der prächtigen Fahrbahn, fährt der Wagen auf der Ausfahrt Darmstadt bereits heraus, um nun die Reichsstraße für die Fortsetzung in südlicher Richtung zu benutzen. Der Reichsautobahnbetrieb Frankfurt—Darmstadt wird Haltepunkte in Darmstadt am Hauptbahnhof und am Paradeplatz haben. Die fünf Wagen der gestrigen Pressesahrt fuhren aber in flottem Tempo die Rheinstraße herauf und schwenkten dann in die Neckarstraße ein, um nach Süden weiterzufahren.
Nunmehr ging die Fahrt auf der Reichs- st r a ß e von Darmstadt aus durch die landschaftlich überaus reizvolle Gegend der Bergstraße mit prächtigen Ausblicken auf die herrlichen Waldungen der Höhenzüge, auf die Burgen der Bergtup- pen, andererseits auf das prächtige Bild der weiten Ebene des Rieds, des Wonnegaues bis hinüber in die engste Zone des Rheins. Herrlich war auch die- ser Teil der Fahrt, der durch die trauten Straßen und Gassen der Bergstraße-Dörfer und -Städte führte, durch die gesegneten Anlagen der Gärten und Weinberge hindurch, auf die der lachende Sonnenschein mit außerordentlich belebender Kraft herniederschien und die ganze Landschaft in ein wunderbar leuchtendes Bild der Pracht und des Frohsinns tauchte. Während man sich an diesen vielfältigen Schönheiten der deutschen Erde erfreute, ging es in flottem Tempo mit durchschnittlich 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit immer weiter nach Süden zu. Dabei saß man aber in den Wagen so wunderbar ruhig und unberührt von der hohen Geschwindigkeit, daß auch nicht ein Spur von Unbehagen oder Ermüdung aufkam. Ueberall erregten die Autobusse mit ihrer modernen Konstruktion natürlich große Aufmerksamkeit und zweifellos auch bei vielen wohl den Wunsch, selbst einmal in diesen Wagen mit bei einer solchen Fahrt dabei zu sein.
Gegen 16.45 Uhr war das Ziel der Fahrt, das wundervolle Heidelberg, erreicht. Zunächst ging es durch die Straßen bis zum Bahnhof, wo die Reichsautobahnstrecke ihren Halt hat, dann ging es weiter durch die Stadt, um den Fahrgästen auch einen Blick in das gemütliche alte Studentennest am Neckar zu verschaffen, hieraus ging es an dem herrlichen Ufer des Neckar entlang, ein Stück das Neckartal hinauf bis zu der prachtvoll gelegenen Stiftsmühle, wo bei gemeinsamer Kaffeetafel eine kurze Rast eingelegt wurde. Aber bald drängte alles wieder zum Aufbruch, denn die Schönheit dieser Fahrt war noch viel verlockender, als der gemütliche Kaffeetisch. Und so ging es nun erneut nach Heidelberg hinein, durch die Straßen und Gäßchen hinauf zur Burg, um von hier aus den weit in die herrliche Landschaft hinaus schweifenden Blick auf die Schönheiten dieses gottgesegneten Stückes deutscher Erde genießen zu können. Kein Wunder, daß bei diesem Zauber der Landschaft die vorgesehene Aufenthaltszeit ganz erheblich überschritten wurde. Erst gegen 19.30 Uhr ging es auf die Heimfahrt.
Im Abendsonnenschein ging es die Bergstraße entlang auf der Reichsstraße bei sinkender Sonne wieder nach Darmstadt zu, von wo aus die Reichsautobahn erneut zur flotten Fahrt nach Frankfurt benutzt wurde. Auch diese Spätabendfahrt wurde den Teilnehmern zu einer ganz besonderen Freude, die in gleicher Weise alle Fahrgäste bei den planmäßigen Fahrten erleben werden. Dann ging es zum Schluß durch die Straßen Frankfurts zurück zum Bahnhof, wo erst gegen 21.30 Uhr das große Erlebnis dieser Fahrt über die erste Autostraße Adolf Hitlers seinen Abschluß fand.
