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Länder oingehen, ohne Nachteil für die Versor­gung sanwärter unverzüglich an die Meldestelle bei dem Oberlandesgericht in Kassel weitergeleitet.

Für die Bewerbungen der Versorgungsanwärter sind folgende fünf Wunschbezirke gebildet worden:

a) O st, umfassend die Oberlandesgerichtsbezirke Berlin, Breslau, Königsberg i. Pr., Marien­werder und Stettin;

b) Nord, umfassend Telle, Hamburg, Kiel, Ol­denburg und Rostock;

c) W e st, umfassend Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamm und Köln;

d) Mitte, umfassend Braunschweig, Dresden, Jena, Kassel und Naumburg a. d. S.;

e) Süd, umfassend Bamberg, Karlsruhe, Mün­chen, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken.

Der Wunschdezirk gilt für alle Laufbahnen der Justizverwaltung, für die sich ein Versorgungsan­wärter vormerken läßt. Er darf im allgemeinen nicht gewechselt werden; ein Versorgungsanwärter, der ausnahmsweise in einem anderen als dem hei­mischen Bezirk oder dem seines Aufenthaltsortes einberufen werden will, hat dafür stichhaltige Gründe anzugeben.

Die Finanzen der Arbeitsfront

Berlin, 19. März. (DNB.) Der Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront Paul A. Brinkmann veröffentlicht eine Darstellung der finanziellen Lei­stungen der Deutschen Arbeitsfront. In seinen Aus­führungen heißt es u. a.:

Die Deutsche Arbeitsfront verfügt über eine I a h r e s b e i t r a g s e i n n a h m e von rund 300 Millionen Mark, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund dagegen im Jahre 1930 von 211 800 000 Mark. Das heißt, daß die Deutsche Arbeitsfront mit 16 Millionen Mitgliedern nur rund 90 Millionen Mark mehr erhebt als der ADGB. bei 4,8 Millionen Mitgliedern, oder anders ausgedrückt: Die Deutsche Arbeitsfront verlangt von ihren Mitgliedern einen Jahresdurchschnittsbeitrag von 18.72 Mark. Der ADGB. verlangte dagegen 43,93 Mark. Die Deutsche Arbeitsfront hat also gegenüber dem Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbund ihre Beiträge um 57,5 v. H. gesenkt.

Der ADGB. verbrauchte für Verwaltung s- kosten im Jahre 1930 60,84 Millionen Mark oder rund 28,8 v. H. der Beitragseinnahme. Die Deutsche Arbeitsfront dagegen einschließlich der Rechtsbe­ratungsstellen 82 Millionen Mark oder 27,3 v. H. der Beitragseinnahme. Die Deutsche Arbeitsfront hat also zur Betreuung ihrer fast viermal so hohen Mit­gliederzahl gegenüber dem ADGB. im Jahre nur rund 21 Millionen Mark mehr verbraucht als der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund.

Äehnlich fällt der Vergleich der Unterstützun­gen des ADGB. mit denen der Deutschen Arbeits­front aus. Der ADGB. hat unterUnterstützungen" nicht nur die reinen Barleistungen an die Mitglieder verstanden, sondern unter dem PostenUnter­stützungen" alle Leistungen aufqeführt und die Ver­waltungskosten, die die Bearbeitung dieser Unter­stützungen und Leistungen erfordert hat. Unter Be­rücksichtigung dieser Tatsache zahlte der ADGB. 123,5 Millionen Mark im Jahre 1930, während die Deutsche Arbeitsfront 80 Millionen Mark a n reinen Barlei st ungen ausgibt und dar­über hinaus für die Berufserziehung 14 Millionen Mk.

für den Berufswettkampf 4

für die NSG.Kraft durch Freude" 20

für Volks- und Berufsgesundheit 6

sür die Schulung 18

Die Deutsche Arbeitsfront verwendet die Neber« s ch ü s s e ihrer Beitragseinnahmen, die zur Deckung späterer Anwartschaften vorhanden sein müssen, nicht dazu, um sich an unrentablen oder wertlosen Unternehmungen zu beteiligen wie der ADGB., sondern sie stellte beispielsweise im vergangenen Jahre 100 Millionen Mark für Arbeitersiedlungen zur Verfügung.

Aus aller Wett.

Heuer Bischof der Allkatholifchen Kirche.

Zum neuen Bischof der Altkatholischen Kirche wurde in einer nach Bonn, dem Sitz des Bis­tums, einberufenen Reichsfynode der bisherige G e n e r a l v i k a r für die Altkatholische Kirche Deutschlands Erwin Kreuzer, der nach dem Tode von Bischof Dr. Moog Bistumsverweser war, gewählt. Bischof Erwin Kreuzer ist 1878 in Berlin geboren. 1900 wurde er in Bonn zum Priester ge­weiht. 1916 übernahm er in Freiburg i. B. die Funktionen eines bischöflichen Stellvertreters für Baden. 1934 wurde er von Bischof Dr. Moog zum Generalvikar für Deutschland bestellt.

