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k) Kraftfahrtruppen. Gewandte und gel-
Malta und Suez den Weg in
die Weltweite he
gt
Grenze
Eine Briefmarke der deutschen Jugend.
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einer mit verscherzten Freundschaften an der seiner Kräfte steht.
Vorerst aber bekommt der Schlehdorn am braunen Feldgemäuer Süßigkeit, Blust und Keime zu spüren- lichterloh brennt er, ein weißes Feuer, in das die Insekten hineinschießen. Mitten im Feld, wo bäuerliche Rüben wachsen sollen, prangt ein Aprikosenbaum, als sei sein Ort eine Stelle des Paradieses. Ein Pfirsichbäumchen flammt ergriffen, als stünde es mitten in einem persischen Garten. An allen Höhen, in allen Gärten, in allen Auen und Gehegen wallt das silbrig weiße Gewölk der Baumblüte; Gerüche von Veilchen, Düfte von Harzen und
Nachrichtentruppen. Geistig geweckte Wehrpflichtige und Freiwillige mit guter schneller Handschrift. Farbenschwache sind nur in beschränktem Umfange zuzuteilen.
silbrig weiße Gewölk der Baum- Veilchen, Düfte von Harzeti und Hölzern vermengen sich mit den weichen und herben Balsamen der Wiesen, durch die der Wind strudelt.
nun den Apollo von Delphi, den Parthenon von Athen, die Hagia Sophia in Konstantinopel, die Hohenstaufengräber im Dom von Palermo, oder den Campanile von Venedig grüßt, an diesen Stätten die ungeheure Umwertung der Werte im Gefolge des Zeitalters der Entdeckungen. Von Columbus bis Cecil Rhodes sind vier Jahrhunderte vergangen Soviel Zeit brauchte es immerhin, bis man am atlantischen Rande von Europa lernte, „in Kontinenten zu denken". Vielleicht kann man es auch an der Nordsee lernen — am Mittelmeer wird man es nie! Es ist ringsum geschlossen, seine Küsten liegen einander zu nahe, der Erdkreis rundet sich nicht mehr, wie im Altertum, von Spanien bis Kleinasien, er rundet sich erst beim Kop der Guten Hoffnung, bei Panama und Singapore.
Jeder Gebildete weiß, was ihn mit Rom und Griechenland verbindet, und käme einmal die Zeit, wo man Perikies und den Kaiser Augustus in einem zukünftigen Konversationslexikon so nachschlägt, wie heute Hammurabi und Asoka, so wäre damit mehr zu Grabe getragen, als nur unser
alter klassischer Schulranzen. Und auch In ihm stecken immer noch mehr Kulturwerte, als in allen Pferdekräften des Niagara. Die wirklichen Mit- telrneerländer von heute sind aber nicht die mittel- rneerischen Halbinseln, sondern England und Frankreich: England, weil es mit Gibraltar,
Barchen
Eine Ostergesckicbte von Gertrud Aulich
Mit fünf Jahren bekam ich eine Katze. Sie war braun und wollig, ich nannte sie Bärchen und liebte sie sehr. Ich hatte sie selbst aus einem Wurf oan vier oder fünf Stück ausgesucht, das kleinste und schwächste von allen; darum hatte ich es für mid) bestimmt. Es wollte in der Folge nicht recht gedeihen, es war so mager und schwach; die Mutter ging kopfschüttelnd umher und schoß aus ihren Augen Blitze nach der Küchenecke, wo ich aus einer Brotschüssel und einigen Lappen das Katzen-Bett- chen hergerichtet hatte. Sie fand unsre enge Woh- nung für vierbeinige Gäste nicht geeignet und drohte, das „elende Vieh" beim Fenster hinauszuwerfen. Ich steckte mich hinter Vater, er war nicht halb so streng wie Mutter, er half und vermittelte.
