nossen.Die Angeklagte S)oja O tun s wurde zu fünf Jahren Zuchthaus und 3000 Mark Geldstrafe verurteilt, der Angeklagte Jzaks Rappaports erhielt 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 3000 Mark Geldstrafe, die Angeklagten Moduchs Rubanenko und Schmul S v i r f k i s erhielten ebenso wie die 10 übrigen Angeklagten je 3 Jahre Zuchthaus und 2000 Mark Geldstrafe. Durch das energische und schlagartige Zugreifen der Zollfahndungsstelle gelang es im September 1934, diese wohlorganisierte lettische Bande festzunehmen. Die Schiebungen wurden auch hier nach altbewährtem Muster durchgeführt. Ebenso wie in zahlreichen anderen Fällen standen als Drahtzieher ostjüdische Kreise und Banken, die im Auslande ihren Sitz haben, hinter der ganzen Schiebungsaktion. Die Angeklagten waren als harmlose Vergnügungsreisende getarnt nach Deutschland gekommen, um von hier aus im Sinne ihrer Auftraggeber Vermögenswerte über die Grenzen zu schaffen.
Das größte französische Wasserflugzeug durch Feuer schwer beschädigt.
Das größte französische Wasserflugzeug .Leutnant Paris", das zunächst für den Südamerika-Dienst bestimmt war und später möglicherweise für den Nordamerika-Dienst eingesetzt werden sollte, ist durch einen Brand teilweise z e r st ö r t worden. Der Aparat, der in Bißcarofse bei Bordeaux vor Anker lag, sollte am Mittwoch vor dem französischen Luftfahrtminister Schauflüge unternehmen. Am Sonntag ereignete sich jedoch angeblich Kurzschluß, und im Nu stand der rechte Flügel in Flammen und verbrannte vollkommen. Die übrigen Teile des Flugzeuges sind unbeschädigt geblieben.
Furchtbare Pulverexplosion in Argentinien. — Fünf Tote, sechs Schwerverletzte.
In der Nähe der Ortschaft Jngeniero Jacobacci im Territorium von Rio Negro (Argentinien) ex- plädierte ein Eisenbahnwaggon, der 5000 kg Sprengpulver enthielt. Dabei wurden fünf Arbeiter getötet und sechs schwer verwundet. Der Waggon, der zu einem Transportzug gehörte, wurde vollkommen zerstört. Die Ursache der Explosion ist vorläufig nicht bekannt. Die Unglücksstätte bietet ein Bild grauenhafter Zerstörung, viele hundert Meter von den Gleisen entfernt fand man noch Teile des Eisenbahnwagens sowie Reste von zerfetzten menschlichen Körpern.
Sechs Tote, 17 verletzte bei einem Aulobusunglück in Argentinien.
Ein schweres Autobusunglück ereignete sich in der argentinischen Ortschaft Aguilares (Provinz Tucuman). Ein vollbesetzter Autobus mit Besuchern eines Fußballwettspieles stürzte in voller Fahrt um. Sechs der Mitfahrer wurden getötet und 17 mit teilweise schweren Verletzungen in das Krankenhaus geschafft.
800 Tote bei dem Grubenunglück in Schantung.
Nach Angaben der Zeitpng „Schun Pao" hat sich nunmehr die Zahl der ums Leben gekommenen Bergleute bei dem schweren Grubenunglück bei Tßetschuan auf 8 0 0 erhöht. Eine Rettung der noch im ersoffenen Schacht verbliebenen Bergleute ist ausgeschlossen, da die Rettungsmannschaften an die vergasten Schächte nicht vordringen können, zumal die Stollen zerstört und die Pumpen außer Betrieb gesetzt sind. Durch die Grubenkatastrophe sind 3000 Bergleute arbeitslos geworden.
Neue Wirbelstürme in den vereinigten Staaten.
Nachdem, wie bereits gemeldet, in Nordtexas und Oklahoma 20 Personen durch Wirbel st ürme getötet wurden, wurden am Montag auch Teile der Staaten Arkansas, Tennessee, Alabama, Louisiana und Mississippi von Wirbelstürmen verheert. Aus den betroffenen Gebieten werden bisher drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte sowie ungeheurer Sachschaden gemeldet. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten verschiedene Ortschaften. Der in Texas und Oklahoma durch die Wirbelstürme und Ueberschwemmungen verursachte Sachschaden wird auf drei Millionen Dollar geschätzt.
Lastautos vom Güterzug überrannt. — Drei Tote, zwei Schwerverletzte.
Ein folgenschwerer Kraftwagenunfall ereignete sich an einem Bahnübergang bei Tournus an der Strecke Paris—Marseille. Da der Schrankenwärter die Schranke nicht geschlossen hatte, wurde ein Lastkraftwagen von einem Güter- zug überfahren und zertrümmert. Dabei ex-
plädierte die Ladung des Kraftwagens, die aus 350 Flaschen flüssiger Gase bestand. Die Lokomotive des Zuges war sofort völlig in Flammen gehüllt. Der Lokomotivführer und der Heizer, sowie der Kraftwagenführer verbannten bei lebendigem Leibe. Der Zugführer und ein zweiter Insasse des Lastkraftwagens erlitten schwere Verletzun- g e n. Der Schrankenwärter wird sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben.
