Der „Divisionsstab", erzählt Litzmann, „hatte sich tn die Schützenlinie vorbegeben. Im nächtlichen Wald hinter den Truppen zurückzubleiben hätte keinen Zweck gehabt. Keine Meldung hätte ihn getroffen. So wurde ich vom Divisionskommandeur vorübergehend zum Gruppenführer, war aber glücklich, mit dem Degen in der Faust gegen den Feind vorstürmen zu können." Der Russe wird geworfen. Die Infanterie stößt nach, doch allmählich erlahmen die Kräfte. Zwei Regimentskommandeure erbitten eine mehrstündige Ruhe. Litzmann erklärt den Herren, daß „das Nötige geschehen müsse, und daß ich, um unfern Leuten zu zeigen, was ein fester Wille vermag, fortan mit meinem Stabe bei der Spitzenkomponie zu Fuß marschieren würde".
So fetzt sich der Dierundsechzigjährige an die Spitze seiner Division. Munter schwingt er den Knotenstock, das unentbehrliche Ausrüstungsstück des modernen Feldsoldaten. Der Polarstern gibt Rich
tung. So geht es durch die eisige Winternacht. Brze» 3im) wird noch in der Nacht erreicht und ohne Schuß überrumpelt. Auf dem Marktplatz gibt es einen erbitterten Endkampf. Litzmann steht im Rücken der gegen das 25. Reservekorps fechtenden Russen — der Feind, von vorn und hinten gefaßt, wird geworfen, Teile ergeben sich, der Rest entkommt in regelloser Flucht gen Osten! Die Armeeabteilung ©ckeffer ist gerettet. Die Zahl der von ihr erbeuteten Gefangenen hat sich auf 16 000 erhöht. Der Durchbruch ist gelungen! Das ist die größte Ruhmestat Karl Litz- manns.
Einen der oberen Führer in solchen Kampfstunden neben sich gesehen zu haben — das ist ein Bild, das der Frontsoldat nie vergißt. Sein Ruhm durchfliegt die ganze Armee und nimmt schnell die Züge der Legende an. Ist es ein Wunder, daß ein solcher Stürmer und Dränger auch nach dem Zusammenbruch in vor der st er Linie weiter-
fämpft für das tief darniederliegende Vaterland? Dis nach Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien dehnt er seine Täigksit aus, überall hält er Vorträge in deutscher Sprache oder gar „confer encias“ in spanischer, die der Siebzigjährige zu diesem Zweck erlernt hat! Soin Thema ist „die Reichsgründung, der wunderbare Aufschwung unseres Vaterlandes, die Ursache seines Niederganges und die Möglichkeit eines Wiederaufstiegs." In feiner am 1. April 1927 abgeschlossenen Lebensbeschreibung verkündet er, für Deutschland werde eine andere bessere Zeit kommen, „sobald es sie verdient". Es habe den Führer nicht gefunden, „den es ersehnt, und den es braucht, um aus seiner nationalen Schmach herauszufinden." Als dann dieser ersehnte Führer uns erstand, da ist der greise General einer seiner eifrigsten Mitkämpfer ge- worden. In Dank und Ehrfurcht grüßt das deutsche Volk den 85jährigen „fiöroen von Brzeziny".
Die Neugestaltung des Studiums der Rechte.
Reichsminister Rust erläßt die neue juristische Studienordnung.
Berlin, 19. Jan. (DNB.) Durch den Erlaß der I u st i z a u s b i l d u n g s o r d n u n g ist der Weg frei gemacht für einen grundlegenden Neubau des rechtswissenschaftlichen Studiums. Die neue Studienordnung, die Reichsminister R u st nunmehr verkündet, ist von dem gleichen Grundgedanken — Heranbildung eines volksnahen und umfassend gebildeten Rechtswahrerstand e s — getragen. Zum erstenmal wird hier nationalsozialistisches Gedankengut in die Planung des Universitätsstudiums eingefuhrt und für eines der wichtigsten Lehrfächer dauernd verankert. Das Studium der Rechtswissenschaften ist von Grund auf geändert. Die undeutsche Unterscheidung von öffentlichem und privatem Recht wird durchgreifend beseitigt. An ihre Stelle tritt die große N e u - Gliederung in Volk, Stände und ta at, ergänzt durch Vorlesungen über Rechtsverkehr und Rechtsschutz; daneben behaupten Rechtsgeschichte und R e ch t s p h i - l o f o p h i e den ihnen zukommenden Platz. Das Pandektensystem des römisch-gemeinen Rechts ist damit endgültig gefallen. Die Universitäten aber sind vor die gewaltige Aufgabe gestellt, in Forschung und Lehre dem Aufbau eines arteigenen deutschen Rechts den Boden zu bereiten.