Hauptmann Köhl beim Papst.

Ozeanflieger Hauptmann Köhl ist als In­spekteur derM i v a" (Missions-Verkehrs­und Arbeitsgemeinschaft) vom Papst empfangen worden. Pius XI. hat für dieMiva", die vor wenigen Jahren von demfliegenden Pater" Schulte gegründet worden war und sich mit ihren Flugzeugen erfolgreich in den Dienst der Mission und besonders der Krankenpflege stellt, wärmstes Interesse bekundet. Köhl war vor einigen Tagen mit dem unlängst von Kardinalerzbischof Dr. Schulte in Köln getauften FlugzeugSt. Petrus" in Rom eingetroffen. Vor dem Rückflug nach Köln wird das Flugzeug das erste in der Vati­kanstadt vor dem Palast des Gouverneurs zur Besichtigung zugänglich sein. Von Köln aus soll das Flugzeug nach Ostafrika verfrachtet wer­den. Von dort aus wird Hauptmann Köhl für die Miva" die wichtigsten katholischen Missionsgebiete Afrikas besuchen.

76. Geburtstag des Erfinders des Kupfertiefdrucks.

Auf Haus Eichenhorst bei Marienrachdorf (Unter­westerwaldkreis) beging am 18. März Ernst Rolffs, der durch feine für das moderne Jllu- ftrationsverfahren hochbedeutsame Erfindung des Kupfertiefdrucks in der ganzen Welt bekannt wurde, feinen 76. Geburtstag.

Der Vegeraufruhr in hartem dauert an.

Obwohl ein starkes Polizeiaufgebot bemüht ist, weitere Ausschreitungen im Neuyorker Ne­gerviertel Hartem zu verhindern, dauert der Aufruhr der Neger an. Die Geschäftsleute des Stadtteiles, die weitere Plünderungen befürchten, haben sich an den Gouverneur gewandt und um die Entsendung von Truppen zur end­gültigen Wiederherstellung der Ordnung gebeten. Der durch die Zerstörung und Plünderung von Läden und Kaufhäusern verursachte Sachschaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Die schwar­zen Ladenbesitzer haben ihre Geschäftsräume durch Aushängen eines Plakates mit dem WortFarbig vor der Plünderung durch ihre Rassengenossen ge­schützt. Einem Chinesen, der sich durch diese Maß­nahme ebenfalls sichern wollte, wurde der Laden sofort von den Negern zerstört. Von den über 100 Verletzten sind inzwischen ein Weißer und ein Neger gestorben.

Blutige Eingeborenen-Unruhen in BrittschJndien. Ueber 200 Tote und Verwundete.

In Karatschi (Britisch-Jndien) kam es anläßlich der Hinrichtung eines Mohammedaners, der einen Hindu ermordet hatte, zu großen Kund­gebungen der mohammedanischen Bevölkerung. Als die Menge eine bedrohliche Haltung einnahm, eröffnete die Polizei das Feuer. Die Zahl der Mohammedaner, die durch die Schüsse der Po­lizei getötet oder verwundet wurden, soll 200 übersteigen. Eine riesige Zahl von Moham­medanern, darunter mehrere hundert Frauen und Kinder, hatten sich zu einem Zuge durch die Stra­ßen der Stadt formiert. Im Zuge wurde die Leiche des wegen Mordes Hingerichteten Mohammedaners getragen. Die Aufforderung der Polizei, ausein­anderzugehen, beantworteten die Massen immer wieder mit neuen Angriffen, so daß die Polizei­beamten von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. In der darauf entstandenen Verwirrung bemächtigte sich die Polizei der Leiche des Hinge­richteten, der nunmehr wieder beerdigt wurde. Mili­tärische Kräfte mit aufgepflanztem Seitengewehr überwachen zur Zeit die Unruhebezirke.

Sechs Tote

bei einer ungarischen Wahlversammlung.

In der ungarischen Gemeinde Endröd im Wahl­bezirk Bäkss kam es zu einem blutigen Zwi­schenfall. Die Wahlbehörden wollten eine Wahl­versammlung auflösen, in der der Kandidat der Unabhängigen Kleinlandwirtepartei Andahazi- K a s n y a nicht erschienen war, worauf die Menge den Gendarmerieposten angriff, so daß dieser von der Waffe Gebrauch machen mußte. Fünf Personen, darunter eine Frau, waren auf der Stelle tot, eine sechste starb bei der Ueberführung ins Hospital, eine siebente Person wurde schwer verletzt. Es wurde sofort eine strenge Untersuchung einge­leitet. Der Minister des Innern, K o z m a , begab sich an den Tatort.

