NIVEA CREME
GemeinschastsabendderGießenerFraven
unseres Volkes an Raumbesitz und
Oberheffen
Nachdruck verboten'
10 Fortsetzung
und die alte
.Ja'
(Fortsetzung folgt!)
beziehen können, hier oder
Schreien, Brüllen, daß er unter Wasser steckte, um es
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würde eine kleine Villa anderswo.
Dann ein Brausen, unwillkürlich den Kopf nicht mehr zu hören.
möglichst großen Abstand zwischen sich Welt legen.
James Pick hatte falsch kalkuliert, Köln erwies sich als eine Circe, die
Sporck» 15 Uhr • Ober» ndplatzt
Hinden» Bürger» j i Fuhr» ; en war, rte das -ehr ge» , r wurde
wirtschaftlichen Gütern seit dem Diktat von Versailles wurde an anschaulichen Karten und Bildern, unter denen eine Zeichnung der neuesten französischen Befestigungslinien in Elsaß-Lothringen besonders auffiel, verdeutlicht. Trotz so vieler trüber Tatsachen war aber der ganze Vortrag beherrscht von einer gläubigen Hoffnung auf eine Wende, die ge- rade in diefen Tagen durch die Wiederaufrichtung unseres Volksheeres durch den Führer neu belebt war. Diese Stimmung teilte sich der ergriffen lauschenden Hörerschaft mit. Trotz der voraufgegangenen starken geistigen Beanspruchung durch Frau Koepkes Vortrag, der so vielfach Neues brachte, gewahrte man in ziemlich vorgerückter Stunde keine Müdigkeit, und der reiche Beifall, der beiden Rednerinnen zuteil wurde, bewies, daß sie verstanden hatten, die Herzen zu berühren.
Frau Egers Dank an beide Frauen, die ihr Leben in den Dienst der deutschen Volksgenossen draußen gestellt haben, das Volk Heil! des VDA. und das dreifache Sieg-Heil auf den Führer beschloß den inhaltreichen Abend.
der gerufen, um deutsche Kultur und deutschen Fleiß dort zu pflanzen, wo noch Barbarei herrschte, haben sie durch die Jahrhunderte treu deutsches Wesen, deutsche Art bewahrt. Aber sie sind tödlich vom Haß der inzwischen erstarkten Gastvölker bedroht. Hier setze die Arbeit des VDA. ein, der aber nie politisch, sondern immer nur kulturbewahrend und -fördernd wirke und wirken dürfe. Das tiefe Verständnis des Führers und der Reichsregierung für die Dolks- tumsarbeit kam in markanten Bekenntnissen der führenden Männer, die die Rednerin verlas, zum Ausdruck. VDA., das heiße nicht mehr 93 e r e i n für das Auslanddeutschtum, sondern entsprechend unserem tiefen Bewußtsein von der unlöslichen Verbundenheit aller Deutschen: Volksb und für das Auslanddeutschtum. Nicht eine gesellschaftliche Vereinigung seien wir, sondern e i n Bund von Dolks- aenossen, in den eigentlich jeder Deutsche und besonders jede deutsche Frau hineingehört. „Mehr sein als scheinen" — dies unser Wahlspruch. Im zweiten Teil ihres Vortrages gab Frau Koepke ein klares Bild der besonderen Frauenaufgaben des VDA. Sie sprach von den Studicn- fahrten deutscher Jugend aus den abgetrennten Gebieten ins Reich, wo sich Häuser und Herzen ihnen offnen müssen, von den Kindergärten in jenen Gebieten, wo das Kleinkind unvermerkt in deutsche Sprache und Geistesgut (Märchen, Lieder Gebete) hineinwächst, von Müttererholungsheimen, Studien- Hilfen, Lehrlingsunterbringung, Berufsberatung für die auslanddeutsche Fugend, die beim eigenen Staatsvolk keinerlei Aussicht auf Beamtenlaufbahn mehr hat. Aus der ganzen Rede ging der tiefe Ernst der Lage unserer auslanddeutschen Brüder und Schwestern hervor, die in ihrem Volkstum und in ihrer wirtschaftlichen Lage so schwer bedroht sind und erwuchs die unabweisliche Aufgabe für jede deutsche Frau, mit Gedenken und, wenn sie kann, mit tätiger Hilfe miteinzutreten für unsere Volksteile draußen.