Aufbau des Studiums.
1. Der Studienplan ist auf ein Mindest- studium von sechs Semestern zugeschnitten. Eine ausreichende Durchdringung des Stoffes wird jedoch kaum ohne Zugabe weiterer S e m e st e r möglich sein. Es wird daher dringlichst empfohlen, dem Rechtsstudium sieben oder acht Semester zu widmen.
2. In den beiden ersten Studiensemestern soll der Student die völkischen Grundlagen der Wissenschaft kennenlernen. Vorlesungen über Rasse und Sippe, Volkskunde und Vorgeschichte, über die politische Entwicklung des deutschen Volkes, besonders in den letzten 100 Jahren, gehören a n den Anfang jedes geisteswissenschaftlichen Studiums. Gleichzeitig wird der Student der Rechte geschichtlich und politisch in die Sonderausgaben seines Fachs eingeführt.
3. Das dritte, vierte und fünfte Seme st e r sind dem eindringlichen Fachstudium vorbehalten. Das sechste steht schon im Zeichen der heranrückenden Abschlußprüfung und ist öaher weitgehend von planmäßigen Vorlesungen entlastet. Hebungen für Vorgerückte, Klausurenkurse, Konoersatorien und Seminare treten in den Vordergrund und beherrschen auch die folgenden Zusatzsemester.
4. Pflichtvorlesungen gibt es nicht mehr. Jeder Belegungszwang unterbleibt. Die Hauptvorlesungen werden durch einen Stern oder, wenn sie besonders wichtig sind, durch zwei Sterne hervorgehoben. Auch der Besuch derart gekennzeichneter Vorlesungen ist völlig freigestellt.
5. Für die Hauptvorlesungen ist ein fester Studienplan aufgestellt, der sie einem bestimmten Semester zuweist. Früheres Belegen der Vorlesung ist unstatthaft, späteres, insbesondere wiederholtes, erlaubt.
6. Jede Hauptvorlesunq wird nur ein- mal i in Jahr gehalten. Wer sein Studium ordnungsgemäß mit dem Wintersemester beginnt und nach dem Studienplan ausrichtet, hat die Gewähr, daß er die planmäßig vorgesehenen Vorlesungen zur rechten Zeit an jeder deutschen Universität vorfindet. Dadurch ist die volle Freizügigkeit der Studenten gewahrt.
Leitsätze für die Fakultäten.
1. Die Fakultäten sind gehalten, für die plangemäße Ankündigung aller Hauptvorlesun- gen Sorge zu tragen. Die Hauptvorlesungen für das erste, dritte und fünfte Semester sind nur im Winter, die für das zweite, vierte und s e chst e Semester nur im Sommer anzukündigen.
2. Bei der Ankündigung von Wahlvorlesun- g e n hat der Hochschullehrer das Semester anzugeben, in dem nach seiner Auffassung die Vorlesung gehört werden sollte; auch die Zurwahl- stellung zweier Semester ist zulässig. Für die beiden ersten Studiensemester sind keine rechtswissenschaftlichen W a h l v o r l e s u n g e n anzukündigen.
3. Es ist dringend erwünscht, daß Haupt Vorlesungen durch mehrere Hochschulleh- rer gleichzeitig angekündigt werden.
4. Zusammenfassung oderZerlegung von gleichsemestrigen Hauptvorlesungen ist statthaft.
5. Soweit der Studienplan Hebungen zu Hauptvorlesungen vorsieht, sind diese im gleichen Semester und möglichst von dem gleichen Hochschullehrer anzukündigen.
Leilsätze für die Studenten.
1. Studiert an der Univer s itä t und nicht beim Einpauker! Ihr sollt nicht Prüfungskenntnisse in euch anhäufen, sondern Wahrer des deutschen Rechts werden!
2. Der Neubau der Hniversitäten kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Bevorzugt zunächst die rechtswissenschastlichen Fakultäten i n Kiel, Breslau und Königsberg, die als politischer Stoßtrupp ausersehen sind!
