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Nr. 297 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Freitag, 20. Dezember 1955

Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

Je weiter der Dezembermonat vorschreitet, desto mehr wird in Deutschland olles beherrscht von dem bevorstehenden W e i h n a ch t s f e st. Noch den Be­richten zu urteilen, ist das Publikum eifrig mit Vor­bereitungen für das Fest beschäftigt. Die getätig­ten Einkäufe sind auf allen Gebieten recht um­fangreich und haben in der letzten Zeit st e i g e n d e Tendenz gezeigt. In der schweren, hinter uns liegenden Wirtschaftskrise, in den Jahren 1930 bis 1932, hat nicht einmal das Weihnachtsgeschäft sich aufrechterhalten lassen. Je niedriger die Einkommen wurden, desto mehr war die Verbraucherschaft ge­zwungen, sich auf die notwendigsten Anschaffungen zu beschränken. Unmittelbar zum Beginn der kalten Jahreszeit wurden diese Einkäufe dann erledigt. Um möglichst wenig Ausgaben machen zu müssen, wartete außerdem damals das Publikum vielfach bis zu den kurz nach Weihnachten stattfindenden Inventurausverkäufen, von denen es besondere Preisvorteile erhoffte. Inzwischen haben sich die Einkommensverhältnisse erheblich verbessert. Die Jnventurverkäufe sind an den Ausgang der Win­tersaison verlegt worden. Das Weihnachtsgeschäft konnte dadurch seine alte Bedeutung wie­dergewinnen. Bereits 1933 lagen die gesamten Umsätze des Einzelhandels um fast 15 Millionen RM. über denen des Jahres 1932. Im Vorjahr waren sie etwas geringer, weil damals die Ham­sterwelle dazwischengekommen war, die den Umsatz erheblich hemmte. Durchschnittlich liegt das Weih­nachtsgeschäft, das sich auf den Monat Dezember erstreckt, um 22 bis 41 v. H. über dem mo­natlichen Durchschnitt. Beim Textil- und Bekleidungseinzelhandel hat das Weihnachtsgeschäft eine noch weit größere Bedeutung. Hier liegen die Dezemberumsätze sogar um 45 bis 80 o. H. über dem Monatsdurchschnitt. Am größten ist natürlich die Bedeutung des Weihnachtsgeschäftes bei den typi­schen Geschenkartikeln. Bei Spielzeug wird der durchschnittliche Monatsumsatz im Dezember sogar um das Vierfache überschritten. Das deutsche Wirt­schaftsleben geht in ein fröhliches Weihnachten, es wird in diesen Tagen Kräfte sammeln für die Auf­gaben, die der Wirtschaft im kommenden Jahr ge­stellt werden.

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Der Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk hat kürzlich in einer Rede überDeutsche Finanzpolitik" dem Außenhandel die Aufgabe zugewiesen, einen Sicherheitsfaktor für unsere Rohstoffeinfuhr zu bilden. Die jetzt vorliegenden Zahlen über die Entwicklung des deutschen Außenhandels im Monat November zeigen, daß dieser Sicherheitsfaktor in zunehmen­dem Maße in Funktion tritt. Unter seinem Einfluß hat sich ein k o n st a n t e r monatlicher Aus­fuhrüberschuß von 50 bis 55 Millionen Mark herausgebildet, dessen Vorhandensein beweist, daß durch unsere steigende Ausfuhr eine ausrei­chende Rohstoffeinfuhr gewährleistet wird. Die deutsche Ausfuhr hat seit dem Januar 1935, in dem sie mit weniger als 300 Millionen Mark ihren Tiefstand erreicht hatte, fast von Monat zu Monat zugenommen. Sie betrug im November mehr als 397 Millionen Mark. Diese Steigerung der Ausfuhrwerte beruht im wesentlichen auf der Erhöhung der ausgeführten Waren­mengen, da die Preise der ausgeführten Waren nicht gestiegen sind. Dagegen wird die Entwick­lung der Einfuhr auch durch das A n st e i - gen der Rohstoffpreise auf den internatio­nalen Warenmärkten beeinflußt. Dazu kommt noch, daß die bekannten Spannungen am inländischen Lebensmittelmarkt zu einer Ausweitung der Ein­fuhr von lebenden Tieren, Fleisch und einigen anderen Nahrungsmitteln geführt haben. Hierzu sind, wie aus dem Reichsbankausweis vom 15. Dez. hervorgeht, auch Reserven des Zentralbankinstituts verwendet worden, denn es wird dort gesagt, daß sich die Währungsreserven infolge von Zuteilungen für die Lebensmitteleinfuhr diesmal um 5,85 Mil­lionen Mark verringert haben. Es handelt sich hier­