Neues sowjelrussisches Kleinlustschiff.
Dieser Tage hat nach einer Meldung der „Prawda" auf der Moskauer Werft des sowjet- russischen Luftschiffbaues die Zusammensetzung der fertiggestellten Teile eines neuen Kleinluft- s ch i f f e s begonnen. Das neue Luftfahrzeug, das die Bezeichnung USSR-W 7 erhält, ist ein Luftschiff halbstarrer Konstruktion von 9500 Kubikmetern Rauminhalt. Die Fertigstellung soll in einem Monat beendet sein.
Kriegsopferlag in Stettin. — Stiftung eines Ehrenmales in Pasewalk.
In Stettin fand unter größter Beteiligung die Kriegsopfertagung der NSKOV. statt. Anläßlich dieser Tagung wurde das Provinzialehrenmal, an der Geburtsstätte des Nationalsozia- ismus im Schützenhaus zu Pasewalk, in dem der Führer bekanntlich während des Krieges im Lazarett lag, gestiftet. Das Ehrenmal wird von der NSKOV. errichtet werden. Gruppenführer Friederich hielt eine Ansprache. Auf der Amtswaltertagung der NSKOV. sprach der Reichskriegsopferführer Oberlindober über die Aufgaben der
NSKOV. Auf dem Paradeplatz wurde eine große Parade zu Ehren der Kriegsopfer und der alten Soldaten veranstaltet. Den Höhepunkt der Kriegsopfertage bildete die große Kundgebung auf dem Kreckower Feld, auf welcher der Gauleiter Schwede-Coburg, der Wehrkreiskommandeur B l a s k o w i tz und der Reichskriegsopferführer Oberlindober Ansprachen hielten. Der Vorsitzende des Verbandes der nordschleswigischen Kriegsopfer Friedrich Andresen aus Tondern- Dänemark überbrachte die Grüße der Kriegsbeschädigten Nordschleswigs.
Auslandserfolge einer deutschen Firma.
Die bekannte kosmetische Fabrik Dr. O. Druck- rey, Quedlinburg, die erst kürzlich auf der großen Ausstellung in Florenz mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet wurde, erhielt jetzt wieder auf der Kosmetik-Ausstellung in London für ihr Sommersproffenmittel „Drula Bleich- w a ch s" die goldene Medaille und den „Grand Prix", die höchste Auszeichnung dieser Ausstellung.
Keine Bedenken gegen die Straßen- und Haussammlung des Deutschen Earitasverbandes.
Zur Zeit führt der Deutsche Caritasver- b an b eine genehmigte Straßen- und Haus- s a m m l u n g durch. Zur Vermeidung von Mißverständnissen läßt der Reichs- und preußische Minister des Innern mitteilen, daß dieser Deutsche Caritas- verband Mitglied des Reichsverbandes der freien Wohlfahrtspflege Deutschlands ist, der unter Führung des Leiters des Hauptamtes für Volkswohlfahrt bei der Reichsleitung der NSDAP., Hilgen
f e l d t, steht. Wie festgestellt ist, hat der Caritas- verband keinerlei geschäftliche Verbindung mit der Caritativen Vereinigung GmbH., die in dem bekannten Devisenprozeß gegen die Provinzialsekretärin des Dinzentinerinnenordens genannt ist. Gegen die Fortsetzung der Sammlung bestehen also keinerlei Bedenken.
Zwei Todesurteile wegen Raubmordes.
In Schwerin hatten sich vor dem Schwurgericht der 19 Jahre alte Friedrich Wilhelm Pankow und der 18 Jahre alte Helmut Saß aus Maßlow bei Wismar wegen Raubmordes zu verantworten. Die Mörder hatten in der Nacht zum 23. März d. I. den Händler C i z s e w o k i gemeinsam mit einer eisernen Brechstange getötet und bann seiner Barschaft in Höhe von 63 Mark beraubt. Das Urteil lautete gegen beibe Angeklagte wegen Raubmordes auf To des st rase sowie auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit.
Wolkenbrüche über Oklahoma. — 12 Personen ertrunken.
Tagelange Wolkenbrüche und orkanartige Regenstürme verursachten in Oklahoma (USA.) große Ueberschwemmungen. In Altus (Oklahoma) ertranken 12 Personen, darunter eine neunköpfige Negerfamilie. Die Stadt Gainesville und andere Ortschaften in Texas sind überflutet. In Teague und in San Antonio wurden zahlreiche Gebäude beschädigt und eine große Anzahl von Personen verletzt.
Oie Katastrophe des „Maxim Gorki".
Dramatischer Bericht eines Augenzeugen.
