Ausgabe 
22.1.1935
 
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Aus deutscher Vergangenheit."

Vortrag im NGAOT.

abgegeben. Der Volksfürsorgeverband bot etwa 56 000 Mark, die Vermögensverwaltung der Deut­schen Arbeitsfront ließ durch ihren Beauftragten 58 000 Mark bieten. Dies war das Höchstgebot, da Sie Stadt Gießen von einem Gebot absah. Nachdem die Summe von 58 000 Mark zum dritten und letzten Male aufgerufen worden war und die Bie­tung geschlossen 'wurde, erhob der Rechtsvertreter der'Brauerei Jhring-Melchior in Lich, die durch eine Hypothek an dem Anwesen interessiert ist, Ein­spruch gegen die Zuschlagserteilung. Die Beauftragten des Volksfürsorgeverbandes und der Deutschen Ar­beitsfront beantragten ihrerseits die Zuschlagsertei­lung, die aber für die Dauer von zwei Wochen aus­gesetzt wurde. Termin der Zuschlagserteilung ist Dienstag, 5. Februar.

Wegen Veruntreuung von Epar- gerdern verhaftet.

Die Justizpressestelle Gießen teilt uns mit:

Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Gießen wurde dieser Tage der Alfred Gut in Nieder-Mör- len verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis Bad-Nauheim eingeliefert. Er wird beschuldigt, als Leiter der von ihm im Jahre 1933 mit dem Sitz in Gießen gegründeten ZwecksparkasseDeutsche \ Selbsthilfe" unter betrügerischen Vorspiegelungen Sparer geworben und die eingenommenen Gelder zum großen Teil veruntreut zu haben.

Eindrücke und Erlevnisie an der «Saar.

In einer Versammlung der Männer- und Frauen­vereinigung der Matthäusgemeinde, die gestern Abend im wollbesetzten Matthäussaale des Ge­meindehauses in der Kirchstraße stattfand, sprach Oberkriegsgerichtsrat a. D. Ko ch, ein Saar-Ab­stimmungsberechtigter, über seine Eindrücke und Er­lebnisse während des Abstimmungs-Aufenthaltes im Saargebiet.

Nachdem der Vortragende in seinen etwa einstün­digen Darlegungen zunächst an die vielfachen Be­drückungen der deutschen Volksgenossen an der Saar durch die land- und volksfremden Machthaber erinnert hatte, die unsere deutschen Brüder und Schwestern an der Saar einem viele Jahre lang währenden Martyrium unterwarfen, schilderte er in vielen Einzelzügen das großartige Bild der Vor­bereitung des Abstimmungskampfes und die wun­derbare Hingabe aller deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen bei der Erfüllung dieser heiligen vaterländischen Verpflichtung. Dankerfüllt erzählte er von den herzlichen Bekundungen der deutschen Verbundenheit auf der Fahrt nach dem Saargebiet, bei dem mehrtägigen Aufenthalt an der Saar in der Zeit der Abstimmung und auf der Rückfahrt nach den Heimatorten. Aus sein'en Worten hörte man die herzerfreuende Kunde von der vorbildlichen nationalen Gesinnung unserer Brüder und Schwe­stern an der Saar, ihrer allen Schikanen und Schwierigkeiten zum Trotz mit überwältigender Größe in die befreiende Tat ümgesetzten Sehnsucht der Rückkehr zum deutschen Mutterlande, ihrer auf­opferungsvollen Liebe und nationalen Solidarität bei der Beherbergung der vielen in das Saargebiet einqereisten Abstimmungsberechtigten. Man erlebte noch einmal die gewaltige nationale Hochstimmung jener Tage, die nach dem Bekanntwerden des ge­waltigen deutschen Abstimmungssieges überall im Saargebiet, wie im Mutterlande erhebend zum Durchbruch kam und uns aus den Be­richten der später von der Abstimmung heirn- kehrenden Volksgenossen bekannt wurde. Man hörte mit Freuden von den starken und für unser deutsches Vaterland vorteilhaften Eindrücken des deutschen Abstimmungssieges auf die an der Saar weilenden fremden Truppen, und man stimmte aus vollem Herzen dem Vortragenden zu, als er di? Meinung äußerte, daß dieser großartige deutsche Erfolg zu einem sehr großen Teile nur der natio­nalen Revolution, ihrem Führer Adolf Hitler und dem segensreichen Wirken der nationalsozia­listischen Regierung zuzuschreiben sei. Diese Ueber- zeugung ist auch bei allen saardeutschen Brüdern und Schw.estern lebendig, die nach den Eindrücken des Vortragenden nunmehr gewiß sind, daß sie bei ihrer Rückkehr zum deutschen Mutterlande wieder ein deutsches Vaterland der Ordnung und der Sauberkeit, wie vor dem Kriege, vorfinden werden, an dessen Wiederaufbau mitzuwirken ihnen eine Freude sein wird.

