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Frankreich im Schatten -er Noiveror-nungen.

Das Nachspiel zum Nationalfeiertag!Sie singen, sie werden zahlen!"

Von unserem P.-Äerichierstaüer.

Frankreich lebensfähig ist, ist noch nicht erwiesen. Und ein neuerliches Versagen der Linken würde die Sache der rechtsstehenden Organisationen mehr fördern als ein Wahlsieg der Rechten. Die Wahlkartelle der Linken bewähren sich ge­wöhnlich alänzend, die Kartell re gierungen haben bisher an der Unmöglichkeit der Zusammen­arbeit zwischen Marxisten und Bürgerlichen v e r- f a gt.

Während die Parteien an den kommenden Wahlkampf denken, muß sich die Regierung mit der Gegenwart auseinandersetzen. Und die Gegenwart erfordert Sparpolitik, mehr als irgend etwas anderes. Die DekretAefetze bezwecken eine Herabsetzung -der Staatslasten um zehn Milliarden. Und selbst diese Summe könnte sich als ungenügend erweisen, da die Steuer- einaänge ständig zurückgehen und höchst unsicher einfließen, so daß selbst die unmittelbare Zukunft sich nicht genau vorausberechnen läßt. Die Wirt­schaftskrise lastet schwer auf Frankreich. Sie ist der unmittelbare Grund der Verminderung der staatlichen Einnahmen. Es wäre dennoch ein leich­tes, das Gleichgewicht herzustellen, wenn die R ü - stungsausgaben vermindert würden. Aber davon ist keine Rede, im Gegenteil. Es wäre mög­lich, die Grundfrage der Innenpolitik, das Finanz­problem, durch die Außenpolitik zu lösen. Davon ist man aber weit entfernt. Und so müssen sich alle Kreise in Frankreich auf neue Opfer vor­bereiten.

Anderthalb Milliarden erhofft die Regierung durch

die Neuorganisierung des Eisenbahnwesens einzu- sparen. Die Konkurrenz zwischen Landstraße und Eisenbahn soll beseitigt werden, unwirtschaftliche Linien, die ihr Entstehen Wahlversprechungen Der« danken, wird man einstellen. Die Reform, die man in diesem Punkte durchführt, bedeutet positive Arbeit. Die übrigen Ersparungen sind schon heik­lerer Natur. Die Beseitigung der Mißbräuche und Verschwendungen bei der Verwaltung sollen sechs Milliarden einbringen. Missionen aus Beamten das Wort Kommission ist schon lächerlich in Frank­reich sollten diese peinliche Arbeit durchführen. Man ist skeptisch und das versteht sich. Von all dem, was die üble Nachrede behauptet, abgesehen, kann es sich bei scheinbaren Mißbräuchen um be­rechtigte Ansprüche handeln. Und es kann auch vor­kommen, daß, wenn man Doppelverdienste beseitigt, man neue Beamten wird einstellen müssen. Aller­dings sollen die staatlichen Gehälter bis zu zehn von Hundert herabgesetzt werden. Das wird die Volkstümlichkeit der Regierung Laval kaum er­höhen. Man hat schon in Frankreich viel zu oft die staatlichen Bezüge geändert, auf die Dauer könnte das eine Anarchie ergeben. An den Ge­meinden und Departements will man auch zwei Milliarden einziehen, und das ist berechtigt. Ob es taktisch klug ist in Anbetracht der neuen Wahlen, ist eine andere Frage. Die Regierung rechnet an­scheinend nicht auf eine Entspannung der Wirt­schaftslage und auf die Möglichkeit, neue Anleihen aufzunehmen. Die Gesundung der Lage kann aber nur von dieser Seite kommen.

