher Nachfrage. Von Goldpfandbriefen zogen die beiden Frankfurter auf 96,75 (96,65) an, Kommunal-Obligationen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe etwas uneinheitlich. Auch für Stadtanleihen war die Kursbildung ungleichmäßig. 6 v. H. Dollar-Schätze von 1923 blieben weiterhin gesucht und waren ohne sichere Bewertung (1. K. 91,80). Ausländische Anleihen lagen ruhig, höher gesucht waren Schweizer Bundesbahn-Obligationen.
Tagesgeld blieb zu 2,75 v. H. unverändert.
Mbenbbörfe knapp behauptet.
An der Abendbörse herrschte nach den Abschwächungen im Mittagsschlußverkehr stärkste Zurückhaltung. Es erfolgten noch kleine Abgaben, auch von Bankseite sollen keine Verkäufe vorgenommen worden sein. Im Durchschnitt bröckelten die Kurse gegen den schon stärker ermäßigten Berliner Schluß um weitere 0,25—0,50 v. H. ab. IG. Farben notierten mit 158,25—158 (158,90), Hoesch mit 100,25
(100,75), Harpener mit 115,75 (116,50), Metallgesellschaft mit 114,50 (115,25) und Hapag mit 13,50 (13,90). Elektroaktien lagen durchweg 0,25 v. H. niedriger. Etwas höher lagen andererseits Reichsbank mit 188 (187,50), Th. Goldschmidt mit 112,50 (112). Scheideanstalt blieben zu 240 gut behauptet. Daimler Motoren waren zu 103,50 angeboten. Von Grohbankaktien gingen Commerzbank weiter zurück auf 94,50 (94,75).
Srantfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 21. Aug. Das Geschäft am Getreidegroßmarkt blieb klein. Das angebotene Kontingentgetreide wird von den Mühlen ausgenommen, dagegen bleiben die Verwertungsmöglichkeiten für freies Brotgetreide schlecht. Futtermittel aller Art blieben bei sehr knappem Angebot gesucht, Kleie war nur bei gleichzeitigem Bezug von Mehl erhältlich. Futter- und Jndustriegerste waren nicht angeboten. In neuem Hafer lag ebenfalls kein Angebot vor. Das Mehlgefchäft blieb sehr ruhig.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Reichsmark: Weizen W13 197, W 16 200, W 19 204, W 20 206. Roggen R 12 160, R 15 163, R18 167, R19 169; Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Hafer H13 170, H 14 172; Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13. Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50; Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Trockenschnitzel 10,25, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 2,40 bis 2,50.
Schweinemarkt in Gießen.
Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 171 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis sechs Wochen alt 22 bis 24 Mark, sechs bis acht Wochen alte 24 bis 28 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 28 bis 34 Mark. — Tendenz gut.
Schweinemarkt in Friedberg.
LPD. F r t e b b e r g , 21. Aug. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise gezahlt für bis sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 23 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 23 bis 30 Mark. Der Handel war sehr flott. Der Auftrieb wurde restlos verkauft.
Frankfurter Pferdemarkt.
LPD. Frankfurt a. TI., 21. Aug. Der Frank- furter Pferdemarkt hatte bei einem Auftrieb von nur 250 Tieren schleppenden Handel. Für volljährige mittelschwere Arbeitstiere wurden die bisherigen Preise gehalten. Geringere Zugtiere waren etwas billiger als im Vormonat. Der Umsatz in dieser Gattung war zufriedenstellend. Schlachtpferde (im Verhältnis zur Nachfrage wenig angetrieben) wurden in erster Qualität bis zu 37 bis 39 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht bezahlt. Der nächste Pferdemarkt findet am 15. Oktober statt.
Frankfurter Schtachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 22. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 13 Rinder (3 Ochsen, 1 Bulle, 4 Kühe, 5 Färsen), 654 Kälber, 76 Schafe, 496 Schweine. Es kosteten: Kälber 42 bis 67 Mark, Hämmel 35 bis 41, Schafe 35 bis 37, Schweine 54 Mart. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine sehr flott.
