nen ein dem Zweck des Gebäudes entsprechender neuer Farbanstrich aufgebracht werden wird. Die Erneuerungsarbeiten, die noch etwa drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen, werden von der Firma Gebr. Nicolaus ausgeführt. Die Kosten der Neu- Herrichtung belaufen sich auf rund 2500 Mark. Die Trauerfeiern finden während der Jnstandsetzungs- zeit im Vorhof der Friedhofstapelle statt.
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** E i n Sechsundsiebzigjähriger. Am vergangenen Samstag konnte Herr Martin Fischer, Bahnhofstraße 69, seinen 76. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist seit 45 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers.
** Geschäftsjubiläum. Am Dienstag, dem 23. Juli, kann der Friseurmeister Otto G a t h, Bahnhofstraße 62, sein 25jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Herr Gath ist an diesem Tage auch seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.
** Straßensperre. Auf der Reichsstraße Alsfeld—Lauterbach wird die Strecke Brauer- fchwend — Reuters wegen Ausführung von Kleinpflasterarbeiten von heute ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Hergers- dorf—Wallenrod.
** Weihnachtsfeiern und Elternabende der Schulen nicht genehmigungspflichtig. Don zuständiger Stelle wird darauf hingewiesen, daß die Schulen für die Veranstaltung der üblichen Weihnachtsfeiern, Elternabende und dgl. nicht der Genehmigung der Reichsmusikkammer, Reichstheaterkammer usw. bedürfen.
** Fahrbahn - Verbreiterung in der FrankfurterStraße. Inder äußeren Frankfurter Straße wird gegenwärtig, von der Schubert- straße ab in Richtung nach Klein-Linden zu, die Fahrbahn auf der östlichen Seite um etwa 2 Meter Breite erweitert. Bei dem starken Fährverkehr, der sich über diese Hauptdurchgangsstraße abwickelt, ist diese Erweiterung der Fahrbahn zu begrüßen. Für
i den Fußgängerverkehr kommt dabei keinerlei Nach- ! teil in Betracht, da der für die Fußgänger verblei- bende Geländeteil immer noch breit genug ist, ferner die Fußgänger in der Hauptsache die westliche Seite der Straße benutzen.
** Auffälliges Verschwinden von Katzen. In der jüngsten Zeit sind aus Häusern im Seltersweg, in der Löwengasse und in Teufelslustgärtchen kurz hintereinander verschiedene, zum Teil sehr wertvolle Katzen verschwunden. In der Hauptsache scheint man es auf besonders schön gezeichnete und gut gepflegte Tiere abgesehen zu haben. Die Besitzer bedauern den Verlust ihrer Tiere sehr. Wer sich der Tiere bemächtigt, konnte bisher nicht festgestellt werden, es wird aber vermutet, daß hier ein Rohling sein Unwesen treibt.
♦* Kein Wasser unmittelbar nach Gurken! Gegenwärtig ist wieder die Zeit des Gurkensalats. Es ist eine erquickende Speise, die uns dieses Gemüse bietet. Vielfach wird aber noch die Unvorsichtigkeit begangen, unmittelbar auf Gurkensalat Wasser zu trinken. Davor sollte man sich hüten, denn unmittelbares Trinken von Wasser auf Gurken kann die schwersten gesundheitlichen Störungen nach sich ziehen. Ebenso wie bei dem Genuß von Kirschen sollte man auch nach dem Genuß von Gurken wenigstens 2 bis 3 Stunden vergehen lassen, bevor man Wasser trinkt.
** Freie Lehrer st ellen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ober-Rosbach, Kreis Friedberg. Die Dienstwohnung ist am 1. Oktober beziehbar; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Unter-Sensbach, Kreis Erbach. Schöne Dienstwohnung ist vorhanden und sofort beziehbar. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben.
Oie SA. im Reichswettkampf.