vor Beginn der Versammlung waren sämtliche Räume überfüllt, waren doch nicht nur die alten Frontkämpfer erschienen, sondern auch Tau­sende von Demonstranten. Auf diese Weise nahmen an der Versammlung viele radikale Ele­mente teil, so daß die Kundgebung einen sehr stürmischen Verlauf nahm. Immer wieder ertönten heftige Zwischenrufe nicht nur 'gegen die Regierung, sondern auch gegen die Leitung der Frontkämpfer-Verbände, die die kommunistischen Elemente der Versammlung mit verantwortlich ma­chen wollten für die den Frontkämpfern durch die Notverordnungen auferlegten Opfer. Die beiden Redner vomNationaloerband der republikanischen Frontkämpfer" und von der rechtsstehendenVer­einigung nationaler Frontkämpfer" wurden immer wieder von der Versammlung durch lärmende Zwischenrufe unterbrochen. Von Zeit zu Zeit wurde die Internationale angestimmt.

Nachdem verschiedene weitere Redner vergeblich versucht hatten, sich Gehör zu verschaffen, wurde in einem heillosen Durcheinander schließlich eine Entschließung angenommen, in der die Re­gierung beschuldigt wird, die gegenüber den Front­kämpfern und Kriegsopfern eingegangenen Ver­pflichtungen nicht eingehalten zu haben, nachdem man früher die Frontkämpfer und Kriegs­opfer als die bevorzugten Gläubiger der Nation bezeichnet habe. Die Notverord­nung^, so heißt es weiter, würden nur das Er­gebnis haben, den Verbrauch weiter einzuschränken, die Arbeitslosigkeit zu vergrößern und einen neuen Haushaltsfehlbetrag vorzubereiten.

ter gegen den Friedrich Leis, gegen den auf Grund eines Gutachtens des Schriftsachverständigen Professor Dr. Popp in Frankfurt a. M. und an­derer Indizien Anklage erhoben wurde. Der Angeklagte bestritt vor dem Schöffengericht Hanau entschieden, das Plakat angefertigt und ausgehängt zu haben. Er wurde jedoch, vor allem auf Grund des Gutachtens, für überführt erachtet und wegen öffentlicher Beleidigung zu acht Monaten Gefäng­nis verurteilt. Als Motiv für die Handlungsweise hat das Gericht gekränkten Ehrgeiz angenommen.

Petterson und Bendel" keine Fälschung

Berlin, 18. Juli. (DNB.) Nach dem unge­heuren Erfolg des schwedischen FilmsPetter­son und Bendel" in Berlin und den provoka­torischen Störungsversuchen der Juden ist gelegentlich in ausländischen Zeitungen behauptet worden, daß der Film in der deutschen Fassung gefälscht worden sei. Diesen Gerüchten trat Di­rektor S. A. G. Sw en so n von der schwedischen Filmgesellschaft Wive-Film, die den FilmPeter­son und Bendel" hergestellt hat,, in einer Unterre­dung mit einem Vertreter des DNB. auf das leb­hafteste entgegen. Direktor Swenson hat selbst den Film in der deutschen Fassung in Berlin ge­sehen. Er betonte, daß die deutsche Textierung ge­nau dem schwedischen Dialog entspreche und daß kein einziger Satz auch nur im geringsten verdreht worden sei. Im Gegenteil, der Roman und z. T. auch das Drehbuch des schwedischen Films sei an manchen Stellen noch schärfer als der deutsche Text. Wenn eine Fälschung Vorgelegen hätte, so erklärte Direktor Swenson, so würde die schwedische Filmgesellschaft unbedingt dagegen in aller Form und in voller Öffentlichkeit Einspruch er­hoben haben. Dies ist jedoch nicht geschehen, und daher erledigen sich die Anwürfe gewisser Zeitun­gen von selbst. Direktor Swenson erklärte weiter, daß er nicht verstehe, warum die Juden gegen den Film protestierten, denn der Film sei keines­falls in antijüdischer Tendenz gedreht worden.

Auf die ^Frage nach den Auswirkungen der schwedischen Boykottier ungsbe st rebun- g e n gegen den deutschen Film erklärte Direktor Swenson, der gute deutsche Film setze sich nach wie vor in Schweden durch, und es sei nur eine Frage der Zeit, daß der Boykott endgültig verschwinde. Die Wive-Filmgesellschaft wolle in der nächsten Spielzeit etwa vier schwedische Filme nach Deutschland bringen und dafür 10 oder 12 deutsche Filme in Schweden einführen.

