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20.9.1935
 
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Wetterbericht

des Reichswelterdiensies. Ausgabeort Frankfurt.

Infolge des fortgesetzten Luftdruckanstieges von Süden her wird die Wirbeltätigkeit nach Norden abgedrängt. Zur Zeit befinden wir uns ledoch noch im Bereich einer Westströmung, die uns am Don­nerstag besonders feuchte, aber aucy roarme )- tropische Meeresluft zuführte. Die Niederschlags neigung ist daher zur Zeit noch recht groß. Doch ist eine Umgestaltung der Großwetterlage im Gange, die uns Witterungsbesserung, wenn auch noch kein durchaus beständiges Wetter verspricht.

Aussichten für Samst a g: Aufkommende Witterungsbesserung, doch noch kein durchaus regen­sicheres Wetter, vor allem auch in den Morgen­stunden Neigung zu Nebelbildung, Tagestempera, turen zwischen 15 und 20 Grad, weiter abflauende Winde.

Aussichten für Sonntag: Abgesehen von Nebelbildung im ganzen freundlich, aber noch nicht durchaus beständiges Wetter.

Temperaturen am 19. September: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 14,5 Grad; am 20. Septem­ber: morgens 15,5 Grad. Maximum 17,9 Grad, Minimum 9,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. September: abends 13,2 Grad; am 20. September: morgens 13,3 Grad Celsius. Niederschläge 6,4 Millimeter.

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am Markte nur das kauft, was ausrei­chend vorhanden ist, werden ^Spekulanten und Wühlmäuse sehr bald in ihre Schlupfwinkel zurückziehen. Das deutsche Volk richtet seinen Blick auf das Ganze und weih: Die Volks- ernährung ist gesichert, die Marktordnung schützt den Verbraucher, und die verantwortlichen Stellen in Staat, Partei und Reichsnährstand werden un- nachsichtlich gegen Dummheit, Böswilligkeit und Spekulationsversuche vorgehen.

V. N. 1/1935.

Betr.: Vergleichsverfahren über das Vermögen der Fr. Harries & Co. in Wieseck.

Beschluß.

Die offene Handelsgesellschaft Fr. harries & Co. in Liquidation, Wieseck, hat bei dem unterzeich­neten Gericht den Antrag auf Eröffnung des Ver­gleichsverfahrens eingereicht. Zum vorläufigen Ver­gleichsverwalter ist der Rechtsanwalt Koehler, Gie­ßen, plockflrahe, bestellt." 5339V

Gießen, den 18. September 1935.

Das Amtsgericht.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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wurden, brachten bisher die Ueberreste von sechs Opfern zu Tage. Zwecks Raumersparnis waren die Leichen 3. T. zerstückelt worden. Die Identität der Opfer, deren Namen nicht einmal den Mördern bekannt waren, ist schwer festzustellen.

Der Aschaffenburger Bilderdiebslahl-Prozeß.

In dem Prozeß wegen des großen Bilder- diebstahls im Aschaffenburger Schloß wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Ein Zeuge bekundete, daß der Angeklagte Falk ihm erzählte, man habe ihn wegen des Aschaffenburger Einbruchs verdächtigt; er stehe aber hiermit in keinem Zusammenhang; er habe vielmehr in der fraglichen Nacht einen Einbruch in Arenberg be­gangen. Falk habe gesagt:Hinsichtlich Aschaffen­burgs habe ich mein Alibi." Don den weiteren Zeugenaussagen ist die des Friedrich Frick e zu erwähnen. Dieser lernte den Falk während eines gemeinsamen Aufenthalts in der Strafanstalt Brandenburg 1933 kennen. Der Zeuge bekundete, daß ihm Falk damals von seinem Schloßeinbruch in Wiesbaden sowie von einem Aschaffenburger Schloßeinbruch erzählt habe. Falk habe aber ge­sagt, daß er selbst mit diesem Einbruch nichts zu tun habe. Der Zeuge hatte indessen den Eindruck, daß Falk über den Verbleib der in Aschaffenburg gestohlenen Rembrand-Radierungen orientiert sein müsse. Fricke sagte weiter aus, Falk fjabe von Greifswald aus, wohin er gelegentlich eines Gefan­genentransportes gebracht worden war, einen Kassiber bekommen, in dem er unter Todesandro­hung aufgefordert worden sei, von Aschaffenburg nichts auszusagen, und der mit dem Namen Polen- Leo unterschrieben war. Der Angeklagte Falk, zu diesen Angaben befragt, bezeichnet den Fricke als einen sehr geldgierigen Menschen. Es fei ihm bei seinen Anzeigen an die Behörde nur auf die Belohnung angekommen, die für die Wiederherbei- fchaffung der in Aschaffenburg gestohlenen Kunst­blätter ausgesetzt war. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Erdbeben in Nordafrika.

