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Eröffnung desZnstituts fürErbbiologie und ^affenhygiene in Frankfurt a. M.
Im Hause der Volksgesundheit zu Frankfurt fand die für das gesamte Nhein-Maingebiet bedeutsame Eröffnung des Universitäts-Instituts für Erbbiologie und R a s s e n h y g i e n e statt. Unter den Ehrengästen bemerkt man Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. Der Rektor der Universität, Professor Dr. P l a tz h o f f, hieß die Ehrengäste willkommen. Dieses neue Institut sei mit dazu berufen, die Bindungen mit dem gesamten Rhein-Maingebiet noch enger zu gestalten, sein Wirkungskreis erstrecke sich auf den ganzen Westen. Der Dekan der Medizinischen Fakultät wies darauf hin, daß man hier ein Institut geschaffen habe, das als vorbildlich bezeichnet werden müsse. Professor Fischer, Berlin-Dahlem, eine Kapazität auf dem Gebiete der Erbbiologie und Rassenhygiene, zeigte, welch großes Verdienst unserem Führer dadurch zukomme, daß er zum ersten Male in die Mitte der Politik die Bevölkerungspolitik gestellt habe.
Anschließend sprach der Leiter des neuen Instituts, Professor Dr. Frhr. von Verschuer, über die Aufgabe und Ziele des Instituts. Er wies darauf hin, daß uns die Erkenntnis von den Gesetzen der Vererbung den Schlüssel zu Bezirken menschlichen Wissens gebe, in welchen Gesundheit und Krankheit, Begabung und Schwachsinn, Aufstieg und Verfall bei Menschen, Familien und Völkern nicht mehr als einzig bedingt durch die Umwelteinflüsse aufzufassen seien. Aber der Mensch sei nicht nur Objekt dieser äußeren Mächte; er stehe ihnen gegenüber als Träger eines biologischen Schicksals. Das biologische Schicksal aber sei — innerhalb gewisser Grenzen — vorbestimmt durch das Erbgut unserer Ahnen. Die Aufgaben, die das Institut zu erfüllen habe, ließen sich in drei Gruppen ordnen: Forschung, Lehre und praktische Arbeit. Objekt der Forschung sei der Mensch, nicht der einzelne Mensch, sondern Familien und Zwillinge. Und auch hierbei dürften nicht nur „interessante Fälle" untersucht, sondern es müßten alle Zwillinge, alle Familien eines bestimmten geographischen Bezirkes erfaßt werden. Es gelte festzustellen, welche Eigenschaften, welche Krankheiten und Anomalien des Menschen erblich seien, auf welcher Gesetzmäßigkeit sie von einer Generation auf die andere übertragen würden, und vieles andere mehr. Ein weiteres Aufgabengebiet des Instituts fei die erbärztliche Praxis. Der Unioersitätsoer- treter für Erbbiologie und Raffenhygiene müsse Leiter einer staatlichen Beratungsstelle für Erb- und Rassenpflege sein. — Anschließend an die Ausführungen Prof. Dr. Verschuers fand eine Führung durch das neue Institut statt.
Fortschritte der Gaswirtschafi.