Wichtige Entscheidung des BeichsjustiMmisterS.

Berlin, 19. Juli. (DNB.') In der neuesten Nummer derDeutschen Justiz" teilt Oberregie­rungsrat Dr. Boerner eine grundsätzlich bedeutsame Entscheidung mit, die der Reichsminister der Justiz als oberste Beschwerdeinstanz in einer Angelegen­heit der freiwilligen Gerichtbarkeit getroffen hat. Das Oberlandesgericht hatte als Aufsichtsbe­hörde einer Stiftung zur Förderung der inneren Kolonisation ein nicht- arisches Vorstandsmitglied der Stif­tung seines Amtes enthoben. Gegen die­sen Beschluß haben der Vorstand der Stiftung und der Enthobene Beschwerde eingelegt und gel­tend gemacht, der Aufsichtsbehörde stehe nicht die Befugnis zu, ein Vorstandsmitglied zu entlassen. Die Entlassung stelle einen ungesetzlichen Eingriff in einen privatwirtschaftlichen Betrieb dar. Sie fei auch sachlich ungerechtfertigt. Der Reichsminister der Justiz hat die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen.

In der Entscheidung wird ausgeführt: Als staat­liche Aufsichtsbehörde habe das Oberlandesgericht bei der Beaufsichtigung der Stiftung die öffent­lichen Interessen zu wahren. Hierzu sei aber die Enthebung der nichtarischen Vorstandsmitglieder der Stiftung notwendig. Die Stiftung bezwecke die Förderung der inneren Kolonisation durch Schaf­fung und langfristige Verpachtung kleinerer land­wirtschaftlicher Betriebe. Ihre Ziele lägen auf einem Gebiet, das von nationalsozialisti­schen Grundsätzen und Gedanken aufs stärkste erfaßt fei. Diesen müßte, da andern­falls die staatlichen Interessen gefährdet würden, auch i>e\ der Stiftung voll und rückhaltlos Geltung verschafft werden, namentlich auch, soweit sie Fragen der Rasse berührten. Hier­für bestehe aber nicht die Gewähr, wenn in dem Vorstand der Stiftung ein Nichtarier mitwirke.

Die Devisenvorschriften für den Reiseverkehr n^ch Deutschland.

Berlin, 19. Juli. (DNB.) Die nach Deutsch­land reisenden Ausländer haben fol­gende Bestimmungen zu beachten: Wer die bei der Einreise nach Deutschland mitgeführten in- oder ausländischen Zahlungsmittel bei der Wiederaus­reise ungehindert wieder mitnehmen will, muß sich bei der Einreise von der deutschen Zoll st el le eine Grenz bescheinigung ausstellen lassen, in der die mitgeführten Zah­lungsmittel vermerkt werden. Diese Zahlungs­mittel können ohne Genehmigung wieder ins Aus­land verbracht werden. Das gleiche gilt für Zah­lungsmittel, die einem Ausländer während feines Aufenthaltes in Deutschland aus dem Ausland übersandt worden sind, wenn der Ausländer sich durch das inländische Kreditinstitut, durch dessen Vermittlung die Auszahlung erfolgt, eineAus­zahlungsbescheinigung" hat ausstellen lassen. Jeder ausländische Reisende erhält bereits bei dem Er­werb von Registermarkreisescheck ein Merkblatt der Reichsbank, das ihn über die zulässige Verwen­dung der abgehobenen Reichsmarkbeträge unter­richtet. Bei der Abhebung größerer Reichsmark­beträge auf Registermarkreiseschecks empfiehlt es sich, die Quittungen über d i e Veraus­gabung größerer Beträge (z. B. Hotel­rechnungen) bis zur Ausreise aus Deutschland a u f- zubewahren, um erforderlichenfalls nachweisen zu können, daß die Beträge nur für Reise- zwecke Verwendung gefunden haben.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat unter dem 16. Juni 1935 das Reichsgesetz vollzo­gen, demgemäß die bisherige deutsche G e - jandtschaft in China in eine Botschaft umgewandelt wird.