Die Versorgungslage bei Obst und Gemüse.
Der überraschende und ganz ungewöhnliche Witterungsoerlauf hat sich in diesem Jahre im Obst- und Gemüsebau besonders stark ausgewirkt. Ganz späte Fröste, die gestrengen Herren mit großem und teilweise sehr unpünktlichem Gefolge, dann wieder frühe und anhaltende „Hundstage", sehr unterschiedliche Verteilung der Niederschläge im Reichsgebiet usw. usw. hatten erheblich geringere Marktanlieserungen zur Folge.
Vergleichen wir den bisherigen Verlauf an den Obst- und Gemüsemärkten mit der Entwicklung und der Preisbildung in Jahren ähnlicher Witterungs-, Wachstums- und Ernteverhältnisse, dann wird der Unterschied zwischen dem regel- und zügellosen Treiben früherer Obst- und Gemüsekonjunkturen und einer der Disziplin der Marktordnung unterworfenen Bedarfsdeckungswirtschaft ganz offenbar.
Dieser Vergleich gibt erst das wahre Bild. Freilich kann man nicht irgendwelche Preise herausgreifen und diese dann mit dem Preisstand zur gleichen Zeit des Vorjahres in Beziehung fetzen. Schließlich muß man berücksichtigen, daß ganz allgemein die Erntezeiten in diesem Jahre gegenüber dem Vorjahre bis zu etwa vier Wochen verspätet gewesen find. Das bedeutet, daß auch der naturbedingte Ablauf der Preisentwicklung sich um die entsprechende Zeit verschiebt. Bei der Frühgemüseversoraung ist diese Erscheinung ganz offenbar gewesen. Anfängliche Befürchtungen in Verbraucherkreisen, daß Verteiler oder vielleicht auch Erzeuger die Frühgemüsepreise aus einer im Vergleich mit dem Vorjahre ungerechtfertigten Höhe halten wollten, wurden schnell hinfällig, als die durch Frostschäden und ungünstige Wachstumsbindungen verzögerten Hauptanlieferungen einsetzten. Am Obstmarkt lagen und liegen z. T. noch heute die Verhältnisse ganz ähnlich. Allerdings kann nicht außer acht gelassen werden, daß die Obsternte nun einmal geringer ausgefallen ist, als im Vorjahre.
Die Aufgabe der Marktordnung ist, die erzeugte Ware so zu lenken, daß sie zu angemessenen Preisen zum Verbraucher kommt. Die Grenzen dieser Arbeit werden von der Natur gezogen. Auch die beste Methode der Marktregelung kann mengenmäßig das natürliche Ernteergebnis nicht korrigieren. Aber es konnte doch durch die Marktordnung verhindert werden, daß diese für spekulative Betätigung so reizvolle Entwicklung etwa zum Schaden der Erzeuger und der Verbraucher ausgenuhk würde.
Auch das Ausland hat in diesem Jahre gerade bei Obst erheblich geringere Ernten zu verzeichnen, und die Preissteigerungen, die als Folge der dortigen freien Marktentwicklung in einigen Ländern zu verzeichnen sind, können schon als sehr beträchtlich bezeichnet werden. Damit ist auch der Möglichkeit, das geringere deutsche Ernteergebnis durch Einfuhren auszugleichen, eine recht enge Grenze gezogen. Würde Deutschland bei den ohnehin nach oben neigenden Obstpreisen im Auslande noch in
größerem Umfange als Käufer auftreten, so müßten die Auslandspreise sich bald auf einer Höhe bewegen, die für unsere Verhältnisse fast unerschwinglich wäre. Soweit es irgendwie unsere Devisenlage zuläßt, wird auch schon auf das Ausland zurückgegriffen. Früher wurde der deutsche Markt mit Auslandswaren geradezu überflutet. Die deutsche Erzeugung wurde vernachlässigt. Diese Sünden der Vergangenheit rächen sich auch heute noch, indem die Leistungsfähigkeit der deutscken Erzeugung trotz aller schon recht erfolgreichen Anstrengungen noch nicht den notwendigen Stand erreicht hat.