3. Belegt nur die Vorlesungen, die ihr wirklich hören wollt! Nicht das Testierbuch, sondern die Leistung entscheidet in der Prüfung. 4. Die Sterne im Vorlesungsverzeichnis sind nur W e g- weiser. Wer sich allein nach ihnen richtet, handelt
wie der Reisende, der Sehenswürdigkeiten nach dem Reisehandbuch abklappert. Laßt ruhig Hauptvorlesungen aus, die euch nicht anziehen, und hört dafür um so mehr Wahlvorlesungen auf Gebieten, die euch fesseln!
5. Schulteuch in Arbeitsgemeinschaften! Freiwillige, selbstgewählte Arbeit ist die beste Lehrmeisterin, Kameraden sind die besten Lehrer!
Der Studienplan sieht vor:
Geschichte: Vorgeschichte, Germanische (ober: Deutsche) Rechtsgeschichte, Antike (oder: Römische) Rechtsgeschichte, Verfassungsgeschichte (oder: Rechtsentwicklung) der Neuzeit, Prioatrechtsgeschichte der Neuzeit, Neueste politische Geschichte (letzte 100 Jahre), nach Wahl.
Volk: Deutsches Recht, Volk und Staat, Volk und Rasse, Volkskunde, Sippenforschung, Familie, Familienerbe.
Stände: Bauer, Arbeiter, Hnternehmer.
Staat: Verfassung, Verwaltung, Finanzrecht.
Rechtsverkehr: Vertrag und Unrecht, Boden, Ware und Geld, Wertpapiere, Geistiges Schaffen, Handel und Gewerbe, Gesellschaften.
Rechtsschutz: Verbrechen und Strafe, Strafverfahren, Rechtsstreit, Vollstreckung.
Außer st aatliches Recht: Kirchenrecht, Völkerrecht, Anwendung fremden Rechts.
Rechtsphilosophie: Rechts- und Staatsphilosophie (oder: System des Rechts).
Wirtschaftswissenschaft (für Juristen): Deutsches Wirtschaftsleben, Volkswirtschaftslehren, Volkswirtschaftspolitik, Betriebswirtschaft, Finanzwissenschaft.
Erstimmatrikulation im Sommersemester 1935.
Berlin, 19. Jan. (DNB.) Unter Bezugnahme auf den Erlaß, der das S o m m e r s e m e st e r 1 9 3 5 festgesetzt hat (1. April bis 29. Juni) bestimmt Reichserziehungsminister R u st, daß Ausländer von der Bestimmung betreffend Erstimmatrikulationsverbot nicht betroffen werden. Weiter ermächtigt der Reichsminister die Rektoren, für dieses Sommersemester solche Abiturienten er st malig zur Immatrikulation zuzulassen, die bereits 1933 ober 1934 bas Abiturientenexamen bestauben, soweit bestimmungsgemäß erfordernd) die Hochschulreife nachweisen und ein halbes Jahr FDA. abgeleistet haben, nach dieser Zeit sich aber aus triftigen Gründen nicht sogleich immatrikulieren ließen. In weiteren besonders gelagerten Fällen, in denen die Ablehnung der Erstimmatrikulation für das Sommersemester als besondere Härte angesehen werden müsse, fei dem Minister der schriftliche Antrag des Betreffenden mit der Stellungnahme des Rektors zur Entscheidung vorzulegen. Im übrigen macht der Minister darauf aufmerksam, daß die Freizügigkeit der Studierenden für das Sommersemester 1935 i n keiner Weise eingeschränkt worden ist, und baß unter Erstimmatrikulation selbstverstänblich bieerstmaligeZulassung zum Stubium an einer Hochschule überhaupt zu verstehen sei.
Das Problem -er SaarflÜchllmge.
Frankreich stellt die Verantwortlichkeit des Völkerbundes fest.
Genf, 19. Jan. (DNB.) Die Frage der Saar- f l ü ch 11 i n g e , die am Samstag auf der Tagesordnung des Völkerbundsrats stand, ist auf die Sitzung am Montag verschoben worben. Wie man hört, ist übrigens keine Aussprache beabsichtigt. Es sollen nur bie Organisationen ernannt werben, bie sich mit biefer Frage zu befassen haben. Diese werben ihren Bericht auf ber nächsten Tagung bes Völkerbundsrates vorlegen.
