Ausgabe 
21.5.1935
 
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Aerzteschaft, allen Behörden und Körperschaften, insbesondere den Organisationen der NSDAP, durchführen, und wenn sie, ohne das gesundheitliche Einzelschicksal zu vernachlässigen, die Maßnahmen in den Vordergrund stellen, die fürdiegesamte Volksgemeinschaft von Nutzen sind. Nicht nur der Aufbau, sondern auch der Inhalt des öffent­lichen Gesundheitsdienstes wird demgemäß durch das erwähnte Gesetz grundlegend geändert."

Frage:Neben der allgemeinen Ueberwachung und Förderung des Volkslebens in rassischer und gesundheitlicher Hinsicht betreuen Sie, Herr Mini­ster, lm besonderen die körperliche Ertüchti­gung des deutschen Volkes durch Pflege der Leibesübungen. Ich denke hier vor allem an die Zusammenfassung der deutschen Turn- und Sportoerbände unter dem Reichssportführer und an die großen Aufgaben, die die Vorbereitung tier Olympischen Spiele stellt. Würden Sie, Herr Minister, auch hierüber mir einige grundsätz­liche Erläuterungen geben?"

Der Minister:Sie unterscheiden ganz richtig zwischen der dauernden Aufgabe, die die nachhaltige Pflege der Leibesübungen als eines der wichtigsten Kulturgüter im neuen Staat stellen und den beson­deren Aufgaben, die mit der Olympiade 1936 ver­bunden sind. Um die früher auf dem Gebiet der Leibesübungen außerhalb der Schulen herrschende weitgehende Zersplitterung zu beseitigen, habe ich bereits vor zwei Jahren Herrn von Tschammer und O st e n die Führung der gesamten deutschen Turn- und Sportbewegung übertragen und ihn beauftragt, einen einheitlichen Aufbau der Leibesübungen nach nationalsozialistischen Grund­sätzen durchzuführen. Die Gründung des alle Turn- und Sportoerbände umfassendenR e i ch s b u n - des für Leibesübunge n", die Leitung des SportamtesKraft durch Freude" und des Sportreferates in der O b e r st e n S A. - F ü h - r u n g, die Uebernahme der Führung des gesamten Pferdesportes durch den Reichssportführer und die Anbahnung enger Beziehungen zu den sonstigen

Gliederungen der Bewegung find' beachtliche Fort­schritte auf dem Wege einer organischen Zusammen­fassung des deutschen Sports. Noch wichtiger ist aber vielleicht die gewaltige Verstärkung und Vorberei­tung des lebendigen Sportbetriebes, die vor allem im letzten Jahr unverkennbar eingesetzt hat.

Der Bau des riesigen Reichssportfeldes mit modernsten Kampf- und Uebungsanlagen für alle Sportarten, mit demHaus des deutschen Sports" als Sitz der Sportverwaltung und der geplantenReichsakademie für Leibes­übungen" als Mittelpunkt der gesamten Turn- und Sportlehrerfortbildung bedeutet ein unvergleich­liches Geschenk des Führers an die deutsche Turn- und Sportbewegung. Er schafft zugleich einen wür­digen Rahmen für die Abhaltung der Olympi­schen Spiele in Deutschland. Wir arbeiten Hand in Hand mit den Architekten der Reichsbauverwal­tung, den Sportfachleuten, Gartenkünstlern und Bildhauern mit allen Kräften daran, alle die Bau­vorhaben in Berlin, Grünau, in Garmisch-Parten­kirchen und in Kiel so rechtzeitig fetigzustellen, daß sie vor den Olympischen Spielen noch bis ins Letzte durchgeprobt werden können. Danebey läuft die Unterstützung der Organisationskomitees der Olym­piade in der technischen Vorbereitung der Spiele selbst, die ja Tausende von in- und ausländischen Sportlern und viele Zehntausende von Besuchern an die olympischen Stätten führen werden. Der Reichssportführer hat die verantwortliche Sonder­ausgabe, die nationale Mannschaft so auszuwählen, daß wir 1936 bei dem Wettkampf der Nationen in Ehre bestehen können. Der Herr Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda unterstützt das große Werk in entscheidender Weise dadurch, daß er den olympischen Gedanken dem Herzen des deut­schen Volkes nahebringt und dadurch jene fportfreu- dige Stimmungen schafft, die nicht nur für die Er­zielung von Spitzenleistungen, sondern auch für eine dauernde Förderung des deutschen Turn- und Sport­wesens wichtig ift.'Y

Wirtschaft.