Die zweite Rednerin, Frau D e g e n e r , führte, unterstützt von einer Auswahl herrlicher und zum Teil erschütterder Lichtbilder, die Zuhörer im einzelnen in
Die Lfflandstöchter und ihre Kreier.
Vornan von 3- Schneider-Foerstl
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa.
„James Pick! — James Pick!"
Er hatte es geschafft!
Benommen stieg er, von ungezählten Händen bewillkommnet, die steinerne Treppe zum Ufer herauf, schloß die Augen und öffnete sie wieder, suchte und fchloß sie vorübergehend ein zweites Mal. Sie war nicht gekommen, hatte seinen Sieg nicht mit angesehen....
Hinter ihm stieg Nießling aus dem Wasser. Für Sekundenlänge kreuzten sich ihre Blicke. James Pick sah nur Haß, und legte seine Rechte flüchtig in die dargebotene des Rivalen.
Dann rissen ihn ein Dutzend begeisterte Anhänger hoch, nahmen ihn auf die Schultern und trugen ihn den Kabinen zu. Er konnte es kaum erwarten, trockengerieben und angekleidet ^u fein. Vielleicht stand sie am Ausgang.
Aber auch hier war nichts von Margot zu erspähen. Und er hatte keine Minute freie, verfügbare Zeit, denn seine Trainer wie seine Freunde schienen sich nicht von ihm trennen zu wollen.
Im Hotel empfing man ihn mit einer Hochachtung, die wohltuend wirkte. Er war plötzlich eine Nummer geworden. Eine große Nummer sogar! Trotzdem schmeckte ihm das Essen nicht. Was war mit Margot? Sie hatte bestimmt versprochen zu kommen, und war nicht da. Er konnte sie unmöglich Übersehen haben. Oder vielleicht doch?
Gegen Abend litt es James nicht mehr im Hotel. Er wußte die. Adresse von Margots Verwandten. Schließlich war er kein Bettler, der um ein Almosen bat, wenn er dort Erkundigungen einzog. Ein Mietauto brachte ihn nach der Jfflandschen Villa. Eine hohe Mauer neidete den Blick in den Park. Dann zeigte sich ein mächtiges Gittertor mit einer großen Rasenfläche dahinter.
glieder. Die meisten Einwohner gehören ihm an. Die Kinderschule wurde innerlich restauriert und mit neuen Sitzgelegenheiten für die Kinder versehen. Sie ist jetzt in jeder Beziehung eine im guten Sinn moderne Anstalt. Besucht wurde sie im Durchschnitt von 70 Kindern täglich. Die Krankenschwester pflegte in 211 Familien. Sie hatte 29 Nachtwachen und machte 6311 Krankenbesuche. Beiden Schwestern wurde für ihre vorbildliche, treue Arbeit Dank ausgesprochen, ebenso den Gönnern der Anstalt, nämlich der Gemeinde Lollar und den Buderus- fchen Eisenwerken, wie auch den vielen ungenannten Gebern, die die Anstalt durch Naturalien unterstützen. Für eine Spende der Frau Becker Wwe. wurde ebenfalls herzlicher Dank ausgesprochen. Die vorgeprüfte Rechnung wurde von Rektor Daab erstattet. Sie ergab in Einnahme 3098,51 Mark, in Ausgabe 3000,16 Mark, so daß sich ein kleiner Kassenbestand von 98,35 Mark ergibt. Dem Rechner wurde gebührender Dank gesagt. Der Dor- jitzende schloß mit der starken Üeberzeugung, daß das soziale Wohlfahrtswerk (Fürsorge für Kinder und Kranke), das reichlich praktisches Christentum darstelle und seit bald 30 Jahren in der Gemeinde arbeite, feste Wurzeln geschlagen habe. Er wünschte dem Werk in Zukunft eine gedeihliche, gesegnete Entwicklung und schloß mit dreimaligem Sieg-Heil auf Verein, Gemeinde, Volk und vor allem den Führer, der ja unsere Ideale fördere, die Generalversammlung.