Gens gewinnt den Prozeß

um die 350-lNillionen-Erbschaft des Herzogs von Braunschweig.

Das Pariser Zivilgericht hat die Klage des Gra­fen Ulrich de C i v r y gegen die Stadt Genf auf Herausgabe der 350-Millionen-Erbschaft des Herzogs von Braunschweig abgewiesen. Das Pariser Gericht schloß sich den Gründen der Rechtsvertreter der beklagten Stadt Genf an und wies die Forderung des Klägers zurück, da bereits zwei ähOliche Anträge, einmal 1890 und ein ander­mal 1909, abgewiesen wurden. Im übrigen sei der Klageanspruch verjährt, da die Erbfolge 1873 er­öffnet worden sei und die Verjährung binnen 30 Jahren eintrete.

Verheerende Sandstürme in Amerika. Zahlreiche Todesopfer? Schwere Lrnteschäden.

Der Staat Kansas wurde von einem großen Sandsturm heimgesucht. Besonders schwer wurde der Südwesten und Westen von Kansas getroffen. Der Kraftwagen-, Eisenbahn- und Flugverkehr wurde völlig lahmgelegt. Die Telephon- und Tele­graphenverbindungen sind unterbrochen. An vielen Orten mußten auch die Schulen geschlossen werden/ In der kleinen Ortschaft Palco erstickten meh­rere Kinder, ba sie zu viel Sand eingeatmet hatten. Der Sachschaden ist sehr groß. Am Mittwochnach­mittag war Kansas-Stadt von dichten Sandwolken überzogen, die die Sonne verdunkelten.

Der Sandsturm, der auch die Staaten Okla­homa und Nebraska heimgesucht hat, wird als der schwerste seit Menschengedenken bezeichnet. Man

- ürchtet, daß zahlreiche Menschen den Er- tickungstod gefunden haben. Die Einwohner ind überall angewiesen worden, in ihren Häusern zu bleiben und Haustüren und Fenster mit Tü­chern zu verhängen. Die staatlichen Statistiker von Oklahoma schätzen den der Weizenernte in Oklahoma zugefügten Schaden auf zehn Millio­nen Dollgr. WeiAensachverständige in Nebraskar er­klärten, infolge der Sturmverwüstungen werde eine fast völlige Neuaussaat des Winterweizens notwen­dig fein.

Lastkraftwagen bringt zwei Häuser zum Einsturz. Zwei Tote, ein Schwerverletzter.

Auf der Autostraße FiumeTriest fuhr ein Last­kraftwagen infolge Versagens der Bremse auf einer abschüssigen Strecke mit voller Gewalt gegen ein Haus und zertrümmerte fast die ganze Vor­derfront eines darin befindlichen Cafös. Etwa zehn Minuten später stürzte das ganze Haus zu­sammen. Die Besucher konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei Personen, die auf dem Lastwagen saßen, wurden getötet, eine Person schwer verletzt. Während der Aufräumungs­arbeiten stürzte auch das nebenliegende Haus ein. Es konnte noch nicht festgestellt werden, ob sich unter den Trümmern noch Opfer befinden.

Dreijähriges Kind spielt mit einer Pistole. Vater und Kind schwer verletzt.

In der Wohnung des Wachbeamten H ö sch in Stolberg (Rheinland) ereignete sich ein Unglücks­fall. Man fand den 35jährigen Wachbeamten und sein drei Jahre altes Kind mit schweren Schußverletzungen in der Wohnung auf. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Beamte seine Pistole auf den Tisch gelegt und nicht darauf geachtet hätte, daß das Kind mit der Waffe spielte. Plötzlich ging ein Schuß los. Die Kugel durchbohrte das Kind und traf dann den am Tisch sitzenden Wachbeamten. Mit dem Tode des Kindes ist zu rechnen. Der Beamte wurde ebenfalls schwer ver­letzt.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt.

Ein außerordentlich kräftiger Wirbel ist von Skan­dinavien nach dem Baltikum vorgestoßen und hat weit bis nach Deutschland hinein Bewölkung ge­bracht. Bei uns hat sich jedoch im Bereich absteigen­der Lustbewegung das überwiegend heitere Wetter mit starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht (in den Niederungen um 19, auf den Bergen um 6 Grad Celsius) gehalten. Ein neuer Wirbel, der über dem Ostatlantik in Entwicklung ist, wird voraussichtlich auch noch keinen stärkeren Ein­fluß auf unser Wetter nehmen, Menn auch im ganzen mit zunehmender Neigung zu Bewölkungsbildung gerechnet werden kann.

Aussichten für Freitag: Morgens viel­fach dunstig, sonst im ganzen noch freundlich, mit­tags recht warmes Wetter, meist südliche Winde.

Hauptschriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts-Buch- and Skemdruckerei

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