Oberheffen
im
Wirtschaft
Kurszettel der Berliner und Zrankfurier Börse.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
Datum
28.75
28-25
28-5
gerlin,! 9. Januar
Geld
28.4
Die hinter den
Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 dLombardzinsfuß 5-v. H.
120-4
80
78.5
30-5 138-5 103-75 115-5 83.25
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O| 0 o|
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0-632 58.29 0-196 3-053 54-44
81-42 12.20 5.385 16.46
168-55 21-34 0-710 5-661 61-26 49-05
11-065 62-86 80-88 34-08 10-42
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91.5 102-5 68-96 101-5 84-25
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194
146-5
Pelztierzucht bildet auch für Deutschland einen sehr beachtenswerten Teil der Volkswirtschaft; zur wissenschaftlichen Beratung und Förderung der Züchter dient die „Reichszentrale für Pelztier- und Rauchwarenforschung in Leipzig", es gibt Vereine und Zusammenschlüsse aller deutschen Züchter. Man uu^u u>r« nam
rann hoffen, daß schon in wenigen Jahren in | gebenden Lieblingsbeschäftigung fronen können.
Deutschland gezüchtete Waschbären ausreichen, um unseren gesamten Jnlandbedars davon zu decken.
Vahnhosskasse in Aßbach an der Bahnstrecke Treysa—Hersfeld stellte sich heraus, daß die Kasss nicht stimmte. Es fehlten etwa 8 0 0 Mark. Der 53jährige Vickers gab dem Kontrollbeamten zunächst an, das fehlende Geld müsse gestohlen sein; nach einigem Zureden bequemte er sich aber doch zu dem reumütigen Geständnis, daß die fehlenden Beträge in seiner eigenen Tasche verschwunden waren. Die Große Strafkammer Marburg verurteilte den ungetreuen Mann jetzt wegen schwerer Amtsunterschlagung zu 2 Jahren Gefängnis. GlänzendeLeistungeinespolizeihundes
Einen Einbrecher nach einigen Stunden verfolgt und gestellt.
LPD. Weilburg, 19. Jan. In der Nacht zum Donnerstag wurde in der S t a t i o n s k a s s e des Bahnhofs Weilburg ein Einbruch verübt. Der Dieb drückte eine Fensterscheibe ein und stieg in den Dienstraum, der von 2 bis 4 Uhr nachts ohne Aufsicht ist. Er öffnete an der Fahrkartenausgabe die Kaffe, die jedoch nur 6 RM. Wechselgeld enthielt, und entfernte sich auf dem gleichen Wege. Als der Diebstahl am nächsten Morgen bemerkt wurde, verständigten die Beamten die Kriminalpolizei in Limburg, die mit einem Polizeihund die Nachsuche aufnahm. Der Hund fand eine Spur, die in grader Linie nach B i s k i r ch e n (Kreis Wetzlar) führte, und ging bis vor das Bett des Diebes, der höchst überrascht war, daß man ihn so schnell ermittelt hatte. Er stellte zunächst alles in Abrede. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurde u. a. auch ein Fahrplan zutage gefördert, der den Dienststempel der Station Weilburg trug. Damit hatte man einen untrüglichen Beweis seiner Täterschaft zur Hand, denn der Fahrplan war ebenfalls in der Nacht verschwunden. Bei einem Verhör vor dem Gemeindeschulzen gestand der Täter, der 21 Jahre alte Richard Roth aus Biskirchen, den Diebstahl ein. Er wurde nach einem Lokaltermin in das Landgerichtsgefängnis in Limburg eingeliefert.
mehr als die Hälfte der Schüler. Die Erkrankungen scheinen aber harmloser Natur zu sein. — Bis zum 31. Dezember wurden aus der Ortsgruppe Grüningen, umfassend die Zellen Grüningen, Eberstadt und Dorf-Gill, folgende Spenden an das Winterhilfswerk abgeführt: 724 Zentner Kartoffeln, 87 Zentner Roggen, 20 Zentner Weizen, 20 Hafen, 132 Napfkuchen und 513,33 Mark.
