Für jede der genannten Reichsberufshauptgruppen wird eine Berufskartei geschaffen, die alle Be- rufsangehöriaen erfaßt. Die Schaffung der Berufskartei wird sofort in Angriff genommen.
Witt Flandin zurücktreten?
Kriserrstirnrrmrrg in Frankreich.
Paris, 21. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der ursprünglich auf Dienstag vormittag festgesetzte Mitt i st e r r a t wurde auf den 2 8. Mai verschoben. In politischen Kreisen wird dieser Schritt sehr verschieden ausgelegt. Während der Regierung nahestehende Kreise erklären, daß dieser Beschluß auf den Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten zurückzuführen sei, dessen Oberarmbruch nicht den erwarteten Heilungsoerlauf nimmt, betont der rechtsstehende „Jour", daß vielleicht die Gerüchte von ernsten Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts nicht vollkommen aus der Luft gegriffen feien. Das Blatt geht soweit, von einem möglichen Gesamtrücktritt des Kabinetts zu sprechen. Ministerpräsident Flandin habe sich in den letzten Tagen bitter über die Quertreibereien der Linksparteien beklagt, die sich immer wieder weigerten, die von ihm angebotenen Zugeständnisse anzunehmen. Er habe durchblicken lassen, daß er es unter solchen Umständen vorziehe, seinen Rücktritt einzureichen. Die vor dem Wiederzusammentritt der Kammern übliche große politische Rede ist jedenfalls vertagt worden und soll erst nach Pfingsten gehalten werden.
In gewissen Kreisen wirft man der Regierung vor, nicht zu wissen, was sie eigentlich wolle. Man deutet an, der Ministerpräsident wolle Zeit gewinnen, da weder er noch sein Finanzminister sich über die zur B e h e b u n g der F i n a n z k r i s e Notwendigen Maßnahmen schlüssig oder gar einig seien. „La Presse" schreibt: „Weiß die Regierung, daß sie auf die größten Schwierigkeiten stoßen wird, wenn sie von der Kammer ein Jahr vor den Kammerneuwahlen verlangen wird, die Beamtengehälter zu kürzen, 55 000 überschüssige Beamtenposten äst streichen und die Frontkämpferbezüge anzutasten? Die Frontkämpfer haben bereits dem Pensionsminister zu verstehen gegeben, daß sie nicht wieder die Opfer neuer Sparmaßnahmen sein wollen.
Die Revision des Sozialversicherungsgesetzes, dessen schlechtes Funktionieren in den letzten 5 Jahren dem Staate fast eine Milliarde Berwal- tungskosten verursacht hat, stößt bei den Linksparteien auf lebhafte Kritik. In dem Bestreben, dem Parlament keine Schwierigkeiten zu bereiten, will die Regierung nur halbe Maßnahmen Vorschlägen, die alle Welt verärgern werden, ohne die drückenden Lasten des Steuerzahlers auch nur im geringsten zu erleichtern. Der Wiederzusammentritt des Parlaments verspricht unter diesen Umständen stürmisch zu werden. „Man kann sogar behaupten", so schließt „La Presse", „daß, falls ein nicht zu sehr abgenutzter Nachfolger sich als Kandidat stellen würde, Flandin sich einzig und allein der Leitung einer Partei würde widmen müssen, die er durch die letzten Gemeinderatswahlen so leichtfertig in die Niederlage geführt hat."
Die Völkerbundspersammlung zufammengeireten.
Eine Ehrung für Pilsudski.
Genf, 20. Mai. (DNB.) Die außerordentliche Tagung der Völkerbundsversammlung, die zur Behandlung des Chaco-Streites zusammentrat, begann mit einer Ehrung für Marschall Pilsudski. Als Ratspräsident und vorläufiger Präsident der Versammlung gedachte Litwinow der Perdienste des polnischen Staatsmannes. Er erklärte, Marschall Pilsudski hat sein ganzes Leben der Sache der Wiederauferstehung seines Landes gewidmet. Er ist mit Recht ein Nationalheld geworden. Dank seiner Bemühungen ist Polen in der Familie der Nationen ein Platz eingeräumt worden, der ihm zukommt. Unter seiner Führung hat Polen mit meiner Regierung einen Nichtangriffspakt unterzeichnet, der einer der Grundfesten des Friedens und der Sicherheit darstellt.
