und O bet Arbeit im Verein. TNit der neu- eingeführten Wehrpflicht fei der Aufgabenkreis noch größer geworden. Vor allem feien in dieser Hinsicht neue Anschaffungen notwendig geworden.
Der laufende Lehrgang werde, so hofft man zuversichtlich, dem Verein neuen Zuwachs an Helferinnen bringen. Ferner sei es wünschenswert, daß jedes Mitglied mehr werberische Tätigkeit entfalten und mindestens ei‘n neues Mitglied bringen möchte. Mit Worten des Dankes an alle Mitglieder und mit der Bitte, dem Verein treu zu bleiben und sich stets dessen bewußt zu sein, daß
Rslkrevzarbeil vaterländische Arbeit
sei, schloß die Vorsitzende ihren aufschlußreichen Bericht.
Anschließend erstattete Frau Wolf den Kassenbericht. Der Mitgliederstand hat eine Steigerung erfahren. Neben 17 Abgängen sind 59 Neuanmeldungen zu verzeichnen, so daß der Mitgliederstand am Ende des Geschäftsjahres 212 betrug. Die Einnahmen betrugen 1378,30 Mark, die Ausgaben 718,30. Für das neue Geschäftsjahr würden, so führte die Rechnerin u. a. aus, erhebliche Ausgaben notwendig werden. Der Rechnerin wurde Entlastung erteilt.
Nachdem der geschäftliche Teil der Versammlung erledigt worden war, hielt
Prof. Dr. Brüggemann,
der Direktor- der Universitäts-Ohren-, Nasen- und Halsklinik, sowie der Heilstätte Seltersberg, einen interessanten und allgemein-verständlichen Vortrag über „K e h l k o p f t u b e r k u l o s e". Er ging baß et von einem Krankheitsbericht aus dem Jahre 1852 aus und ließ in der Gegenüberstellung der gegenwärtigen Behandlungsmethoden den großen Fortschritt erkennen, der 'im Laufe der Jahrzehnte von der Wissenschaft erreicht worden ist. Erst in den 60er Jahren sei, so führte er u. a. aus, der Kehlkopfspiegel geschaffen worden, in den 8Oer Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte man zum Kokain greifen als einem Mittel, das eine schmerzlose Behandlung des Kehlkopfes zuließ, 1882 sei erst der Tuberkulosebazillus entdeckt worden. Die Fortschritte, die inzwischen gemacht wurden, seien sehr groß. Sehr wesentlich gehe die Behandlungsmethode darauf hinaus, den Körper im Abwehrkampf gegen die Krankheit zu unterstützen. Die Heilung müsse der Körper besorgen, wenngleich man sich in der Heilstätte Seltersberg dessen bewußt sei, daß auf die örtliche Behandlung nicht verzichtet werden könne. In der Heilstätte Seltersberg, der ersten Anstalt ihrer Art, treffe der Kranke den glücklichen Umstand an, daß der Lungen- wie auch der Kehlkopfspezialist enge Zusammenarbeit pflegten. Neben der konservativen Methode (den Körper in seiner Abwehrarbeit zu unterstützen) pflege man in der
Heilstätte Seltersberg eine sogenannte Reiztherapie, bei der unter stetiger sorgfältiger Beobachtung die Abwehrkraft im Körper des Kranken systematisch gesteigert werde. In grundsätzlichen Ausführungen wies der Redner darauf hin, daß Kehlkopftuberkulose heilbar ist (er bewies das an einer interessanten statistischen Uebersicht über die Patienten, die im Jahre 1930/31 behandelt wurden), er betonte, daß die Kehlkopftuberkulose ambulant nicht behandelt werden könne, ferner, daß diese Krankheit immer eine sehr schwere Komplikation darstelle, daß aber die Heilstätte Seltersberg leider die Patienten immer erst dann erhalte, wenn es schon sehr spät und
die Behandlung sehr schwierig sei. An Hand her [ erwähnten statistischen Aufstellung wies der Redner abschließend nach, daß Kehlkopftuberkulose leichter auszuheilen sei, als Lungentuberkulose, dauernde Heilerfolge durchaus erzielt werden können und in großer Zahl auch schon erzielt wurden. (Lebhafter Beifall.)