Der Rückgriff auf Auslandsware muh sich in dem Gefamlrahmen unserer Devisenwirtschast auch stets in solchen Grenzen hallen, dah die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie davon nicht berührt wird. Denn an erster Stelle steht immer noch im deutschen Aufbauprogramm die Arbeitsbeschaffung.
Uebrigens haben die in der letzten Zeit gefallenen Regenmengen einen sehr günstigen Einfluß auf. bie Gemüsekulturen ausgeübt. Die Anlieferungen an den Märkten nehmen zu. Wir sind jetzt, wenn auch mit der durch die Witterung bedingten Verspätung, an dem Zeitpunkt angelangt, wo die Preisentwicklung sich auf die Mafsenanlieferungen aus der Haupternte einstellt. Die Preise für Gurken, Bohnen und überhaupt für Mafsengemüse neigen nach unten. Den Tomatenkulturen ist das kühlere Wetter zunächst nicht günstig gewesen, jedoch werden hier einige Tage anhaltenden Sonnenscheins die Anlieferungen an ausgereisten Früchten wieder steigen lassen.
Die Versorgung der Konservenindustrie mit Gemüse ist nach den bisher vorliegenden Berichten und den weiteren Ernteaussichten völlig gesichert.
Für eine ausreichende Belieferung der Marmeladenindustrie, vornehmlich mit dem für die Marmeladenherstellung besonders wertvollen Frühobst, sind alle Maßnahmen getroffen. Die Zwiebelernte, die nach der anhaltenden Trockenheit in den Haupterntegebieten zunächst wenig günstig beurteilt wurde, verspricht jetzt recht gut zu werden. Ein Teil der für die Einlagerung nicht geeigneten Frühzwiebelernte wird im Export zur Hereinnahme der anderweitig benötigten Auslandware Verwendung finden. Die Haupternte verspricht nach der bisherigen Entwicklung eine vorzügliche Zwiebelqualität und wird unter Ausnutzung der inzwischen auf einen sehr hohen Stand gebrachten Kühltechnik bis in die Monate hinein gut den deutschen Bedarf decken können, wo mir in früheren Jahren schon auf die Zwiebeleinfuhr angewiesen waren. Auch hier gestattet die Marktordnung, genau so wie bet der Obstverwertung, durch eine planvolle Steuerung der Verwertung die Erhaltung großer volkswirtschaftlicher Werte und damit eine Dorratswirt- schäft zum Preisausgleich zugunsten der Verbraucher gerade in den Monaten, in denen sonst infolge zu Ende gehender Vorräte die Preise in die Höhe kletterten.
Kurszettel dek Berliner und Frankfurter Börse.
Frankfurt e. M
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. W.
«Berlin
Datum
20 8
21.8.
21.8.
20.8
11,75
13,75
13,5
14
98,5
97,65
133
4J
Banknoten.
Zellstoss Waldhos .... Hellstoff Aschaffenburg Dessauer (Hai .......
29,25
29,75
9,8
35
tä
203
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o. H.