Der französische Außenminister Laval hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Denkschrift überreicht, die betont, daß der Völkerbund eine doppelte Verantwortung gegenüber diesen Flüchtlingen trage. Er muß vorbeugend tätig sein; das sei schon bei den am 2. Juni und am 3. Dezember v. I. von der deutschen Negierung vor dem Dreierkomitee übernommenen Verpflichtungen der Fall gewesen. Durch die genaue Befolgung dieser Verpflichtungen, die jede Vergeltungsmaßnahme verdammen, könne auch eine Auswanderung vermieden werden, die bei dem gegenwärtigen Stand des Arbeitsmarktes schwierige Probleme aufwerfen würde. Trotzdem bleibe noch immer ein Problem übrig. Schon am Tage nach der Abstimmung seien zahlreiche Saarländer an der französischen Grenze erschienen. Die französische Regierung habe nicht warten wollen, bis diese Lage sich noch verschärfe und habe sich deshalb anbenRatge- wendet. Der Völkerbund habe bas 6 a arge»
biet 15 Jahre lang verwaltet. Ein großer Teil berjenigen, bie unter Hmftänben gezwungen fein würben, ausyumanbern, habe sich für die Aufrechterhaltung dieses Dölkerbundsregimes ausgesprochen. Der Völkerbund habe daher gegenüber diesen Menschen nicht nur bie allgemein menschliche, aus Artikel 23 des Dölkerbundspaktes, sondern eine unmittelbare Verantwortung. Daraus müßten die nötigen Folgerungen gezogen werden. Die Kosten für den Hnterhalt der Saarflüchtlinge müßten in den Haushalt des Völkerbundes ausgenommen werden. Es handele sich auch um bie Unterbringung ber Flüchtlinge. Die französische Regierung werbe in ben folgenben Mo- naten schon die Aufgabe haben, mehrere tausend französischer Bürger aus dem Saargebiet wieder aufzunehmen und einzugliedern. Trotzdem habe sie ihre Grenzen denen nicht verschließen wollen, die in ben ersten Tagen diese Grenzen überschreiten würben. Man habe befonbere Räumlichkeiten bereitgestellt, um sie aufzunehmen unb sogar Vergütungen zugestanben. Die französische Regierung könne aber nicht diese Kosten auf sich nehmen unb könne bie Türen nicht offen lassen für eine Einwanberung, wenn sie sich nicht ber Mitarbeit bes Völkerbundes vorher versichert habe. Aus diesem Grunde bitte die französische Regierung den Völkerbundsrat, schon jetzt das Problem der saarländischen Flücktlinge zu behandeln.
Die Saarbergleule feiern ben Sieg des 13 Januar.
Saarbrücken, 20. Jan. Immer wieder hat man in ben Wochen vor ber Saarabstimmung darauf verwiesen, daß das Schicksal des Landes an der Saar zu einem erheblichen Teile in bie Hände des Bergarbeiters gegeben fei, ber feit Väter Tagen im Boben ber Heimat wurzelte unb bie Last bes Heberganges ber Gruben in bie französische Verwaltung seit Kriegsende zu tragen hatte. Eine Art „Siegesfeier" in ganz besonderem Sinne war die Kundgebung, bie ber G e - werkverein chri st kicher Bergarbeiter an ber Saar am Sonntagvormittag in Saarbrücken veranstaltete unb an ber auch, herzlich begrüßt, ber Lanbesleiter ber Deutschen Front,Pirro, teilnahm. Ihre Führer, bie zu ihnen sprachen, find viel genannt worden im Kampfe um die Saar, Peter Kiefer, Alois Lenhart, Karl Hillenbrand. Ein Name ist nie ausgesprochen worden, der früher stets in Verbindung mit diesen genannt wurde. Nur Peter Kiefer erwähnte, daß die Tochter desAbtrünnigen weinend zu ihm gekommen sei und daß er sie zum Verbleiben in der Heimat aufgefordert habe, denn die Kinder trügen schwer genug an der Schuld des Vaters.
„Dieser Sieg", so führte der Geschäftsführer des Gewerkoereins, Lenhart, aus, „war nur möglich, weil wir Saarbergleute zu jeder Zeit wußten, welche Pflichten mir dem deutschen Volke gegenüber haben. Ohne Heberhebung dürfen wir sagen: Wir christlich-nationalen Bergleute habens geschafft!" Die Kraft, 16 Jahre lang durchzuhalten, habe ihnen nur ber Wille gegeben, ihren Kinbem bie Heimat zu erhalten. Stolz kehre die Saar nun heim zum beutschen Vaterland, in dem ber Arbeiter ein Glied ber Volksgemeinschaft geworden sei. Nun wolle der Saarbergmann mit dem deutschen Volke und seinem
Führer kämpfen um bie Gleichberechtigung des beutschen Volkes unter ben Völkern ber Welt.