Einige Wochen später, am Ostersamstag, sollte ich zum letzten Male mit Bärchen gespielt haben. Es war die Tage vorher schon krank und hinfällig, wollte nicht mehr nach dem Ball springen und von seiner Milch trinken; es lag nur auf meinem Schoß und gab manchmal einen weichen Laut von sich, eigentlich entblößte es nur ein wenig die Zähne. 2lber auch das war schon Wohlwollen und Zärtlich- ^lt für mich. Ich besaß keine Geschwister, und mein Kinderherz gehörte außer Vater und Mutter meinem kleinen Spielgefährten.
Nie werde ich diesen Tag vergessen. Am Abend, da mich die Mutter zum Fest badete und wusch,
Gang unter Blütenbaumen.
Von Friedrich Schnack.
In der grünen schwellenden Wiese, die gesprenkelt ist mit Feuertropfen von Gelb, Weiß und Blau, lodern brünstige Erdflammen. Aus den Büschen atmet der süße Hauch zarter keimender Legenden. Es ist die ungestüme Zeit der Kreatur, der Pflanze, des Insekts, der Fische und Vögel, des Leibes, der Erde, die sich im Zeugungs- und Schöpferdrang über die Sphäre ausbreitet. Die pflanzenhaften und die tierischen Kräfte entfalten sich mit Macht; das Wachsen geschieht fieberhaft, rücksichtslos, leidenschaftlich.
Die grüne, bunte Lebenswoge überbrandet die Hügel und Berge, entzündet die Wälder mit Knistern und schlägt mitten in den Himmel hinein. Die Farben Gelb, Weiß und Blau herrschen. Die Sonnenglut ist noch nicht stark genug für heftigere Töne. Rollt sie steiler empor, schießt Rot auf: die Inbrunst tritt zur Gläubigkeit, die Schwingungen werden stärker, die Rhythmen leidenschaftlicher. Die Sonne ist der himmlische Spieler, die Erde ist das Instrument, der Klang ist die Farbe. Sieben Farben: sieben Töne. Das Rot ist die Fanfare des Sommers. Die Bläue: der Flötenton des Frühlings.
Die Schöpfungslust öffnet alle Geheimnisse: die Kräfte des Lebens setzen sich durch. Der Wille der Keime imb Wurzelsäfte schafft sich Bahn, selbst die Steine alter Gemäuer und verwitterter Türme übergrünt ein lebendiger Hauch. Ist dies alles getan, sind alle Frühlingstaten verrichtet, strotzen die Bäume im Laub, prunken die ländlichen Gärten und Auen, bann sind vierzig Tage seit Ostern vergangen, Pfingsten ist da. Die Schwinge des Geistes schwebt hoch über der tierischen und pflanzenhaften Leidenschaft.
II*.
Geschichtliche Erinnerungen von Venedig bis tzorinth.
Im Golf von Korinth, Mitte April 1935.
So oft ich über das Mittelmeer fuhr, stets hatte ich das Gefühl: alle großen Gesten und großen Worte der neuen Römer — was helfen sie ihnen? das Mittelmeer hat keine eigne Weltbedeutung mehr, und kein bloßer Mittelmeerstaat wird je Großmacht im modernen Sinn werden. Etwas anderes ist es mit den Kulturdenkmälern in den Ländern ums Mittelmeer Sie bilden e i n ewiges Erbe unseres abendländischen Geistes, von den Ruinen Griechenlands bis zur italienischen Renaissance, und aus besonderen Gründen noch etwas darüber hinaus, denn das Papsttum zog eine Zeitlang noch große Mittel nach Italien, als Welthandel und Weltverkehr das Mittelmeerbecken schon verließen
Ich fuhr auf dem Canale Grande in Vene- d i g zwischen der doppelten Reihe seiner Paläste, ich ging über den Markusplatz, und gab mich ganz dem Eindruck der Prachtbauten hin, die ihn umgeben, und ich fragte mich dabei: Wie groß war denn der Handel Venedigs zu feiner Blütezeit, als all das Geld zusammenkam, das dieser Prunk gekostet hat? Man hat versucht, es zu berechnen, und ist auf 15 bis 20 Millionen Mark im Jahr nach heutigem Gelde gekommen, wovon ein Viertel Gewinn war. Nach jetzigen Maßstäben sind das für eine Seehandelsstadt nur kleine Beträge. Ihre regelmäßige Häufung durch die Jahrhunderte bedeutete aber sehr viel in Zeiten, die überhaupt kleinere materielle Maßstäbe hatten, als unsere Gegenwart.