Am 18. und 19. Juni fand in Königsberg die 76. Jahresversammlung des deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmännern statt. Der Vorstand des Vereins, Generaldirektor Dr. Hübling (Stuttgart), wies auf die neuen Erfindungen und Fortschritte auf gastechnischem Gebiet hin und hob vor allem die Frage der Entgiftung des Heiz- und Leuchtgases hervor. Große Erfolge wurden mit der Vergasung roher und brikettierter Braunkohle erhielt. Damit hat die Staütgasversorgung im Großbetrieb ein neues dankbares Produktionsmittel gewonnen. Hand in Hand mit diesen Verbesserungen gelang eine chemische Qualitätssteigerung des Gases selbst und eine reichere Gewinnung von Schwefel und Benzol. Die Verwendung von Gas als Treibstoff für feste und Mrtsbewegliche Motore hat durch neue Erfindungen ebenfalls Fortschritte gemacht, die eine Förderung dieses Zweiges bedingen werden. Bei der Wichtigkeit der bei der Gaserzeugung anfallenden Produkte, wie Teer, Benzol, Schwefel, Koks, Ammoniak u. v. a., ist diese Schlüsselstellung der Gaswerke von außerordentlicher Bedeutung für unsere Rohstoffversorgung und unsere Volkswirtschaft überhaupt. Gerade durch die noch mehr zu steigernde Benutzung von Gas im Haushalt, in der Industrie, im Gewerbe, zum Kochen, Waschen, Bügeln, Warmwasserbereitung usw. wird dem Gedanken der Rohstoffsicherung in hohem Maße gedient. Der Gasoerbrauchssteigerung dient natürlich eine sorgfältige Tarifgestaltuna. Es gelang, innerhalb der letzten Winterarbeitsschlacht 700 000 Gasgeräte mit einem Werte von 50 Millionen Mark neu zu erstellen. Dieser Betrag ist in erster Linie der Arbeitsbeschaffung zugute gekommen. Dieser Umsatz in modernen Gasgeräten ist ein Beweis festen Vertrauens der Hausfrau in die Gasversorgung selbst. Der Gasverbrauch hat im letzten Jahre neuerbing§ eine ganz beachtliche Steigerung erfahren. ©egenroärtig beträgt der Jahresverbrauch 4,61 Milliarden Kubikmeter. Der Verbrauch ist sowohl im Haushalt, als in Industrie und Gewerbe ständig im Steigen. Das kommende Jahr wird die Gas- und Wasferoersorgungsunternehmungen in vorderster Linie des Siedlungswerkes und der Rohstoffwirtschaft finden. Hierbei soll ein in Kleinkrieg ausartender Wettbewerb gegenüber der Energieerzeugung ausgeschlossen werden. Der Tagung gab der Leiter des Deutschen Instituts für nationalsozialistische technische Arbeitsforschung und Schulung Dr.-Jng. K. Arnhold mit seinem Vortrag über das Thema „Vom rechten Arbeitsgeist in unserem Betrieb" eine besondere Rote. Die weiteren Vorträge über Kohlenoxydreinigung (Gasent- qiftung) (Betriebs-Direktor Dr.-Jng. Metzger, Stuttgart), Gas als Treibstoff (Oberingenieur Dipl.- Jng. Traenckner , Essen), Strom aus Gas (Dr.-Jng. Joos, Merzig-Saar) und Gastrocknung .(Betriebs-Direktor Dr.-Jng. Schroth, Dresden) ließen die Verbesserung von Gasqualitat und Roy- stossversorgung erkennen.
Aus aller Welt.
Slurmsahrlen auf der Kieler Förde.
Der vierte W-ttfahrtstag der Kieler Woche war roeniq vom Wetterglück begünstigt Zuerst mußt- man den Start um eine Stunde wegen völliger Flaute verschieben. Dann gab. -- aber gleich so viel Wind, daß die Segler bet der schweren See fast alle mit geresstem Zeug fahren mußten. Reichskriegsmimster Generaloberst von Blomberg, der Oberbe ehlshaber der Kriegs, marine Br. h. c. Raeder und der Reichchport- fuhrer von Tschammer und Lsten folgten mit Interesse den spannenden Kämpfen. Das wichtigste Ergebnis war der Sieg des Neubaues „Vaterland" mit M i e t h k e - Stettin m der 8-
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glückliche Reife!
