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Meister des Humors, der mit seinen Witzen, Sa­tiren, Schnurren und Scherzen, mit seinen fröh­lichen Liedern vom Rhein und Wein und seiner tollen Revue der Dialekte aus dem Alltag hinaus­führt und hinein in das Land heiterster Freude. Der glänzende Dortragsmeifter und kultivierte Sprecher! Er gastierte in fast 300 Städten des In- und Auslandes, ist der Erfolg der großen Staafc» und Stadttheater steter Gast der führenden deutschen Varietes und fast noch bekannter als Mitarbeiter aller deutscher Reichssender. Man beachte die heutige Anzeige.

Aenderung der Arztschilder

DRD. Auf Anordnung der Kassenärztlichen Ver­einigung Deutschlands tritt ab 1. Juli d. I. eine Aenderuna der Ärztschilder ein. In Zukunft werden auf den Arztschildern außer Name und Sprech­zeiten in der Regel nur noch die Bezeichnungen Praktischer Arzt" oderFacharzt für ..." zu finden sein, wobei die Facharztbezeichnung sich lediglich auf eine's der 14 zugelassenen Sonderfächer beziehen darf. Diese Regelung ist getroffen worden, um die Vereinheitlichung der ärztlichen Ankündigung zu er­reichen, wie sie den Belangen der Bevölkerung und des Aerztestandes entspricht. Mit ihr geht im all- aemeinen keine Einschränkung des bisherigen Tätig­keitsbereiches der betreffenden Aerzte einher, so daß die ärztliche Versorgung der Bevölkerung in der bis­herigen Weise gewährleistet bleibt.

Silber vom Handwerk

Um gutes Anschauungsmaterial über das Hand­werk zu bekommen, veranstaltet der Reichsstand des deutschen Handwerks zusammen mit der Reichs­betriebsgemeinschaft Handwerk einen Lichtbilderwett­bewerb, an dem sich alle Volksgenossen beteiligen können. Gefordert werden bisher unveröffentlichte Bilder des Handwerks an der Arbeit, die in leben­diger, packender Darstellung jeden Beschauer die Be­deutung und Notwendigkeit des Handwerks vor Augen führen. Bilder von der Romantik des Hand­werks sind nicht ausgeschlossen, vor allem soll aber das moderne, technisch fortgeschrittene Handwerk ge­zeigt werden. Es sind 34 Preise von insgesamt 1200 Mark ausgesetzt.

Gute Photos werden gesucht.

Bauer und Leibesübungen.

Wie die Landesbauernschaft Hessen mitteilt, hat Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister D a r r 6 verfügt, daß die dem Reichsnährstand von der braunschweigischen Regierung zur Verfügung gestellte Burg Neuhaus als Reichssportschule des Reichsnährstandes zur Ertüchtigung der bäuerlichen Jugend Deutschlands dienen soll. In sechs- bis acht­wöchigen Kursen werden dort die Teilnehmer kör­perlich und geistig gestählt.

Unter anderem werden zu diesem Zweck Photos zu dem ThemaBauer und Leibesübungen" ge­sucht, die den Bauer bei der Arbeit, bei Spiel und Tanz, beim Sport oder traditionelle bäuerliche Fest, spiele zeigen. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau ruft daher alle Lichtbildner, Bildstellen und Photo­graphen zur Mitarbeit auf.

: Vie deutsche Arbeitsfront

7 t N.9.-0emeinschaft,Äfiraft durch freute;

Rheinfahrt auf den 14. Juli verschoben.

Wegen des in Koblenz stattfindenden Gaupartei­tages des Gaues Koblenz hat uns die Reichsbahn in letzter Stunde den von uns beabsichtigten Zug nach dem Rhein nicht genehmigt. Unsere Rheinfahrt wird deshalb verschoben auf Sonntag, den 14. Juli.

Tanzgastspiel Hannah Spohr und Tanzgruppe Lotte Wüller.