LPD. Die Presseabteilung der SA.» Gruppe Hessen schreibt uns:
In allen Einheiten der SA. herrscht ein emsiges Treiben. Mit doppeltem Eifer werfen sich die SA.» Männer nach des Tages Arbeit in den Dienstanzug, um zum Dienst zu eilen. Häufiger als sonst kann man sie nachher zusammen stehen oder sitzen sehen, in eifriger Unterhaltung. Geschäftig sind Sonder- trupps bei geheimnisvollen Vorbereitungen, und wenn man mit ihnen hinaus geht und ihnen zusieht, da werden im Gelände Hindernisse gebaut, Sperren angelegt, Reiserberge geschichtet und Wassergräben mit schlanken Baumstämmen überbrückt. Und die anderen trifft man, wie sie zwischen der Arbeit oder in der Freizeit Sonntags, im Strandbad oder im Walde eifrig in mitgebrachten Büchern studieren.
Es geht um den Reichswettkampf der SA. Der Führer hat diesen Wettkampf befohlen, in dem die charakterliche Haltung wie der körperliche und geistige Leistungsstand eines jeden Sturmes einer Prüfung unterworfen wird. Immer bessere Stürme werden sich vorarbeiten aus den Bereichen der Sturmbanne, der Standarten, Brigaden und zuletzt der Gruppe. Die besten Stürme des Reiches treten vor dem Führer in Nürnberg auf.
Man versteht, wie ein solcher Reichswettkampf der SA. der letzten Anstrengung eines jeden Einzelnen wert ist, und daß jeder versucht, aus sich herauszuholen, was nur möglich ist.
Das ist es nämlich: Stürme werden geprüft, aber jeder Einzelne ist für den Erfolg verantwortlich.
Jeder Einzelne nämlich wird nach seinen Leistungen auf allen Gebieten gewertet und wird mit der Höhe aller seiner gewonnenen Punkte mitentscheidend sein für die Gesamtpunktzahl seines Sturmes., Da verlangt das eiserne Band der Kameradschaft
von jedem das Letzte, denn wer möchte daran schuld sein, wenn sein Sturm schlecht abschneidet.
Die erste Prüfung liegt auf dem Gebiet der weltanschaulichen Schulung. Diese ist nicht umsonst an den Anfang gestellt worden. Das fanatische und bedingungslose Einsetzen der SA. für die Person und die Ziele des Führers steht und fällt mit der weltanschaulichen und charakterlichen Festigung. Nicht nur das ist das Ziel, daß auch der letzte SA.-Mann jeden Befehl des Führers blind ausführt, sondern daß er auch mit seinem Fühlen und Wissen, mit seinem Herzen und seinem Verstände ganz der Idee und dem Führer gehört. So legt die weltanschauliche Prüfung des Führers Buch „Mein Kampf" zu Grunde und verlangt von jedem den Nachweis, daß er aus den Lebenserfahrungen und Entscheidungen des Führers nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch mit klarer Erkenntnis das Geschehen unserer Zeit zu beurteilen und den Kampf für Deutschland zu führen vermag.
Der zweite Punkt des Wettkampfes verlangt eine Prüfung in den Leibesübungen. Auch hier wird, wie bei allen Uebungen des Reichswettkampfes, der Leistungsdurchschnitt des gesamten Sturmes gewertet. Das heißt, daß der jüngere SA.-Mann zusammen mit dem älteren, der Abgearbeitete, zusammen mit dem Frischen und Unverbrauchten kämpfen muß, um gemeinsam einen möglichst hohen Wertungsdurchschnitt zu erzielen. Die Mindestbedingungen sind nach den Bestimmungen zur Erlangung des SA.-Sportabzeichens gegeben, und das ist für manche immerhin eine beachtliche Leistung, wie z. B. der 3000-Meter-Laus.
Als dritter Punkt wird ein Querfeldeinlaus gewertet. Die Kameradschaft hat auch hier ihre erzieherische Wirkung zu beweisen. Die Schnellsten und Gewandtesten im Sturm werden hier einem beistehen müssen, der im Graben gelandet ist,
Wir sanden zneinanoer.
