Ausgabe 
21.3.1935
 
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185. Jahrgang

Gichener Anzeiger

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ohne Aufenthalt genommen zu haben, feinen Weg derherstellung der deutschen Ehre zu danken.

in nordwestlicher Richtung fort. Obwohl die Fahrt-1

les entwachsen.Ich stamme aus kleinen, einfachen bürgerlichen Verhältnissen" hat er selbst stolz be­kannt.Der Bandstuhl war es, der mir meine Wie­genlieder gesungen, und mit Leder wurden meine Hosen geflickt, wenn ich sie auf der Schulbank der ElementarschuleAuf dem Heid zu Barmen ver­schlissen hatte".

Mit 16 Jahren war er Abiturient, als Zwanzig­jähriger erwarb er magna cum laude die Doktor­würde. Und er führte den Beweis, daß Jugend kein Vorrecht ist, sondern eine Verpflich­tung bedeutet.Als ich, erst zwanzig Jahre alt", schrieb er vor Jahren selbst nieder,in Jena bei meinem hochverewrhten Lehrer, Geheimrat Pro­fessor Dr. Geuther, im 6. Semester das Doktor­examen mit Chemie, als Hauptfach, mit Mineralogie, Geologie und was in der damaligen Zeit sehr selten vorkam auch Nationalökonomie als Neben­fächer, gemacht hatte, bemühte ich mich, so schnell wie möglich eine Stelle zu bekommen, um peku­niär unabhängig von meinen Eltern zu werden. Denn meinen Eltern ist es bei einem verhältnismäßig kleinen Geschäft, das in der Her­stellung und dem Verkauf seidener Bänder bestand, und in dessen Erträge sich drei Brüder mit Familie teilen mußten, nicht leicht gefallen, die Mittel für mein Studium aufzubringen." Daß es geschah, ver­dankte der Chemiker Duisberg seiner Mutter. In

Paris, 20. März. (DNB.) Ministerpräsident F l a n d i n begründete im Senat mit einer einein­viertelstündigen Rede die Maßnahmen zum Aus­gleich der rekrutenarmen Jahrgänge und ging dann auf die Proklamation der Reichs­regierung hinsichtlich der Wehrpflicht über. Man habe dieses Ereignis als Folge der Veröffentlichung des eng­lische Weißbuchs hinstellen wollen. Diese Behauptung stehe im Wiederspruch zu den Tatsachen. Die zwölf Ar­meekorps und die 36 Divisionen seien in Wirk­lichkeit schon vorhanden gewesen. Außer­dem sei acht Tage früher die Schaffung einer deut­schen Streitmacht zur Luft bekannt gegeben worden. Man stehe also dem Abschluß einer Politik gegen­über, wobei man die Proklamation sicherlich absicht­lich mit der Heldengedenkfeier zusammenfallen ließ, * Htrt hon (Vinhriirf iit nerstärken.

Stoff dieses Ringes und so stolz wie das Symbol, das ihn ziert."

Mit gleicher fordernder, kein Opfer scheuender Liebe stand er der Ho sch ule gegenüber, der for­schenden Wissenschaft wie der Studentenschaft. Die Beteiligten wissen, wie ' Carl Duisberg, insbeson­dere in den Krisenjahren, geholfen, mit Rat und Tat geholfen hat. Wie er als Praktiker des Lebens nicht nur der Notlage des a k a d e m l - schen Nachwuchses zu steuern bestrebt war, sondern auch das Problem der Auslese, des Führernachwuchses in der Wissenschaft und Wirtschaft, angefaßt hat. Wie er nicht nur Reden hielt, die Aufsehen erregten, sondern überall zu helfen wußte, wo Hilfe notwendig war. Die Stü­de n t e n h ä u s e r, die ihm ihr Entstehen verdan­ken, legen heute noch Zeugnis ab für die Tatsache, daß dieser Mann die Zeichen der Zeit wie ihre Auf­gaben und Notwendigkeiten früher als viele andere erkannt hat und demgemäß handelte.