Der Beginn des Tanzfestspieles am Sonntag, 23. Juni, ist von 7 Uhr auf 8 Uhr verlegt wor­den. Alle Freunde dieser beschwingten, überall Freude bringenden Kunst sollten sich diesen Tanz­abend ansehen. Hannah Spohr, längst in Gießen keine Unbekannte mehr, und die Tanzgruppe Lotte Müller, Frankfurt, bildeten den Kern der Tanz- estspiele, die im Januar d. I. von der NS.-Gemein- chaftKraft durch Freude" vor fast 4000 Zu- chauern im Hippodrom zu Frankfurt aufgeführt wurden. Preise der Plätze: 60 Pf. bis 1,50 Mark. Karten im Vorverkauf: Geschäftsstelle der NS.- GemeinschaftKraft durch Freude", Schanzen­straße 18, bei sämtlichen KdF.-Warten, bei Ernst Challier und im Schokoladenhaus Huntemann.

Am 14. Juli findet durch die Ortsgruppe Klein-Linden eine Fahrt in den Taunus statt. Die Fahrt kostet einschl. eines guten und reich­lichen Mittagessens 4 Mark. Anmeldungen bis zum 26. Juni bei dem Ortswart und den Blockwaltern der DAF.

Einweihung des Schwimmbades in Elimbach durch die RS.-GemeinschaftStaff durch Freude".

Am kommenden Sonntag, 23. Juni, findet in Climbach die Einweihung des neuen Schwimm­bades statt. Der Sportwart der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude", Pg. K o e n i g e r, wird die Einweihung vornehmen. Anschließend hat es die Schwimmriege 1846 unter Leitung des Herrn Sauer übernommen, das neue Badebeckenein­zuschwimmen". Nach einem Aufschwimmen sämt­licher Teilnehmer werden die einzelnen Schwimm­arten gezeigt werden. Staffel- und Reigenschwim­men werden mit humoristischen Einlagen abwech- fein. Tauchen und Rettungsschwimmen, Wasser- fpiele werden die Climbacher und die Einwohner der umliegenden Ortschaften Allendorf, Alten-Bu- seck, Londorf, Treis, Mainzlar, Staufenberg mit dem Schwimmsport vertraut machen. Anschließend gibt es Volksfest mit Tanz, das die NS.-Gemein­schaftKraft durch Freude" ausgestaltet. Der Ein­trittspreis beträgt 20 Pf. Das Tanzbändchen kostet 50 Pf. Bei Musik, Tanz und Volksbelusti- guna wird man noch bis spät in die Nacht zusam- menjein können.

Liedertag des DGB. am 23. Juni.

Am morgigen Sonntag findet der diesjährige Deutsche Liedertag statt, der seit Jahren vom Deutschen Sängerbund als eine machtvolle Wer­bung für das deutsche Lied mit wachsendem Erfolg eingeführt ist. An diesem Tage werden überall in Skadt und Land Vereine des DSB. auf Plätzen und in Parks singen und die schönsten Volkslieder äum Vortrag bringen. Da der Deutsche Liedertag ich die LosunaDas Volkslied soll wieder unter fas Volk" auf seine Fahnen geschrieben hat, be­schränken sich die Vereine nicht nur auf das Vor­singen, sondern es ist vielfach auch eineOffene Singstunde" angeschlossen, in der Sänger und Zu­hörer gemeinsam singen. Zu diesem Zweck hat Der DSB. ein besonderes Liedblatt herausgegeben, aus dem die Zuhörer zusammen mit den Sängern Lieder erarbeiten. Der Liedsonntag soll alle in sei-

Oer Gießener Haushalt für 1935

(Schluß.)*

Von den Betrieben werden nach dem städti­schen Voranschlag für 1935 Einnahmen für die all­gemeine Finanzoerwaltung in der Gesamthöhe von 802 665 Mark erwartet. Die städtische Straßenbahn ist, wie schon von jeher, wiederum Zuschußbetrieb, für den ein Betriebszuschuß von 49 219 Mark vor­gesehen ist. Die Ueberschüsse aus dem Schlachthof­betrieb sind nach Anordnung des Ministeriums in einem Erneuerungsstock zu sammeln. Der Voran­schlag des städtischen Dolksbades gleicht sich in Ein­nahme und Ausgabe mit 53 086 Mark aus.