Der ständige Vertreter Polens dankte in bewegten Worten. Er erklärte, der Marschall habe niemals die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit mit anderen Völkern aus den Augen verloren. Er habe seinerseits von den anderen Völkern die Achtung der legitimen Rechte Polens gefordert, aber auch das internationale Leben immer auf der Grundlage der ehrlichen Achtung der Rechte anderer Nationen gesehen. Daß dies die unerläßliche Voraussetzung der wahren internationalen Zusammenarbeit sei, davon sei er überzeugt gewesen.
Nach der Trauerkundgebung für Pilsudski schritt die Völkerbundsverfammlung zur Wahl ihres Präsidenten. Sie entfiel auf den portugiesischen früheren Außenminister de Vasconcellos. Er stellte den Bericht des Beratenden Ausschusses für den Chaco-Streit — wonach bis auf weiteres das Ergebnis der in Buenos Aires angebahnten Vermittlungsaktion abgewartet werden soll — zur Erörterung. Die Aussprache, an der sich Argentinien, Chile, Italien und Spanien beteiligten, konnte noch nicht abgeschlossen werden. An der Annahme des Berichtes ist nicht zu zweifeln.
Kunst und Wissenschast.
Einweihung des Hessischen Landgrafen- MuseumS in Kassel durch Reichs- minister Rust.
Anläßlich des 5. Jahrestages des Gaues Kurhessen der NSDAP, sand in Kassel die feierliche Einweihung des Hessischen Lanügra- fen-Museums durch Reichsminister Rust statt. Nach einem Weihespiel und Ansprachen des Direktors der Staatlichen Kunstsammlungen Dr. Luth- m e r und des Oberpräsidenten der Prvoinz Hessen- Nassau, Prinzen Philipp von Hessen, hielt Reichsminister Rust eine Ansprache, in der er
nach einem historischen Rückblick tu a. folgendes ausführte:
Aus den einzelnen Menschen, aus der Familie, aus den Stämmen, aus der Landschaft heraus, aus dem Bauerntum und dem Handwerkertum entwickelt sich langsam ein künstlerisches Leben im Handwerk und in der Kunst. So sehen wir die großen Gedanken unserer Zeit in der Gestalt unseres Führers und die unerschöpfliche Lebenskraft ln der Gestalt unseres fleißigen und gestärkten Volkes. Wir wollen aus den großen Kulturstätten unseres Vaterlandes das große Reich der Vergangenheit immer noch ablesen können. Das ist, was Preußen stets getan hat. Es hat nicht alles nach der Metropole aeschleppt, sondern wo das Leben war, es liebevoll in Pflege genommen. Wir wollen diese Tradition Preußens auf dem Gebiet der alten Kunst und Kunststätten in Treue übernehmen. Das wollen wir an dieser Stelle als Gelöbnis ablegen. Wir wollen des Ministerpräsidenten Göring gedenken, in dessen Namen ich hier spreche. Ich möchte auch eines anderen Mannes gedenken, der heute mit nach hier gekommen ist und der für alle Fragen der preußischen Kultur stets aufgeschlossen war, des preußischen Finanzministers Popitz und seiner Baumeister. Das Werk aber, Herr Oberpräsident, ist Ihr Werk. Ich weiß, daß Sie mit Ihrem Sinn für Schönheit an diesem Werk hängen, weil Sie, wie ich weiß, ebenso wie wir alle, unserer Ahnen gern gedenken und darum füge ich dem Dank für die, die daran gearbeitet haben, meine herzlichsten und wärmsten Glückwünsche hinzu. — Die Einweihungsfeier schloß mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied. Dann folgte ein Rundgang durch das Landgrafen- Museum.
Kantate-Versammlung der deutschen Buchhändler in Leipzig.