Vornan von Klothilde v. (Stegmann
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) 8. Fortsetzung. Nachdruck verbotenl
6. Kapitel.
Doch dieser Zeitpunkt kam eher, als Marlen und Karla gedacht. Er kam aus einem sehr traurigen Anlaß. Das Sanatorium Doktor Langgissers geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Der kaufmännische Leiter des Unternehmens hatte ohne Wissen Langgissers leichtsinnige Spekulationen unternommen und das ganze Kapital des Sanatoriums verloren. Er schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Doktor Langgisser stand plötzlich da und mußte zusehen, wie die Stätte seiner Arbeit zu- sammenbrach. Versuche, mit den Gläubigern zu einer Verständigung zu kommen, mißlangen. Das Sanatorium sollte versteigert werden. Alle Angestellten verloren ihren Arbeitsplatz. Die letzten Gäste verließen vorzeitig das Sanatorium: denn der allgemeine Druck, der auf Doktor Langgisser und den Angestellten lag, teilte sich auch ihnen mit. Vollkommen verzweifelt war Doktor Langgisser, Alles, was er in Mühe und Arbeit geschaffen', war durch den verbrecherischen Leichtsinn seines verstorbenen Teilhabers vernichtet. Und auch Marlen wußte nicht wohin. Sie überlegte gerade, ob sie Karla bitten sollte, sie für eine Zeit aufzunehmen, bis sie eine neue Stelle gefunden hatte. Da kam ein Eilbrief von Karla. Karla hatte von dem Zusammenbruch des Sanatoriums gelesen. In Höch- ster Eile schrieb sie an Marlen:
„Liebe Marlen!
Heute beim Frühstück lasen wir die Hiobspost über das Sanatorium Doktor Langgissers. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie traurig ich bin. Der schöne Besitz unter dem Hammer? Es will mir gar nicht in den Kopf. Und der arme Langgisser! Er war so stolz auf das, was er ge» schaffen hatte. Seine Patienten hingen so an ihm. Er war der beste Arzt, den man sich denken kann. Daß er nun solche Sorgen hat, drück/ auch mich schwer. Und Du, mein Liebes, was wird aus Dir? Du weißt, daß Du uns immer von Herzen willkommen bist. Wir erwarten Dich sobald als möglich — und solange wie möglich. Vater läßt Dich grüßen und freut sich mit mir aus Dich. Könntest Du nicht Doktor Canggifler bestimmen, ein Weilchen mitzukommen? Vielleicht würden ihm ein paar Tage der Ruhe gut tun. Er brauchte sich um nichts zu kümmern und könnte ganz leben, wie es ihm gefällt. Frag' ihn doch einmal, liebe Marlen! Aber bitte recht zart! Ich weiß schon, Du mit Deinem Taktgefühl wirst es recht mochep "
Marlen war sofort entschlossen, Karlas Einla- düng zu folgen. Sie hätte ja auch nicht gewußt, wohin sie sollte. Der Bruder saß immer noch arbeitslos in Dresden. Wahrscheinlich hungerte er auch. Daß sie ihm nun nicht mehr helfen konnte, war wohl das Bitterste an dem ganzen Zusammenbruch jetzt. Und Doktor Langgisser? Was würde aus ihm werden? Sie wollte ihm jedenfalls so schnell wie möglich von Karlas Brief Mitteilung machen. Aber erst am Abend konnte sie Doktor Langgisser sprechen. Er saß den ganzen Tag in Konferenzen mit den Gläubigern. Alle diese Besprechungen hatten nur immer das eine Resultat: Alles war verloren!
„Nichts mehr zu machen, Fräulein Korda!" sagte er, als er sie auf einem einsamen Spaziergänge des Abends im Park traf. Er sah so gramvoll und elend aus, daß es Marlen ins Herz schnitt.
„Und was würden Sie beginnen, Herr Doktor?" hatte sie gefragt Und dann hatte sie, so zart sie konnte, die Einladung Karlas und ihres Vaters übermittelt. Sie hatte so heiß gehofft, daß er an» nehmen würde. Um so größer aber war ihre Enttäuschung, als Langgisser freundlich, aber bestimmt ablehnte.
..Es geht nicht, Fräulein Marlen — ich kann nicht!"