Bei den Märkten ist als Standgeldeinnahme von den Zucht- und Nutzvieh-, Schweine- und Pferdemärkten eine Summe von 11 500 Mark vor­gesehen. Das Dlatzgeld von den Frühjahrs- und Herbstmärkten (Messen) ist mit 4100 Mark in An­satz gebracht. Von den Wochenmärkten wird an Marktstandgeld und Wiegegebühren ein Betrag von 7000 Mark, als Miete von den Marktlauben eine Summe von 3 780 Mark erwartet. Diesen Einnah­men stehen natürlich auch erhebliche Ausgaben gegenüber, so daß der Titel Märkte bei insgesamt 27 230 Mark Einnahme und 32 409 Mark Ausgabe einen Zuschuß von 5179 Mark erfordert.

Für die Friedhöfe ist aus allgemeinen Mit­teln ein Zuschuß in Höhe von rund 13 000 Mark zu leisten. Die Einnahmen sind auf 40 895 Mark, die Ausgaben auf 53 902 Mark veranschlagt. In dan­kenswerter Weise hat die Stadtverwaltung für die Unterhaltung der Wege, Anlagen und Baumpflan­zungen auf den beiden Friedhöfen für das neue Haushaltsjahr rund 3 000 Mark mehr vorgesehen, als im vorjährigen Voranschlag eingestellt waren.

Die Feuerlöschan st alten erfordern bei rund 17 061 Mark Einnahme und rund 46 949 Mark Ausgabe einen Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von rund 29 888 Mark.

Im Titel Schulen sind folgende Aufwendun­gen aus städtischen Mitteln für 1935 veranschlagt: Volksschulen bei 82 798,88 Mark Einnahmen und 216 373,29 Mark Ausgaben einen Zuschuß von 133 574,41 Mark; für Horte sind, ohne Einnahmen, 5 400 Mark wie im Vorjahre aufzubringen; die Berufsschulen erfordern bis 19024 Mark Einnahmen und 51 712,22 Mark Ausgaben einen Zuschuß von 32 688,22 Mark; beim Lyzeum dessen Voran­schlag in Einnahme und Ausgabe mit 203 202,16 Mark ausgeglichen ist muß die Stadt zu den persönlichen und sachlichen Kosten einen Zuschuß von 54 633,98 Mark leisten; für das Gymnasium ist ein städtischer Beitrag in Höhe von 39 684,50 Mark erforderlich; beim Realgymnasium sind im städti­schen Voranschlag auf der Ausgabenseite 73 536,40 Mark vermerkt, auf der Einnahmeseite 21170,40 Mark; für die Oberrealschule sind auf der Aus­gabenseite 85103 Mark vorgesehen, auf der Gin« nahmefeite 22 590 Mark; insgesamt ist für die drei höheren Knabenschulen bei 43 760,40 Mark Ein­nahme und 198 323,90 Mark Ausgabe, ein städti­scher Zuschuß von 154 563,50 Mark erforderlich; zu« den persönlichen und sachlichen Kosten der Gewerbe- und Maschinenbauschule muß die Stadt einen Zu­schuß von 9 528,63 Mark leisten; für die Öffent­liche Handelslehranstalt ist ein Betrag von 3 000 Mark vorgesehen, für die Aliceschule mit Fröbel- feminar ein Zuschuß von 4 000 Mark.

Beim Stadttheater wird mit einer Ein­nahme von 194 400 Mark und einer Ausgabe von 304 900 Mark gerechnet, so daß zur Pflege der Kunst in unserem Theater ein Zuschuß aus allge­meinen Mitteln in Höhe von 110 500 Mark erfor­derlich ist. Zu den Betriebskosten des städtischen Orchesters ist ein Zuschuß von 25 000 Mark vor­gesehen.

Das Oberhessische Museum mit den Gailschen Sammlungen ist mit einem städtischen Zuschuß von 9 514,60 Mark im Voranschlag ver­zeichnet. Für den Oberhessischen Kunst- verein wendet die Stadt 1840 Mark auf. Die Volks-Lesehalle wird mit einer städtischen Hilfe von 3 600 Mark bedacht, in der ein barer Beitrag von 2500 Mark enthalten ist.