bei jedoch um einen verhältnismäßig Geringen Be­trag, der zur Behebung vorübergehender Stockun­gen der Marktversorgung verwandt worden ist. Im allgemeinen liefert die Außenhandelsstatistik mit ihren steigenden Ausfuhr- und Einfuhrziffern den Beweis dafür, daß die Versorgung mit ausländi­schen Rohstoffen durch die Ausfuhr ausreichend ge­sichert ist. Der Export ist es heute in erster Linie, der den Binnenmarkt befruchtet, und dessen ständi­ges Wachstum entscheidend dazu beiträgt, die Ar­beitslosigkeit immer weiter herabzudrücken und schließlich ganz zu beseitigen. Wer den Export heben hilft, trägt dadurch an entscheidender Stelle für die Sicherung von Arbeit und Brot bei.

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Die endgültigen Ernteermittlungen des Statistifchen Reichsamts haben ergeben, daß an Spätkartoffeln im Jahre 1935 insgesamt nahezu 40 Millionen Tonnen geerntet worden sind. Damit ist die diesjährige Kartoffelernte zwar um rund 3,9 Millionen Tonnen niedriger als die vor­jährige Rekordernte. Aber sie ist noch immer groß genug, um die Ernährung von Menschen und Vieh reichlich zu gewährleisten. Was die gegenwärtig sehr wichtige Versorgung der Landwirtschaft mit Vieh- futter anbetrifft, so ist insbesondere zu beachten, daß die He u e r n t e des Jahres 1935 mit einem Ertrage von insgesamt 33,2 Millionen Tonnen d i e vorjährige erheblich übertroffen hat. Eine interessante Auswirkung der Fettknappheit ist der Mehrverbrauch von Zucker. Er wird auf Grund einer Umfrage der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft auf 450 000 Doppel­zentner geschätzt. In der Hauptsache dürfte er auf die Marmeladenoerbilligungsaktion der Reichsregie­rung zurückzuführen fein. Aber auch sonst wird die Beobachtung gemacht, daß infolge der Fettknappheit in der Ernährung mehr zuckerhaltige S p e i- s e n verwendet werden. Die Süßwarenindustrie ver­wendet gleichfalls weniger Milch oder Milchfett und dafür mehr Zucker.

In der deutschen Großindustrie werden dauernd Zusammenschlüsse zur Steigerung der Pro­duktionsleistung und der Ertragsfähigkeit vorge­nommen. So hat z. B. das Kabelwerk Rheydt die Aktienmehrheit der Deutschen Kabelwerke übernommen. Sein Aktienkapital soll zum Zwecke der Durchführung dieser Trans­aktionen um 6X Millionen erhöht worden. Die deut­sche Kabelindusirie erfreut sich einer außerordentlich günstigen Jnlandskonjunktur und hat auch ihren Export zu steigern vermocht. Der Zusammenschluß der beiden großen Kabelwerke wird zu einer wei­teren inneren Stärkung dieses Industriezweiges bei­tragen. Ferner wollen sich die Georg E g e» ftorffs Salzwerke und Chemische Fabriken in Berlin mit der Kali C h e m ie A. G. verschmel­zen. Die Continental Gummi-Werke in Hannover konnten über eine beträchtliche Steige­rung ihres Umsatzes berichten. Insbesondere haben sich die Auslandsumsätze um 30 Prozent erhöht. Das Unternehmen hat in Svanien eine eigene Pro­duktionsstätte errichtet, die Anfang 1936 in Betrieb genommen werden soll. Die I. G. Fgrbenindu- strie hat im zweiten Halbjahr 1935 ein befrie­digendes Geschäftsergebnis erzielt und auch ihr Exportvolumen gehalten. In der Generalversamm­lung der Rheinischen Metallwaren - und Maschinenfabriken in Düsseldorf wurde eine Erhöhung des Aktienkapitals um 8 auf 36 Millio­nen Mark beschlossen. Die Rheinmetall-Gesellschaft hat kürzlich das gesamte Vermögen der A. B o r s i g Maschinenbau A. G. in Berlin übernommen. Sie wird aber künftig den Namen Rheinmetall- Bo r s i g A. G. führen. Der in der Geschichte des deutschen Maschinenbaus so bebeutungsoolle Name Borsig wird also fortleben.

