Ausgabe 
20.9.1935
 
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Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

en, um durch eine kommende

melsurium von Kritikastern. Ohne den Bewegung bestände kein Theater und keinen Aufstieg des deutschen Volkes.

Sieg gäbe

der es

Ziele der Forstwirtschaft sür den kommenden Winter

währleisten eine günstige Fortentwicklung unserer Holzversorgung.

Präsident S y r u p von der Reichsanstalt für Au- beitsvermittlung sprach dann über Arbeitsschlacht und Forstbetriebe. Wenn auch die Gesamtzahl der in den Wäldern Beschäftigung findenden Arbeiter nicht so groß ist wie in manchem anderen Arbeits­zweig, so kommt ihr aber als saisonmähige Winterarbeit eine besondere Bedeutung zu, weil sie gegenüber dem winterlichen Abfall der Ar» beitsmöglichkeit in Landwirtschaft und Bauhand­werk einen Ausgleich bietet. Darüber hinaus sollen aber in der Forstwirtschaft größere zusätzliche Arbeitsvorhaben begründet werden, die eine Be­schäftigung von seither langfristig Arbeitslosen als Notstandsarbeiter in besonders belasteten Bezirken auf längere Sicht ermöglichen.

Da es Ziel unserer Forstverwaltung sein muß, die Zahl der ständigen Waldarbeiter

England will den Krieg."

Scharfe Sprache der italienischen preffe.

Ministerpräsident Göring über das deutsche Theater.

Spielzeiteröffnung am preußischen Staatstheater in Kassel.

zu vergrößern und dabei möglichst viele Fa« mitten seßhaft zu machen, wurden auch Maß- nahmen beraten, die eine Erweiterung der Waldarbeitersiedlung im Gefolge haben werden. Ein Vertreter des Reichsarbeltsministe. riums gab neue Möglichkeiten bekannt zur Begrün« düng und Finanzierung von Forstarbeiterheimstat« ten. Die weiteren Beratungen im Reichsforstamt befaßten sich mit einer stärkeren Erfassung des Waldes als Rohstoffquelle unter Durchführung neuer Versuchsergebnisse wissenschaft­licher Forschung. So wurden u. a. die Erweiterung unserer Harz- und Gerbstofferzeugung besprochen, vor allem aber auch die Erweiterung der Bedarfsdeckung an Rohstoffen für Holzschliff und Zellulose unter Einschaltung von Kiefern- und Buchenholz und Verbesserung der Ausnutzung des seither fast ausschließlich für diese Zwecke be­nutzten Fichtenholzes.

In Zukunft eine W iederholung solcher Vorfälle vermeiden solle.

Japan und der Abessinien-Konflikt.

Tokio, 19. Sept. (DNB.) In Tokio traf am Donnerstag der abessinische Konsulatsvertreter B l r- r o u ein. Zu seinem Empfang hatten sich etwa 2000 japanische Nationalisten emge- funden, die diesen Empfang zu einer großen t t a - lienfeindlichen Kundgebung ausgestalte­ten. Der Konsulatsoertreter erklärte, daß er gemein­sam mit dem abessinischen Honorarkonsul m Osaka für die Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Abessinien arbeiten werde. Die japanische Regierung erklärte daß sie über das Eintreffen Birrous vorher nicht offiziell unterrichtet worden sei.

Italien braucht Geld.

Paris, 19. Sept. (DNB.) Die italienische Re­gierung soll die französische Regierung haben wissen lassen, daß sie die in ihrem Besitz befindlichen französischen Staatsrenten abzusto- ß e n und dafür Gold einzulösen beabsichtige. Die Bank von Frankreich wird die in italienischem Besitz befindlichen französischen Renten, deren Ge- samtwert etwa eine Milliarde Franken betragen soll, zunächst mit 400 Millionen Franken bevorschussen, und die Ueber- nahme der Werte dann allmählich vollziehen.

durchlittenen und gewonnenen Krieges Raum für die Möglichkeit eines neuen europäischen Krieges wäre, der von einer imperialistischen Macht gegen einen alten Verbündeten entfesselt werde. Italien wünsche lediglich seinen Platz an. der Sonne, der ihm nach dem ge­meinsamen Sieg verweigert wurde. Italien verteidigt seine Sache, indem es die lehrreiche Ge­schichte der imperialistischen Unternehmungen Eng­lands ins Gedächtnis zurückrufe, die Zeugnis für das Recht anderer Völker ablegten.