Für Zwecke der Landesuniversitat, Sti­pendien, sind in dem Voranschlag 3310,17 Mark aufgeführt. Als Anmerkung zu diesem Titel sind die Leistungen der Stadt für die Universität von den Jahren 1888/92 bis zum Jahre 1933 einschließ­lich mit einer Gesamtsumme von 1 350 234,42 Mark verzeichnet. Davon entfallen auf die Leistungen vor Beginn der Inflationszeit 557 624,02 Mark, auf Leistungen nach Stabilisierung der Mark 1. Bar- zuschüsse 370 981,70 Mark, 2. schenkungsweise Ab­gabe von Gelände usw. 356 224,02 Mark, 3. Bar- zuschüffe seitens der AG. Stadtgut Hardthöfe 65 404,68 Mark.

Der städtische Wohlfahrtsetat macht bei 166,20 Mark Einnahme und 852132,40 Mark Ausgabe einen Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 851966,20 Mark erforderlich. Diese Zufchußleistung ist um einen sehr ansehnlichen Be­trag geringer als im Vorjahre, wo ein städtischer

* Vgl. den Artikel imGießener Anzeiger" Nr. 132 vom 8.19. Juni 1935.

Zuschuß von 1100 000 Mark veranschlagt werden mußte.

Zur Förderung des Sports und für be­sondere Aufwendungen im Hinblick auf die Olym­piade 1936 ist in dem Voranschlag für 1935 eine städtische Geldhilfe von 5 000 Mark, gegen 1000 Mark im Vorjahre, vorgesehen. Jeder Freund und Förderer der körperlichen Ertüchtigung unserer Ju­gend wird dieser Mehraufwendung nur voll und ganz zustimmen können.

Im Kapitel F i n a n z v e r w a l t u n g ist bei den Kapitalzinsen für Finanzzwecke mit einer Einnahme von 197 558,44 Mark und einer Ausgabe von 413 921,10 Mark, für Zwecke des Wohnungsbaues mit einer Einnahme von 338 232,30 Mark und einer Ausgabe von 388 956,84 Mark gerechnet, so daß sich aus beiden Positionen ein städtischer Zuschuß in Höhe von 276 087,20 Mark ergibt. Bei der Schul­dentilgung sind auf der Einnahmeseite 52 796,16 Mark verzeichnet, auf der Ausgabeseite stehen 155 133,53 Mark, mithin ist ein Zuschuß aus all­gemeinen Mitteln in Höhe von 102 337,37 Mark erforderlich. In der vorstehenden Einnahmesumme ist als Anteil der städtischen Werke und Betriebe an den Aufwendungen für die Anleiheablösung ein Betrag von 52 196,26 Mark mitenthalten. Als Er­gänzungsmittel zur Deckung unzureichender Kre­dite, sowie für unvorhergesehene Ausgaben sind vorsorglich 50 000 Mark in den Voranschlag einge­stellt worden. Aus dem Steueraufkommen werden folgende Einnahmen (nach den Annahmen des Vor­anschlags) erwartet: Biersteuer 109 340 Mark, An­teil an der Reichs-Einkommen- und -Körperschafts­steuer 317 520 Mark, Anteil an der Reichsumsatz­steuer 95 220 Mark, Grunderwerbsteuer 24 600 Mark, Vergnügungssteuer 28 000 Mark, Wertzu­wachssteuer 3 395 Mark, Hundesteuer 13 900 Mark, Bürgersteuer 243 000 Mark, Getränkesteuer 25 000 Mark, Filialsteuer 19 000 Mark, Warenhaussteuer 3 500 Mark, Grund-, Gewerbe- und städtische Son­dersteuer vom bebauten Grundbesitz 1 025 060 Mark.

Erfreulicherweise gleicht sich der städtische Voranschlag in Einnahme und Ausgabe aus.

Oie Vermögensrechnung.

In der Vermögensrechnung sind bei Grund­besitz- Land- und For st wirtschaft als Erlöß aus dem Verkauf von Gebäuden und Grund­stücken 20 000 Mark veranschlagt, für den Ankauf von Gebäuden und Grundstücken sind vorsorglich 34 500 Mark eingestellt. Beim Forstbetriebsstock wird mit einer Einnahme von 148250 Mark ge­rechnet (darin enthalten als Erlös außerordentlicher Holzhiebe 135 800 Mark), auf der Ausgabenseite ist ein Betrag von 31 600 Mark vermerkt.

