Einzelbild herunterladen

Samstag, 22. Zuni 1955

M.M Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

<1

und Am Nahrungsberg wird ein dreistöckiges Einzel-

beginnt der Erstdruck eines Megerromans von ErnstGrau unter dem Titel

tVottenwandevee

! J

und

i

1

/

Neubeziehern des Gießener Anzeigers für den Monat Juli bietet sich die günstige Gelegenheit, diese gepflegte Heimatzeitung nebst ihren wertvollen Beilagen während der letzten Iuniwoche kostenlos zu erhalten.

In der nächsten Ausgabe der wahlfreien Samstagsbeilage

DieOMsivierte des Gießener Änretsevs

____ Schulgruppen-Obleute sowie der Kassenwarte statt. Die Meldungen zum nächsten Schulungslager in Mainz (7. bis 20. Juli) müssen sofort an die Geschäftsstelle des NSLB. in Gießen, Plockstr. 9,

Amstausstellmg mSad-Aauheim Oberhessische und Frankfurter Künstler im Kurhaus.

In einem Erdgeschoß-Saal des Bad-Nauheimer Kurhauses wurde gestern nachmittag eine Aus. stelluna von Werken oberhesnscher und Frankfurter Künstler eröffnet, die von der RS.-Kulturgerneinde Gau Hessen-Nassau, Abteilung Bildende Kunst, veranstaltet wird. Der Kreisobmann des Kreises Friedberg, Studien rat Weckerling, hieß vor allem die Vertreter der Partei, Finanzrat Dr. Diehl vom Hessischen Staatsbad und die Presse herzlich willkommen; er hoffe, daß von der Ausstellung reiche Anregungen ausgehen werden. Finanzrat Dr. Diehl übernahm hierauf die Aus­stellung namens der Kurverwaltung und des Hessischen Staatsbades in seine Obhut. Der Gau­obmann der NS.-Kulturgememde, Pg. Ramms, richtete Dankesworte an die Kurverwaltung und an die ausstellenden Künstler. Die bildende Kunst sei einer der Grundpfeiler des kulturellen Aufbaues. Für die NS.-Kulturgemeinde gebe es nur eine konzeffionslose Ablehnung der zersetzenden Kunst früherer Jahre. Das volkbildende Element der völkischen Kunst und ihre weltanschauliche Basis seien wichtiger als alle Stilfragen. Die Kuns müsse, in Blut und Boden wurzelnd, den Weg zum Volke wieder finden; gedenken wir dessen, Ar uns diesen Weg gewiesen hat. M.t einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die Ansprache beschlossen und die Ausstellung eröffnet.

Kurz zuvor hatte bereits eine Presse-Besichtigung stattgefunden; der Gaupressereferent ber ^Äu ; turgemeinde, Schroder, hatte in fuweni Begru kiumsworten auf die grundsätzliche Bedeutung der Ausstellung hingewiesen; Kunstmaler E n gel- Hard und seine Mitarbeiter hatten eine erste Führung durch den Raum übernommen.

' Die Ausstellung umfaßt Arbeiten von Frank­furter und oberhessischen Mitgliedern der kammer der bildenden Künste, und zwar Maler«, Plastik und Graphik. Unter den Oberhessen fm den wir tast lauter gute Bekannte, eine ganze Reihe von Werken, die in früheren

des Oberhessischen Kunstvereins zu sehen- warm Da ist z. B. Karl L e n z mit einem charaktervollen Bauernkopf und vor allem mit der drall in Der prallen Sonne auf ihrem Felde stehenden Bauer frau. Von Will finden wir eine Reihe markanter Porträtköpfe, die wir z. T. ebenfalls bereits aus Gießen kennen. Frau Lenz ist mit einigen anmutig erschlossenen Landschaften, der Gießener Hagenauer mit einem noblen Frauenportrat in hellem Gelb, Lotte Droese mit einer farbig sehr delikaten Gruppe von Aepfeln und Tomaten vertreten. H. E. K l e i n e s beschwingte und graziöse

