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Ferien-Züge nach dem Osten

einen

Kurz

44,20 RM.

Dortray und

einiqe Ergänzungen w dem

Arbeitstagung des -Lehrerbundes

3. Kl. RM. 38, 33,50 34,50 34,50 30, 31,00

darauf gab

Kreisfchulrai Nebeling

2. Kl. RM.

55,00 49, 50,50 50,50 43,50 45,-

Die Fahrpreise

FrankfurtKönigsberg i. Pr. FrankfurtMarienburg FrankfurtElbing FuldaKönigsberg FuldaMarienburg FuldaElbing

Haltungslehrerin Frl. L ü d e ck e (Gießen) hatte mit den Fortbildungsschülerinnen für ein schmackhaftes Eintopfgericht gesorgt, das in der Kochschule mit größtem Appetit verzehrt wurde. Danach folgte die Besichtigung der alten Kirche.

Hier übernahm Pfarrer Weisel (Heuchelheim) die Führung und zeigte in einer kurzen Uebersicht den Werdegang unserer schönen Kirche, die für

unsere große Gemeinde wohl etwas klein ist, aber .......die Gemälde im

von FrRnkfurt a. M. nach Liegnitz ' Breslau

Oppeln

Beuthen

oder Gleiwitz oder Hindenburg

Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ost- bund) teilt uns folgendes mit:

Londerzüge nach Schlesien am 6. und 18. Juli.

Am 6. Juli ab Frankfurt a. M. 22.16 Uhr über Breslau nach Beuthen; am 18. Juli ab Frankfurt am Ärain 22.16 Uhr bis nach Breslau.

Eine Fahrkarte für den Feriensonderzug (Hin­fahrt Sonderzüg, Rückfahrt binnen zwei Monaten in einem beliebigen fahrplanmäßigen Zug) kostet

Sonderzug nach Ostpreußen.

Abfahrt Frankfurt a. M. oder Fulda am 11. Juli nachts. Der Zug fährt bis Königsberg, Rückkehr ab Königsberg am 2. August abends Ankunft in Frankfurt a. M. am 4. August morgens.

33, RM.

36,-

40,

Auf der Hinfahrt ist in Berlin etwa drei bis vier Stunden Aufenthalt, auf der Rückfahrt zwölf Stun­den ohne Uebernachtung.

Die Rückfahrt muß geschloffen angetreten werden. Der Besuch des Tannenbergdenkmals ist in dem Fahrpreis nicht eingeschlossen, jedoch bieten sich in Ostpreußen billige Gelegenheiten, evtl. Sonntags­oder Rundreisekarten (letztere mit 25 v. H. Ermäßi­gung), die einen Besuch ermöglichen. Empfehlens- werte Aufenthalte vermitteln die MER.-Reisebüros.

Für die An- und Rückfahrt nach Frankfurt a. M. oder nach Fulda wird eine Ermäßigung bis 60 v. H. gewährt. Nichtmitglieder des Bundes zahlen Unkostenaufschlag in Höhe von 1,50 Mk.

nichts geschehen. Er mußte ihn bereit haben, falls es galt, Barbara zu transportieren.

Schließlich stieg er ab und führte Greif am Zü­gel So hatte er ihn besser in der Gewalt. Ab und zu blieb er stehen. Immer näher tönte das Schreien aus dem Dunkel; immer wieder hob Greif seinen Kopf, schnupperte mit den Nüstern und drängte selbst vorwärts.

Unendlich lang schien Eckehard dieser Weg durch den feuchten Wald, durch Moos, über Steine, über kleine Wasserläufe, die sich von dem Wolken­bruch her gebildet hatten. Da plötzlich kam em neuer Laut. Es war nicht mehr das Schreien des Pferdes. Es war eine Knabenstimme, die laut Hilfe, Hilfs» hierher!" rief. Der Ruf kam aus der gleichen Richtung, von der vorhin das Schreien des Pferdes gekommen war.

Eckehard legte die Hände wie einen Schalltrichter an den Mund:

Ich komme!" rief er, so laut er konnte und noch einmal:Ich komme!"