§ Mainzlar, 20. März. Die Eintopf- {ammlung vom vergangenen Sonntag ergab in unserem Orte den Betrag von 53,— Mark. — Die Gemeinde ließ in den letzten Tagen die alten bereits verfallenen GrLeffüäume am Erlenbach abholz en unb dafür junge Ob ft bäume anpslan- zen. — Dem Jungvolk wurde von der Gemeinde ein Raum im Rathaus als Heim und Aufenthaltsort zur Verfügung gestellt. v
* Treis a. d. Lumda, 21. März. Eine neue P o - l i z e i v e r o r d n u n g über die Entwässerung von Grund st ücken in unserer Gemeinde ist mit der vorgestrigen Veröffentlichung der neuen Bestimmungen ' im ' Amtsverkündigungsblatt der Provinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamts Gießen in Kraft getreten.
t Treis a. d. Lda., 20. März. Die hiesige Frauenhil-se hielt gestern abend in Lemps Saal ihren Schlußabend für diesen Winter ab und hatte dazu auch die N S. - F r a u e n s ch a f t ein- geladen, mit der sie von Anfang an in guten Beziehungen steht. Pfarrer Becker-Gießen hielt einen sehr anschaulichen Vortrag über den Gustav- Adolf-Verein und dessen letztjährige Tagung in
sich's versah, vollkommen in ihre Netze verstrickte. Man gab ityn zu Ehren ein Festessen und lud ihn zu einem halben Dutzend sportlichen Veranstaltungen ein. Der Ruderverein hatte amerikanische Gäste, die neugierig auf den über Nacht berühmt gewordenen James Pick waren.
Eines Morgens erwachte er dösig, mit wirbelndem Kopf, von Ekel gequält. Er saß auf dem Bettrand und hielt sich die Schläfen.
Nur langsam brach sich das Erinnern Bahn. Man hatte wieder einmal seinen Sieg gefeiert, und Margot war schuld daran, daß er sich vergessen, und von dem allgemeinen Taumel hatte hinreißen lassen.
Sekt und Wein, Austern, Kaviar und russisches Geflügel. Lauter Dinge, die den Menschen zwar nicht schlechter, aber dafür befto_ widerstandsloser machen. Und in einem solchen Stadium vollkommener Widerstandslosigkeit hatte er es geduldet, daß Ellen Panys, die Tochter des amerikanischen Porzellankönigs, den Arm um ihn gelegt und mitten auf den Mund geküßt hatte ... „'Well, Sie gefallen mir! Ich werde meinem Vater ein Kabel schicken, daß ich einen Mann mit hinüberbringe. Meinen Mann. Einverstanden?"
Und er hatte „Ja" gesagt. Ein unüberlegt rasches
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die Nol und das Leid, aber auch in die wunderbaren Schönheiten der uns entrissenen Gebiete
ein. Selber Auslanddeutsche, kennt sie die Probleme und Kämpfe alle aus Erfahrung, und dies Unmittelbare des Erlebens und der Anschauung wirkte zündend. Temperamentvoll und erfüllt von glühender Liebe zur großen Sache und vom tiefsten Vertrauen auf eine bessere, durch die staatsmännische Weisheit des Führers verbürgte Zeit, ließ Frau D e g e n e r die besonderen Leiden der uns entrissenen Gebiete in Wort und Bild vorüberziehen. Die
Körperertüchtigung imBk>M. bedeutet:
Erziehung zur Gemeinschaft!
Grundlage innerer Haltung!
Pflicht gegen uns und Dienst am Volke!
Das Auto stand noch nicht ganz, als James Pick schon den Schlag öffnete. (Sie mochte hinter den Bäumen versteckt liegen, hinter deren Blattwerk auch der Fluß oeraufglitzerte. James Pick legte den Finger auf den weißen Knopf an der Mauer und Härte ein leises Surren, das von einem Türöffner herrührte.
