Ausgabe 
21.1.1935
 
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Oberheffen

im

Wirtschaft

Kurszettel der Berliner und Zrankfurier Börse.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

Datum

28.75

28-25

28-5

gerlin,! 9. Januar

Geld

28.4

Die hinter den

Dividende an. Reichsbankdiskont 4 dLombardzinsfuß 5-v. H.

120-4

80

78.5

30-5 138-5 103-75 115-5 83.25

112.75 110-5

100.25 142-25

118

119.9

80-4

78-25

30.65

81.5

100.5

78-25

80.5 81-5

157-25

28-75 24-5

30.75 81-13 99-5

77-25

81.5 82-5

157

O| 0 o|

28-13

89

164

100-5

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104

50.25 72-25

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51

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91.5

36-65

195

159

147

0-632 58.29 0-196 3-053 54-44

81-42 12.20 5.385 16.46

168-55 21-34 0-710 5-661 61-26 49-05

11-065 62-86 80-88 34-08 10-42

2.499

30-9

81.5 101-5

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157

30 138-75 104 115-4 83-25

113 110-5 100-25

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9 0

0 0

104-5 52-25 114-75 49-25 72-75

125 50.65 66.25 91-75

38.4

193

156.75

147

91 102-75 68.13 100-75

30.5 138-25

104

115 83-65 112.75

99

142 117-75

90-5

102 68-5 101-5

30 138-75

105 115.75 83-65

113 110 99-13 141-5 117-75

6

5

7%

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101

84-5 150-5 120-5 80-75

78.5-

91.5 102-5 68-96 101-5 84-25

120 80.5 77-9

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78

80-5 81-5

157

52-5

49-75

73-25

50.9

65-75

36.75

194

146-5

Pelztierzucht bildet auch für Deutschland einen sehr beachtenswerten Teil der Volkswirtschaft; zur wissenschaftlichen Beratung und Förderung der Züchter dient dieReichszentrale für Pelztier- und Rauchwarenforschung in Leipzig", es gibt Vereine und Zusammenschlüsse aller deutschen Züchter. Man uu^u u>r« nam

rann hoffen, daß schon in wenigen Jahren in | gebenden Lieblingsbeschäftigung fronen können.

Deutschland gezüchtete Waschbären ausreichen, um unseren gesamten Jnlandbedars davon zu decken.

Vahnhosskasse in Aßbach an der Bahnstrecke TreysaHersfeld stellte sich heraus, daß die Kasss nicht stimmte. Es fehlten etwa 8 0 0 Mark. Der 53jährige Vickers gab dem Kontrollbeamten zunächst an, das fehlende Geld müsse gestohlen sein; nach einigem Zureden bequemte er sich aber doch zu dem reumütigen Geständnis, daß die fehlenden Beträge in seiner eigenen Tasche verschwunden waren. Die Große Strafkammer Marburg ver­urteilte den ungetreuen Mann jetzt wegen schwerer Amtsunterschlagung zu 2 Jahren Gefängnis. GlänzendeLeistungeinespolizeihundes

Einen Einbrecher nach einigen Stunden ver­folgt und gestellt.

LPD. Weilburg, 19. Jan. In der Nacht zum Donnerstag wurde in der S t a t i o n s k a s s e des Bahnhofs Weilburg ein Einbruch verübt. Der Dieb drückte eine Fensterscheibe ein und stieg in den Dienstraum, der von 2 bis 4 Uhr nachts ohne Aufsicht ist. Er öffnete an der Fahrkarten­ausgabe die Kaffe, die jedoch nur 6 RM. Wechsel­geld enthielt, und entfernte sich auf dem gleichen Wege. Als der Diebstahl am nächsten Morgen be­merkt wurde, verständigten die Beamten die Krimi­nalpolizei in Limburg, die mit einem Polizeihund die Nachsuche aufnahm. Der Hund fand eine Spur, die in grader Linie nach B i s k i r ch e n (Kreis Wetzlar) führte, und ging bis vor das Bett des Diebes, der höchst überrascht war, daß man ihn so schnell ermittelt hatte. Er stellte zunächst alles in Abrede. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurde u. a. auch ein Fahrplan zutage gefördert, der den Dienststempel der Station Weilburg trug. Damit hatte man einen untrüglichen Beweis seiner Täterschaft zur Hand, denn der Fahrplan war eben­falls in der Nacht verschwunden. Bei einem Verhör vor dem Gemeindeschulzen gestand der Täter, der 21 Jahre alte Richard Roth aus Biskirchen, den Diebstahl ein. Er wurde nach einem Lokaltermin in das Landgerichtsgefängnis in Limburg eingeliefert.