Tribun a" schreibt, daß zum erstenmal in der Geschichte des Völkerbundes nicht nur die Anwen­dung von Sanktionen ohne Verfahren zugegeben werde, sondern daß sogar Präventivsank­tionen vorgesehen seien, denen militärische Maß­nahmen vorangingen, die ausschließlich von Eng­land ergriffen würden und offensichtlich kriege­rische Vorbereitungen bedeuteten. So ge­wollt ausweichend und langsam die britische Hal­tung gegenüber den berechtigten italienischen Inter­essen gewesen sei, ebenso überstürzt sei nunmehr die imperialistische Militäraktion im Mit­te l m e e r , mit der unter Bruch aller internatio­nalen Beziehungen und Vereinbarungen die Ein­schaltung des Völkerbundes verlangt werde. An­gesichts dieser Tatsachen seien die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses nichts anderes als ein von England vorgebrachter Vorwand mit dem Ziel, die militärischen Maßnahmen, die aus­schließlich aus englischen Interessen heraus beschlos­sen wurden, Sanktionen nennen ßu können. Die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes könnten sich jedoch eine solche Verkehrung der Völkerbundsproze­dur nicht gefallen lassen. Der Völkerbund müsse sich klar darüber sein, daß das Mittelmeer aus­schlaggebend für das Schicksal Euro­pas sei.

Marktordnung den Ausgleich zwischen Gebieten mit Holzmangel und solchen Gegenden, die erhöhten Holzbedarf haben, herbeizuführcn. Dabei wird an der bereits erreichten Stabilisation der Preise unbedingt festgehalten werden. Für die­jenigen Sorten, die im Inland nicht in ausreichen­dem Maße anfallen, werden bei begründe­tem Bedarf zusätzliche Mengen aus Holzausfuhrländern bereitgestellt werden. Sowohl die seitherigen holzmarktpolitischen Maß­nahmen, wie Preisfestsetzungen, Verteilung des An­falls ohne Versteigerungen, Tariffestsetzungen für Bedarfsgebiete ujw. haben sich voll bewährt, aber auch die zukünftig zu treffenden weiteren Einrich­tungen auf dem Gebiet der Holzmarktordnung ge-

Berlin, 19. Sept. (Fwd) Unter dem Vorsitz des Generalforstmeisters Dr. v. K e u d e l l fanden im Reichsforstamt unter Beteiligung der Leiter der deutschen Landesforstvcrwaltungen und der Regie- rungsforstämter Preußens und Bayerns Beratun­gen über die künftige Ausgestaltung unserer Forst­wirtschaft statt. Um die Bedarfsdeckung unserer Wirtschaft mit Bau- und Werkholzstoff durch den Anfall unserer kommenden saisonmäßio bedingten Holzernte sickerzustellen, sind marktpolitische und betriebstechnische Maßnahmen geplant. Es ist in Kürze mit Bestimmungen auf diesem Gebiet zu rechnen. Die örtlichen Notwendigkeiten, durch die Leiter der einzelnen Landesforstoerwaltungen be­gründet, werden dabei Berücksichtigung finden. Um «uck allen berechtigten Anforderungen der Holz- vervrauckerschaft möglichst gerecht werden zu kön­nen, wird man in den Staatswaldungen

noch viel härtere Gesetze gelten als in anderen Dingen. Auf allen Gebieten des staatlichen Lebens kann ich Zugeständnisse nach dieser oder jener Richtung machen, auf dem Gebiete der Kunst ist eine Vorrang st ellungdes G e - sichtspunktes der sozialen Fürsorge unmöglich. Hier herrschen ganz eherne Gesetze. Diese Gesetze sind auf Leistung abgestellt. Wenn man das Theater nach sozialen Gesichts­punkten leiten wollte, so ist das Institut von vorn­herein verloren. Keinen Künstler schützt die lange Parteizugehörigkeit; denn der Kampf auf politischem Gebiet allein kann das künstlerische Feuer, das Begabung ist, nicht ersetzen. Man kann vielmehr die Künstler nur nach ihrem Können beurteilen. Dann kann man mit allen Mitteln sie zu guten Nationalsozialisten zu machen suchen.