Während er den breiten Weg hinabschritt, tauchte eine Livree um die Ecke auf. James nahm eine Visitenkarte heraus und übergab sie dem Diener.
Das glattrasierte Gesicht verzog keine Miene. „Die Herrschaften sind verreist. Es ist noch unbestimmt, wann sie zurückkommen."
Pick wagte noch einen Anlauf. „Können Sie mir sagen, ob Fräulein Margot Jffland hier zu Besuch weilt?"
„Ein Fräulein Jffland? — Nein. Die Dame ist auch gar nicht angemeldet."
„Danke."
Als James wieder im Wagen saß, preßte er für Sekunden die Hände gegen die Schläfen. Um ihretwegen hatte er den Sieg erstrebt! Um ihretwegen. — Und sie hatte ihn belogen!
Noch am gleichen Abend unterschrieb er einen Kontrakt, der ihn für sechs Monate nach Amerika verpflichtete. Ende der Woche gedachte er sich in Hamburg bereits einzuschiffen. Er wollte einen
schen Vaterlandes kennenzulernen. Paul Nieren gewann sofort als Ansager innige Beziehungen zu allen Gästen und wußte für den Abend durch sein heiteres Geplauder alle mitzureißen. Geiger las, auf die Stimmung des Heldepgedenktages abgeftellt, Kriegserlebnisse einiger Soldaten. Karl 23 o l cf rezitierte in seiner Frankfurter Mundart und brachte noch in luftigen Vorträgen Erlebnisse Friedrichs des Großen. Der Zauberkünstler Orizaba, von der Truppe Harry Cobler her bekannt, die vor einiger Zeit in der Umgebung gastierte, hatte vollen Erfolg. Die Kapelle Bender-Steinberg sorgte durch Vortrag guter Musik für den musikalischen Teil und paßte sich immer dem Programm an. Der Adam Isheim ' sche Gesangverein brachte drei Chöre zu Gehör und wirkte zur Ausschmückung des Abends mit. Als Abschluß wurde von den Gästen des Gießener Stadttheaters die luftige Szene, der Grüninger Reichssender, dargebracht. Nach Abwicklung des Programms verbrachte man in angeregter Stimmung noch einige vergnügte Stunden.
* N i e d e r - B e s s i n g e n, 20. März. Der hiesige Gemischte Chor hielt gestern abend in seinem Uebungslokal seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Bürgermeister K. Mau l, gab in seiner Begrüßungsansprache insbesondere dem Wunsche Ausdruck, daß der Chor durch Mitgliederzuwachs eine Verstärkung der Frauenstimmen erhalten möge. Gleichzeitig gab er bekannt, daß die Beitragsfrage kein Hindernis für die Mitgliedschaft sein soll, da minderbemittelten Mitgliedern' der Beitrag ermäßigt bzw. ganz erlassen werde. Im Anschluß an die Ausführungen des Vorsitzenden wurde die Rechnungsablage vorgenommen. Der Rechner Ernst Pein II. erstattete den Geschäftsbericht. Er erwähnte hierbei, daß der Reinertrag eines im verflossenen Jahr vom Chor veranstalteten Unterhaltungsabends restlos dem Winterhilfswerk zugeführt worden fei. Nach Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt und die Versammlung nach Erledigung einiger weiterer geschäftlicher Angelegenheiten in üblicher Weise gefchlossen. Im Anschluß an die Hauptversammlung verbrachte der Verein bei seinem aktiven Mitglied Heinrich Steuernagel II. noch einige frohe Stunden in bester Kameradschaft.