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Tunis in Tunesien verlautet, daß diese eine Verlängerung nach der tripolitanischen Seite hinaus, bis Benghasi in Osttripolitanien, erfahren würde. Die Italiener wissen dabei genau, daß diese Strecke nur rentabel werden kann, wenn die Verbindung bis nach Aegypten verlängert wird. Sie werden sicherlich mit Großbritannien-Aegypten über diese Angelegenheit verhandeln, wenn nicht überhaupt schon Verhandlungen in dieser Sache angeknüpft worden sind. Auf der anderen Seite wird Tunis keineswegs den westlichen Endpunkt dieser Lustlinie bilden. Die seit Jahren beabsichtigte und immer wieder wegen Subventionsstreitigkeiten verzögerte Eröffnung der Luftverbindung zwischen den drei französischen Besitzungen Nordafrikas, Casablanca in Marokko über Algier nach Tunis würde mit Sicherheit vom gleichen Zeitpunkt an in Betrieb genommen. Hiermit würde eine Flugverbindung geschaffen, die sich über 4500 Kilometer erstreckt. In wenigen Tagen wäre ein Gebiet zu durchqueren, für das die jetzige Verbindung auf dem Seewege eine mehrwöchige Zeit beansprucht.
Außer dem Ausbau des Luftverkehrsnetzes soll die gleiche Verbindung der nordafrikanischen Staaten auf dem Landwege durch eine Autostraße geschaffen werden, die zum Teil schon besteht und nur den Erfordernissen der Neuzeit entsprechend ausgebaut zu werden braucht. Mit der italienischen Strecke durch Tripolitanien in einer Länge von 2000 Kilometer ist begonnen worden. Der erste Teil der Strecke von 1000 Kilometer soll aus Anlaß eines Besuches von Mussolini in Tripolitanien Mitte nächsten Jahres eingeweiht werden. Nicht nur für die Touristik und den Handelsverkehr wird diese Straße geschaffen; der Hauptzweck dürfte ein strategisch-militärischer sein, für welchen die Verbindung -ursprünglich auch gedacht war.
Aus Anlaß eines Besuches des Marschalls Balbo bei dem Generalresidenten Peyrouton von Tunesien, der in etwa vier Wochen beabsichtigt ist — ein bestimmter Zeitpunkt hierfür ist noch
Französisch-italienische Kolonialzusammenarbeit
Politischer Etreifzug durch Nordafrika.
Don unserem ständigen (Hö.)-Berichterstatter.
Fragenkomplex zur Erörterung gebracht werden.
Frankreichs Eingeborenen-politik
In bezug auf die Schwierigkeiten der Protektoratsmacht Frankreich mit den von ihr „beschützten" Eingeborenen ist seit dem letzten Durchgreifen des Bevollmächtigten Frankreichs gegen die Destourpartei (Unabhängigkeitspartei) nichts Wesentliches erfolgt. Ende April dieses Jahres wurden über hundert der führenden Parteileute, die aus dem Süden Tunesiens stammten, dem Landesteil, der noch unter militärischer Oberhoheit steht, in ihre Heimat abgehoben. Dort werden ihnen keine Möglichkeiten zu einer weiteren politischen Tätigkeit gegeben sein. Bei Protestversammlungen wurden die Haupträdelsführer ergriffen, und sie traten dieselbe Wanderschaft an. Arabische Zeitungen, deren Einstellung gegen die Protektoratsmacht gerichtet war, sind seit dieser Zeit nicht mehr erschienen. Es herrscht Ruhe im Lande — wenigstens an der Oberfläche. Trotz allem scheinen die Franzosen dem Frieden nicht recht zu trauen. Die zahlreichen militärischen Manöver lassen eine nervöse Unruhe erkennen. Kaum ein Neumond vergeht, ohne daß nicht eine Besichtigung und Truppenübung durch einen der vielen obersten Kriegsräte des Mutterlandes stattfände, vorbereitet durch Appells der verschiedenen örtlichen Oberkommandierenden. Die Truppenteile scheinen so verstärkt zu werden, daß man kaum Leute genug finden kann. Wenigstens deuten die in der Presse erscheinenden Meldungen mit folgendem ober ähnlichem Text darauf hin: „Das Luftheer in Französisch- Nordasrika, sowie im Mutterlande bietet zahlreiche Stellen als Piloten und Maschinengewehrfachleute, Funker, Luftphotographen und Mechaniker. Junge Leute, die schon im Militär gebient haben, ober noch dienen wollen, werden gebeten, sich bei den zuständigen Stellen zu melden. Eine schnelle und ehrenvolle Laufbahn ist ihnen sicher."