Das Echo von der Berglehne lieh seine Stimme

Nun lichtete sich der Wald. Ein kleiner, birken- umstandener Platz wurde sichtbar. Ein Bach schoß schäumend über moosige Steine.

Eckehard konnte nur mühsam einen Laut des Entsetzens unterdrücken. Auf dem Waldboden lag, in die Knie gebrochen, Barbaras Reitpferd Ara­bella. Ein Stück davon entfernt kniete Emil. Neben ihm lag eine Frauengestalt, deren Kopf Emil auf feine Knie gebettet hatte.

Eckehard ließ den Zügel Greifs los. Der blieb stehen und schaute mit glänzenden Augen auf das Bild. Jetzt schrak Greif zusammen. Denn Ara­bella hob im Liegen den Kopf und stieß wieder dieses markerschütternde Schreien hervor.

Es hallte wie eine Totenklage grauenvoll durch den Wald. Mit zwei Riesenschritten war Eckehard bei(3ott%i Dank, Herr, daß Sie kommen!" sagte der.Ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Ich bin nachgeritten, weil ich so in Angst mar Seien Sie mir nicht böse, Herr Inspektor, daß ich es ohne Ihren Befehl gemacht habe!"

Böse?" fragte Eckhard erschüttert. Wie konnte er "diesem Jungen böse sein? Hatte er doch Bar­bara gefunden. Aber wie hatte er sie gefunden! War sie tot? Oder was war mit ihr?

Eckehard kniete nieder. Er legte seinen Kopf auf Barbaras Brust. Er horchte mit angehaltenem Atem Nein, gottlob, das Herz schlug schwach, aber ziemlich regelmäßig. Nun faßte er behutsam Barbaras Kopf. Sie hatte die Augen geschlossen und schien nichts zu fühlen. Eine tiefe Ohnmacht mußte sie umfangen halten. Da sah Eckehard^ unter dem rotgoldenen Gelock war eine tiefe Wunde am Hinterkopfe. Blut sickerte heraus, ver­klebte das zarte Goldgespinst des Haares

Ich hab' mich nicht getraut sie hinzulegen und Wasser zu holen, Herr Inspektor! meinte Emil ängstlich.Ich wußte ja nicht, ob das richtig ist!

nod) -----

wies noch einmal darauf hin, daß diese neue Ar- beit in der Schule nicht überstürzt werden dürfe.

Nein, nein, Emil, war schon besser so, daß du die gnädige Frau mit der Wunde nicht hast länger auf dem Erdboden liegen lassen. Hier hast du mein Taschentuch. Lauf mal und mach' es im Bach naß!

Mit diesen Worten nahm Eckehard unendlich be- hutsam Barbaras Kops von Emils Knien und bet­tete ihn in seinen Armen.

Emil rannte hinunter zum Bach. Vorher aber band er Greif noch an einen Baum fest. Denn jedesmal, wenn Arabella dies klagende Schreien ausftieß, zuckte Greif zusammen und schien nicht übel Lust zu haben, auf und davon zu gehen.

Eckehard glaubte, noch nie im Leben eine so furchtbare Situation erlebt zu haben. Das Schreien des Tieres war für ihn eine tiefe Qual. Wer wie er mit Tieren ausgewachsen war, konnte sie nicht leiden sehen. Hätte er doch nur seinen Revolver zur Hand gehabt, dem armen Tier durch einen Gnadenschuß Befreiung von feinen Qualen schenken zu können! Aber er war ja vollkommen ohnmächtig. Er konnte ja nicht einmal für ein viel kostbareres Leben für Barbara etwas tun. Nichts hatte er da, ihr zu helfen, sie aus ihrer Ohnmacht zu erwecken. Er wußte nicht, ob die schwere Wunde am Hinterkopf das einzige war. Vielleicht war sie auch durch den offenbaren fdyroe- ren Sturz innerlich beschädigt. Und man saß hier ohnmächtig, ohne irgendeine Möglichkeit zum Ein­greifen. .. . . . .