Die Ueberzeichnung der Reichs an­leihe in einer Zeit, in der sich die weltpolitische Lage scharf zugespitzt hat, ist als ein Beweis uner­schütterlichen Vertrauens des deutschen Volkes zu feiner Leitung anzusehen. Der Erfolg der Anleihe­zeichnung wird das finanzielle und wirtschaftliche Wiederaufbauwerk der Reichsregierung wesentlich fördern. Denn diese darf nunmehr überzeugt sein, daß die Nation bereit und imstande ist, ihr die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur endgültigen Finanzierung der großen Arbeits­beschaffungsvorhaben erforderlich sind. Der deutsche Geld- und Kapitalmarkt hat die erste Probe gut bestanden. Wie flüssig trotz der Einzah­lungen auf die Anleihe der Geldmarkt geblieben ist, zeigt die Tatsache, daß in diesen Tagen schon wieder eine neue Serie unverzinslicher Reichsschatzanwei­sungen ausgegeben werden konnte, da die früheren Bestände restlos ausverkauft waren. Diese Serie der Reichsschatzanweisungen, deren Laufzeit bis zum 16. August 1937 geht, wird wieder zu einem Dis­kontsatz von 3,75 v. H. angeboten, und die Nach­frage ist recht lebhaft.

Bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffungs­aktionen ist in erster Linie eine Mengenkon­junktur erstrebt worden. Die Rücksicht auf das an sich natürliche und berechtigte Gewinnstreben der Wirtschaft mußte dabei zunächst zurücktreten. Um mehr produzieren zu können, mußte man mehr absetzen. Man mußte durch niedrige Preise die Kaufkraft stärken, auch wenn infolgedessen die vermehrte Erzeugung zunächst keine Besserung der Rentabilität mit sich brachte. Aber man hatte ganz richtig damit gerechnet, daß die Zunahme der Produktion ganz automatisch zu einer besseren Ausnützung der Betriebs­anlagen und damit zu einer Senkung d e s Unkostenanteils, also auch zu einer H e b u n g der Rentabilität führen mußte. Eine in dem neuen Heft vonWirtschaft und Statistik" Der- öffentlichte Untersuchung über die Geschäftsergebnisse der Aktiengesellschaften im letzten Vierteljahr 1934 zeigt, wie sehr die Mengenkonjunktur auch bereits die Wirtschaftlichkeit der Unternehmungen erhöht hat. Die Untersuchung erstreckt sich auf 1024 deutsche Aktiengesellschaften mit einem Gesamtkapital von 8,2 Milliarden Mark. Sie ergibt, daß der größte Teil der Gesellschaften jetzt wieder mit Gewinn arbeitet. Die Verluste, die ein kleiner Teil von ihnen noch immer ausweisen muß, haben sich gegenüber dem Vorjahr von 256 auf nur 44 Millionen Mark verringert. Sie sind also auf ein Sechstel der Dor- jahrshöhe abgesunken. Dagegen sind die erzielten Reingewinne von 366 auf 420 Millionen Mark ge­stiegen. Das bedeutet eine Zunahme um 15 Prozent. Diesen 420 Millionen Mark Gewinnen stehen also jetzt nur noch 44 Millionen Mark Verluste gegen­über. Allerdings sind die buchmäßigen Gewinne nicht restlos an die Aktionäre ausgeschüttet worden. Sie sind vielmehr teils zur Deckung früherer 33 er lüfte, teils zur Stärkung der Reser­ven verwendet worden, teilweise auch in den Kapitalstock geflossen. Immerhin hat sich auch der Gesamtbetrag der ausgeschütteten Dividenden von 282 auf 326 Millionen Mark erhöht. Die Durchschnittsdividende ist von 3,6 auf 4,2 Prozent gestiegen. Nur ein Drittel der er­faßten Gesellschaften war in diesem Jahre noch divi­dendenlos. Meist handelt es sich hier um Industrie­zweige, die noch keine günstige Mengen- konjnnktur erreichen konnte?., wie z. B. das Vervielfältigungsgewerbe oder die Musikinstrumen- tenindustrie. Solchen Industrien gehörten auch teil­weise diejenigen Gesellschaften an, die im Geschäfts­jahr 1934 nochmals mit einem Verlust abschlossen. Im großen und ganzen spielen aber nunmehr, wie die oben angeführten Ziffern zeigen, die Verluste im Vergleich zu den Gewinnen keine wesentliche Rolle mehr. Während sich im Jahre 1933 nur ein lieber- schuß der Gewinne über die Verluste ergab, der 1,2 Prozent des Gesellschaftskapitals ausmachte, wird für das Jahr 1934 ein Ueberfchuß von 4,1 Prozent nachgewiesen. Die Besserung der Rentabilität ist hiernach sehr bedeutend. Da das Jahr 1935, wie sich heute bereits übersehen läßt, bei i vielen Gesellschaften eine weitere Dividen - , benfteigerung gebracht hat, darf festgestellt ; werden, daß die in den Krisenjahren verlorenge- I gangene Rentabilität der deutschen Wirtschaft nun» > mehr wiederhergestellt ist.

