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Infolge des fortgesetzten Luftdruckanstieges von Süden her wird die Wirbeltätigkeit nach Norden abgedrängt. Zur Zeit befinden wir uns ledoch noch im Bereich einer Westströmung, die uns am Donnerstag besonders feuchte, aber aucy roarme )uü- tropische Meeresluft zuführte. Die Niederschlags neigung ist daher zur Zeit noch recht groß. Doch ist eine Umgestaltung der Großwetterlage im Gange, die uns Witterungsbesserung, wenn auch noch kein durchaus beständiges Wetter verspricht.
Aussichten für Samst a g: Aufkommende Witterungsbesserung, doch noch kein durchaus regensicheres Wetter, vor allem auch in den Morgenstunden Neigung zu Nebelbildung, Tagestempera, turen zwischen 15 und 20 Grad, weiter abflauende Winde.
Aussichten für Sonntag: Abgesehen von Nebelbildung im ganzen freundlich, aber noch nicht durchaus beständiges Wetter.
Temperaturen am 19. September: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 14,5 Grad; am 20. September: morgens 15,5 Grad. Maximum 17,9 Grad, Minimum 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. September: abends 13,2 Grad; am 20. September: morgens 13,3 Grad Celsius. — Niederschläge 6,4 Millimeter.
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V. N. 1/1935.
Betr.: Vergleichsverfahren über das Vermögen der Fr. Harries & Co. in Wieseck.
Beschluß.
„Die offene Handelsgesellschaft Fr. harries & Co. in Liquidation, Wieseck, hat bei dem unterzeichneten Gericht den Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens eingereicht. Zum vorläufigen Vergleichsverwalter ist der Rechtsanwalt Koehler, Gießen, plockflrahe, bestellt." 5339V
Gießen, den 18. September 1935.
Das Amtsgericht.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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wurden, brachten bisher die Ueberreste von sechs Opfern zu Tage. Zwecks Raumersparnis waren die Leichen 3. T. zerstückelt worden. Die Identität der Opfer, deren Namen nicht einmal den Mördern bekannt waren, ist schwer festzustellen.
Der Aschaffenburger Bilderdiebslahl-Prozeß.
In dem Prozeß wegen des großen Bilder- diebstahls im Aschaffenburger Schloß wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Ein Zeuge bekundete, daß der Angeklagte Falk ihm erzählte, man habe ihn wegen des Aschaffenburger Einbruchs verdächtigt; er stehe aber hiermit in keinem Zusammenhang; er habe vielmehr in der fraglichen Nacht einen Einbruch in Arenberg begangen. Falk habe gesagt: „Hinsichtlich Aschaffenburgs habe ich mein Alibi." Don den weiteren Zeugenaussagen ist die des Friedrich Frick e zu erwähnen. Dieser lernte den Falk während eines gemeinsamen Aufenthalts in der Strafanstalt Brandenburg 1933 kennen. Der Zeuge bekundete, daß ihm Falk damals von seinem Schloßeinbruch in Wiesbaden sowie von einem Aschaffenburger Schloßeinbruch erzählt habe. Falk habe aber gesagt, daß er selbst mit diesem Einbruch nichts zu tun habe. Der Zeuge hatte indessen den Eindruck, daß Falk über den Verbleib der in Aschaffenburg gestohlenen Rembrand-Radierungen orientiert sein müsse. Fricke sagte weiter aus, Falk fjabe von Greifswald aus, wohin er gelegentlich eines Gefangenentransportes gebracht worden war, einen Kassiber bekommen, in dem er unter Todesandrohung aufgefordert worden sei, von Aschaffenburg nichts auszusagen, und der mit dem Namen Polen- Leo unterschrieben war. Der Angeklagte Falk, zu diesen Angaben befragt, bezeichnet den Fricke als einen sehr geldgierigen Menschen. Es fei ihm bei seinen Anzeigen an die Behörde nur auf die Belohnung angekommen, die für die Wiederherbei- fchaffung der in Aschaffenburg gestohlenen Kunstblätter ausgesetzt war. — Die Verhandlung wird fortgesetzt.
Erdbeben in Nordafrika.
In der Gegend von Bone, Guelma und Constantine (Nordafrika) ist ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt worden. Der Mittelpunkt des Erdbebens, das nur kurz dauerte, scheint in der Ortschaft Roknia zu liegen, wo mehrere Eingeborenen-Häuser einstürzten. Es sollen auch mehrere Personen Opfer des Erdbebens geworden sein.
3n der Ober ertrunken.
Bei Malisch (Schlesien) f enterte in einer der letzten Nächte ein Boot, in dem sechs Personen übersetzen wollten. Dabei fielen alle Insassen ins Wasser. Vier von ihnen konnten gerettet werden, die zwei anderen wurden als Leichen geborgen.
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Zwangsversteigerung K 40,35
Am IHontag, dem 23. September 1935, vormittags 9 llhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, das den a) Fal- kenstein, Georg, und bj Falkenstein, Johanna, geb. Hartmann, dessen Ehefrau, Gießen, zugeschriebene Grundstück versteigert:
Grundbuch für Gießen, Band VIII, Blatt 391:
Flur I, Nr. 135, hofreite auf dem Seltersweg (INaigasse Nr. 18), 37 am, Schähungsbetrag: 555 nrn.
Steuereinheitswert (1.1.31): 1260 RM.
Das Grundstück ist nach Abbruch der Gebäude Hofgelände. 5026D
Gießen, den 23. Juli 1935.
Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher.
