Ausgabe 
21.2.1935
 
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Volksgenossen regelmäßig den Weg zu den llebungssiällen der Sporkämter finden, sich dort bei Spork und Spiel körperlich ertüchkigen, die Muhen des Alltags vergessen und wieder jung, fkisch, lebensmutig und leistungsfähig werden.

Wir sind ftolx auf diese Kameraden, die auf diese Weise über ihren persönlichen Vorteil hinaus bei­tragen, die Lebenskraft unseres Volkes zu erhöhen, um es damit fähiger zu machen zur Lösung der großen politischen und kulturellen Aufgaben, die ihm die Vorsehung gestellt hat.

Noch immer aber sind es an der Masse des schaffenden deutschen Volkes gemessen wenige, die die Bedeutsamkeit einer regelmäßigen körper­erziehlichen Betätigung für sie selbst und für die Gemeinschaft des Volkes erkannt haben. Noch im­mer stehen Millionen abseits, die da meinen, sie seien zu alt oder zu ungeschickt, zu dick oder zu schwach, als daß sie Leibesübungen treiben könnten.

Mit diesem volksgefährlichen Irrtum gilt es jetzt mit allem Nachdruck aufzuräumen. Gerade die, die da meinen, es sei ein unabänderliches Schicksal, mit den Jahren Fett und Kalk anzusetzen, haben Leibes­übungen besonders nötig, und hier springt das Sportamt der NS.-G.Kraft durch Freude" in die Bresche. In einer Fülle von Kursen bietet es jedem billig Gelegenheit, in fröhlicher Uebungsgemeinschaft unter Leitung bestausgebildeter Lehrkräfte dieser Gefahr zu entrinnen.

Gerade in der Erfassung und Betreuung der den Leibesübungen noch fernstehenden und in ihrer Körperbildung vernachlässigten Volks­genossen sieht das Sporkamt seine Hauptauf­gabe. Keiner hat zu befürchten, daß von ihm schwierige Hebungen und Leistungen gefordert werden. Jeder findet in den Kursen des Spork- arnles die seinem Alter und seiner Körperver­fassung entsprechenden Hebungen und damit Ge­sundheit, Frohsinn und Lebenskraft.

Wir können darum für die Arbeit und für die bevorstehende Werbeaktion des Sportamtes keinen besseren Wunsch au^sprechen als den, daß in den

kommenden Wochen wieder hunderttausende mehr den Weg zu den Kursen des Sportamtes finden mögen, und daß es ihm gelinge, die Leibesübungen wirklich zur Lebensgewohnheit des ganzen deutschen Volkes zu machen. Dann werden auch die Olympi­schen Spiele 1936 in Berlin das Fundament und den Widerhall im Volke finden, deren sie im In­teresse des deutschen Sportes und des Ansehens un­seres Staates als Gastgeber so dringend bedürfen.

(gez.) Dr. Ley. (gez.) von Tschammer-Osten.

*

Das Sportamt der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" gibt hierzu ergänzend bekannt, daß wäh­rend der Werbeaktion, die von Donnerstag, den 21. Februar, bis Mittwoch, den 27. Februar, läuft, alle Volksgenossen, die noch nicht Leibesubungen treiben, an den allgemeinen Körperschulungs- und Gymnastikkursen des Sportamtes unentgeltlich, an den Schwimmkursen gegen eine Gebühr von 20 Pf. teilnehmen können. Jeder Volksgenosse besorge sich darum sofort das kostenlose Kursusprogramm seines Sportamtes, wähle sich die für ihn passenden Uebungsstunden aus und folge dann der Aufforde­rung zu fröhlichen, Lebenskraft und Freude schen­kenden Leibesübungen in den Kursen der NSG. Kraft durch Freude".

Kurze Sportnotizen.

Deutsche Tischtennis-Mei st er wurden im Dameneinzel Frl. Krebsbach-Dresden. Herren­einzel hamar, Damendoppel Smidova-Kolar, Her­rendoppel Svoboda-Kolar und im Gemischten Dop­pel Kleinwa-Hamar (sämtliche Tschechoslowakei).

*

Der deutsche Meisterfechter Erwin C a s m i r-Frankfurt mußte in St. Moritz durch den Franzosen Schmetz auf Degen eine Niederlage von 4:10 Treffern einstecken.