Wie als schöpferischer Entdecker und Gestalter war Duisberg auch als Mensch eine Ausnahme­erscheinung. Sein sprühender Geist, seine alle Ge­biete umfassende Bildung, seine Künstlernatur spen­deten Begegnungen mit ihm die Weihe des Beson­deren. Es gibt kaum eine Ehrung, die dem Profes­sor und neunfachen Doktor aller Fakultäten, der bereits 1909 Geheimer Regierungsrat geworden ist, nicht zuteil wurde. Er blieb der einfache Sohn des Bergischen Landes, dem lieber» heblichkeit und Standesdünkel fremd waren, und der nur ein Ziel kannte: m i t z u h e l f e n an der Wie­dererringung des Ansehens und der Macht Deutsch- land«; In einem Briefe schrieb er am 10. März 1921:Sie haben recht, die Zeit ist trübe und für uns hier im besetzten Gebiet besonders schwer, zu­mal wenn die geplanten Sanktionen, auf deutsch Gewaltätigkeiten" und insbesondere die Aus- unb Einfuhrzölle, über uns verhängt werden. Trotzdem bewahren wir ruhiges Blut, halten den Kopf nach wie vor hoch und lassen uns nicht unter- kriegen. Aus eigener Kraft, nicht gestützt auf nähere Versprechungen des neutralen Auslan-

Führer zu begrüßen. Unter dem grenzenlosen Jubel der Darmstädter Bevölkerung fetzte der Führer dann,

seinen Lebenserinnerungen hat er derprachtvollen Frau, die einfach und unkompliziert war, aber eine fabelhafte Energie und einen besonders klaren Ver­stand besaß", und die gegen den Vater die Leiden­schaft des Jungen für chemische Experimente för­derte, den Sohnesdank abgestattet:Sie war natur­verbunden und erdverwachsen. Mit beiden Füßen stand sie in der Wirklichkeit." Das sind ehrende Sätze von hohem Klang.

Geheimrat Geuther hat dem jungen Doktor den Plan ausgeredet, des Gelderwerbs wegen eine Stellung in der Nahrungsmittelchemie anzunehmen. Er verpflichtete den Zwanzigjährigen als wissen­schaftlichen Assistenten mit tausend Mark Jahres­gehalt und freier Wohnung in einem Dachzimmer des Laboratoriums. Das Einjährigenjahr im In- fanterieleibregiment in München unterbrach diese Tätigkeit, und im September 1883 zog Duisberg nach Straßburg, um im chemischen Universttatsiabo- ratorium im Auftrage und auf Rechnung des Vor­sitzenden des AufsichtsratLS der Elberfelder Farben­fabriken, Carl Rump ff, Verfahren auszuproben, die Rumpff erworben hatte.

Ein Jahr später begann die Tätigkeit Duisbergs in Elberfeld und der beispiellose Aufstieg des Che­mikers und Organisators. Duisbergs Entdeckung des Benzopurpurins und Deltapurpurins sowie Ben­zoazurins, roter und blauer Farbstoffe, hat nicht nur wesentlich zum Aufschwung der Elberfelder Farbenfabriken, sondern der Farbenchemie über­haupt beigetragen.

Bereits 1888 wurde er Prokurist und Leiter des wissenschaftlichen Laboratoriums und der Patent­abteilung, 1899 technischer Direktor und mit der Umgestaltung der Fabrikationsstätten beauftragt. Auf seinen Rat wurde das Werk Leverkusen bei Köln gegründet und nach seinen Plänen in einer oft gerühmten und unerreichten Form ange­legt und ausgebaut. Leverkusen, das bei seiner Gründung aus wenigen alten Gebäuden bestand, ist heute eine Stadt von mehr als 30 000 Einwoh­nern, und das Riesenwerk, das Fabrikationsstätten mannigfacher Art umfaßt, seine sozialen, sportlichen und kulturellen Anlagen und Einrichtungen verkün­den den volksverbundenen, großzügigen, künstlerisch

wo bleibe die Gerechtigkeit, von der die Satzungen des Völkerbundes spre­chen, wenn jeder sich das Recht beimesse, die Verpflichtungen der Verträge zu verleugnen? Was bleibe von der Kraft des internationalen Rechtes übrig, wenn man die eigene Kraft jeder Ration an die Stelle des Rechtes fetze? Seit 15 Jahren habe Frankreich viel für die An­näherung und für die Diederversöhnung der beiden großen Völker getan. Aber diese Ver­söhnung könne nicht auf der Verkehrung der Wahrheit und auf der Ableugnung des Rech­tes und der Gerechtigkeit fußen.