** Lich, 20. Januar. Der etwa 30 Jahre alte Schmied Emil Höffe vom H o f g u t Köln- hausen erlitt eine schwere Hand- und Fingerverletzung und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.
§ Mainzlar, 19. Jan. Gestern abend hielt ein Vertreter der Bauernkammer im Lokal des Gastwirts Vogel vor den hiesigen Landwirten einen öffentlichen Vortrag über die Erzeugungsschlacht.
, c5 Allendorf a. d. Lumda, 19.Jan. Die diesjährige erste Holzversteigexung in den hiesigen Stadtwaldungen brachte ein günstiges Ergebnis. Es kam eine große Menge hauptsächlich Brennholz zum Ausgebot. Die Preise waren gegen die vorjährigen allgemein bedeutend höher. Es kosteten: Scheitholz: Buche 18 bis 22 RM., Eiche 10 bis 13 RM., Kiefer 8 bis 11 RM., Fichte 7 bis 9 RM., Lärche 5,40 RM. je 2 Raummeter. Knüppel: Buche 14 bis 18 RM., Eiche 7 bis 11 RM., Kiefer 7 bis 10 RM., Fichte 6 bis 8 RM. Eichen-Nutz- knüppel 19 bis 21 RM., Fichten-Nutzknüppel 14 bis 18 RM. je 2 Raummeter. Reisholz: Buche 5 bis 9 RM., Eiche 2 bis 3 RM., Kiefer und Fichte 0,10 bis 2 RM. je 5 Raummeter. Stockholz: Buche 12 bis 14 RM., Eiche 6 bis 8 RM., Kiefer 3,80 bis 4,20 RM. Fichte 3,40 bis 5,60 RM. je zwei Raummeter.
Unterschlagungen bei einer Bahnhofskasse.
Marburg, 19. Jan. (LPD.) Gelegentlich einer "" September v. I. anberaumten Kontrolle der
tIrttznei....................o
Moinkraftwerke Höchst 4,
Süddeutscher Zucker 8
Hamburg-Amertka-Pakel o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschiff...........o
Norddeutscher Lloyd o A-G. für Berkebrswesen Mt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft o
Dresdner Bank ............. o Reichsbank ................ i<>|
51-75 114-75 !
49!
73-25
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37-75
190-25 157 146-75
als Abwechslung ist ihm begreiflicherweise sehr willkommen), so bereitet seine Haltung und Weiterzucht keine große Kosten, bleibt auch für Siedler und kleine Landwirte erschwinglich. Sein Pelz dagegen erzielt auch heute recht nennenswerte Preise; denn „Waschbärkragen" sind ein sehr beliebter Schmuck für den Wintermantel jeder Frau.
Die eigentümliche, schwer zu bestimmende Gesamtfärbung eines solchen Wafchbärpelzes kommt dadurch zustande, daß die Grannenhaare am Grunde braun sind, sich in der Mitte zu einem gelblichen Ton aufhellen und nach oben schwarz werden. Der graugelbe buschige Schwanz ist schwarzbraun geringelt.
Liefer- und Anbauverträge für Gartenbauerzeugnisse.
(LPD.) Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen teilt uns mit, daß zur Zeit in Berlin Verhandlungen laufen, die sich mit der künftigen Gestaltung der Liefer- und Anbauverträge befassen. Bevor diese Verhandlungen nicht abgeschlossen sind und eine entsprechende Veröffentlichung durch die Landesbauernschaft, oder den Gebietsbeauftragten erfolgt ist, empfehlen wir allen Anbauern dringend, von dem Abschluß derartiger Liefer- und Anbauverträge Abstand zu nehmen. Es besteht sonst die Gefahr, daß Liefer- und Anbauverträge, die trotzdem abgeschlossen werden, auch für die rückliegende Zeit für ungültig erklärt werden.
Deutschlands Echafbestand muß verzehnfacht werden.
