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übermittelten u. a. Der Gauleiter und Neicysstatt- halter in Hessen, Sprenger, der Kreisdirektor des Kreises Gießen und der komm. Propst von Oberhessen, Trommershausen, Frankfurt a.M.

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Nidda, 21. Juli. (LPD.) Bei Ausschachtungs­arbeiten für ein Wohnhaus in der Bahnhofstraße stieß man auf eine Reihe menschlicher Ske­lette. Man fand auch Grabsteine mit den Jahres- zahlen 1630 und 1635. Es handelt sich vermutlich um Pestgräber aus dem Dreißigjährigen Krieg. In diesen Jahren wütete in Nidda die Pest, der 3000 Menschen zum Opfer fielen.

* Berstadt, 20. Juli. Bei der Arbeit trug der Schmied Wilhelm Kaiser von hier eine schwere Verlegung der rechten Hand durch Stahlsplitter davon. Der Verunglückte mußte sich nach Gießen in ärztliche Behandlung begeben.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 21. Juli. Am Freitag, 2. A u - gust, findet hier im Sitzungssaale des Kreisamtes

eine koftenlofe Beratungsftunde der K r ü p p e l f ü r s o r g e statt. Der Leiter der Ortho­pädischen Universitätsklinik in Gießen, Prof. Dr. Pißen, wird an diesem Tage in der Zeit von 10 bis 12 Uhr die kostenlose Sprechstunde für Krüppel abhalten.

Kreis Lauterbach.

* 21 U 5 bem Vogelsberg, 21. Juli. In dem Dorfe Ober-Moos mußte in den letzten Tagen eine Kriegerwitwe die betrübliche Entdeckung machen, daß während ihrer Abwesenheit ein Be­trag von 17 0 Mark aus einem Kasten des Tisches g e st o h l e n worden war. Einem Bauer in dem Orte Nösberts wurde, ebenfalls in den letzten Tagen, ein kurz vorher erst eingenommener Betrag von rund 2 0 0 Mark g e st o h l e n. Aus verschiedenen Anzeichen glaubt man schließen zu können, daß es sich bei den Tätern um Angehörige einer Einbrecherbande handelt, die in ganz crrin-mer Weise zu Werte geht. Die Ermittlungen sind im Gange.

Ärteg mugemacht, war in Gesangenfcyaft geraten und hatte dort einen Kameraden kennengelernt mit dem er feste Freundschaft schloß. Vier Jahre lang blieb Datz mit seinem Freund, der aus Bie­bern' stammte, in Gefangenschaft. Nach dem Kriege trennten sie sich und jeder zog in seine Heimat. Zum Abschied gelobten sie sich, im Todes­fälle des einen oder des anderen sich durch die Angehörigen benachrichtigen zu lassen, damit der Ueberlebenfoe dem Kameraden das letzte Geleit geben könne. Die Angehörigen des Datz wollten nun den letzten Willen des Toten erfüllen und dem Kameraden in Biebern die Hiobsbotschaft übermitteln. An dem Tage, an btm der Brief fort­ging, kam auch ein Brief von den Angehörigen des Kameraden an, in dem mitgeteilt wurde, daß der Freund tödlich verunglückt fei und Datz kommen möge. Beide Kameraden waren gleich-

Zeing piuyiicn ums XJeoen a<.luiuuivu. ^,.ilunie5 Schicksal!

Kt*mc Geschäfte imh fein Del lehr mit Juden.

LPD. Schornsheim (Nheinh.), 20. Juli. Der ® e m e i n b e r a t von Schornsheim faßte folgende Entschließung: Bei bet Veraebuna von GeMLinde- arbeiten an Hanbwerker uno Fuhrleute unb bei Lieferungsauflrägen an Geschäftsleute sollen nur noch biejenigen berücksichtigt werben, die einschließ­lich ihrer im Haushalt lebenden Angehörigen keine Geschäfte mit Juden tätigen unb keinen Verkehr mit Iuben pflegen. Sie haben hier­für ber Bürgermeisterei eine eidesstattliche Erklä­rung abzugeben. Die Mitgliedskarte der Deut­schen Arbeitsfront ist jeweils vorzulcgen.