mordeten und der vermutlichen Mörder geführt. Bei dem Toten handelt es sich um einen 47jährigen Seemann Ludwig Bibbern, der Ende Februar von einer Seefahrt zurückgekehrt und im Besitze eines mehrere hundert Mark betragenden Arbeitsverdienstes war. Der Besitzer des Kellers, in dem die Leiche des Bibbern aufgefunden wurde, der 22jährige Otto Kr e p p, sowie ein aus Kiel gebürtiger Walter Opitz sind wegen dringenden Tatverdachts verhaftet worden. Allem Anschein nach ist Bibbern von den beiden Verhafteten in der Nacht zum 4. März in der Wohnung des Krepp ermordet und beraubt worden. In der ersten kriminalpolizeilichen Vernehmung versuchten beide Verhaftete, sich gegenseitig zu belasten.
Degen Kindesmordes zum Tode verurteilt
Wegen vorsätzlichen und überlegten Mordes an seinem unehelichen Kinde wurde Johannes Krehl'aus Gera-Zwötzen vom Geraer Schwurgericht zum Tode verurteilt.
Die Betriebsführereigenschaft abgesprochen.
Mit einem Fall besonders üblen unsozialen Verhaltens hatte sich der Reichsehrengerichts- Hof der Arbeit zu beschäftigen. Ein Landwirt aus Ostpreußen war vorn sozialen Ehrengericht des Treuhänderbezirks Ostpreußen zu 600 Mark Ordnungsstrafe verurteilt worden. Bei einem Jnstmann, den der Angeklagte vor kurzem eingestellt hatte, waren plötzlich mehrere Kinder an Diphtherie erkrankt. Als der Vater den Angeklagten um Stellung eines Fuhrwerks bat, damit er einen Arzt holen könne, schlug ihm der Landwirt diese Bitte kurzerhand ab. Der Jnstmann muhte dann auf anderem Wege den Arzt herbeirufen, der Diphtherie im fortgeschrittenen Stadium feststellte. Nun sorgte die Wohlfahrt für die Ueberfübrung der drei erkrankten Kinder in das nächste Krankenhaus. Die Kleinen konnten aber nicht mehr gerettet werden. Der Anklagevertreter erachtete das unsoziale Verhalten des Landwirts mit der Ordnungsstrafe nicht als ausreichend gesühnt. Der Reichsehrengerichtshof schloß sich dieser Auffassung an und sprach dem Angeklagten die Betriebsführereigenschaft ab. Der Vorsitzende betonte, daß das Verhalten des Angeklagten allen menschlichen Gefühlen ins Gesicht geschlagen habe und er daher nicht würdig sei, einen Betrieb selbst zu leiten.
Dreiköpfige Familie durch Gas getötet. — Wahnsinnstat einer Nervenkranken?
Der 40jährige Hauswart W., feine 37jährige Ehefrau und die 13jährige Tochter wurden in ihrer Wohnung in Hamburg tot aufgefunden. Alle drei find durch Leuchtgas vergiftet worden. Vermutlich ist die Frau, die nervenleidend ist und erst kürzlich aus einer Heilanstalt entlassen worden war, nachts aufgestanden und hat in geistiger Umnachtung den Gashahn geöffnet.
Autounglück im Rheinland. — Zwei Tote, ein Schwerverletzter.
In der Nähe von Grevenbroich auf der Landstraße zwischen Elsen und Gürth (Rheinprov.) fuhr ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen gegen einen Baum. Hierbei wurden die Insassen Harder aus Ramrath und Iven aus Nothausen tödlich und der Lenker des Wagens, Saal- f e l d aus Orken, lebensgefährlich verletzt.