M a i I a n b , 20. Sept. (DNB. Funkspr.)G a z- zetta del Popolo" schreibt:England will den Krieg gegen Italien". Diese Worte mögen nach Den kürzlichen Aeußerungen des britischen Außenministers überraschend klingen, aber es sei die durchaus logische Folgerung der englischen Haltung in Genf, der Kriegsschlffzusam- menziehungen im Mittelmeer und im Roten Meer forme der herausfordernden Sprache der englischen Zeitungen. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß sich England entschieden Italien entgegen- fteHt aus Gründen, die nichts mit dem Volker- bund zu tun haben. England beeile sich, zu Sühne- maßnahmen zu greifen. Es wolle den Krieg. Die TurinerStampa" behauptet, England stürze Europa mit satanischer Gelassenheit i n d e n A b g r u n d. Die Entsendung der größten Schlachtschiffe der englischen FlotteHood" und Renown" in das Mittelmeer sei ein Einschüchte- rungsversuch und eine Herausforderung.

Giornale d'Jtalia sagt, in Genf sei nunmehr die Rücksicht auf italienische Interessen beiseitegelassen worden. Es gebe dafür eine offene Repres­salienpolitik, die von England gegen Italien inspiriert werde. Die Sympathien für die italieni­schen Ausdehnungsbedürfnisse, die Hoare zweimal vor dem Unterhaus geäußert hätte, seien nunmehr zurückgenommen worden. In den Herausforderungen Der englischen Öffentlichkeit läge mehr als eine Drohung, in ihnen läge eine offene Neigung zu m Konflikt. Die englische Verbitterung gegen Italien nehme Formen unerhörter Beleidigungen an. DieTimes" sei trotz ihrer alten Traditton der Korrektheit und Höflichkeit heute dahingekommen, die französische Presse zu verdächtigen, bezahlt zu fein. Man könne jedoch nicht einen Augenblick glau­ben, daß im Geise eines freien, ehrlichen und ver­nünftigen Franzosen angesichts des gemeinsam

Besprechung über die europäische Sage. Staats­sekretär Hüll erklärte:Wir sind der Ansicht, daß zwischenstaatliche Streitfragen durch solche fried­lichen Mittel beigelegt werden können und müssen, wie sie im K e l l o g g - D e r t r a g vorgesehen sind. Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt die Entwicklungen des Streitfalles mit gespannte­ster Aufmerksamkeit und wird weiterhin die größ­ten Anstrengungen machen, um Friedensbestrebun­gen in jeder praktischen Weise zu fördern.