Höchstpreise für Schweine.

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Aus den preußischen Aachbargebieten.

Ginweihung des neuen Gchw.mm- bades in Lützellinden.

* L ü tz e l l i n b e n , 22. Juli Am gestrigen Sonn­tag würbe hier bas neue, ibyllisch im Linbbachtal gelegene Sch wimmb ab eingeweiht unb seiner Bestimmung übergeben. Vor vielen Teilneh­mern aus bem Orte unb ber näheren Umgebung, auch vor zahlreichen Gästen aus Gießen, hielt Leh­rer (Boubeaub, ber Dorsitzenbe ber Lützel- lindener Babegemeinschaft, eine kurze Ansprache, in der er zunächst die zahlreichen Mitglieber unb Gäste begrüßte. Dann gab er einen Rückblick auf bie Entstehungsgeschichte des Babes. Er schilberte ein- gehenb bie Arbeit, bie mit ber Erstellung bes Babes ! verbunden war, und sagte allen denen herzlichen Dank, die sich in uneigennütziger Weise für den «Bau des Bades einfetzten. Insbesondere hob er u. a. ibie aufopferungsvolle Arbeit von Herrn Ernst Ihervor. Mit dreifachemSieg-Heil" auf Volk und Bührer klang bie Ansprache aus. Gemeinsam wur­den sodann die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liebes gesungen.

Sodann sprach im Auftrag ber Fachschaft Schwimmen im Gau XII (Hessen) Gauschwimmwart Sauer- Gießen. Er gab seiner großen Freube über bie Schaffung bes Babes Ausbruck unb sprach tdann in grunbsätzlichen Ausführungen über bie Hohe Bedeutung des Schwimmens für die Gefund- «rhaltung der Jugend und unseres Volkes. Seine Ansprache klang in einem dreifachenSieg-Heil" nuf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler aus.

Im weiteren Verlaufe ber Veranstaltung wartete die Schwimmabteilung bes Turnver- sins 18 4 6 Gießen mit sehr interessanten Vor- ührungen auf. Die Schwimmer zeigten im Stil- ichwimmen die verschiedenen Schwimmarten und Erzielten damit zweifellos eine gute Werbewirkung. Staffelwettkämpfe wurden mit großer Aufmerk­samkeit verfolgt. Einige humorvolle Einlagen fehlten richt unb bereiteten den Zuschauern große Freude. Den Abschluß ber Darbietungen bilbete ein flottes Wasserballspiel, bas ben Zuschauern bie großen Möglichkeiten der Körperbeherrschung im Wasser Rar vor Augen führte.

Schließung der Metzgereien im Kreise Wetzlar aufgehoben.

LPD. Wetzlar, 21. Juli. Das Landratsamt silt mit, daß die bei den zuständigen Dienststellen in Berlin geführten Verhandlungen zu bem Ergebnis «führt haben, daß vorbehaltlich einer anberroeitigen ilndgültigen Regelung, die sich der Minister aus- !irücklich Vorbehalten hat, im Kreise Wetzlar ein Breis von 80 P f. für bas Pfund Rind- Heisch vorläufig zugelassen worden ist. Im Ein- isrnehmen mit bem Regierungspräsidenten konnte isshalb die vor einigen Tagen erfolgte Schlie - | u n g verschiedener Metzgereibetriebei im Kreise Wetzlar rückgängig gemacht werden. : $ ie Geschäftsinhaber, die der Preisfestsetzung des Regierungspräsibenten zuwidergehandelt Haden, r erden jedoch mit einer Ordnungsstrafe belegt.

Ein pimpf als Lebensretter.

LPD. Wetzlar, 21. Juli. Beim Baben in ber iiabn in der Nähe des Kreisortes Naunheim

geriet ein siebenjähriger Junge an eine tiefe Stelle und versank. Kurz entschlossen sprang ber 13 Jahre alte Jungvolkpimpf Erich Seifert aus Naunheim hinzu unb konnte ben Jungen im letzten Augenblick vom sicheren Tobe bes Ertrinkens retten. Zweimal mußte sich ber Retter von bem Ertrinkenben losreißen, ba ihn biefer am Hals um­klammerte unb schließlich beibe ertrunken wären.