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Wer sich die Freude bereiten will, die neue Schnelloerbindung der Reichsautobahn von Frankfurt nach Darmstadt und vom Herbst ab weiter auf der dann zur Verfügung stehenden Strecke Darmstadt — Heidelberg — Mannheim zu benutzen, der hat dazu an jedem Tage sechsmal Fahraelegen- heit auf der Strecke Frankfurt—Darmstadt und dreimal auf der ganzen Strecke Frankfurt—Darmstadt—Heidelberg. Der Fahrgast genießt dabei den Vorteil einer sehr angenehmen neuzeitlichen Schnell
verbindung, die auch in finanzieller Hinsicht keine ungebührlichen Ansprüche an ihn stellt. Der Fahrpreis auf der Reichsautobahn beträgt von Frank- furt nach Darmstadt oder umgekehrt 2 Mark, von Darmstadt bis Mannheim oder Heidelberg 3,60 Mark, für die ganze Strecke also 5,60 Mark. Für Kinder von 4 bis 10 Jahren ist, wie auf der Eisenbahn, nur der halbe Fahrpreis zu bezahlen. Der Fahrscheinverkauf findet im Wagen selbst statt, kleines Handgepäck, d. h. leichttragbare Gegenstände, sind zur Mitnahme zugelassen. Anderes Reisegepäck befördert die Reichsbahn für die üblichen Gepäckgebühren. Auch der Uebergang vom Zug auf den Schnellautobus ist möglich dergestalt, daß man in Frankfurt oder Darmstadt bzw. Heidelberg zu dem normalen Fahrpreis eine den Preisunterschied berücksichtigende Zuschlagskarte im Autobus lösen kann.
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Reichsbahnoberrat Grospietsch würdigte in Heidelberg während der Rast in einer stimmungsvollen Ansprache die große Bedeutung dieses Reichsautobahnwerks unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, dem er mit Recht das hohe Verdienst um das Zustandekommen dieses Werkes und den herzlichsten Dank für diese große Tat aussprach. Reichsbahndirektor F r e y t a g
machte noch mit einigen betrieblichen Dingen dieses neuen Zweiges der Reichsbahn bekannt und hob dabei hervor, daß es sich bei der Reichsautobahn um einen streng fahrplanmäßigen Linienverkehr handelt, der sinnfällig die Verbundenheit von Schiene und Straße vor Augen führt. Die Fahrplanlücken, die der Schienenverkehr selbst auf einer so starkbefahrenen Strecke wie Frankfurt—Heidelberg noch aufweist, werden durch die Schaffung der Reichsautobahn beseitigt und damit der Reiseverkehr gefördert. Es wird nunmehr mit der Reichsautobahn möglich sein, zu jeder Tagesstunde zwischen den wirtschafts- und fremdenverkehrsmäßig bedeutsamen Städten des südlichen Rhein- Main-Wirtschaftsaebietes auf der Schiene oder Straße zu verkehren.
Ueberblickt man rückschauend den Gesamteindruck und die Erkenntnisse des gestrigen Pressebesuches auf der Reichsautobahn, so ist zu sagen, daß man die Reichsbahn beglückwünschen kann zu der großen Bereicherung ihres Betriebs, die sie durch die bewundernswerte, zu besonderem Dank verpflichtende Tat des Führers Adolf Hitler erhalten hat. Der Bevölkerung kann nur dringend empfohlen werden, sich dieses große Werk der Reichsautobahnen in regster Weise dienstbar zu machen.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Heilbnnger Wacholder.
Der Wacholder, oder wie er in Niedersachsen heißt, der Machangelbaum, in Mitteldeutschland Queckholder, in Süddeutschland Kranewitt, ist in Sage und Dichtung, in Volksglauben und Volksmund von vielen Geheimnissen umgeben. Finden wir ihn doch gerade dort, wo andere Pflanzen nur wenig gedeihen außer dem Heidekraut, in den Mooren und Heiden Nordwestdeutschlands, in den unendlichen Wäldern, in der schwermütigen Seenlandschaft Masurens, in den Gebirgen und Hoch- gebirastälern Mittel- und Süddeutschlands bis hin nach Tirol, überall als ein Denkmal von Landschaften, die nur selten des Menschen Fuß betritt. Alte Erfahrung hat die Heilwirkung der blauen Wacholderbeeren nutzbar gemacht, und so werden noch heute, besonders in Westfalen, die Wacholderbeeren gesammelt, getrocknet und in Speisen verwendet. Dem Sauerkohl werden sie beigefügt, und der Schinken wird damit eingerieben, und erhält ein besonderes Aroma dadurch. Vielerorts wird wieder nach alten Rezepten der Wacholdersaft zu Heilzwecken bereitet.