*

Frankfurt und Köln haben ihren Fuß­ball-Rückkampf für den 14. April nach Frankfurt vereinbart. Die beiden Städtemannschaften treten ,'ich amBornheimer Hang" gegenüber.

Wirtschaft.

* Die Lahnschiffahrt im Januar. Nach der soeben bekanntgegebenen amtlichen Mitteilung wurden im Monat Januar 9168 Tonnen auf der kanalisierten Lahn verschickt. Es handelt sich um die Verfrachtung von 1089 Tonnen zu Berg und von 8079 Tonnen zu Tal. Geschleust wurden im Berichts­monat 50 Güterschiffe zu Berg und 55 Güterschiffe zu Tal, sowie je zwei Motorpersonenboote zu Berg und zu Tal und je acht Kleinfahrzeuge zu Berg und zu Tal.

Khein-Mainische Mittagsbörse.

Tendenz freundlich.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Obwohl auch heute besondere Anregungen nicht Vorlagen und auch der Auftragseingang aus der Kundschaft spär­lich blieb, zeigte die Börse eine weiter freundliche Tendenz.Die Kursentwicklung war nicht einheitlich, größere Veränderungen traten nach beiden Seiten nicht ein. Die Kulisse bekundete im allgemeinen wenig Unternehmungslust.

Lediglich am Rentenmarkt betätigte sie sich zeitweise etwas lebhafter. Besonders für Kommu- nal-Umschuldung erhielt sich im Anschluß an die Abendbörse weiteres Interesse mit + 0,15 v. h., auch Zinsvergütungsscheine zogen' auf 90,13 (90) und Altbesitzanleihe auf 112,13 (112) an. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 98,25 (98,40) nur knapp behauptet, Reichsbahn-VA. eröffneten mit 118,65 unverändert.

Am Aktienmarkt waren Daimler-Motoren auf die Erklärungen über die weiter günstige Ent­wicklung bei dem Unternehmen noch lebhafter und mit 50,65 (50,50) gut behauptet. Etwas Geschäft wies ferner der Montanmarkt auf, wobei die Kurs- geftaltuns aber sehr uneinheitlich war. Fester lagen u. a. Klöckner (-ft 0,75 v. h.), Stahlverein (-ft 0,50 v. h.), harpener (+ 0,25 v. h.), Gelsenkirchen (-ft 0,25 v. h.), während Mannesmann 0,40 v. h., Phönix 0,25 v. h., Rheinstahl 0,40 v. h. und Bude­rus 0,13 v. h. niedriger eröffneten. Von chemischen Papieren waren IG. Farben mit 141,25 bis 141,50 (141,13) etwas beachtet, auch Deutsche Erdöl konn­ten sich um 0,50 v. h. erhöhen, Scheideanstalt lagen mit- 205,50 (205,75) aber nur knapp gehalten. Der Elektromarkt lag nahezu geschäftslos, AEG. und Geffürel bröckelten bis 0,25 v. H. ab, Siemens, Bekula, Licht & Kraft und Elektr. Lieferungen lagen gut behauptet. Derkehrswerte blieben bei sehr kleinen Umsätzen voll behauptet, AG. für Verkehr, Hapag und Nordd. Lloyd verbesserten sich um je 0,13 o. S). Etwas fester tendierten noch Deutsche Linoleum (-ft 0,50 v. H.), Gebr. Junghans (-ft 1 v. $.), Bemberg (-ft 1 v. $).), Reichsbank und Kunst­seide AKU. setzten unverändert ein.

Im Verlaufe war die Geschäftstätigkeit minimal und die Kurse bröckelten, nachdem nach den ersten Kursen verschiedentlich leichte Besserungen einge­treten waren, überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. So u. a. IG. Farben auf 141,40 nach 141,75 und die meisten Montanpapiere. Daimler Motoren konnten sich mit 50,65 behaupten. Fest lagen Deut­sche Linoleum mit 139 bis 140 (138), ferner Lech­werke Augsburg mit 99 (97,75) und Zement Heidel­berg mit 119,50 (118,50). Der Kaffamarkt lag sehr still und brachte keine nennenswerten Verände­rungen.