„Warum nickt, Herr Doktor? Können Sie sich von Ihren Geschäften nicht ein paar Tage frei machen? Es bekäme Ihnen so gut."
„Freilich, das wohl. Aber es geht wirklich nicht."
Dana hatte Langgisser Marlen seltsam angesehen: „Sehen Sie, Fräulein Korda, wenn ich noch em Mann wäre, der eine Position hätte, der etwas schaffen könnte, bann vielleicht würde ich die Einladung Fräulein von Weckenroths annehmen. So aber? Nein! Es ist besser, ist mache Schluß hier mit allem. Ich habe bereits an einen Freund ge» schoben, der in der Schweiz ein Sanatorium hat. Gr wird mich für einige Zet aufnehmen. Vielleicht kann ich mir dort ein Arbeitsgebiet schaffen, wcn'n lch die Arbeitserlaubnis bekomme. Grüßen Sie bitte Fräulein von Weckenroth und sagen Sie ihr wie dankbar ich ihr bin, daß sie in diesen Zeiten an mich gedacht. Und Ihnen alles Gute, Fräulein werde oft an Sie denken — an Sie und Ihre Freundin."
™tnn?alVie $8ork mit erstickter Stimme gesagt. Dann hatte er ihr kurz und heftia die Hand geschüttelt. Ehe sie noch etwas sagen, etwas fragen konnte, war er im Dunkel des Parkes verschwunden.
Das alles hatte Marlen Karla erzählt, als sie nach dem Zusammenbruch des Sanatoriums bei ihr angekommen war An all das dachte Karla jetzt wieder, wahrend sie nun Mion behaglich in ihrem Zimmer lag und auf Marlen wartete.
dort einem anderen über ein Hindernis weghelfen. Da muh der persönliche Ehrgeiz zurückstehen, und mancher, der leicht beweisen könnte, daß er zu den Besten im Sturm gehört, muh sich bescheiden und dem weniger leistungsfähigen Kameraden beiftehen, um die Wertung für den Sturm ficherzustellen.
Ein 10-Kilometer-Marsch mit allerlei Schwierigkeiten — schnellstes Ausziehen und Wechseln von Kleidungsstücken unterwegs — stellt neue Aufgaben. Die schönste Prüfung wird dann die Propagandafahrt sein. Stundenlang muß beraten werden, wie die Wagen ausgeschmückt wer- den sollen, um am wirkungsvollsten für die Bewegung zu werden. Je besser die Wirkung, umso größer die Aussicht auf Punktgewinn. Auf- und Absitzen wird geübt, bis es auf die Sekunde klappt. Es muß ein prachtvolles Bild von Disziplin ergeben, wenn die Lastwagen mit unserer SA. durch die Straßen fahren. Ein Pfiff und alles springt ab: der Weg ist durch ein künstliches Hindernis gesperrt; blitzschnell ist die Sperre geräumt, schon sitzen die Männer wieder auf ihrem Platz und schon geht die Fahrt weiter. Das ist eine Aufgabe nach dem Herzen der SA., wo die Erinnerungen an alte Kampfzeiten wieder wach werden.
Als eine der wichtigsten Aufgaben wird dann eine Einsatzübung bie Eignung unb ben Ausbilbungsstanb b e r Stürme in biesem
Aufgabenkreis ber SA. prüfen und bewerten. Ein Blick in die Zeitungen beweist ja, wie notwendig bie SA. für derartige Aufgaben gebraucht wird, seien es Absperrma^nahmen bei Riesenoeranstal« tungen, sei es ber Katastrophcnbienst bei Unglücks« fällen, lleberall hat die SA. ihren Mann zu stehen, gleichgültig ob sie bei strömendem Regen eine Absperrung ober Sicherung durchzujühren hat, ober ob sie unter Einsatz ihres Lebens bei Bränden, Explosionen ober Wassernot deutschen Arbeitskameraden unb Volksgenossen Helsen muß.
Den Abschluß bilbet ein Kleinkaliberschießen. Hier wirb ein sicheres Auge unb eine ruhige Hanb verlangt unb durch bie Prüfung bewiesen, baß ber SA.-Mann im Umgang mit ber Waffe unb in ber Wehrbereitschaft unb Wehrfähigkeit feine höchste Ehrenpflicht sieht.