Auf her SeirnreHe ertrunken

Wetzlar, 21. Juli. (LPD.) Am Donnerstag traf in Wetzlar eine 26 Personen zählend« Reisege­sellschaft aus Schlesien mit einem Omnibus ein unb übernachtete in verschiebenen Gaststätten. Der 38 Jahre alte Erich Schefczyk besuchte abenbs noch bas Stranbbab an der Lahn. Dor der Weiterfahrt feiner Gesellschaft am Freitag, bie auf 7 Uhr festgesetzt mar, wollte er nochmals ein Bab nehmen. Die Babeanstalt war allerdings noch ge­schlossen. Schefczyk verschaffte sich auf Umwegen Eingang. Das Bab würbe ihm zum Verhängnis, benn er ertrank an einer tiefen Stelle. Gegen 10 Uhr entberfte man feine Kleiber, unb gegen Mit­tag konnte die Leiche geborgen werden.

Jn eine Hitlerjugend-Kolonne gefahren

Frankfurt a. M., 21. Juli. (LPD.) In den frühen Tlorgenftunben des Sonntag fuhr ein M o - torrad mit Beiwagen auf ber Straße Frank­furt Neu-Jfenburg in eine marfdjierenbe HI. - Kolonne. Dabei erlitten zwei Hitlerjungen schwere Verletzungen, bie ihre Ueberfuh- rung in ein Frankfurter Krankenhaus notroenbig machten. Der Motorrabfahrer blieb unverletzt, wäh- renb der Beifahrer leichtere Verletzungen davontrug.

Öotelbiebe im Launus

Lpd. Frankfurt a. M., 20. Juli. Ein angeb­lich aus Berlin stammendes Ehepaar macht ge­genwärtig in einem alten Mercedes-Wagen ben nörblichen Taunus burch feine Diebereien in Hotels unsicher. Das Paar schreibt in die Frem­denbücher feinen Namen so unleserlich ein, daß er nicht zu entziffern ist. Aus einem Hotel in Berg- nassau mar am Tage der Abreise bes Paares eine größere Geldsumme verschwunden. Jetzt mürbe nach ber Abreise des Paares von ber Schaum­burg in dem Hotel mieber ein Geldbiebstahl ent­deckt. Das Paar steht in bem bringenden Verdacht, auch noch in anderen Orten HotelÄebstähle ausge­führt zu haben.

Jüdischer Viehhandel ausgeschlossen.

LPD. Altenkirchen, 21.Juli. Die Metzger- meister des Kreises Altenkirchen haben be­schlossen, in Zukunft bas Vieh für ihren Bebarf nicht mehr bei den Juden zu kaufen. Da auch die Märkte in Altenkirchen und Hamm juden­frei sind, dürfte praktisch der jüdische Zwi- jchenhandel mit Vieh ausgeschaltet sein.

Kreis Dehlar.

0 Wetzlar, 21. Juli. Da an vielen Stellen des Kreises die Ob ft bäume bas Auftreten der Blutlaus zeigen, hat ber ßanbrat in einer Ver­fügung an bie Bürgermeister zur energischen Be­kämpfung der Blutlausgefahr aufgeforbert.

Starkenburg und Rheinhessen.

Die hessischen Sparkassen im Dienste des Winterhilfswerks.

LPD. Darm stabt, 21. Juli. Auch bet der Durchführung des W i n t e r h i l f s m e r k s 159 3 4/35 haben sich die hessischen o f f e n t - l chen Sparkassen unb ihre Bankanstalt, bie Lunbeskommunalbank-Girozentrale Darmstabt, in uneigennütziger Weise in ben Dienst ber Sache ge­stellt unb insgesamt ben stattlichen Betrag von 43 3 847 Mark aufgebracht. Im wesent­lichen entfällt biefer Betrag auf Spenben, bie im er. geren Kunbenkreis unb sonst bei ber Bevölkerung g sammelt würben. Aber auch das Aufkommen an ebenen Spenden ist höchst befriedigend, wird doch b:r vorgesehen gewesene Richtsatz um nahezu das Ireisache überschritten.