mehr als die Hälfte der Schüler. Die Erkrankun­gen scheinen aber harmloser Natur zu sein. Bis zum 31. Dezember wurden aus der Ortsgruppe Grüningen, umfassend die Zellen Grüningen, Eber­stadt und Dorf-Gill, folgende Spenden an das Winterhilfswerk abgeführt: 724 Zentner Kartoffeln, 87 Zentner Roggen, 20 Zentner Weizen, 20 Hafen, 132 Napfkuchen und 513,33 Mark.

** Lich, 20. Januar. Der etwa 30 Jahre alte Schmied Emil Höffe vom H o f g u t Köln- hausen erlitt eine schwere Hand- und Fingerverletzung und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.

§ Mainzlar, 19. Jan. Gestern abend hielt ein Vertreter der Bauernkammer im Lokal des Gastwirts Vogel vor den hiesigen Landwirten einen öffentlichen Vortrag über die Erzeugungs­schlacht.

, c5 Allendorf a. d. Lumda, 19.Jan. Die diesjährige erste Holzversteigexung in den hiesigen Stadtwaldungen brachte ein günstiges Er­gebnis. Es kam eine große Menge hauptsächlich Brennholz zum Ausgebot. Die Preise waren gegen die vorjährigen allgemein bedeutend höher. Es kosteten: Scheitholz: Buche 18 bis 22 RM., Eiche 10 bis 13 RM., Kiefer 8 bis 11 RM., Fichte 7 bis 9 RM., Lärche 5,40 RM. je 2 Raummeter. Knüppel: Buche 14 bis 18 RM., Eiche 7 bis 11 RM., Kiefer 7 bis 10 RM., Fichte 6 bis 8 RM. Eichen-Nutz- knüppel 19 bis 21 RM., Fichten-Nutzknüppel 14 bis 18 RM. je 2 Raummeter. Reisholz: Buche 5 bis 9 RM., Eiche 2 bis 3 RM., Kiefer und Fichte 0,10 bis 2 RM. je 5 Raummeter. Stockholz: Buche 12 bis 14 RM., Eiche 6 bis 8 RM., Kiefer 3,80 bis 4,20 RM. Fichte 3,40 bis 5,60 RM. je zwei Raummeter.

Unterschlagungen bei einer Bahnhofskasse.

Marburg, 19. Jan. (LPD.) Gelegentlich einer "" September v. I. anberaumten Kontrolle der

tIrttznei....................o

Moinkraftwerke Höchst 4,

Süddeutscher Zucker 8

Hamburg-Amertka-Pakel o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschiff...........o

Norddeutscher Lloyd o A-G. für Berkebrswesen Mt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft o

Dresdner Bank ............. o Reichsbank ................ i<>|

51-75 114-75 !

49!

73-25

50-65

66-5

37-75

190-25 157 146-75

als Abwechslung ist ihm begreiflicherweise sehr will­kommen), so bereitet seine Haltung und Weiter­zucht keine große Kosten, bleibt auch für Siedler und kleine Landwirte erschwinglich. Sein Pelz da­gegen erzielt auch heute recht nennenswerte Preise; dennWaschbärkragen" sind ein sehr beliebter Schmuck für den Wintermantel jeder Frau.

Die eigentümliche, schwer zu bestimmende Ge­samtfärbung eines solchen Wafchbärpelzes kommt dadurch zustande, daß die Grannenhaare am Grunde braun sind, sich in der Mitte zu einem gelblichen Ton aufhellen und nach oben schwarz werden. Der graugelbe buschige Schwanz ist schwarzbraun ge­ringelt.

Liefer- und Anbauverträge für Gartenbauerzeugnisse.

