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Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen.

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Sie wollen an den Bodenfee reisen und fragen

argen, Bad Schachen.

Schelten Sie nicht, daß ich schwärme! Ich will

Hungen Stornfets Ulfa Bad Salzhausen Nidda.

Sie nur locken, daß Sie kommen! Ich bin über­zeugt: nur der Bodensee kann uns Schweiz und Süden und Oesterreich und all das, was uns wohl noch auf lange verschlossen ist, voll ersetzen! Zumal im Frühling mit seinem Blühen oder im Spät­sommer und beginnenden Herbst, wenn überall die Gärten voller buntester Bauernblumen stehen und die Obstbäume mit ihren roten Früchten leuchten und in den Rebbergen die Traube reist.

Fahri durch die Heide

Von Emil Baader

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Um diesen g ftchukommen, dem Kriege t hals-, Nasen- Eicken, den in der Kranke

Von Hannover, der Stadt Holtys, bin ich durch die Heide gefahren. Es war eine traum­hafte Abendfahrt. Da ich nun in der guten Stadt Lüneburg sitze, in einem Gasthof am Markt, und die Fahrt an meinem Auge vorüberziehen lasse, mit allen Farben, mit allem Zauber, da geht mir auf, wie eigen schön diese Fahrt war.

Das Ackerland, große Spargeläcker mit roten Beeren sah man noch bei Lehrte und Celle hört plötzlich auf. Die Wiesen verschwinden aus dem Bild der Landschaft. Statt dessen kommt Wald. Monotoner Kiefernwald. Kleine Seen liegen darin. Der dunkle Wald und die rosa Abendwolken spiegeln sich darin. Dann kommen Birken. Sie rascheln im Wind. Ihre weißen Leiber leuchten gespenstisch im Abend. Und auf einmal ist die große Heide da. Die rote blühende Heide. Endlos! Eine Zaubermacht geht aus von ihr auf die Seele des Menschen. Es ist, als ob dieses Rot, das vollgetrunken ist von Sonne, hineinbrenne in unser Herz. Bienen summen über die Heideblumen, zarte blaue Schmetterlinge schweben einher, Käser krabbeln über die Zweige. So weit das Auge reicht Heide! Jenseits der Straße, an der wieder die weißen Birken stehen, schwarzes abgebranntes Heideland. Der Dampfpflug wird es umgraben. Aus Heideland soll Weideland und Ackerland werden.

Plötzlich taucht ein Fluß auf, ein ernstes Wasser: die Ilmenau, die etliche Stunden vor Hamburg in die Elbe mündet. Etwas Seltsames, ein Heidefluß, der lautlos dahinfließt durch das weite, schwermütige Land. Perlen wurden im letzten Jahrhundert in den Heideflüssen gefunden. Die letzte Königin von Han­nover bekam- von ihrem Volke eine Perlenkette aus Perlen, die in heideflüfsen gefischt worden, erzählt man mir.

Vereinzelt tauchen menschliche Siedlungen auf. Sie zeigen alle die typisch niedersächsische Bauart. Einsam liegen sie da zwischen alten Bäumen. Die Bewohner sind wortkarg: Stille wetterfeste Men­schen, Niedersachsen. Viehherden da und dort, schwarz-weiß gefleckt. Auch Pferde weiden. Es ist schon spät. Aber das Vieh bleibt draußen, auch nachts Über. Die berühmten Heidschnucken sind mir auf der Heidefahrt nach Lüneburg nicht zu Gesicht gekommen.

Wie schön ist Lüneburg, die alte Hauptstadt der Heide. Rot ist die Farbe der Stadt, wie rot die Farbe der blühenden Heide ist. Freilich ist das Rot der Häuser wärmer, dunkler als das heiderot. Von einer strengen feierlich herben Schönheit sind die Straßen und Plätze der Heidestadt.- Unvergeßlich diese kühn zum Himmel ragende Giebelwelt der Lüneburger Häuser. Blumen sah ich kaum an den Fenstern. Nur der schöne Brunnen am Sandplatz, dem größten Platz der Stadt, ist mit Geranien ge­schmückt. Auffallend ist der Unterschied zwischen norddeutscher und süddeutscher Stadt. Die süddeutsche Stadt ist idyllisch, die norddeutsche ist streng. Streng wie das Antlitz und die Seele des niederdeutschen Menschen.