Im Abschluß an den mit lebhaftem Beifall auf- gcnommenen Vortrag sprach Pfarrer Mahr als Versammlungsleiter noch einige kurze Worte, die dem Stolze des deutschen Volkes über diesen herr­lichen Abstimmungssieg und über das Wirken des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und feiner Regierung Ausdruck gaben und Gottes reichen Segen aufdas fernere Leben und Wirken des Führers und seiner Regierung erflehten.

Nachdem Pfarrer Mähr mit diesem Wunsche sein kurzes Schlußwort und damit die Versamm­lung beendet hatte, wurde von Pg. Lerch das beim Abschluß solcher Kundgebungen allgemein übliche dreimaligeSieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ausgebracht und von den Männern und Frauen freudig aus­genommen.

Die Eierverwertung in der Erzeugungsschlacht.

Die E i er k e n n e i chnu n g s st e l l e Gießen (Schanzenstraße 6) bittet uns um die Veröffent­lichung folgender Zuschrift:

Sie Erzeugungsschlacht ist in vollem Gange. An einer der ersten Stellen in der landwirtschaftlichen Erzeugung stehen die Eier. Hier können und müssen wir vom Auslande frei werden, wenn jeder, Er­zeuger und Verbraucher, nach den erlassenen Vor­schriften und Gesetzen, die zum Wohle unseres Vol­kes, $u unserer Selbsterhaltung und unserer Unab­hängigkeit vom Auslande erlassen sind, handelt. Daß jeder Händler und jedes Geschäft nur gestem­pelte, d. h. mit dem Deutschstempel versehene Eier verkaufen darf, ist genügend bekannt. Trotzdem wer­den noch viele Eier schwarz gehandelt. Wir kennen sie alle, die Schwarzverkäufer! Bis jetzt ist e$ immer noch mit Verwarnungen abgegangen: in Zukunft wird das nicht wehr der Fall sein.

Weniger bekannt scheint es zu sein, daß der Er­zeuger, auch der Farmer, der nicht zur Kennzeich­nung berechtigt ist, keine Eier an Hotels, Gastwirt­schaften, Kaffees, Konditoreien und Bäckereien und dergleichen verkaufen darf. Umgekehrt ist es für diese Betriebe verboten, ungestempelte Eier zu ver­arbeiten. Ein Nachteis ist dies Verbot für die ge­nannten Betriebe keinesfalls, denn sie können ihren Bedarf an Eiern leichter und billiger decken. In engster Zusammenarbeit mit den Beamten der Nahrungsmittelpolizei haben wir auch hier alle Be­triebe kennengelernt, die sich bis jetzt noch wenig um die erlassenen Gesetze bekümmert haben. Wir warnen auch hier noch einmal den Erzeuger wie den Käufer! Im Interesse unserer- Erzeugungs­schlacht können und dürfen wir es nicht dulden, daß die Anordnungen unseres Führers nicht befolgt

Der Nationalsozialistische Bund Deutscher Technik, Ortsgruppe Gie - feen, hielt gestern abend im Cafe Ebel eine Ver­sammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Kreisschulungsleiters Pg. M ich e l stand. Nach kurzer Eröffnung und Begrüßung der Teilnehmer des Abends durch den Bezirksleiter des NSBT)T. Diplom-Ingenieur Kurz sprach

brei^schulu^üSleiter pg. Mche!

über das Thema:Aus deutscher Vergangenheit".