Er fühlte, wie es ihm heiß und würgend in die Kehle stieg. Barbara wandte jetzt in ihrer Be- wußtlosigkeit leicht den Kopf. Ein Zug der Qual ging über ihr blasses Gesicht hin. Sie nummerte leise auf. Da war es auch mit feiner Fassung vorbei. ,

Er stöhnte. Wie gezogen von Angst, von Sehn­sucht beugte er sich über die geliebte Frau, preßte verzweifelt feine Lippen auf ihre Stirn. Da hörte er Emil vom Bach her zurückkommen. Steine roll­ten unter feinem Schritt. Hastig richtete sich Ecke­hard auf. Er nahm Emil das kühle feuchte Tuch ab, legte es behutsam um die Wunde am Hinter­kopf, aus der das Blut leicht riefelte.

Emil, nimmt das Pferd, reite auf der Chaussee den Leuten entgegen. Ich habe Träger mit einer Bahre beordert. Sie sollen sich beeilen. Wir müssen die gnädige Frau so schnell wie möglich nach Schloß Schedlowitz transportieren. Aber reite vor­sichtig, daß deinem Gaul nichts passiert. Am besten, du nimmst einen zweiten Mann gleich mit aufs Pferd. Dann können wir die Herrin vielleicht schon den Leuten entgegentragen. Wie lange wirst du brauchen?"

Emil überlegte: o ,

Ich weiß ja den Abkurzungsweg, Herr Jnspek- tot! Wenn ich unsere Leute an der Schneise drei- undzwanzig noch kriege, sind wir gleich wieder zu­rück. Ueber die Chaussee ist es ein kleiner Umweg. Soll ich auch gleich einen Mann zurückschicken, den Tierarzt benachrichtigen. Wegen der Arabella? Die kann man doch hier nicht so liegen lassen.

(Fortsetzung folgt!)

von Kirchenmaler Seite wieder restauriert.

Anschließend versammelten sich alle Teilnehmer der Tagung auf dem Heuchelheimer Mühl- ch e n. Hier hielt Dr. R e i d t, nach der Bekannt­gabe einiger geschäftlicher Mitteilungen, einen sehr tief schürfenden und ausgezeichneten Vortrag über

Familienkunde.

In großen Linien zeigte der Vortragende noch einmal den. Sinn und Zweck aller Familienforschung. Er ging davon aus, daß kein Geschlecht so viel geschichtliche Aenderungen und Umwälzungen erlebt habe, wie das heutige. Die alten Nachkriegsregie­rungen hätten konsequent versucht, die Bindungen, die das ganze Volk umschlingen, zu zerschneiden. Man habe nicht mehr gefragt, woher der einzelne Mensch komme, man habe nur über Einzelwesen regieren wollen, nicht aber über ein zusammen­haltendes Volk. Das beweise u. a. die Anordnung, daß nach 1918 auf den Standesämtern nicht mehr eingetragen wurde, wer die Eltern des Braut­paares waren.

Aber diese Gefahren der Zerreißung des deut­schen Volkes seien vom Nationalsozialismus erkannt worden, außerdem von zahlreichen Familien­forschern, die in stiller Arbeit schon vor Jahrzehnten begonnen hätten, deutsche Sippschaftstafeln aus- zuftellen und immer wieder darauf hingewiesen hätten, daß alle Glieder des deutschen Volkes nicht nebeneinander zu stehen hätten, sondern eng zu­sammengeschlossen als eine große Gemeinde. Wie sich der Körper aus den Zellen aufbaut, so tut das der Staat aus den einzelnen Familien. Es ist nicht so, daß eine Familie die andere einfach ablöft, wie seinerzeit die Truppen draußen im Schützengraben, sondern es ist so, daß jede Familie mit der vorübergehenden eng verbunden ist durch Blut und Heimat.

Diese Naturgesetze aufzuzeigen, die Blutbahnen zu verfolgen, das Zurückschauen auf die Ver­gangenheit, aber auch die Vorschau auf die Zukunft, all dies fei nun auch Lehrziel in der Volksschule.

Wohl habe es auch früher Ahnenforscher gegeben, auch im Mittelalter. Damals seien aber mit der Aufstellung der Ahnentafel zugleich die Besitz­stände zu wahren gewesen. Es seien also ledig­lich materielle Gesichtspunkte maßgebend ge­wesen. Heute gehe es um ideelle Güter.