Wenn Sonne Über der Heidestadt, dem Heidehof und der blühenden Heide liegt, goldene Sommer­sonne, dann ist es unsäglich schön zu wandern durch

mich nun nach Vielem, was ihn und seine Ufer be­trifft; als Sachverständigen, weil ich ja am Boden­see beheimatet bin und mit Unterbrechungen, end deren allen ich mich doch allein auf unse- _____ kleinen Landsitz hier am Gestade zu Hause fühlte seit etwa einem halben Jahrhundert am Schwäbischen Meer wohne. Ich möchte Ihnen fast den Rat geben: fragen Sie nicht mich, für den hier Land, Leute, Himmel, Wasser, alte und neue Kul­tur, Sprache und Geschichte eine ganz andere Be­deutung haben müssen als für Sie, sondern fragen Sie jemanden, der hier nur gereist ist. Er kennt die Gelegenheiten des Wohnens für Fremde, die Pen­sionen, die geschickteste Zeiteinteilung sicher besser als ich. Gregorovius wurde einmal von einem Fremden gefragt: wie lange er, der Fremde, wohl brauchen würde, um Rom kennen zu lernen, und erwiderte:Ich kann es wirklich nicht sagen, ich bin erst fünfzehn Jahre hier!" Sie laufen Gefahr, von mir eine ähnlich ungenügende und ausweichende

Wir fahren mit Sonntagskarte Nidda nach dem freundlichen Städtchen Hungen. Von hier folge : blauen Strichen, die uns durch prächtige Lö­gen, an einigen Eisenfteingruben vorüber leiten. Unterwegs überschreiten wir die blaue Kreuzmarkie­rung und treffen später weiße Striche, denen wir nach rechts nachgehen und bald darauf nach dem hochgelegenen Stornfels mit schöner Fernsicht ge­langen. Ohne Zeichen gehen wir jetzt die Straße abwärts nach Ulfa, wo wir wieder auf die blauen Kreuze stoßen, die nach Nidda führen, und denen wir nunmehr folgen. Um dem idyllischen Badeort Salzhausen einen Besuch abzustatten, benutzen wir rote Kreuze, die wir später antreffen, und die uns ebenfalls über das Bad nach unserem Endziel Nidda

Niederung Ostpreußens, der herrlichen Wälder und Seen Masurens und des Oberlandes und aller anderen Gebiete einschließlich Danzigs find in leicht ausführbaren Rundfahrten von kürzerer und län­gerer Dauer zufammengeftellt, auch die Fahr« kosten und geeignetsten Abfahrt- und Ankunfts­zeiten für Bahn, Schiff und Kraftomnibus zuver­lässig verzeichnet. Die vorgeschlagenen Rundfahr­ten sind nach der angegebenen Tageseinteilung bequem durchzuführen, können aber auch nach Be­lieben gekürzt, erweitert und reichhaltiger gestaltet werden. Auch von den verschiedensten Orten der Provinz aus sind einhalb- bis zweitägige Ausflüge

Weilburg Lahnhöhenweg Runkel.

Diese Wanderstrecke, die durchweg mit L bezeichnet ist, beginnt in der reizvoll gelegenen Lahnstadt Weilburg (Sonntagskarte). Dom Landtore folgen wir der Weilstraße über die Sommerfrische Gun- tersau und das von einer stolzen Burgruine über­ragte Freienfels, ferner über Weinbach und Elkers­hausen zum hochsehn mit wundervollen Blicken auf Merenberg, Greifenstein, Limburger Dom und Schloß Schaumburg. Wir steigen nun hinab in das Rißbachtal und weiter zur Landstraße Aumenau Langhecke im lieblichen Dernbachtal aufwärts nach Langhecke, mit bedeutenden Schieferbergwerken. Dann über den Galgenberg mit prächtiger Fernsicht in das Lahntal, auf Taunus und Westerwald, nach dem durch seine Marmorwerke berühmten Villmar. Von hier gehen wir die Lahnstraße entlang an der Bodensteiner Ley mit dem König-Konrad-Denkmal (hübsche Blicke lahnauf- und abwärts) vorbei nach

angeführt. Ein Verzeichnis der besuchenswerten Orte mit kurzen historischen Angaben, einem Hin­weis auf Gedenkstätten, Unterkunfts- und Aus­kunftsmöglichkeiten schließt sich an, selbst eine far­bige Übersichtskarte des Reisegebietes ist bei­gegeben.