Aus der nationalsozialistisch gesehenen deutschen Geschichte heraus müßten wir, Jo führte der Redner u. a. aus, in die deutsche Zukunft blicken, könnten wir erkennen, wie der deutsche Ordensstaat dereinst aussehen müsse. Das deutsche Volk sei das erste gewesen, das von sich sagen konnte, iy Reich und Staat zusammengefaßt zu sein. Festzuhalten sei, daß Deutschland seine Einheit hätte früher haben können, wenn immer deutsche Fürsten und Regie­rungen an der Spitze des Volkes gestanden -hätten Dasrömische Reich deutscher Nation" mußte für uns untragbar, eine Vermischung romanischen mit germanischen Blutes unmöglich sein. Nur ein­mal habe in der deutschen Geschichte enge Verbin­dung zwischen Regierung und Volk bestanden: unter Theoderich! Im allgemeinen habe aber immer die Spannung zwischen den Fürstenhäusern zur Un­einigkeit im Volke geführt. Wie oft fühlten sich auch deutsche Fürsten dem Ausland hörig? Züchen deut­schen Königen hielten sie meist nur, wenn es um ihres Vorteiles willen ratsam schien. Die Verbin­dung von Volk und Führung sei erst wieder unter Adolf Hitler Wirklichkeit geworden. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Bewegung aus dem Volke heraus geschaffen wurde. Die Germgnen, viel gescholten, verfügten über ein vollendetes Staats­recht: sie wählten den Besten zum Führer, er wurde ihrHerzog".

Das deutsche Volk der Gegenwart bekennt sich zu seinem Führer, weit es den Führer längst ersehnt habe. 3n Adolf Hitler verbiüde sich auf das Glücklichste der Träumer und der Tat­mensch. Roch kein deutscher Staatsmann der jüngeren deutschen Geschichte habe diese beiden Eigenschaften in sich vereinigt. Er, der Führer Adolf Hitler, sei der Nationalsozialist, der neue Mensch unserer Zeit.

Die große Aufgabe des Nationalsozialismus sei es, einen neuen Menschentyp zu formen. Es gelte, ein neues Haus, einen neuen Staat zu bauen, der mit blutvollstem Leben erfüllt und nicht nur. Begriff fei. Der Staat der deutschen'Zukunft solle tausendjährig -sein. Alle bisherigen Regie­rungen hätten den großen Fehler begangen, ihre Maßnahmen auf zu kurze Sicht zu treffen. Der neue Staat brauche nicht von heute auf morgen gebaut zu werden Jahrzehnte der Entwicklung spielten noch keine Rolle, wenn es um ein Jahrtausend gehe

. Die nationalsozialistische Revolution, als eine geistige Revolution von Grund auf, habe einen neuen Menschen schon geschaffen im politischen Soldaten, der als Träger der Idee des Führers zu wirken habe. In der Schaffung des politischen Soldaten sei schon ein Teil der Volksgemeinschaft verwirklicht. Die Uniform dokumentiere eine Einheit. Der politische Leiter habe immer und überall die Politik seines Führers darzutun, er solle die Jugend im neuen Geiste erziehen helfen.

Die Jugend solle aber andererseits nicht zu früh reif werden, nicht zu früh Verantwortung tragen, der sie vielleicht nicht gewachsen ist. Sie solle aber allmählich hineinwachfen in den

werden! Wer noch im Zweifel ober Unklaren ist, komme zu uns. Wir werden ihn aufklären!

Die Erzeuger aus ber. Umgebung von Gießen, bie mit ihren 10, 20 unb mehr Eiern hier in Gießen einen etwas Höheren Preis herausschlagen wollen, schäbigen ihre Volksgenossen in ben entferntliegen- ben Orten ganz gewaltig. In einer Zeit, wo es noch verhältnismäßig wenig Eier gibt, ist hier schon eine Ueberfüüung mit ßanbeiern eingetreten unb zu gleicher Zeit müssen in ben Großstäbten Auslanbs- eier eingeführt werben. Das kann nur verhinbert werben, wenn ber Erzeuger auf bem Lanb seine Eier bem Hänbler ober ber Genossenschaft ab­liefert. Der Händler kauft nicht mehr, als er ab­setzen kann» die Genossenschaft aber ist die Aus­gleichstelle zwischen der Großstadt und dem Lande. Nur so kann ber Hänbler unb bie' Genossenschaft einen guten Preis bezahlen. Mit Vernunft unb gutem Willen geht alles! Es geht hier nicht um ben einzelnen, sondern um bas Volksganze!"