wg. Großen-Bufeck, 19. März. Der VDA. veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft von Wagner einen volksdeutschen Abend, zu dem die Mitglieder der N S. - F r a u e n s ch a f t und des Alice-Frauenvereins besonders eingeladen und zahlreich erschienen waren. Nach kurzen Begrüßungsworten von Frau Maria Roll hielt Frau D e g e n e r - Berlin einen Vortrag über die Not des Auslandsdeutschtums, bei dem sie er- - schütternde Einzelheiten berichtete. Zahlreiche gute
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Man berichtet uns: Am Montag hatte die Frauengruppe des D D A zu emem Vortragsabend im Cafe Ebel emgeladen. Es gab bem Abend besondere Bedeutung, daß zum erstenmal einGemeinschaftsabend nut derFrauenschaf t stattfand, und daß es gelungen war, die Landesleiterin der Frauengruppen des VDA Frau Sabine Koepke aus Darmstadt, und eine Reichsrednerin des VDA., Frau De gen er, als Vortragende zu gewinnen.
Nachdem die Ortsgruppenleitenn, Frau Eger, die zahlreich erschienenen Gäste begrüßt und ihre Freude darüber ausgesprochen hatte, zwei Gruppen der Frauenschaft (Nord und Mitte) zum erstenmal als Gäste der VDA.-Frauen-Ortsgruppe zu sehen, ergriff Frau Koepke das Wort zu einer großan- gclegten, von Wärme und tiefer Sachkenntnis erfüllten Rede über
Wesen und Arbeit des VDA.
Ausgehend von der Lage Deutschlands in der Welt schilderte sie die ungeheure Wichtigkeit der deutschen Volksgruppen außerhalb des Reiches, die für die „Festung" Deutschland bin unentbehrlichen Außenwerke seien. Einst burch bie Herrscher frember Län-
Landkreis Gießen.
y G r o ß e n - L i n d e n, 19. März. Die N S. - Gemeinschaft „Kraft burch Freube" hatte für Sonntag zu einem Laienspielabend im Saale Schaum eingeladen. Bürgermeister Michel hielt eine kurze Ansprache, in der er auf den Sinn des Abends hinwies und gleichzeitig die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht erwähnte, mit der der Führer dem deutschen Volke seine Ehre wiedergegeben hat. Ein Vorspruch und Musikstücke eines Streichquartetts mit Chorbegleitung (Lobeda-Chor) eröffneten das Programm des Abends, das, umrahmt von Musik und Chören, einen Totentanz aus dem 16. Jahrhundert brachte. Die Aufführung wurde in ausgezeichneter Weise von der Laiens'prelschar des Kreises Alsfeld unter Leitung von Lehrer Kraus- Ruhlkirchen getragen. Die Veranstaltung war gut besucht. — Der hiesige Turnverein wird am kommenden Sonntag ein Schauturnen unter Mitwirkung aller Abteilungen zugun st en des Winterhilfswerkes in der Turnhalle veranstalten.
8. L a n g - G ö n s, 20. März. Am heutigen Nachmittag ereignete sich hier in der Breitgasse, einer Hauptdurchgangsstraße, ein Autounglück. Von zwei dicht hintereinander fahrenden Autos wollte das zweite einem entgegenkommenden Lastwagen ausweichen und geriet dadurch zu dicht auf das Gefährt des hiesigen Landwirtes Fr. Müller, der mit feinem Sohn auf dem Wagen faß und vorschriftsmäßig ganz rechts fuhr. Das 2fiito fauste auf die Fahrkühe, die Deichsel wurde zerbrochen. Durch den heftigen Anprall stürzten Landwirt Müller und sein elfjähriger Sohn vom Sitz. Dabei wurde der bedauernswerte Mann erheblich am Kopfe verletzt. Der hiesige Arzt, Dr. Schäfer, wurde gleich telephonisch von Holzheim herbeigerusen und leistete sofortige Hilfe. Der Junge kam "mit einigen Hautabschürfungen und dem Schrecken davon. Den Kühen hat der Anprall scheinbar nichts geschadet. Das Lastauto war, ohne zu halten, weitergefahren. Von der Ortspolizei wurde der Tatbestand sofort feftqefteüt.