Am Rentenmarkt wurde das Geschäft später ebenfalls sehr ruhig, auch hier konnten sich die Kurse nur knapp behaupten. Altbesitz 112 (112,13), Zinsvergütungsscheine 90,05 (90,13), späte Reichs­schuldbuchforderungen 98 (98,25), Kommunal-Um- schuldung (0,10 v. H.). Der Pfandbriefmarkt lag sehr still und gut behauptet, vereinzelt auch bis 0,25 v. H. höher. Stadt- und Staatsanleihen hatten ruhiges Geschäft und gut behauptete Kurse. Der Auslandsrentenmarkt lag still, Ungarische Gold­anleihe mit 8 (7,85) etwas höher. Tagesgelb war zu 3,25 v. H. (3 v. H.) etwas gefragt.

Abendbörse: sehr still.

Da Aufträge der Kundschaft fehlten und die Ku­lisse infolgedessen in ihrer abwartenden Haltung verharrte, lag die Abendbörse sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt nahezu geschäftslos. Bei zu­versichtlicher Grundstimmung blieben die Mittags­schlußkurse zumeist gut behauptet. Etwas leichter logen Daimler, AKU. und Deutsche Linoleum. Süddeutscher Zucker kamen bei sehr kleinem Umsatz mit 159 (am 18. Februar 164) wieder zur Notiz. Am Kassamarkt waren Großbankaktien weiter ge­fragt und bis 1 v. H. höher. Am Rentenmarkt blie­ben die Kurse unverändert.

U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, 7 v. H. Stahlverein 97,13, 6 v. H. Stadt Darmstadt von 1926 91,25, 6 v. H. Mainkraft Höchst 98,50, IG. Farben-RM.-Anleihe 121,25, 3,5 Schweizer Bundes­bahn 150,75, Commerzbank 84, DD.-Bank 84, Dres­dener Bank 84, Buderus 90,75. Gelsenkirchen 70,25

Schweinemast in Gießen.

Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 161 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Fer­kel bis 6 Wochen alt 15 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 18 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 22 bis 26 Mark. Tendenz: mittel, geringer Ueber- stand.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Der Getreide­großverkehr lag auf der ganzen Linie weiter sehr still. Das reichliche Brotgetreideangebot

findet bei den Mühlen angesichts des weiter schwa­chen Mehlabsatzes kaum Aufnahmeneigung. Futtergetreide blieb bei sehr geringem An­gebot gesucht, auch für ölhaltige Futtermittel und Mühlennachfabrikate hielt die starke Nachfrage an.

Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen WIX 206,50, W XIII 210,50, W XVI 214,50, Roggen R IX 166,50, R XIII 170,50, R XV 174,50, alles Großhandels­preise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Fut- tergerfte GIX 168,50, G XI 171,50, G XII 173,50, Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, alles Groß­handelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brau­zwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,50, W XVI 27,95, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich, Weizennachmehl 17, Wei­zenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roggenkleie RXIII 9,99, R XV 10,23, .alles Mühlenfeftpreife ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palm­kuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50,

alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Trocken­schnitzel 9,62 bis 10,02, Heu südd. 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 5 bis 5,40.

Tchwememarkt in Nidda.

ck. N i i> d-a, 20. Februar. Auf dem heutigen Schweinemarkt, zu dem 406 Schweine auf- getrieben waren, konnten gute Preise erzielt werden: 4 bis 6 Wochen alte Tiere 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Woche alte 20 bis 23 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 24 bis 28 Mark.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 21. Februar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 13 Rinder (12 Ochsen, 1 Färse), 1159 Kälber, 115 Schafe, 402 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 34 Mark, Hämmel 32 bis 37, Schafe 22 bis 34, Schweine 45 bis 52 Mark. Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig.

Irrige AusMng über FuttenMelvettellimgeu.

Von Landeshaupiabieilungsleiier IV, Karl Moses, Verwaliungsraismiiglied der Michsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche (Erzeugnisse.