Aber auch sonst gilt der Wacholder als heilbringende Pflanze, wie er so oft dem Wanderer in diesen Gegenden anzeigt, wo fester Boden ist: Der Tiroler, der eine größere Reise unternimmt, steckt sich einen kleinen Wacholderstrauß an den Hut, denn „unterm Wacholder bleibt man munter und frisch." Wird man müde unterwegs, so legt man sich unter den Wacholderbusch und erhält neue Kräfte. In Thüringen ist der Wacholderstock neben dem Schwarzdorn als besonders guter Wanderstab verehrt, der auch vor Irrwegen schützt. Der Wacholderstab gibt auch die schönste und elastische Peitsche. So haben ihn die Salzburger Salzfuhrleute, wie auch die schlesischen, ostpreußischen und niedersächsischen Fuhrleute immer gern verwendet. Weit verbreitet ist auch hier der Glaube, daß der Peitschenstiel aus Wacholder vor Irrfahrten bewahrt. Und es gibt noch heute Gegenden, in denen die Butterfässer aus Wacholderholz geschäfflert werden, damit die Butter schnell gerät. Denn dann sollen die Hexen keine Macht über die Butter haben. Besonders gut werden Tabakspfeifen aus Wacholderholz, wie sie die Schäfer gerne verwenden. Auch hier verbindet sich damit der Glaube an die Heilwirkung, denn die Pfeife aus Wacholderholz soll Unholde und auch Krankheiten von der Herde ab- weyren. Vielerorts wird noch heute das Vieh beim Austrieb auf die Weide mit einem Wacholderzweig
geschlagen,, damit es gesund bleibe. Auch neu gebaute Häuser, Ställe und Scheunen werden gerne mit Wacholderbeeren, namentlich in einigen Orten Westfalens, ausgeräuchert, wo man bann die Wacholderbeeren auch „Weyeckeln" nennt. Hier in Westfalen, wie auch in Westpreußen ist es stellenweise üblich, Wacholdernadeln beim Neubau eines Hauses in die Grundmauern einzumauern, um das Holz zu schützen.
Vor allem aber gilt das Ausroden eines Wacholderbaumes von altersher als Sünde. Doch wird die Zeit der Nützlichkeit und die Notwendigkeit, auch Heideland mehr und mehr in Kulturland umzuwandeln, vor dem Wacholder nicht Halt machen. Aber wir denken um so lieber an ihn, den Zeugen schweigender Natur.
Deutsche Arbeitsfront.
NS.-Genieins chaf i Kraft durch Areude". Achtung! Arbeitskameraden!
Teilt die Sommerferien schon jetzt ein und meldet euch so schnell als möglich für eine „Kraft- durch-Freude"-Ferienfahrt an. Bis Mitte Juni ist voraussichtlich der größte Teil aller Ferienfahrten besetzt!
Rheinfahrt!
50 Volksgenosiinnen der Frauenschaft Rüddings- hausen haben sich heute für die Rheinfahrt angemeldet. Ein Beispiel einer schönen Volksgemeinschaft!
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Urlaubsfahrer von „Kraft durch Freude"! Macht photographische Aufnahmen auf euren Reisen und denkt daran, daß wir gute Bilder zur Propaganda unserer Ferinfahrten immer brauchen können.
Amt für Berufserziehung.
Ende Mai beginnen u. a. Lehrgänge m:
Deutsche Kurzschrift f ü r Anfänger. Erlernung der deutschen Kurzschrift, Erlernung der feststehenden Kürzungen. Ziel: 60 Silben.
Maschinenschreiben für Anfänger. Vom Tippen zum systematischen Schreiben, Erlernen der Zehnfinger-Griff-Methode, Uebungen zur Erlernung einer Schreibgeschwindigkeit, Abschreiben, Form des mit der Maschine geschriebenen Briefes. Ziel: Beherrschung des Systems bei einer durchschnittlichen Anjchlagzahl von 120.