Das Gesetz, daß die Errichtung von Zweck- sparkasfen untersagt und die bestehenden

Kulturpolitisches Ausfuhrgut.

Die Entwicklung des deutschen Bücherexports.

Die Bestrebungen des neuen Reiches, seine wirt­schaftliche Eigenversorgung zu verstärken, haben im Auslande eine Zeitlang die falsche Meinung auf- fommen lassen, Deutschland wolle sich wirtschaftlich abfapfeln. Mit dieser Auffassung hat die deutsche Handelspolitik aufgeräumt und eindeutig klar- gestellt, daß wir uns wieder eine starke Stellung auf den Auslandmärkten sichern wollen. Mit dem Rückgang der Warenausfuhr sind am Ende nicht nur devisenpolitische Nachteile verbunden; es ent­stehen auch ideelle Verluste, wenn die Werbung für deutsche Art, die unsere hochwertigen Erzeugnisse ausübt, geschwächt wird. Haben wir diese Ueberzeugung erst gewonnen, dann läßt sich leicht ermessen, daß die Nachteile eines Ausfuhrrück­ganges sich vervielfachen, wenn er ein Gut betrifft, das wie das deutsche Buch dazu aus­ersehen ist, unmittelbar deutschen Geist und deutsches Kulturstreben den anderen Völkern zu vermitteln und die vielen Mißverständnisse und falschen Deu­tungen, die noch immer das Charakterbild des deutschen Volkes in zahlreichen Nachbarländern ver­fälschen, in Verständnis für deutsches Wesen zu ver­wandeln.

Gemessen am Geldwert des gesamten deutschen Außenhandels nimmt die Ausfuhr und Einfuhr von Büchern eine untergeordnete Stellung ein. Es wird ihr deshalb auch weniger Beachtung geschenkt als anderen Posten des deutschen Außenhandels. Von diesem einseitigen Standpunkt aus kann die deutsche Bücherausfuhr und -Einfuhr aber nicht betrachtet werden. Wirtschaftlich würde dabei übersehen, daß ibie deutsche Außenhandelsbilanz sich aus vielen klei­nen Posten zusammensetzt und devisenpolitisch auch 'Ausfuhrverluste von nur einigen Millionen Reichs- imark schon schwer ins Gewicht fallen. Beträgt der 'Anteil der deutschen Bücherausfuhr an der Gesarnt- ,ausfuhr auch nur weniger als 1 v. H., so ist ihr «kulturpolitischer Wert um ein Vielfaches, ja um gar micht abzuschätzende Werte höher. Aus diesem 'Grunde verdient sie größere Beachtung als bisher rund nicht zuletzt eine stärkere Förderung. In den Setzten Jahren war die Entwicklung der deutschen Wücherausfuhr sehr unbefriedigend. Seit 1931 geht Jie ständig zurück und hat geaenwärtig einen Tief­land erreicht, der einen empfindlichen Einbruch in äbie Stellung des deutschen Buches auf dem Welt­markt ankündigt.

Im Jahre 1931 betrug der Wert derdeutschen Bücherausfuhr noch rund 48 Millionen RM.;