Linienführung lernten Mr hier bereits schätzen. Von Klip st ein ist eine schöne und charakteri­stische Sammlung graphischer Blätter zur Stelle: Architekturstücke, Tierbilder, zum Teil Mit guten Sprüchen verziert; das liebliche Farbenblatt vom Sankt Franziskus nicht zu vergessen. Neben den liebevoll ausgearbeiteten Blumenstücken von Mar­gret Kranz finden wir die witzigen Genre-Szenen von G e i l f u s. Gute Bilder sahen wir ferner von Viehmann und Schneider, von Mager, Maus und Kutscher. Zwei ausgezeichnete Holzplastiken von B o u r c a r d e: die feine und beseelte Gruppe des sitzenden Paares und die im Ausdruck sehr konzentrierte Porträtbüste Frau K.

Mit einem stattlichen Aufgebot sind auch die Frankfurter Künstler vertreten. Einen Ehrenplatz nimmt unter ihren Arbeiten die vom Reichshand- werksmeister angekaufte wuchtige Führer-Buste von Emil Hub ein. Wir nennen ferner, um bei der Plastik zu bleiben, die elegante Antilope von C. Wagner. Dann, bei den Malern, Emil Bei­th an mit seinen prachtvollen Hessenköpfen die man in ihrer Natürlichkeit und Bodenständigkeit gut neben die Bilder von Lenz rücken kann. Von R Werner, dem Senior der Frankfurter, sehen wir eine schöne schlichte Gruppe: Mutter und Kind. Starkfarbiqe, leuchtende Blumenstucke von Lipp- mann und (Elfe Suttjmer ein frisches, farbig und räumlich gelockertes Strandbild von Elfi arz. Einige gute Kinderbilder stilistisch stark vonein­ander abgesetzt von Lincke, Henke und F Simon fielen uns besonders auf. Wir nen­nen noch eine Rüdesheimer Landschaft von En- aelbard dieWeisen aus dem Morgenlande von Poppe, eine farbige Figurengruppe von Christiani, denRegenbogen von A. Bode und ein apartes Stilleben von I. Happ.

Die Ausstellung erfreute sich gleich am ersten Tage eines guten Besuches und durfte m diesen Jubiläumstagen des hundertjährigen Staatsbades seine Anziehungskraft bewahren. r

Abenteuerliche Weltreise vor drei­hundert Jahren.

Eine der interessantesten Reisebeschreibungen aus alter Zeit, die kulturgeschichtliche Bedeutung besitzt und durch die naive Erzahlungskunst des Verfassers sicb auszeichnet, istDer ausführliche Bericht Der eltsamen Abenteuer und peinvollen Wanderfahrten auf lanaen neunzehnjährigen Reisen von Schott land nach den berühmtesten Königreichen m Europa, 2Ifien und Afrika", die der Schotte William Lith­gow geschrieben hat. Lithgow hat feine Reise im ^abre 1609 angetreten; er hatte zehn Monate i der Hauptstadt Heinrichs IV. gelebt war f h sortzukommen, denn sie war '?m N^t von Schm (en, ein aufrührerischer Ort, eine nächtliche Diebes

mittelbar gegenüber, an der Ecke Gnauthstraße und Goethestratze, werden zwei dreistöckige Einzelwohn­häuser errichtet mit insgesamt sechs (Vier- bzw. Diereinhalb-Zimmer-) Wohnungen.

Neben dem Bau dieser Wohnungen wird auch der Kleinwohnungsbau betrieben. Man denkt dabei an Zwei-, Zweieinhalb- und Drei-Zimmer-Woh- nungen. An der Ecke Schiffenberger Weg und Heeg­strauchweg, auf der linken Straßenseite und un­mittelbar hinter den schon bestehenden Wohnhäusern am Schiffenberger Weg, werden Häuser gebaut, die insgesamt etwa zwanzig kleinere Wohnungen ber­gen werden. Ferner ist beabsichtigt, am Schwarzlach­weg, und zwar auf dem Gelände zwischen der Ederstraße und dem Asterwea, ein sog. Drillings­haus mit insgesamt neun Wohnungen und zwei dreistöckige Doppelwohnhäuser mit zwölf Wohnungen zu bauen.