Die wichtigste Voraussetzung für' die Produktion eines so wichtigen Rohstoffes wie die Wolle ist die Schafzucht. Im Rahmen der deutschen Erzeugungsschlacht wird in der „NS.-Landpost" dargelegt, daß sich der Weltbestand an Schafen auf rund 620 Millionen Tiere beziffert. Deutschland habe nach der Zählung vom Dezember 1933 nur noch einen Bestand von 3,39 Millionen Schafen aufzuweisen, während sich die Zahl der Schafe in Deutschland im Jahre 1861 noch auf 28 Millionen Tiere bei einer Bevölkerungsziffer von 38 Millionen erstreckte. Die Folge dieser Schrumpfung sei, daß Deutschland das drittgrößte Wolleinfuhrland der Welt ist. Um den gegenwärtigen deutschen Bedarf zu decken, ausschließlich der Fertigwarenausfuhr, wäre eine Verzehnfachung des Schafbestandes auf rund 35 Millionen Tiere erforderlich. Aus diesem Grunde müsse die deutsche Schafzucht langsam gehoben werden.
Rhein-Mamische Miiiagsbörse.
Ruhig, aber freundlich.
Frankfurt a. M., 19. Jan. Wie man kaum anders erwartet hatte, lag die Börse am Wochenschluß nach der lebhaften Aufwärtsbewegung seit der Saarabstimmung ruhig. Die Kulisse 'hielt sich von Neuerwerbungen etwas zurück, zumal die Kundschaft nur mit' kleinen Kaufaufträgen an der Börse war. Bei fester Grundtendenz war die Kursgestaltung zu Beginn unregelmäßig, ohne daß nach der einen oder anderen Seite stärkere Abweichungen zu verzeichnen waren.
Am Rentenmarkt war das Interesse etwas reger, wenn auch die Kurse nur mäßig höher lagen. : Altbesitz eröffneten mit 111 und Stahlverein-Bonds mit 95,65 v. H. behauptet, während Kommunal- ' Umschuldung bei lebhafterem Geschäft im 0,15 v. H.,
tn Lang-Gons, 20. Jan. Auf Veranlassung des hiesigen Knegervereins fand am Samstagabend hier ein großes Militärkonzert statt. Die Turnhalle war schon vor Beginn des Konzertes überfüllt, und gar mancher mußte mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Der Vorsitzende des Krieqer- vereins, Kamerad K. Kd. N e r n, hielt eine kurze Begrüßungsansprache und erinnerte an die Bedeutung des 18. Januar, besonders aber an die Tatsache, daß in einigen Wochen das Saarland wieder zum Vaterland zurückkehre. Als die Kapelle das Saarlied anstimmte, erhoben sich die Zuhörer spontan und sapgen gemeinsam die erste Strophe des Liedes. Die Auswahl der dargebotenen Stücke war eine außerordentlich sorgfältige. Neben klassischer Musik spielle das Musikkorps besonders volkstümliche Stücke und Märsche. In den zwei ersten Teilen des Konzertes wurde Streichmusik geboten, im letzten Blasmusik. Besonders erwähnenswert aus dem ersten Teil war die aroße Fantasie aus dem „Freischütz", außerdem noch ein Walzer „Frühling", komponiert von Chormeister Honstein (Friedberg), der in unserer Gemeinde den Gesangverein „Germania" leitet. Im zweiten Teil gefielen besonders ber Walzer „Rosen aus dem Süden" von Johann strouß und die „Mühle im Schwarzwald" (Eilenberg). Im letzten Teil wurden Märsche, Soldaten- und Volksweisen gespielt. Hierbei ist besonders ein Trompetensolo hervorzuheben. Der Beifall war sehr stark und reichlich verdient, denn das Musikkorps spielte glänzend, war aber auch in Zu gaben, die aus Marschen bestanden, sehr entgegenkommend. Auch zum Schluß wurde an Stelle von Tanzmusik gute Marschmusik geboten. Für unser musikliebendes Dorf war dos Konzert, das bis spät nach Mitternacht dauerte, ein Ereignis, besonders für die alten Soldaten.
# Grüningen, 19. Jan. Die Grippeepidemie in unserem Orte hat Mitte dieser Woche sehr stark um sich gegriffen. Während noch am Anfang dieser Woche nur ganz wenige Kinder der Schule fernblieben, fehlten gestern (Freitag)
Landkreis Gießen.