er fiel 1932 auf 36,5, 1933 auf 30, 1934 auf 25 Millionen Reichsmark. Nach den Außenhandelszahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres zu schließen, wird 1935 einen weiteren kleinen Rückgang bringen. Im Zeitraum Januar bis September 1934 wurden Bücher im Werte von 17,1 Mill. RM. ausgeführt, im Jahre 1935 für rund 15,3 Mill. RM. Trotz der im Wertrückgang enthalte­nen Preisbewegung, die sich bisher für Bücher in engeren Grenzen gehalten hat, ist also eine Aus­fuhrverminderung um 50 v. H. eingetreten. Dagegen zeigt die Einfuhr, die 1934 nur wenig mehr als 44 v. H. des Einfuhrwertes von 1931 be­trägt, im laufenden Jahre Ansätze zur Besserung. Der Einfuhrwert fiel von 15,5 Mill. RM. im Jahre 1931 auf 6,7 Mill. RM. im Vorjahre und ist gegen­über den ersten neun Monaten 1934 von 4,8 auf 5,3 Mill. RM. in diesem Jahre gestiegen. Wie aus diesen Zahlen hervorgeht, sank der Ueberschuß im deutschen Bücheraußenhandel von 32,5 Mill. RM. im Jahre 1931 auf 18,3 Mill. RM. im Jahre 1934 und wird im laufenden Jahre nach den vor­liegenden Neunmonatszahlen zu schließen kaum 12 Millionen RM. erreichen.

Betrachtet man die Verteilung der deutschen Bücherausfuhr auf die einzelnen Länder, so ist er­freulicherweise festzustellen, daß die deutschsprachige Schweiz und Oesterreich unsere besten Kun­den geblieben sind. Oesterreich ist seit 1932 von der Schweiz auf den zweiten Platz verwiesen worden. Erfreulich ist die Tatsache deshalb, weil diese bei­den Länder eine nicht unbeträchtliche Wiederausfuhr betreiben und die geistigen und kulturellen Be­ziehungen vornehmlich des deutschen Oesterreich zu den S ü d o st st a a t e n noch immer sehr rege sind. Die Ausfuhr nach der Schweiz betrug 1934 noch mehr als 80 v. H. der von 1931, während sich die deutsche Bücherausfuhr nach allen anderen wichtigen Ländern mit Ausnahme Italiens und der Niederlande verminderte. Im letzten Jahre nahmen die Niederlande die früher von den Ver­einigten Staaten besetzte vierte Stelle ein. Die Ausfuhr nach Polen, Großbritannien, Italien und Frankreich hält sich gegenwärtig auf dem erreichten tiefen Stande. Japan ist von der siebenten auf die elfte Stelle gerückt. Nach den nordischen Ländern war die deutsche Bücherausfuhr schon immer sehr gering; nur Schweden zeigte sich aufnahmebereit und führte 1934 deutsche Bücher im Werte von 0,5 Mill. RM. ein gegen 1,1 Million Reichsmark im Jahre 1931.

In der deutschen Büchereinfuhr steht noch wie vor Oesterreich an der Spitze der Lieferländer, erst dann folgt die Schweiz, deren Büchernusjuhr

unter Wahrung der Sparerinteressen auflöst, gibt einer volkswirtschaftlichen Entwicklung Ausdruck. Ursprünglich waren die Zwecksparkassen vor etwa sechs Jahren gegründet worden, um den Sparern kleine Summen zu kreditieren, d. h. der Sparer mußte sich verpflichten, die gewünschte Summe in monatlichen feststehenden Raten abzuzahlen, und ge­wöhnlich erhielt er, nachdem er die Hälfte einge­zahlt hatte, die vereinbarte Summe, die er unter den damaligen Verhältnissen von den Banken oder Sparkassen nicht erhalten hätte. Die Zweckspar­kassen hatten also an und für sich eine gesunde und gemeinnützige Grundlage, aber es stellten sich Miß­stände heraus, die Interessenten wurden oft durch Vorspiegelungen bewogen, einer Kasse beizutreten, so daß sich die nationalsozialistische Regierung ge­nötigt sah, 1933 einen Reichsbeauftragten für die Zwecksparkassen einzusetzen. Er kehrte mit gutem Besen. Von den rund 480 Zwecksparkassen wurde eine ganze Anzahl wegen geschäftlicher Un­zuverlässigkeit usw. geschlossen, so daß schließ­lich nur noch 50 übrig blieben, die allerdings dann einwandfrei arbeiteten. An der Frage der Warte- friften sind die Zwecksparkassen neben der ge­schäftlichen Unzulänglichkeit zugrunde gegangen. Fremdes Geld stand ihnen nicht zur Verfügung, und so wurden die Wartefristen zum Schaden der Inter­essenten ausgedehnt. Am 30. September 1935 liefen noch rund 121 000 Sparverträge über 167 Millionen Mark Vertragssumme. Bis dahin wurden auf 41 000 Verträge etwas über 38 Millionen aus­gezahlt. Da heute die Kapitalbildung wieder in Fluß gekommen ist und das Kreditbegehren auch des

kleinen Mannes" Gehör findet, sind die Zwecke fparkasfen überflüssig geworden.