Zum ersten Male nach der Neu- und Umorganisation des reichsdeutschen Buchhandels traten die deutschen Buchhändler in Leipzig zu ihrer alljährlichen Kantate-Versammlung zusammen. In der ordentlichen Hauptversammlung des Börsenoereins legte der Schatzmeister Dr. v o n Haase sein Amt nieder. An seiner Stelle wurde zum Schatzmeister der Verleger Anton Hiersemann (Leipzig) ernannt, während Dr. v o n Haase in den Großen Rat des Börsenoereins berufen wird. Anschließend fand eine gemeinsame Tagung des Börsenvereins und des Bundes reichsdeutscher Buchhändler statt. Der Vorsteher beider Verbände, Wilh. Baur (München), betonte, daß der deutsche Buchhandel alles daransetzen werde, um seine Aufgaben als Mittler deutschen Geistesgutes vollauf zu erfüllen. Daß Börsenverein und Bund in einem Hause und in einer Äersammlung vereint seien, möge für alle
Zweige des Buchhandels symbolisch sein zur Schaffung eines einigen deutschen Buchhandels. Nachdem die Versammlung der im letzten Jahr gestorbenen Buchhändler gedacht hatte, sprach der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Dr. Blunck, im Namen der Reichskulturkammer und im Namen der Gäste. Er gab bekannt, daß der Reichsschrifttumskämmer zwei neue große Stiftungen gemacht worden feien. Ein Hamburger Kaufmann habe einen großen Teil seines Vermögens ausgesetzt. Zunächst solle ein Preis für englische Literatur ober Kunst verteilt werden. Weiter habe ein amerikanischer Staatsbürger deutscher Abstammung eine Stiftung für künstlerisch-literarische Leistungen errichtet, aus der jährlich ein Eichendorff-Preis im Betrage von 5000 RM. für sudetendeutsche Kunstwerke der letzten Jahre und ein Mozartpreis im Betrage von jährlich 10 000 RM. für die beste österreichische Kunstschöpfung verteilt werden solle. Nach einem kurzen Schlußwort des Vorstehers Baur klang die Tagung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer aus.
Großer Erfolg Furtwänglers mit dem „Tristan" in London.
Die Londoner Saison erreichte am Montagabend in der Königlichen Oper von Covent-Garden mit einer von Generalmusikdirektor Furtwängler dirigierten Aufführung von „Tristan und Isolde" einen unbestreitbaren Höhepunkt. Furtwängler, der zum ersten Male seit anderthalb Jahren in London den Stab führte, wurde bei seinem Erscheinen vom vollbesetzten Haus mit starkem Beifall empfangen. Unter hervorragender Mitwirkung des deutschen Ensembles, in dem Lauritz Melchior den Tristan und Frida Leider die Isolde verkörperten, sowie des Londoner Symphonie-Orchesters gestaltete sich der Abend zu einem großen Erfolg. Besonders zu Beginn des dritten Aktes und am Schluß wurden der Dirigent und die Mitwirkenden stürmisch gefeiert.
Bogoljubow wird deutscher Schachlrainer.
Der Großdeutsche Schachbund hat Bogoljubow zum Leiter des jetzt beginnenden Trainings für die Schachländerkämpfe des Olympischen Jahres bestellt. Bogoljubows Arbeit beginnt Ende dieses Monats im Landesverband Pfalz. Mitte Juni übernimmt Bogoljubow das Training der in dem Ostseebade Swinemünde zusammengezogenen besten Spieler der Landesverbände Brandenburg, Mecklenburg, Pommern und Ostdeutschland. In Swinemünde findet gleichzeitig die deutsche V o r m e i st e r s ch a f t der Landesverbände Berlin, Sachsen, Schlesien, Brandenburg, Ostdeutschland und Pommern statt, in der zwölf Landesmeister um den Sieg kämpfen werden.
Keine Anonymität im Zeitungöverlagswesen.
Der Präsident der Reichspreffekammer über die Durchführung seiner Anordnung vom 24. April.
Berlin, 20. Mai. (DNB.) Zwischen dem Präsidenten der Reichspressekammer, Reichsleiter Amann, und dem Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptschriftleiter Weiß, hat eine Unterhaltung über die Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer vom 24. April 1935 stattgefunden, die ihren Niederschlag im „Völkischen Beobachter" gefunden hat.