Technisches Rechnen, Grundlagen der Mathematik mit Anlernen der Handhabung des Rechenschiebers. Arithmetik,
Zahlen- und Buchstabenrechnen, Grundrechnungs« arten mit dem Rechenschieber, Multiplikation, Divi- sion, Potenz- und Wurzelrechnen.
Es beginnen außerdem Lehrgänge in Maschinenschreiben und Kurzschrift für Fortgeschrit. tene, Deutsch, Kaufmännisches 'Rechnen, Englisch, Elektrizitätslehre mit Einführung in die Hoch- frequenztechnik
sowie Vortragsreihen (kostenlos) in den Wirtschaftsgruppen Eisen- und Metall- , industrie, Tabakindustrie, Textilindustrie und -Handel,
Dienstag, 21.2Hai, abends
Gemeinschastsempfang der Führerrede im Festfaal der llniverfiläl für sämtliche Angehörigen der Universität; eingeladen sind auch alle Volksgenossen, die nicht dem
Arbeitsverband der Universität angehören.
Uebertragung der Führerrede und Vorstellung im Stadttheater. Auch das Stadttheater Gießen schließt sich der Anregung aller deutschen Bühnen an und setzt den Beginn der Vorstellung am heutigen Abend so, daß jeder Theaterbesucher die Rede des Führers hören kann und trotzdem auf seinen Theaterabend nicht zu verzichten braucht. Die Theaterleitung hat Vorsorge getroffen, daß die Besucher im Zuschauerraum die Rede anhören können, so daß die Theaterbesucher den Weg zum Theater nicht während der Rede zurückzulegen haben; anschließend an die Regierungserklärung beginnt bann bie Vorstellung. Die Vorstellung wirb frühestens 21.15 Uhr beginnen unb etwa 23.30 Uhr enden. Zur Aufführung gelangt unter Kurt L ü p k e s Spielleitung das Schauspiel „Vertrag um Karakat" von Buch.
Uebertragung der Führerrede im Lichtspielhaus.
Wie aus der gestrigen Anzeige des Lichtspielhauses Bahnhofstraße hervorging, roirt die heutige Reichstagsrebe bes Führers unb Reichskanzlers A b o l f Hitler auch im Lichtspielhaus übertragen. Deshalb beginnt bie heutige Vorstellung im Lichtspielhaus bereits um 20 Uhr. Es sei auch an bieser Stelle barauf hingewiesen.
Keine Sportkurse währen- der Führerrede heute abend.
Die Pressestelle der DAF. teilt mit: Um allen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, die am Dienstag, 21. Mai, stattfindende Rede des Führers zu hören, fallen alle während der Zeit der lieber- tragung laufenden Kurse der Sportämter von „Kraft durch Freude" aus.
Banken und Kredit und für Werker allgemein und Metallwerker speziell.
Fordern Sie noch heute den kostenlosen «Sommer» bildungsplan in der Kreisdienststelle des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonystraße 18, an. Auskunft daselbst oder Telephon 3275.
Gießener Wochenmarktpreife.
* Gießen, 21. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis
NIVEA
mild, leicht schäumend.
ganz wundervoll im Geschmack
Vornan von Charlotte prenzel.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).
27 Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Hatte sie ihn gehört? Wußte sie überhaupt noch, daß ein Mensch im Zimmer war außer ihr? Liane ließ ihren Tränen freien Lauf, aber es waren keine Tränen des Zorns, der Empörung. Ihr war vielmehr, als ob sie das furchtbare Leid, das damals über ihn hereingebrochen, am eigenen Leibe spürte. Tiefes Erbarmen und Verstehen mit dem Geliebten ergriff sie.
„Sein Schicksal liegt in Ihrer Hand, Frau Liane", hörte sie eine Stimme weiter zu sich sprechen. „Kitty fordert das Kind; sie droht mit der Preisgabe seiner Schuld, wenn er ihr die Tochter nicht ausliefert. Vielleicht ist es nur eine leere Drohung. Eine Frau aber, die nach so vielen Jahren endlich den Weg zu ihrem Kinde findet, ist zu allem fähig. Sollte es ihr gelingen, das Mädchen für sich zu gewinnen, so halte ich Fred einer zweiten, weit furchtbareren Tat für fähig." ßianes Kopf hob sich. „Wie kann man dieses verhindern?" fragte sie hastig.