In der zweiten Dezemberwoche begann es» neuer Preisfa11 am Weltsilbermarkt, Das Fehlen jeglicher Kaufaufträge bei gleichzeitig rasch wechselndem Angebot aus China und Indien hat dazu geführt, daß vorübergehend die Londoner und schließlich auch die Neuyorker Silbernotierung ausgesetzt wurden. Die Lage des Londoner Silber­marktes wird immer kritischer. Inzwischen sind sehr interessante Verhandlungen zwischen dem amerika­nischen Schatzamt und dem chinesischen Regierungs­beamten bekanntgeworden. Gerüchtweise verlaute^ daß eine Uebernahme nationalisierten chinesischen Silbers durch das Washingtoner Schatzamt bevor­stehe. Das Silber soll gegen Gold einge­tan s ch t werden, wobei angeblich Abmachungen zwischen Nanking und Washington getroffen werden fallen, wonach China bereit fei, ein ähnliches Deckungsverhältnis für den Chinadollar einzufüh­ren, wie es für USA. in der amerikanischen Silber, gesetzgebung vorgesehen ist. Die weitere Zukunft des Silberpreises ist unter diesen Umständen un­gewiß, durch die ungeheuren Goldzuflüsse, die Amerika in den letzten Monaten zu verzeichnen hat, verfügen die Vereinigten Staaten über einen so gewaltigen Goldbestand, daß auch ihr gegenwär­tiger Silbervorrat bei weitem nicht ausreicht, uni das durch das Silbergesetz erstrebte Verhältnis von 1:3 zu erreichen. Dazu müßten noch ungeheure Mengen von Silber nach Amerika eingeführt wer­den.

AerArbeitSdank-semWesen,WollenundWilken

Der Arbeitsdank, 1933 entstanden aus der Sorge der Führer des Arbeitsdienstes um die a u s g e - schiedenen Arbeitsmänner, hat ursprüng­lich nur zwei Aufgaben gekannt. Zum ersten war es die rein fürsorgliche Seite, die notwendig war in der Betreuung der aktiven wie auch der je­weils ausgefchiedenen Arbeitsdienstmänner. Zum zweiten war der Traditionsgedanke maß­gebend, denn alle ausgeschiedenen Arbeitsdienstkame­raden sollten in dem Gedanken der Tradition des Arbeitsdienstes, in dem Gedanken an die Gemein­schaft und Kameradschaft im Arbeitsdienst erhalten werden. In den letzten zwei Jahren entwickelte sich aus diesen zwei Aufgaben die Frage der Hinbrin­gung aller Arbeitsdienstmänner an die Stellen und Organisationen, die im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Wollen und Schaffen stehen. Hier war es auch vor allem die Deutsche Arbeits­front, an die schon allein aus Berufsgründen der junge Deutsche herangeführt werden muß. So ent­stand die Notwendigkeit der Zweiteilung der Auf­gaben.

Die Erkenntnis dieser Tatsache haben den Reichs­organisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und den Reichs­arbeitsführer Staatssekretär Hier! veranlaßt, eine Vereinbarung abzuschließen, wonach der Arbeits­dank in Zukunft auch rein sachlich und ver­waltungsmäßig für seine beiden Aufgaben­gebiete getrennt ist. Danach ergibt sich in Zukunft 1. ein Arbeitsdankwerk und

2. ein 3 c n t r a l a m tA r b e i t s d a n k" in der DAF.

Während das Arbeitsdankwerk zukünftig aus­schließlich für die Belange der Arbeitsmänner i m Arbeitsdienst arbeitet, wird das Zentralamt Arbeitsdank in der DAF. fein Wollen daraufhin abstellen, alle ausgeschiedenen Arbeitsmänner zur DAF. und damit zum Staat hinzuführen. Der Arbeitsdank bleibt nach wie vor Durchgangs- und Brückenorganisation, ist also nie Selbstzweck.