Besonders eingehmd befaßte sich der Vortragende mit der Frage der unehelichen Kinder und betonte, daß hier größte Schonung und Vorsicht am Platze sein, wie überhaupt die ganze Arbeit sich auf meh­rere Schuljahre verteilen und den Gesamtunterricht durchdringen müsse.

den Heldentod.

Es würde zu weit führen, hier alle Ergebnisse aufzählen zu wollen, die im Anschluß an die Ta­bellen und Tafeln von den Kindern erarbeitet wur­den. Aber man sah das große Interesse und die große Liebe, mit der hier der Klassenlehrer und seine Schüler zusammen wirkten. Zum Schluß lasen einige Kinder noch ihren sogenanntenFamilien­aufsatz" vor, in dem sie all das erwähnten, was ihnen an Hand des Unterrichts und des Familien­buches gegeben worden war. Das soll dann für später eine Art Familienchronik ersetzen und wird ebenfalls in einer Mappe aufbewahrt.

Mit einem mehrstimmigen ChorMein Heimat­ort" und einem Gesang mit Mundharmonikabeglei­tung schlossen die Lehrproben, die bei allen Teil­nehmern den stärksten Eindruck hinterließen. All­gemein wurde betont, daß sich die Gemeinde Heuchelheim nur freuen könne, ein solches Familien­buch zu besitzen, außerdem, daß sie in der Person des Lehrers Dr. Reidt, der nun schon nahezu 16 Jahre in unserer Gemeinde wirkt, einen Ge- schichts- und Familienforscher besitzt, auf den wir alle stolz sein können.

Für die Mittagspause war ein gemeinsames Mittagessen vorbereitet worden. Die Haus- sein wie sie wollte! Mochte sie ihn seelisch mißhan- dein wenn sie nur lebte! Alles andere war nichts dagegen.

Allmählich beruhigte sich das Wetter. Die Blitze gingen seltener hernieder. Der Zwischenraum zwi­schen ihnen und dem Donner würbe großer, das gurgelnde Grollen oben in den Wolken leiser. Auch der Regen begann nachzulassen. Es tropfte nur noch in dünnen Strahlen vom Himmel. Am Ho­rizont wich das Schwefelgelb, die Wolken schoben sich nach Osten hinüber. Im Westen kam das erste klarere Licht auf. m fS

Eckehard ritt kreuz und quer durch den Wald. Die Armbanduhr zeigte ihm, er war bereits zwei Stunden unterwegs und noch immer keine Spur von Barbara von Stechow. Leise Hoffnung wollte in ihm aufsteigen. Vielleicht war Barbara doch irgendwo in einem der Dörfer gelandet. Aber sie hätte dann zweifellos schon eine Nachricht nach Schloß Schedlowitz gelangen lassen. Sie mußte sich ja sagen, wie sehr man sich dort um sie sorgte. Vielleicht aber war diese Nachricht inzwischen em- qetroffen. Es war ja auch denkbar, daß Barbara während des Gewitters keine telephonische Verbin- buna nach Schedlowitz bekommen hatte, und auch keinen Boten, der sich bei diesem Unwetter heraus-

als Bauwerk und besonders dun

Innern ein kleines Schmuckkästchen bildet. Lehrer Dr. Reidt ergänzte die Ausfüyrungen des Orts­pfarrers. Berufsschullehrer Eberle (Lollar) zeigte in einem kurzen Orgelkonzert den schönen Klang unserer Orgel, die im Jahre 1926 vom Fabrikanten Ludwig Rinn gestiftet worden ist. Der älteste Teil der Kirche, der Turmunterbau, stammt aus dem 13. Jahrhundert, der schöne Chor aus dem 14. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind noch der schöne, gut erhaltene Altarschrank mit Heiliaen- bilbern sowie ein großes Wandgemälde aus dem vierzehnten Jahrhundert, das während der letzten Jahrhunderte mit einem Kalkbewurf überdeckt war. Es wurde 1926 bei der Neuherstellung der Kirche

Noch kein Lehrergefchlecht fei vor solche großen Aufgaben oestellt morgen wie das qc"""iiväc- tige. Aber die ihm zugewiesene Arbeit müsse ge­leistet werden. Es gehe um unsere Zukunft und um unser Volk.