Peter Kiefer, der Führer des Gewerkvereins, würdigte die weltpolitische Bedeutung des Sieges ber beutschen Sache am 13. Januar. Die internationalen Truppen, bie man zur Saar geschickt habe, können jetzt in ihrer Heimat verkünben, sie hätten ein biszipliniertes Volk bort kennengelernt. Die Welt werde erkennen, daß sie von falschen Propheten belogen unb betrogen worben sei. Das Saarvolk habe in bem unblutigen Waffengang burch bie Stimme des Blutes unb. bes Gewissens bem beutschen Vaterlanbe einen hervorra- genben Sieg errungen. Die historische Bebeutung bes 13. Januar fei, vor ber Welt den Beweis geliefert zu haben, daß der Rhein nicht Deutschlands Grenze, sondern jetzt unb immerbar Deutschlanbs Strom fei. Damit biene bie Entscheibung bem Frieden. Der Weg fei frei zur Versöhnung. Das habe der ©aarbevoll- mächtigte des Führers zum Ausdruck gebracht, als er ihm aufgetragen habe: Grüßen Sie die treuen Kumpels von mir. Der Tag wird kommen, an dem ber Führer unb ich an ber Saar fein werben, um biefem braven Volke zu sagen: Ihr habt Deutschlanbs Ansehen in ber Welt einen Riesenbienst erwiesen. Ihr habt der Welt bewiesen, daß alle Gruelmärchen falsch sind. Kiefer betonte auch, daß es bem ©aarbergmann fern liege, nun mit einem großen Wunschzettel aufzuwarten. Er trage das Bewußtsein in sich, baß das neue Deutschland i h n achte und ehre. Hell klangen, die Stimmen, als zum Schluß das Deutschsandlied, Horst-Wessel-Lied und Saarlied angestimmt wurden. Spontan wurde aus der Mitte der Versammlung das Sieg-Heil auf bie Führer ausgebracht.
Auf dem Wege zur Volksgemeinschaft.
Auflösung der SPD. Neunkirchen.
Neunkirchen, 19. Jan. (DNB.) Die Auflösung ber Ortsgruppe ber SPD.Neun- kirchen wurde nach zweitägigen Verhandlungen mit dem Beauftragten ber Deutschen Front, Bau« rat Keller, herbeigeführt. Die Auslösung ist vollkommen freiwillig erfolgt. Sämtliche noch vor« hanbenen Akten wurden übergeben unb das recht-« liche Vermögen in Höhe von 1687,35 Franks bem Winterhilfswerk Neunkirchen zur freien Verfügung gestellt. Die Stabtoerortneten ber SPD. haben ihre Manbate nieberge« legt. Auch bie Volkshaus-GmbH. Neun« kirchen hat ihre Liquibation beschloss em Das Gebäude wird als ,,5) a u s ber Deutschen Arbeit" ber Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung gestellt. Die marxistische „Freie Turne r s ch a f t" von Neunkirchen hat ebenfalls ihrs Auflösung beschlossen unb ist geschlossen mit Fahne zur „Deutschen Turnerschaft" übergegangen.
Die Zeitung „Deutsche Front" schreibt zu den Neunkirchener Vorgängen: „Somit ist die A r b e i • terschaft Neunkirchens bie erste Stabt bes Saargebietes, wo ber Marxismus aufgehört hat zu existieren. Es ist zu begrüßen, daß bie Leute, bie bis zum letzten Augenblick für ihre Sache gekämpft haben, jetzt freiwillig wie- ber zum beutschen Volkstum stoßen, ba ihre Oberführer sofort feige bie Fahne verlassen haben unb s i ch bereits im Auslanbe b e • f i n b e n. Wir wollen auch biesen letzten, die freiwillig sich zu uns zurückfinden, d i e Bruderhand reichen und alles Vergangene vergessen. Das neue Deutschland wird auch sie belehren, daß sie mit ihren marxistischen Theorien in die Irre gegangen waren. Sie werden sich sicherlich wie bie Millionen ihrer Arbeitsbrüber im Dritten Reich wohlfühlen.
Mah Braun versucht sein Glück in Senf.