Das Großflugzeug „Maxim Gorki" war auf seinem Unglücksflug von zwei kleineren Flugzeugen begleitet. Eins dieser Begleitflugzeuge ist heil oa» vongekommen; es trägt die Nummer P5 und wurde vom Piloten R y b u f ch k i n geflogen. Ry- bufchkin schildert seine Beobachtungen folgendermaßen:
Am 17. Mai, abends, erhielt ich einen Flugauftrag zum 18. Mai gleichzeitig mit Blagin; mit mir sollte ein Kinooperateur fliegen, Blagin aber sollte Oie „Maxim Gorki" begleiten, um den Größen- unterschied zwischen dem Kleinluftzeug und der Riefenmafchine zu veranschaulichen. Unmittelbar vor dem Abflug sagte Michejew, der Pilot der „Maxim Gorki" zu Blagin, er solle das Figurenmachen lassen und der „Maxim Gorki" weit vom Leibe bleiben. Blagin war gekränkt und erwiderte, er sei kein kleiner Junge, sondern fliege bereits feit 15 Jahren.
Rybufchkin fuhr fort: Blagin und ich begleiten die „Maxim Gorki"; er rechts und ich links. Als die „Maxim Gorki" den Rundflug beendet hatte und zum Flugplatz zurückkehrte, ging ich etwas höher. Ich bemerkte, daß Blagin auf der rechten Seite eine sog. Tonne machte und dabei von der „Maxim Gorki" abgetrieben wurde. Dann ging er auf den linken Flügel. Ich stieg daher noch höher, weil ich befürchtete, Blagin würde vom Schwung nach links getrieben werden.
Blagin gab Gas und machte eine neue Figur; sie gelang ihm nicht, er verlor an Geschwindigkeit und prallte an den rechten Flügel der „Maxim Gorki" ungefähr dort, wo sich der mittlere Molor befindet. Offenbar traf er einen Oelbehalter, denn es entstand schwarzer Rauch. Blagin hatte die obere und untere Verkleidung des Flügels durchstoßen. Die „Maxim Gorki" neigte sich nach rechts über und Blagin stürzte mit feinem Flugzeug ab. Die „Maxim Gorki" hielt sich noch 10 bis 15 Sekunden in der Luft, dann nahm die Rechtsneigung zu. Lin Teil des rechten Flügels löste sich ab. Das Flugzeug begann senkrecht abzutrudeln und schlug schließlich auf eine Baumgruppe von Kiefern auf und zersplitterte auf dem Boden.
Ich drosselte die Gaszufuhr meines Flugzeuges und ging im Gleitflug unmitelbar über der Unfallstelle herunter. In diesem Augenblick packte mich der Kinooperateur an der Kehle und begann mich zu würgen. Er hatte infolge des Schrecks die Nerven verloren und wollte mich zur Not-
Scherl-Bildmatemdienst
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landung veranlassen. Ich verlor zunächst die Herrschaft über die Maschine, die in eine trudelnde Bewegung geriet. Um mich zu befreien, schlug ich dem Kinooperateur mit aller Kraft ins Gesicht; er setzte sich wieder und saß still bis zur Landung. Ich konnte die Maschine dann abfangen, machte noch zwei Kreise über der Unglücksstelle und schritt dann zur Landung. Eine Aufnahme der Katastrophe wurde, wie die obige Schilderung begreiflich macht, nicht ausgeführt. Nur der vorhergehende Flug der „Maxim Gorki" war gefilmt worden. —
Die bei der Katastrophe der „Maxim Gorki" ums Leben gekomenen 48 Fluggäste und Mannschaften wurden am Montag in Moskau z u Grabe getragen. Fast 200 Kränze bedeckten den Katafalk.
Drei neue Riesenflugzeuge als Ersatz
Die Taß gibt amtlich bekannt, daß der Rat der Volkskommissare in einer gemeinsamen Beratung mit dem Zentralkomitee der Partei beschlossen hat, als Ersatz für das abgestürzte und zerstörte Riesen-
I flugzeug „Maxim Gorki" folgende drei neuen 'Flugzeuge z u bauen: „Wladimir Lenin", „Jofef Stalin" und „Maxim Gorki". Alle drei Flugzeuge sollen Riesenflugzeuge vom Typ und den Ausmaßen des „Maxim Gorki" werden.
Am Montag fand in Moskau die feierliche Beisetzung der Opfer der Katastrophe statt. Gewaltige Menschenmassen strömten den ganzen Tag über zum Gewerkschaftshaus, wo im Kolonnensaal die Urnen und Särge mit den Ueberresten der Verunglückten aufaebahrt waren, lieber 100 000 Personen erwiesen Den Verschiedenen die letzte Ehre. Stalin, Molotow, Kaganow itsch und Ordschonokidze hielten bei den Ueberresten der Opfer den ganzen Tag über die Ehrenwache. Während die Leichen in feierlichem Zuge vom Gewerkschaftshaus zum Friedhof geleitet wurden, kreiste in den Lüsten ein Flugzeuggeschwader, das den verunglückten Kameraden das letzte Geleit gab. Auf dem Friedhof hielten der Chef der Verkehrsluftflotte Tkatfchew, der Vorsitzende der Offoa» viachim, Eidemann, und andere vor der Beisetzung Ansprachen.
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