Es ist eine bekannte Tatsache, daß im Westen Deutschlands und insbesondere in der Landesbauern- fchaft Hessen-Nassau die Viehhaltung, am Boden­besitz gemessen, bei weitem überwiegt. Die mit Großvieh sowohl als auch mit Schweinen manchmal sehr übersetzten Bauernwirtschaften sind demgemäß auf den Zu kauf von Kraftfutter in erheblichem Maße angewiesen. Die Umstellung auf betriebs­eigene Futtermittel kann erstens aus Mangel an Kapital (Silobauten) und zweitens auch aus wirt­schaftlichen Gründen nicht von heute auf morgen vorgenommen werden.

Durch die Marktordnung auf den Schlachthöfen kann auch der Tierbestand im Interesse einer ge­sunden Preisbildung nicht Hals über Kopf redu­ziert werden. Diese Ursache sowohl als auch die letztjährige knappe Rauhfutterernte bedingen die heute bestehende Futtermittelnot, insbesondere den Bedarf an Kraftfuttermitteln jeglicher Art.

Es wird in bäuerlichen Kreisen vielfach die Frage aufgeworfen, warum die Regierung nicht für genü­gend Kraftfuttermittelzufuhr auf dem Jmportwege Sorge tragen würde. Dazu kann man sagen, daß im Rahmen des Fettprogramms, in erster Linie im Interesse unserer bäuerlichen Viehhaltung, die Ein­fuhr von Oelfrüchten jeglicher Art abgedrosselt wer­den mußte, um auf einen das Exisienzminimunz garantierenden Schweine- und Milchfett-Preis zu gelangen. Anderseits verbietet uns das Interesse für die Selbstversorgung unseres Volkes und unsere knappe Devisenlage die unbeschränkte Einfuhr von Oelkuchen und Schroten in einer Menge, die volks­wirtschaftlich nicht zu verantworten wäre.

Was die Futtermittelwirtschaft im besonderen und die Verteilung von Futtermitteln überhaupt anbelangt, so bestehen in den beteiligten Kreisen ungeheure irrige Auffassungen. Grundsätzlich muß hierzu gesagt werden, daß die Futtermittelwirtschaft an und für sich frei ist, daß also jeder Händler und jede Genossenschaft kaufen und verkaufen können, soviel sie wollen, vorausgesetzt, daß greifbare Ware vorhanden ist. Eine Verteilung von Futtermitteln durch die Landesbauernschaft kommt nur für Oel­kuchen und Schrote in Frage, die von der Reichs­stelle für Getreide, Futtermittel und sonstige land­wirtschaftliche Erzeugnisse, Berlin, als Fertigware der bei der Oelproduktion anfallenden Rückstände vom Ausland eingeführt werden. Die im Inland bei der Oelproduktion anfallenden Rückstände von Oelkuchen und Schroten sind und das muß aus­drücklich betont werden von der Verteilung frei. Es kommt desbalb vor, daß jüdische Großhändler bei den Oelmühlen noch alte abzuwickelnde Kon­trakte haben und bei der sukzessive.. Abnahme die­ser Waren zunächst ihre Glaubensgenossen in der Provinz bevorzugen; hier und da wohl auch den arischen Handel, sofern er in den wenigsten Fällen noch mit ihnen verwachsen ist. Der Bauer braucht deshalb auch nicht zu staunen, wenn heute aus diesem Grunde die Provinzjuden aus diesen alten Abschlüssen noch Oelkuchen haben, wo solche dem arischen Handel und den Genossen­schaften fehlen.

In der Futtermittelbewirtschaftung der Zucker- inbuftrie ist es so, daß 25 v. H. von Trocken- und Steffen-Schnitzel von den Fabriken der jeweiligen Landesbauernschaft angedient werden müssen, lieber diese 25 v. H. verfügt also, genau wie bei auslän­dischen Oelkuchen, die Landesbauernschaft und bringt diese Mengen auf Grund eines Verteilungs­schlüssels über den arischen Provinzhandel und die Genossenschaften an die bäuerlichen Betriebe zur Verteilung. Die restlichen 75 v. H. Schnitzel stehen

den Lieferanten von Zuckerrüben, also der zucker­rübenbauenden Landwirtschaft, zur Verfügung.

Es wäre bedauerlich, wenn die zuckerrüben­bauende Landwirtschaft, sofern sie diese 75 v. H. Schnitzel im eigenen Betrieb nicht verwerten kann, den Fabriken üb»rläßt, ober sie gar bem jübischen Großhanbel anbient, anstatt sie ber Lanbesbauern- schäft zur selbstverständlich preiswerten Verteilung an ihre Berufskollegen anzubieten.