Sv wirb der Reichswettkampf für bie SA. Wochen größter Anspannung bringen, um bem Führer unsere Treue und unser Können zu beweisen unb ihm bamit für seine Trdue zu seiner alten SA. zu banken. Ansporn unb Lohn werben für uns bes Führers eigene Worte fein:
„So lange Deutschlanb lebt wirb bie SA. marschieren;
so lange bie SA. marschiert wirb Deutschlanb leben!"
Oberheffen.
Oer neue Bürgermeister von Bad-Nauheim
Bab-Nauheirn, 21. Juli. (LPD,) Der bisherige Beigeorbnete unb kommissarische Bürgermeister von Bab-Nauheim, Ortsgruppenleiter Heinrich Götz, ist zum hauptamtlichen Bürger- meiste r ber Stabt Bab-Nauheim ernannt worben.
Arbeüsbeieoung in der ooeihessiichen Basaltindustrie.
Fwd. Alsfeld, 20. Juli. In ben großen Basaltwerken ber Mittelbeutschen Hartstein- Jndustrie bei bem Kreisort Nieber-Ofleiden, die einen der größten oberhessiscken Basaltbrüche darstellen, herrscht infolge ber umfangreichen Stra- ßenbautätigkeit seit einiger Zeit Hochbetrieb. Es wird mit vollem Einsatz aller Arbeitskräfte Tag und Nacht gearbeitet, um bie umfangreichen Steinlieferungsaufträge fristgerecht zu erledigen. Diele bisher erwerbslose Volksgenossen haben durch diesen Aufschwung der oberhessischen Basaltindustrie wieder Derdienstmöglichkeiten erhalten.
Bemebsseier des Oampfsägewerkes Nuhn in Lollar.
L o klar, 22. Juli. Am gestrigen Sonntag fand hier im Garten der Gastwirtschaft „Zur Traube" ein Sommerfest statt, das die Belegschaft des Dampf- sägewerkes Lollar (Nuhn-AG.) kameradschaftlich vereinigte. Fast die gesamte Belegschaft, bie 115 Personen bträgt, nahm mit Angehörigen baran teil. Das Fest nahm einen sehr anregenben Verlauf. Musik ber SA.-Kapelle sorgte für gute Unterhaltung.
Im Laufe des Nachmittags hielt ber Betriebsführer, Herr H. Schelm, eine kurze Ansprache. Gleichzeitig ehrte er zwei Gefolgschaftsmitglieber, bie feit 40 Jahren treu im Dienste des Unternehmens stehen. Es handelt sich um den Vorarbeiter Ludwig Henkel und um ben Schneidmüller Balthasar Klein, bie beide mit je inem Diplom ber Jnbustrie- und Handelskammer Gießen ausgezeichnet würben. Ferner wurde beiden je ein Geldgeschenk überreicht.
Eine weitere Ansprache hielt ber Geschäftsführer ber Arbeitsfront im Kreise Gießen, Jung- Gießen, ber in längeren Ausführungen über bas Verhältnis bes einzelnen zu feiner Arbeit im Dienste an ber Volksgemeinschaft sprach unb sich auch mit ber
Judenfrage beschäftigte. Mit einem Gedenken an den Führer fand seine Ansprache ihren Abschluß. Im weiteren Verlauf des Nachmittags widmete man sich der kameradschaftlichen Unterhaltung.
Gute Musik trug dazu bei, bie Stimmung zu erhöhen. Für bas leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Erst in ben Abenbstunden trennte man sich. Alle entstehenben Unkosten ber Veranstaltung trug die Firma. Das Sommerfest ber Betriebsgemeinschaft bes Sägewerkes nahm einen sehr harmo- nischen Verlauf.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linben, 21.Juli. In der Nacht zum Samstag ereignete sich in ber Wetzlarer Straße ein Verkehrs Unfall, ber glücklicherweise ohne schwere Folgen'blieb. Ein aus ber Richtung Gießen kommendes Personenauto, ein Wan« bererroagen neueren Typs, konnte bie hinter bem alten Friebhof besinbliche Kurve nicht nehmen unb fuhr in voller Fahrt in eine Hofeinfahrt, babei eine Hausecke mitnehmenb unb bie Einfahrt schwer be- schäbigenb. Der Fahrer kam mit bem Schrecken davon. Das Auto mußte in schwer beschädigtem Zustand in eine Werkstatt nach Gießen abgeschleppL werden.