108,13
113,25
103.5
163,5
109
114
115,75
100,25
108,5
113,75
109
113,9
6,35
8,65
5,25
97,75
123,5
133
63,13
118,5
119
89
7
7
41,5
143,25
117,75
137,65
110,5
129,75
148,25
134,5 130 183
95
95
188
95,25
95,25
188,5
6,35
8,65
5,25
40.65
63
119
118,5
88,5
30,25
286
190
160
111,9
63,13
118,5
118,4
88,65
137,25
103,65
163,25
90,25
30,13
288
190
159,9
15,75
86,75
118,5
95
30,13
287
190,75
159,75
35,75
102,75
203
116,75
103
15,65
87
120
95
41,13
143,5
118
137
110,75
131,75
148,5
136,65
130,9
184,75
134,75
117
102,65
170,5
131,5
101
94,13
13,9
28,5
16 86,65 119,5
95
95
95
187,5
16
86,75
119
94,5
41,4
143,5
117,25
137,5
110
129,75
148,5
134,75
130,4
183
135,25
Schluck, mittag» börse
Schluß- furtf
132,5
99,5
92,75
Schluß!. Abend» börsc
Schlußkurs
116,5
100,75
170,5
132,25
99
92,75
132,5
101,25
94
111
63,4
118.5
118,25
89
137,75
103,5 163.75
89,75
30 286,75 189,25
160
95,25
95,25
188,5
O] 98,5 0 123,75
9,8
12
8,5
5,2
40,25
Daimler Motoren ‘ Deutsche Linoleum
Aecumulatoren-Fabrik öonti-tSummi.......
Philipp Holz mann .... ßcmenttoerf Heidelberg Eementwerk Karlstadt..
29,5 1,55
9,8
9,5
9,75
11,9
9,75
9,5
9,65
11,65
9,85
9,75
9,8
11,9
Lrenstein S Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Cbade .............
41,13
143,75
118
137
110,5
131,75
148,5
136,75
130,5
185,9
134,4
Schultheis Patzenhofer ....... 4
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................o
“ . 0 0 7
0 0 0 12 8
11,75
6,3
8,5
5,2
40,5
4% Oesterrelchstche Golbrente.... 4^0% Lesterreichische Silberreutc 4% Ungarische Goldrente .......
4% Ungarische Staatsrente ö. 1910 4%% desgl. von 1913..........
6% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische BagdadbahN'Anleihe Serie I.....................
Gritzner...................... zgi
Mainkraftwerke Höchst a.gu„ 4 —
Süddeutscher Zuck« 202,25 !
4% desgl. Serie II .............
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V,°/oRumän.vereinh.Rentev.l91g 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ...............
103,75
i 163,25
Hamburg-Amertka-Pakel .....0
Hamburg-Südam. Dampfschiss. 0
Norddeutscher Lloyd .........0
A.G. für Verkehrswesen Akt, .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 5
Commerz, und Prioat-Bank ... 0
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................0
Dresdner Bank...............
Reichsbank ................12
Buderus ............... 0
Deutsche Erdöl .......... 4
Gelsenkirchener........ O
Harpener...................0
Hoesch Eisen—Köln-Neueste« .. O Ilse Bergbau .......
Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke .......
Mannesmann-Röhrn»
A.E.V......................0
Bekula.................... 10
Siehr. Lieferungsgesellschast... 5
Licht und Straft ........... 6%
Felten & Guilleaume......... 0
Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6
Rheinische Elektrizität ........5
Rhein. Wests. Gleite..........6
Schlickert & (jo.
Siemens & Halske.
LohmenerLCo. ..
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß» fur4
Schluß!. Abend- börse
Schluß» furi
Schluß!. Mittag» börse
Datum
20.8.
21.8
20-8
21.8.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
101
101,25
101,5
101,5
4% Deutsche Reichsanl. von 1994
97,5
97,75
97,7
97
6!/2% Doung-Anleihe von 1930
Deutsche Anl.»Ablös.»Schuld mit
103,25
103,4
103,5
103,5
Anslos.-Rechten .............
111,75
111,65
111.75
111,8
4*/!% Deutsche Relchspostschatzan-
Weisungen von 1934, 1.......
6% cüem.8% Hess. Volksstaat 1929
100,6
100,5
100,65
100,5
(rückzahlb. 102%)............
4K«% ehem. Hessische Landesbank
Darmstadt Gold R. 12........