Während im Arbeitsdankwerk das fürforgenbe Moment sowie die Ausrichtung der jungen aktiven Arbeitsdienstkameraden im Hinblick auf ihre Zu­kunft Hauptsinn und Aufgabe sein wird, muß im Zentralamt Arbeitsdank" in der DAF. nicht nur die Berufshilfe, die berufliche Schulung und Um­

schulung, die Traditionspflege Aufgabe fein, son­dern vor allen Dingen ist die staatspolitische Aus­richtung, die kulturelle Gestaltung des Lebens in den Mitgliedschaften Sinn und Aufgabe. Für beide Stellen, sowohl das Arbeitsdankwerk, als auch für das Zentralamt Arbeitsdank in der DAF., ist von gleich großer wichtiger Bedeutung das Arbeit s- dank-Spar - und Kreditwert, das Aktive und Ausgeschiedene hinführt zu Existenzgründungen und dem Gedanken des Sparens für die Zukunft und damit für Familie und Beruf sowie hinführt zur Siedlung. Dadurch wird die im Arbeits­dienst begonnene Hinführung zum deutschen Heimat­boden positiv erfüllt.

Während der Arbeitsdank bisher feine Mittel für feine gesamten Aufgaben durch die Mitglieds» beitrüge der Arbeitskameraden sowie durch die Beiträge der fördernden Mit­glieder, d. f. diejenigen Volksgenossen, die für die Arbeitsdienstkameraden auch materiell eingetreten sind, erhielt, rechnet er in Zukunft, daß d i e U n - terstützung durch die fördernden Mit­glieder auf allen Gebieten immer stärker und größer wird. Während die fördernden Mit­glieder bisher fast ausschließlich in der Beitrags­leistung eine Abgeltung der Mithilfe und Mitarbeit sahen, baut das Arbeitsdankwerk in Zukunft auf die ideelle Unterstützung und tatkräf­tige persönliche Mithilfe und Einsatz­bereitschaft aller fördernden Mitglieder. Das för­dernde Mitglied des Arbeitsdankes soll zu der Ge­meinschaft des Arbeitsdankes in allen Dingen ge­hören. So werden wir in Zukunft über das Arbeits­dankwerk alle Kräfte und Ideen vom Arbeitsdienst und feinen Männern hinüberführen zur Front aller Deutschen, um in der Endlösung aus all den jungen Arbeitsdienstkameraden für Partei, Staat und Be­ruf den einsatzbereiten Nationalsozialisten geschaffen zu haben.

Der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin hat den SS.-Obergruppenführer Josef Dietrich zum Ratsherrn als Ersatz für den aus Berlin verzogenen Obergruppenführer Krüger berufen. Obergruppenführer Dietrich ist der Kommandeur der Leibstandarte Adolf Hitler und der rangälteste ört­liche Führer der Schutzstaffel in Berlin.

nach Deutschland um rund die Hälfte zurückgegangen ist. In weitem Abstand folgen die übrigen Länder, ein Vorgang, der in gewissem Gegensatz steht zu dem ausgedehnten Sprachlehrbetrieb in Deutschland, der in keinem anderen Lande so gro­ßen Zuspruch findet. Eine beträchtliche Erhöhung der Büchereinfuhr ist in der nächsten Zeit nicht zu erwarten, da die Bezahlung von Büchern wie von Zeitschriften usw. feit Mitte d. I. nur auf Grund der Devisenbescheinigungen einer lieber» wachungsstelle möglich ist. Bei devisenpolitischen Be­stimmungen, die auf kulturpolitisches Gebiet über­greifen, handelt es sich immer darum, wie sie ge- bandhabt werden. Die deutsche Wissenschaft und Technik müssen mindestens in die Lage versetzt wer­den, ausländische Forschungen und Lei­stungen kennen zu lernen. Die kulturpolitische Be­deutung des Bücheraußenhandels liegt auf der Aus­fuhr- und Einfuhrseite zugleich. Steigt die Einfuhr, dann wird auch die Ausfuhr wieder breiteren Raum gewinnen.