Der österreichische Gesandte hat im Auswärtigen Amt Vorgesprächen und den Dank des Bundeskanzlers für die Beileidskund­gebung der Reichsregierung, die der Gesandte von P a p e n übermittelt hatte, zum Ausdruck gebracht.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 18. Juli 1935.

Nach den Paraden und Festlichkeiten des 14. Juli kommen jetzt die Sparkredite der Regierung Laval. Sie fingen, sie werden zahle n", sagte einst Mazarin... Es wurde viel gesungen am Nationalfeiertag. Marseillaise und Internationale; aber die Marseillaise hat Bezirke erobert, wo man sie früher bei solchen Gelegenheiten nicht hören konnte. Das war einer der charakteristischen Züge dieses 14. Juli, der mit soviel Besorgnis und Angst erwartet wurde.

Die Besorgnisse wurden nicht gerechtfertigt und das bedeutet an sich einen Erfolg für Laval. Die beiden Aufzüge, die der Rechten und der Linken, wurden Sorgfältig getrennt und eine ach­tunggebietende bewaffnete Macht verhinderte jedes Zusammentreffen. Die Gefahr war auch nicht groß, die militärische Revue, großzügiger als sonst, lenkte die Aufmerksamkeit von den politischen Aufzügen ab und das übrige tat die Hitze, sie nahm den ohnehin nicht sehr kampflustigen Massen jede Neigung zur Ruhe­störung.

Die Kommentare, die man nachträglich macht, sind alle auf die Parteizugehörigkeit der Beobachter abgestellt. Das kann in solchen Fällen auch nicht anders sein. So ist es zu verstehen, daß ein roya­listisches Organ d i e Zahl der Demonstran- t e n der Linken diefront populaire mit fünfzig­tausend angibt, während das kommunistische Blatt von fünfhunderttausend spricht. Danach kann es nicht mehr überraschen, daß man in der Mitte von zweihundertfünfzigtausend Demonstranten spricht. Als ob da die Zahlen eine besondere Bedeutung hätten. Die Lehren, die man ziehen kann, ergeben sich nicht aus den Zahlen. Auch die objektive Fest­stellung, daß die rechtsstehenden Organisationen we­niger zahlreich, aber besser diszipliniert waren, be­sagt noch nichts.

Das Interessante ist, daß am Nationalfeiertag sich alles um zwei Persönlichkeiten drehte, um den Chef der Feuerkreuzorganisation, den Colonel de la Rocque und um Den Leader der Linken, den früheren Ministerpräsidenten D a l a d i e r. Er hatte bei dieser Gelegenheit die Sozialisten und die Kommunisten hinter sich, und mit Rücksicht auf die radikale Partei wurde neben der Internationale auch schüchtern die Marseillaise gesungen. Seitdem haben sich die Sozialisten in ihrem Parteiorgan offen zur Marseillaise bekannt. Für die Wahlen ist das Zu­sammengehen der Linksparteien ge­sichert. Das Wahlkartell wird besser funktionieren als je, und die Marxisten werden die bürgerliche Linke unterstützen. Bei den Aufzügen mag es so ausgesehen haben, daß die Radikalen von den Reihen der Marxistenabsorbiert" wurden; die Wahlarith­metik wird andere Ergebnisse zeitigen.

Man behauptet in politischen Kreisen, die ge­wöhnlich sehr gut informiert sind, daß aus Moskau an die französischen Marxisten die Wei­sung kam, bei den Wahlen sich für die bürger­liche Linke aufrichtig einzusetzen; die bösen Zungen sprechen von Opfern. Die Moskauer Machthaber befürchten nämlich, daß Frankreich in irgendeiner Form f a f c i f i e r t" werden könnte, und sie ziehen ein gemäßigt bürgerliches Frank­reich der unsicheren Chance der Marxisten vor. Sie haben von ihrem Standpunkt aus wahrscheinlich recht, denn es ist kein Geheimnis, daß der Chef der Feuerkreuzorganisationen das russische Bünd­nis verurteilt. Db aber eine Linksregierung in

Die Fleischvergiftung in Kassel.

