Nr-118 Zweiter Blatt__Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 22. mal 1955
Oie große Friedensrede des Führers.
Fortsetzung der Führerrede aus dem 1. Blatt.
Denn nach dieser Auffassung Macdonalds wird jeder Vertragsbruch nachträglich seine Sanktion dadurch erfahren, daß der andere Partner seinerseits vermutlich die gleichen Konsequenzen zieht, das heißt also: A und B schließen einen Vertrag. B erfüllt seine Verpflichtungen, A bricht seine Verpflichtungen. Nach jahrelanger Mahnung erklärt endlich auch B, daß der Vertrag für ihn nicht mehr gültig sei, worauf nun A
berechtigt ist, festzustellen, daß damit sein vorhergegangener Vertragsbruch nunmehr die nachträgliche moralische Rechtfertigung erfahren hat, indem ja nun B sich ebenfalls vom Vertrage entfernte.
Ich möchte mich an dieser Stelle nur kurz mit den Vorwürfen und Unterstellungen beschäftigen, die gegen die Wiederherstellung der deutschen Wehrmacht gerichtet sind. Man erklärt, daß Deutschland erstens von niemand bedroht wird, und daß daher zweitens nicht verständlich sei, warum Deutschland aufrüste.
Tank ist Tank und Bombe ist Bombe.
Ls würde sich hier die Gegenfrage ergeben, warum die andere Seife, die sich auf düe Hölle von dem abgerüslelen Deutschland weniger bedroht fühlen konnte als umgekehrt, nicht ihrerseits die Rüstungen eingestellt und endlich abgebaut hat? Wenn man aber behauptet, daß Deutschland durch seine Wiederaufrüstung die anderen Staaten bedrohe, dann war doch zumindest die Aufrüstung der anderen Staaten eine noch viel (förtere Bedrohung für das abgeriiffete wehrlose Deutschland. Ich glaube, daß es hier nur das Entweder Oder gibt. Sind Kriegsrüstungen eine Friedensbedrohung, dann sind sie dies bei allen Staaten. Oder sie sind keine Kriegsdrohung, dann sind sie es bei keinem. Es geht nicht an, daß eine Gruppe von Staaten ihre Rüstung als einen Oelzweig des Friedens, aber die Rüstung der anderen als eine Rute des Teufels hinstellt. Tank ist Tank und Bombe ift Bombe.
(Stürmische Zustimmung.) Die Meinung, die Welt für ewige Zeit in verschieden berechtete Staaten einteilen zu können, wird immer nur einseitig an
erkannt werden. Die deutsche Nation ist jedenfalls nicht gewillt, für alle Zeiten als eine zweitklassige oder minderberechtigte angesehen und behandelt zu werden. Unsere Friedensliebe ist viel größer als die anderer Völker, denn wir haben am meisten unter diesem unseligen Krieg gelitten. Niemand von uns hat die Absicht, jemanden zu bedrohen. Allein jeder ist entschlossen, dem deutschen Volk die Gleichheit zu sichern und zu erhcklten. Und diese Gleichheit ist aber auch d i e allerer st e Voraussetzung für jede praktische und kollektive Zusammenarbeit!
Solange man in bezug auf sie irgendwelche Hintergedanken hat, kann man von vornherein die Verwirklichung einer tatsächlich erfolgreichen europäischen Zusammenarbeit als unmöglich bezeichnen. Im Besitz unbedingt gleicher Rechte wird Deutschland sich niemals weigern, seine Beteiligung an jenen Arbeiten auf sich zu nehmen, die dem menschlichen Frieden, dem Fortschritt und dem wirtschaftlichen Wohlergehen zu dienen die Absicht haben. Ich glaube aber an dieser Stelle nicht zurückhalten zu dürfen mit einer Kritik an gewissen Methoden, die dem Geiste des Versailler Friedensdiktates entstammend verantwortlich sind für das Scheitern so mancher sicherlich gut gemeinter Bestrebungen.