Viele Gründe sprechen dafür, daß die deutsche Bücherausfuhr, soweit es an der wirtschaftlichen Macht der Verleger liegt, in absehbarer Zeit die starken Einbußen nicht aufholen wird. Das Jnland- geschäft der deutschen Buchwirtschaft bleibt hinter der allgemeinen wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung noch stark zurück. Die breiten Käuferschichten fehlen und müssen erst wieder herangeholt werden; selbst die öffentlichen Leihbüchereien müssen sich zum Teil noch mit den stark gekürzten Haushaltsmitteln begnügen. Und doch wird es notwendig sein, Wege zur Förde­rung der Buchausfuhr zu finden, denn in den Nach­kriegsjahren hat die deutsche Kulturwer­bung in allen Teilen Europas viel Boden ver­loren, den vor allem die französische Kulturvropa- ganda besetzt und gerade mit einer systematisch be­triebenen Buchausfuhr stark befestigt hat. Am Ende ist eine erfolgreiche kulturpolitische Werbung der beste Wegbereiter der Wirtschaft und des Friedens.

Ar t h u r Zmarzly-Vofrei.

Zeitschriften.

DieDeutsche Rundschau", herausge­geben von Rudolf Peschei, Paul Fechter, Eugen Diesel. (Verlag: Bibliographisches Institut AG., Leipzig), vereinigt in ihrem Dezemberheft wieder eine Anzahl Aufsätze in sich, die den Willen er­kennen lassen, über das Alltägliche hinaus die gei­stigen Hintergründe aufzudecken. Wir nennen be­sondersDie Prunkrevuen eines Jahrhunderts" von Konxad Matschoß,Gibt es eine Weltkrise?" von Eugen Diesel,Die Qrdnung im Sein" von Viktor

Engelhardt,Der Kampf der Achsen" von Paul Fechter sowie die Fortsetzung des großen Romans von Hans Grimm:Kaffernland". Der Aufsatz von Eugen Diesel leugnet zwar nicht die Tatsache einer Weltkrise, sondern stellt vielmehr die Frage, ob man die Weltkrise non anderen Standpunkten aus nicht auch anders beurteile und in anderem Maße empfindet. Diesel kommt zu dem Ergebnis, daß man sich als wichtigste Macht aus der Ruhe des Herzens und der Klarheit des Geistes eine uner­schütterliche Kraft gewinnen müsse, vor der auch die Krise zunichte wird. Denn was unser Zeitalter in seinem Schoße birgt, wird einmal, als eine Reihe gewaltiger und gefährlicher Ereignisse über uns hereinbrechen. Ein Ausweichen gibt es nicht.

Von den Beiträgen im Dezemberheft der be­kannten ZeitschriftVolk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. Einzelpreis 0,70 RM.) verdienen besondere Hervorhebung: Volk und Sippe" von Dr. med. I. Roeßler, in dem der Verfasser für die genealogische Geschichtsauffas­sung eintritt, d. h. für eine Geschichtsauffassung, die als Ursache für völkischen Aufstieg oder Verfall die Kraft und die Gesundheit der Rasse erblickt; denn sie allein knüpft damit den einzelnen verantwortlich an Vergangenheit und Zukunft seines Vaterlandes. Sehr aufschlußreich sind die Ausführungen Dr. R. Ritters über die Rothaarigkeit als raffenhygie- nisches Problem. DieKleineren Beiträge" bringen wissenswerte Mitteilungen überInzucht" und den § 1594 des BGB. (Unehelichkeitserklärung). Mit Gewinn lieft man auch die SpalteAus Raffenhy- giene und Bevölkerungspolitik" mit den wichtigen Kurzberichten über neue Gesetze, Veranstaltungen und Statistiken aus In- und Ausland.

Hochschuknachnchten.

Der Herr Reichserziehungsminister hat die fol­genden ordentlichen Professoren von ihren Amts­pflichten entbunden: Dr. Max Fleischmann, Ordinarius für allgemeine Staatslehre, Staats-, Kirchen- und Völkerrecht an der Universität H a 11e, auf Grund von Paragraph 4 des Hochschullehrer- gefetzes (Fortfall von Lehrstühlen); Dr. Otto L o o s , Ordinarius für Zahnheilkunde an der Universität Frankfurt, Dr. Rudolf R o s e m a n n , Ordi­narius für Physiologie an der Universität Mün­ster, Dr. Friedrich Schulz, Ordinarius für physiologische Chemie an der Universität Jena, sämtlich wegen Erreichung der Altersgrenze; ferner Dr. Leopold v. Ubisch, Ordinarius'für Zoologie und vergleichende Anatomie an der Universität M ü >