Und womit wurden diese Millionen verdient? — Mit Luxuswaren aus dem Nahen und Fernen Orient, die ihren Weg über Venedig nahmen, solange Indien noch nicht auf dem Seewege erreicht war, — Waren, die heute eine verschwindende Rolle im Welthandel spielen. Wem von uns würde es einfallen, für den Kaufmann als typischen Spitznamen den „Pfeffersack" zu erfinden? Als man die jetzigen narkotischen Genußmittel, vor allem Tabak und Kaffee, noch nicht kannte, war der Gebrauch von Gewürzen zur Anregung der Lebensgeister bei allen, die den kostspieligen Genuß bezahlen konnten, allgemein; und weil jene Stoffe viel Jahrhunderte lang auf dem Weg durchs östliche Mittelmeer kamen, entstanden daraus, auf eine etwas verkürzte Formel gebracht, Venediger und Genueser Reichtum und Macht
Wir fuhren gestern durch die Meerenge von Otranto aus der Adria hinaus ins Jonische Meer und hielten an zum Besuch von Korfu. Vor der alten Zitadelle steht ein merkwürdiges Denkmal des • venetianifchen Feldmarschalls Hans vonder Schulenburg: der märkische Junker in römischer Jmperatorentracht! Die Inschrift sagt, der Senat von Venedig Habe ihm das marmorne Standbild noch bet Lebzeiten setzen lassen, wegen seiner Verdienste um die Republik. Schulenburg hatte, am Anfang des 18. Jahrhunderts, eine schwere Türkenbelagerung abgeschlagen,, aber bie Insel Korfu war der letzte R e st des venetianifchen Kolonialreichs im Orient!
Eben haben wir die Straße von Le- panto, den Eingang des Korinthischen Golfs, hinter uns. Hier siegte Don Juan d'Austria, Kaiser Karls V. Sohn von der schönen Regensburgern Patrizierstochter, in einer großen Seeschlacht über b i e Türken. Der zwanzig Meter lange, blauseibene Wimpel seines Abmiralschiffes wirb noch in ber Kathebrale von Tolebo aufbewahrt. Es war auch ein glänzenber Türkensieg, aber was bebeutete er, auf eine geschichtlich nicht ferne Zu- funft gesehen, neben ben Cortez unb Pizarro, ben Drake unb Hubson?
Wer burchs Mittelmeer fährt, ber erlebt, ob er '
* Vgl. ben ersten Reisebericht in Nr. 82 bes 1 Gießener Anzeigers vom 6. April. i
Wer ist tauglich für den Dienst in der Wehrmacht?
Gtreifzüge im Mittelmeer
Von Dr. Paul Rohrbach
Wehrpflichtige unb Freiwillige. Berufliche Vor- bilbung ist weniger wichtig als Neigung zum Sanitätsbienst.
Ist ein Untersuchter zwar tauglich, aber auf Grunb ber vorstehenben Sonberforberungen für eine bestimmte Waffengattung nicht geeignet ist bies im Urteil zum Ausbruck zu bringen.
2. Marine.
Für die Wehrpflichtigen und Freiwilligen der Marine gelten hinsichtlich der allgemeinen körper« lichen und geistigen Eigenschaften die gleichen Bestimmungen wie für das Heer. Für verschie« bene Dienstzweige werben mit Rücksicht auf ben langjährigen Borbbienst unb bie Ausbilbung an ben hochentwickelten Anlagen ber heutigen Kriegsschiffe Freiwillige gebraucht, bie neben allgemeiner Gesunbheit unb kräftigem Körperbau in einer Beziehung hervorragen: Seh- unb Hörvermögen, geistige Regsamkeit und Ausdauer usw.