$ Alten-Buseck, 22. Juli. In der hiesigen Försterei, Gemeindewald Alten-Buseck, wird durch den freiwilligen Arbeitsdienst Gießen eine größere Weg st recke chauffiert. Es wird dadurch einem allseitig gehegten Wunsche entsprochen, da diese Verbesserung eine große Erleichterung für bie Holzabfuhr bedeutet. Die Arbeiten dürften in etwa drei Wochen beendet sein.
* Daubringen, 21. Juli. Der Schlosser Heinrich K l e i n h e i rn erlitt bei einem Unglücksfall eine schwere Verletzung der rechten Hand, bie seine Ueberführung nach ber Gießener Klinik er- forberlich machte.
* Duecfborn, 20. Juli. Das Ehepaar Peter Röder und Frau Katharine, geb. Oppertshäuser, konnte gestern das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bargebracht. Bürgermeister H o r st übermittelte bie Glückwünsche ber ©emeinbe, Pfarrer Grünewald beglückwünschte im Rahmen einer kleinen Feier namens ber Kirchengemeinde, ber Gesangverein brachte ein Stäubchen bar, in besten Verlauf ber Vereinsvorsitzenbe Bück bem Jubilar als Mitgründer bes Vereins eine Ehrenurkunbe aushänbigte. Schriftliche Glückwünsche
Liebe Marlen! An sie konnte sie etwas von ber Ueberfütte ber Liebe abgeben, bie f*e in ihrem Herzen trug. Der anbere, bem sie hätte einen Teil biefer Liede schenken mögen, er war weit fort. Er hatte nie wieber etwas von sich hören lassen. Unb vielleicht war bas gut so. Denn nur so konnte sie bie Entsagung leichter tragen, zu ber sie stch burch- gerungen hatte. Liebe kleine Marlen — hoffentlich würbe sie einmal ein reiches Glück an ber Seite eines geliebten Mannes finben! Wer Marlen zur Frau bekam, ber konnte glücklich sein. Sie wäre bie rechte Frau für...
Ein Gebanke schoß burch Karla. Ihr Herz klopfte plötzlich ganz heiß unb ungestüm. Sie mußte sich im Bett aufsetzen. So tief erregte sie Plötzlich ber Gebanke, ber ihr ba gekommen war. Wenn Dietrich unb Marlen zusammenko n en könnten?
Siebte er wirklich biefe Jutta immer noch? Akcr es mußte boch möglich sein, bieses Jrroick in feinem Herzen zum Erlöschen zu bringen! Dietrich unb Marlen? Nichts Schöneres vermochte sie zu denken. Sie faltete bie Hänbe.
Lieber Gott!, bachte sie — unb es war wie ein Gebet, wenn Dietrich einen Menschen wie Marlen zum Lebenskameraben bekäme? Wenn Marlen geborgen wäre bei einem Mann wie Dietrich? Es wäre ber glücklichste Tag meines Ledens. Lieder Gott, kann es nicht fein, baß biefe decken Menschen sich finden? —
Sie schloß bie Augen. Wie eine zarte unb fckone Vision ftanb vor ihr bas Bilb Marlens unb Dietrichs. Die beiden standen nebeneinander: groß und schlank, mit diesen hellen, klaren Gesichtern.
Ihre Hände ruhten ineinander in Liebe unb Vertrauen.
So beutlich ftanb biefes Bilb vor ihrem geistigen Auge, baß sie fast erschrak, als Marlen jetzt herein- kam. Sie strich sich über bie Stirn.
- Ach bu bist's, Marlen?" Sie sah noch ganz verwirrt aus.