Oie Industrie- und Handelskammer Gießen ßiOf Auskunft:

E. 798: Einzug von Kupons ausländischer Wert­papiere.

E. 799: Holzkistchen für Postpaketfendungen nach Chile unzulänglich.

E. 800: Erhöhung der Danziger Postgebühren im Verkehr mit Deutschland.

E. 801: Deutsche Post wird versuchsweise zuschlagfrei durch Luftpost nach Großbritannien beför­dert.

E. 802: Aenderung der französischen Bestimmungen über den Ursprungsbezeichnungszwang für Waren aus Kautschuk.

E 803: Die Deutsche Handelskammer ,in der Schweiz, Zürich, hat das von ihr veröffentlichte Ver­zeichnis der Einfuhrbeschränkungen wegen der in letzter Zeit eingetretenen Aenderungen neu herausgegeben. Das Verzeichnis kann zum Preise von 2,50 Fr. (bzw. 2,20 RM.) von der Deutschen Handelskammer in Zürich, Löwenstraße 20, oder Basel, Elisabethen- straße 42, bezogen werden. Preis für Mit­glieder der Kammer 1 Fr. (bzw. 1 RM.).

Die Lage des deutschen Bergbaues im Apri!.

Gemessen an den arbeitstäglichen Gewinnzahlen ergibt sich im deutschen Steinkohlenberg­bau gegenüber dem Vormonat insgesamt eine ge­ringe Zunahme der Förderung (1 o. H.), die sich allerdings nur auf den Ruhr-, den Aachener und den Saarbezirk erstreckt, während Oberschlesien, Niederschlesien und Sachsen einen kleinen Rückgang verzeichnen. Die Steigerung gegenüber dem Vor­jahre beträgt 14 v. H. Bei etwas höherer Beleg­schaft verringerten sich durchweg die Feierschichten. Die Haldenbestände nahmen um ein geringes zu.

Der Braunkohlenbergbau steigerte feine arbeitstägliche Rohkohlengewinnung gegenüber dem Vormonat um 2,4 v. H., feine Briketterzeugung um 3,6 v. H.

Die günstige Lage im Eifenerzbau hielt an.

Dem Metallerzbau brachte Der April zwar eine Erhöhung der Richtpreise, doch liegen die Meßziffern gegenüber dem letzten Dorkriegsjahr noch sehr tief.

Erdölgewinnung im April: 33 430 Ton­nen bei 3612 Mann Belegschaft.

Rhein-Mainische Mittagsbörse.

Uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 20. Mai. Die Rhein- Mainische Börse, die ab heute eine beachtliche Be­reicherung des Kurszettels aufweist, eröffnete zum

Wochenbeginn in zwar uneinheitlicher, doch über­wiegend noch fester Haltung, wobei seitens der Kundschaft die Aktienmärkte bevorzugt wer­den. Es lagen wieder eine Reihe kleiner Aufträge vor, die meist aus Abgaben der Banken und zum Teil auch wieder der Kulisse befriedigt wurden, so daß ein stärkerer Kursauftrieb nicht zu verzeichnen war. Mit starkem Interesse erwartet man die mor­gige Regierungserklärung. Im Durchschnitt ergaben sich bei allerdings merklich verminderter Geschäfts­tätigkeit Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Von den neuen Werten setzten ein: BMW. 131 (Berliner Schlußkurse vom Samstag 129,50), Feldmühle Papier 126,50 (127), Berger Tiefbau 123,50 (122,75), RWE. fest mit 125,65 (123,40) und MUAG. mit 72,75 (73). Am Montanmarkt gewannen Bude­rus 0,13 o. H., Klöckner 0,90 v. H., Mansfelder aus die mit Sicherheit zu erwartende Dividende von 5 v. H. 1,13 o. H., Rhein. Braunkohlen 2 o. H. Am Chemiemarkt zogen Scheideanstalt 1 v. H., Deutsche Erdöl 0,65 v. H., Rütgerswerke 1,25 v. H. an, IG. Farben lagen unter Schwankungen mit 149,65 bis 149,75 bis 149,50 behauptet. Don Elek­troaktien waren Felten auf die günstige Geschäfts­entwicklung weiter gesucht und 2 o. H. fester, Ges- fürel gewannen 0,75 v. H., Thür. Lieferung 1 v. H. AEG. und Schuckert lagen behauptet, während Siemens 2,25 o. H. und Licht & Kraft 1 v. H. nachließen. Schwächer lagen Zellstoffwerte, Aschaf­fenburger 87,75 (89,50), Waldhof 116,65 (117,50). Stärker rückläufig lagen Deutsche Linoleum mit 160 (163). Gesucht waren AG. für Verkehr mit 86,50 bis 87,25 (86) und Bank für Brauindustrie mit 120,50 (118,50). Sonst setzten noch ein Reichs­bank, Moenus Maschinen, Metallgesellschaft, West- deutsche Kaufhof und Schiffahrtswerte behauptet, dagegen gaben Daimler, AKU. und Hanfwerke Füssen je 0,25 v. H. nach.