3. Lustwaffe.
Bei ber Luftwaffe finb bie Anforberungen je nach ber Verwenbung verschiebenartig. Geistige Regsamkeit unb gute Auffassungsgabe sind notroenbig. Das fliegenbe Personal soll möglichst eine Große von 165 cm unb nicht mehr als 190 cm haben. Farbentüchtigkeit unb normales Sehvermögen (ohne Glas) wirb verlangt. Die enbgültige Auswahl bes fliegenben Personals erfolgt erst nach eingehenber Untersuchung in de« fonberen Fliegeruntersuchungsstellen. Für bie ßuft« schutztruppen ist ebenfalls unbedingte Farben» tüdjtigfeit unb befonbers gutes Seh- unb Hörvermögen erfvrberlich. Brillenträger unb Leute mit einer Größe unter 165 cm sollen nur in he« fonberen A u s n a h m e f ä l l e n zugeteilt merbem
Beschränkte Tauglichkeit Haden Unter- suchte mit erheblichen körperlichen Fehlern unb Gebrechen, bie bie Leistungsfähigkeit zwar herabsetzen, jeboch noch eine beschränkte bienstliche Verwenbung zulassen. Hierunter fallen auch Untersuchte, bie eine Hilfsschule besucht haben, sofern sie nicht auf Grunb anberer Fehler als „untauglich" ober „völlig untauglich" zu bezeichnen sind.
Bei Beurteilung der U n t a u g l i ch k e i t muß der Arzt prüfen, ob der festgestellte Fehler den Untersuchten nur für den Wehrdienst untauglich macht. Denn die Ergebnisse der militärärztlichen Untersuchungen sollen auch für andere Zwecke (z. B. Arbeitsdienst, allgemeine berufliche Verwendbarkeit) nutzbar gemacht werden können. Ein Untersuchter kann auch mit einem erheblichen körperlichen Fehler oder einer nicht heilbaren Erkrankung im bürgerlichen Erwerbsleben sehr gut noch eine voll leistungsfähige Arbeitskraft darstel- len, auch wenn er den Sonderanforderungen des Dienstes in der Wehrmacht nicht gewachsen ist.
Als völlig untauglich sind Untersuchte zu bezeichnen, die infolge hochgradiger geistiger ober körperlicher Fehler und Gebrechen dauernd berufsunfähig sind oder nur unter besonderen Voraussetzungen eine beschränkte berufliche Tätigkeit ausüben können.
Es sind tauglich für:
1. Heer.
a) Infanterie. Wehrpflichtige und Freiwillige, die den Anstrengungen der Märsche gewachsen sind.
b) Artillerie. Schlankwüchsige, aber kräftige Wehrpflichtige und Freiwillige.
c) Kavallerie. Wehrpflichtige und Freiwillige mit nicht zu hohem Körpergewicht. Das Gewicht soll 65 kg möglichst nicht übersteigen. Da das Gewicht mit Körpergröße eng verkoppelt ist, fall die Größe 172 cm möglichst nicht überschreiten. Kurzen Oberkörper und lange Beine wird man meistens unter Bewerbern von schlankwüchsiger Form finden. Geistige Begabung ist notwendig, Gewandheit und eine gewisse Schreibfertigkeit erwünscht.
d) Pioniere. Muskelkräftige Wehrpflichtige und Freiwillige. „Muskuläre" ober „runbe Korper- bauform". Untersuchte mit einer Körpergröße unter 165 cm finb nur in beschränktem Maße zuzuteilen.