Griechenland für strengste Neutralität

Athen, 19. Sevt. (DNB.) In Vertretung des in Genf weilenden Außenministers Maximos erklärte Landwirtschaftsminister Theodorides: Grie­chenland hofft, daß alle Streitigkeiten eine fried­liche Lösung finden werden. Da es zu Italien und Abessinien die besten Beziehungen unterhält, tritt es f ü r ft r e n g ft e Neutralität ein. Falls Grie­chenland zu einer kategorischen Haltung gezwungen wird, wird es sich vorher mit den befreun­deten Staaten des Balkanpaktes in Verbindung setzen. Die Bewegung italienischer Kriegsschiffe in den griechischen Hoheitsgewässern hat keine allgemeinere Bedeutung, da es sich um einen befreundeten Staat handelt, sowie ausreichende Begründungen für die Vor­gänge gegeben wurden. Jedenfalls hat der Minister- rat beschlössen, Italien zur Vermeidung von Mißver­ständnissen darauf aufmerksam zu machen, daß es

In Genf hat Frankreich einen überraschen­den Vorstoß in der Frage der Stabilisierung der Währungen gemacht. Der Vorstoß des französischen Handelsministers Bonnet entspringt einmal der traurigen Lage des französischen Außenhandels, der immer weiter zurückgeht. Das Deflationsprogramm Lavals hat den energi* scheu Widerstand der bäuerlichen Kreise, die immer« hin rund 40 v. H. der ftanzösischen Bevölkerung ausmachen, gefunden, und der Preisabbau und die Einkommensverringerung haben bis jetzt nicht die erwünschten Erfolge gehabt. Da aber gleichzeitig Frankreich ein Arbeitsbeschaffungsprogramm nach deutschem Vorbild in Angriff genommen hat, wird die französische Produktion nach einiger Zeit sichtlich in Mißverhältnis stehen zu der durch die Einkvmmensverminderung gesunkenen Kauf­kraft der französischen Massen. Und diese Mehr­produktion kann lediglich durch verstärkte Ausfuhr abgestoßen werden. Daher wandte sich Bonnet im Prinzip wenigstens gegen die Einfuhr­beschränkungen Frankreichs, die natürlich zu Gegen­maßnahmen gegen die französische Ausfuhr führ­ten. Die englische Adresse allerdings, an die vor allem sich Bonnet wandte, ist nicht nur zurückhal­tend, sondern hat im großen und ganzen den Plan des französischen Handelsministers abgelebt. Das britische Geschäft floriert zwar nicht unter der Pfundabwertung, aber immerhin geht es den Um­ständen nach normal, und man weiß in England ganz genau, daß der französische Plan einer Wäh­rungskonferenz doch lediglich Frankreich aus den Schwierigkeiten helfen soll und keinerlei Bezug nimmt auf die Weltwirtschaftslage, die eben durch die sinkenden Handelsziffern aller Natio­nen au einer Verknappung der Kaufkraft geführt hat. Aus diesem Grunde ist also Bonnet auf Den englischen Widerstand gestoßen. Man verweist übri­gens auch auf die mangelnde Initiative der fran­zösischen Regierung und lieht in Lavals Deflation«* maßnahmen nur einen liebergang zu einer wirk­lichen Abwertung des Franken, der schon heut- feinerlei anziehende Kraft für Auslandswährungen mehr bietet. Ob das berechtigt ist, ist sehr zweisel« haft. Auf jeden Fall zeigt das Beispiel des holländischen Gulden, der überhöht ist und deshalb mieoer in der letzten Zeit Schwankungen durch Angriffe der Spekulation unterworfen wurde.