< Grüningen, 19. März. Am Samstag fand hier in der Sing- und Turnhalle ein geselliger Abend der N S.- G e m e i n s ch a f t „K r a f t d u r ch Freude" statt. Das Gießener Stadttheater mit Paul Nieren, Geiger und Volck hatte die Ausführung übernommen. Nach kurzer Begrüßung der zahlreichen Gäste, auch aus der Zelle Dorf-Gill, durch den Ortswart Singel sprach der Kreiswart Christ über die Einrichtungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", besonders über Reisen, Wandern und Urlaub. Er forderte auf, von den Einrichtungen der Gemeinschaft vielfältigen Gebrauch zu machen, denn für wenig Geld ist es heute | jedem Kameraden möglich, die Schönheiten des deut-
allein lasten, denn die Henriette hält es ja doch nicht hier aus, ich meine im Winter, wenn es fo zum ' Graulen einsam ist, und man gar keine Ansprache hat. Du hast ja keine Ahnung, Tante, wie still es dann hier wird. Einfach zum Fürchten!" Man kann die Flohe in Tessas Fell laufen hören. Was sollte da Klaudia allein? Die heult sich ja die Augen aus. Und sie muß doch auch jemand haben, der sie beim Singen begleitet. Gut geht es ja nicht. Aber so ein wenig gelingt es mir schon. — Also, du kannst nur die Margot allein haben. Die genügt dir auch vollständig.
Nach dieser Zwiesprache hatte Marie Jffland eine eingehende Unterredung mit Frau Henriette und Klaudine. Dann folgte eine Aussprache mit Margot. Sie währte nicht halb so lange wie die mit Luzie. Margot griff mit beiden Händen zu. Am Rhein war James Pick! Vielleicht traf man sich dort. Ueber den Tod des Vaters hatte sie seine Briefe noch gar nicht beantwortet. Sie konnte ihm nun mündlich über alles berichten.
Am Samstagabend kam der große Tourenwagen, der die Jfflands nach Köln zurückbringen sollte. Sonntag, am frühen Morgen, fuhr man ab. Luzies blasse Wangen sprachen von dem Abschiedsschmerz um die Schwester. Als dann der Wagen außer Sichtweite war, und nur noch eine graue Staubwolke die Richtung zeigte, die er genommen hatte, klammerte sie sich an Klaudine und jammerte.
„Nun ist eine von uns gegangen, Klaudine! — Nun wird es nie wieder so werden, wie es gewesen ist!"
Das Rheinufer war schwarz von Menschen. Das kölnische Temperament ging mit jedem einzelnen durch.
„Geradewegs gelacht, wenn er's nicht schaffen würde! — Wer? — Nießling? — Ha! An ihn kann keiner ran!--James Pick? Der? — Gar
nicht vergleichbar! James Pick hat Muskeln, jawohl, aber Nießling ist aus Stahl! Aus Stahl, jawohl!"
„Hurra, Nießling! Hurra!"
„Rrraus, James Pick! — James Pick, rrraus!
Hurra, Nießling!"
Dessen Getreuen standen so dicht am Ufer, daß sie jeden Augenblick gewärtig sein mußten, ins Wasser zu purzeln. Schreien, Klatschen, Brüllen, Temporufe erfüllten die Luft.
Es regnete leicht. Feinsträhnig sickerte cs vom Himmel und vermehrte die Ungeduld der Wartenden. Das ganze Augenmerk war auf die beiden Köpfe gerichtet, von denen der eine in grüner, der andere in gelber Haube dem Endziel zustrebte.
Die grüne Haube legte sich sekundenlang weit zurück. Zwei rotumrandete Augen suchten über das Ufer hin. Nichts zu finden. Die Menge zahlte nach
, Taufenden. Dann biß James Pick die Zähne wieder t aufeinander. — Es mußte glücken! Mußte!
Lichtbilder wurden als Ergänzung zu dem Sott trag vorgeführt und zeigten die Bedeutung der durch das Versailler Diktat uns entrissenen Grenzlande und Kolonien. Der Abend wurde mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf H i t- ler und mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wefsel» Liedes beschlossen.