Jubiläums -Gartenschau! und Deutsche Dahlienschau 1935 Darmstadt.

!LPD. Darmstadt, 21. Juli. Im Orangerie- I)::u5 mürbe am Samstag in einem feierlichen F stakt bie Jubiläums-Gartenschau 1935 eröffnet. Der Gartenbauverin Darmstadt, dessen hunbertjahr-Jubiläum den Anlaß zu der Ausftel- 1mg gab, mit ber noch bie Deutsche Dahlien- (qjau oerbunben ist, hat bamit einen bebeutfamen Uwrtftein feiner an Erfolgen reichen Geschichte ein- arügt. Etwa 200 gelabene Gäste wohnten dem ssftakt bei. Kurz nach 11 Uhr erschien Gauleiter ichsstatthalter Sprenger mit seinem Stabe urlb wurde von der Festoersammlung mit dem D utschen Gruß begrüßt. Die Begrüßungsan- Ip ache hielt ber Dorsitzenbe bes Gartenbauvereins ükrmftabt, Dr. Hans Heil. Der Präsibent ber Rutschen Gesellschaft für Gartenkultur, Pg. Jo- . onncs BÖttner, war wegen bienstlicher Jnan- I» uchnahme am Erscheinen verhinbert unb hatte eine Vertretung bem Beauftragten ber Gesellschaft Jemens Mü11erklein übertragen, ber bie ir spräche bes Präsibenten zur Verlesung brachte, ilnbesbauernführer Dr. Wagner eröffnete bann i Ausstellung mit bem Wunsche, daß sie ben be- u-enen Stäuben neue Anregung geben unb bie Uckische Bevölkerung erkennen möge, baß, wenn es

gelungen sei, durch biese Ausstellung Boden unb Blut bem deutschen Volke nahe zu bringen, sie ihren Zweck vollauf erfüllt habe. Nach einer weiteren Ansprache bes Oberbürgermeisters Wambo 1 bt erfolgte ein Runbgang burch bie Ausstellung unter fachmännischer Führung.

Nach 11 Jahren noch Granatsplitter im Körper.

LPD. Groß-Gerau, 20. Juli. Der Schutz­mann Sturm in Waller st äbten würbe mit einigen anberen Kameraben 1918 von einem Voll­treffer überrascht und mußte damals mit einer schweren Verwundung ins Lazarett gebracht wer­den, wo ihm 17 Granatsplitter aus dem Oberschenkel entfernt wurden. Nach 14monatigem Krankenlager wurde er entlassen. Nunmehr haben sich in der letzten Zeit bei Sturm wieder Schmerzen im Oberschenkel eingestellt. Eine Röntgenaufnahme im hiesigen Krankenhaus hat ergeben, daß noch 18 Granatsplitter im Oberschenkel fitzen.

Zwei Motorradfahrer beim Auffahren auf einen Lastzug getötet.

SPD. Ma i n z, 20. Juli. Jn der vergangenen Nacht ereignete sich in Mainz-Gustavsburg in der Darmstädter Landstraße ein schwerer Der- kehrsunfall. Ein Motorradfahrer fuhr mit seinem Sozius in sehr rascher Fahrt von Mainz nach Mainz-Bischofsheim. Jedenfalls durch Unachtsamkeit fuhren sie auf den Anhänger eines in der Darmstädter Landstraße haltenden Lastzuges mit solcher Gewalt, daß beide Fahrer sofort t o t waren. Bei den Toten handelt es sich um die Autoschlosser Franz Orth aus Mainz-Bischofs­heim unb Alois Orth aus Nieberolm.

Kriegskameraden «m Tode vereint.

Ein seltsames Zusammentreffen.