Daß hierbei in ber letzten Zeit von ben Zucker­rübenbauern Fehler gemacht wurden, beweist die Ware in den Händen des jüdischen Provinzhandels.

Anders gelagert sind die Verhältnisse auf dem Kleie- und Futtermittelmarkt. Der Ein- und Ver­kauf von Getreiderückständen ist vollständig frei und unterliegt nicht der Bewirtschaftung resp. Vertei­lung durch die Landesbauernschaft. Auf diesem Ge­biet haben sich jedoch insofern unfiedsame Zustände herausgebildet, als von den Mühlen Kleie nur noch in Kombination mit Mehl abgegeben wird. Diesen Zustand zu erläutern beweist folgende Tat­sache:

Die meisten Großmühlen sind Aktiengesellschaften, die zum größten Teil unter dem Einfluß des jüdi­schen Großkapitals stehen, genau wie 75 v. H. des Mehlgroßhandels. Der Mehlhandel ist durch jahre­langen Geschäftsverkehr mit den Großmühlen eng verwachsen. Die gegenwärtige Futtermittelnot aus- nutzend, verkaufen natürlich Mühlen sowohl als auch Mehlgroßhandel mehr Mehle in Kombination mit Kleie. Insofern haben wir die traurige Tat­sache zu verzeichnen, daß Nudelfabriken und Bäcke­reien, die seither nie Kleie gehandelt haben, nun auf einmal als Abgeber von Kleie auftreten, wo hingegen dieselbe bem arischen Futtermittelhanbel unb ben Genossenschaften fast vollkommen fehlt.

Daß diese mißliebigen Tatsachen Uebergangs- erscheinungen sind, die man als Ueberleitung von einer liberalistischen Epoche zur nationalsozialisti­schen Marktordnung ansprechen muß, und daß es edelstes Bestreben des Reichsnährstandes ist, auf Grund dieser Beobachtungen Gesetze zu schaffen, die die Lage der Dinge grundlegend klären werden, dürfte zur Beruhigung der bäuerlichen Bevölkerung dienen.

Abgesehen von der heutigen Futtermittelnot, wo jeder zugreift, wenn er Ware bekommen kann, darf es-für unsere Bauern nur zwei Einkaufsquellen für Futtermittel geben: ber arische Hanbel einer­seits, sofern er ber nach nationalsozialistischen Prin­zipien arbeitenben Wirtschafts- und Honbelsvereini- gung des rhein-mainifchen Landkaufmanns an­gehört, oder feine örtliche Genossenschaft.

Unsere Bauern, die vom arischen Handel kaufen, sollen es ihren Lieferanten zur Pflicht machen, daß sie der vorgenannten Wirtschastszentrale angehören. Im Laufe ber Entwicklung klären sich bann hic Verhältnisse so, baß wir für ben Provinzhanbel eine gemeinnützig arbeitende Großhanbelszentrale, wie vorerwähnt, haben, ber alle arischen Lanbkauf- leute angeschlossen finb, und auf ber anberen Seite die genossenschaftliche Warenzentrale der einzelnen örtlichen Warengenossenschaften. Für den Bauern­stand bedeutet dies, daß der arische Landhandel in friedlichem Wettbewerb mit den Genossenschaften draußen zum Segen der Landwirtschaft seine Tätig­keit ausübt.

Der Führer hat sich zur Schaffung eines geord­neten Staatswesens vier Jahre Frist gesetzt; vier Jahre hat auch der Reichsnährstand nötig, um im Zuge der nationalsozialistischen Marktordnung aus einer verfahrenen Karre ein flottes Fahrzeug zu machen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt 0.3)1.

Berlin

Schluß« turü

Schluß!. Abend« börse

Schluß­kurs

Schluß!. Mittag­börse

Dalum

19.2- |

20 2.

19.2-

20.2.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

99.13

99,13

99,5

99,5

6% el)em.7% Dt.Reichsanl.v. 1929

6V*% Doung.Anleihe von 1930 ..

101

101

101,13

101,13

Deutsche Anl.»AblüI.-Schuld mit

AuSlvs.»Rechten .............