Autobusunglück in Spanien. — 3 Tote, 14 Verletzte.
Ein schweres Autobusunglück ereignete sich zwischen Valencia und Sargunt. Drei Personen wurden getötet, 14 Personen wurden so schwer verletzt, daß sie in das Krankenhaus eingeliefert werden mußten.
' Die meuternden Sträflinge von Lansing ergeben sich.
Die meuternden Sträflinge im Zuchthaus-Bergwerk von Lansing haben sich ergeben, nachdem die Ventilation der Stollengänge so um- gestellt worden war, daß die Rauchschwaden bis in die letzten Gänge hineingepreßt wurden. Die mit Gasmasken und Maschinengewehren ausgerüsteten Beamten nahmen die Zuchthäusler dann einzeln in Empfang.
lleberfchwemmungen und Wirbelstürme in Amerika.
Riesige Ueberschwemmungen, die durch anhaltende Wolkenbrüche verursacht wurden, richteten in den neun Staaten des Mittelwestens der USA., darunter vor allem in Missouri, Jova, Illinois und Kansas großen Schaden an. Die Ernte ist größtenteils vernichtet; Tausende mußten ihre Häuser räumen. Der Staat Süd-Dakota wurde von furchtbaren Wirbelstürmen heimgesucht. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Schwere Stürme werden auch aus den Neu-Eng- land-Staaten gemeldet, wo mehrere Personen durch umstürzende Bäume und herabfallende Ziegel den Tod fanden. Aus Morrillton (Arkansas) wird berichtet, daß zwei Uferdämme des Arkansas geborsten sind. Etwa 50 000 Acker Farmland wurden überflutet.
Bei der Arbeit verunglückt.
An der Staustufe in Steinbach unweit von Lohr am Main war der Schlosser Gottfried Schmitt aus Halsbach mit der Reparatur einer Sandwäsche- trommel beschäftigt. Er gab einem Arbeiter die Anweisung, die Trommel zwecks besserer Prüfung zu drehen. Statt die Drehung mit der Hand auszuführen, schaltete der Arbeiter den Motor ein, so daß der in der Tromeml befindliche Schmitt in rasendem Tempo herumgeschleudert wurde. Trotz sofortiger Abschaltung des Motors erlitt Schmitt einen Schädelbrüch und innere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus verbracht werden. Sein Zustand ist hoffnungslos.
Ein Elefantenbaby im Münchner Tierpark.
In einer der letzten Nächte ist im Tierpark München-Hellabrunn wieder ein junger Elefant zur Welt gekommen. Das Junge, ein Männchen, wiegt fast 150 Pfund und ist damit nm 50 Pfund schwerer, als sein älterer Bruder „Wastl" b^i der Geburt war. Das Elefantenbaby erhielt den Nar men „Josef", gerufen „Seppl". Das freudige Ereignis ging entgegen den sonstigen Gewohnheiten bei Elefantengeburten ganz still vor sich. — „Seppl" ist der zwölfte Hellabrimner Elefant. Die Herde besteht jetzt aus drei afrikanischen und neun indischen Elefanten. Von diesen zwölf Riesentieren sind drei in Hellabrunn geboren. Für das Jahr 1935 erwartet man im Tierpark Hellabrunn noch zwei weitere Elefantengeburten._______
Meter-K-Klasse, der damit den Preis des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda für dieses Jahr in feinen Besitz brachte. Mit nicht einmal einer Minute Rückstand lief „Olympia" auf dem zweiten Platz ein. Die Kruppsche „Germania" kam bei der schweren See nicht in Fahrt. Danach begannen auch die Wettfahrten der 6-Meter- U-Klasse um den international wichtigsten Felca- Preis, den die Italienerin „Twins" zu verteidigen hat, die sich gleich in der ersten Wettfahrt siegreich vor „Jrmi" durchsetzte.
Fleischvergiftungen in Dielefeld.
Bisher ein Todesopfer.