Am Rentenmarkt war das Geschäft war klein, die Kurse vermochten sich aber meist leicht zu befestigen. Altbesitz plus 0,13 o. Sy, späte Reichs­schuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine je plus 0,25 v. Sy, Kommunal-Umschuldung plus 0,10 d. H., nur Reichsbahn-VA. gaben 0,25 v. Sy nach. Don fremden Werten waren Rumänen gesucht und fest bei Kurserhöhungen bis zu 0,50 v. Sy

Im Verlaufe war die Haltung wohl uneinheitlich, doch konnten sich die vorübergehend etwas schwäche­ren Kurse wieder allgemein befestigen und zwar um durchschnittlich 0,50 v. H. Das Geschäft wurde durchweg etwas lebhafter, größeren Umsatz hatten RWE. sowie Stahlverein und Mannesmann und AG. für Verkehrswesen, letztere zogen bis 87,50 an. Etwas niedriger lagen AEG. und IG. Farben, ferner Zement Heidelberg und Eßlingen Maschinen.

Die Rentenmärkte traten später wieder etwas zurück, die Kurse blieben aber unverändert. Am Psandbriefmarkt waren Liquidations - Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen zumeist etwas höher.

Stadtanleihen notierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Industrie-Obligationen lagen sehr ruhig. Von Ausländern blieben Rumänen weiter fest, Mexikaner lagen voll behauptet, 5 v. Sy Bos­nier 16 (15,25). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.

. Abendbörse: fest.

Die feste Haltung des Mittagsverkehrs erhielt sich auch an der Abendbörse, da seitens der Kulisse wei­tere Rückkäufe vorgenommen wurden. Von der Kundschaft lagen größere Aufträge nicht vor. Bei oerhältnismäßlg lebhaften Umsätzen tagen die er­höhten Mittagsschlußkurse im großen und ganzen gut behauptet. Scheideanstalt zogen um 1 v. Sy auf 223, Stahlverein auf 83,13 (82,65), Zellstoff Wald­hof auf 118,25 (117,75) an. Schuckert gaben dagegen auf 116 (Berliner Schlußkurs 117) und Deutsche Erdöl auf 111,50 (112) nach. Größeres Interesse zeigte sich später für Autowerte. Daimler 91,75 (91,50), im freien Markt bis 92, Adlerwerke Kleyer 92,75 dis 93 (92,50). Höher lagen ferner BMW. 132 (131,50), RWE. 126 (125,65), dagegen Berger Tief­bau 123 (123,25).

Der Rentenmarkt war ebenfalls freundlich, die Umsätze erreichten aber fein besonderes Ausmaß. Zinsvergütungsfcheine erhöhten sich auf 90,15 (90,10), Altbefitzanleihe, späte Schulbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung lagen voll behauptet. Von fremden Werten lagen Rumänen weiter fest, da­neben waren im Freiverkehr Dorkriegs-Russen wie­der beachtet. 4prozentige Schweizer Bundesbahn zogen auf 178 (177) an. IG. Farben-Bonds gewan­nen 0,50 d. Sy auf 130,25, Rhein. Hyp. Liquidation 0,13 d. Sy auf 101,25.