An den Vortrag schloß sich eine Besichtigung de r H e i l st ä t t e Seltersberg an, die sich nach dem vorausgegangenen Vortrag besonders aufschlußreich für die zahlreichen Teilnehmerinnen gestaltete.
Deutsches Iugendfest 1935.
Am 2 2. und 23. Juni beginnt in diesem Jahre die große Leistungsprüfung der Hitlerjugend und des Jungvolks. An diesen Tagen kämpfen alle Junaenschaften und Kameradschaften innerhalb ihres Fähnleins bzw. ihrer Gefolgschaft um den Steg, die jeweils besten Jungen- schaften und Kameradschaften treffen dann am 31. August und 1. September beim Bann- und Jungbannsportfest aufeinander und ermitteln wiederum die beste Jungenschaft und Kameradschaft jedes Jungbannes und Bannes. Auf dem Gebietssportfest am 2 2. September findet dann die letzte Vorentscheidung statt. Die Durchführung des Reichsjugendsportfestes in Berlin, an dem die beste Jungenschaft und Kameradschaft jedes Gebietes teilnimmt, ist allerdings für das Jahr 1935 noch nicht sichergestellt.
Die Teilnahme an den Alannschaftswetlkämp- fen ist für jede Jungenschaft und jede Kameradschaft Pflicht. Jeder Hitlerjunge und jeder Pimpf muß innerhalb seiner Jungenschaft bzw. Kameradschaft an den Wettkämpfen teilnehmen. Die Stärke jeder Mannschaft beträgt mindestens 1 Führer und 9 Jungens. Ist die Mannschaft starker, so werden die besten 9 Jungens als Mannschaft gewertet. Außer dieser Mannschaftswertung wird jeder Teilnehmer zugleich noch als Einzelkämpfer gewertet und erhält bei Erreichung von 180 Punkten in allen drei Wett- kampfübungen ebenso wie die Nichtorganisierten Teilnehmer eine Siegernadel. Die Nichtorganisierten Teilnehmer werden nur als Ein- zelkämpfer gewertet und können nicht zu Mannschaften zufammengefaßt werden.
Die Wettkämpfe beginnen morgens um 8 Uhr auf allen vier Sportplätzen der Stadt mit einer feierlichen Flaggenhissung. Am Sonntagnachmittag findet auf dem Universitätssportplatz eine Feier st unde statt, an die sich die Siegerverkündung anschließt. Nach dem gemein
samen Einmarsch sämtlicher nationalsozialistischer Jugendorganisationen beginnt folgendes Programm:
15.00 Uhr Freiübungen der HI.,
15.10 Uhr Bunter Rasen der Jungmädel,
15.25 Uhr Körperschule des BdM.,
15.35 Uhr Bunter Rasen des Jungvolks,
15.50 Uhr 2 Volkstänze des BdM.,
16.05 Uhr 5OX1OO-Meter-Staffel der HI., 16.20 Uhr 2 Volkstänze des BdM.,
16.35 Uhr 12 Medizinballstaffeln des Jungvolks,
17.00 Uhr Ansprachen, Siegerverkündigung.
Spätestens um 17.30 Uhr sind die Feierlichkeiten zu Ende. Abends findet dann für Hitlerjugend, Jungvolk und BdM. gemeinsam eine Sonnen- w e n d f e i e r in der Nähe des Forsthauses Hochwart statt.
Das Ziel der Wettkämpfe ist das gleiche, wie im vergangenen Jahre: Nicht Höchstleistung einzelner hitlerjungen oder Pimpfe in dieser oder jener Sportart, sondern Leistungssteigerungen aller hitlerjungen und Pimpfe in allen Wettkampfübungen.
Diese Mannschaftskämpfe erziehen zu Kampfwillen, Härte gegen sich selbst und Schulung der Willenskraft. Der Hitlerjunge und der Pimpf kämpft nicht für sich, sondern für seine Kameradschaft bzw. Jungenschaft. So erzieht der Mannschaftskampf auch' zu Gemeinschaft, Einordnung und Kameradschaft. Und damit hat die Hitlerjugend auch auf dem Gebiete des Sportes den nationalsozialistischen Grundsatz „Nicht ich, sondern wir" in die Tat umgesetzt.