Nicht jede Gemeinde habe ein solches Familienbuch wie Heuchelheim. Aber das Zusammenge­hörigkeitsgefühl aller Familien im Dorfe, das Aufdecken ihrer Verwandtschaften, ihr gemeinsames Schicksal durch Jahrhunderte hin­durch stärke und fördere den großen Gemein­schaftsgedanken, wie ihn der Nationalsozia­lismus verkünde. Aber auch eine nationalsoziali­stische Regierung sei nur für eine kurze Zeit lebens­fähig, wenn nicht hinter ihr ein ft a r f e s Volk, das auch Verantwortungsbewußtfein für die Zu­kunft habe, stehe. Dieses Bewußtsein zu wecken und den Lebenswillen zu stählen, das sei Aufgabe der Familienkunde. Auch diese Ausführungen sanden reichen Beifall.

Gegen 16 Uhr schloß der Vorsitzende Dr. Reidt die reichhaltige Tagung mit Sieg-Heil auf den Führer. _______

Eine Einbrecherbande vor Gericht.

LPD Mainz, 21. Juni. Wegen einer Reihe schwerer, teils vollendeter, teils versuchter gemein­samer Einbruchsdieb stähle, sowie Hehlerei hatten sich vier Gewohnheitsverbrecher vor der II. Großen Strafkammer zu verantworten. Der 27jährige Johann Josef S ch r e p f e r aus Kost­heim und der 26jährige Otto R ü tz e 1 aus Mainz machten zu Ende des vergangenen bis Anfang dieses Jahres ganz Mainz und nähere Umgebung durch schwere Einbrüche unsicher, wobei ihnen der 30jährige Jakob Schollrneyer aus Gustavs- burg und der 35jährige Karl Georg Kech aus Kastel teils durch direkte Beteiligung, teils durch Hehlerei Hilfe leisteten. Sie brachen in Güterbahn­höfe ein, suchten städtische Anstalten heim, stahlen Lebensrnittel aller Art, Kleider und Schuhe, Kisten mit Sekt und Stoffballen aus den Lagerhallen am Rhein, Felle, Fahrräder, kurz alles, was ihnen irgendwie erreichbar war. Die Diebesbeute wurde jeweils geteilt und weiterverkauft, oder ver­hehlt. Die Einrede der Angeklagten, aus Not ge­handelt zu haben, erwies sich nicht als stichhaltig. Das Gericht verurteilte Schrepfer zu 4Vz Jah­ren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust, Nutze! zu 3V2 Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehr- vertust. Schollrneyer zu zwei Jahren Ge­fängnis und Kech zu 1 Jahr 1 Monat Gefäng­nis. Allen wurden je 4 Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet.

Man soll also die Familienkunde In der Schule keineswegs überstürzt betreiben, sondern in langsamer Aufbauarbeit dafür wirken, daß bei den Kindern und Eltern regstes Interesse ge­weckt und gestärkt wird.

Ebenso wurde darauf hingewiesen, wie alle Maß­nahmen der nationalsozialistischen Regierung darauf hinzielten, die Familien zu schützen. (Arbeitsbe­schaffung, Siedlerftellen, Ehestandsbeihilfen, Steuer­begünstigung kinderreicher Familien usw.) Die Familienkunde sehe nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Sie soll mithelfen, daß sich alle deutschen Volksgenossen als Glied eines großen Volkes fühlen und das Bewußtsein haben, daß sie in Leid und Freud zusammengehören und daß nichts auf der Welt sie auseinanderreißen kann. Der Vortrag fand sehr reichen Beifall.

$ Es ^blieb nichts anderes übrig, als zurückzureiten. Das Gewitter hatte sich nun vollständig beruhigt.

Nur noch ein leises Wetterleuchten war am Ho­rizont. Der Wald atmete Frische und Kuhle. Schon kam der erste Sonnenblitz und tauchte die regennassen Bäume in em auffunkelndes Licht. Eckehard ließ Greif nun langsamer gehen. Das Tier war erhitzt und durchnäßt. Man konnte es nicht in dem gleichen Galopp wie vorhin nach Hause gehen lassen.