Die Methode der Konferenzen hat sich totgelaufen
Die Welt lebt heute imZeitalterder Konferenzen. Wenn so viele dieser Zusammenkünfte gänzlich erfolglos verlaufen, dann liegt die Ursache für diese Enttäuschung nicht selten schon in der Art der Programmaufstellung und Zielsetzung. Irgendein Kabinett empfindet — wie alle anderen auch — die Notwendigkeit, etwas für den als bedroht gehaltenen Frieden Europas zu tun. Statt nun erst allen in Aussicht genommenen Beteiligten den allgemeinen Gedanken zu unterbreiten mit dem Wunsche, die Auffassungen der einzelnen Staaten bzw. ihrer Regierungen über die möglichen Mittel und Wege der Behandlung und Lösung dieser Frage kennenzulernen, wird zwischen zwei oder drei Kanzleien ein perfektes Programm aufgestellt. Dabei kann man sich manchesmal nicht des Eindrucks erwehren, als ob bei der Fixierung des Inhaltes der zu treffenden Beschlüsse der Wunsch als Vater des Gedankens eine Rolle spielt, durch eine Vermengung von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten das sichere Scheitern auf Ko st en der später Eingeladenen herbeizuführen. Denn indem zwei oder drei Staaten sich auf ein so bis ins Detail hinein festgelegtes Programm einigen, wird dem nachträglich Eingeladenen nur mehr die Kenntnis des aufgestellten Programms vermittelt mit dem Bemerken, daß dieses Programm ein u n t e i.l - bares Ganzes sei und entweder allgemein und ganz angenommen würde ober irn Gesamten als abgelehnt betrachtet werden müsse. Da sich in einem solchen Programm naturgemäß auch sehr gute Gedanken finden können, trägt der Staat, der nicht dem gesamten Entwurf die Zustimmung erteilt, damit die Verantwortung für das Scheitern auch der nützlichen Teile.
Dieses Verfahren erinnert sehr stark an die Praxis gewisser Filmverleiher, die gute und schlechte Filme grundsätzlich nur gemein- f a m abgeben. Dies ist aber nur verständlich
ats eine letzte atavistische Erscheinung, die ihre Wurzel im Vorbild der sogenannten Versailler Friedensverhandlungen besitzt. Wan stelle ein Programm auf, überreiche es als Diktat einem Dritten und erkläre das ganze dann als einen feierlich unterzeichneten Vertrag! Rach diesem Rezept wurde damals versucht, das größte Ringen der Weltgeschichte zu dem von den Völkern so sehr erwünschten segensreichen Ende zu bringen. Die Folgen dieses Verfahrens waren allerdings mehr als traurig, und zwar nicht nur für die Unterlegenen, sondern auch
für die Sieger.
Soweit Deutschland in Frage kommt, habe ich gegenüber solchen Versuchen nur folgendes zu sagen:
Wir werden an keiner Konferenz mehr teilnehmen, an deren Programmausstellung wir nicht von vornherein mitbeteiligt gewesen sind. Wir denken nicht daran, wenn zwei oder drei Staaten ein Vertragsgericht entwerfen, als Dritter dann die erste Ko st probe oor- zunehmen. Damit soll nicht gesagt sein, daß wir uns nicht die Freiheit vorbehalten, Verträgen unsere Zustimmung und unsere Unterschrift nicht noch nachträglich zu geben, weil wir bei ihrer Abfassung, bzw. an den Konferenzen unbeteiligt waren. Durchaus nicht. Es kann möglich sein, daß uns ein Vertrag, trotzdem wir an seiner Abfassung oder an der Konferenz, die ihn für eine Reihe von Staaten zum Beschluß erhob, nicht teilnahmen, dennoch in der endgültig zustandegekom- menen Fixierung zusagt und als nützlich erscheint. Wir werden dann nicht zögern, unter Umständen einem solchen Vertrag noch nachträglich unsere Zustimmung und unseren Anschluß, sofern dies überhaupt erwünscht oder möglich ist, zu geben. Allein diesen Fall zu bestimmen, muß sich die deutsche Reichsregierung selbst vorbehalten.
möglichen, von uns weder bedingten, noch zu beeinflussenden Konflikt unser deutsches Volk, seine Wänner und Söhne vertraglich zu verkaufen! Der deutsche Soldat ist zu gut und wir haben unser Volk zu lieb, als daß wir es mit unserem Gefühl von Verantwortung vereinbaren könnten, uns in nicht abfehbaren Beistandsverpflichtungen feftzulegen. Dir glauben damit auch der Sache des Friedens besser zu dienen. Denn es kann das nötige Gefühl der Verantwortung jedes einzelnen Staates nur erhöhen, wenn er nicht von vornherein weih, in feinem Konflikt große und mächtige militärische Verbündete zu besitzen.
Endlich gibt es auch hier Dinge, die möglich sind, und Dinge, die unmöglich sind. Ich möchte als Bei
spiel in aller Kürze auf den uns vorgeschlagenen O st p a k t eingehen.