Mit der architektonischen Gestaltung sind bisher die Architekten Gustav Hamann, Conrad Schuhmacher und Ernst Schmidt betraut worden. Nach den bereits vorliegenden Plänen, die einen Eindruck von den zukünftigen Wohnhausneu­bauten geben, werden die Häuser in einfachen und zweckentsprechenden Formen von angenehmen Ma­ßen gehalten fein. Mit der Inangriffnahme der Arbeiten wird voraussichtlich schon in den nächsten Tagen begonnen werden._____________

tm ersten Jahre vergessen. So kam es, daß dieses Bäumchen halb mit Heckenröschen und halb mit gefüllten blutroten Rosen geschmückt war. An einem Sonntagmorgen habe ich lange vor diesem Blüten­wunder gestanden und den Duft der beiden Rosen­arten eingeatmet.

So haben die Menschen ihre Lieblinge, die Rosen, in ihren Schutz genommen. Mr leben mit den Blumen, wir stellen sie in die Sonne, wir geben ihnen Wärme im kalten Winter, wir decken sie mit Tannenreisig zu, daß sie uns im nächsten Jahre wieder erblühen. Wir hegen und pflegen sie, um immer schönere Farben und Formen neu zu erwecken und tun damit unbewußt unsere heilige Pflicht, recht viel Schönes auf dieser Erde zu schaffen.

Denn die Blumen sind der Menschheit gemein­sames Gut. Sie sind uns geschenkt von der Natur, damit wir uns daran erfreuen und glücklich wer­den. Alle guten Menschen lieben die Rosen, weil sie besänftigen, versöhnen und trösten. M. C. Aus parteiamtlichenBekanutmachuugen

Zehn Gebote für Polizeibeamte.

Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat zehn Grundsätze aufgestellt, die die wichtigsten Pflichten des Polizeiberufs Herausstellen:

1. Halte Deinen Eid in voller Treue und ganzes Hingabe an Führer, Volk und Vaterland.

2. Die außerordentlichen Vollmachten, Dir als dem sichtbarsten Träger der Staatsgewalt gegeben, sind keine Vorrechte, sondern Pflichten, erfülle sie vorbildlich als Diener Deines Volkes.

3. Sei aufmerksam und verschwiegen in dienst­lichen Dingen, mutig und selbstbewußt, aber ge­recht, rücksichtslos im Kampf gegen alle Feinde des Volkes und des Staates.

4. Handele so gegen andere, wie Du an ihrer Stelle behandelt zu werden wünschest.

5. Sei wahr, schlicht und genügsam. Lügen.sind gemein; Geschenke verpflichten; Genußsucht ist un­würdig.

6. Hilf dem, der Deiner Hilfe bedarf.

7. Vernachlässige nicht den äußeren Menschen. Er ist das Spiegelbild des inneren.

8. Sei gehorsam Deinen Vorgesetzten, ein Vor­bild Deinen Untergebenen, halte Manneszucht und pflege Kameradschaft.

9. Du bist als Träger einer Waffe der größten Ehre des deutschen Mannes teilhaftig, fei dessen stets eingedenk.

10. Schule Dich und arbeite an Dir. Wer viel leistet, wird anerkannt. Anerkennung sei Dein höchster Stolz.

Diese Grundsätze, die der Polizei ständig Richt­schnur und Leitgedanke im und außer Dienst sein sollen, sollen immer wieder zum Gegenstand der Schulung sämtlicher Polizeiangehöriger gemacht werden. Der Minister hat die Erwartung ausge­sprochen, daß jeder Angehörige der Polizei sie sich genau einprägt, mit ihrem Sinn vertraut macht und nach ihnen lebt und handelt.