U. a. notierten: Altbesitzanleihe 115,65, 6 v. H. Stahlverein 101,50, Reichsbahn-DA. 119,75, IG. Farben-Bonds 130,25, 5 v. Sy Rumänen 6, 4 v. Sy Rumänen 5,13, 5 v. Sy innere Mexikaner 6,50, Braubank 120, Commerzbank 92, DD.-Bank 93,25, Reichsbank 162,50, Buderus 103,40, Harpener 108,25, Ilse Genuß 131,50, Kali Aschersleben 123, Mannesmann 82,65, Mansfelder Bergbau 115, Stahlverein 82,75 bis 83,13, AKU. 53,40, AEG. 39,65, Bayr. Motoren 132, Bekula 135,75.

Frankfurter Schlachtvlehmarkt.

Frankfurt a. M., 20. Mai. Auftrieb: Rinder 988 (gegen 1203 am letzten Montagsmarkt), darunter 187 Ochsen, 88 Bullen, 503 Kühe und 210 Färsen. Kälber 502 (699), Schafe 28 (25), Schweine 3676 (3800). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 (am 13. Mai 42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 39 bis 40 (38 bis 40), d) 35 bis 38 (). Bullen a) 41 bis 42

(42), b) 38 bis 40 (39 bis 41), c) 35 bis 37 (35

bis 38), d) (30 bis 34). Kühe a) 39 bis 42 (40

bis 42), b) 33 bis 38 (34 bis 39), c) 25 bis 32

(27 bis 33), d) 18 bis 24 (20 bis 26). Färsen a) 42 (42), b) 40 bis 41 (41 bis 42), c) 36 bis 39 (39 bis 40), d) 32 bis 35 (). Kälber Sonderklasse (), andere a) 59 bis 63 (57 bis 60), b) 51 bis 58

(49 bis 56), c) 42 bis 50 (40 bis 48), d) 30 bis 41 (30 bis 39). Hämmel b2) 38 (39 bis 40), c) 32 bis 35 (). Schafe g) 22 bis 24 (). Schweine a2) 47 bis 50 (48 bis 50), b) 46 bis 50 (46 bis 50), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 42 bis 48 (42 bis 48), e) 35 bis 43 (39 bis 43), f), gl) 42 bis 46 (41 bis 46), g2) 36 bis 41 (35 bis 40). Markt- verlauf: Rinder lebhaft, Kühe ruhig, Ueberstand. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Schafe schleppend, Ueberstand. Schweine ruhig, nahezu ausverkauft. Ueberstand: 3 Bullen, 30 Kühe, 11 Schafe, 10 Schweine.

Großhandelspreise für Fleisch und für Fe11waren. Beschickung: 685 Viertel Rind­fleisch, 41 ganze Kälber, 1 Hammel, 158 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullen­fleisch b) 68 bis 74. Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 52. Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fett­waren: roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverkauf: ruhig.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 20. Mai. Für Brotgetreide hat sich die Lage etwas gebessert, die Handelspreise vermochten sich leicht zu erhöhen. Das Angebot ist nicht mehr sehr dringend, insbesondere für Roggen hat es nachgelassen. Größere Käufe der Mühlen fanden mit Rücksicht auf das immer noch kleine Mehlgeschäft, das sich fast nur auf den Abruf der alten Schlüsse beschränkt, nicht statt. Hafex und Futtergerste waren nur in geringen Mengen am Markt. Außerdem bestand für ölhaltige Futter­mittel, sowie für Kleie bei ungenügendem Ange­bot noch starke Nachfrage; leichte Futtermittel blie­ben reichlich angeboten. Heute wurden 38 600 Kilo­gramm Weizenkleie-Melasse versteigert. Die je 50 Kilogramm 4 bis 4,30 Mark erbrachten.

Es notierten: Weizen W 9 210, W 13 214, W16 218, Roggen R9 170, R13 174, R15 178, Groß­handelspreise der Mühlen des genannten Preisge­biets. Futtergerfte 09 172, G11 175, G12 177, Hafer H13 170, H14 172, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl, Type 997, R13 23,80, Type 815, R 13 24,30, Type 997, R15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W13 10,92, W 15 I 11,13, Roggenkleie R13 10,20, R15 10,44, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Soya- schrot 13, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Fabrikpreis ab fübb. Fabrikstation. Treber 18,50, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Heu 10, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 4,80 bis 5.

Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 3,10. Tendenz fest.