(LPD.) Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen teilt uns mit, daß zur Zeit in Berlin Verhandlungen laufen, die sich mit der künftigen Gestaltung der Liefer- und Anbauverträge befassen. Bevor diese Verhand­lungen nicht abgeschlossen sind und eine entsprechende Veröffentlichung durch die Landesbauernschaft, oder den Gebietsbeauftragten erfolgt ist, empfehlen wir allen Anbauern dringend, von dem Abschluß der­artiger Liefer- und Anbauverträge Abstand zu neh­men. Es besteht sonst die Gefahr, daß Liefer- und Anbauverträge, die trotzdem abgeschlossen werden, auch für die rückliegende Zeit für ungültig erklärt werden.

Deutschlands Echafbestand muß verzehnfacht werden.

Die wichtigste Voraussetzung für' die Produktion eines so wichtigen Rohstoffes wie die Wolle ist die Schafzucht. Im Rahmen der deutschen Erzeugungs­schlacht wird in derNS.-Landpost" dargelegt, daß sich der Weltbestand an Schafen auf rund 620 Mil­lionen Tiere beziffert. Deutschland habe nach der Zählung vom Dezember 1933 nur noch einen Be­stand von 3,39 Millionen Schafen aufzuweisen, während sich die Zahl der Schafe in Deutschland im Jahre 1861 noch auf 28 Millionen Tiere bei einer Bevölkerungsziffer von 38 Millionen erstreckte. Die Folge dieser Schrumpfung sei, daß Deutschland das drittgrößte Wolleinfuhrland der Welt ist. Um den gegenwärtigen deutschen Bedarf zu decken, aus­schließlich der Fertigwarenausfuhr, wäre eine Ver­zehnfachung des Schafbestandes auf rund 35 Mil­lionen Tiere erforderlich. Aus diesem Grunde müsse die deutsche Schafzucht langsam gehoben werden.

Rhein-Mamische Miiiagsbörse.

Ruhig, aber freundlich.

Frankfurt a. M., 19. Jan. Wie man kaum anders erwartet hatte, lag die Börse am Wochen­schluß nach der lebhaften Aufwärtsbewegung seit der Saarabstimmung ruhig. Die Kulisse 'hielt sich von Neuerwerbungen etwas zurück, zumal die Kundschaft nur mit' kleinen Kaufaufträgen an der Börse war. Bei fester Grundtendenz war die Kurs­gestaltung zu Beginn unregelmäßig, ohne daß nach der einen oder anderen Seite stärkere Abweichun­gen zu verzeichnen waren.

Am Rentenmarkt war das Interesse etwas reger, wenn auch die Kurse nur mäßig höher lagen. : Altbesitz eröffneten mit 111 und Stahlverein-Bonds mit 95,65 v. H. behauptet, während Kommunal- ' Umschuldung bei lebhafterem Geschäft im 0,15 v. H.,

tn Lang-Gons, 20. Jan. Auf Veranlassung des hiesigen Knegervereins fand am Sams­tagabend hier ein großes Militärkonzert statt. Die Turnhalle war schon vor Beginn des Konzertes überfüllt, und gar mancher mußte mit einem Steh­platz vorlieb nehmen. Der Vorsitzende des Krieqer- vereins, Kamerad K. Kd. N e r n, hielt eine kurze Begrüßungsansprache und erinnerte an die Bedeu­tung des 18. Januar, besonders aber an die Tat­sache, daß in einigen Wochen das Saarland wieder zum Vaterland zurückkehre. Als die Kapelle das Saarlied anstimmte, erhoben sich die Zuhörer spon­tan und sapgen gemeinsam die erste Strophe des Liedes. Die Auswahl der dargebotenen Stücke war eine außerordentlich sorgfältige. Neben klassischer Musik spielle das Musikkorps besonders volkstümliche Stücke und Märsche. In den zwei ersten Teilen des Konzertes wurde Streichmusik geboten, im letzten Blasmusik. Besonders erwähnenswert aus dem ersten Teil war die aroße Fantasie aus demFrei­schütz", außerdem noch ein WalzerFrühling", kom­poniert von Chormeister Honstein (Friedberg), der in unserer Gemeinde den GesangvereinGer­mania" leitet. Im zweiten Teil gefielen besonders ber WalzerRosen aus dem Süden" von Johann strouß und dieMühle im Schwarzwald" (Eilen­berg). Im letzten Teil wurden Märsche, Soldaten- und Volksweisen gespielt. Hierbei ist besonders ein Trompetensolo hervorzuheben. Der Beifall war sehr stark und reichlich verdient, denn das Musikkorps spielte glänzend, war aber auch in Zu gaben, die aus Marschen bestanden, sehr entgegenkommend. Auch zum Schluß wurde an Stelle von Tanzmusik gute Marschmusik geboten. Für unser musikliebendes Dorf war dos Konzert, das bis spät nach Mitternacht dauerte, ein Ereignis, besonders für die alten Sol­daten.