In der Gegend von Bone, Guelma und Constan­tine (Nordafrika) ist ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt worden. Der Mittelpunkt des Erdbebens, das nur kurz dauerte, scheint in der Ortschaft Roknia zu liegen, wo mehrere Eingeborenen-Häuser ein­stürzten. Es sollen auch mehrere Personen Opfer des Erdbebens geworden sein.

3n der Ober ertrunken.

Bei Malisch (Schlesien) f enterte in einer der letzten Nächte ein Boot, in dem sechs Personen übersetzen wollten. Dabei fielen alle Insassen ins Wasser. Vier von ihnen konnten gerettet werden, die zwei anderen wurden als Leichen geborgen.

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Am IHontag, dem 23. September 1935, vormittags 9 llhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, das den a) Fal- kenstein, Georg, und bj Falkenstein, Johanna, geb. Hartmann, dessen Ehefrau, Gießen, zugeschriebene Grundstück versteigert:

Grundbuch für Gießen, Band VIII, Blatt 391:

Flur I, Nr. 135, hofreite auf dem Seltersweg (INaigasse Nr. 18), 37 am, Schähungsbetrag: 555 nrn.

Steuereinheitswert (1.1.31): 1260 RM.

Das Grundstück ist nach Abbruch der Gebäude Hofgelände. 5026D

Gießen, den 23. Juli 1935.

Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher.

Gelegentlich einer kürzlich erfolgten Presseaus- spräche über die Versorgungslage des deutschen Ziel» kes mit Nahrungsmitteln wies Reichsminister Dr. Goebbels in eindringlichen Worten aus Die Notwendigkeit hin, die Dinge niemals losgelost vom Ganzen, sondern ftets in der großen S ch a u der Gesamtlage zu sehen und zu prüfen. Diese, nationalsozialistischem Denken allem ent­sprechende Betrachtungsweise verbietet es. Die Er­nährung unseres Volkes rein materiell als eine Leib- und Magenfrage zu behandeln. Don der Sicherung der Dolksernährung aus eigener Scholle, die allein die Nahrungsfreiheit verbürgt, hangt weit mehr ab als das leibliche Wohl, nämlich die politische Handlunasfreiheit jeden Volkes. Diese zu bewahren ist die unbedingte Vor­aussetzung für den Bestand und das Gedeihen, von Volk, Wirtschaft und Staat.

Aus dieser Erkenntnis stellte der Führer neben die Beseitigung der Arbeitslosigkeit als gleichwich- tige Aufgabe die Rettung des deutschen Bauerntums als den Nährstand und Bluts­quell des deutschen Volkes. Beide muhten im gleichen Zuge gelöst werden und zwar immer in der Ausrichtung auf das Gesamtwohl. Darum mür­ben Erzeuger, Be- und Verarbeiter und Verteiler landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Reichsnähr- ftanb zusammengeschlossen, um alles, was mit der Ernährung des Volkes zu tun hat, zu erfassen.