Y Watzenborn-Steinberg, 19. Jan. In der jüngsten Gemeinderatssitzung standen sechs Punkte auf der Tagesordnung. Bei dem Bau einer Straße am Ortsausgang in Steinberg können sich alle Fuhrwerksbesitzer an dem Anfahren von Steinen beteiligen. Die Gemeinde bezahlt 1,50 RM. je Kubikmeter Steine, außerdem stellt sie zwei Mann zum Laden der Steine. Eine Lichtleitung in der Schule wurde an den Wenigstnehmenden („Elektromeister Karl Sch man dt III.) zur Ausführung vergeben. Für die Lokalausstellung des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins Watzenborn-Steinberg am 26. und 27. Januar wurde ein Geldbetrag von 6 RM. als Preis bewilligt. Anträge auf Steuererlaß mußten abgelehnt werden. Der vom Bürgermeister aufgestellte Voranschlag für das Rechnungsjahr 1935 wurde vom Gemeinderat beraten. Der Voranschlag setzt sich wie folgt zusammen: Einnahmen aus dem Betrieb 45 915,54 Mark; Ausgaben für den Betrieb 70 915,54 Mark. Somit ergibt sich em Fehlbetrag von 25 000 RM. für das Rechnungsjahr 1935. Demzufolge muß die Umlage auf 25 000 RM. festgesetzt werden. Zur Erläuterung des Voranschlags sei folgendes gesagt: Im verflossenen Jahre sind die Gemeindesteuern um 5000 RM. gesenkt worden, auch im laufenden Jahre soll das Wassergeld um zirka 4000 RM. gesenkt werden. Vorgesehen ist für das kommende Rechnungsjahr eine Herabsetzung der Bürgersteuer (500 Prozent augenblicklich), wenn das Reich die Bürgersteuer nicht ganz streicht. Zum Schluß wurde die Anschaffung eines neuen Radioapparates für die Schule genehmigt und der jetzige Apparat der Hitlerjugend für ihr Heim zur Verfügung gestellt. Ferner wurde der Telephon-Anschluß nach der Wohnung des Bürgermeisters vom Gemeinderat gutgeheißen.
Y Großen-Linden, 20. Jan. Zu einem Heimatabend hatte sich am Samstag im Saale ter Gastwirtschaft Schaum ein großer Teil der hiesigen Einwohner zusammengefunden. Lehrer r n o l d begrüßte die Besucher und gab nähere Erklärungen über den Zweck dieser Veranstaltung, die einzig und allein die Liebe zur Heimat und zur Scholle vertiefen solle. Als Redner hatte sich der bekannte Heimatforscher Pfarrer i. R. Schulte von Großen-Linden zur Verfügung gestellt. Sein Thema lautete: „Wie der kleine Ort Großen-Linden zur Stadt erhoben wurde". In aufschlußreicher Weise brachte der Vortragende die Entwicklung unseres Heimatortes seit dessen erstem geschichtlichen Bekanntwerden bis zu seiner Erhebung zur Stadt im Jahre 1605 zu Gehör. Daß Großen-Linden, geschichtlich nachweisbar, 400 Jahre älter ist als die Stadt Gießen, war für manchen etwas Unbekanntes. Die Zuhörer, von denen die meisten noch niemals eine derart zusammenhängende Darstellung der Ge- ' schichte unseres Ortes erhalten hatten, folgten mit größter Aufmerksamkeit. Aus der Versammlung ge- ;
stellte Fragen wurden in der Aussprache von Pfarrer Schulte beantwortet. Der Vortrag wurde umrahmt von Gesangsvorträgen des hiesigen Gesangvereins „Germania" und kleineren Musikstücken unter Leitung des Musiklehrers Blaß (Gießen). Weiter trugen Kinder Sprüche und Gedichte über bie Heimat vor, und die ganze Versammlung sang mehrere Heimatlieber. Mit herzlichen Worten bankte Lehrer Arnold sämtlichen Mitwirkenden, insbesondere Pfarrer Schulte, und gab der Hoffnung Ausdruck, weitere solche Abende in kleinerem oder größerem Ausmaße zu veranstalten, bei denen besonders durch Mitarbeit und Aussprache der Heimatgedanke gepflegt werden könne.