# Grüningen, 19. Jan. Die Grippe­epidemie in unserem Orte hat Mitte dieser Woche sehr stark um sich gegriffen. Während noch am Anfang dieser Woche nur ganz wenige Kinder der Schule fernblieben, fehlten gestern (Freitag)

Landkreis Gießen.

Y Watzenborn-Steinberg, 19. Jan. In der jüng­sten Gemeinderatssitzung standen sechs Punkte auf der Tagesordnung. Bei dem Bau einer Straße am Ortsausgang in Steinberg können sich alle Fuhrwerksbesitzer an dem Anfahren von Stei­nen beteiligen. Die Gemeinde bezahlt 1,50 RM. je Kubikmeter Steine, außerdem stellt sie zwei Mann zum Laden der Steine. Eine Lichtleitung in der Schule wurde an den Wenigstnehmenden (Elektro­meister Karl Sch man dt III.) zur Ausführung vergeben. Für die Lokalausstellung des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins Watzenborn-Steinberg am 26. und 27. Januar wurde ein Geldbetrag von 6 RM. als Preis bewilligt. Anträge auf Steuer­erlaß mußten abgelehnt werden. Der vom Bürger­meister aufgestellte Voranschlag für das Rechnungs­jahr 1935 wurde vom Gemeinderat beraten. Der Voranschlag setzt sich wie folgt zusammen: Einnah­men aus dem Betrieb 45 915,54 Mark; Ausgaben für den Betrieb 70 915,54 Mark. Somit ergibt sich em Fehlbetrag von 25 000 RM. für das Rech­nungsjahr 1935. Demzufolge muß die Umlage auf 25 000 RM. festgesetzt werden. Zur Erläuterung des Voranschlags sei folgendes gesagt: Im verflossenen Jahre sind die Gemeindesteuern um 5000 RM. gesenkt worden, auch im laufenden Jahre soll das Wassergeld um zirka 4000 RM. gesenkt werden. Vorgesehen ist für das kommende Rechnungsjahr eine Herabsetzung der Bürgersteuer (500 Prozent augenblicklich), wenn das Reich die Bürgersteuer nicht ganz streicht. Zum Schluß wurde die An­schaffung eines neuen Radioapparates für die Schule genehmigt und der jetzige Apparat der Hitlerjugend für ihr Heim zur Verfügung gestellt. Ferner wurde der Telephon-Anschluß nach der Wohnung des Bür­germeisters vom Gemeinderat gutgeheißen.

Y Großen-Linden, 20. Jan. Zu einem Heimatabend hatte sich am Samstag im Saale ter Gastwirtschaft Schaum ein großer Teil der hiesigen Einwohner zusammengefunden. Lehrer r n o l d begrüßte die Besucher und gab nähere Erklärungen über den Zweck dieser Veranstaltung, die einzig und allein die Liebe zur Heimat und zur Scholle vertiefen solle. Als Redner hatte sich der bekannte Heimatforscher Pfarrer i. R. Schulte von Großen-Linden zur Verfügung gestellt. Sein Thema lautete:Wie der kleine Ort Großen-Linden zur Stadt erhoben wurde". In aufschlußreicher Weise brachte der Vortragende die Entwicklung unseres Heimatortes seit dessen erstem geschichtlichen Bekanntwerden bis zu seiner Erhebung zur Stadt im Jahre 1605 zu Gehör. Daß Großen-Linden, ge­schichtlich nachweisbar, 400 Jahre älter ist als die Stadt Gießen, war für manchen etwas Unbekanntes. Die Zuhörer, von denen die meisten noch niemals eine derart zusammenhängende Darstellung der Ge- ' schichte unseres Ortes erhalten hatten, folgten mit größter Aufmerksamkeit. Aus der Versammlung ge- ;

stellte Fragen wurden in der Aussprache von Pfar­rer Schulte beantwortet. Der Vortrag wurde umrahmt von Gesangsvorträgen des hiesigen Ge­sangvereinsGermania" und kleineren Musikstücken unter Leitung des Musiklehrers Blaß (Gießen). Weiter trugen Kinder Sprüche und Gedichte über bie Heimat vor, und die ganze Versammlung sang mehrere Heimatlieber. Mit herzlichen Worten bankte Lehrer Arnold sämtlichen Mitwirkenden, insbe­sondere Pfarrer Schulte, und gab der Hoffnung Ausdruck, weitere solche Abende in kleinerem oder größerem Ausmaße zu veranstalten, bei denen be­sonders durch Mitarbeit und Aussprache der Heimatgedanke gepflegt werden könne.