Umsahsteuerpflicht von Vereinen.

Die nach dem alten Umsatzsteuergesetz steuerbe­freiten gemeinnützigen und wohltätigen Vereine, Anstalten und Stiftungen find nach dem Umsatz­steuergesetz von 1934 nicht mehr steuerfrei. Die Um- satzsteuerpflicht der Vereine erstreckt sich auf die Ent­gelte für Lieferungen und sonstige Leistungen, die der Verein ausführt. Hierzu gehören vor allen Dingen die Einnahmen aus dem Betrieb von Er­frischungsräumen, aus Reparaturwerkstätten, aus Eintrittsgeldern bei Vereinsveranstaltungen, Pro­grammverkauf, Inseraten in der Vereinszeitung, Verkäufen von Vereinsnadeln usw. Es ist hierbei ohne Belang, ob bei diesen Geschäften die Absicht der Gewinnermittelung vorliegt oder ob sogar die entsprechenden Vorgänge Verlustgeschäfte darstellen. Die Vereinsbeiträge sind grundsätzlich nicht steuer­pflichtig. Anders ist es, wenn die Vereinsbeiträge aus dem Grunde gestaffelt find, weil einzelnen Mit­gliedern besondere Leistungen gewährt werden. Steuerfrei sind ferner Schenkungen, Zuschüsse und Spenden, die der Verein von dritter Seit erhält. Sofern die Umsatzsteuer 20 Mark jährlich nicht übersteigt, wird sie nicht erhoben.

Gastspiel Gustav Jakoby im Gtadttheater.

Aus dem Stadttheaierbüro wird uns geschrieben: Als erstes Gastspiel der Sommerspielzeit startet am Dienstag, 25. Juni, Deutschlands großer Hu­morist Gustav I a k o b y im Stadttheater Gießen mit einem Vortragsprogramm, dessen TitelZwei Stunden Lachen mit Gustav Jakoby" lautet. Es sind nicht mehr viele Menschen, die nicht wissen, wer Jakoby ist. Gustav Jakoby ist der Freuden- bringer und Sorgenbrecher, der mit feiner heiteren, frohen Laune, mit feinem herrlichen Humor einen Abend herzlichster Fröhlichkeit schenken wird. Der

weit ich meine Freiheit für seine Befreiung aufs Spiel setzen sollte. Dann ersuchte ich ihn, früh am nächsten Morgen an Land zu kommen. Inzwischen ging ich zu einer alten, befreundeten Griechin, einer Wäscherin, und als ich ihr den ganzen Handel er­zählt hatte, gab sie mir bereitwillig ein altes Kleid und einen schwarzen Schleier zu seiner Verkleidung. Die Zeit kam, wir trafen uns. Nun war es schwer, den Wärter abzuschütteln, aber ich lud ihn zum Weine ein, und schließlich überfiel der Schlaf feine Sinne. Darauf leitete ich meinen Freund zu der verabredeten Stelle, entledigte ihn seiner Fesseln, kleidete ihn in ein Frauengewand und schickte ihn, von der Griechin geleitet, mir voraus. Als sie die Wachen und das Tor sicher hinter sich hatten, folgte ich mit seinen Kleidern. An einem Olioenfeld näherte ich mich ihnen, die andere kehrte zurück, wir kreuzten schnell das Sudatal, er wechselte wieder die Kleidung, und ich zeigte ihm den Weg über die Berge zu einem griechischen Kloster auf der Südseite des Landes, das allgemein das Kloster der Zuflucht genannt wurde."