LPD. Bingen, 20. Juli. Welch seltsames Spiel das Leben treibt, zeigt folgender Vorfall: In Wallhausen an ber Nahe war vor ein paar Tagen ber 46jährige ßanbroirt A. Datz tödlich beim Heueinsahren verunglückt. Dav bam b**

Die am 1. August 1934 eingeführte Marktord­nung auf dem Gebiete bes Schlacktviehverkehrs hat es möglich gemacht, bie Preise für Schweine auf einen Stand zu heben und hier zu halten, ber ben deutschen Bauern in die ßage setzt, bie ausreichende Versorgung bes beutschen Volkes mit Schweine­fleisch zu sichern. Ebenso notwendig wie die im Vorjahr erfolgreich in Angriff genommene Besse­rung ber Schweinepreise ist es aber jetzt, eine über­mäßige Preissteigerung zu nermeiben, zumal sie nach ben Erfahrungen früherer Jahre nur zu einer über ben Bedarf hinausgehenden Ausdehnung ber Schweineerzeugung führen würde. Außerdem ist eine Erhöhung der Schweinepreise über den augen­blicklichen Stand hinaus nicht erträglich, weil da­mit die Maßnahmen der Reichsregierung zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit durchkreuzt würden.

Die fyaupfoereinigung der Deutschen Diehwirt- schäft hat sich daher entschlossen, mit Zustim­mung des Herrn Reichs- und preußischen Mini- sters für Ernährung und Landwirtschaft Höchst­preise für Schweine festzusehen, die nicht über­schritten werden dürfen.

Je nach ßage ber einzelnen Märkte zum Er- zeuaungsgebiet sind diese Höchstpreise für Schweine zwischen 50 bis 54 Mark je 50 Kilogramm ßebcnb» gewicht abgestuft, um eine gleichmäßige Versorgung aller Märkte zu sichern. Es sei darauf hingewiesen, daß dies Marktpreise sind, die alle Un­kosten ab Stall bis zum Verkauf auf ben Märk­ten einschließen. Daher müssen bie Preise, die ben Erzeugern ab Stall gezahlt werden, ent- sprechenb niedriger liegen als diese Marktpreise. Die Hauptoereinigung der Deutschen Viehwirtschaft hat Vorsorge getroffen, daß diese Preise einge­halten werden.

Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, werden die Höchstpreife der Schlachtschweine in Mark je 50 Kilogramm u. a. auf folgenden Schlachtvieh- Märkten betragen: Aachen 54, Berlin 51, Dort­mund 53, Darmstadt 54, Frankfurt a. M. 54, Hannover 50, Kassel 52, Koblenz 54, Köln 54, Mainz 54, Mannheim 54, Wiesbaden 54 Mark. Zuwiderhandlungen werden nach § 8 Abs. 3 Nr. 3 der Satzung der Hauptvereinigung mit Ordnungs­strafen bis zu 10 000 Mark im Einzelfalle bestraft.

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Der Auftakt zum 16. Mönsegelflug -Wettbewerb.

Beachtliche Fernflüge.

Auf der Wasserkuppe und ihren benachbarten Hängen nahm am Sonntag der vom Deutschen ßuftsportverband oeranftaltete und unter der Schirmherrschaft des Reichsministers der ßuftfahrt, General der Fliger, Göring, stehende 16. Rhön- Segelflugwettbewerb feinen Anfang. Die feierliche Hiffun-g ber Flaggen bes neuen unb alten Reiches sowie ber Farben des DßD. in Anwesenheit der angetretenen Fliegermannschaften in ihren schmucken graublauen Uniformen fand wegen der zunächst herrschendenWaschküchenstimmung" erst im ßaufe des Vomittag statt.

Fliegerkapitän R o e h r e , Wettbewerbsleiter der 16. Rhön, richtete im Beisein ber Mitglieder ber Wettbewerbsleitung Worte über Zweck unb Ziel der diesjährigen Veranstaltung an die ßagerinsassen unb brachte ein dreifaches Siegheil aus den Führer aus.