Es sei nicht wahr, daß das deutsche Volk nach l'/rjährigem Kriege die Waffen niederge-

Die ganze Fahrt von Stuttgart an glich, obwohl das Reiseziel völlig unbekannt geblieben war, einer einzigen Triumphfahrt. Gerade der Umstand, daß dabei niemand vorher von dem Besuch des Führers wußte, läßt so recht erkennen, mit welch grenzenloser Liebe und Verehrung das deutsche Volk an seinem Führer hängt. Lieber standen die Menschen stundenlang vergeblich auf den vermuteten Durchfahrtstraßen, als daß sie sich die Gelegenheit entgehen ließen, den Führer, wenn auch nur für den kurzen Augenblick der Durchfahrt, zu sehen und ihm für die historische Tat der Wie.

vorwärts kommen und der Führer selbst forderte, im Wagen stehend, die begeisterte Menge auf, sei­nem Wagen Platz zu machen.

Ganz Darmstadt auf den Seinen.

Kopf an Kopf stehen die Massen, um dem

Führer zu huldigen.

Unbeschreiblich war bann der Empfang, der dem Führer in Darmstadt bereitet wurde. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Kunde von der bevorstehen­den Durchfahrt des Führers bereits in den Mittags­stunden verbreitet. Im Ru war die ge s a m t e Bevölkerung auf den Beinen. In den ersten Rachmiltagsstunden schon war auf den Durch­fahrtsstrahen, die der Führer voraussichtlich passieren würde, an ein Durchkommen nicht mehr zu denken. Stunde um Stunde harrte die Menge geduldig aus, bis dann endlich, als schon der Abend herein­gebrochen war, der Führer in der hessi­schen Landeshauptstadt eintraf. Jetzt war die Menge nicht mehr zu halten. Sie durchbrach die Absperrungen und lief bis an den Wagen des Führers heran, der mit einem Orkan der Begeiste­rung begrüßt und von ununterbrochenen Heilrufen begleitet wurde. Auch hier konnte der Wagen nur schrittweise sich seinen Weg durch die Stadt bahnen.

Vor dem Hause des Reichs st att- halters hatten sich die Spitzen der Partei, der Landesbehörden und der Stadt eingefunden, um den

route des Führers unbekannt geblieben war, schien doch die ganze Gegend alarmiert zu sein. In allen Städten und Städtchen, in allen Dörfern und Ortschaften standen die Menschen Kopf an Kopf und harrten geduldig der Ankunft des Führers.

Aufenihatt in Wiesbaden.

In Wiesbaden, wo der Führer gegen 20.45 Uhr eintraf, erwarteten ihn ebenfalls u n g e - zählte Tausende. Auch hier war es einfach nicht mehr möglich weiterzukommen. Immer und immer wieder mußte der Wagen halten. Nur un­ter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte gelang es den Absperrungsmannschaften, eine schmale Gasse durch die zusammengeballten Menschenmassen zu bahnen. Vor dem Hotel Rose, in dem der Füh­rer die Fahrt unterbrach, sammelte sich ebenfalls im Nu eine ungeheure Menschenmenge, die immer wieder in Sprechchören den Führer zu sehen verlangte.

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(Sari Duisberg f.

Aus einem an Arbeit und Segen überreichen Leben ist der 74jährige Carl Duisberg abgerufen worden. Unerwartet und viel zu früh für alle, die das Glück und die Ehre hatten, diesem seltenen deut­schen Manne zu begegnen, der ein Wirtschaftsführer und Wissenschaftler, ein Schöpfer und Gestalter von höchsten Qualitäten war. Die um seine unerhörte Schaf­fens- und Lebensfreude wußten, die den körperlich und geistig beispiellos jugendlich wirkenden Siebziger kann­ten, überrascht die Nachricht, daß dieser das Leben ge- radezu verkörpernde Mann die Augen für immer geschlossen hat

In das Neue Peich ragte die Gestalt und das Werk Carl Duisbergs wie ein Symbol und eine Verheißung hinein. Er war ein lebendiger Zeuge für die Wahrheit des Satzes, daß die stärksten gei­stigen Kräfte von unten kommen, daß sie den un­verbrauchten, gesunden Schichten des schlichten Vol-