Heil Hitler!
Der Führer des Bannes 116
m. d. F. b.
Schreiber, Gefolgschaftsführer.
F.d.R.: Rabe, Stellenleiter E/Ertüchtigung.
Oie Festorte im Kreise Gießen.
Nachfolgend werden noch einmal die F e st o r t e mit den dazugehörigen Gemeinden und den teilnehmenden Jugendlichen bekanntgegeben. Abkürzungen: HI. = Hitlerjugend, JV. = Jungvolk, BdM. = Bund deutscher Mädels, IM. = Jung, mädels.
Fesiort Lollar:
Daubringen, Mainzlar, Ruttershausen, Staufen, berg. Dazu BdM. und IM. von Treis.
Festorl Londorf:
Allendorf, Allertshausen, Climbach, Kesselbach, Treis (ohne BdM. und IM.). Dazu BdM., IM., JV. von Odenhausen, Geilshausen, öumda, Weiters- hain, Rüddingshausen.
Festort Rüddingshausen:
Beltershain, Geilshausen, Lumda, Odenhausen, Reinhardshain, Stangenrod, Weitershain (sämtliche Orte ohne BdM., IM. und JV.).
Festort Grünberg:
Göbelnrod, Harbach (ohne BdM.), Hattenrod (ohne BdM. und IM.), Lauter, Queckborn, Saasen (ohne BdM.), Stockhausen, Weickartshain. Dazu BdM. und IM. von Beltershain, Reinhardshain und Stangenrod.
Festort Großen-Vufeck:
Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Burk- hardsfelden, Lindenstruth, Reiskirchen, Rödgen, Oppenrod, Winnerod. Dazu BdM. von Harbach und Saasen, BdM. und IM. von Hattenrod.
Festort Lich:
Albach, Ettingshausen, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Röthges, Steinbach (ohne BdM. und IM.). Dazu BdM. und IM. von Nonnenroth.
Festort Hungen:
Langd, Nonnenroth (ohne BdM. und IM.), Ra» bertshausen, Rodheim a. d. Horloff, Steinheim, Dillingen. Dazu BdM. und IM. von Trais-Horloff.
Festort Inheiden:
Bellersheim, Birklar, Bettenhausen, Langsdorf, Muschenheim, Obbornhofen, Trais - Horloff (ohne BdM. und IM.), Utphe. Dazu BdM. und IM. von Dorf-Gill, IM, von Ober-Hörgern und Eberstadt.
Festort Watzenborn-Steinberg:
Eberstadt (ohne BdM. und IM.), Garbenteich, Hausen, Grüntngen, Dorf-Gill (ohne BdM. und IM.), Holzheim, Ober-Hörgern (ohne IM.). Dazu BdM. und IM. von Steinbach.
Festort Leihgestern:
Lang-Göns, Großen-Linden.
Festort Heuchelheim: *
Allendorf a. d. Lahn, Klein-Linden.
Festort Wiefeck:
(Ohne HI.).
Warum verkennst du mich, Barbara?
Vornan von Liane Sanden.
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.)
14 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Wäre Barbara Stechow ein Mann gewesen, er hätte diese beleidigende Art nicht unbestraft hingenommen.
Was aber sollte man tun gegen eine Frau — gegen eine Frau, die man- trotz allem liebte?
Da schrak er zusammen. Ein blendender Blitz zuckte aus den Wolken, hüllte das ganze fahl gewordene Land in ein schwefelgelbes, unheimliches Licht. Unmittelbar darauf folgte krachend ein Donner, als wollten Himmel und Erde auseinander bersten.
Die Pferde an den Leiterwagen stiegen in die Höhe. Wären sie nicht durch die schwere Last der Wagen gehalten gewesen, sie wären durchgegangen. Die Knechte hatten alle Mühe, die aufgeregten Tiere am Zügel zu halten.
Sorgenvoll sah Mackenroth zum Waldrande hinüber.
Wie ein fliehender, Heller Punkt rannte dort Arabella. Barbara schien das Pferd zu rasendem Tempo anzutreiben. Wieder ein Blitz — ein furchtbares Krachen. Und nun prasselte der Regen in wilden Fluten herunter.