Sein Antlitz verklärte sich jäh. Das war die Erlösung. Sie verstand und verzieh, ihre Liebe sand den richtigen Weg. Er nahm ihre Hände zwischen bie seinen.
"Diese Worte hat Ihnen Gott in ben Munb gelegt, Frau Liane. Nun weiß ich, baß Ihre Liebe auch bie letzte Prüfung bestauben hat. Nun ist mir nicht mehr bang um sein Schicksal. Nun werben Sie auch ben rechten Weg finben, ihm bas zu erhalten, um bas er bangt — um sein Kinb und um bie Frau, bie er liebt."
2hr fragenber Blick würbe ängstlich, sie zog ihre Hanb zurück.
„Wissen Sie wirklich nicht, Liane, baß fein Herz längst für Sie schlägt? Daß er aus Furcht, Sie zu verlieren, nicht zu sprechen wagte? Noch immer zweifelt er an ber Liebe ber Frau. Er fürchtet, oer Makel, ber auf ihm ruht, wirb Sie abschrecken."
Liane senkte den Kops, erst nach einer Weile sagte sie? „Vielleicht haben Sie recht. Ich weiß es nicht, aber ich werbe ihn nie zwingen, mich zu lieben Was ich auch tun werbe, ihm das Kind zu erhalten, er soll es nicht erfahren. Ich will nicht, daß er mir aus Dankbarkeit feine Liebe anträgt. Besteht benn Überhaupt Gefahr, baß bas Mäbchen sich von ber Großmutter fort- unb ber Mutter zu- wenbet?" 6
-Mer kann es sagen? Frau Morland ist nicht weicher und liebevoller geworden. Das Atter hat
sie eher härter gemacht. Gerda leidet unter dem Zusammensein mit ber Großmutter; unmöglich ist es baher nicht, baß Kitty es leicht hat. Kommen Sie ber Mutter zuvor — werden Sie Gerdas Freundin und Vertraute! Bestimmen Sie das Mädchen, bei der Großmutter zu bleiben, dem Vater keinen Kummer zu machen. Eine Möglichkeit, Großmutter und Enkelin kennenzulernen, wäre gegeben. Frau Morland fährt mit Gerda zu Beginn der Ferien nach Wildbad, um dort die Kur zu gebrauchen. Geroa hat dem Vater diese Reise schon lange abgeschmeichelt. Dort würde sich sicher Gelegenheit bieten, sich dem Mädchen, unerkannt, wenn Sie wollen, zu nähern."
„Die Großmutter weiß nichts von mir?"
„Nein."
Ähr Kopf senkte sich. „Mein Name wird mich verraten."
„Sie können unter Ihrem Mädchennamen dorthin reifen. Das Ziel Ihrer Reise braucht niemand zu erfahren, alle Post schicke ich Ihnen nach. Alles Nötige lasse ich Sie wissen."
„Sie guter Freund", sagte Liane weich, stand auf unb suchte nach bem elektrischen Schalter. „Sie bürfen ganz über mich verfügen. Ich weiß, baß es niemanb besser mit uns allen meint als Sie."
♦
Am Morgen bes nächsten Tages erreichte Freb Amsterbam. Nachbem er sich im Hotel ein wenig erfrischt hatte, machte er sich auf ben Weg zu bem Labengefchäft van Zoomens. Er hatte nicht mehr Erfolg als bie letzten Male feines Hierseins — es hieß auch diesmal, daß van Zoomen verreist unb feine Rückkehr zu erwarten unmöglich wäre, es hanble sich um eine längere Reise.
Fred gab sich mit bem Bescheib zufrieben. In bem nächsten Blumengeschäft kaufte er einige Blumen, nahm ein Auto unb ließ sich nach ber Wohnung bes Mijnheers fahren. Außerhalb bes Großstabtbetriebes in einer stillen Straße, wo sich eines jener für Hollanb eigentümlichen schmalen Häuser an das andere reicht, lag bie Wohnung van Zoomens. Freb ließ sich ber Frau meßen unb erlebte es zu seiner heimlichen Freube, empfangen zu werben.