Nach dem Genuß von Pferdefleisch erkrank- t e n in Bielefeld 20 Personen. An den Folgen der Vergiftung ist bereits ein Kraftwagenführer ge« ft o r b e n. Eine Mutter mit ihrem Kinde schweben noch in Lebensgefahr. Bei den übrigen Personen scheint es sich nur um leichtere Erkrankungen zu handeln. Das Pferdefleisch, von dem die Erkrankten gegessen hatten, konnte beschlagnahmt werden. Die tierärztliche Untersuchung hat ergeben, daß das Fleisch von einem kranken Tier herrührt.
Sechs Kinder lebend verbrannt.
Im schwäbischen Siedlungsgebiet zwischen Theiß und Donau haben sich zwei Unglücksfalle ereignet, bei denen sechs Kinder lebend verbrannten. Die näheren Umstände waren bei beiden Unfällen völlig ckleich. In der Nähe des Dorfes Opowo hatte der Bauer Ritz, wahrend er mit der Frau auf dem Felde arbeitete, feine drei Kinder in einer Sommerhütte aus Schilfrohr untergebracht. Plötzlich bemerkte er, daß die Hütte in Hellen Flammen stand. Trotz verzweifelten Bemühungen war es unmöglich, die Kinder zu retten. Don dem gleichen Unglück wurde der Bauer Schleicher aus dem Dorfe Neubanowitfch betroffen Auch er hatte feine drei Kinder wahrend der Feldarbeit in einer Schilfrohrhütte eingeschlossen, wo sie schlafen sollten. Aus unbekannten Gründen ging die Hütte in Flammen auf. Die Kinder konn-
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Tunis, Anfang Juni 1935.
Seit den Besprechungen des französischen Luftfahrtministers General Denain Mitte Mai d.I. in Rom, bei denen die Grundlage zu einer ferneren Zusammenarbeit im kolonialen Flugwesen fest- gelegt wurde, sind die Sympathie- und Freundschaftskundgebungen, die vordem trotz der schon vor einiger Zeit erfolgten französisch-italienischen Verständigung sehr spärlich waren, überaus zahlreich geworden. Der jahrzehntelang erbittert geführte Kamps der beiden, um gewisse Gebiete rivalisierenden Nationen hatte Spuren hinterlassen, die so leicht und so schnell nicht ausgemerzt werden konnten. Die Losung der tunesischen Frage zugunsten Frankreichs — der formelle Verzicht des italienischen Regierungschefs Mussolini auf Tunesien —, der als eine der Hauptgegengaben für die französische Zusicherung des freien Schaltens und Waltens in der abessinischen Frage erfolgt sein dürfte, hatte bei den hiesigen Italienern große Bestürzung hervorgerufen. Mit ruhiger lieber- legung nimmt die hiesige italienische Kolonie jetzt wieder zu den Ereignissen Stellung, mit dem Hintergedanken: die Zeit wird schon noch einen Ausweg bringen. Die kluge Führung der amtlichen Vertreter des italienischen Staates, insbesondere des Generalkonsuls bombiert, sowie zahlreicher Konsuln und Vizekonsuln im ganzen Lande, hat wesentlich zur Beruhigung der erregten Gemüter beigetragen.
Das amtliche Italien unterläßt nichts, um den Zusammenhang mit dem Heimatlande zu bewahren und wenn möglich noch enger zu gestalten. Es entsendet seine höchsten Vertreter, um den Volksgenossen in Tunesien zu zeigen, daß man nach wie vor den größten Wert auf die Brüder legt, die nach den Worten.Mussolinis unglücklicherweise vor den Gesamt-Interessen der Nation zurückgestellt werden mußten.