Wir haben in ihm eine Beistandsver- p f l i ch t u n g vorgefunden, die nach unserer lieber- zeugung zu überhaupt nicht absehbaren Konsequenzen führen kann. Das Deutsche Reich und insbesondere die heutige deutsche Regierung haben keinen anderen Wunsch, als mit allen Nachbarstaaten friedlich und freundschaftlich zu verkehren. Wir haben diese Gefühle nicht nur gegenüber den uns umgebenden großen, sondern auch gegenüber den uns umgebenden kleinen Staaten. Ja, wir sehen gerade in deren Existenz, sofern sie eine wirklich unabhängige ist, einen wünschenswerten friedlichen, neutralen Faktor an unseren an sich im übrigen militärisch so offenen und ungeschützten Grenzen.
Isolierung der Kriegführenden nützlicher als Beistand.
So sehr wir selbst den Frieden lieben, so wenig aber liegt es in unserer Hand, daß nicht, und g e - ratze im Osten, zwischen irgendwelchen Staaten Konflikte auszubrechen vermögen. An sich ist die F e st st e l l u n g des Schuldigen in einem solchen Falle unendlich schwer. Jene von göttlicher Einsicht begnadete Stelle, die hier die ewige Wahrheit zu finden und auszusprechen vermöchte, gibt es a u f dieser Welt nicht. Sowie erst einmal die Kriegsfurie über die Völker rast, beginnt der Zweck alle Mittel zu heiligen. Und bei den Menschen pflegt sich die Erkenntnis über das Recht und die Schuld dann schnell zu verdüstern. Mehr als 20 Jahre sind seit Beginn des Weltkrieges vergangen, und jede Nation lebt in der heiligen Ueberzeugung, daß das Recht auf ihrer Seite und die Schuld bei den Gegnern lag. Ich fürchte, daß bei Beginn eines solchen Konfliktes durch die Beistandsverpflichtungen weniger der Weg zur Erkenntnis des Angreifers, als vielmehr zur Unterstützung des den eigenen Interessen nützlichen Staates führen wird.
Ls würde vielleicht der Sache des Friedens dienlicher fein, wenn im Falle des Ausbruches des Konfliktes sich sofort die Welt von beiden Tellen zurückzöge, als ihre Waffen schon von vornherein vertraglich in den Streit hineintragen zu lassen.
Allein, von diesen grundsätzlichen Erwägungen abgesehen, liegt hier noch ein besonderer Fall vor. Das heutige Deutschland ist ein national» sozialistischer Staat. Die Ideenwelt, die uns beherrscht, steht in diametralem Gegensatz zu der Sowjetrußlands. Der Nationalsozialismus ist eine Lehre, die sich ausschließlich auf das deutsche Volk bezieht. Der Bolschewismus betont feine internationale Mission.
Wir Nationalsozialisten glauben, daß der Mensch auf die Dauer nur glücklich werden kann in seinem Volke. Wir leben in der Ueberzeugung, daß das Glück und die Leistungen Europas unzertrennlich verbunden sind mit dem Bestand eines Systems unabhängiger, freier nationaler Staaten. Der Bolschewismus predigt die Aufrichtung eines Weltreiches und kynnt nur Sektionen einer zentralen Internationale.
Wir Nationalsozialisten erkennen jedem Volk die Berechtigung seines eigenen Innenlebens nach feinen eigenen Erfordernissen und seiner eigenen Wesensart zu.
Der Bolschewismus stellt jedoch doktrinäre Theorien auf, die von allen Völkern ohne Rücksicht auf ihr besonderes Wesen, ihre besondere Veranlagung, ihre Tradition usw. akzeptiert werden sollen.
Der Nationalsozialismus tritt für die Lösung der gesellschaftlichen Probleme, Fragen und Spannungen in der eigenen Nation mit Methoden ein, die mit unseren allgemeinen menschlichen, geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Auffassungen, Traditionen und Bedingungen vereinbar sind.
Der Bolschewismus kämpfte für eine Theorie und
nalen Klaffenkampf die internationale Weltrevolution mit den Waffen des Terrors und der Gewalt.
Der Nationalsozialismus kämpft für die lieber» brückung und konsequente Ausgleichung der Lebensgegensätze und für die Zusammenfassung Aller zu gemeinsamen Leistungen.
Der Bolschewismus lehrt die Ueberroinbung einer behaupteten Klassenherrschaft durch die Dikta- t u r und Überlieferungen und erreicht mit uns
Der Nationalsozialismus legt keinen Wert auf eine nur theoretische Herrschaft der Arbeiterklasse, dafür aber um so mehr auf die praktische Verbesserung ihrer ßebensbebingungen und Lebenshaltung.