„Fertig machen — los!" schrie Mackenroth. Er hatte sein Pferd an einem Baum festgebunden und griff selbst mit an. Die letzten Grasbündel flogen auf den Wagen. Die Knechte sprangen auf.
Als der Regen in wilder Wucht niedertoste, fuhren die letzten Wagen von der Karpensteiner Wiese dem Gut Schedlowitz zu. Die Pferde, von den Knechten angetrieben, rannten, daß die Funken von den Steinen der Chaussee stoben.
Als allerletzter folgte Mackenroth. Eine wilde Befriedigung war in ihm. Nun konnte Barbara Stechow sehen, wie er seine Pflicht erfüllt hatte. Kein Halm stand mehr auf der Wiese. Beinah trocken hatte man das Futter hereingebracht. Die Leiterwagen vor ihm waren mit großen Zeltbahnen überdeckt, an denen der Regen wirkungslos herniederrieselte.
Zwei Stunden später war auf Gut Schedlowitz Ruhe. Die Wagen standen wohlbewahrt in der Remise. Das Gras war in den großen Scheunen aus- aebreitet. Was noch eine Spur Regen abbekommen hatte, mochte dort trocknen. Die Knechte und Mägde saßen, erschöpft von der scharfen Arbeit, in der Leutestube unten. Die Mamsell hatte auf Barbaras Befehl eine gute Suppe mit tüchtig Fleisch gekocht. Dazu war eine Reihe Krüge von dem selbstgebrau
ten leichten Hausbier heraufgeholt worden. In langen Reihen saßen nun die Knechte und Mägde da und ließen es sich wohl sein.
Mackenroth zog sich in seinem Jnspektorzimmer um, badete und machte dann einen Rundgang durch die Stallungen und Wirtschaftshöfe. Das Gewitter tobte mit unverminderter Kraft fort. Aber überall war alles in Ordnung. Das Vieh war festgebunden — die Scheunentore waren fest verrammelt, sämt- üche Fenster in den Stallungen und Wirtschaftsgebäuden ordentlich verschlossen. Mochte es nun toben — es konnte ja nun nichts mehr geschehen.
Bei seinem Rundgang schaute Mackenroth auch zu dem Herrschaftshause hinüber. In Barbaras Wohnzimmer brannte Licht. In den Zimmern mochte es völlig dunkel fein, denn der Himmel hatte sich ganz schwarz bezogen. Mackenroth war erleichtert, als er dieses Licht sah. Also war Barbara doch glücklich vor dem schlimmsten Unwetter zu Hause angelangt.
Beruhigt ging er wieder in seine Wohnung zurück, wo ihm inzwischen von der Küche her Vesper herübergebracht worden war. Die Morgenzeitung hatte er vor lauter Arbeit noch nicht lesen können. Er wollte es jetzt nachholen. Er wollte nicht mehr an den Zusammenstoß zwischen Barbara und sich denken. Morgen würde er sein Abschiedsgesuch wiederholen. Sie mußte es ja schließlich einsehen, daß unter den obwaltenden Umständen ein ersprießliches Zusammenarbeiten unmöglich war.
17. Kapitel. \
Gerade hatte er sich über die letzten Holzauktionen im hiesigen Distrikt unterrichtet, als es leise an die Tür klopfte. Auf sein „Herein!" erschien verlegen der Stalljunge Emil.
„Entschuldigung, Herr Inspektor, wenn ich störe!" „Na, was gibt's denn, Emil?"
„Herr Inspektor", begann Emil etwas verlegen und umständlich, „wir haben uns doch immerfort gewundert, daß jetzt bei unserem besten Vieh so viel passiert!"
„Ja — und?"
„Und da habe ich gedacht, ich müßte dem Herrn Inspektor doch mal dies hier zeigen." Damit holte Emil aus seiner Hosentasche den Rest einer Papiertüte heraus.
„Was soll's damit, Emil?"
„Nämlich, das habe ich heute gefunden. Und ich habe gedacht, ich will's dem Herrn Inspektor doch lieber bringen!"
Mackenroth wußte nicht, worauf der Junge hinaus wollte. Er nahm das Stückchen Papier. Es war offenbar der Ueberrest einer Tüte. Leider war sie so zerrissen, daß man nur einen Teil der Beschriftung lesen konnte. Es war ein doppeltes E, dahinter das Wort „Salz".