Vor mehreren Wochen erkrankte, wie gemeldet, die in Kassel ansässige Familie Dülfers an Fleischvergiftung, an Deren Folgen ein Familienmitglied gcftorben ist. Die Annahme, daß das Fleisch, das in einem eisernen Topf zube­reitet worden war, durch Oxydieren des Eisens ver­giftet worden fei, trifft nicht zu. Wie das Landes­krankenhaus in Kassel mitteilt, ist die Erkrankung auf dem I n f e k t i o n s w e g e entstanden, also bakterieller Art; sie kann somit nicht auf Oxydation des Eisens zurückgeführt werden.

Der 11. Internationale Strafrechts- und Gefängnls- kongreh in Berlin.

Im August d. I. wird auf Einladung der Reichs­regierung in Berlin der 11. Internationale Strafrechts- und G e f ä n g n i s k o n g r e ß stattfinden. Der Kongreß wird veranstaltet von der Internationalen Strafrechts- und Gefängniskommis­sion in Bern. Die Kommission besteht seit 60 Jah­ren. Ihr gehören jetzt 30 Staaten an. Das Präsi­dium der Kommission wird zur Zeit von Deutsch­land, und zwar vom Präsidenten des Reichsgerichtes Dr. Bumke, geführt. Die Kommission ist vom Völkerbund unabhängig. Ihre Arbeiten leitet ein ständiges Büro in Bern, dessen Generalsekretär der holländische Professor Dr. Simon von der Aa ist. Auf dem Kongreß werden im Mittelpunkt Der Erörterungen Fragen Der Gesetzgebung unb Ver­waltung aus Den Gebieten Des Strafrechtes unD Des Strafvollzuges stehen. Der Kongreß wird eine er­hebliche Zahl ausländischer Gäste nach Berlin füh­ren. Nach einem Empfang durch die Reichsregie­rung wird der Kongreß mit einer Ansprache des Reichsjustizministers Dr. Gürtner eröffnet wer­den.

Schultagung der Deutschen Erzieherakademie.

In München begann die Schultagung ber Deutschen Erzieherakademie. Dazu hat­ten sich solche Scharen deutscher Erzieher und Er­zieherinnen aus allen Teilen Deutschlands einge- funben, daß sich Der größte Saal der Münchener Hochschule als zu klein erwies und eine Laut­sprecherübertragung notwendig wurde. Nach der Begrüßung durch den Tagungsleiter L i n D e m a i r betonte Gauamtsleiter Josef Streicher, daß, wie Die Erziehung überhaupt, so auch der Unter­richt mehr und mehr vom neuen Geist durchwirkt werden müsse. Daraus habe sich die Forderung Der Neuf ormung des deutschen Bildungs- gutes ergeben. Volk und Staat und Einzelmensch gedeihen, wenn vor allem das kulturelle Leben im Sinne Des Nationalsozialismus ausgerichtet roerDe. Professor Dr. Haushofer bezeichnete die grö­ßere Universität, Die ganz große Hochschule Des ge­samten Deutschen Volkes als Ziels Wenn Die Hoch­schule Der Dolksgesamtheit in erreichbarer Nähe