De Bolschewismus kämpfte für eine Theorie und opfert dafür Millionen an Menschen, unermeßliche Werte traditioneller Kul- t ur und Überlieferungen und erreicht mit uns verglichen einen nur sehr niederen Standard der Lebenshaltung aller.
Als Nationalsozialisten erfüllt uns die Bewunderung und Achtung vor den größten Leistungen der Vergangenheit nicht nur in unserem eigenen Volke, sondern auch noch weit darüber hinaus. Wir sind glücklich, einer europäischen Kulturgemeinschaft anzugehören, die der heutigen Welt in so großem Ausmaße den Stempel ihres Geistes ausgeprägt hat.
Der Bolschewismus lehnt diese Kulturentwicklung der Mensch h ei t ab und behauptet, den Beginn der wirklichen Kultur- und Menschheitsgeschichte im Geburtsjahr des Marxismus gefunden zu haben.
Wir Nationalsozialisten mögen vielleicht in dieser oder jener organisatorischen Frage mit unseren kirchlichen Organisationen nicht der gleichen Ansicht sein. Allein wir wollen niemals Reli- gions- und Glaubenslosigkeit und wünschen nicht, daß aus unseren Kirchen Klubhäuser und Kintopps werden.
Der Bolschewismus lehrt die Gottlosigkeit und handelt dementsprechend.
Wir Nationalsozialisten sehen im privaten Eigentum eine höhere Stufe der menschlichen Wirt sch aftsentwicklung, die entsprechend den Unterschieden der Leistung die Verwaltung des Geleisteten regelt, die insgesamt aber für alle den Vorteil eines höheren Lebensstandards ermöglicht und garantiert.
Der Bolschewismus vernichtet nicht nur das Privateigentum, sondern auch die private Initiative und die Verantwortungsfreudigkeit. Er hat dadurch in Rußland, dem größten Agrarstaat der Welt, Millionen Menschen nicht vor dem Verhungern retten können.
Eine solche Katastrophe auf Deutschland übertragen wäre unausdenkbar, denn endlich kommen in Rußland auf 90 Landbewohner nur 10 Städter, in Deutschland aber auf nur 25 Bauern 75 Stadtbewohner! Man könnte dies alles bis ins Endlose fortsetzen.
Mn Mß sich mit dem Erreichbaren begnügen.
Unüberbrückbare Klust Een Aalionalsozialisinus unb Bolschewismus.
Ich muh aber noch einmal betonen, daß mir die Methode falsch zu fein scheint, für Konferenzen Programmentwürfe aufzuftellen mit der Ueberschrift „Altes oder nichts". Ich halte überhaupt einen solchen Grundsatz im politischen Leben für unpraktisch. Ich glaube, daß man in der Befriedung Europas viel mehr erreicht haben würde, wenn man sich von Fall zu Fall mit dem Erreichbaren begnügt hätte. Es ist in den letzten Jahren kaum ein Paktvorschlag zur Diskussion gestanden, bei dem nicht der eine oder andere Punkt ohne weiteres allgemein angenommen worden wäre. Indem man aber eine unlösbare Verbindung mit den anderen teils schwierigeren, teils für einzelne Staaten überhaupt unannehmbaren Punkten behauptete, ließ man lieber auch das Gute ungeschehen und das Gesamte scheitern.