Kassel, 19. Sept. (LPD.) Das Preußische Staatstheater Kassel begann am Mitt­wochabend seine neue Spielzeit mit einer Fest­ausführung desFreischü tz", die durch die Teil­nahme des Ministerpräsidenten Göring mit sei­ner Gattin ein besonderes Gepräge erhielt. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Gauleiter Staatsrat Weinrich, Oberpräsident PrinA Phi­lipp von Hessen, Prinz Paul von Griechenland, Frau Winifred Wagner, Generalintendant Tiet- j e n sowie die gesamte Generalintendanz der Preu­ßischen Staatstheater. Um Mitternacht fand im Rathaussaal ein Empfang durch die Stadt Kassel statt, bei dem Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer dem Ministerpräsidenten die große silberne Ehren- plakette der Stadt Kassel überreichte. Ministerpräsi­dent Göring dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und sprach über die preußischen Staats­theater. Der Führer hat auf der Kulturtagung in Nürnberg darauf hingewiesen, daß es gerade in ernsten Kampfzeiten erforderlich ist, daß man an der Gestaltung der schönen Dinge lebhaften Anteil nehmen müsse, um den Menschen für seine Sorgen einen Ausgleich zu schassen. Die S ck l i e ß u n g eines Theaters ist im Reiche Adolf Hitlers eine Unmöglichkeit. Die preußischen Staats­theater sind nicht lediglich Staatstheater im Sinne wie früher als vom Staat betriebene, es ist mir vielmehr eine der vornehmsten Aufgaben, diese Staatstheater in eiaener Regie zu führen. Grundsatz der Theaterführung ist die lebendige Gestaltung des Führerprinzips. Wenn heute die nationalsozialistische Bewegung an die Gestaltung dieser Dinge herangeht, Die auf dem Gebiete der Kultur und der Kunst liegen, so müssen

Um die deutsche Eigenerzeugung von Textilstoffen au steigern, ist eine Vervielfachung des Andaus von Hanf und Flachs notwendig. Denn diese Textilfasern können im Gegensatz z. B. zur Baumwolle auf deutschem Bo­den gewonnen werden. Sie wurden nur bisher in viel z u geringen Mengen gewonnen, so daß der Bedarf zum großen Teil durch Einfuhr aus dem Auslande gedeckt werden mußte. Es ist aber nicht nur nötig, den gegenwärtigen Bedarf der deutschen Industrie an Hanf- und Flachserzeug­nissen aus inländischer Erzeugung zu befriedigen, sondern es soll darüber hinaus auch der deutsche Bedarf an Baumwolle, Jute und anderen auslän­dischen Textilfasern zu einem erheblichen Teile durch Flachs und Hanf ersetzt werden, sei es, daß die deutschen Verbraucher sich daran gewöhnen, an­statt der Textilwaren aus fremden Faserstoffen solche aus Flachs oder Hanf zu verwenden, oder daß bei der Herstellung von Textilftoffen den aus­ländischen Fasern deutscher Flachs ober Hanf bei» gemischt wird. Voraussetzung für eine solche Um­stellung der Textilwirtschaft auf deutsche Faserstoffe ist freilich eine wesentliche Ausdehnung des deutschen Anbaus von Flachs und Hanf. Dank den zielbewußten Förderungsmaß­nahmen der Reichsregierung ist die deutsche Hanf anbaufläche bereits von 300 Hektar im vo­rigen auf 3000 Hektar im laufenden Erntejahr ge­stiegen. Sie hat sich also innerhalb eines Jahres

Wenn das Publikum dem Theater nicht die er­forderliche Unterstützung gewähre, fei es trotz aller Anstrengungen des Staates nicht au halten. Die Theaterfreuoigkeit des Publikums fei aber größer geworden. Man habe es dem Füyrer und feiner Bewegung zu verdanken, daß wieder deutsche Kunst zur Geltung komme. Die Künstler könnten eine Dankesschuld nur dadurch abtragen, daß sie ihre ganze Person einsetzen und h ö ch st e Lei - stung vollbrächten. Unter der Künstlerschaft werde kein verwaschener Internationalismus geduldet, auch wenn es sich um die größten Genies handele. Das Theater sei kein Versorgungsinstitut und kein Sam-