*Lang-Göns,20. Jan. Bei dem in der Nacht 3um Samstag hier in der Gastwirtschaft Hebbel verübten Einbruch wurden — wie am Samstag schon gemeldet—etwa 200 Zigaretten, 15 Pfund Wurst, zwei Pfund Speck, eine Schüssel voll Handkäse, eine Flasche Wem, em Paar Herrenschuhe, eine Tischdecke und eine Einkaufstasche gestohlen. In der gleichen Nacht wurden an zwei weiteren Plätzen Einbruchs- versuche unternommen, die Täter scheinen jedoch jeweils in ihrem Vorhaben gestört worden zu fein. Der Einbruchsdiebstahl bei Gastwirt Hebbel hat zum Teil seine Aufklärung gefunden. Ein Arbeiter aus Lang-Göns kam am Samstagnachmittag aus bem Walbe und bemerkte einen betrunkenen Landstreicher, der zahlreiche Eßvorräte vor sich liegen hatte. Die benachrichtigte Polizei fand den größten Teil der gestohlenen Fleisch- und Wurstvorräte, sowie der Spirituosen auf einer Tischdecke im Walde „Junge Mark" nach Holzheim zu. Der Dieb war verschwunden. Die Dunkelheit verhinderte eine sofortige Durchforschung des Waldes.
Gegen die Verseuchung der Nidda.
LPD. Friedberg, 20. Jan. Wie bekannt, sind durch die Abwässer der H e s r a g in der Nidda wieder reiche Fischbe st ände vernichtet worden. Um diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende au bereiten, ist nun der Gesetzgeber angerufen worden. Die Verantwortlichen bei der Hefrag wurden wegen Tierquälerei angezeigt, hat sich doch auch jetzt wieder gezeigt, daß die Fische durch die Abwässer qualvoll ersticken. Das klebrige und giftige Teerwasser schließt den Fischen die Kiemen, so daß sie nicht mehr atmen können. Die Hefrag hat bisher den Standpunkt vertreten, daß sie andere Wege, als die Schwelteiche zeitweise in die Horloff — die in die Nidda fließt — abzulassen, nicht wisse. Auf den Ausgang des Rechtsstreits ist man namentlich in Fischereikreisen sehr gespannt.
Wie sieht nun eigentlich solch eine Farm aus? Die nahe bei Berlin inmitten der märkischen Kie- fernlandschast gelegene soll uns als Beispiel dienen: in Reih und Glied sauber ausgerichtet stehen dort dreißig etwa mannshohe Käfige aus Drahtgeflecht, zwei Meter breit und etwa vier Meter lang. In jedem haust entweder ein Zuchtpaar oder ein Rudel von Jungtieren. Sie bummeln recht vergnügt in ihrem Auslauf umher, benützen gern den Kletterbaum, hängen sich auch oft kopfabwärts an die Maschendecke, stürzen aber sogleich bettelnd herbei, wenn sich ein Mensch im Zwischengang zeigt. Denn sie hoffen — meistens nicht zu unrecht — auf einen besonderen Leckerbissen; Appetit ist stets vorhanden.
Jedes Gehege enthält auch eine Holzhütte als warmes, trockenes Lager und — was selbstverständlich ist — eine wohlgefüllte große Wasserschüssel, damit die Waschbären allezeit ihrer namen-
späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,13 v. H. auf 100 v. H. anzogen. Zinsvergütungsscheine lagen mit 90 etwa 5 Pf. freundlicher.
[ Der Aktienmarkt hatte kleines Geschäft. Von । chemischen Werten lagen Goldschmidt mit 93 um i 2 v. H. fester, Deutsche Erdöl 0,75 o. H. niedriger, Farbenindustrie zu 141,50 und Scheibeanstalt zu 205 unverändert. Am Elektromarkt erhielt sich etwas Nachfrage für AEG. mit 30,50 bis 30,90 (30,50), auch Felten lagen 0,40 v. H. höher, Geffürel unverändert, während Schuckert 1,25 v. H. (99), Siemens und Lahmeyer je 0,25 v. H. nachgaben. Montanpapiere lagen bei ruhigem Geschäft größtenteils voll behauptet, etwas fester Stahlverein mit 45 (44,75), Phönix mit 53,75 (53,50), Harpener mit 101,50 (100,75), Laurahütte mit 21,50 (20,75), etwas schwächer nur Klöckner mit 80 (80,40). Sonst eröffneten: Reichsbank 157,25 (157), Daimler Moty- ren 50,75 (50,65), Moenus Maschinen 85,25 (85), Kunstseide AKU. 52,50 (51,75), Zellstoff Waldhof 49,40 (49), dagegen gaben WesÜeutsche Kaufhof nach der starken Erhöhung weiter und zwar auf 36,75 (37,75) nach.