(Fr nahm den Weg durch den Wald. Da war eine Abkürzung, die einen Teil der Chaussee ab­schnitt Plötzlich stutzte er. Hastig riß er am Zu- gel, so daß Greis erschreckt stillstand und sich bei­nah vorwurfsvoll umfah.

Still, Greif", sagte Eckehard,still! War da mcht etmas?" Er hielt den Atem an un£ lauschte. Wirklich, es klang aus der Tiefe des Waldes wie der Schrei eines Tieres. Im gleichen ^u^nbli richtete^ Greif den Kopf empor und wieherte hell. Und wieder der klagende Schrei aus der Tiefe des Waldes - wieder das Wiehern Grei s wie eine Antwort Er drängte nach rechts ab, offenbar nach der Richtung, aus der das Schreien gekommen war.

Eckehards Herz erstarrte in einem furchtbaren Schreck. Er erkannte sofort, das war ein Pferd, das schrie - und mußte Barbaras Pferd fein. Ein Unglück war geschehen. , ,

pn<s mreif! Wir müssen die Herrin suchen.

fcÄ noch einmal mit zitternder Stimme. Dann L 's

«* ®1

Heuchelheim, 20. Juni. Der Kreiswalter der FachschaftVolksschule" im N S. ° Lehrerbund, Lehrer Dr. Reidt (Heuchelheim), hatte zu einer Tagung eingeladen, die heute in unserm Orte stattfand. Der Einladung waren nicht nur die Mitglieder des Bezirksvereins Gi e ß e n-L a n d" des NS.-Lehrerbundes, son­dern auch die Leiter der einzelnen Bezirke im Kreise sowie zahlreiche andere Mitglieder des NSLB. gefolgt. Die Besucherzahl erreichte nahezu 100 und legte davon Zeugnis ab, welch großes Interesse gerade diese Tagung bei allen Lehrern und Lehrerinnen fand.

Am Vormittag begannen nach der Morgen- gymnastik, dem Tagesspruch und Choralgesang ie

Lehrproben über Familienkunde, die von Dr. Reidt, dem Klassenlehrer der Ober- klasse, geleitet wurden. In drei Abteilungen, unter­brochen von kleinen Pausen, führte er den Be­suchern vor, was in einigen Wochen zielbewußter und fleißiger Arbeit mit den Schülern des achten Schuljahres aufgebaut worden war. Von allge­meinen geschichtlichen Rückblicken ausgehend, die über das Werden unseres Volkes Aufschluß gaben, führte dann Dr. Reidt seine Schüler hinein in Die eigentliche Familienkunde.

Heuchelheim ist in der glücklichen Lage, ein vollständiges Familienbuch vom Dreißigjähri­gen Kriege an bis zur Gegenwart zu besitzen.

Es wurde in mühevoller Arbeit von Pfarrer Dörr, der lange Jahre in Heuchelheim als Seel­sorger wirkte, begonnen und bis zum Jahre 1921 fertiggestellt. Von da ab hat es Dr. Reidt bis 1935 ergänzt. Dieses Familienbuch es ist in doppelter Ausfertigung vorhanden enthält rund 2300 Heuchelheimer Familien. Schon aus dieser Zahl kann man ermessen, welch große, aufopfe­rungsreiche Arbeit nötig war, um aus alten Listen und Kirchenbüchern die Zusammenstellungen vor- zunehmen. Die Uebersicht ist so getroffen, daß hin­ter jedem Namen eine Nummer steht, die zu den Eltern des Betreffenden führt ufw. Es ist also für jeden Heuchelheimer leicht, seinen Stammbaum bis zum Dreißigjährigen Krieg aufzustellen, voraus­gesetzt, daß seine Ahnen schon in dieser Zeit tn Heuchelheim wohnten.

Die Besucher der Tagung sahen denn auch, daß alle Kinder ihre Stammbäume, ihre Sipp-

schaftstafeln ufw. vorschriftsmäßig in den Map­pen vor sich liegen hatten.