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59.Z 49,05 10. 0 5°'S 80-$ 34,05 10,402

2,482

berg ein, wo er mit seiner Begleitung i m Europäischen H o f" abstieg. Obwohl die An­kunft des Führers vorher nicht bekanntgegeben war, hatten sich doch auf den Straßen große Men- ch e n rn a s s e n anqefammeÜ, die sich vor dem Hotel in unübersehbarer Menge zusammenballten und in Sprechchören den Führer zu e h e n verlangten. Die Absperrung konnte die immer mehr anschwellenden Massen kaum zurückhalten. Eine Anzahl Kinder wurde in den Hof geführt, um dort den Führer aus nächster Nähe sehen zu können. Etwa um 16.30 Uhr ver­ließ der Führer das Hotel und bestieg seinen Kraft­wagen. Ein kleines Mädel überreichte ihm einen Blumenstrauß. Dann fuhr der Wagen des Führers, von brausenden Heilrufen umtost, i n langsamer Fahrt durch die Stadt. Die Absperrung konnte die Menge nicht mehr zuruck- halten, die bis an den Wagen des Führers,., ..... - -

vordrängte. Nur schrittweise konnte der Wagen um den Eindruck zu verstärken.

Will Frankreich keine Entspannung?

Schroffe Rede Flandins im französischen Senat.

Der Abschied von Stuttgart.

Stuttgart, 20. März. (DNB.) Die Abfahrt des Führers und Reichskanzlers von Stuttgart Mittwoch mittag um 12 Uhr gestaltete sich zu einer Kundgebung, wie sie die schwäbische Landeshaupt­stadt in diesem Ausmaß und in dieser Beharrlich­keit selten erlebt hat. Schon am frühen Morgen standen Tausende von Volksgenossen in den Straßen und auf dem Platz vor dem Hospiz Viktoria, um den Führer zu sehen und seine Ab­fahrt, deren Zeitpunkt unbekannt war, mitzuerleben. Gegen Mittag stauten sich die Menschenmassen so stark, daß immer neue Absperrmann­schaften beigezogen werden mußten, um we­nigstens in den angrenzenden Straßen den Ver­kehr, der umgeleitet werden mußte, aufrechtzuerhal­ten. Inzwischen war auch eine Abteilung der SA. und des Arbeitsdienstes anmarschiert, die vor dem Hotel Spalier bildeten. Beängstigend wurde der An­drang, als die Jugend, die offenbar schulfrei bekommen hatte, in großen Scharen anrückte, um den Führer zu sehen. Unendlicher Jubel stieg in den sonnigen Frühlingstag empor, als der Führer sich wiederholt am Fenster zeigte und den Volksge­nossen für ihre Liede und Treue dankte Als dann der Führer um 12 Uhr imPortaldes Hotels erschien, umgeben von seiner Begleitung, wurde er von unermeßlichem Jubel umbra u ft. Zur Verabschiedung des Führers hatten sich im Hospiz Viktoria Reichsstatthalter Gauleiter Murr, Ministerpräsident Mergenthaler, von feiten der Wehrmacht der Ches des Stabes Oberst R o u f f in Vertretung des dienstlich abwesenden General­leutnants Geyer und Stadtkommandant Oberst Most eingefunden.

Schrittweise Zahn durch das jubelnde Heidelberg.

Wiesbaden, 20. März. (DNB.) Heute nach- mittag traf von Stuttgart über Sinsheim durch das Neckartal kommend, der Führer in Heidel-

Tnumphfahri des Führers durch den Rhein-Main-Gau.

Begeisterte Huldigungen aller Bevölkerungskreise umbrausen den Führer bei seinem überraschenden Besuch in Heidelberg, Darmstadt und Wiesbaden.

in Gießen und 174 kühe ober 60 Mark, 1130 bis nt, b) 80 ) bis 105 !, tragend Öebenbge« ber Notiz, artt. lemüfe- at, ßorob n, M/ß- men sie

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des ober gar Amerikas, müssen wir uns wieder aus dem Elend, in das uns der Krieg und noch mehr die Revolution gebracht hat, herausarbeiten. Im Augenblick ist die Einigkeit des deutschen Volkes in allen Kreisen und Schichten, und eine starke Re­gierung die Hauptsache. Dann werden wir es den Gegnern schon beibringen, daß man uns nicht als Prügelknabe behandeln kann, sondern als ebenbür­tigen Gegner ..."