Paris, 19. Juli. (DNB.) Die Pariser Innen- stabt um bas Opernviertel bot am Freitagabenb ein ungewohntes Bilb. Zur Verhütung verbotener Straßenkunbgedungen hat die Polizei mit Unter­stützung ber Republikanischen Garbe zu Pferde und zu Fuß und von Militär den Opernplatz in 5 0 0 Meter Umkreis abgesperrt und den Verkehr umgeleitet. Die meisten Geschäfte des ab- geriegeltcn Viertels haben geschlossen und b i e eisernen Rolläben heruntergelassen. Die Polizei beschränkte sich daraus, den Verkehr auf­rechtzuerhalten, der in der Umgebung der abge­sperrten Straßenzüge hier unb ba von mehr ober weniger großen Gruppen aufgehalten wirb. Allent­halben hört man Sprechchöre ausrufen:La­val Demission Dalabier an bie Macht! Unsere Löhne Löhne Löhne!" Zwischenburch erklingt bie Internationale, die von einem Teil ber Kunbgeber mit bem kommunistischen Gruß beantwortet wirb. Die Hüter ber Drbnung können jeboch ohne Mühe jebe Ansammlung zer­streuen unb bie umringten Autobusse unb Kraft­wagen roieber freimachen. Die Polizei wirb im wesentlichen mit bem Ruf begrüßt:Polizei, steh' uns bei!" Im großen unb ganzen spielt sich die Kundgebung, abgesehen von großem Geschrei, harm­los ab, Da an ihr nur Das Linkslager be­teiligt ist unb also au Zusammenstößen mit An­dersgesinnten keine Gelegenheit geboten ist.

Zu einer zweiten großen Protestkundgebung ge­gen Die NotverorDnungen versammelten sich am Freitagabend Die Anhänger Der Frc> ntkämp - fer-Verbänbe im SaalBullier". Schon lange

stehe, werde auch die bisherige Hochschule ihre alte Form erneuern. Bis dahin sei sie bereit, mit Der Zukunft zu Dienen. Schulunasleiter Rittweger sprach über nationalsozialistische Haltung und be­tonte Die Wichtigkeit des Kampfes um Die deutsche Seele. Der Redner wandte sich gegen die früheren Geschichtsfälschungen und schloß mit einem Siegheil auf Den Führer.

(Ein Ehepaar

auf Der Urlaubsfahrt tödlich verunglückt.

Ein schwerer A u t o u n f a 11 ereignete sich bei Harburg-Wilhelmsburg auf Der Bremer Chaussee vor Dem TrelDerberg. Der Leiter Des Harburger Postamtes, Postrat Seissert, befanD sich mit seiner Frau im Wagen auf einer Urlaubsfahrt nach Dem Schwarzwald. Etwa 20 Kilometer hinter Harburg kam Der Wagen infolge Des feuchten Pflasters Derart ins SchleuDern, Daß beiDe Insassen herausstürzten. Im selben Augenblick kam Den TrelDerberg ein Lastkraftwagen herunter, der nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und Den Postrat sowie seine Frau üb erfuhr, die auf der Stelle getötet wurden. Der Lastwagen fuhr Darauf in Den Personenkraftwagen hinein unD zertrümmerte ihn vollstänDig.

Lawinen

verschütten Die Strecke InnsbruckSalzburg.

Eine eintägige Verkehrsunterbrechung auf Der Strecke SalzburgInnsbruck rourDe Durch einen Wolkenbruch im Pinzgau verursacht, wie er in solcher Stärke noch kaum erlebt rourDe. In Den Loferer Steinbergen kamen gewaltige Erb­massen ins Rutschen, unD Die ErDlawinen ver­schütteten an vier Stellen Die Straßen Der Bun- Desbahnen teilweise bis zu zwei Meter hoch. Zur Zeit Der Katastrophe waren glücklicherweise keine Personenzüge auf Der Strecke, leDiglich ein Güter­zug blieb zwischen Den Erdlawinen stecken. Auch die Straßen und Wege wurden an vielen Stellen unpassierbar. Hochspannungsleitungen wurden zerstört und zahlreiches Vieh getötet.

Antrag auf Todesstrafe

gegen den Hierher des Arbeitsdiensimanns koch.