Die Offiziere der Galeere suchten nach dem Fran­zosen, und Lithgow mußte selbst in ein Asyl flüchten. Der junge Mann kam sicher nach Frank- reich, und drei Jahre später traf sein Vater Den Schotten bei Montpellier, undvoller Freude bet meinem Anblick bewirtete er mich acht Tage, und belohnte mich reichlich mit spanischen Pistolen . In Kreta war Lithgow wieder vom Dolch eines eng­lischen Renegaten bedroht, der, weil sein älterer Bruder in Schottland getötet worden war. Den ersten Schotten, den er treffen würde, ermorden wollte. Aber überall entging der Reisende mit ge­nauer Not Mördern und Räubern.

Ein seltsames Rezept.

Ein Rezept, wie es wohl kein anderer Arzt je wieder verschrieben hat, soll von dem Leibarzt Ludwigs XV., Michel Philippe Bouoard, ausgestellt worden sein, der den Ruf eines großen Menschen­freundes und Wohltäters genoß. Bouoard behan- beite einst einen rechtschaffenen Kaufmann, der durch Schicksalsschläge unverschuldet in schwierige Vermögensoerhältnisse geraten war. Der Arzt hatte bald entdeckt, daß der Kummer über diese Not- läge die wahre Ursache aller Leiden seines Patten- ten war und daß er nur wieder gesunden könne, wenn er dieser Sorgen enthoben werden würde. Hier ist mein Rezept", sagte Bouvard zu dem Kranken, während er ihm einen verschlossenen Briefumschlag übergab.Wenden Sie es Jo fort an ober ich werde niemals wiederkommen." Als der Arzt gegangen war, öffnete der Kaufmann den Umschlag und fand darin zu seiner freudigen Ueberraschung eine Anweisung von 30 000 Livres auf Bouvards Bankier. Er nahm das großmütige Geschenk an und war bald wieder ein kerngesunder Mensch.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Rosen.

Ich glaube, daß ich als Kind einmal in einem alten, zerlesenen Buche die Fabel vom Streit der Blumen gelesen habe. Es erschienen darin gar viele Gartenblumen, und jede pries ihre Vorzüge und ihre Reize, jede wollte die schönste sein. Als aber Dann Die Sonne Durch Die Morgenwolken brach imD an Dem kleinen Bäumchen Die erste Rosenknospe sich öffnete, Da waren alle still unD schwiegen beschämt. Sie fühlten unD wußten: Hier ist Die Königin Der Blumen. Hier sind Schönheit und Duft in solcher Vollendung, daß unser Streit und unsere Eifersucht hinfällig werden.

Das war ungefähr Der Inhalt Dieser Fabel. Ich habe sie nicht vergessen, und jeDes Jahr, wenn die ersten Rosen in meinem Garten erblühen, denke ich Daran. UnD hat Diese einfache unD Doch so wahre Fabel nicht recht?

Es ist so, als ob die Natur ihre ganze Liebe, ihren ganzen Duft für die Herrlichkeit der Rosen aufbewahrt hätte. Vom Tau benetzt, umflutet vom Sonnenglanz, strömt der herrliche Wohlgeruch der eben erblühten Rose in Die kühle Morgenluft.

UnenDlich viele Arten unD Formen, in allen Farben unD Abtönungen hat Der Mensch die Rosen aus dem einfachen Heckenröschen gezüchtet. Er nahm sie in seine Hut und gab ihnen seine Liebe. Wir sehen Die Rosenliebhaber, wie sie in ihrem Garten, in ihrem Gewächshaus stehen, mit dem Pinsel sorgfältig Den Blütenstaub ausgesuchter Sor­ten übertragen und Dann Die Blüten mit weichen, Durchsichtigen Säckchen zubinden. Nun warten und hoffen sie. Und wieviele Hoffnungen gehen dabei zugrunde!

Aber eines Tages erscheint dann doch eine neue Farbe, eine neue schone Form. Das sind dann Freu­den für Den Züchter, wie sie nur Der erleben kann. Der mit größter Liebe unD nie erlahmenDer Sorg­falt seine Lieblinge betreut. Und das ist des Züch­ters höchstes Glück: Vor Den Rosen zu stehen und ihren Duft einzuatmen, zu sehen, wie sie in ihren Farben glühen, leise den Kelch neigen und sich in voller Schönheit entfalten.