Die ßuftsport-ßandesgruppen Halberstadt, Dres- au, Hannover, sowie die ßandesgruppeDeutsche Lufthansa" entsandten je zwei Maschinen, bie Luft­sport-Landesgruppen Königsberg, Stettin, Weimar, München, je drei und bie ßanbesgruppen Hamburg, Berlin, Dortmunb und Nürnberg je vier Segel­flugzeuge. Die ßuftsport-ßandesgruppen Dresden und Essen sind mit je fünf Maschinen vertreten, während Darmstabt unb Stuttgart mit sechs bzw. sieben Seglern zu Stelle sinb. Typenmäßig lassen sich diese 59 Segelflugzeuge in bie nach­stehenden Baumuster einteilen: Anzahl derRhon-

abler" 21, berRhonbussarbe" undRhönsperber" je 9, dieConbore" 12 unbCondor II" 1. Hinzu kommen noch 7 Sonberkonstruktionen (u. a. Hellas^ Askania, Moazagotl und Mayer II).

Die Mitglieber ber unter Führung bes Segel­flugkapitäns Plath stehenden technischen ßeitung vollbrachten inzwischen ganze Arbeit. Bis zum Abend des ersten Wettbewerbstages konnten einige dreißig Wettbewerbsflugzeuge abgenommen und zugelassen werden. Und nun wieder erstmals das altgewohnte Bild. In flottem Tempo brachten bie Fliegermann­schaften ihre ßeistungssegler hinauf zum Kuppen­hang die bald von kräftigen Händen in ihr Ele­ment geschleudert wurden. Westliche Winde, die mit­unter bis zu zwölf Sekundenmeter auffrischten, lie­ßen die ersten Streckenflüge zu. Den Reigen eröffn nete der aussichtsreiche Mannheimer Hofmann auf Rhönsperber", von dem im Augenblick noch keine ßanbemelbung vorliegt. Ihm folgten die Hannove­raner, die Berliner, bie Aachener, bie Westfalen, und der Forschungsflieger W i e gm e y e r, eben­falls aufRhönsperber". Spilaer, Akademische Ka­meradschaftM. v. Richthofen , Darmstadt, schaffte aufRhonbussard" einen 125-Kilometer-Fernflug bis zur tschechischen Grenze, während der <5üth deutsche Hakenjos auf tschechischem Gebiet in der Nähe des Radiumbades Brambach, l§0 Kilo­meter weit, feinenRhönadler" landete. Andere Segelflieger blieben über dem Gelände der Wasser-, kuppe und sammelten in Dauerflügen Zeit. Insge­samt wurden etwa 30 Wettbewerbsflüge aus­geführt.

Die Zahl der das Fliegerlager am ersten Wett­bewerbssonntag besuchenden Zuschauer betrug gegen 5000.

Das 82. Feldbergsest.

tkeber 2000 Wettkämpfer auf dem Feldberg.

(Sonderbericht desGießener Anzeigers".)

Das älteste deutsche Bergfest wurde Samstag und Sonntag xum 82. Male durchgeführt. Neben den rund 1600 Turnern unb Turnerinnen aus etwa 250 Vereinen ber DT. ftanben die Kameraben aus ben Sportvereinen. Der Aufruf an bie Wehr- oerbänbe zu dem Mannschaftswehrkampf, wie er in biefer Art erstmals beim Felbbergfest burchgeführt tiurbe, würbe überall so freudig aus­genommen, daß über 500 Kameraden aus ben Wehrverbänden (SA., SS., NSKK., Arbeitsdienst unb Polizei) in 85 Sechser-Mannschaften an dem Kampf teilnahmen.

Einfachheit, Naturverbundenheit unb Volkstüm­lichkeit, bie bem beliebten Bergfest immer schon eigen waren, zeichneten auch bas diesjährige Felb­bergfest mieber aus. Das Fest nahm wieder feinen Anfang mit dem traditionellen

Mannfchaflskampf um das historische Völsungenhorn.