112

112

111,9

111,9

Desgl. ohne Auslos.»Rechte......

6% ehem.8% Hess. Polküstaat 1929

(ruckzahlb. 102%) ............

97,5

97,25

97,5

97,5

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold 81. 12........

95,75

99,13

95,75

99,13

95,75

6%% Hess. LandeS-Hypotheken» baut Darmstadt Liaui........

I I

Oberhelsen Provinz-Anleihe mit

Auolos.»Rechten ........

115

Deutsche Komm. Sammelabl. An-

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

113,25

113,4

113,25

113,4

95,75

95,75

95,75

6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936

95,75

99,13

95,75

99,25

95,75

6Vi% ehem. 4y,% Franks. Hyp.-

6yt% ehem. 4ya% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

6% ehem. 8% Pr. Landespsand-

briesanstalt, Pfandbriefe R. 19

99,65

99,5

99,75

99,9

97

97

97

97

6% ehem. 7% Pr. Landespfand­briefanstalt, Pfandbriefe R. 10

97

97

97

97

Lteuergutsch. Verrechnungskurs..

105,4

105,5

105,4

105,5

<% Oesterretchtsche Goldrente....

1,20% Oesterretchische SUberrente

26

1,2

26,25

1,2

26,4

1,25

26,5

1,2

4% Ungarische Goldrente.......

7,85

7,5

8

7,85

8,1

7,7

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

4ya% deSgl. von 1913..........

7,7

7,8

10,9

7,6

10,9

7,5

11

7,8

10,75

5% abgest. Goldmerikaner von 99

4% Türkische Zollanlethe von 1911 $e ^"gdadbahn-Auleche

tU5

LL

-

Frankfurt a. JJl.

Serlln

Schluß» kurs

Schlug. Abend­börse

Schluß- lurs

Schluß!. Mittag­börse

Datum

19 2.

20-2

19-2.

20.2

4% desgl. Serie ü .............

8,5

8,5

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

4,3

4,3

414%Rumän.veretnh.Rentev.l913

7,05

7,1

4% Rumänische vereinh. Rente ..

4,13

4,2

4,2

4,25

2 y4% Anatolier ...............

34,25

34,5

34,4

34,75

Hamburg-Amerika-Paket .....o

30,4

30,5

30,5

30,65

Hamburg-Südam. Dampfschiss . 0

28,5

Hansa-Dampfschiff........... o

Norddeutscher Lloyd .........0

34,25

34,5

34,25

34,25

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

86,65

86,5

86,5

86,5

Berliner Handelsgesellschaft ... 4

112,75

112,5

113,25

113

Commerz» und Privat-Bank ... 0

82,5

84

82

83,25

Deutsche Bank und Dtsconto-

Gesellschaft................o

82,5

84

82,25

82,75

Dresdner Bank..............o

82,5

84

82,5

82,75

Retchsbank ..................

162,5

162,5

162,25

162,75

A.S.G.......................

30

29,75

30,13

29,9

Bekula.....................ö

139,5

139,5

139.4

139,5

Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6

Licht und Kraft ............. g

105 118,13

105,25

118,5

104,75

118,5

104,5

118,5

Felten & Guilleaume......... 0

85

85,25

85,25

85,13

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

114,5

114,75

114,5

115

Rheinische Elektrizität ........ 5

109,4

109,75

Schucken L Co............... &

100

99,5

100

99,9

Siemens « Halske.............

146,5

147

146,5

147,4

Lahmeyer L Co...............

118,5

118,5

118,5

118,5

Buderus ....... 0

91

90,75

90,4

90.5

Deutsche Erdöl...............

100

100,5

99,9

100,5

Gelsenkirchener..............ö

70,4

70,25

70,4

70

Harpener....................

99,25

99,5

99

99,65

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 0

86,75

86,25

Ilse Bergbau ............... g

146,5

Ilse Bergbau Genüsse........6

121,5

121

121

Klöcknerwerke ...............ö

MaaneSmann-Röhrn, IMMln 0

86

7&5

86,75

86,5 7M

86,65 fi,65

Frankfurt a. M.

Serlln

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag« börse

Datum

19.2

20.2

19.2.

20.2.

Mansjelder Bergbau.......