*Lang-Göns,20. Jan. Bei dem in der Nacht 3um Samstag hier in der Gastwirtschaft Hebbel verübten Einbruch wurden wie am Samstag schon gemeldetetwa 200 Zigaretten, 15 Pfund Wurst, zwei Pfund Speck, eine Schüssel voll Handkäse, eine Flasche Wem, em Paar Herrenschuhe, eine Tischdecke und eine Einkaufstasche gestohlen. In der gleichen Nacht wurden an zwei weiteren Plätzen Einbruchs- versuche unternommen, die Täter scheinen jedoch jeweils in ihrem Vorhaben gestört worden zu fein. Der Einbruchsdiebstahl bei Gastwirt Hebbel hat zum Teil seine Aufklärung gefunden. Ein Arbeiter aus Lang-Göns kam am Samstagnachmittag aus bem Walbe und bemerkte einen betrunkenen Land­streicher, der zahlreiche Eßvorräte vor sich lie­gen hatte. Die benachrichtigte Polizei fand den größten Teil der gestohlenen Fleisch- und Wurstvor­räte, sowie der Spirituosen auf einer Tischdecke im WaldeJunge Mark" nach Holzheim zu. Der Dieb war verschwunden. Die Dunkelheit ver­hinderte eine sofortige Durchforschung des Waldes.

Gegen die Verseuchung der Nidda.

LPD. Friedberg, 20. Jan. Wie bekannt, sind durch die Abwässer der H e s r a g in der Nidda wieder reiche Fischbe st ände vernich­tet worden. Um diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende au bereiten, ist nun der Gesetzgeber ange­rufen worden. Die Verantwortlichen bei der Hefrag wurden wegen Tierquälerei angezeigt, hat sich doch auch jetzt wieder gezeigt, daß die Fische durch die Abwässer qualvoll ersticken. Das klebrige und gif­tige Teerwasser schließt den Fischen die Kie­men, so daß sie nicht mehr atmen können. Die Hefrag hat bisher den Standpunkt vertreten, daß sie andere Wege, als die Schwelteiche zeitweise in die Horloff die in die Nidda fließt abzulas­sen, nicht wisse. Auf den Ausgang des Rechtsstreits ist man namentlich in Fischereikreisen sehr gespannt.

Wie sieht nun eigentlich solch eine Farm aus? Die nahe bei Berlin inmitten der märkischen Kie- fernlandschast gelegene soll uns als Beispiel dienen: in Reih und Glied sauber ausgerichtet stehen dort dreißig etwa mannshohe Käfige aus Drahtgeflecht, zwei Meter breit und etwa vier Meter lang. In jedem haust entweder ein Zuchtpaar oder ein Rudel von Jungtieren. Sie bummeln recht vergnügt in ihrem Auslauf umher, benützen gern den Kletter­baum, hängen sich auch oft kopfabwärts an die Maschendecke, stürzen aber sogleich bettelnd herbei, wenn sich ein Mensch im Zwischengang zeigt. Denn sie hoffen meistens nicht zu unrecht auf einen besonderen Leckerbissen; Appetit ist stets vorhanden.

Jedes Gehege enthält auch eine Holzhütte als warmes, trockenes Lager und was selbstver­ständlich ist eine wohlgefüllte große Wasser­schüssel, damit die Waschbären allezeit ihrer namen-

späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,13 v. H. auf 100 v. H. anzogen. Zinsvergütungsscheine lagen mit 90 etwa 5 Pf. freundlicher.