einen verbeckten unb verschlossenen Korb, unb wieder nickte er mir zu unb bas war wie bas beste Versprechen. Beim Osterumgang nach bem Hochamt hielt er an ber Kirchtür feinen Korb bem Sprengel bes Pfarrers hin, ich sah, wie bas heilige Oster- wasser auf ben Deckel spritzte, ich horte bie segnen- öen Worte bes Priesters. Ein golbener Nebel wogte oor meinem Gehirn ...ich erschrak, als Vater mich am Arm ergriff, meinen Kopf zu bem verschlossenen Äorbe hmneigte unb leise befahl: Horch einmal! Ich horchte mit angehaltenem Atem, es kratzte und raschelte im Korb, und da tat Vater noch mehr: er ueß mich durch einen Spalt hineinsehen...Ich sah em braunes Fell und grünliche Augen... Bärchen lag tm Korb, gesund und lebendig... Gott hatte me^in Gebet erhört. Ach, das war ein gesegnetes
3ch wurde älter, und eines Tages fingen die Wunder vor der Wirklichkeit zu verblassen an. Da geschah es, daß ich wieder einmal mit einer Frage nor meinen Vater hintrat. Ich forschte nach dem Osterwunder: Gott hatte doch wohl nicht wirklich Barchen wieder aufgeweckt? Ich lächelte klug und überlegen. Aber Vater lächelte diesmal nicht, er sah nuch ernst und gut an und sagte etwa folgendes: Glaubst du, daß Gott sich zu allem und jedem per- onUrf; herbeiläfet? Wozu hätte er dann feine tau- fenb Mittel unb Umwege? Unb was bir wie ein Wunber war unb Leid aus deinem Kinderherzen sortnahm, sollte dir das heute nichts mehr sein?
Da ließ ich den Kopf sinken und dachte über Va- ters Worte nach, und später lernte ich, ein wie großes Wunder Ostern sei ... eine Neuerschaffung ber Welt, eine Neuerschaffung unserer Herzen.
Sochschuinachnchten.
Professor Dr. von Möllendors von ber Unwersitot Freiburg i. Br. hat einen Ruf auf den anatomischen Lehrstuhl an der Universität Zürich angenommen.
Geheimrat Professor Dr. Max Busch, Ordinarius für Pharmazie unb chemische Technologie an ber Universität Erlangen, tritt zu Beginn bes Sommersemesters in ben Ruhestanb.
^deutliche Professor ber Theologie D. Dr. mfreb 910^1 fg an ber Universität (Böttingen ift nn 70. Lebensjahr g e ft o r b e n. Rahlfs, der aus Hannover stammte, hat zahlreiche Arbeiten über die Septuagintaforfchung veröffentlicht.
Professor Dr. Rudolf Sieverts, Ordinarius jus Strafrecht unb Kriminalpolitik an ber Univer» iaoE Aumburg, würbe für bas Sommersemester 1935 beurlaubt, um bie Leitung bes Anglo-German Academic Bureau in London zu übernehmen^
Ich habe mich in bem Kräftestrom der Frühe und gehe hinab an den alten Weiher, der in der Wildnis der Anemonen und Butterblumen, im Kunterbunt der Bäume, Büsche und Sträucher liegt. Er hat sich mit einer firmamentenen Lasur blau gefärbt. Seine Einsamkeit lieben die wippenden koketten Bachstelzen, die über seinen Spiegel flitzen, schätzen die Finken und Grasmücken, die ihre klang- hellen Sätze von morgens bis abends ohne Auf- Hören hämmern. Mit langen Gassenpfiffen ruft die Amsel mich an und wirst mir aus einem Kastanienwipfel eine Handvoll überraschender süßer Töne auf dem Kopf.
Jetzt platzt sie in Schelmerei beinahe vor lauter kullernden runden Locksignalen. Mitten in ber Sommerstille bichtet sie ein zärtliches Liebesabenteuer in ben blauen Vogeltag. Nun flötet sie schlep- penb lange, akzentuiert eigensinnige Synkopen, benkt noch ein wenig voller Rührung unb Trauer über ihr blitzenbes Walberlebnis nach, läßt noch ein paar achtlose Tone brauftropfen, huscht auf unb ist fort.