97,65
97,65
—
97,65
96,65
96,65
96,5
6y,% ehem. Hess. Landes-Hypo-
thekenbanl Darmstadt Liaui ... 4ft% ehem. 8% Darmst. Komm.
100,75
100,75
—
—
LandeSb.Goldschuldverschr. R.6
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
93
93
—
—
Auslos.-Rechten .............
128,5
128,5
_
126,5
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
4 /t% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank
115,25
115,75
115,5
115,5
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
96,65
96,65
*
—
i>/2% ehem. 4%% Franks. Hyp.» Bank-Liyu.-Pfandbriefe.......
101,25
101,15
5Vi% ehem. 4'/,% Rheinische
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe.....
101,75
101,75
101,75
101,75
4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
97
97
97
97
4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand.
briesanst., Gold Komm. £61.VI
97
97
97
97
Steuerflutf*. Verrechnung«!. 35-39
107,4
107,4
107,4
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß« kurs
Schlußk. Abend» börse
Schlußkurs
GcNlußk. Mittagbörse
Datum
20-8.
21-8.
20.8.
21 8.
Mansselder Bergbau ..
....... 1
116,5
—
116
116
Kokswerke ...........
—
122
120
Phönix Bergbau.......
.......O
-
—
Rheinische Braunkohlen
.....12
224,25
222,75
225
223,25
Rheinstahl ...........
.....6V1
118,25
117,5
118,75
117,75
.......c
88,13
87,4
88,13
87,25
.......0
19,5
19.75
19.65
19.5
Kaliwerke Aschersleben.
.......6
139,5
139,65
139,4
138,75
Kaliwerke Westeregeln .
.......5
134,0
134,5
134,75
134,5
Staliroede Salzdetfurth
.....IVi
200
198
199
198,13
JJ. G. Farben-Jndustrie
.......7
159,25
158
159,25
158,9
.......1
239,5
240
—
—
Goldschmidt .........
.......O
113,5
112,5
114
112
Rütgerswerle ........
.......4
121,5
—
121,5
121,5
MetaUgeiellschast......
.......4
114,5
114,5
115
115,25
20-August
21 .August
Amtliche Geld
Notierung Lries
Amtliche Notierung
Gelb
Bries
Buenos Aires
0,666
0,670
0,666
0,670
Brüssel ....
41,87
41,95
41,86
41,94
Rio de Jan.
0,139
0,141
0,139
0,141
Sofia.....
3,047
3,053
3,047
Kopenhagen
55,07
55,19
55,12
55,24
Danzig ....
46,97
47,07
46,965
47,065
London....
12,335
12,365
12,345
12,375
Helsingfor».
5,435
5,445
5,44
5,45
Paris .....
16,43
16,47
16,43
16,47
Holland ...
167,85
168,19
167,76
168,10
Italien....
20,33
20,37
20,36
20,40
Japan.....
0,729
0,731
0,729
0,731
Jugoslawien
5,684
5,696
5,684
5,696
Oslo.....
62,00
62,12
62,05
62,17
Wien......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon...
11,18
11,20
11,19
11,21
Stockholm..
63,60
63,72
63,65
63,77
Schweiz ...
81,06
81,22
81,05
81,21
Spanten...
34,03
34,09
34,03
34,09
Prag......
Budapest ..
10,30
10,32
10,31
10,33
Reupork...
2,476
2,480
2,478
2,482
Berlin, 21 .August
Geld
Bries "
Amerikanische Noten..............
2,43
2,45
Belgische Noten..................
41,72
41,88
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
12,35
Französische Noten..............
16,38
16,44
Holländische Noten...............
167,34
168,02
Italienische Noten................
19,46
19,54
Norwegische Noten ..............
61,84
62,08
Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling
Rumänische Noten...............
—
—
Schwedische Noten...............
63,43
63,69
Schweizer Noten.................
80,82
81,14
Spanische Noten.................
33,67
33,81
Ungarische Rote» ................