Neuregelung der Haussch'achtungen

Bei einer Besprechung zwischen den beteiligten hessischen und preußischen Behörden mit der Be­zirksvereinigung für Schlachtviehverwertung Hessen, ber Lanbesbauernschaft Hessen-Nassau, ber Hanb- werkskammer, bem BezirksvereinBeide Hessen unb Nassau" im Deutschen Fleischeroerbanb unb ber Deut­schen Arbeitsfront würbe über bie Frage ber Haus­schlachtungen folgenber Vereinbarung allseitig zu­gestimmt:

1. Nach Möalichkeit finb für die Hausschlachtungen gelernte Metzger heranzuziehen.

2. Dort, wo gelernte Metzger nicht zur Verfügung stehen, ober wo Hausschlachtungen burch nicht gelernte Personen traditionsgemäß schon seit Jahren vorgenommen werben, kann es bei diesem Zustanb vorläufig verbleiben.

3. Junge Leute, die das Hausmetzgergewerbe zu ergreifen beabsichtigen, sind auf die Zurücklegung einer ordentlichen Lehrzeit zu verweisen.

4. Hausschlachtungen sollen solchen Personen nicht übertragen werden, bie in einem anberen Be­rufe bereits voll beschäftigt finb, solange in Hessen unb Nassau noch 850 Metzger arbeitslos finb In derartigen Fallen soll die Deutsche Arbeits­front unterrichtet werden.

Gießener Dochenmarktpreise.

* G i e fe e n , 22. Jan. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., 'Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (frische) 11 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, ausländische 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weiß­kraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Mischgemüse 12 bis 15, Feldsalat 70 bis 80, Zwie­beln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 45, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf.,

neuen Staat und in die neue Geistigkeit.

Es solle sich in unserem Vaterland ein Ordens­staat entwickeln, wie er uns als Vorbild aus der Geschichte des deutschen Ostens überliefert sei. Ham­mer, Pflug und Schwert seien damals in einer Hand vereinigt gewesen. So solle es wieder werden. Im Geiste , der deutschen Männer von damals solle auch unser Wirken geschehen. Leider sei das Erbe jener Männer damals nicht angetreten worden, viel­mehr fei das Volk mehr und mehr in verschiedene Tätigkeiten zerfallen Die Folgen seien uns allen noch vor Augen. Und diese Zerrissenheit wäre viel­leicht heute noch in unserem Volke, wenn nicht der Führer eingegriffen hätte. In der Deutschen Ar­beitsfront seien Hammer, Pflug und Schwert wie­der vereinigt worden. Der BegriffArbeit" werde jetzt als Dienst am Volksganzen verstanden.

Der Führer habe das deutsche Volk aus seinen Depressionen in der Zeit nach dem Weltkrieg immer wieder emporgerissen. Im Glauben an die Zukunft und an die Kraft des deutschen Volkes habe er es auch immer wieder vermocht. Der nationalsoziali­stische Staat sei bereits vorbereitet gewesen, als es noch auf den Straßen zu kämpfen gegolten habe. Im zukünftigen deutschen Ordensstaat würden die Besten an der Spitze stehen. Der Staat werde nicht Erziehungsstaat sein, vielmehr werde Erziehung des Volkes dem Volke selbst zufallen. Das Volk werde auf eine Höhe geführt, auf der es leben könne. Das nationalsozialistische Deutschland werde nicht mehr niedergebrochen werden können. Der Staat werde sich aber auch wirtschaftlich behaupten. Für alle fernere Arbeit werde aber das Ideale der Aus­gangspunkt fein müssen, so wie es bisher auch stets der Fall gewesen sei. Deshalb seien auch immer wieder Opfer verlangt worden und sie würden auch weiterhin gebracht werden müssen. Frühere Regie­rungen seien nie getragen, gewesen vom Glauben an das deutsche Volk. Deshalb habe ihnen nichts gelingen können. 'Dem Nationalsozialismus habe die­ser.Glaube an das deutsche Volk zu allen bisherigen großen Erfolgen verhalfen

keiner der bisherigen Staatsmänner fei je fo populär gewesen, wie gerade Adolf Hitler. Noch niemanden fei fo zugejubelt worden, wie gerade ihm. Er fei um seiner Ideale willen vom ganzen Volke verstanden worden. Der nalionalfozia- li-tische Staat werde auch in Zukunft immer vom Ideal als dem bewegenden Faktor der Gestaltung des Geschickes des deutschen Volkes cms.gehen.