[ Der Aktienmarkt hatte kleines Geschäft. Von chemischen Werten lagen Goldschmidt mit 93 um i 2 v. H. fester, Deutsche Erdöl 0,75 o. H. niedriger, Farbenindustrie zu 141,50 und Scheibeanstalt zu 205 unverändert. Am Elektromarkt erhielt sich etwas Nachfrage für AEG. mit 30,50 bis 30,90 (30,50), auch Felten lagen 0,40 v. H. höher, Geffürel unver­ändert, während Schuckert 1,25 v. H. (99), Siemens und Lahmeyer je 0,25 v. H. nachgaben. Montan­papiere lagen bei ruhigem Geschäft größtenteils voll behauptet, etwas fester Stahlverein mit 45 (44,75), Phönix mit 53,75 (53,50), Harpener mit 101,50 (100,75), Laurahütte mit 21,50 (20,75), etwas schwächer nur Klöckner mit 80 (80,40). Sonst er­öffneten: Reichsbank 157,25 (157), Daimler Moty- ren 50,75 (50,65), Moenus Maschinen 85,25 (85), Kunstseide AKU. 52,50 (51,75), Zellstoff Waldhof 49,40 (49), dagegen gaben WesÜeutsche Kaufhof nach der starken Erhöhung weiter und zwar auf 36,75 (37,75) nach.

In der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatz­tätigkeit gering, trotzdem überwog weiter etwas Nachfrage, wenn dies auch kursmäßig kaum zum Ausdruck kam. Die Anfangsnotierungen lagen in den meisten Fällen gut behauptet, leicht nachgebend waren Mannesmann mit 78 (78,40). Schwache Hal­tung hatten Kaliaktien, besonders Salzdetfurth mit 146,50 (153), ferner Aschersleben 110 (112), West- regeln etwa 110 (113).

Am Kassamarkt war die Haltung uneinheitlich. Auf die 8 v. H. (i. V. 6 v. H.) Dividende lagen Hanauer Hofbräu sehr fest, unverbindliche Taxe 130 (gestern 119 notiert), außerdem waren Dürrwerke weiter gesucht T 44 (43), andererseits Beck & Henkel 5,50 (6). Großbankaktien lagen noch unentwickelt, doch rechnet man kaum mit Veränderungen. Hypo­thekenbankaktien notierten eher fester.

Am Rentenmarkt war das Geschäft bei völlig unveränderten Kursen ebenfalls ruhig. Pfandbriefe waren nur wenig gefragt und lagen etwas unein­heitlich. Auch Stadtanleihen wiesen kaum Ver­änderungen bei sehr kleinem Umsatz auf. Staats­renten lagen still. Von fremden Werten blieben 3 v. H. innere Mexikaner mit 4,40 o. H.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 21. Jan. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1152 Rinder (393 Ochsen, 86 Bullen, 346 Kühe, 327 Fär­sen), 659 Kälber, 71 Schafe, 3622 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 38 Mark, Bullen 22 bis 35, Kühe 12 bis 34, Färsen 22 bis 39, Kälber 18 bis 42, Hämmel 32 bis 36, Schweine 35 bis 53 Mark. Marktverkauf: bei allen Viehgattungen ruhig.

Schultheis Patzenhofer ...... O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg............... o

Zellstoff Waldhof o Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer Gas ...............i

Daimler Motoren...... o

Deutsche Linoleum .......... o Orenstein & Koppel O Leonhard Tietz..............o

Cbade......................io

Akku mulatoren-Fabrik O Conti-Kumm,..............o

Ä-E.G.......................

Betula Aektr. Lteferungsgesellschast... 6 Licht und Kraft ............. g

Breiten & Guilieaume o A'bUsch-f-ElektrMntemehmung. 5 Rheinische Elektrizität & Schuckert L Co &

Siemens« Halske ..." ? Lahmeyer L Co.............*10

Buderus ....... 0

Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harvener...................0

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 0 3he Bergbau 3>ie Bergbau Genüsse e Klöcknermerke O Mannesmann-Rohre« ....... 0

Mansfelver Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........

Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth

I. G. Farben-Jnduftrie Scheideanstalt.........

Goldschmidt ........ Rütgerswerke .

Metallgesellschaft......

Pb'ütpp Holzmann Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt...

Amerttanpche Aorea..............

Belgische Noten................

Dänische Noten ......

Englische Noten ..........

Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten...............

Norwegische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten...............

Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Rote«

Ungarische Rote,

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß» kurs

Schluck. Abend« 'rfe

Schluß- iure

Schlußk. Millag­börse

Datum

18-1-

19-1-

18-1-

19-1

4% desgl. ©ene 11 ............