Bei der Bauverwaltung sind im Titel Er­bauung von Straßen, Wegen und Anlagen als Bei­träge der Grundbesitzer zu den Kosten des Aus­baues von Straßen 3000 Mark in den Voranschlag eingestellt, auf der Ausgabenseite sind 213 200 Mark vorgesehen. Von der letztgenannten Summe entfal­len 200 000 Mark auf Straßen- und Wegebauten, Anlagen, sowie Neubefestigung von Straßen; im Vorjahre wurden hierfür nur 100 000 Mark ver­anschlagt, so daß die jetzige Verdoppelung als ein begrüßenswerter städtischer Beitrag zur Arbeits­beschaffung anzusehen ist. Bei Kanal- und Wasser­bauten ist für die Ausführung der Kanalisation in zum Ausbau vorgesehenen Straßen eine Summe von 60 000 Mark eingestellt, die im Vorjahre nicht vorhanden war, also ebenfalls als Arbeitsbeschaf­fung angesehen werden kann. Daneben ist für die Herstellung von Hausanschlüssen ein Betrag von 8 000 Mark (im Vorjahre 5 000 Mark) angesetzt, so daß der Titel insgesamt mit 68 000 Mark gegen 5 000 Mark im Vorjahre abschließt. Bei der Lager­verwaltung sind 160 000 Mark auf der Einnahme­seite und 164 421,50 Mark auf der Ausgabeseite vorgesehen, wobei der Hauptbetrag von 160 000 Mark für Baumaterialien sich auf der Einnahme- und Ausgabeseite ausgleicht, aber gegenüber dem Vorjahre (100 000 Mark) um 60 000 Mark höher ist, also ebenfalls verstärkte Arbeitsbeschaffung ent­hält.

Bei der Betriebsverwaltung ist eine Ausgabe von 10 500 Mark für die Fortführung der Bodenarbeiten bei der Erweiterung des neuen Friedhofs zu erwähnen.

In der F i n a n z v e r w a l t u n g ist auf der Einnahmeseite eine Summe von rund 263 000 Mark vermerkt, in der als aufzunehmende Kapitalien ein Betrag von 191 255 Mark enthalten ist. Das Woh­nungsbaukonto gleicht sich in Einnahme und Aus­gabe mit 47 930 Mark aus.

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Es ist außerordentlich erfreulich, daß es dem Leiter unserer Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, gelungen ist, den Haushaltsplan für 1935 in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Auf dieser guten Haushaltsgrundlage, die in viel­fältiger Weife für die kommunale Arbeit gute Vor­sorge und weitreichende Wirkungsmöglichkeiten ge­schaffen hat, wird sich unser Gemeinwesen auch im Haushaltsjahr 1935 in gedeihlicher Weise weiter­entwickeln.

nen Bann ziehen. Er soll hinausströmen über Großstadtmauern und Dörferfrieden, über Sänger und noch Abseitsstehende, über die deutschen Lande hinweg bis in die fernsten Erdteile. Auch jenseits des Meeres werden die auslanddeutschen Gesang­vereine diesen Tag festlich begehen und sich beim Singen der Lieder ihrer alten Heimat erinnern, der sie die Treue halten. So ist der Liedertag ein Tag wahrer Volksgemeinschaft, der durch das Lied das einigende Band um alle Volksgenossen schlingt.

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In Gießen bringt morgen um 11 Uhr vor dem Stadttheater der Bauersche Ge­sangverein unter Leitung seines Chorleiters Prof. Temesvary einige Volkslieder zu Gehör. Jugend aus dem abgeirennten Ober­schlesien in Gießen.

In unserer Stadt weilen gegenwärtig für einen Zeitraum von 6 Tagen vierzehn 15- bis 17jährige Oberschlesier, in Begleitung eines jungen Lehrers, aus dem abgetrennten Oberfchlesien zu Gast. Den Jugendlichen soll Gelegenheit gegeben werden, aus eigener Anschauung einen Teil des deutschen Vater­landes, das Leben der Bewegung, insbesondere aber auch das Gemeinschaftsleben der deutschen Jugend kennenzulernen, um dadurch im Bewußtsein ifjrer Zugehörigkeit zum deutschen Vaterland gestärkt zu werden.