Eckehard von Mackenroth sah kopfschüttelnd auf dieses Papier:
„Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll, Emil!"
„Ich eben auch nicht, Herr Inspektor! Und ich hätte gar nicht darauf geachtet, wenn's nicht so komisch wäre, daß ich es gerade da gefunden habe."
„Wo hast du denn das gefunden?"
Emil sah sich um. Er dämpfte seine Stimme.
„Auf dem Stroh, wo sonst immer die Liese gestanden hat!"
„Auf dem Stroh?" Erzähl' genauer!"
Emil berichtete. Er hatte, nachdem Liese verendet war, den Platz an ihrer Futterraufe gründlich säubern wollen.
Es hätte ja sein können, so meinte er, daß bald eine neue Zuchtstute dahinkäme! Wie er die Streu umgeschaufelt hätte, wäre auf einmal dieses Stückchen Papier zum Vorschein gekommen! „Da habe ich mir gedacht", meinte Emil, „daß dort ein Stück Papier hinkommt, ist doch merkwürdig. Ich habe doch jeden Tag das Lager für die Liese umgewendet. Das gibt's bei mir nicht, daß da ein Stück Papier zwischenkommt. Das wär' ja eine tolle Latscherei!"
Mackenroth mußte lachen. Das kam so ehrlich empört heraus. Er wußte, wie eifrig Emil seine Pflichten nahm.
„Nein, Emil, das würde auch bei dir nicht vorkommen!" Dabei besah Mackenroth aufmerksam das Stück Papier. „Doppel-E und dann Salz!" sagte er halblaut vor sich hin. Dann wurde er dunkelrot vor Erregung.
„Das wird doch nicht etwa Kleesalz gewesen sein!" sagte er. „Das wäre doch ...!"
Er stand aus und ging mit harten Schritten hin und her. Plötzlich blieb er vor Emil stehen:
„Hast du irgendeinen Verdacht, Junge, wer uns da einen Streich gespielt haben könnte?"
Emil zuckte die Achseln:
„Das weiß ich nicht, Herr Inspektor! Es kommen ja doch allerhand Leute in die Ställe. Da kann man nicht hinter jedem her sein.
„Du bist also auch der Meinung, daß da irgendeine Schweinerei passiert ist?"
„Und ob!" Emil nickte mit einem sommersprossigen, pfiffigen Gesicht. „Eine ganz gemeine Schweinerei, Herr Inspektor, wenn ich das sagen darf! Angefangen hat's bei dem Zuchtstier. Dann kam die Mutterkuh, jetzt unsere arme Liese. Und das hört noch nicht auf, Herr Inspektor! Das geht noch weiter!"
„Das wollen wir sehen, ob's weiter geht, Emil!"
Mackenroths Gesicht war sehr ernst.
„Du gehst jetzt und läßt keinen Ton von dem verlauten, was wir beide besprochen haben. Kann ich mich auf dich verlassen?"
„Können Sie, Herr Inspektor!"
Mackenroth nahm aus seiner Geldtasche drei Kronen:
„Das ist für dich, Emil! Und paß gut auf!"
Der Junge wurde vor Freude feuerrot:
„Ich hätte auch ohne das Geld aufgepaßt, Herr Inspektor!" Dann verbeugte er sich ungeschickt und trappste davon.
Eckehard stand immer noch in der Mitte des Zimmers. Er sah auf dieses verräterische Stück Papier. Kein Zweifel: jetzt, da er wußte, mit welchem Gift man die arme Braune umgebracht hatte, verstand er auch alle die Symptome.
Sein Entschluß war gefaßt — ob mit ober ohne Frau von Stechow, bas tote Tier würbe untersucht werben. Er wollte ben Beweis in Hänben haben, baß hier Schurkenhänbe gegen bas Eigentum Barbaras am Werk waren.