Das war Duisbergscher Geist. Und so erleiden Deutschland, seine Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Tode dieses großen Mannes einen ungemein schweren Verlust. Carl Duisberg war mehr als ein bedeutender Chemiker und erfolgreicher Staufmann. Er war als solcher ein Künstler von Gottes Gnaden ein Mensch, der verschwenderisch Gutes tun und in der Stille Taten vollbringen konnte, deren jede ihm einen Ehrenplatz im Buche der Geschichte des deut­schen Volkes sichert. Und er war noch mehr: ein Mann, ein Kerl, der alles in sich vereinte, was das neue Deutschland im Sinne seines Führers von allen schaffenden Volksgenossen fordert. Sein Werk, die IG. Farbenindustrie A.-G., bat keine ehren­vollere Ausgabe als im Geiste Carl Duisbergs Führer und Gefolgschaft zu erziehen. H. G.

Oer Führer

an Frau Geheimrat Duisberg.

B e r t i n, 20. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Frau Geheimrat Duis­berg nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet:

Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, sprech- ich Ihnen meine herzliche Anteilnahme aus. Die deutsche chemische Industrie verliert in dem Verstorbenen einen ihrer e r ft e n Pio­niere und einen e r f o l g r e i ch e n F ü h r e r, die deutsche Wirtschaft einen ihrer großen Or. ganifatoren. Sein Name wird in Deutschland in Ehren weiter leben.

Gez.: Adols Hitler."

beschwingten Geist ihres Schöpfers, dessen Beschei­denheit so groß war, daß er mit seinem Werk voll­kommen hinter dem Namen des Gründers Bayer der Farbenfabriken zurücktrat.

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle tue gewaltige Lebensarbeit Duisbergs in ihren Einzel­heiten zu behandeln. Er war als Chemiker wie als Unternehmer Bahnbrecher.' (Betreu fernem Glaubenssatz:Fest stehen immer still stehen nimmer" hat er Eigenwert und schöpferische Straft zur höchsten Leistung gesteigert und sein Können völlig in den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt.

Sein rastlos tätiger Geist kannte keinen Stillstand. Eine Studienreise' durch die Vereinigten Staaten ließ den Plan reifen, die deutschen Farbenfabriken zu einer Interessengemeinschaft zufam- menzujchlietzen. DieBadlfchk Anilin" in Ludwigs- linsen und dieAgfa" in Berlin-Treptow gingen bereits 1904 auf feine Vorschläge ein; die S)od)ner Farbwerke Leopold Cassella in Frankfurt a. M., Calle und Co. in Biebrich, Griesheim-Elektron und Weiler ter Mer in Uerbingen folgten 1916, und das Jahr 1925 krönte dieses Lebenswerk Duisbergs in der I. G. F a r b e n i n ö u ft r i e A. - G., m deren Verwaltungs- und Aufsichtsrat er seit dem 1. Januar 1926 den Vorsitz führte, daß nicht nur. die Generalversammlung der IG. zu ebenso bedeut­samen wie interessanten Wirtschaftstagungen wurden. ' .

Gewaltig war das Verdienst Carl Duisbergs um die chemische und pharmazeutische Wissenschaft und Industrie, gewaltig ist die Kulturtat, bie feine For­derung der Volkstumspflege, der Hochschulen, der Forschungsarbeit wie des akademischen Nachwuchses, darstellen. Und das Verständnis der Wirtschaft sur dos Auslandsdeutschtum zu werben, war ihm stets ehrenvolle Pflicht. Als er die höchste Auszeichnung des Deutschen Auslandsinstitutes, denDeutschen Ring" entgegennahm, sprach er diese, sein ganzes We­sen enthüllende Worte:Ich fasse diesen Ring nicht nur als eine Anerkennung auf, sondern mehr noch als eine unlösbare Verpflichtung zur Deutsch- tumsarbeit, eine Aufgabe, die so edel ist wie der

Nr 68 Lifte; Blatt . 185. zayrgang Donnerstag, 2!. Diät} 1955

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