Die Frauenortsgruppe Gießen des VDA. hot die Betreuung und Unterbringung der Jugendlichen

übernommen und alles getan, um ihnen den Aufent­halt in unserer Stadt zu einem starken Erlebnis zu machen. In herzlicher Kameradschaft mit dem Jungvolk, mit der VDA.-Jugend usw. wurden die Stadt und ihre Schönheiten eingehend besichtigt, es wurden Ausflüge in die Umgebung gemacht und den Gästen auch die Schönheiten des oberheffifchen Landes nahegebracht. So wurde u. a. gestern in Gemeinschaft mit Mitgliedern des VDA., des Deut­schen Ostbundes, mit HI., BdM. und Jungvolk, insgesamt 45 Personen, ein Ausflug nach dem Schiffenberg unternommen und dort bei allerlei Spielen, bei Kaffee und Kuchen einige unterhalt­same Stunden verbracht.

Im Laufe des Aufenthaltes der jungen Ober- fchlefier in unserer Stadt war den Gästen auch Gelegenheit gegeben, in den verschiedenen Schulen für einige Stunden am Unterricht, insbesondere am Geschichtsunterricht teilzunehmen und auch hier Eindrücke zu gewinnen, die ihnen sicherlich lange im Gedächtnis bleiben werden. Am heutigen Sams­tagvormittag nehmen die Jugendlichen auch an den Wettkämpfen zum Deutschen Jugendfest 1935 teil.

Wenn am morgigen Sonntagfrüh die jugendlichen Gäste unsere Stadt wieder verlassen, werden sie es zweifellos mit besten Eindrücken tun. Von hier aus führt die Reife für weitere sechs Tage nach Friedberg, dann nach Offenbach und schließlich nach D a r m st a d t. Die gesamte Reise wurde von der Landesleitung Hessen der Frauen­gruppe des VDA. ermöglicht.

Versammlung der Ostdeutschen.

Die Juni-Monatsversammlung des Bundes hel­mattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund), Ortsgruppe Gießen, im Vereinslokal Hotel Köhler war infolge des ersten Zusammentreffens mit den schlesischen Reitern außerordentlich gut besucht.

Vereinsführer Pg. Kostorz hieß besonders Wachtmeister Finke mit seinen Unterosfizleren und Mannschaften willkommen, außerdem konnte er den Vereinsführer der Marburger Ortsgruppe, August Hein, begrüßen. In einer Ueberficht über die besonderen Ereignisse wies der Redner auf die große VDA.-Tagung in Königsberg hin. Nach dem gut verlaufenen Himmelfahrtsausflug nach Braunfels werden sich die Ostdeutschen zusam­men mit den Reitern am Soldatentag auf der Waldeslust" beteiligen, lieber einen Ferien- zug nach Schlesien und den Sonderzug nach Ostpreußen wurde nun endgültiger Be­scheid erteilt. Den verunglückten Kameraden der Arbeit von Reinsdorf wurde ein stilles Ge­denken gewidmet.

Ein Gast aus Oberfchlesien sprach über die der­zeitigen Verhältnisse im Grenzgebiet. Wohl sei durch das Abkommen zwischen den Regierungen Adolf Hitlers und des leider zu früh verstorbenen großen polnischen Führers, Marschall Pilsudski, der Weg für eine Verständigung bereitet worden, aber noch sei der Geist des friedlichen Zusammen­arbeitens nicht bis in die letzten Kreise in Ober­schlesien gedrungen. Von der Durchdringung der Nachbarstaaten mit dem friedlichen Geiste ihrer Regierungen erhoffen die Deutschen jenseits der

(Ein Waldbrand zerstört in vier Stunden die Ar­beit von 60 Jahren! helft Waldbrände verhüten!

Grenze auch für sich eine Erleichterung des schweren Schicksals, das ihnen aufgebürdet wurde.

Der Vereinsführer trug nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen dem Gaste die herzlichsten Grüße der Landsleute auf. Er erinnerte daran, wie in den schweren Jahren nach bem Zusammenbruch das deutsche Volk einen gleichen verzweifelten Kamps ohne jede Hoffnung und Aussicht auf eine bessere Zukunft bestehen mußte. Nachdem ihm nun in Adolf Hitler ein wahrer Führer erstanden ist, gilt alle Liebe, aller Glaube und alle Treue dem einen, der nicht nur Deutschland zu neuer Weltgeltung bringen wird, sondern dessen friedliches Wirken sich auch allen europäischen Staaten mitteilen muß, so daß auch die Deutschen jenseits der Grenzen, wo es auch fein mag, des Segens feiner Friedensarbeit teilhaftig werden.