.. 0

92,5

92,75

92,5

92,75

Kokswerke ................

.. u

104,13

104

Phonir Bergbau...........

.. 0

56

55,5

56

55,5

Rheinische Braunkohlen ....

. 10

204

203,65

203,75

203,5

Rheinstahl ................

.. 0

95,75

95,5

95,5

95,4

Bereinigte Stahlwerke......

.. 0

46,5

46,65

46,75

46,4

Otavi Minen .............

.. 0

12,25

12,5

12,5

Kaliwerke Aschersleben......

.. 5

103,25

103

103,13

102

Kaliwerke Westeregeln......

.. 5

102,25

102,5

102,75

102

Kaliwerke Salzdetfurth.....

iya

147

147

I. G. Farben-Jndustrte.....

Schetdcanstalt.............

.. 7

.. 9

141,13

205,75

141

205,5

140,9

141

Goldschmidt ..............

.. 0

91,5

92

91,75

92

Rütgerswerke.............

.. 0

104

104,9

104,75

104,65

Metallgesellschaft...........

.. 0

94,5

91

94,75

91

Philipp Holzmann.........

- v

84

84,5

84,75

85

Zementwerk Heidelberg ....

0

118-5

119,75

-

Cementwerk Karlstadt.......

.. 0

127,13

127

-

Schultheis Patzenhofer .....

.. 0

101,4

100,75

Aku <Allgemeine Kunstseide)

.. 0

55,25

54

55,13

54,5

Bemberg.................

.. 0

118,5

119

116,25

119,5

Zellstoff Waldhof .,.........

.. 0

51,25

51,25

100,5

101,5

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

75

75,5

75

75

Dessauer Gas .............

.. 7

127,9

127,75

Daimler Motoren..........

.. 0

50,5

50,25

49,9

84,65

Deutsche Linoleum.........

.. 0

138

139,5

138

140

Lrenstein & Koppel........

.. Ü

85

84,5

Leonhard Tietz............

.. 0

39,65

40

39,65

40,13

Cbade ....................

..10

»

198

199

197,5

Attumulatoren-Fabrü......

.. 0

158,5

158

157,75

Eonti-Gummt.............

.. 0

143

142,4

143

142,5

Grttzner..................

.. 0

34,13

I 34,75

34,4

34,75

Mainkraftwerke Höchst a.M..

.. 4

1 89'75

89,5

£

-

Süddeutscher Zucker ..«»# -

4

1 - 2

159

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

19. Februar

20.Februar

Amtliche

Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Buenos Sitte:

0,640

0,644

0,633

0,642

Brüssel.....

58,17

58,29

58,17

58,29

Rio de Jan.

0,194

0,196

0,194

0,196

Sofia......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,12

54,22

54,22

54,32

Danzig.....

81,31

81,47

81,31

81,47

London .....

12,115

12,145

12,145

12,175

HelstngforS..

5,35

5,36

5,358

5,368

Paris ......

16,43

16,47

16,43

16,47

Holland ....

168,36

168,70

168,38

168,72

Italien.....

21,20

21,24

21,20

21,24

Japan ......

0,707

0,709

0,711

0,713

Jugoslawien

5,649

5,661

5,649

5,661

Oslo.....:

60,90

48,95

61,02

61,02

61,14

Wien.......

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

10,99

11,01

11,02

11,04

Stockholm...

62,47

62,59

62,60

62,72

Schweiz ....

80,72

80,88

80,72

80,88

Spanien....

Prag.......

34 04

34,10

34,06

34,12

10,407

10,427

10,407

10,427

Budapest ...

Neuyork...

2,480

2,484

2,485

2,489

Banknoten.

Berlin, 20-Februar

Geld

Brief

Amertkanliwe Noten......

2,437

2,457

Belgische Noten..........

57,96

58,20

Dänische Noten .........

54,01

54,23

Englische Noten .........

12,11

12,15

Französische Noten.......

16,42

16,48

Holländische Noten.......

167,96

168,64

Italienische Noten........

Norwegische Noten ......

21,33

60,86

21,41

61,10

Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling

Rumänische Noten .......

Schwedische Noten.......

62,38

62,64

Schweizer Noten........

80,44

80,76

Spanische Noten.........

33,62

33,76

Ungarische Noten