Im Siegener Prozeß gegen Den MörDer Des Ar- beitsDienftmannes Koch aus Bochum beantragte Oberstaatsanwalt Dr. Matthes nach zweistünbi- gem PläDoyer gegen Den angeklagten 68jährigen Invaliden Peter Sasse aus Kirchhundem wegen Mordes Die Todesstrafe und Ehrverlust auf zehn Jahre. In seiner Rede beleuchtete der Staatsanwalt noch einmal eingehend die politischen Hintergründe der Bluttat und den unheilvollen Einfluß Des poli- tifierenDen Vikars Ruhpieper, Der Den Nähr- boDen für Die Untat geschaffen habe. Der Angeklagte habe nicht Den ihm unbekannten ArbeitsDienstmann Ernst Koch, fonbern Den Träger Der Uniform Des NS.-ArbeitsDienstes erschossen. Er habe sich Damit

außerhalb ber Volksgemeinschaft gestellt unb eine Tat begangen, Die nur mit Dem ToDe gesühnt wer­den könne. In feinen Ausführungen wies Der An­klagevertreter auf die Erklärungen Des Reichsmini­sters Dr. Frick unb bes Stabschefs Lutze yin, bie sich gegen ben politischen Katholizis­mus richten, unb erinnerte auch an ben Erlaß bes preußischen Ministerpräsibenten Göring, ber zu biefer Frage in ben letzten Tagen Stellung genom­men hat. Der Angeklagte sei von dem Gift ber Ver­hetzung angesteckt worben. Die Stanbortstreife bes Arbeitsbienstes habe sich einroanbfrei benommen. Der Angeklagte habe unter Drohung provoziert. Bei bem Angeklagten sei sowohl ber Vorsatz wie auch bie Ueberlegung zu bejahen. Zusammenfassend hielt Der Oberstaatsanwalt Den Angeklagten bes Morbes für fchulbig. Die Anwenbung bes Schutzparagraphen 51 Absatz 2 StGB, könne für ben Angeklagten nicht in Frage kommen. Der Schutz ber Volksgemeinschaft sei oberstes Gesetz bes heutigen Staates. Wer eine so gemeine Bluttat begehe, stelle sich außerhalb ber Volksgemeinschaft.

halliburtons (Elefantenritt über die Alpen

Die Durchquerung ber Walliser Berge mit einem Elefanten, bie sich, wie kürzlich gemeldet, der ameri­kanische Schriftsteller Halliburton in den Kops gesetzt hat, kann jetzt beginnen. Der Elefant, der bie wichtigste Rolle in biefem fonberbaren Unter­nehmen spielt, ist jetzt in Martigny (Wallis), bem Ausgangsort des Marsches, eingetroffen. Hallibur­ton ist also tatsächlich fest entschlossen, seine fixe Idee, Hannibals Leistungen zu wiederholen, burch- zuführen. Nachdem ihm von ben italienischen unb Walliser Behörden freier Durchgang gewährt wurde, wird er von Martigny aus über ben Großen St. Bernharb, Pisa unb schließlich nach Rom pilgern. Diese Elefantenreise wirb voraussichtlich 35 Tage Dauern. Gleichzeitig mit Dem Elefanten hat sich Der Amerikaner auch einen Treiber aus Paris kommen lassen.

Umbauarbeifen an den Bahnstrecken Darmstadt-Bensheim und Darmstadt - Frankfurt

D a r m ft a D t, 19. Juli. (Lpb.) Die Bahnstrecke FrankfurtDarrnstaDtHeiDelderg ist eine Der am stärksten benutzten Teilstrecken Der Deutschen Reichs­bahn. Der fast ununterbrochene Person n e n» unb Güterverkehr macht eine b e fonbers sorgfältige Beobachtung unb Unterhaltung bes Streckenbaumate­ri a l s notroenbig. So werben augenblicklich Gleis­verlegungsarbeiten zwischen Darmstabt unb Bens­heim burchgeführt. Zum größten Teil werben bis Schienen erneuert ober frisch unterbaut. In ben letzten heißen Tagen würbe nur in ben frühen Morgen- unb Vormittagsstunben gearbeitet, ba bie starke Mittagshitze von Einfluß auf bas Material ist. Auch in ber Nähe von Buchfchlag-Sprenblingen ist ein Bauzug ber Reichsbahnbirektion an ber Ar­beit unb hat größere Gleisarbeiten Dorgenommeti.

Aus aller Wett.