Der Reichsnährstand ist als Treuhänder der Er­nährung keine Interessenvertretung, sondern für das ganze Volk da. Er hat die Ausgabe, den Bedarf des Volkes an Nahrungsmitteln zu Preisen sicherzustellen, die der Kaufkraft der Verbraucher entsprechen, damit nicht durch Schwächung dieser Kaufkraft die Arbeitsschlacht gefährdet wird. Auf der anderen Seite müssen diese Preise für den Er­zeuger, den Bearbeiter und den notwendigen Ver­teiler ausreichend sein, wenn die zur Erringung der Nahrungsfreiheit notwendige Steigerung der Er­zeugung, die durch die Erzeugunasschlacht erstrebt wird, erreicht werden soll. Das Zeitmatz, in dem diese Steiaerung durchaeführt werden muß, wird dadurch bedingt, daß jede Million, für die Lebens­rnittel aus dem Auslande eingeführt werden müssen, bei der Devisenknappheit der Reicksbank an Zah- lungsmitteln für die im Interesse Der Fortführung der Arbeitsschlacht lebensnotwendige Jndustrieroh- stoffeinfuhr fehlt.

Das Werkzeug des Reichsnährstandes zur Durch­führung dieser vielfältigen Aufgaben ist die natio-

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nalsozialistische Marktordnung, deren erstes Gesetz bei der Knappheit des deutschen Raumes die Anpassung der Erzeugung an den Bedarf, also die Bedarfsdeckung ist. Diese Bedarfsdeckung muß und darin liegt die Bedeutung der Markt­ordnung als Schutz des Verbrauchers z u trag­baren, gerechten und stabilen Preisen gesichert werden. Beides hat die Marktordnung er­reicht. Trotz Steigerung des Lebensmittelverbrauchs von insgesamt 3 v. H. bereits im Vorjahr gegen­über 1933 werden 90 v. H. der wichtigsten Nah­rungsmittel im Inland erzeugt. Brot, Kartoffeln, Milch, Butter, Zucker, Margarine, Schmalz und Seefische sind bei stabilen Preisen die Spat kartoffeln liegen sogar preislich um durchschnittlich 0,50 Mark der Zentner unter dem Vorjahr und in ausreichenden Mengen vorhanden. Wo die Eigenerzeugung noch nicht zur Bedarfsdeckung aus­reicht, ist durch entsprechende Verträge em Aus­tausch gegen Fertigwaren gesichert.

Bei Fleisch, Eiern, Gemüse und Obst sind tn den letzten Wochen Spannungen aufgetreten, die zu teilweise erheblichen Preissteigerungen ge­führt haben. Die Gründe für diese Spannungen hat der Reichsnährstand nicht zu vertreten, sie waren bei Eiern infolge früheren Legebeginns auch früheres Nachlassen der Legetätigkeit, bei Obst und Gemüse Witterungs- und Ernteschäden und bet Fleisch saisonmäßige Knappheit bzw. bei Schweine­fleisch eine Folge der Futtergetreidemißernte des Vorjahres. Derartige vorübergehende Spannungen hat es auch früher gegeben, man konnte sie aber durch erhöhte Einfuhr ausgleichen, was heute aus Gründen der Devisenknappheit schon im Interesse der Arbeitsschlacht unmöglich ist. .

Während das Volk in seiner Gesamtheit national­sozialistische Disziplin bewahrt hat, hat es das mangelnde Verantwortungsgefühl einiger Erzeuger, Verteiler und Verbraucher dahin gebracht, daß die vorhandenen Spannungen zu Preissteigerungen ge­führt haben. Diese Preiserhöhungen hat der Reichs- ernährungsminister durch seine Verordnung, wo­nach diese Preise auf den Stand vom 31. März 1935 zurückzuführen sind, beseitigt. Die Dersorgungs- lage ist so, daß bei Eiern in Bälde auf Kühlhaus- roare zurückgegriffen werden kann, bei Obst und Gemüse die Späternte bzw. Konserven einen Aus­gleich ermöglichen und bei Schweinefleisch, das noch einige Zeit hier und da knapp bleiben wird, auf andere Fleischsorten oder das vorzüglicheFleisch im eigenen Saft" ausgewichen werden kann.

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