Zertifizierung deutscher Auslandsbonds.

Im Reichsanzeiger vom 15. Mai ist eine Bekannt­machung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Zertifizierung deutscher (ausgenommen saarländischer) Auslandsbonds veröffentlicht wor­den. Am gleichen Tage wurde eine zweite Bekannt­machung über den Tausch von Wertpapieren im Auslande herausgegeben.

Die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe hebt in einem Rundschreiben Nr. 72 zu diesen Be­kanntmachungen hervor:

1. Zertifizierung per 10. INai 1935.

a). Im Gegensatz zu den früheren Zertifizierunas- verfahren ist kein zurückliegender Stichtag gewählt. Vielmehr können alle Stücke zertifiziert werden, die einem Inländer am 10. Mai 1935 gehören und nicht an Ausländer verpfändet ober zur Sicherheit über­eignet sind. Ausnahmen sind in Ziffer 3 des Er­läuterungsschreibens hervorgehoben, insbesondere werden die auf Grund einer Durchhandelsgenehmi­gung und die im Zusatzausfuhrverfahren erworbe­nen Stücke von 'ber Zertifizierung ausgeschlossen, ba biefe Stücke alsbalb an eine anbere Stelle wei­ter veräußert unb aus bem Verkehr gezogen werben sollten. Nach ber Rückglieberung bes Saargebietes finb bie Saarlänber, da sie jetzt Inländer sind, gleichfalls berechtigt, ihren Besitz an deutschen Aus­landsbonds zur Zertifizierung anzumelden, b) Die Anmeldung hat bis zum 15. Juni 1935 durch Ver­mittlung einer Bank bet einer Efftktengirobank zu geschehen. Für den Antrag sind Vordrucke vorge­sehen, die bei den Effektengirobanken erhältlich sind, c) Wir betonen nochmals, daß die von saarländi­schen Schuldnern ausgestellten deutschen Auslands­bonds nicht zertifiziert werden können. Dabei han­delt es sich um etwa 50 Anleihen, die in ber Finanz- preffe genannt werden, d) Geht ein Zertifikat ver­loren, so kann diejenige Effektengirobank, die es ausgestellt hatte, auf Antrag ein Ersatzzertifikat unter neuer Nummer ausfertigen, e) Die Aufstel­lung einer Gefamtliste kommt diesmal nicht in Be­

tracht, da bie Lifte mit Rücksicht auf bie laufenbe Zertifizierung (Ziffer 2) ftänbigen Veränberungen unterworfen fein würbe, f) Die Befreiung der zer­tifizierten Stücke von den Beschränkungen des §22 Dev.-G. tritt mit der Ausstellung des Zertifikats ein, eine Sperrfrist ist auch diesmal nicht vorgesehen.

2. Laufende Zertifizierung.

Zertifiziert werden können künftig auch solche deutschen Auslandsbonds, die im Rahmen genehmi­gungsfreier Tauschgeschäfte gemäß Richtlinien II, 62 1b gegen zertifizierte Auslandsbonds aus dem Auslande erworben werden. Nach der Bekannt­machung über den Tausch von Wertpapieren im Auslande vom 6. Mai 1935 ist genehmigungsfrei nur noch derjenige Tausch, dem die Deutsche Golddis­kontbank vorher zugestimmt hat. Infolgedessen muß die Effektengirobank außer bem Nachweis, daß die Zertifikate der im Tausch veräußerten Bonds an bie Devisenstelle abgeliefert worben finb, auch noch ber Nachweis erbracht werden, daß bie Deutsche Golbbiskontbank bie Zustimmung zum Erwerb ber zu jertifhierenben Bonbs im Tauschwege ausge­sprochen hat. Die Vorbrucke ber Cffektengirobanken werden vorfehen, daß ber Bescheib der Deutschen Golddiskontbank über bie Zustimmung bem Antrag beigefügt wirb.