herrscht, nach Jnbien unb bem Großen Ozean, — unb Frankreich, weil bie See zwischen Marseille unb Algier nur ber Wassergraben zwischen bem europäischen und dem afrikanischen Machtgebiet der Franzosen ist. Ein Volk, das Großmacht werden will, kann sich dazu im Mittelmeergebiet nicht mehr entwickeln, unb will es sich außerhalb ausbehnen, so wird es auch damit von denen abhängig bleiben, die Aus- und Eingänge des Beckens beherrschen. Die Geschichte kann nicht an gegen die Geographie, das hat schon der alte Napoleon gesagt, und alle Schönheit dieser blauen Wogen, aller Ruhm, den eine vergangene Geschichte an ihren Küsten gehäuft hat, können nicht an dagegen, daß wir überall" schon nach wenigen Tagesfahrten an ein Gestade stoßen, an dem es heißt: Nicht w e i - t e r! Dagegen hilft keine Pose und kein Waffenklirren; es macht nur den Augenblick bitterer, wo
In Verbindung mit dem Gesetz über die Allgemeine Wehrpflicht wird eine Dienstvorschrift besonders beachtet werden, die soeben veröffentlicht ist und eine „Anleitung zur Untersuchung Wehrpflichtiger und Freiwilliger für bie Wehrmacht" barstellt. Die Vorschrift bie im Verlag „Offene Worte", Berlin W 35 erschienen ift, gibt Einzelheiten über bie ärztliche Untersuchung unb bie Bebingungen fürbie Tauglichkeit für bie einzelnen Waffengattungen an.
Um ben hohen Ansorberungen bes Dienstes in ber Wehrmacht zu genügen, sollen als tauglich nur bie Untersuchten bezeichnet werben, bie kräftig gebaut, gut entwickelt unb frei von solchen Fehlern sinb, bie bie Gesunbheit, bie Beweglichkeit unb Ausdauer beeinträchtigen. Geistige Frische unb Regsamkeit, Sinn für Kamerabschaft unb Charakterfestigkeit, sowie erhöhte und gestählte Leistungsfähigkeit durch körperliche Ertüchtigung in den Jugendjahren sind Vorzüge, die in gewissen Grenzen einen Ausgleich für etwa vorhandene körperliche Fehler schaffen.
Die Mindest große für den Dienst in ber Wehrmacht beträgt 154 Zentimeter. Wehrpflichtige unb Freiwillige mit einer Körpergröße unter 160 Zentimeter werben jeboch nur eingestellt, wenn befonbere Verhältnisse bies erfor- bern.
Ist ber Untersuchte körperlich unb geistig völlig gefunb, von hinreichenber Große unb kräftigem Körperbau, ift er als „tauglich 1" zu bezeichnen.
Werben bei ben Untersuchten stärkere Fehler fest- gestellt, ober hat er eine Körpergröße unter 160 Zentimeter, so ist er als „tauglich 2" zu bezeichnen, sofern ber übrige Befunb nicht ein anberes Urteil bebingt. Als tauglich 1 ober tauglich 2 finb auch Untersuchte zu bezeichnen, bie an vorübergehenden Krankheiten leiben, bie mit größter Wahrscheinlichkeit bis zum Zeitpunkt ber Einberufung behoben finb. Ist eine Brille nötig, um auf einem Auge volle ober fast volle Sehschärfe zu erreichen, so ist bem Urteil stets hinzuzufügen: „?B rillenträge r".
Bebingte Tauglichkeit wirb burch Fehler unb Gebrechen begrünbet, bie zwar bie Gesunbheit nicht beeinträchtigen, bie Leistungsfähigkeit aber, wenn auch nicht erheblich, hevabsetzen.
Zeitlich untauglich finb solche Wehrpflichtigen unb Freiwilligen, bie in ber körperlichen Entwicklung stark zurückgeblieben finb, ober bie infolge überftanbener Krankheiten noch nicht roieber im Vollbesitz ihrer Leistungsfähigkeit finb, ober bie zur Zeit ber Untersuchung an heilbaren Krankheiten leiben, beren Heilung bis zur Einberufung aber noch nicht mit Sicherheit erwartet werben kann.
Aus Anlaß bes zweiten Reichsberufswettkampfe» ber deutschen Jugend, der Endkämpfe im Saargebiet und der am 1. Mai durch den Führer erfolgen» den Siegerehrung hat das Reichspostministerium einem Wunsche der nationalsozialistischen Jugend entsprochen und eine Sonderbriefmarke herausgegeben. Es ist die erste Briefmarke der deutschen Jugend. Der neue Staat bekennt sich mit der Ausgabe einer solchen Briefmarke sichtbar und vor aller Welt zu dem Leistungswillen und zu ber Einsatzbereitschaft seiner Jugend. Die Reichsberufswettkampf-Briefmarken sollen in Werten zu 6 und 12 Pfennigen nach Ostern zur Ausgabe bei den Postanstalten kommen.