Das Gute der Vergangenheit werde mit national­sozialistischem Geiste verbunden, so daß unserem Volke und Vaterlande vorwärtsgeholfen werde. Die Zuhöre'' die dem Vortrag mit großem Interesse folgten, dankten mit lebhaftem Beifall.

Krewamtswa ter Pa Kurz

faßte den Dank art den Redner in kurzen Worten zusammen und ging auf verschiedene Gedanken des Redners ein. Er betonte, daß uns das Ideale immer wieder herausheben müßte aus der Gebundenheit des Materiellen. Der Glaube an sich selbst und an den Führer werde dem deutschen Volke immer hel­fen Die Sonne, lange für uns versunken, gehe uns in dieser Zeit strahlend auf. Der Idealismus des Füh­rers habe den großen Erfolg der Saarabstimmung möglich gemacht. Dieser Erfolg des Führers müsse dem Glauben an ihn stärksten Rückhalt geben und allen Miesmachern müßten wir, wenn sie sich bei irgendeiner Gelegenheit wieder rührten, mit aller Schärfe entgegentreten. Mit einem dreifachenSieg- Heil!" auf den Führer wurde die anregende Ver­sammlung . geschlossen.

Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, junge Hähne 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf.

Dornofhen.

Tageskalender für Dienstag. Stadt- thectter: 20 bis 21.30 Uhr 3. Symphoniekonzert. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Da stimmt was nicht".

Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, zusammen mit dem Konzertverein Gießen das dritte Symphonie - Konzert, ausgeführt vom Orchester des Stadttheaters und der Reichswehr-Kapelle, beide Musikkörper unter der Leitung von Professor Dr. Temeswary. Als Solist würde Herrn. Kraus aUs!Frankfürt a. M. (Violine) verpflichtet. Das Pro­gramm sieht vor: Mozart, Symphonie in ks-Dur Beethoven, Violinkonzert in D - Dur, op. 61 Beethoven, Fünfte Symphonie (Schicksals-Sym- phoms) in C-Moll, op. 67.

Sie Vortrags-Vereinigung (Goethe- Bunb und Kaufmännischer Verein) schreibt uns: Wie bereits mitgeteilt, mußte eine Umbesetzung des dritten Vortragsabends vorgenommen werden. Es spricht am kommenden Freitag Kommodore Rudolf Madlung, Kapitän zur See a. D., an Hand von hochiyteressanten und einzigartigen Lichtbildern zu dem Thema:Der Durchbruch der ,Goeben' und ,Breslau'. Das deutsche Trafalgar 1914". Ein span­nender Bericht deutschen Heldentums ist zu erwar­ten. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Gemeinschaft der Freunde W ü st e n r o t veranstaltet am Mittwoch, 23. Ja­nuar, im Hotel Prinz Carl einen Vortragsabend. Direktor E. H. Frantz-Saarbrücken wird spre­chen. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.

*

** Aus der Arbeit des ersten Wild- krankheiten -Forschers. Arn morgigen Mittwoch um 18 Uhr wird der Reichssender Frank­furt a. M. in einer Rundfunksendung Ausschnitte aus der Arbeit des ersten Wildkrankheiten-Forschers, des Geheimrats Prof. Dr. O l t in Gießen, bringen. Die Jäger und alle am Weidwerk und an der Wild hege interessierten Personen seien besonders darauf hingewiesen.