Lollar, 20. März. Gestern abend tagte bet Gastwirt Volkmann dahier die ordentliche Ge- neralversammlung des Vereins Kinder freund (E. V.). Der Vorsitzende, Pfarrer Gußmann- Kirchberg, begrüßte die Besucher, gedachte der zehn verstorbenen Mitglieder, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde, und erstattete den Jahresbericht. Aus ihm ist zu entnehmen, daß im Jahre 1934 kein Schwesternwechsel stattfand und das Berichtsjahr ein ruhiges Jahr innerer und äußerer Entwicklung darstellt. Der Verein zählt 375 Mit»
Am andern Morgen hatte Klaudine tiefumrandete Augen und schlich davon, als sie Tante Maria auf Luzie zutreten sah. Die Tante legte den Arm um die Schultern der jüngsten Nichte und zog sie mit sich fort. „Möchtest du mit mir an den Rhein kommen, Luzie?"
Der Blondkopf des Mädchens hob sich überrascht und sank sofort wieder herab. „Ich müßte erst etwas lernen, Tante."
„Was denn zum Beispiel?"
„Du hast doch gewiß eine Menge Arbeit in deinem großen Haus: Staubwischen, Fensterputzen, in der Küche helfen und so. Ich müßte es eben lernen. Dumm stelle ich mich ja eigentlich nicht an. Nur faul bin ich immer gewesen."
„Du bist ja auch noch so jung", tröstete Maria Jffland.
Luzie seufzte auf. „Richtiger ist es, wenn du die Margot mitnimmst, Tante."
„Die Margot? Warum denn?"
„Weil — siehst du, Tante" — ss erfolgte ein zweiter Seufzer, „die Klaudine und ich machen uns schon nützlich hier, daß uns Henriette wenigstens nicht umsonst zu füttern braucht. Aber die Margot — es ist eigentlich häßlich, wenn ich es sage — aber ich sag's ja nur dir, und du erzählst es niemand: Die Margot taugt zu gar nichts."
Maria Jffland mußte ein Lächeln unterdrücken. „Und deshalb soll ich sie mitnehmen, Luzie?"
„Ja, eben deshalb, Tante."
Daß die Tante an ihren Lippen nagte, fiel Luzie gar nicht auf. „Ich fürchte, daß Margot sich bei mir langweilen wird."
„Oh, g-ar nicht!" widersprach ihr Luzie eifrig. „Die unterhält sich schon! Wasser habt ihr ja und sonst braucht sie nichts. Sie schwimmt doch leidenschaftlich gern und rudert, und ihr habt doch den Rhein so nahe. Vielleicht findet sich dann drüben bei euch auch irgend so ein verrücktes Huhn, das partout eine solche Frau will. — Glaubst du nicht, Tante?"
„Vielleicht." Maria Jffland nahm mit beiden Händen den Kopf der kleinen Nichte und küßte sie mit- ten auf den weichen Mund.
„Nimmst du sie mit?" fragte Luzie, als ihre Lippen wieder freigegeben wurden.
„Gern! Aber ich möchte dich auch dabei haben, mein Kind."
„Das geht leider nicht, Tante", wurde ihr Anerbieten abgelehnt. „Ich kann die Klaudine nicht
„Hurra! James! Tfchu-upp! — Hurra! James! Tfchu-upp! — Tfchu-upp!"
Vorüber.
„James Pick! — James Pick!" Wie im Ruderschlag brüllte es vom Ufer her. Und wieder: „James Pick! James Pick!"
Er riß die Augen auf. Die gelbe Haube?--
Er spähte voraus. Nichts zu sehen. Also mußte sie hinter ihm fein, denn auch neben ihm war sie nicht zu entdecken.
Seine Arme fielen wie Schaufeln in die Wellen. Raubfischartig schoß sein Körper dahin. Er war nur noch Wille. Das Letzte geben! Zeigen, was man konnte! Und daß man konnte. Trotz Nießlings stählernem Leib.
Vor ihm tauchte jetzt etwas Gelbrotes auf: Das Ziel!
Er fah nur noch schwarze Gestalten. Margot