Rundfunkprogramm

Sonntag, 23. Juni.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.25t Sendepause. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Sendepause. 10: Reichssendung: Deutsche Feierstunde der Hitlerjugend. 10.30: Deut­sches Schatzkästlein. 11: Chorgesang. 11.45: Dichter im Dritten Reich. Kurt Kölsch:Die Pfalz als Symbol und Wirklichkeit". 12: Mittagskonzert. 14: Kasperle, der kühne Schwimmer. Von Reinhold Freyberg. 14.45: Aus dem Leben des schaffenden Volkes: Wie der Brauereiarbeiter Jupp Berten ein Maler wurde. 15: Stunde des Landes. 16: Nach­mittagskonzert. 18: Von Darmstadt:Rubu". Ein neues Kampfballspiel der HI., Frankfurt gegen Darmstadt. Reportage vom Sportfest des Bannes 115 im Hochschulstudien Darmstadt. 18.30: Dom deutschen Wiegenlied. Eine musikalische Plauderei von Traute Bürger. 19: Zu Bacharach, zu Bacha- rach. Zwischen den Wellen und Winkeln einer klei­nen Stadt. 19.45: Sportbericht. 20: Paul-Lincke» Potpourri (Aus Operetten von Paul Lincke). 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20t Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Tanzfunk. 24$ Reichssendung: Reichssonnwendfeier der deutschen Jugend. Zur 2. Reichstagung der nordischen Gesell­schaft. Es spricht Reichsjugendführer Baldur von Schirach. 0.30 bis 2: Nachtkonzert.

Ittonfag, 24. Juni:

6 Uhr: ChoralMorgenfpruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10s Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrich­ten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittags­konzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Der Zeit­funk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Kleines Konzert. 16.30Nationale Kunst." Dortrag von Otto Müller (Sachbearbeiter im Gaukulturamt Hessen-Nassau). 16.45: Bücherfunk. 17: Nachmittags­konzert des Landesorchesters Gau Württemberg- hohenzollern. 18.30: Weltpolitischer Monatsbericht. Von Prof. Dr. Karl Haushofer. 19: Konzert: 19.30: Wir Mädel fingen. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Der blaue Montag. Ein lehrreiches Kapitel. 22: Nach­richten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Orchesterkonzert. 23: Musik zur guten Nacht. 24 bis 2: Nachtkonzert Kompositionen von Johannes Brahms.

Dienstag, 25. 3uni:

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Schulfunk. Am deutschen Rhein. Don Dr. Fritz Nothardt. 10.30: Reichsappell der NSDAP, zum Semester 1935. Es spricht Reichs­amtsleiter Pg. Derichsweiler. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittags­konzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Was gibts Neues? Worüber man heute spricht. 14.45: Sendepause. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Moderne Völkerwanderun­gen. Eine weltgeschichtliche Betrachtung von Ludolf Müller (Frankfurt a. M.). 16.45: Wie entstand die moderne Naturwissenschaft? Vom Gestaltenwandel unseres Weltbildes. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Wo findet der Unternehmer den richtigen Mann? Die Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront. 18.45: Zeitgenossen gibts... 19: Unterhaltungs­konzert. Klassische Tänze. 20: Nachrichten. Anschlie­ßend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. Gedient, geritten, gefallen. Der deutscheMichel" Dbentraut. 20.45: Lied er-Ab end. 22: Nachrichten. 22.20: lieber die trennenden Berge. Liederstunde des VDA.-Jugendchores. 23: Nacht­musik. 24 bis 2: Nachtmusik.

diese Welt der großen einfachen Linien, der herben schlichten Formen. Die Seele kann sich hier ent­spannen und neue Kräfte sammeln.

Und ein paar Meilen jenseits der Heidewelt lockt das Meer, das weite nordische Meer.

Reifewinke.