** Bren n h o Izv e rst e i'g erung der Stadt Gießen. Bei der gestern in den städtischen Wal­dungen abgehaltenen Brennholzversteigerung wur­den je Raummeter folgende Durchschnittserlöse er­zielt: Buchenscheite 1. Klasse 11,25, Buchenscheite 2. Klasse 8,25 RM., Eichenscheite 1. Klasse 8 RM., Buchenknüppel 8,25 RM., Eichenknüppel 5 RM., Buchenstöcke 6,10 RM., Fichtenstöcke 4,50 RM. Buchenreisig 2. Klasse kostete 18 Pfennig, und Buchenreisig 3. Klasse 16 Pfennig je Welle. Ins­gesamt gelangten etwa 500 Raummeter Brennholz zur Versteigerung. Der Zuschlag wurde erteilt.

Oberhessen.

Volksbildungsarbeit in Klein-Linden.

* Klein-Linden, 21. Jan. Die NS. - Ge­rn e i n s ch a s tKraft durch Freude" veran­staltete am Samstagabend gemeinsam mit dem Ortsring des Reichsbundes Volkstum und Heimat und der Ortsgruppe der Heimat­vereinigung Schiffenberg im Saale des GasthausesZur deutschen Eiche" ihren ersten Heimatabend.

Der DrtsgruppenroaUer der Deutschen Arbeits­front Neuser begrüßte die stark besuchte Ver­sammlung. Hierauf sprach der Leiter der örtlichen Volksbildungsarbeit, Lehrer Rau, der zugleich Ortsringleiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat und Ortsgruppenleiter der Heimatvereini- gung Schiffenberg ist. Einleitend kam er auf die in der Vor- und Nachkriegszeit entstandenen Volksbil­dungsvereine zu sprechen, denen infolge des Klassen­hasses, der unser Volk auseinanderbrachte, leider nur in wenigen Fällen eine segenbringende Arbeit vergönnt war. Er führte ferner aus, daß auch in unserer Gemeinde in der Vorkriegszeit unter Lei­tung des verstorbenen Rektors Boßler ein solcher Verein unter dem NamenHeimatvereinigung Klein-Linden" bestanden habe, der zum Segen für unser Dorf geworden war und der auch die An­erkennung aller Einwohner und der Behörden ge­funden hatte. Jetzt, da wir dank der unermüdlichen Arbeit unseres Führers wieder geordnete Verhält­nisse haben, hoffe man, diese Arbeit wieder auf­nehmen zu können. Die ganze Arbeit solle unter dem Leitgedanken des Führers stehen:Wir wollen die großen Traditionen unseres Volkes, seiner Ge­schichte und feiner Kultur in demütiger Ehrfurcht pflegen als unversiegbare Quellen einer wirklich inneren Stärke und einer möglichen Erneuerung in trüben Zeiten." Der Redner gab dann den Arbeits­plan für die kommenden Monate bekannt.

Sodann hielt Lehrer Rau einen Vortrag über die Entstehung des Dorjes Klein-Linden, das urkundlich am 25. Juli 1280 zum erstenmal erwähnt wird. Der Anfang des Dorfes ist in der Burg zu suchen, die den Wohnsitz für die Herrschaft bildete. Der Redner gab einige Sagen aus unserer Um­gebung bekannt, schilderte die Steuerverhältnisse vergangener Zeiten, sprach von der Bedeutung des Klein-Lindener Zehntgerichtes, von den Verkehrs­möglichkeiten, von den ältesten Gebäuden, über deren Bauweise und innere Einrichtung er ein­gehend berichtete, und vieles andere mehr. In seinem zweiten Vortrag sprach Herr Rau über das ThemaKlein - Lindener Familiennamen". Ein­leitend schilderte er die Entstehung der Familien­namen im allgemeinen und ging dann auf die Namen unserer Gemeindeglieder ein. Der erste Name eines Klein-Lindeners tritt in den Urkunden des Jahres 1285 auf. Es war dies ein Adliger Konradus de Lindehe, der erste Bürger Berthold genannt Nopeler wird 1301 urkundlich erwähnt. Die ältesten Namen, die heute noch vorhanden finb, hießen Weigel, auch Weigeln oder Weil. Um die Jahrhundertwende 1800 hießen sämtliche Gemeinde­beamte Weigel. Die Auszeichnungen aus dem 17. Jahrhundert stammen fast alle von einem Pfarrer Weigel (wohnhaft in Großen-Linden 1652 bis 1682). Der Redner sprach ferner von der Teilnahme eini­ger Bürger an den Feldzügen Napoleons in Spa­nien uni) Rußland. Den früheren Herbergen unse­rer Gemeinde hatte der Redner eine eingehende Besprechung gewidmet.

Der schöne Abend wurde von gemeinsam ge­sungenen Volksliedern und Chorliedern des Mäd­chen- und Frauenchores, geleitet von dem Vor­tragenden, umrahmt. Ortsgruppenwglter Neus e r von der Deutschen Arbeitsfront dankte allen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten.

Landkreis Gießen.

± Klein-Linden, 20. Jan. Der hiesige Män­nergesangvereinNationale Sänger- vereinigungEintracht-Harmonie" hielt am Samstagabend bei zahlreicher Beteiligung seine Jahreshauptversammlung in der WirtschaftZur Burg" ab. Der Vereinsführer, Kaufmann Fritz Jung, begrüßte die Erschienenen und erstattete den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres. Zu­nächst gedachte er in ehrendem Nachruf des im vergangenen Jahre infolge Unglücksfall bei Aus­übung seines Berufes verstorbenen verdienstvollen Chorleiters Heinrich Köhler aus Großen-Linden. Unaufgefordert erwiesen ihm die Versammelten die übliche Ehrerbietung. Sodann führte der Vereins­führer aus, daß die Sängeroereinigung in der Per­son des derzeitigen Chorleiters Georg Harnisch aus Watzenborn-Steinberg einen tüchtigen und würdigen Nachfolger gefunden habe. Er wies wei­ter auf die einzelnen Vereinsveranstaltungen des verflossenen Jahres hin. Viele lobende Anerkennun­gen seien aus den Teilnehmerkreisen über den schö­nen Verlauf und die guten, gesanglichen und son­stigen Darbietungen bei der Weihnachtsfeier be­kannt geworden. Die Vereinsleitung habe beschlos­sen, aus dem geringen Reingewinn bei der Weih­nachtsfeier, trotz der gespannten Finanzlage in der Vereinskasse, einen Betrag von 10 RM. dem Win­terhilfswerk zu überweisen. Die Vereinsführung be­absichtige, an einem Sonntag im Monat März d. I. voraussichtlich am Gründungstage des einstigen Männergesangvereins Eintracht, am Nachmittag ein Gesangskonzert und am Abend eine gemeinsame Vereinsgründungsfeier im Saale des Gasthauses Zur deutschen Eiche" abzuhalten. Weiter werde die Sängervereinigung an dem diesjährigen Wertungs­singen des Hessischen Sängerbundes teilnehmen. Für den durch Trauerfall an der Teilnahme verhinder­ten Kassenwart Wilhelm Jung erstattete der Ner- einsführer den Kassenbericht. Ein kleiner Ueberschufe konnte in das neue Jahr übernommen werden. Die Rechnungsführung, die durch drei Kassenprüfer ge­prüft war, wurde in bester Ordnung gefunden, so daß dem Kassenwart vom Vereinsführer lobende Anerkennung und Entlastung ausgesprochen werden konnte. Da dem seitherigen Kassenwart, dem auch gleichzeitig die Vereinsdienergeschäfte übertragen waren, wegen beruflicher Verhinderung die Fort­führung der beiden Aemter nicht mehr möglich ist, wurden die Sänger Richard Lenz zum Kassen­wart und August Volkert zum Vereinsdiener ernannt. Mitglied Dr. Crößmann, der als poli­tischer Leiter an der Versammlung teilnahm, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die nach den Grund­sätzen des Dritten Reiches aus den früheren Män- nergefangoereinen Eintracht und Harmonie heraus­gewachseneNationale Sängeroereinigung" auch weiter fortfahren möge, im Sinne unseres großen Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler das deutsche Lied und den wahren Volksgemeinschafts­geist zu hegen und zu pflegen. Nach dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren Führer und Dolkskanzler nahm der Vereinsführer das Wort zur Schlußansprache. Nach der ersten Strophe des Horst-Wefsel-Liedes fand die Versammlung ihr Ende.