In der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatztätigkeit gering, trotzdem überwog weiter etwas Nachfrage, wenn dies auch kursmäßig kaum zum Ausdruck kam. Die Anfangsnotierungen lagen in den meisten Fällen gut behauptet, leicht nachgebend waren Mannesmann mit 78 (78,40). Schwache Haltung hatten Kaliaktien, besonders Salzdetfurth mit 146,50 (153), ferner Aschersleben 110 (112), West- regeln etwa 110 (113).
Am Kassamarkt war die Haltung uneinheitlich. Auf die 8 v. H. (i. V. 6 v. H.) Dividende lagen Hanauer Hofbräu sehr fest, unverbindliche Taxe 130 (gestern 119 notiert), außerdem waren Dürrwerke weiter gesucht T 44 (43), andererseits Beck & Henkel 5,50 (6). Großbankaktien lagen noch unentwickelt, doch rechnet man kaum mit Veränderungen. Hypothekenbankaktien notierten eher fester.
Am Rentenmarkt war das Geschäft bei völlig unveränderten Kursen ebenfalls ruhig. Pfandbriefe waren nur wenig gefragt und lagen etwas uneinheitlich. Auch Stadtanleihen wiesen kaum Veränderungen bei sehr kleinem Umsatz auf. Staatsrenten lagen still. Von fremden Werten blieben 3 v. H. innere Mexikaner mit 4,40 o. H.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 21. Jan. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1152 Rinder (393 Ochsen, 86 Bullen, 346 Kühe, 327 Färsen), 659 Kälber, 71 Schafe, 3622 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 38 Mark, Bullen 22 bis 35, Kühe 12 bis 34, Färsen 22 bis 39, Kälber 18 bis 42, Hämmel 32 bis 36, Schweine 35 bis 53 Mark. — Marktverkauf: bei allen Viehgattungen ruhig.
Schultheis Patzenhofer ...... O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg............... o
Zellstoff Waldhof o Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer Gas ...............i
Daimler Motoren...... o
Deutsche Linoleum .......... o Orenstein & Koppel O Leonhard Tietz..............o
Cbade......................io
Akku mulatoren-Fabrik O Conti-Kumm,..............o
Ä-E.G.......................
Betula Aektr. Lteferungsgesellschast... 6 Licht und Kraft ............. g
Breiten & Guilieaume o A'bUsch-f-ElektrMntemehmung. 5 Rheinische Elektrizität & Schuckert L Co &
Siemens« Halske ..." ? Lahmeyer L Co.............*10
Buderus ....... 0
Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harvener...................0
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 3he Bergbau 3>ie Bergbau Genüsse e Klöcknermerke O Mannesmann-Rohre« ....... 0
Mansfelver Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........
Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth
I. G. Farben-Jnduftrie Scheideanstalt.........
Goldschmidt ........ Rütgerswerke .
Metallgesellschaft......
Pb'ütpp Holzmann Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt...
Amerttanpche Aorea..............
Belgische Noten................
Dänische Noten ......
Englische Noten ..........
Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten...............
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Rote«
Ungarische Rote,
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß» kurs
Schluck. Abend« bö'rfe
Schluß- iure
Schlußk. Millagbörse
Datum
18-1-
19-1-
18-1-
19-1
4% desgl. ©ene 11 ............
8
8
_
8-25
6% Rumän. vereinh. Rente v. 19C3
4-9
4-75
4-75
4-75
4^rA>Rumän.vereinh.Rentev.l913
6-75
6-9
6-95
4% Rumänische vereinh. Rente ..