Gelegentlich einer kürzlich erfolgten Presseaus- spräche über die Versorgungslage des deutschen Ziel» kes mit Nahrungsmitteln wies Reichsminister Dr. Goebbels in eindringlichen Worten aus Die Notwendigkeit hin, die Dinge niemals losgelost vom Ganzen, sondern ftets in der großen S ch a u der Gesamtlage zu sehen und zu prüfen. Diese, nationalsozialistischem Denken allem entsprechende Betrachtungsweise verbietet es. Die Ernährung unseres Volkes rein materiell als eine Leib- und Magenfrage zu behandeln. Don der Sicherung der Dolksernährung aus eigener Scholle, die allein die Nahrungsfreiheit verbürgt, hangt weit mehr ab als das leibliche Wohl, nämlich die politische Handlunasfreiheit jeden Volkes. Diese zu bewahren ist die unbedingte Voraussetzung für den Bestand und das Gedeihen, von Volk, Wirtschaft und Staat.
Aus dieser Erkenntnis stellte der Führer neben die Beseitigung der Arbeitslosigkeit als gleichwich- tige Aufgabe die Rettung des deutschen Bauerntums als den Nährstand und Blutsquell des deutschen Volkes. Beide muhten im gleichen Zuge gelöst werden und zwar immer in der Ausrichtung auf das Gesamtwohl. Darum mürben Erzeuger, Be- und Verarbeiter und Verteiler landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Reichsnähr- ftanb zusammengeschlossen, um alles, was mit der Ernährung des Volkes zu tun hat, zu erfassen.
Der Reichsnährstand ist als Treuhänder der Ernährung keine Interessenvertretung, sondern für das ganze Volk da. Er hat die Ausgabe, den Bedarf des Volkes an Nahrungsmitteln zu Preisen sicherzustellen, die der Kaufkraft der Verbraucher entsprechen, damit nicht durch Schwächung dieser Kaufkraft die Arbeitsschlacht gefährdet wird. Auf der anderen Seite müssen diese Preise für den Erzeuger, den Bearbeiter und den notwendigen Verteiler ausreichend sein, wenn die zur Erringung der Nahrungsfreiheit notwendige Steigerung der Erzeugung, die durch die Erzeugunasschlacht erstrebt wird, erreicht werden soll. Das Zeitmatz, in dem diese Steiaerung durchaeführt werden muß, wird dadurch bedingt, daß jede Million, für die Lebensrnittel aus dem Auslande eingeführt werden müssen, bei der Devisenknappheit der Reicksbank an Zah- lungsmitteln für die im Interesse Der Fortführung der Arbeitsschlacht lebensnotwendige Jndustrieroh- stoffeinfuhr fehlt.
Das Werkzeug des Reichsnährstandes zur Durchführung dieser vielfältigen Aufgaben ist die natio-
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nalsozialistische Marktordnung, deren erstes Gesetz bei der Knappheit des deutschen Raumes die Anpassung der Erzeugung an den Bedarf, also die Bedarfsdeckung ist. Diese Bedarfsdeckung muß — und darin liegt die Bedeutung der Marktordnung als Schutz des Verbrauchers — z u tragbaren, gerechten und stabilen Preisen gesichert werden. Beides hat die Marktordnung erreicht. Trotz Steigerung des Lebensmittelverbrauchs von insgesamt 3 v. H. bereits im Vorjahr gegenüber 1933 werden 90 v. H. der wichtigsten Nahrungsmittel im Inland erzeugt. Brot, Kartoffeln, Milch, Butter, Zucker, Margarine, Schmalz und Seefische sind bei stabilen Preisen — die Spat kartoffeln liegen sogar preislich um durchschnittlich 0,50 Mark der Zentner unter dem Vorjahr — und in ausreichenden Mengen vorhanden. Wo die Eigenerzeugung noch nicht zur Bedarfsdeckung ausreicht, ist durch entsprechende Verträge em Austausch gegen Fertigwaren gesichert.
Bei Fleisch, Eiern, Gemüse und Obst sind tn den letzten Wochen Spannungen aufgetreten, die zu teilweise erheblichen Preissteigerungen geführt haben. Die Gründe für diese Spannungen hat der Reichsnährstand nicht zu vertreten, sie waren bei Eiern infolge früheren Legebeginns auch früheres Nachlassen der Legetätigkeit, bei Obst und Gemüse Witterungs- und Ernteschäden und bet Fleisch saisonmäßige Knappheit bzw. bei Schweinefleisch eine Folge der Futtergetreidemißernte des Vorjahres. Derartige vorübergehende Spannungen hat es auch früher gegeben, man konnte sie aber durch erhöhte Einfuhr ausgleichen, was heute aus Gründen der Devisenknappheit schon im Interesse der Arbeitsschlacht unmöglich ist. .
Während das Volk in seiner Gesamtheit nationalsozialistische Disziplin bewahrt hat, hat es das mangelnde Verantwortungsgefühl einiger Erzeuger, Verteiler und Verbraucher dahin gebracht, daß die vorhandenen Spannungen zu Preissteigerungen geführt haben. Diese Preiserhöhungen hat der Reichs- ernährungsminister durch seine Verordnung, wonach diese Preise auf den Stand vom 31. März 1935 zurückzuführen sind, beseitigt. Die Dersorgungs- lage ist so, daß bei Eiern in Bälde auf Kühlhaus- roare zurückgegriffen werden kann, bei Obst und Gemüse die Späternte bzw. Konserven einen Ausgleich ermöglichen und bei Schweinefleisch, das noch einige Zeit hier und da knapp bleiben wird, auf andere Fleischsorten oder das vorzügliche „Fleisch im eigenen Saft" ausgewichen werden kann.
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