Vereinsführer Aug. Hein- Marburg überbrachte die Grüße feiner Ortsgruppe und verband damit den Wunsch nach engerer Zusammenarbeit.

Der Vereinsführer sprach dann von der großen Tradition der deutschen Armee und den Heldentaten der Feldgrauen, die das beste und tüchtigste Heer aller Zeiten waren. Durch vorgelesene Kriegs- schilderungen wurde die Erinnerung an diese große Zeit wachgerufen und auch des großen Feldmar» schalls von Hindenburg, der auch ein Ost­deutscher war, gedacht. Das Zusammenklingen des kämpferischen Geistes des täglich für den Kampf um fein Volkstum einsatzbereiten Grenzland- deutschen mit dem soldatischen Geiste findet nun Widerhall in der Wehrpflicht. Den Dank bafür an ben Führer stattete bie Versammlung burch ein dreimaliges Sieg-Heil auf ben Führer ab unb sang aus Verbunbenheit mit ben Kämpfern um bas Dritte Reich Horst Wessels Kampflieb.

Vornotizen.

Tageskalenber für Samstag : NSG.Kraft burch Freube": 17 bis 19 Uhr Leicht­athletik auf bem Universitätssportplatz am Kugel­berg. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der bunte Schleier". Rotkreuztag 1935.

Tageskalenber für Sonntag : NSG.Kraft burch Freube": 20 Uhr im Stabt- theater Tanzgastspiel Hannah Spohr. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Der bunte Schleier". Gesellschaft Liebig-Museum: Hauptversammlung unb britter Familientag ber Nachkommen von Justus von Liebigs Eltern; 11.15 Uhr Vortrag im Liebig- Museum von Geh Rat Sommer; 14 Uhr Fahrt nach Bab Salzhausen. Reichsfachgruppe Imker e. D.: 14 Uhr Versammlung im Hotel Hopfelb.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 22. Juni. Auf bem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,50 bis 1,55 Mark, Lanbbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier (in- limbische) 9 bis 10, Wirsing, bas Pfunb 15 bis 20, Weißkraut (neues) 20, Gelbe Rüben, bas Bünbel 10 bis 15, Rote Rüben, bas Pfunb 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen (grün) 30 bis 35, Spargel 1. Klasse 40 bis 50, Suppen­spargel 25 bis 30, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 60, Zwiebeln 20, Schwarzwur­zeln 30 bis 45, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 50, Kar­toffeln (neue) 18 bis 20, (alte) 4% Pf., ber Zentner 3,50 bis 4 Mark, Pfirsiche, bas Pfunb 70 bis 75, Aepfel 70, Kirschen 20, 30, 35, Stachelbeeren 15 bis 20, Erbbeeren 30 bis 50, junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 90, Tauben, bas Stück 50 bis 60, Nüsse, bas Pfunb 50, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 70, Salat 5 bis 10, 3 Stück 20, Salatgurken 30 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie (Suppengrün) 5, Rettich 10 bis 15, Rabieschen, bas Bünbel 8 bis 10.

** Das Museum im Alten unb im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr ge­öffnet.

** Die Einlösung von Gewerbeschei­nen für 1 9 3 5 betrifft eine Bekanntmachung bes Finanzamtes Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien befonbers barauf hinaemiesen.

** Viehmärkte In Gießen. Am Dienstag fommenber Woche finbet hier Rinbvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Am Mittwoch wirb Schweinemarkt folgen. (Siehe heutige Bekanntmachung ber Bürger­meisterei.)

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten stnb ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Aller Abonnenk! Wenn Ihr Schuldner trotz Ihrer Mahnung nicht zahlt, bleibt Ihnen nichts anders übrig, als ihn auf Zahlung zu verklagen oder Zahlungsbefehl gegen ihn ergehen zu lassen.

R. P. Lollar. Der Heirat zwischen Geschwister­kindern steht nichts im Wege.