verzehnfacht. Ebenso hat sich die deutsche Flachs anbaufläche gegenüber dem Vorjahr ver­dreifacht. In diesem Jahre wird bereits die Hälfte des Bedarfs der deutschen Leinenindustrie an Flachsfasern aus den Erzeugnissen der heimischen Scholle gedeckt werden können. Auf Grund dieser befriedigenden Erfolge hat die Reichsregierung be­schlossen, die Maßnahmen zur Förderung des An­baus von Hanf und Flachs auch im Erntejahr 1936 fortzuführen. Die Landwirtschaft» wird sich also schon bei der Festlegung ihrer Bestellungspläne den ihr von der Reichsregierung gestellten Aufgaben anpassen können. Sie wird also vor allem die An­bauflächen für Flachs und Hanf nochmals stark ver­mehren müssen. Aber das allein wird noch nicht genügen. Es ist noch eine Reihe anderer Maß­nahmen vorgesehen, um insbesondere die Hanf- erzeugung wesentlich zu verstärken. Hier kommt es nämlich nicht allein auf die Menge, son­dern auch auf die Güte der erzeugten Fasern an. Die deutsche Hanfernte ist aber in diesem Jahr recht befriedigend ausgefallen, auch in qualitativer Hin­sicht. Mit dem Bau von R ö st a n st a l t e n ist in der Kur- und Grenzmark, in Schlesien und Bayern begonnen worden. Das Reich hat zu die­sem Zweck Beihilfen gewährt. Die Hanfindustrie wird nach und nach mit größeren Mengen von deutschem Rohhanf bester Beschaffenheit beliefert und dadurch schließlich von der Einfuhr fremder Erzeugnisse unabhängig gemacht werden können. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, daß das Ziel, die Flachs- und Hanfindustrie mit Rohstoffen deutscher Erzeugung ausreichend zu versorgen, durchaus erreichbar ist, wenn auch sicherlich nicht von heute auf morgen. *

Die deutsche Außenhandels st ati st ik zeigte im Monat August eine Erhöhung des Ausfuhr­überschusses, der im Vormonat 29 Millionen Mark betragen hatte, auf 50 Millionen Mark. Diese ver­stärkte Aktivität ist freilich in erster Linie dprch eine weitere Einschränkung der Einfuhr (besonders der Lebensrnittel- und Textilwarenimporte) erreicht worden. Doch ist erfreulicherweise auch die Aus­fuhr wieder gestiegen, wenn auch überwiegend in­folge der jahreszeitlich begründeten Zunahme des Textilwarenexports. Aus zahlreichen anderen Be­richten ergibt sich jedoch, daß sich die deutsche Aus­fuhr auch auf anderen Gebieten befriedigend ent­wickelt. So stellte z. B. die Schrauben» und Nietenindustrie eine beträchtliche Steigerung der Ausfuhr ihrer Erzeugnisse fest. Der deutsche Schraubenexport hat sick in den ersten sieben Mo­naten des laufenden Jahres mit etwa 12 300 Ton­nen gegenüber dem gleichen Zeitabschnitt des Vor­jahrs mehr als verdoppelt. Ebenso berickteten der Stahlwerksverband, die Draytindu- ft r i e, die Röhrenwerke, die Fabrikanten landwirtschaftlicher Maschinen u. a. über erhöhten Auslandsabsatz. Die Jnlandkonjunk- tur war gleichfalls unverändert lebhaft. Die R o h« ftahlerzeugung war im August wieder etwas höher als im Vormonat. Die Eisengießereien, die auf ihrer Harzburger Hauptversammlung am 18. September die Gründung eines Kartells be­schlossen haben, teilten mit, daß ihre Leistunas« Fähigkeit jetzt zu zwei Dritteln ausgenutzt ist. In Württemberg sind sie sogar bereits voll beschäftigt. Doch klagten die Eisengießereien über die wachsende Unterbietungskonkurrenz auf den Auslandsmärkten. Die amerikanischen Preise seien teilweise so niedrig, daß eine staatliche Subventionierung vermutet werde.

in Anlehnung an den tatsächlichen Bedarf wieder­um bis zu 150 v. H. des Normalhieb­satzes einscklagl Marktordnung Den A