Genf, 19. Ian. (DNB.) Nachdem Matz Brauns die von ihm verführten Status-quo-Anhänger so eilig im Stich gelassen hat, hält er es nunmehr noch für nötig, sich auch in Genf lächerlich zu machen. Er hat zusammen mit Hoffmann und Hektor bem Völkerbunbsrat eine Beschwerdeschrift überreicht. Es wird darin behauptet, die Ereignisse der letzten Zeit hätten gezeigt, daß die von Deutschland am 4. Juni für ben Schutz ber Minberheit übernommenen Verpflichtungen nicht ausreichend seien. Die Vertreter ber Hitler« feinblichen Minberheit bitten baher ben Völkerbund, festzusetzen, an welchen Ort sie sich begeben sollen, um dort geschützt zu sein. Es sei ihnen durch bas Abkommen vom Dezember auch ber Schutz unb die Mitnahme ihres Eigentums zu- gesichert worben, ebenso wie bie Zahlung von Renten, Pensionen usw. Zum Schluß verlangen die drei Separatistenführer, daß der Völkerbund einen Hilfsausschuß bilde, bem Gelbmittel zur Verfügung gestellt werben müßten. Dieser Ausschuß mußte bie Aufgabe haben, ben Flüchtlingen einen Lebensunterhalt unb Arbeitsplätze zu verschaffen.
Die Dölkerbundsmandaie.
Italien gegen eine Verschmelzung von Südwestafrika mit der südafrikanischen Union.
Genf, 19. Jan. (DNB.) Der Völkerbunbsrat erörterte bie Berichte bes Manbatsausschusses. Die Aussprache würbe trotz Bebenken des spanischen Vertreters unb ber Vertreter bes Mandatsausschusses vertagt. Eine Vertagung dieser Art könne, so wurde erklärt, ben bebenklichen Eindruck hinterlassen, als ob ber Völkerbunbsrat an diesem wichtigen Aufgabengebiet seiner Tätigkeit s i ch immer weitgehender uninteressiert Zeige.
Der italienische Vertreter gab sodann eine Erklärung zu der Frage ber Bereinigung © üb • westafrikas mit der Südafrikanischen Union ab, obwohl der Bericht bes Mandatsausschusses diese Frage noch offen gelassen hatte. Er sprach von der großen Bedeutung dieser neuen Tatsache. Durch den Beschluß ber gesetzgebenden Versammlung über bie Umwandlung S übwest- afrikas in eine fünfte Provinz ber Union habe sie nur an Dringlichkeit unb Bebenklichkeit gewonnen. Die italienische Regierung halte eine Verschmelzung biefer Art für unvereinbar mit bem Geist bes Mandatswesens. Der Völkerbundsrat werbe zur gegebenen Zeit hierzu Stellung zu nehmen haben.
Der spanische Vertreter äußerte gleichfalls Bedenken angesichts der fortschreitenden Neigung, der an Mandatsgebiete grenzenden Kolonien ich die Mandatsgebiete anzuglie- ) e r n. Auch kritisierte er bie Beschränkungen, bie ber Arbeit des Manbatsausschusses auferlegt sind, vor allem weil Gelber zur Unterrichtung an Ort und Stelle nicht bewilligt würden.
Direkte Verhandlungen zwischen Italien und Abessinien.
Gens, 19. Jan. (DNB.) Der Völkerbunbsrat hat am Samstag in einer Sitzung, die gegen 16 Uhr begann, davon Kenntnis genommen, daß Italien und Abessinien sich durch Schreiben an ben Generalsekretär bes Völkerbundes verpflichtet haben, auf ber Grunblage des Vertrages von 1908 in unmittelbare Verhandlungen über bie Regelung des Streitfalles einzutreten und nichts zu tun, was die Lage verschlimmern könnte. Abessinien behält sich aber vor, falls keine Einigung erzielt werden sollte, den Völkerbundsrat später w i e b e r mit ber Frage zu befassen.
Um die Finmsierung der Universität Helsingforö.
Helsingfors, 19. Jan. (DNB.) Die in Ansicht genommene Finnisierung der Universität Hel« ingfors führte zu heftigen Erörterungen im finnischen Reichstag. Die finnischen Studenten beschlossen, in ben Studien- t r e i f zu treten, um bie Verhandlungen im Reichstag zu beeinflussen. Gegen verschiedene Pro- essoren kam es zu Kundgebungen. Am Samstagabend beschlossen bie Medizinstudenten sogar, d i e Kliniken z u be st reiten, ein Beschluß, der in ber ganzen Stabt große Erregung ausgelöst hat, ba hieburch bas ungestörte Arbeiten an ben Krankenhäusern ernstlich gefährbet würbe. Ab Montag oll auf sämtlichen ©tubiengebieten ohne Ausnahme, einschließlich auch ber Krankenhäuser ,in den Streik getreten werden, um den Reichstag füc