Fünf Vereine traten Samstag mittag auf bem Marktplatz in Cronberg mit ihren Sechser-Mann­schaften an. Es folgte bann der voraesckriebene Gepäckmarsch auf den Berg. Den aus Hochsprung, Kugelstoßen, Keulenwerfen unb Hindernislauf be- tehenven eigentlichen Kampf entschied nach span­nendem Verlaus der Verteidiger des wertvollen Wanderpreises, Stadtsportverein Frank- urt a. M., mit 351 Punkten für sich.

Der Samstagabend vereinigte eine stattliche und frohgesttmmte Berggemeinde im Feldberghof zum

Deutschen Bergabenb,

ben ber Vorsitzende des Felbbergfest-Ausschusses, Hugo Pfaff (Frankfurt a. M.), mit einem Herz- lichen Willkomm eröffnete. Sein Gruß galt be- sonders auch ben in größerer Zahl erschienenen Ehrengästen.

ßanbrat Dr. Janke grüßte namens ber Regie- rung bie Gäste auf bem Felbberge, babei anknüp- enb an die unvergeßlichen Jubiläumstage der Tur­nerschaft in Koburg. die er als ßandsmannschafter miterlebt habe. Stellvertretender Gebietsführer R ö d d i n g überbrachte bie Grüße bes Gebiets- ührers Oberbürgermeister Dr. Krebs- Frankfurt am Main unb bezeichnete es als eine geschichtliche Stunbe, baß von nun ab Wanberer unb Turner- f<fre!t im Vfß. zusammen marschieren würben.

Ein ßichtbildervortrag des Bezirks- pressewarts W. Wollenberg - Frankfurt a. M. vermittelte bann ein anschauliches, lebenbiges Bild von ber abwechselungsreichen Geschichte bes ältesten beutschen Bergfestes. Gemeinsame ßieber unb munbartliche Vorträge des oberhessischen Heimat­dichters Wilhelm Philipps umrahmten den Vortrag und gaben dem Bergabenb bie heitere Note.

Wegen ber unbestimmten Witterung in ber Frühe hatte man leiber bie Morgenfeier von ber Feftfolge absetzen unb gleich mit ben

Wettkämpfen

beginnen müssen, bereu ßeiftungen burch bie kühle Witterung unb ben starken Winb wohl beeinträch­tigt würben, bie aber reibungslos burchgeführt wer­ben konnten. Die Wettkampfplätze unb Wettkampf­einrichtungen befanben sich in sehr gutem Zustande. Die Wettkampffelber waren umrahmt von bem ge­wohnten Bilb bes Volksfestes, in bem neu war bas in ber Mittagspause froh belebte Zeltlager ber Wehrverbänbe. Turnersänger, eine SA.-Kapelle unb ber Lubwigshasener Spielmannszug sorgten für musikalische Unterhaltung. Gegen 13 Uhr lenkten bie von ben Gepäckmärschen eintreffenben Wehr­mannschaften unb Turner bie Aufmerksamkeit ber Zuschauer auf sich. Die Mannschaften, bie kurz nach 11 Uhr am Bahnhof Cronberg abmarschiert waren, kamen nach achtunggebietenber ßeiftung fast ohne Ausnahme in bester Haltung burchs Ziel. Dasselbe gilt von ben Turnern, bie nach Beenbigung bes Vierkampfes um 11 Uhr den ßeistungsgepäckmarsch angetreten hatten. Die Jugendklasse ber Turner zeigte babei burchweg bie besseren ßeiftungen.

Nach kurzer Mittagspause führten dann der Hin- dernislauf der Wehrverbände, bie fpannenben Staf­felläufe ber Turner unb Turnerinnen, gymnastische Darbietungen der Turnerinnen, sowie ein Tischsprin- gen der Turner zum feierlichen Ausklang des Festes in die

(?5iea<>ref»run(i.

Zu Beginn nahm Hugo Pfaff nochmals Gelegen­heit, die Turner, Sportler und Kameraden aus den Wehrverbänden unter Hinweis auf den tieferen Sinn dieses 82. Feldbergfestes willkommen zu hei­ßen. Anschließend überbrachte Bezirksbeauftragter Topp die Grüße des Gaubeauftragten B e ck e r l,