Sie kam ihm in bem langen^ schmalen Raum, ber mit ben verschiebenartigsten Möbeln, bie irgenb- wo zusammengelesen schienen, sehr reichlich ausgestattet war, erfreut entgegen. «Sie mar roeber schöner geworben noch vorteilhafter gefleibet; bie Bril- lantnnge an ihren Hänben, ben langen Anhänger an ihrem Halse hatte sie auch jetzt nicht abgelegt.
Freb dachte voll Ironie: Wenn bie Ebelsteine echt sinb, hat er ihr immer noch einiges Vermögen gelassen.
Er war äußerst liebenswürdig, sprach von ben schönen, gemeinsam verlebten Stunden in Venedig, beteuerte, me mehr Gelegenheit gehabt zu haben,
mit bem Paar zusammen zu fein. Man hätte sich boch auch in Amsterbam einmal treffen können. Als sie nicht weiter auf das Thema einging, sprach er davon, wie fabelhaft schnell sich Amsterdam in ben letzten Jahren entwickelt hätte, ob sie sich nun schon eingelebt; wenn auch ein Vergleich mit Lon- bon nicht möglich wäre, es ließe sich auch hier leben. Er brillierte förmlich mit Einern glänzenben Englisch, begann, als sie ihm g^ianb, baß sie sich hier immer noch nicht wohl fühlte, allerlei im Lande zu tadeln und englische Einrichtungen zu loben. So schwer es war, bie Frau lebhaft zu machen, es gelang. Sie mochte schon einige Tage allein sein unb war für bie Zerstreuung, bie er ihr bot, wohl dankbar.
Fred erreichte, zum Lunch eingelaben zu werden unb weiter mit ihr ins Gespräch zu kommen. Schließlich, als es sich gerabe einmal ergab, kam er auf ihren Mann zu sprechen.
„Mein Mann hat sich nach Indien eingeschifft. Es wirb eine Zeitlang bauern, bis er zurückkommt", erroiberte sie.
Freb unterbräche einen Seufzer. Das waren ja nette Aussichten. Aber nur nichts merken lassen, immer Herr der Lage bleiben! So bedauerte er nur flüchtig, Herrn van Zoomen wieder nicht angetroffen zu haben. Auch er fei im Begriff, nach Amerika zu reifen, hätte vor seiner Abreise noch gern das Geschäft mit van Zoomen geregelt; es wären noch verschiedene Posten zu begleichen.
Die Frau schien aufzuhorchen. „Das kann nicht sein. Mein Mann hat mir gesagt, daß er alle Geschäfte vor seiner Abreise geregelt hätte."
"Es tut mir leid, Ihnen das Gegenteil erklären zu müssen. Ich habe alle Belege bei mir, aus denen sich ergibt, was er mir noch schuldet."
Das verstehe ich nicht", stammelte sie in sichtlicher Unruhe. „Er hat mich vor seiner Abreise ganz in ben Gang der Geschäfte eingeweiht. Sie müssen wissen, daß ich augenblicklich die alleinige Inhaberin ber Firma bin. Mein Mann will in Indien en neues Geschäft gründen. Er wollte sich ganz stei für die Ausgabe wissen und überließ mir aus bem Grunbe das hiesige Geschäft, nachdem er — wie er mir erklärte und zeigte — alle Rechnungen beglichen hatte."
Es wurde Fred schwer, fein Erstaunen nicht zu verraten. Was war das? Er sah plötzlich die wegwerfende Handbewegung van Zoomens, hörte das kichernde Lachen:
„Meine Frau ist ein Kind, sie glaubt an mich 77 selsenfest glaubt sie an mich." Sollte er nicht hier einem Betrug van Zoomens und seiner Frau gegenuberstehen? Sie war wohl immer nur fein Spielball gewesen.
®r zwang sich zur Ruhe, obwohl die Erregung über ihn kam. Sie erklärte sich sofort bereit, die öacf>e zu prüfen. Sie bat, sich bis zum Nachmittag zu gedulden.
Fred verabschiedete sich. Er lief planlos in Amsterdam herum unb wußte nicht recht, was er mit feiner Zeit beginnen sollte.