In diesen Tagen erfolgte der Besuch von Del - c r o i r, des Vorsitzenden der italienischen Kriegsbeschädigten, der am 20. Jahrestage des italienischen Kriegseintritts den aus diesem Anlaß stattfindenden französisch - italienischen Feierlichkeiten Vorstand. Auf diese Art schlägt Italien zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Brüder in der Fremde mit der Heimat gestärkt, anderseits wird die französisch-italienische Freundschaft demonstriert, die in den Kolonien in den ersten Monaten nach der Verständigung wegen der früheren Rivalität nur schwierig in Gang kommen konnte. Zwar blickt Frankreich immer noch wenig erfreut auf die sich häufenden Besuche der italienischen offiziellen Stellen in die Regentschaft, doch kann es kaum etwas dagegen unternehmen, sollen nicht die angebahnten kolonialen Beziehungen vorschnell einen kleinen Schnupfen bekommen.
Im Augenblick weilt Minister P a r i n i, der Leiter der im Auslande lebenden Italiener, in Tunesien, um hier das italienische Schulwesen, das nach den französisch-italienischen Abmachungen vom 6. Januar 1935 noch bis 1955 dem italienischen Unterrichtsministerium untersteht, zu begutachten. Ob Parini noch andere Aufträge hat, ober besondere Zwecke verfolgt, ist nicht offensichtlich. Es könnte sein, daß sein Besuch mit der Erweiterung der französisch-italienischen kolonialen Zusammenarbeit in Zusammenhang steht, die auf vergrößerter Basis angestrebt wird. Bei dem Automobilrennen von Tripolis war der Generalresident von Tunesien, Ms. Peyrouton, Gast des Generalgouverneurs von Tripolitanien, des Marschalls Balbo. Nur zum geringsten Teil wird der Nervenkitzel eines Automobilrennens Ursache und Zweck dieses Besuches gewesen sein. Höchstwahrscheinlich ist hier die erste direkte Fühlungnahme zwischen den beiden Kolonialchefs über die Ausgestaltung der kolonialen Zusammenarbeit erfolgt.
Heber die Einrichtung der Fluglinie zwischen den Hauptstädten der beiden Gebiete Tripolitanien und
ten nur als verkohlte Leichen geborgen werden. In beiden Fällen haben die Eltern bei den Rettungsversuchen schwere Brandwunden davongetragen. Die Frau des Bauern Ritz liegt in hoffnungslosem Zustand darnieder. Sie warf sich in ihrer Verzweiflung in die Glut, die von der nieder- gebrannten Hütte übrig geblieben war.
Ein jüdischer Mädchenschänder.
Magdeburg, 19. Juni. (DNB.) Vor dem Magdeburger Schwurgericht fand das schändliche Verbrechen des Juden Hirschland, des Leiters einer Magdeburger Privathcmdelsfchule, ihre gerechte Sühne. Seit etwa zehn Jahren hatte sich der Jude Hirschland an Schülerinnen vergangen. Bei dem jetzigen Termin wurden sechs Fälle behandelt. Einen geradezu fürchterlichen Eindruck machte auf das Gericht das Tagebuch des Angeklagten über feine Ausschweifungen in den letzten beiden Jahren. Man nimmt an, daß die übrigen Tagebücher vernichtet worden sind. Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Magdeburger Schwurgericht den Angeklagten wegen Sittlichkeitsverbrechens an Schülerinnen in fünf Fällen zu einer Gesamtstrafe von zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde gegen den 39 Jahre alten bisher noch unbestraften Angeklagten die Anordnung der Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Die Erregung in Magdeburg ist naturgemäß sehr groß. In einer über füllten Kundgebung in der Magdeburger Stadthalle sprach der H a u p t s ch r i f t l e i t e r d e s „Stürmer", Karl Holz, über den Fall Hirschland und seine Bedeutung.
Leichenfund in Altona. — Die Mörder verhaftet?
Am 12. Juni hatte ein Luftschutzhauswart des Hauses Brunnenhof 3 in Altona in einem abgelegenen Keller einen Koffer entdeckt, der eine zusammengepreßte, in Verwesung übergegangene männliche Leiche enthielt. Die Ermittlungen der Kriminal- Polizei haben nunmehr zur Feststellung des Er-