Reichsleiter Amann gab zunächst einen geschichtlichen Ueberblick über das zersplitterte deutsche Pressewesen vor der Machtübernahme und zeigte dann die Schwierigkeiten auf, die sich bei der ihm gestellten Aufgabe ergaben, aus dieser Presse ein brauchbares Instrument für Reich und Volk zu machen. Der Führer habe auch in diesen Dingen den Weg gewiesen, und zwar in Punkt 23 des Parteiprogramms. Die Anordnung vom 24. April 1935 bezweckt die re stlose Durchsetzung dieses Programmpunktes, der eine wahrhafte deutsche Presse dadurch schafft, daß er sie unter ein Gesetz stellt: einzig und allein Volkund Reich zudienen. Zu diesem Zweck scheidet er alle nichtdeutschen und der Geschlossenheit der Nation abträglichen Ein- j l ü s s e aus der politischen Presse aus. Gewisse Kreise suchen die Anordnung dadurch zu verkleinern, daß sie sie als eine aus finanziellen Erwägungen erwachsene Hilfsmaßnahme für die parteiamtliche Presse bezeichnen. Diese Behauptung ist völlig absurd. Denn gerade eine von Konkurrenzgesichtspunkten beherrschte Zeitungsoerlagspolitik kann ja gar nicht das Ziel haben, die gesamte deutsche Presse zueinerin sich gleichberechtigten Gemeinschaft zusammenzuschweißen. Wie aber schon das Schriftleitergesetz diesem Ziel in bezug auf die Schriftleiter dient, so ist es auch der Zweck seiner Anordnungen, allen gutwilligen Kräften im Zeitungsoerlagswesen die Erreichung dieses Zieles zu ermöglichen.
Unter der Tarnung einer AG. oder einer G. m. b. H. konnten sich bisher auch Nichtdeutsche an deutschen Zeitungsverlagen maßgeblich, ja hundertprozentig beteiligen. Dieser Zustand wird nun gebrochen. Volk und Leser haben einen Anspruch, zu wissen, wer sie täglich über das Leben der Nation unterrichtet und geistig beeinflußt. Hinter der Anonymität haben bisher Einflüsse weitergewirkt, die vorhandenen positiven Kräften den Weg versperrten. Darüber hinaus diente sehr oft das Vorschützen religiöser und ideeller Bestrebungen nur als schlechte Tarnung für eigensüchtige geschäftliche Zwecke. Daß die Presse nicht solchen eigensüchtigen Interessen dient unter Mißbrauch des Lesers: das ist der Wille, der die Anordnung diktiert hat. Es mußte außerdem die Gefahr beseitigt werden, daß irgendwelche — z. T. pressefremde — U n - ternehmungen mit dem Gelde der Leser ihrer Zeitungen politischen Einfluß ausüben können.
Der Führer hat von jeher die Forderung aufgestellt, daß religiöse und konfessionelle Dinge aus dem politischenKampf aus- z u s ch e i d e n sind. Die Anordnung zeigt den ent
schlossenen Willen, die Durchsetzung dieses Grundsatzes auch in der Tagespreise nach allen Seiten hin zu wahren. Leider haben bisher offensichtlich frühere Zentrumsfunktionäre geglaubt, ihre verlegerische Position zur Fortsetzung der Politik des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei benutzen zu können. Die konfessionelle Presse hat die Aufgabe, die Angelegenheiten der Bekenntnisse in rein religiöser Beziehung zu behandeln. Politischen Charakter dürfen diese konfessionellen Blätter keineswegs tragen. Soweit eine konfessionelle Angelegenheit Bedeutung für die große Oeffentlichkeit besitzt, kann darüber selbstver- stündlich in einer Form berichtet werden, die der Bedeutung des Ereignisses für die Oeffentlichkeit entspricht. Unzulässig ist dagegen eine Aufmachung, die erkennen läßt, daß sich eine politische Tageszeitung nicht an die Oeffentlichkeit als solche, sondern an einen nach konfessionellen Gesichtspunkten begrenzten Leserkreis wendet. Daher wird sich eine Berichterstattung über Angelegenheiten der Konfessionen paritätisch gestalten. Im übrigen würde ich es für eine Verarmung der politischen Presse halten, wenn sie grundsätzlich die Erörterung religiöser Probleme im Rahmen ihres kulturellen' Schaffens unterließe.