3. Tauschgeschäfte nach dem 10. Mai 1935.

Die Inhaber ber Stücke finb nicht gehindert, bis zum Ablauf ber Frist vom 15. Juni 1935 ihre alten Stücke zu Tauschgeschäften im Auslanb zu verwen­den, selbstverständlich nach Einholung der Zustim­mung der Deutschen Golddiskontbank. Die Reichs­stelle für Devisenbewirtschaftung hat sich damit eiy- verstanden erklärt, baß bie im Tausch zu erhaltenben Stücke zertifiziert werben, sofern bie Voraussetzun­gen für bie Zertifizierung bei ben im Tausch weg- gegebenen Stücken Vorlagen. Der Antrag muß in­nerhalb ber Frist bei einer Effektengirobank gestellt sein, jeboch können Nachweise und Stücke nachträg­lich eingereicht werben.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Dividenbe an. Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. Sy

Frankfurt 0.211.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend« börsc

Schluß­kurs

Schlußk. Mntag- börse

Datum

18.5

20-5

18.5.

20.5.

6% Deutsche NeichSanlethe b. 1927

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

100

100

100,25

100,25

96,7

96,6

96,7

96,8

&/2% Doung-Anleihe von 1930 ..

102,75

102,5

102,75

102,3

Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit

Auölos.-Rechten .............

115,5

115,65

115,65

**/% Deutsche Relchspostschatzan-

Weisungen von 1934, I.......

6% et)cm.8% Hess. Bolköstaat 1929

100,3

100,4

100,4

100,3

(tüdjafjlb. 102%) ............

98,25

98,25

99,25

98,5

*¥i% ehem. Hessische Landesbank

Darmstadt Gold R. 12........

96,25

96

96

6y2% ehem. Hess. Landcs-Hypo-

chekenbank Darmstadt Ltout ...

100,25

100,4

_

_

V/i*7o ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverschr. R. 6

92

92

_

Oberhessen Provinz-Anleihe mtt

Auelos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. Aw

124

124

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

115

115,13

115,25

115,13

4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96,13

96,25

96,4

96,5

6y2% ehem. 4yt% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......

100,5

100,4

6y2% ehem. 4y,% Rheinische

Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe.....

101

101,25

101,75

101,5

4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand­briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

96,75

96,75

96,75

96,75

4/2% ehem. 7% Pr.LandcSpfand-

briefanst., Gold Komm. Obl.VI

96,75

96,75

96,75

96,75

Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39

106,2

106,25

106,2

106,25

4% Oesterretchische Goldrente....

_

32,5

_

4,20% Oesterretchische Stlberrente

1,4

1,4

1,4

*% Ungarische Goldrente.......

J,6

8,45

8,5

8,4

4% Ungarische Staatsrente b. 1910

8,2

8

8,2

7,85

*y2% deögl. bon 1913..........

8,25

8,45

8,65

8,4

6% abgest. Goldmexikaner bon 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

14,25

14

14,25

14,13

Serie i.....................

9,W

9,15

Frankfurt 0. M

Serlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag­börse

Datum

185-

20 5

18.5-

20.5.

4% desgl. Serie 11 .............

9,75

9,75

6% Rumän. bereinh. Rente b. 1903

5.6

6

5,65

5,9

4y2%Rumän.veretnh.Rentev.l91Z

8,25

7,65

8,15

4% Rumänische bercinh. Rente ..

4,7

5,13

4,85

5

2 %% Anatolier ...............

39 65

38.9

Hamburg-Amerika-Paket .....0

33

33,25

33,4

33,13

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

27

-

Norddeutscher Lloyd .........0

35

35

35,25

35

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

86

88

85,75

88

Berliner Handelsgesellschaft ... 5

111.5

114

113

114

Commerz, und Prlvat-Bank ... 0

91,75

93

91,5

91,75

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................0

92,75

93,25

92,75

93,25

Dresdner Bank..............0

92,75

93,25

92,75

93,25

Reichsbank ........ 12

162,65

162,5

162

162,25

A.E.G......................0

39,5

39,65

39,65

39,75

Bekula.................... 10

135

135,75

135,25

135,9

Elektr. Lteferungsgesellschast... 5

109,5

109

108,25

108,75

Licht und Kraft ...........6y2

127,4

127

127,5

127,5

Felten & Guilleaume.........0

98,5

102,25

98,75

102,75

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

126,5

126,5

127,13

126,5

Rheinische Elektrizität ........5

130,75

130,5

130,75

130

Nhein. Wests. Elektr.......... 6

126

125,65

Schuckert L Co............... 4

115,4

116

115,5

117

Siemens 8 Halske............ 7

166.4

165,5

165

166

Lahmeyer L Co..............7

129,25

128

127,5

128

102

103,4

104.5

103,9

Deutsche Erdöl 4

111,75

HL5

112

Ü2

Gelsenkirchener.......... 0

Harpener...................0

109,25

108,2?