Er faltete forglid) bas Stück Papier zusammen. Wie er es in bie Tasche stecken wollte, stäubte es weiß unb fein aus einer Ecke ber Tüte. Er holte ein sauberes, bünnes Blatt Papier aus seiner Schreibmappe, schob es unter bie winzigen, weißen Kristalle auf ber Erbe, nahm ben geringen Rest des Papiers vorsichtig auf unb schloß es in seinen Schreibtisch. Es würbe als Beweisobjekt vielleicht noch gebraucht werben.
Dann verschloß er bie Tür seines Zimmers unb ging eilig hinüber nach bem Herrschaftshause. Das Gewitter hatte sich inzwischen beruhigt. Aber Mackenroth sah, es war eine falsche Ruhe. Denn dort am Horizont stand es noch drohend und schwefelfarben. Offenbar war das eine Wetter abgezogen, das andere aber lauerte noch am Horizont. Eine grelle, gelbe Sonne lag auf den blanken, nassen Steinen. Die Tauben vom Taubenschlag her wagten sich schon wieder heraus und flatterten blitzend durch die Lust. Schwache Vogelstimmen tönten aus dem Park herüber. Der Himmel hatte sich bis auf die schwefelfarbige Färbung am Horizont erhellt. In Barbaras Wohnzimmer war das Licht ausgelöscht.
Wie er über den Hof ging, kamen bereits die Mägde mit ben Melkeimern. Der Schweizer folgte ihnen. Knechte mit Futterkübeln schritten über ben Hof. Die Schweine im Schweinegatter grunzten. Aus ben Kuhställen klang bas zufriedene Muhen ber freffenben Tiere.
Mackenroth überschritt bie kleine Holzbrücke, bie von ben Wirtschaftshöfen hinüber zum Schloß führte. Das Wasser schäumte wilb unb aufgeregt. Es hatte nicht mehr bie durchsichtige Klarheit von heute morgen. Es war lehmig und gelb. Er öffnete die kleine Gartenpforte. Nun kam er in den Park. Don den Bäumen tropfte es noch in feuchtem Naß. Die Blumen auf den Beeten hatten ihre Köpfe noch tief geneigt und waren schwer vom Regen. Der ganze Park atmete erneute Frische. Eilig ging Mackenroth dem Wirtschaftshause zu. Dort waren die Diener gerade beschäftigt, die Gartenmöbel wieder auf die Terrasse zu stellen.
(Fortsetzung folgt!)
Mit Ofiekta MbeMaMHotade ßiilgeb!
Früher nahm dle'Hausfrau meist auf 5Pfund Erdbeeren etwa 2xh Pfund Zucker, das waren zusammen 6 Pfund. Sie mußte jedoch fast immer eine Stunde und oft noch länger kochen; dann war aber ein Drittel bis fast die Hälfte verkocht. Sie erhielt also aus den 6 Pfund Frucht und Zucker nur etwa Ph bis 4 Pfund Marmelade.
Heute jedoch mit Opekta bekommt die Hausfrau aus 3»/a Pfund Erdbeeren und 3x/i Pfund Zucker auch das volle Gewicht von 7 Pfund Marmelade in die Gläser, da ja in 10 Minuten fast nichts verkocht.
Mit Opekta gibt es also ungefähr 3 Pfund Marmelade mehr. Dadurch hat man nicht nur das Opekta umsonst, sondern die Marmelade wird außerdem noch billiger I
aus 3*/r Pfd. Erdbeeren o. 3*/r Pfd. Zuckei etwa 7 Pfd.
&dAee^*Jtawue8<i<U 1*10 Minute*
3Pfund Erdbeeren, sehr gut zerdrückt, werden mit 31/» Pfund Zucker zum Kochen gebracht und 10 Minuten durchgekocht. Hierauf rührt man 1 Flasche Opekta zu 86 Pfennig und nach Belieben den Saft einer Zitrone hinein und füllt in Gläser. — Ausführliche Rezepte für alle Früchte liegen jeder Packung bei. Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für Tortenüberguß oder etwa 2 Pfund Marmelade 22 Pfennig, für 3»/» Pfund Marmelade 43'Pfennlg und für 1 Pfund Marmelade 82 Pfennig. Genaue Rezepte sind allen Päckchen aufgedruckt.
Oftwe Oftekta t §
aus 3x/s Pfd. Erdbeerenu. 2^2 Pfd. Zucker nur etwa 3^2 Pfd.