Auf die Frage von Hauptschriftleiter Weiß nach den voraussichtlichen Wirkungen nach dem Ausschluß bestimmter Gesellschaftsformen antwortete der Präsident, daß die Zahl der anonymen Gesellschaften im Verlagswesen zurzeit reichlich 300 gegenüber der Gesamtzahl der Zeitungsverlage von über 2000 beträgt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß wirtschaftliche Gründe in der weitaus überwiegenden Anzahl dieser Fälle einer Umstellung auf Personalgesellschaften nicht entgegenstehen. Abgesehen davon sieht die Anordnung Ausnahmebewilligungen vor. An Stelle einer bisher beschränkten Haftung tritt die unbeschränkte Haftwlg des Verlagsinhabers, wobei durch die Form der Kommanditgesellschaft die Möglichkeit gegeben ist, für einen Teil der Gesellschafter die Haftung zu beschränken. Der Präsident erklärte, daß das staatspolitische Interesse die Aufrechterhaltung der Vielgestaltigkeit der deutschen Presse, die größtenteils im Privatbesitz steht, fordert, ebenfalls eine hervorragende Stelle der Parteipresse im Rahmen des gesamten deutschen Zeitungsoerlagswesens. Die Anordnung ist bestrebt, den Kreis der Zeitungsverlage zu beschränken, die infolge der Veränderung der politischen Verhältnisse'^. B. Ueberwindung der Parteien usw.) und durch die eindeutige Aufgabe der Presse im nationalsozialistischen Staat zur Aufgabe ihrer Existenz veranlaßt sind. Die gegenüber anderen Ländern ganz eigentümliche Struktur der deutschen Presse wurde daher peinlich beachtet. Von den etwa 2800 Zeitungen, die heute noch erscheinen, machen die Zeitungen mit einer verkauften Auflage bis zu 1000 Stück 32,4 v. H. (849 Zeitungen) aus, die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von 1001 bis 3000 Stück 36,3 (950 Zeitungen), die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von 3001
bis 8000 Stück 19 v. H. (506 Zeitungen), die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von 8001 bis 15 000 Stück 4,9 v. H. (127 Zeitungen). Die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von über 15 000 Stück machen im ganzen 7,6 v. H. aller deutschen Zeitungen (191 Zeitungen), aus. Ich bin der Ueberzeugung, daß im allgemeinen nur der Mangel guten Willens bei Verlegern oder Verlagsleitern, dem staatspolitischen Interesse Rechnung zu tragen, im Einzelfalle zu harten Konsequenzen für ein Unternehmen führen kann. Die Besorgnis, daß durch die Durchführung der Anordnung der Arbeitsmark ungünstig beeinflußt werden könnte, sei unbegründet. Die Anordnung erstrebt ja gerade die Gesundung des Zeitungsoerlags- wesens, nur ein gesunder Verlag sichert allen seinen Schriftleitern und Angestellten Arbeit und Brot. Zwischen all den an der Presse beschäftigten Deutschen herrscht ein harmonisches Zusammenarbeiten und Zusammenhalten, wenn klare, gesunde Verlagsverhältnisse herrschen und jeder Arbeiter und Angestellte vertrauensvoll eine gesicherte und geordnete Zukunft vor Augen hat. Der Erlaß weiterer Durchführungsbestimmungen ist nicht beabsichtigt.
Aus aller Wett.
Lin Gedenkstein für Generaloberst von Sluck.