8

8

_

8-25

6% Rumän. vereinh. Rente v. 19C3

4-9

4-75

4-75

4-75

4^rA>Rumän.vereinh.Rentev.l913

6-75

6-9

6-95

4% Rumänische vereinh. Rente ..

4-4

4-4

4-45

4-45

2*4% Anatolier ...............

34

34

34

34-25

Frankfurt a.M.

Berlin

Gchluß- kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Millag­börte

Datum

18.1.

19-1.

18.1.

1 19.1.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

99-25

99

98,9

9g.g

«% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929

6*/2% Doung-Anleihe von 1930 ..

100

100-1

100-13

100.13

Deutsche Anl.»Ablös.-Schuld mh Auslos.-Rechten ............

Desgl. ohne Auslos^Rechte......

6% eßem.8% Hess. Volksstaat 1929

111

110-75

110.9

110-7

(rückzahlb. 102%)............

99.25

99.5

99

99.5

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12..................

6Vi% Hess. Landes-Hypotheken-

96.75

96.75

96.5

bank Darmstadt Liqüi.........

vberhessen Provinz-Auleihe mit

97

97

Auslos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An-

leihe Serie 1 mitAuslos.^techten

111.5

111.5

111-5

111-25

6% eltem. 8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

97

97

96-75

6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936

97

6y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp^ Baak-Ligm-Pfandbriefe.......

97-4

97-25

6Vz% ehem. V/t% Rheinische HyP.-Bank.Ligu.-Goldpse.....

98-5

98

98

99.5

6% ehem. 8% Pr. Landespfand»

brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19

98

98

98

6% ehem. 7% Pr. Landespfand-

brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10

98

Steuergutsch. Verrechnungskurs.

104-5

104?5

*% Oesterretchtsche (Soldrente....

28

_

28

28-4

4,20% Oesterreichische Silberreute

1-175

1.175

1-3

*% Ungarische Goldrente ......

8-5

8-4

8.6

8.6

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

8-4

8.25

8-35

8.5

4,z2% desgl. von 1913 .....

8-25

8.15

6°0 abgell. Goldmexikaner von 99

10-65

11

11

11

*% Türkische Zollanleihe von 1911

|

4% Türkische Bagdadbahn-Anteihe

j

Serie l.....................

sl

8

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß» kurs

Schlußk. Mittag­börse

18.1-

19-1-

18-1.

19-1-

91-4

91-5

91.5

91-25

98-25

98-9

53-5

54

53-65

53.9

213-25

214

214-5

214

90.5

91-25

91-5

91-75

44-75

45

44.9

45-13

12-4

12

12

108-5

110

113

111

153

146-5

154

147

141-5

141.75

141-4

142-13

205

205

91

92-25

91

93 25

97.75

97-5

97-65

97-75

89-75

89.75

90

39.75

82.5

831

82-9

83-25

110

110

-I

1251

18.Januar

19-Fanuar

Amtliche Notierung

Geld | Brief

Amtliche Rotierunq

Geld | Brief

Buenos Aires

0-628

0-632

0.628

Brüssel.....

58-17

58-29

58-17

Rio de Jan. .

0.194

0.196

0.194

Sofia......

3-047

3-053

3.047

Kopenhagen.

54-39

54-49

54.34

Danzig.....

81-24

81.40

81.26

London .....

12-18

12-21

12-17

HelitngforS..

5-375

5-385

5.375

Paris ......

16-415

16.455

16-42

Holland ....

168-27

168.61

168-21

Italien.....

21-30

21-34

21-30

Jaoan ......

0-709

0-711

0.708

Jugoslawien

5.649

5-661

5.649

Oslo.....:

61-19

61-31

61-14

Men.......

48-95

49-05

48-95

Lissabon....

11.055

11-075

11-045

Stockholm...

62-81

62-93

62-74

Schweiz ....

30-72

80-88

80-72

Spanten....

34-02

34-08

34-02

Prag.......

10-40

10-42

10-40

Budapest ...

Neu York ...

2.497

2-501

2-495

Banknoten.

2-447

2-467

57-96

58-20

54-13

54-35

12-135

12-175

16-38

16-44

167.79

168.47

21-11

21.19

60-98

61-22

62-52

62-78

80-44

80-76

33-78

33-92