Und wie leicht ist es, sich die schönsten Rosen im eigenen Garten heranzuziehen. Da wachsen im Walde, an Abhängen, an Rainen und auf Wü­stungen die Heckenrosen. Unzählige Triebe schießen aus der Erde hervor. Wir brauchen sie nur aus­zuheben, in unseren Garten zu pflanzen, und bann können wir die schönsten Rosenbäumchen haben. Wir holen uns beim Nachbarn Die Knospen von seinen schönsten EDelrosen und setzen dieseAugen" unter die Rinde des Wildlings. Schon im nächsten Jahre haben wir auch veredelte Rosen. Wer's nicht kann, der wende sich an seinen Freund! Aber wenn wir es selber machen, Dann ist Die FreuDe doch um so größer.

Jedesmal, wenn aus einer solchen Edelknospe ein Reis emporschießt und die schönsten Rosen bringt, muß man von neuem staunen. Es bleibt ein Wunder, ein Geheimnis der/ Natur! Da steht der Wildling, die Wurzeln bringen aus der Erde den Nährstoff für Blätter, Knospen und Blüten. Und siehe! An dem einen Ast entfalten sich schmale grüne Blättchen und einfach blühende freilich nicht minder schöne Heckenrosen, und daneben werden Die Blätter breiter, dunkler und glanzender, die Knospen aber viel, viel dicker, und beim Entfalten sehen wir eine herrliche, goldgelbe Rose, der der süßeste Duft entströmt. Ist das kein Wunder, kein Geheimnis?

Vor einigen Jahren geschah Das in meinem ©arten. Der Sturm hatte bei einem Rosenbaum- chen Die eine Seite abgerissen und aus Dem wilden Stämmchen sproßten nun neue Aeste hervor Ich ließ sie stehen und wollte sie im Laufe Des Som­mers veredeln. Im Drange der Arbeit wurde es

gerichtet werden.

Im NSLB. Kreis Schotten wird am kommenden Mittwoch anschließend an die amtliche Kreislehrerkonferenz eine Kreisversammlung mit der WanderausstellungSchülerarbeiten für Winter­hilfswerk" im Singsaal der Turnhalle zu Schot- t e n stattfinden.

NS.-Lehrerbund, Gießen.

Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Deutsch am Mittwoch, 26. Juni, 16 Uhr, pünktlich, im Lehrer­zimmer der Schillerschule. (Ausgestaltung der Feier".)

Der Rotkreuztag in Gießen.

Anläßlich des Rotkreuztages findet heute in Gießen um 17 Uhr Kranzniederlegung an dem Gefallenendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz statt. Um 17.15 Uhr wird sich die feierliche Ver­anstaltung vor dem Depot der Freiwilligen Sam- tätskolonne am Kanzleiberg anschließen. Hierauf wird bis 18 Uhr ein Platzkonzert auf Dem Lcmdgraf- Philipp-Platz gegeben._______________________

höhle". In Italien begannen seine ersten Aben­teuer. In Rom entging er der Inquisition nur durch das Eingreifen eines Landsmannes, der ihn Drei Tage lang in feines Herrn Palast verbarg. Als Lithgow an Den Stufen von San Marco in Vene­dig landete, bemerkte er auf der Piazza einen starken Rauch und sah viele Leute umherstehen; als er nach der Ursache fragte, antwortete ihm ein höflicher Venezianer, ein Mönch würde soeben wegen böser Taten lebendig verbrannt. Der Schotte findet das alles gräßlich und abstoßend; aber von Venedig selbst bemerkt er, daß dieseunvergleich­liche Wohnstätte das einzigartige Vorbild aller Städte der Welt ist".