Ein Unterrichtsgespräch über den Inhalt dieser ver­schiedenen Tafeln und Zeichnungen wurde von den anwesenden Lehrern mit größtem Interesse ver­folgt. Besonders hervorgehoben seien folgende Punkte: Die Kinderzahl in allen Heuchelheimer Familien in früheren Jahren war bedeutend höher als heute. Allerdings starben auch viel mehr Kin­der. Die Höchstzahl von Kindern aus der Ahnen­reihe einer Schülerin war 18, davon starben in jungen Jahren 14. An der- Hand des Familien­buches konnten die alteingesessenen Heuchelheimer Familien genau festgestellt werden. Einige davon sind ausgeftorben bzw. stehen im Begriff auszu­sterben, andere wieder haben sich sehr stark ver­mehrt, wie z. B. die Familie Rinn, die zur Zeit über 70 Einzelfamilien aufweist. Andere bekannte alte Familien sind: Kreiling (diese Familie stellte der Gemeinde fünf Bürgermeister, daher der TeilnameSchvlze"), Kröck, Sack, Volk- mann, Hofmann, Henkelmann u. a. Aeußerst stark waren die Verluste der alten Heuchelheimer Familien im Weltkriege. Aus einer Familiengruppe starben allein 12 Männer

Wamm verkennst du mich, Vardarn?

Roman von Liane Sanden.

Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) 16 Fortsetzung Nachdruck verboten!

19. Kapitel.

Eckehard van Mackenroth sprengte durch Regen und Sturm. Der Weg vom Out nach dem Walde 5u war schon tief aufgeweicht. Wasserpsutz-N standen am Wege. Der Graben rechts und ltnks war hoch angeschwollen. Rücksichtslos trieb er n Pferd hindurch. Wasser spritzte zu beiden Seiten hoch auf. Er beachtete weder Regen noch Sturm noch das knatternde Leuchten der Blitze. Er wußte nur eins: er mußte Barbara ftnDen.

Er hielt sich nach Möglichkeit in der Mitte der Chaussee. Die hohen Bäume am Waldrande konnten gefährlich werden. Mit zusammengezogenen Augen starrte er immer wieder in das grüne Dunkel, d nur ab und zu von den blaugelben cr J'

wurde. Nirgends sah er em eine Reiterin. Je weiter er ritt, desto nefer wurde seine Angst. Er war letzt beinah ein Unglück geschehen war. Eme innere «Stimme ODas^Pftrd scheute, wenn ein neuer Donner ringsum hallte, wenn das Dunkel des Gew'iter- hirmnels von den grellen Blitzen erhellt wurde.

Weiter, weiter, Greif!" sagte er Swlschen zusam- mengebissenen Zähnen und klopfte dem Pferde b ruhigend den S)aVsßauf, lauf, Greif! Wir müssen die Herrin suchen.

Als ob das edle Tier verstanden hatte was Ecke bard zu ihm sagte, bezwang es seine Angst und Rervofställ Es lies vorwärts in weit ausgr-.sen- bem, gestrecktem Galopp. Einmal wandte Eckehard im Vorwärtsrasen den Kopf. Es war ihm, l ob hinter ihm Pferdegetrapp^ tonte. Aber - konnte in dem grauen, peistch-nden Regen^ nichts (eben. Sicherlich eine Täuschung, hervorgerusen durch das Grollen des Wetters. Sarnen-

Längst hatte er den ganzen Weg bis zur Kargen fteiner Wiese durchmessen. Nirgends hatte ereine topur von Barbara gesunden. Der R-gen hatte w auch alle Austritte verwischt, die ihm hatten ein Anhalts- punkt sein können. .

Nun hielt er auf der Karpenstemer Wiese, sah sich um. Ringsum war alles tot und leer.

Vorwärts, Greif, wir müssen weiter! Wir wollen den Wald absuchen!" sagte er. sprach zu dem Tier, als wäre es seinesgleichen, uc mußte plötzlich mit irgend lemanb reden, um feine maßlose Angst zu betäuben. Jetzt erst, m Der furchtbaren Sorge um Barbara, erkannte er ganz, wie unabänderlich die Liebe zu Barbara in seinem Herzen beschlossen war. Mochte sie ihm gegenüber