Bad Salzschlirf.

Wirkliche Erholung verlangt Beschaulichkeit; Bad Salzschlirf vereinigt diese Werte. Die großen Züge machen halt in Gießen oder Fulda. Don beiden Städten gelangt man zum Ziel, begleitet von einer wahrhaft beruhigenden Landschaft. Wundervoller Laubwald mündet auf Wiesen; Hügel und Berge werden von sanften Tälern durchbrochen. Zu jeder Kuppe ober Mulde gehört ein Hof, eine Baum- aruppe oder ein Waldfleckchen. Am Bonifazius- brunnen von Bad Salzschlirf vollzieht sich seit über einem Jahrhundert das Wunder der Wiedergenesung, das Wiedererwachen zu Daseins- und Lebensfreude. Bad Salzschlirf und fein Bonifaziusbrunnen gegen alle Gelenk- und Muskelerkrankungen, Kreislauf­und Stoffwechselleiden: Rheuma, Gicht, Harnsäure- Diathese, Neuralgien, Ischias, Herz- und Gefäß­krankheiten, Verkalkung, Steinleiden, Leber- und Gallenblasenerkrankungen, Fettsucht, Zuckerkrank­heit seit langem bewährt.

Reiseliteraiur.

Kleiner ReiseführerBabnerlanb- Schwarzwald" 19 35. Heber das schöne Land am Oberrhein, seine Fremdenstädte, Heilbäder und Sommerfrischen hat der Landesverkehrsverband Baden eine neue Auflage des bekannten kleinen Reisehandbuches herausgehsacht. Etwa 250 Orte mit nahezu 2000 Hotels, Gasthäusern, Fremden­heimen und Sanatorien im Schwarzwald, am Neckar und am Bodensee werden unter Angabe der neuesten Gaststättenpreise nachgewiesen. Lockende Ziele bietet die vielgestaltige südwestdeutsche Grenz­mark in großer Zahl: Klimatisch begünstigte, reizvoll gelegene und heilkräftige Bade- und Kurorte, zahl­reiche Sommerfrischen zwischen Bergen, Wald und Wasser, im romantischen Zauber der Hochtäler, in Höhenluft und Höhensonne. Interessante Fremden­städte mit vielseitigen Veranstaltungen und kultu­rellen Schätzen gestalten den Besuch des Badner- landes, des gastlichen Reiselandes für alle Jahres­zeiten, noch abwechslungsreicher.

Fahrten burth O st - unb West Preu­ßen. Reisevorschläge, yerausgegeben vom Lanbes- verkehrsverbanb Ost- unb Westpreußen, Königs­berg Pr., 4. vermehrte unb verbesserte Auflage. Gr. 8°, XII unb 144 Seiten. Kartoniert 1, RM. Im Ost-Europa-Verlag, Königsberg Pr. unb Ber­lin W. 35. (276) Seit bem ersten Erscheinen bieses Büchleins im Jahre 1932 hat ber ostpreu­ßische Frembenverkehr einen gewaltigen Auf­schwung erfahren. Das nun in vierter Auflage erschienene Büchlein saßt alles zusammen, was man für bie Hinfahrt aus bem Reich unb für bis Reife unb Wanberung in Ostpreußen selbst wissen sollte. Alle lohnenswerten Ausflugsorte ber Küste unb

Antwort zu bekommen!

Wenn ich Ihnen jetzt Meersburg als den Ort nenne, wo Sie wohnen sollen, weil es, zwar ohne Bahn, boch am Kreuzungspunkt aller Damp­ferlinien gelegen ist, Sie also dem See und der Füller seiner Ufer am verpflichtendsten verknüpft; auch ein malerisches altes Felsennest ist, wie ein italienisches Bergstäbtchen, mit gleichwohl guten Gasthäusern unb bestem Wein seiner eigenen Reb­berge, mit bebeutenben ausblickreichen Uferhöhen dann sehe ich plötzlich 23 o b man unb die noch viel stilleren höheren Waldberge, die wiesige End- bucht bes Ueberlinger Sees (Seearms richtiger) vor mir und möchte Sie von Meersburg weglocken frage mich aber schon: bringt er seine Ferien nicht besser bei Lindau zu (Lindau selbst hat auf feiner zur Stadt umgebauten Insel nicht Land und Bäume genug, daß man mehr als ein paar Tage dort fein wollte), wo er die Alpen mächtig unb nahe, den Säntis, bie Vorarlberge unb bas hier fogar groß wirkende, herandringende Pfänderge­birge, das bie Uferstraße zur Bregenzer Klause macht, vor Augen hat?