Am 89. Geburtstage des verstorbenen Generalobersten von K l u ck fand auf dem Waldfriedhof in Berlin-Stahnsdorf die feierliche Enthüllung des auf Anordnung des Führers für den deutschen Heerführer des Weltkrieges errichteten Gedenksteines statt. Neben dem Gedenkstein hatte ein Ehrenposten der Wehrmacht Aufstellung genommen. Unter den Anwesenden bemerkte man neben der Witwe, dem Sohn und der Tochter des Verewigten den stellvertretenden Kommandanten von Ber- ltn, Oberst von Keifer, zahlreiche höhere Offiziere der alten Armee, Abordnungen des ehemaligen 6. Pommerfchen Infanterieregiments Nr. 59, dessen Chef der Verstorbene war, des ehemaligen Grenadierregimentes 3 und der ehemaligen Viktoria-Grenadiere, sowie den Seelsorger der Familie, Domprediger Dr. Döring. Oberst von Keifer übergab den von Professor Fritz Klimsch aus- geführten Gedenkstein mit einer kurzen Ansprache in die Obhut der Familie, der einen von einem Adler gekrönten Muschelkalkblock darstellt, dessen Vorderseite unter einem Kopfrelief des Verstorbenen folgenden vom Führer selbst verfaßte Inschrift trägt: „Dem als Lehrmeister im Frieden und als Heerführer im Kriege um Deutschland hochverdienten Generaloberst von Kluck errichtete dieses Denkmal in Dankbarkeit und Treue das deutsche Volk." Die Rückseite trägt den Wahlspruch des Verstorbenen: „Die Tat ist alles, nichts der Ruhm". Einer der vier schlesischen Eisenbahnräuber verhaftet.
In der Nacht vorn 11. zum 12. Mai wurde, wie gemeldet, auf den Eilzug 168 der Strecke Breslau— Dresden an der Blockstelle Rothwasfer ein schwerer Raubüberfall verübt, wobei den Verbrechern 52 000 Mark in die Hände fielen. Die Dreistigkeit, mit der die Tat ausgeführt wurde, veranlaßte den Breslauer Polizeipräsidenten, eine Sonderkommission für die Ermittlung der Täter einzusetzen und eine große Fahndungsaktion über ganz Schlesien und darüber hinaus aufzuziehen. Die Arbeit hat bereits zu einem Erfolge geführt. Der aus Brieg stammende Haupttäter Fritz Schüller ist auf feiner Flucht in Strehlen (Niederschlesien) f e ft g e n o m m e n worden. Die weiteren Mittäter sind festgestellt. Es sind dies seine Brüder Willi, Erich und Hermann Schüller.
In einer Verlautbarung des Breslauer Polizeipräsidenten heißt es u. a., daß die vier genannten Brüder bereits wiederholt vorbestraft find. Die gesamte Bevölkerung wird unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 5000 Mark, die sich wahrscheinlich noch erhöhen wird, da die Genannten auch andere Straftaten, für deren Aufklärung namhafte Belohnungen ausgesetzt sind, verübt haben werden, zur Mitarbeit an der Ergreifung von Willi, Erich und Hermann Schüller aufgefordert.
Schwere Zuchthausstrafen für eine 14köpsige Schieberbande.
Der Vorsitzende der vierten Großen Strafkammer des Berliner Landgerichtes sprach nach mehrwöchiger Verhandlung das Urteil in dem Prozeß gegen di e 1 4 köpfige Registermark- Schieberbande Rappaports und Ge-
Wetterbericht
des Reichswekkerdienstes. Ausgabeork Frankfurk.
Im Bereich der zusammensinkenden Kaltluftmassen hat sich auch bei uns jetzt freundliches und warmes Wetter eingestellt. Die Großwetterlage läßt jedoch das Aufkommen einer durchaus störungsfreien Schönwetterlage noch nicht zu, da noch ein störendes Luftgefälle besteht, das feuchte Luft- maffen zu uns brachte. Immerhin wird jetzt auch bei uns freundlichere Witterung vorherrschen.
Aussichten für Mittwoch: Vielfach wolkig, doch im ganzen freundlich, tagsüber ziemlich warm, später Aufkommen von Gewitterneigung, veränderliche Winde.
Aussichten für Donnerstag: Im ganzen freundlich, aber nicht durchaus störungsfreies Wetter.
Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 21. Mai: morgens 7,9 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Mai: abends 12 Grad; am 21. Mai: morgens 9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9,6 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerek
R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.