Ebenso scheint es mir bedenklich, die These der Unteilbarkeit des Friedens als Vorwand für Konstruktionen zu mißbrauchen, dre weniger der kollektiven Sicherheit als vielmehr geroout ober ungewollt der kollektiven K r i e g s o o r - bereifung dienen. Der Weltkrieg folgte hier eine schreiende Warnung sein. Ich glaube nicht, Daß Europa zum zweitenmal ohne die furchtbarste Erschütterung eine ähnliche Katastrophe überdauern wird. Sie kann aber um so leichter eintreten, je mehr durch ein Netz internationaler Kreuz- und Q u e r v e r p f li cht u n g e n die Möglichkeit einer Lokalisierung kleinerer Konflikte immer schwächer, und ine Gefahr eines Mitgerissenwerdens zahlreicher Staaten und Staatengruppen größer wirb. Was Deutschland be
trifft, möchte ich hier keinen Zweifel über folgendes offenlassen:
Deutschland hat Frankreich gegenüber feierlich die nach der Saarabstimmung sich ergebende Grenze angenommen und garantiert. Deutschland hat mit Polen ohne Rücksicht auf das Vergangene einen Gewaltausschließungs-Dertrag ab» geschlossen als einen weiteren, mehr als wertvollen Beitrag zum europäischen Frieden, den es nicht nur blind halten wird, sondern von dem wir nur den einen Wunsch haben, einer stets aufs neue zu erfolgenden Verlängerung und einer sich daraus immer mehr ergebenden freundschaftlichen Vertiefung unserer Beziehungen. Wir taten dies alles, trotzdem mir damit z. B. endgültig auf Elsaß-Lothringen Verzicht leisten, ein Land, um das auch wir zwei große Kriege führten. Wir taten es aber, um besonders dem eigenen deutschen Volk f ü r d i e Zukunft neue blutige Opfer zu erspare n. Wir sind der Ueberzeugung, daß wir damit nicht nur unserem Volk, sondern auch diesem Grenzgebiet am meisten nützen. Wir wollen von unserer Seite aus alles tun, um mit dem französischen Volk zu einem wahren Frieden und zu einer wirklichen Freundschaft zu kommen. Wir anerkennen den polnischen Staat als die Heimstätte eines großen national fühlenden Volkes, mit dem Verstand- nis und der herzlichen Freundschaft aufrichtiger Nationalisten.
wenn wir aber dem deutschen Volk ein weiteres Blutvergießen ersparen wollen, selbst dort, wo dies mit einem Opfer für uns verbunden ist, dann denken wir nicht daran, unser Blut wahllos für fremde Interessen zu verpfänden. Wir denken nicht daran, für jeden irgendwie
Sowohl wir Rationalsozialiften, als auch die Bolschewisten sind überzeugt, daß zwischen uns eine niemals z uüberbrückende Weltentfernung liegt. Aber darüber hinaus stehen zwischen uns mehr als 400 ermordete nationalsozialistische Parteigenossen, Tausende weitere Rationalsozialisten, die in anderen Verbänden in Abwehr bolschewistischer Revolten gefallen sind, Tausende an Soldaten und Polizeimannschaften, die im Kampfe zum Schuhe des Reiches und der Länder gegen die ewigen kommunistischen Aufstände erschossen und massakriert worden sind, und dann allein über 43 000 Verletzte der RSDAP. Tausende von ihnen sind teils erblindet, teils Krüppel für die ganze Zeit ihres Lebens. Soweit es sich beim Bolschewismus um eine russische Angelegenheit handelt, sind wir an ihm gänzlich uninteressiert. Jedes Volk soll nach seiner Fasson selig werden. Soweit dieser Bolschewismus aber auch Deutschland in seinen Bann zieht, sind wir feine Ingrimmig ff en und feine f a n a (i f d) ff e n Feinde.
Tatsache ist, daß der Bolschewismus sich selbst als w e l t r e v o 1 u t i o n ä r e Idee und Bewegung fühlt und auch ausgibt. Ich habe hier nur eine Auslese der revolutionären Vorgänge der letzten 15 Jahre, mit denen die bolschewistische Presse, die bolschewistische Literatur und prominente bolschewistische Staatsmänner und Redner ihre Ver
bundenheit ganz offen zugaben, ja sich ihrer rühmten.
1918 November: Revolutionen in Oe st erreich und Deutschland.
1919 März: Proletarische Revolution in Ungarn. — Aufstand in Korea. — April: Räte» revolution in Bayern.
1920 September: Besetzung der Betriebe durch die Arbeiter in Italien.
1921 März: Aufstand der proletarischen Vorhut in Deutschland.
1923 Herbst: Revolutionäre Krise in Deutsch- land.
1924 Dezember: Aufstand in E st l a n d.
1925 April: Aufstand in Marokko.
1927 Juli: Aufstand in Wien.
1925 April: Explosion in der Kathedrale in Sofia.
Seit 1925: Revolutionäre Bewegung in China.
1926 Dezember: In N i e d e r l ä nd i s ch - Ostin d i e n (Java) wurde ein kommunistischer Aufstand rechtzeitig verhütet.
1927: Anwachsen der Revolution in China. — Kommunistische Negerbeweaung in den bereinigten Staaten. — Aushebung kommunistischer Agenten in den baltischen Staaten.
1928: Aushebung kommunistischer Organisationen in Spanien, Portugal, Ungarn, Bolivien, Lettland, Italien, Finnland, Estland, Litauen, Japan. — Kommunistische Ausschreitungen in China. — Kommunistische Gärung in Mazedonien. — Kommuni- stische Bomben in Argentinien.
1929. Mai: Barrikaden in Berlin. — August:


