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Oer Platz der SA. in Gießen
11 ch e n I n st i t u t der Universität, Ludwig-- straße, am Mittwoch, 23. Januar, 20.15 Uhr (pünft-
rri,nfft._ri <• t s • fr,- cix 1 ' ou icin. uer nruue vyiuusmann «reut lieh ja umlodert
bwsem oder jener lustige Worte zurufen, schon, daß er mit dem Losverkauf einen Posten ge- I Wertstück!
14 Vornetzung
Nachdruck verbalen!
chen wir ein ruhiges Morgen." 17 un ,cnem
ungestört verhandeln Gersheim kam aus dem Staunen über sich selbst ' Nicht heraus (Fr hpm hU ----- r. .. .
können ..
nidjt heraus. Er, dem die Frauen nur so nachliesen.
sie auch möglich, kleinen. Dieser
ahnte — die dem Gerlinde sich die Hand
Die Stadt hat ein freundliches Gesicht aufgesetzt. Seit kurzem erst. Seitdem die Sonne ihren Winterschlaf hält, kommen einem die Tage eigentlich recht trüb und eintönig vor. Aber jetzt lacht die Stadt sie lacht und freut sich, weil sie solch lustige „Briefträger" bekommen hat, die jedermann als Glücksmänner kennt. -Wenn diese in ihren weiten, grauen Pelerinen mit dem roten Kasten durch die Straßen wandern oder an Ecken und an Plätzen stehen und
Einer Anregung des Kreisleiters und des Oberbürgermeisters unserer Stadt entsprechend hat das Stadtbauamt einen Entwurf zur Umgestaltung des städtebaulich bisher wenig ansehnlichen Oswalds- g a r t e n s ausgearbeitet. Nach diesem Entwurf, mit dessen Verwirklichung in Kürze begonnen werden wird, soll der Platz zu einer großen Aufmarsch- und Kundgebungs statte unsere r Gießener SA mit Raum für 8000 bis 10 000 Menschen hergerichtet werden und den Namen „P l a tz der SA." erhalten.
Für die Neugestaltung von Oswaldsgarten ist im einzelnen folgendes vorgesehen. Der Platz soll von drei Seiten, (-am Wernerwall, an der Feuerwache entlang bis zur Kirchstraße, an der Kirchstraße bis Ecke Neustadt) mit Bäumen eingefaßt werden, damit er seine räumliche Geschlossenheit gegenüber den umliegenden Straßen wieder erhält. Die Baumreihe wird an den beiden Spitzen (an der Ecke Neustadt/Kirchstraße bzw. Wernerwall/Neustadt vor der Bahnüberführung) als Abschluß je einen hohen Fahnenmast erhalten. Die jetzt vorhandenen! Baumbestände an der Böschung des Wernerwalls werden beseitigt. Dafür sollen an dieser Böschung große Terrassenstufen für die Ausstellung von Zu-1
dessen Weg schon so viele schöne, interessante Frauen gekreuzt hatten, war befangen wie ein Gymnasiast diesem kleinen Mädchen gegenüber.
Dann aber versuchte er ganz sachlich zu sein und begann über den Wagen zu sprechen.
„Ich kann Ihnen also jede Mühe damit abnehmen, Fräulein Steinbrück! Ich werde Ihnen einen Scheck über den entsprechenden Betrag ausstellen, den Sie bei meiner Bank einlösen. Für alles weitere trage ich dann schon Sorge."
Wieder sah Gersheim beglückt, wie es in den Kinderaugen Gerlindes aufleuchtete, während sie ihm die Hand reichte:
„Oh, ich bin Ihnen so dankbar, Herr Baron! Ich halte nicht gewußt, was ich tun sollte."
Gerlinde führte ihre Kaffeetasse an den Mund, natym scheu einen kleinen Schluck, während sie zum erften iffiiile ihren Blick in die Umgebung schweifen ließ. Es war das erstemal in ihrem Leben, daß sie in einem Lokal saß mit einem fremden Herrn.
Früher hatte sie manchmal mit Mutter und Schwester am Sonntag ein Ausflugslokal besucht, ^ber das war schon lange her. Seitdem hatte sich diese Welt gänzlich für sie verschlossen, und Gerlinde hatte auch niemals große Sehnsucht danach verspürt.
Ahnte Gersheim, was in diesem Augenblick in ihr vorg'ng? Hatte er ihre Gedanken erraten?
"Sie gehen nicht viel aus, Fräulein Steinbrück?"
„Ausgehen ... Oh, früher kam es wohl manchmal vor, daß wir Sonntags ein Stückchen spazie- ren gingen — aber Muttchen kann es irgendwie nicht mehr. Ich weiß nicht, manchmal glaube ich, das Leben freut sie nicht mehr recht . . sie ist ost erschreckend müde." Gerlinde war mit einem Schlag verändert Ihre Augen schimmerten feucht, und um ihren Mund lag wieder jener Leidenszug, den Gersheim schon einmal erschrocken wahrgenömmen hatte
lich) statt.. Die Mitglieder und Freunde des NSBDT. sind zu diesem Vortrag herzlichst eingeladen.
Der Vortrag im „Reichsbund für Volkstum und 9^'wat", gehalten von Herrn Professor Dr. Rau ch, über „Fachwerkhäuser" findet nicht im Studenten- yause, sondern i-m Kunstwissenschaft--
Mit feinem Takt schwieg Günter von Gersheim. Er weidete sich nicht an Gerlindes Verlegenheit, sondern ließ sie erst wieder ganz zur Ruhe kommen, ehe er weitersprach.
„Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen, Fräulein Steinbrück? Vielleicht suchen wir ein ruhiges Lokal auf, in dem wir i
unö bekundet damit, daß der Kampf gegen die Not an-te eine Sache des gesamten Deutschtums o • J®ie^er die blaue Kornblume, das alte Zeichen der volksdeutschen Bewegung, das Sinn- bi d dieses Opfertages sein und auf Straßen und Platzen, m Städten und Dörfern von den jugendlichen Sammlern und Sammlerinnen verkauft werden.
Die Kornblume ist immer mehr das Sinnbild der volksdeutschen Idee geworden, die alle Deutschen zur großen Einheit Zusammenschließt. Den Deutschen jenfeits der Grenze ist sie das Zeichen ihrer Sehnsucht nach dem Reiche und damit ein Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschaft. Auch Adolf Hitler trug die Kornblume in den jungen Jahren seine? Kämpfertums, als er noch außerhalb oes Reiches um sein Deutschtum kämpfte. So ist das Zeichen aller derer, die sich zur deutschen Volksgemeinschaft bekannten, auch in das neue Deutsche R"ich eingeaangen
Als erprobtes Kampfzeichen — nun auf anderem Gebiet — hat die blaue Kornblume schon im Vorjahre eine siegreiche Bewährung gefunden, als sie erstmals den Kampf des Winterhilfswerks gegen Hunger und Kälte, Not und Elend der deutschen Volksgenossen durchführen half. Auch heuer wird in ihrem Zeichen die Opferfreude aller Deutschen für alle Deusschen deutlich werden.
Am Sammeltag, am 2 6. Januar muß sich jeder volksbewußte Deutsche zur blauen Kornblume bekennen!
Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.).
Seltsam, Gerlinde wunderte sich nicht, daß er so selbstverständlich an ihrer Seite weiterschritt. Sie dämmte auch die Freude nicht zurück, die Gersheims Worte in ihr auslösten, wenn sie nicht offensichtlich zeigte.
Ihr Herzchen zitterte glückselig. War's daß dieser feine, stolze Mann so einem dummen Mädchen ein Versprechen hielt? hoch angesehene Mann — einem kleinen
26. Januar.
Wie im Vorjahr, sammelt der Volksbund für das Deutschtum im Ausland auch heuer im Rahmen des Winterhilfswerkes am 26. Januar
Deutle
NS.-Gemeinschafl „Kraft durch Freude".
Betr. Großer Bunter Ab end am 3)on. n e r s t a g , 2 4. Januar, im Stadttheater. Wir bitten, die bestellten Karten sofort abzuholen, da wir sie sonst anderweitig verkaufen.
Eine vorbildliche Spende.
Gelegentlich einer Familienfeier, die die Alters- oereinigunq 18834933 gemeinsam mit der gleichnamigen Altersvereinigung aus Lich am Sonntag auf der „Liebigshöhe" abhielt, wurde eine Sammlung zu Gunsten des Rückkaufs der Saargruben veranstaltet. Die Sammlung ergab den Betrag von 33 RM., der der Kreisleitung der NSDAP, überwiesen wurde.
Zusammenschluß
der oberbesß'schen Alviniffen.
Arn Samstag fand im Sektionsheim der Sektion Oberhessen eine gemeinsame Versammlung der Sektion Gießen und der Sektion Oberhessen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins statt, in der die Vereinigung der beiden Sektionen zur Sektion Gießen-Oberhessen vollzogen wurde. Zum Sektions- leiter der vereinigten Sektion Gießen-Oberhessen wurde Direktor W r e d e (Gießen) gewählt, der zu seinem Stellvertreter Regierungsbaumeister (3er- l a ch (Wetzlar) bestimmte.
Zwangsversteigerung des früheren Gewerkschastshauses.
Am gestrigen Montagoormittag fand am Amtsgericht die Zwangsversteigerung des früheren G?- werkschaftshaufes in der Schanzenstraße statt. Der Wert des Anw"lens stand im Einheitswert ursprünglich mit 102 600 Mark veranschlagt, er war m Anbetracht der an dem Gebäude notwendigen Reparaturen auf 80 000 Mark herabgesetzt worden. Der Schätzungsbetrag belief sich auf 95 210 Mark Das Grundstück ist auf den Namen „Gewerkschafts- haus Fritz & Co." in das Grundbuch eingetragen Die hypothekarische Belastung ist erheblich. Im Laufe der Versteigerung wurden nur zwei Gebote
i fache ist", Gersheim griff nach seiner Brieftasche t und durchblätterte sie, dann schnippte er mit dem Finger, „daß ich mein Scheckbuch zu Hause liegen»
1 gelassen habe" vollendete er, herzlich lachend. '
„2Iber das hat doch nicht solche Eile, Herr Baron! wehrte Gerlinde ab.
„O doch, gnädiges Fräulein! Ordnung muß fein. Und in Geldsachen ganz besonders!" sagte Gersheim, letzt ganz ernsthaft. „Aber ich werde mir erlauben Anen den Scheck morgen früh, sofort zuzuschicken' Am besten gleich ms Geschäft."
„Herzlichen Dank, Herr Baron!" Das war alles was Gerlinde sagte. Sie wußte nicht, warum sie es plötzlich traurig stimmte, daß sie mit diesem Manne eine Geldangelegenheit verband. Doch das war wohl alles töricht. Sie konnte froh fein, fo schnell einen so gut zahlenden Käufer für den Wa- gen gefunden zu haben.
Oder — war es doch nur eine Gefälligkeit von yjerspeim ?
Eersheim hatte gezahlt. Sie erhoben sich.
Wie dünn ihr Mäntelchen ist!, durchzuckte es Gersheim, als er Gerlinde in den abgetragenen
. antel half. Armes Kind, dazu hat's wohl noch nicht gereicht? Und wieder stieg Bewunderung in ihm auf für Gerlinde, die fein Geschenk so tapfer zuruckgewiesen hatte, obgleich sie in dem dünnen Mäntelchen gewiß manchmal fror.
Sekundenlang überlegte er, daß sein Wagen in öer Nähe auf dem Parkplatz stand: dann aber überwog der Wunsch, noch ein Weilchen länger neben Gerlinde hergeben zu können. So gingen sie zu Fuß bis zu der Steinbrückschen Wohnung.
Stiller wurden die Straßen, durch die sie schritten. Spärlicher erhellt als im Zentrum. Hohe Mietskasernen reihten sich aneinander.
Schmerzhaft spürte Günter von Gersheim den Gedanken, daß Gerlinde hier wohnte, daß all ihre Jugend und Schönheit in dieser trostlosen, jammervollen Umgebung dabinblühte. Und der Wunsch wurde plötzlich mächtig in ihm, dieses Mädchen hier herauszunehmen in eine schöne, reine Atmosphäre ... Diese feine, liebliche Blume in anderes Erdreich zu verpflanzen, wo sie herrlich blühen und gedeihen konnte ...
.- n . — -............. .. Manne
quin ? Oh, das mußte doch ein guter Mensch fein.
__ ..Ich Haffe, Sie sind mir nicht böse, gnädiges wegen - des Mantels. Ich hatte mir N'chts.dabei gedacht Eine kleine Freude sollte es nur sein Sie hatten sich fo sehr bemüht an jenem
Sie standen vor dem Hause, in wohnte.
Warum zögerten sie noch immer, zum Abschied zu reichen?
(Fortsetzung folgt!)
Hastig trank sie den Rest ihres Kaffees aus.
„Ich glaube ... jetzt muß ich gehen, Herr Baron! Verzeihen Sie, bitte! Aber ich fyabe doch etwas Unruhe. Sie soll sich nicht um mich bangen", sagte Gerlinde leise und griff nach ihrem kleinen Täschchen, um die Geldbörse herauszunehmen.
-Oh. bitte ... Sie dürfen mir nicht weh tun. Mit dem Mantel — das kann ich verstehen Fräulein Steinbrück! Äber eine Tasse Kaffee für Sie zu bezahlen, müssen Sie mir schon erlauben, wenn Sie mich nicht ernstlich kränken wollen!"
Gerlinde lächelte und schüttelte den Kopf
„Wenn es fo ist, Herr Baron ... Aber, ich dachte nur ... ich bin Ihnen doch sonst fremd." 1
»Fremd? Oh, es ist mir, als ob ich Sie schon sehr sehr lange kenne! Ich muß Ihr Gesicht irgendwo schon einmal gesehen haben; aber es muß ziemlich lange zuruckliegen. Ich weiß nicht mehr kann mich auch nicht erinnern ... Gleich kannte ich Sie ®,e^r' ich Sie sah. Nein ... daß ich nicht lü^e
?ber nicht viel später fiel es mir ein. Doch das ist ja jetzt nicht die Hauptsache. Die Haupt-
Kaschu.
Aus her provinzialhauvistadi.
Postdirektor Geelig -fr.
Nach langem Leiden ist in Gießen, wo er viele Aahre wirkte und auch im Ruhestand lebte, der Bostdirektor i. R. Heinrich S e e l i g im fast vollendeten 63 Lebensjahre verstorben.
Postdirektor S e e l i g stammte aus Rumpenheim (Kreis Offenbach), wo er am 9. Februar 1872 geboren war Nachdem er zunächst die Volksschule seines Heimatortes besucht hatte, kam er später auf das Realgymnasium in Offenbach, wo er am 1. März 1890 das Abiturientenexamen bestand Am 21. April . 1890 trat er als Posteleve beim Postamt Offenbach em, bestand am 19. Mai 1893 die erste Prüfung (damalige Sekretärprüfung), von 1894 bis 1896 barte er Vorlesungen an der ehemaligen Post- und Telegraphenschule in Berlin, am 5. April 1902 bestand er die höhere Verwaltungsprüfung für Post und Telegraphie. Als Polteleve war er im Anschluß an feine Verwendung in Offenbach, Darmstadt, Worms und Mainz bereits in Gießen tätig, vom 19. Mai 1893 bis 30. November 1895 roar er als Postpraktikant in Nierstein, Dortmund, -Hamm und Berlin beschäftigt, vom 1. Dezember 1896 bis 31. März 1904 tat er als Postsekretär in Mainz Dienst, vom 1. April 1904 bis 30. September 1908 war er als Ober-Dostpraktikant in Dortmund tätig. Am 1. Oktober 1908 kam er nach Gießen, wo er zunächst als Postinspektor und bann als Postdirektor wirkte. Am 1. September 1930 trat er in den Ruhestand.
Postdirektor Seelig war ein vorbildlicher Beamter, der durch seine ausgezeichnete Dienstfuhrung, sein großes berufliches Wissen und feine unermüdliche Pflichttreue, aber auch durch fein freundliches und allezeit verbindliches Wesen bei der Beamtenschaft des Postamts größte Wertschätzung genoß, •dm öffentlichen Leben unserer Stadt trat er nicht heroor, wer aber mit ihm bekannt wurde, lernte !bn als einen Mann von besten Charaktereigen- i schäften, großer Liebenswürdigkeit und steter Be- , scheidenheit kennen, die ihm mit Recht herzliche Sympathie eintrugen. Das Andenken an den Ent- I schlafenen wird bei allen, die ihn kannten, in Ehren ' fortleben. <
Die lackende Siadi
Der VDA.-Opfertag für das W'
3m Zeichen der blauen Kornblume.
„Em Lokal? Ich — ich weiß nicht, Herr Baron. Ich furchte, Muttchen wird sich ängstigen Muttchen wartet immer so auf mich. Sie ist manchmal nicht ganz wohl. Mit dem Herzen geht es seit einiger Zeit nicht sehr gut. Sie ist dann immer froh, wenn ich abends daheim bin", sagte Gerlinde hastig und schalt sich gleich darauf geschwätzig. So viel hatte sie nun diesem fremden Herrn schon von daheim erzählt. Das war sonst gar nicht ihre Art.
„Ich verstehe vollkommen, Fräulein Steinbrück, und ich habe auch nicht die Absicht, Sie lange aufzuhalten. Ich denke, in einer halben Stunde wird alles besprochen sein. Vielleicht stimmen Sie mir vvch bei, oder haben Sie bereits anderweitig über den Wagen verfügt? Dann freilich .."
„Nein nein Ich bin Ihnen ja fo dankbar. Ah wußte wirklich nicht", wieder sprach Gerlinde schneller als sonst, „was ich tun sollte. In wenigen Tagen muß er nämlich abgeholt fein."
Während dieses Gespräches waren die beiden weitergegangen und standen nicht lange darauf vor einem kleinen Cafe, von dem Gersheim wußte, bah es zwar klein und bescheiden war, aber einen guten Ruf hatte.
Die kleine Gerlinde ahnte nichts von dem was in Gersheim vorging. Sie gab sich für diese Zeit des Weges noch einmal ganz dem beglückenden Gefühl hin, das sie schon während der ganzen Zeit erfüllt hatte, die Gegenwart des Menschen zu fühlen, der ihr kaum bewußt feit jener ersten ^Benennung eine Welt in ihr erweckt hntte, von deren Vorhandensein sie bis dahin nicht ' n
Welt der Liebe.
Heichsgründungsfeiern der tfniverfifäf.
Rektor und Senat der Ludwigs-Universität veranstalten am Mittwoch, 30. Januar, 11.15 Uhr, in der Neuen Aula eine Reichsgründungsfeier. Die Vortragsordnung sieht folgendes vor: Orgelvorspiel, Chorgesang, Ansprache des Rektors. Gemeinsamer Gesang: Deutschland-Lied und Horst-Wessel-Lied (je eine Strophe). Festrede von Pros. Dr. Sessous über das Thema „Die Pflanzenzüchter und ihre Be- beutung für bie Selbstversorgung bes beutschen Volkes". Chorgesang, Orgelnachspiel.
Dozentenschaft unb Stubentenschaft veranstalten ferner eine Reichsgrünbungsfeier im Stubentenhaus am 29. Januar, 20.30 Uhr, uerbunben mit einem Kamerabfchaftsabenb aller staatlichen unb Partei- glieberungen an ber Universität, sowie ber Freundes- unb Förberer-Organisationen öer Hochschule (Hochschulgesellschaft, Stubentenwerke Gießen unb Gleiberg-Verein). Der Abenb wirb mit einem gemeinsamen Abenbessen (Eintopfgericht, ein Teil des Preises fließt bem Winterhilfswerk zu) beginnen, ist ssur für Männer gebucht und erfaßt in kameradschaftlicher Form die Organisationen eines künftigen Hochschulkreises. Die Musik wird ausgeführt vom Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Mu- sikzugführer Herrmann.
NS.-Bund deutscher Technik.
(Früher KDAI.)
treten — die Fahne einzuholen, die am Tage weit ms Land gegrüßt hat.
Abends ist im Tagesraum was los — da ist Stimmung und Begeisterung. Der Raum ist niedrig — die Petroleumlampen geben nur spärlich Licht unb bie sechzig Jungen paffen gerabe so hinein. Hier ist nicht bie künstlich aufgepeitschte Stimmung ber Vergnugungslokale unten in ben Stäbten — hier jft Leben begeisterter Iugenb! Dieses Leben ist echt unb natürlich. Lieber, Klampfe unb Flöte klingen. Unb Theo ist mit seinem Schifferklavier roieber einmal ber Mittelpunkt einer sanges- freubigen Gruppe. Ein neues Lieb taucht auf — irgenbeiner hat es mitgebracht — gleich wirb es gelernt.
So bringt jeber Tag neues Erleben, hat ein neues Gesicht — unb boch ist bie Marschrichtung immer dieselbe: Durch Kameradschaft zur L e i ft u n g und Disziplin Eine ungeheure Kraft geht von dieser Bergwelt auf uns über. Unb jeber ber sechzig Ka- meraben trägt eine tiefe Freube im Herzen nach Hause:
Heimat, wie bist bu schön!"
Gerlindes schöne Augen zeigten einen grüblerischen Ausbruck. Jetzt erst merkte sie, wie sehr sie darauf gebaut hatte daß Gunter von Gersheim ihr den Wagen abkaufte Aber das kam wohl nun nicht mehr in tfrage. Er hatte dieses kleine Versprechen gewiß schon lange vergessen. Ob sie einmal annoncierte in der Zeitung? Ja, das wohl wohl das beste. Da würden sich schon Käufer finden.
Auf einmal schreckte Gerlinde zusammen. Aus einer der Seitenstraßen kam ein Herr auf sie zu und zog tief grüßend den Hut.
„Guten Abend, Fräulein Steinbrück! Bitte, verzeihen Sie, wenn ich Sie so auf der Straße über- fallen muß, aber leider sah ich keine andere Möglichkeit, Sie noch einmal zu treffen und mit Ihnen wegen des Wagens zu sprechen", sprach Baron Gersheim, der Gerlinde hier schon seit geraumer Zelt erwartet hatte, das Mädchen an.
„Oh, Herr Baron ..." Wie angewurzelt blieb Gerlinde stehen. „Das ist doch nicht möglich .. ", stotterte sie
Gerlinde ahnte nicht, wie schön sie in ihrer Hiss- lofiqfeit in diesem Augenblick aussah. Sie wußte auch nicht, wie ihre Augen strahlend aufgeleuchtet haten, während dunkle Glut ihr Gesichtchen übergoß. . -.A-r was ist denn nicht möglich, Fräulein Stein- druck ? Ich habe Ihnen doch versprochen, den Wagen abzukaufen, und sein Versprechen muß man hal- ten , sagte Gersheim in seiner herzlichen ruhigen
Dann saßen sie sich kurze Zeit darauf an einem kleinen runden Marmortisch gegenüber.
Gerlinde konnte sich keine Rechenschaft abgeben über das, was in ihr vorging Wieder erging es wie damals, als sie beim Losverkauf zum ersten Male Gersheim begegnet war.
(ftroas Seltsames ging von diesem Manne aus. War es der Blick feiner schwermütigen Augen? I3ar es feine Stimme, die fo wundersam klang, öaR man ihr immer und immer wieder hätte lau- schen mögen? Das Mädchen wußte es nicht.
Sie fühlte nur, daß etwas von Gersheim aus- gmg bas rem unb gut unb beruhigend war Sie konnte ihm nicht wiberftehen und wollte es auch gar nicht
®5. ist alles richtig und gut, was er sagt!, dachte Gerlinde, und man möchte zu allem „ja, ja!" jagen! —
Doch auch in Gersheim ging Merkwürdiges vor. Auch er hatte ewig hier bei diesem jungen Mäd- djen sitzen und mit ihm sprechen mögen. Ihre stille, Wrrtmr!Aflut 3°r kindliches Lächeln, der zu- trauliche Blick ihrer großen, wundersamen Augen biesen Kinderaugen lag fein Falsch- Und über Gerlinde Steinbrücks Lippen war wohl noch keine Lüge gekommen.
Hatte er die impulsive Geschichte mit bem Feh- mantel schon immer bereut, jetzt schämte er sich
schauern geschaffen werben. Entlang bem Grund- fturf ber Feuerwache vom Wernerwall bis zur Kirchstraße wirb ber Platz burch eine hohe Mauer abgeschlossen, bie zugleich Grenzmauer für das Grundstock der Feuerwache fein wird. Vor dieser Mauer wird eine große, die ganze Breite des Platzes, am Grundstück der Feuerwache entlang, bedeckende Plattform mit verschiedenartgen Stufenanlagen geschaffen, die ihren Mittelpunkt in einer etwa 18 Bieter hohen Säule von rechteckigem Grundriß haben wird. Diese Säule wird gekrönt durch ein etwa 1,60 Meter im Durchmesser großes Hoheits- Zeichen der SA., das vergoldet gegen den Himmel steht. Vor der Säule wird der Platz des Standartenführers fein, den zu beiden Seiten die Fahnen der aufmarschierenden Formationen flankieren werden. Diese Plattform trennt die eigentliche Malanlage durch ihre Höherlage gegenüber bem Platz oon bem übrigen Aufmarschgelänbe unb bamit auch von bem sonst auf bem Platze sich abwickelnden Verkehr. Es ist selbstverständlich, daß der Platz an der Seite ber Neustabt oon jeglichen baulichen Eimich- tungen, wie sie jetzt bort bestehen, freigehalten roerben muß, damit die Würde des Platzes in keiner Weise beeinträchtigt wird.
!mAanhnnleiner mE?r TjLiS” ™une weitergehen, funben hat, ber ihn unb seine Familie ernährt! Unb ! . » n gutes, fröhliches Wart uermag! Die siehe, viele gekaufte Lose steuern bazu bei, bas Los
Staöt dreht sich um den Verkaufskasten des Glück- vieler armer Deutscher zu lindern!
t, «.• s. s. ... Run ist aber die diesjährige Winterhilfe-Straßen- nnHön m klI)re r geheimnis- i lotterte tatsächlich eine Glückslotterie, da sie nicht
vollen Briefchen ziehen — bekanntlich sollen ja Kin- nur momentane Geldgewinne und die Verlosung des »n- D°m ? "m ^!"^gt sein aber auch । Prämienscheines im März in Aussicht stellt, sondern
fi?enf?oier^ffU?e r*n Öer orle,t 5?ule kommen, sie fügt jedem Losbrief zwei schöne Ansichtskarten bei fie aüe lassen U.. vom Lachen der Stadt anstecken, j und ein Teil dieser Karten besitzt ja schon ihre Sechs- Kir und probieren, wie weit Pfennigbriefmarke. Also oersandfertig! Dabei ist dies
minn/ Aussicht auf einen der vielen Ge- j Wertzeichen von schöner, auffälliger Eigenart. Es
™ ?osteht- Hat man aber doch eine Niete ge- zeigt eine Hand, die eine Schale trägt, ber eine ^i.9Linf hon0d) ^age kein Grund trübsinnig , Flamme entsteigt, bie schließlich ein strahlenbes Herz «Li 1)1 £ l flrnoe Glucksmann freut sich ja umlodert. Für Briefmarkensammler ein seltenes