Aber sehen unb nicht hinkönnen, bas geht nicht; man muß bort, wohin ber nahe Blick reicht, immer hineinreisen können, auch wenn man es nicht tut unb gar nicht will. In die Schweiz ist bas Ein­reisen nicht so schwierig. So stört sie uns als An­blick nie; unb ganz gewiß nicht mit ihrem Schlösser- ufer am Untersee, das zu betrachten unb zu be­suchen man auf ber badischen Insel Reichenau sich nieberläßt. Da steht bas napoleonische Arena­berg (Königin Hortense, Napoleon ber Dritte, Kaise­rin Eugenie, jetzt Museum), ba sinb Salenstein, Eugensberg, Gottlieben, Castell, bas oiertürmige ehemalige Schlößchen von Steckborn unb andere Sitze. Da breitet sich ber Hegau mit feinen Kegel­kuppen unb geschwungenen ßanblinien hinter über ben Türmen bes alten Radolfzell aus. Sie können an Scheffel denken: Mettnau, Land­zunge im Vordergrund, der Hohentwiel als blaue Fronte in den Himmel schneidend.

Nun nenne ich Ihnen die wichtigste Stadt des Sees: K o n ft a n z (das berühmte Jnselhotel, wo Zeppelin geboren wurde, das Münster, das Ros- gartenmufeum und vieles andere) und lieber- I i n g e n , die beiden alten Reichsstädte, die Sie jede wenigstens zwei Tage besuchen und ansehen müssen, nenne Ihnen ben 911) ein fall, einen Ausflug nach Sankt Gallen und einen nach dem türmereichen Ravensburg unb Wein­garten mit feiner wundervollen Gablerschen Orgel unb stelle mir vor, wie Sie schon verwirrt sinb und so klug wie zuvor!

Nein, boch nicht! Dieses zunächst Verwirrenbe ift's, was Sie erwarten müssen, wenn Sie zu uns kommen. Es steigert sich noch: wieoiele Kulturen liegen an unseren Ufern übereinander! Von ber Zeit an, zu welcher der Gletscher Moränen auf* schüttete (auf denen wir unsere Häuser bauen und die nachts wieder aussehen, als seien noch die Vor­welttage) über bie Zeit, in ber hier Pfahlbauer längs ben Buchten in ihren Wasserblockhäusern sahen, die Römer bie Legionärstraßen durchs Land zogen, bann die Mönche Klöster hoher, höchster Kultur bauten (Reichenau, Sankt Gallen, Sälen), die Minnesänger um den See jagten, der Dreißig­jährige Krieg eine schwedische Flotte vor Konstanz und Ueberlingen kreuzen ließ; unb weiter bis zum heute: Friedrichshafen mit bert Zeppelin­werken, Rheinau mit ben Dornierwerken! Sie finben bie Spuren aller Jahrhunderte! In ben schönsten Landschaftsblicken ist auch noch Geschichte, Größe, Vergangenheit, Gegenwart. Verwirrend viel­fältig, ja!

Aber bas Verwirrende wird gebändigt, ver­einigt, umhaucht, gespiegelt vom See, zu dem alles in dieser Landschaft niedersteigt, um seiner silbernen Fläche nahe zu sein: Städte, Gebirge, Rebberge, Wälder, Wiesen, Menschen. Ihn haben Sie, wo Sie

jauch an seinen Ufern sein mögen! Er trägt Sie im vütt tOOOCttjCt Old JWlKoWl* Segel- unb Motorboot, in ber Gondel, im Dampser ober er nimmt Sie selbst in bie burchsonnte kühl­warme Welle, die sich überall gleich gut durch- schwimmen läßt. Nur ist sie bei Westwind kälter, bei Ostwind wärmer. Schöne Strandbäder finden Sie unter anderen in K0 nstanz, Langen-

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