Nicht lange danach wurde das Schiff von einer türkischen Galeere verfolgt, und dasstörende und schreckliche Gespenst der Sklaverei" stand ihm vor Augen. Er ermutigte jedoch den furchtsamen Kapi­tän und Die Reisenden zum Kampfe, und mit Hilfe einesunwiderstehlichen Sturmes" entgingen sie dem Verderben, Lithgow mit einer kleinen Schuß­wunde im rechten Arm. Sein nächstes Abenteuer hatte er auf Kreta, wo ihn an einem einsamen Orte drei griechische Renegados und ein italienischer Bandit bedrängten. Sie schlugen ihn nieder, be­raubten ihn seiner Kleider und bedrohten sein Leben.Endlich bemerkte der Italiener, daß ich ein Fremder war und nicht kretisch sprechen konnte und fragte mich daher in seiner Sprache nach Geld, worauf ich antwortete, ich hätte nicht mehr als er sähe, nämlich dreißig Bagantinen, Er aber glaubte diesen Worten nicht, durchsuchte alle meine Kleider und fand dabei Empfehlungsbriefe von verschiede­nen Fürsten der Christenheit, u. a. vom Dogen von Venedig, dessen Untertanen sie waren. Das erregte sein Mitgefühl, er bat Die Drei anderen Diebe in­ständigst, mir das Leben zu schenken. Nach langen Beratungen gaben sie mir meine Pilgerkleider und Briefe wieder, behielten aber mein blaues Gewand und die Bagantinen. Zu meiner Sicherheit erhielt ich noch ein gestempeltes Stück Ton, das ich ihren Kameraden zeigen sollte, wenn ich fte treffen wurde; denn sie waren etwa zwanzig verbündete Schur- ken Die an diesem öden Wege im Hinterhalt lagen. Der schlaue Schotte mied aber die Schurken und lag bis zum Morgen ineiner schattigen Hohle am Meere".

Vierzehn Tage später rettete er einen jungen französischen Edelmann, der bei seinem Besuch m Venedig einen adeligen jungen Venettaner getote hatte und lebenslänglich zu der Galeere verurteilt war Da die Galeeren hier sechs Tage lagen, er­hielt er vom Kapitän die Erlaubnis, mit einem Wärter an Land zu kommen, mit einem eisernen Bolzen am Bein. Wir wurden bekannt; er beklagte sich schwer über sein Schicksal und erzählte, rote er, w/il er Protestant war, auf der Galeere mißhan­delt würde. Ernsthaft dachte ich über seine Not nach und überlegte, wie er entfliehen tonne und wie

Umfangreiche Wohnhaus-Neubauten in Gießen.

Das Bild unserer Stadt wird in nächster Zeit insbesondere in einigen Randgebieten durch die Er­richtung einer Reihe von Wohnhäusern wesentliche Veränderungen erfahren. Die Initiative zu diesen Wohnungsbauvorhaben, die der Wohnungsnot in unserer Stadt abhelfen sollen, wird von der Firma Abermann getragen, wobei für die Finan­zierung auch öffentliche Mittel zur Verfügung ge­stellt werden. Gebaut werden insgesamt 63 Woh­nungen. Es handelt sich um Zwei-, Zweieinhalb-, Drei-, Vier- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen.

Das Bauprogramm sieht im einzelnen folgende Wohnhausbauten vor: An der Ecke Schiffenberger Weg und Erdkauterweg, im Zuge des Schiffen­berger Weges, werden zwei dreistöckige Doppel­häuser, ferner ein dreistöckiges Einzelwohnhaus ge­baut, insgesamt an dieser Stelle 15 Wohnungen. Es handelt sich dabei um Vier- bzw. Viereinhalb- Zimmer-Wohnungen. An der Ecke Bismarckstraße

Im NSLB. Kreis Gießen findet am und Am Nahrungsberg wird ein dreistöckiges Einzel­kommenden Mittwoch um 15 Uhr in der Goethe- wohnhaus gebaut, das drei Wohnungen zu je chule zu Gießen eine Besprechung der Bezirks-' vier bis viereinhalb Zimmern enthalten wird. Un-