..Am späten Nachmittag ftanb er in den Büroräumen van Zoomens. Frau van Zoomen schien sehr aufgeregt, rote Flecke brannten auf ihren Wangen; ihre Hände zitterten leicht, aber sie nahm sich zusammen. Sie sagte mit etwas tonloser, aber vollkommen ruhiger Stimme: „Mein Mann muß Sie vergessen haben, Herr Morland. Mein Geschäftsführer kommt auf den gleichen Betrag wie Sie. Ich habe Ihnen einen Scheck ausgestellt."
Fred glaubte weder recht zu hören, noch zu sehen, aber er fühlte den Zettel in seiner Hand. Es war wirklich ein Bankscheck, ausgefüllt und unterschrieben von ihrer Hand.
Er dankte, ließ den Zettel lässig in seiner Brieftasche verschwinden, verabschiedete sich höflich und ging.
Er fühlle sich etwas benommen im Kopfe, als er wieder auf der Straße ftanb, ließ sich von bem Menschenstrome mitschieben, ber ihn umfing, und begriff immer noch nicht recht, was geschehen war. Merkwürdig, dachte er endlich, daß auch Glück verwirren kann! Aber darf ich schon von Glück sprechen? Wer weiß, ob die Bank den Scheck ein- lost! Es sollte mich übrigens wundern ...
Es war schon zu spät, um noch nach der Bank gehen, zu können. Fred verbrachte eine recht schlechte Nacht; er konnte sich nicht erinnern, jemals um eines Geschäfts willen so schlecht geschlafen zu haben. So riesengroß die Hoffnung, das Geld nicht verloren zu sehen, zuweilen in ihm aufstieg — er glaubte nicht an die Einlösung bes Schecks.
Er war einer ber ersten, ber am nächsten Morgen die Bank betrat. Er sah ben Zettel verschwinden. Eine enblose Spanne Zeit schien zu vergehen, ohne baß sich jemanb um ihn bekümmert hätte.
Er bachte bitter, baß bas Glück wohl zu groß wäre, ßianes Haus roieber schulbenfrei zu wissen; benn bas ftanb bei ihm fest, baß er dieses Geld in ber Hauptsache zur Löschung ber Hypothek benutzen würde.
In diesem Augenblick näherte sich ein Herr bem Schalter: „Der Scheck geht in Drbnung. Sie wünschen ben Betrag auf ihr Konto überwiesen zu bekommen?"
Fred atmete auf. Eine große, stille Freude kam über ihn. Der Anfang der Reise ist gut?, dachte er aufatmend. Nein, sie soll nie vor ihrer Freundin Irene zurückstehen — die kleine Liane...
Noch bevor er sich einschiffte, schrieb er an Kurt: "Äch bitte augenblicklich die Löschung der Hypothek zu veranlassen, das Geld steht jederzeit zu Ihrer Verfügung. Im beiderseitigen Interesse ist es wohl am besten, in Zukunft auf eine weitere Geschäftsverbindung zu verzichten."
* (Forystzung fotzt ß)
** Eine NU
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SA auch auf dem stc ser müssen ihre lich abgestempe
** Der - Rundfunkt« am Sonntag, 1 jedermann bete, Meldung erfordc Kreisgruppe M schränkt ist. Dm die Teilnehmer Marburg in M früh gegen 6.30 M Äerdams flußabwärts au Koblenz bis nach zug geht abend zurück, wo geger beachte die Anzc gäbe.
** Der Du (Deutscher Vstb Köhler" seine fang ab. In Vereins sichrer schall Polens Nach der Be wurden die ers stimmungs - Eri Die Werbung gungen wirkt f Äi der breiwöd, Ostpreußen liegt von flitytnitgliel Fahrt wird Gele« drnkmal in Allen zu besuchen. In Lereinssührer ei westdeutsche Lan! an der auch ßai teilgenommen hl Hinweis aus bi« ostdeutschen hei wirtschaftlicher verbände mott größter Schickse deutschen Osten zugefügt hat. l an die angesta pflichtung jede- soll die heima Verständnisses ander und der gemeinsame ? Monats soll ii der Landsleute stattfinden. Mi s«hen Heimat, Dm deutschen beschlossen. Dei N und ein ac Ab-nd einen e
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