„Natürlich. Wer falls benn fein, Karlakind? Hast bu geschlafen? Du siehst ja ganz geistesabwesend aus."
„Geschlafen nicht — vielleicht geträumt", meinte Karla lächelnd. Aber als Marlen wissen wollte, wovon sie geträumt hatte, wehrte sie heftig ab.
„Nein, nein, schöne Traume darf man nicht er» Zahlen. Sonst gehen sie nicht in Erfüllung."
Sie lehnte sich behaglich in die Kissen zurück und ließ sich von Marlen umsorgen. Marlen stellte die zierlich angerichtete Abendbrotplatte auf ben niebri- gen Tisch neben Karlas Bett.
"Ich habe bem Diener gesagt, daß wir uns selbst bebienen. Ich finbe es viel gemütlicher, mein Siebes.
„Herrlich finbe ick es." Karlas Gesicht hatte Plötzlich etwas Kmblich-Fröhliches. Behaglick
faßen bie decken jungen Mädchen beinanber unb vergaßen für eine Weile alles Schwere, was ihre Herzen bewegte.
7. Kapitel.
Ungefähr zur gleichen Zeit kehrte Dietrich von seiner langen Wanberung zurück. Er hatte ben Weg boch unterschätzt. Die Entfernungen hier rings um Veltheim herum waren ihm nicht mehr so recht in Erinnerung geblieben. Das Wetter war immer abscheulicher geworben. Selbst sein wetterfester Mantel hatte ihn nicht mehr schützen können. Er fühlte, wie sein Körper mehr unb mehr von Kälte unb Nässe ergriffen würbe, wie bie scharfe Luft schneibenb burch feine Lungen ging! Da entschloß er sich, im nächsten Dorfe im Wirtshaus einzukehren. Niemanb kannte ihn bort. Erft als er nach Veltheim telephonierte unb fein Auto be» stellte, merkte ber Wirt, wer ber einsame Wanbe- rer war.
„Nein, aber Herr Graf, bei so einem Wetter unterwegs", jammerte er, „bas ist boch wirklich schrecklich! Wollen ber Herr Graf nicht einen orbentlichen Grog trinken?"
„Ja, bringen Sie mir einen. Aber recht stark und heiß. Ich bin bas Wetter hier boch nicht mehr so gewöhnt."
Er schauerte zusammen. Der Wirt rückt einen Stuhl an ben grünen Kachelofen, von bem behagliche Wärme ausging.
„Wenn Herr Graf hier Platz nehmen wollen? Es kann ja nicht lange bauern, bis ber Wagen von Schloß Veltheim hier ist."
Beledenb rann das heiße Getränk durch Dietrichs Körper. Er fühlte sich plötzlich sehr ermüdet und versank beinahe in eine Art Halbschlaf, aus dem ihm bas Hupen feines Wagens riß.
Als er in ben Wagen stieg, fühlte er plötzlich einen heftigen Schüttelfrost. Er schien sich ernstlich erkältet zu haben. Der Kopf brannte ihm, obwohl Hande unb Fuße eiskalt waren. Beim Atmen fühlte er ein heftiges Stechen.
Der Weg zurück schien ihm enblos zu bauern, obwohl ber Chauffeur, ber besorgt auf bas bleiche Gesicht bes Herrn geschaut hatte, so schnell wie möglich fuhr. Zu Hause angekommen, hatte Dietrich gerabe noch bie Kraft, sich zu entschlecken und ins Bett zu sinken. Dann verlor er bas Bewußtsein. Ein heftiges Fieber hatte ihn ergriffen.
Erschreckt eilte Justizrat Niemann herbei, ber mit dem Abenbbrot auf Dietrich gewartet hatte. Er telephonierte sofort mit bem Kreisarzt, ber auch nach einer halben Stunbe erschien. Dietrich lag bewußtlos in roilben Fieberphantasien. Der Arzt stellte eine boppelfeitige Lungenentzünbung fest.
Jutta von Bergfelde verließ bas Haus am nächsten Morgen, ohne Dietrich gesehen zu haben. Der schwebte zwischen Tod und Leben.
(Fortsetzung folgt!)