4-4
4-4
4-45
4-45
2*4% Anatolier ...............
34
34
34
34-25
Frankfurt a.M.
Berlin
Gchluß- kurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Millagbörte
Datum
18.1.
19-1.
18.1.
1 19.1.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
99-25
99
98,9
9g.g
«% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929
6*/2% Doung-Anleihe von 1930 ..
100
100-1
100-13
100.13
Deutsche Anl.»Ablös.-Schuld mh Auslos.-Rechten ............
Desgl. ohne Auslos^Rechte......
6% eßem.8% Hess. Volksstaat 1929
111
110-75
110.9
110-7
(rückzahlb. 102%)............
99.25
99.5
99
99.5
6% Hess. Landesbank Darmstadt
Gold R. 12..................
6Vi% Hess. Landes-Hypotheken-
96.75
96.75
96.5
—
bank Darmstadt Liqüi.........
vberhessen Provinz-Auleihe mit
97
97
—
—
Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
—
—
—
—
leihe Serie 1 mitAuslos.^techten
111.5
111.5
111-5
111-25
6% eltem. 8% Franks. Hyp.-Bank
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
97
97
96-75
6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank
Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936
97
6y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp^ Baak-Ligm-Pfandbriefe.......
97-4
97-25
6Vz% ehem. V/t% Rheinische HyP.-Bank.Ligu.-Goldpse.....
98-5
98
98
99.5
6% ehem. 8% Pr. Landespfand»
brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19
98
98
98
6% ehem. 7% Pr. Landespfand-
brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10
98
Steuergutsch. Verrechnungskurs.
104-5
—
104?5
—
*% Oesterretchtsche (Soldrente....
28
_
28
28-4
4,20% Oesterreichische Silberreute
1-175
1.175
1-3
*% Ungarische Goldrente ......
8-5
8-4
8.6
8.6
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
8-4
8.25
8-35
8.5
4,z2% desgl. von 1913 .....
8-25
8.15
6°0 abgell. Goldmexikaner von 99
10-65
11
11
11
*% Türkische Zollanleihe von 1911
— |
4% Türkische Bagdadbahn-Anteihe
j
Serie l.....................
sl
8
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abend- börse
Schluß» kurs
Schlußk. Mittagbörse
18.1-
19-1-
18-1.
19-1-
91-4
91-5
91.5
91-25
—
98-25
98-9
53-5
54
53-65
53.9
213-25
214
214-5
214
90.5
91-25
91-5
91-75
44-75
45
44.9
45-13
12-4
12
12
——
108-5
—
110
—
—
113
111
153
146-5
154
147
141-5
141.75
141-4
142-13
205
205
91
92-25
91
93 25
97.75
97-5
97-65
97-75
89-75
89.75
90
39.75
82.5
831
82-9
83-25
110
110
-I
1251
—
18.Januar
19-Fanuar
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Amtliche Rotierunq
Geld | Brief
Buenos Aires
0-628
0-632
0.628
Brüssel.....
58-17
58-29
58-17
Rio de Jan. .
0.194
0.196
0.194
Sofia......
3-047
3-053
3.047
Kopenhagen.
54-39
54-49
54.34
Danzig.....
81-24
81.40
81.26
London .....
12-18
12-21
12-17
HelitngforS..
5-375
5-385
5.375
Paris ......
16-415
16.455
16-42
Holland ....
168-27
168.61
168-21
Italien.....
21-30
21-34
21-30
Jaoan ......
0-709
0-711
0.708
Jugoslawien
5.649
5-661
5.649
Oslo.....:
61-19
61-31
61-14
Men.......
48-95
49-05
48-95
Lissabon....
11.055
11-075
11-045
Stockholm...
62-81
62-93
62-74
Schweiz ....
30-72
80-88
80-72
Spanten....
34-02
34-08
34-02
Prag.......
10-40
10-42
10-40
Budapest ...
——
Neu York ...
2.497
2-501
2-495
Banknoten.
2-447
2-467
57-96
58-20
54-13
54-35
12-135
12-175
16-38
16-44
167.79
168.47
21-11
21.19
60-98
61-22
62-52
62-78
80-44
80-76
33-78
33-92