108,75

108

Hoesch EisenKöln-Neuessea .. 0

97,9

98

Ilse Bergbau ............... 6

162

162

162

161

Ilse Bergbau Genstfts........ 6

132,5

131,5

132,25

131,75

Möcknerwerke.......... 8H

Mannesmann-Röhre» 0

93,5 81*5

94,4

8^68

W

M.g

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- fürs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag- börse

Datum

18.5-

20.5

18.5-

20-5.

ManSselder Bergbau......... 8

Koksmerke..................5

Phönix Bergbau.............0

Rheinische Braunkohlen ..... 12

Rheinstahl ................3 y2

Vereinigte Stahlwerke........0

Otavt Minen ...............0

Kaliwerke Aschersleben........5

Kaliwerke Westeregeln........5

Kaliwerke Salzdetfurth.....?ya

I G. Farben-Jnbustrte.......7

Scheideanstalt......... 9

Goldschmidt ................ 0

Rütgerswerke....... 4

Metallgesellschaft..............

Philipp Holzmann...........0

Zementwerk Heidelberg ......5

Lementwerk Karlstadt.........4

Schultheis Patzenhoser .......4

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg....................

Zellstofs Waldhos............0

Zellstoff Aschaffenburg .......0

Dessauer GaS ........... 7

Daimler Motoren...... 0

Deutsche Linoleum........... 6

Orenstein L Koppel.......... 0

Westdeutsche Kaufhof......... 0

Chade................. 0

Accu m ul atoren-Fabrü.......18

Conti-Gummi...............8

113,25

226

111

82 19,75

119,5 164

149,5 221

99,4 113,5 103,5

93,25

53,5 115

117,5

89,5

90,25 163

34J) 300

154

115

228,5

111,25

83

19,75 123 121

164

149,75 223 100

115

103,5

95

117,25

53,4 116

118,25 87,75

91,75 160

35 301

169,25 154,5

113,75 118,75

229

112

81,9

20 121 120 164

149,5

99,25

114 103,75

109,5 53,65 116,5 117,75

88 129,75 90,4 162,5 86,75

34,9

300 169 155

114,75

119,13

229,75

111,65

82,65

19,5

123

120,5

165

149,65

100,5

115

104

94,9

110

53,5

114,25

118

88,4

130,9

91,5

160

87,25

35,5

303

169,5

156

SBSMüEä 'XI631 «U

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Banknoten.

18.Mai

20-Mai

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

»rief

Geld

Dries

Buenos Aires

0,658

0,662

0,658

0,662

Brüssel.....

41,98

42,06

41,98

42,06

Rio de Jan. .

0,164

0,166

0,159

0,161

Sofia ......

3,047

3,047

Kopenhagen.

54,59

54,69

54,64

54,74

Danzig.....

46,77

46,87

46,77

46,87

London.....

12,225

12,255

12,235

12,265

Helstngfors..

5,39

5,40

5,395

5,405

Parts ......

16,365

16,405

16,365

16,405

Holland ....

168,23

168,57

168,25

168,59

Italien.....

20,53

20,57

20,53

20,57

3 ab an......

0 719

0,791

Jugoslawien.

5'649

5,661

5,'649

5,661

Oslo..... :

61,45

61,57

61,50

61,62

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,10

11,12

11,11

11,13

Stockholm...

63,05

63,17

63,11

63,23

Schweiz ....

80,32

80,4!

80,32

80,48

Spanien....

33,93

33,99

33,93

33,99

Prag.......

Budapest ...

10,35

10,37

10,345

10,365

Neu York ....

2,486

2,490

2,486

2,499

Berlin, 20-2D7ai Amerikanische Notes..............

Belgische Noten Dänische Noten ............

Englische Noten ...............

Französische Noten Holländische Noten ............. Italienische Noten.............

Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten at*........**

Ungarische Koten

Geld 2,438 41,82 54,43 12,20 16,305 167,83 19,92 61,29

62,89

80,09 33^6

Bries

2,458

41,98

54,65

12,24

16,365

168,51

20,00

61,53

63,15

80,41