Kunst und Wissenschaft.
Augenarzt Dr. Axel vossius f.
In einem Darmstädter Krankenhaus ist dieser Tage der bekannte Augenarzt Dr. med. Axel Vossius im Alter von 43 Jahren nach einer Operation gestorben. 1891 als Sohn des Geheimrat Professor Dr. Vossius in Gießen geboren, stu- bierte unb promovierte er in seiner Vaterstabt und war anschließend auch an ber Gießener Unioerfi« tats-Augenklinik als Assistenzarzt tätig. Dr. Vossius, ber ben ganzen Krieg mit bem Gießener Regiment 116 m oorberfter Linie mitgemacht hatte, ließ sich im Jahre 1922 als Augenarzt in Darmstadt nieder und hat sich hier durch seine bedeutenden spezial«
ärztlichen und menschlichen Qualitäten einen ausgezeichneten Namen gemacht.
jlieft der Vater die Tür auf unb sagte mit einiger Bewegung: „Wofür nun alft Mühe? Nun ist sie doch hin. Schade!" — Ich verstand nichts von diesen Worten, aber Mutter begann in ihrer harten Art zu schimpfen, sie blitzte und donnerte auf mich herab. Sie sagte, daß ich nun meinen kindischen Willen mit diesem elenden. Vieh durchgesetzt hätte, das keinen Napf Milch wert gewesen sei, und ob fie zum heiligen Dftertag noch Aerger unb Schere- reien bamit haben solle? Merkwürdigerweise bebte trotz ber schlimmen Worte ihre Stimme unb in ihren Augen glänzte Wasser ... später verstaub ich meine Mutter gut.
Ich lief in bie Stube, wo auf Blechen ber Öfter» kuchen hustete: ba lag Bärchen in meinem Bett unb rührte sich nicht. Es war weich unb warm, aber es lag mit merfroürbig gespreizten Beinen ba, unb leine Augen waren ganz oeränbert, unb als ich es auf bie Füße stellte, fiel es um. Vater sprach mit mir, unb bann meinte ich mich in ben Schlaf. Ich hatte begriffen, baß Bärchen tot sei.
Am anbern Morgen läuteten bie Osterglocken bie Mutter staub zum Kirchgang gerüstet ba. Beim Frühstück las ber Vater aus bem Evangelium von ber Auferstehung ber Toten vor, aber ich bachte an Barchen, baß es tot sei unb nicht mehr herum- Ipnugeu werbe, unb bie Tränen liefen mir über bie Backen Daun begann ein Gebaute in mir zu rei» fcn, ich trat zum Vater bin unb fragte: Kann Bär- cheri nicht auch von ben Toten aufersteheu?
Alle sahen mich an. Das Gesicht ber Mutter ver- schattete sich, boch ber Vater schnitt mit einem Lächeln und einer Hanbbewegung ihre Antwort ab. Er kratzte sich hiuterm Ohr, es war nicht leicht, auf meine Frage mit Ja ober Nein zu antworten- es bandelte sich um mehr als um ben Vorwitz'ber kleinen, es Haubelte sich um eine Frage auf Glauben unb Unglauben, auf Leben unb Tob. Nach langem Nachbeukeu meinte Vater zu mir, unb ba |d)ien er einen umfaffenben Gebauten zu Enbe gedacht zu haben: Ich weiß es nicht. Aber wenn du aus ganzem Herzen zu Gott bittest, glaube ich, daß er ein Wunder tun könnte, es ist ja Ostern!
Mutter lächelte nicht, sie verstand in Glaubens- olugeu keinen Scherz, es zuckte und huschte über ihr Gesicht. Da mußte Vater ihr etwas zuflüsteru, denn mit einem Male sah sie in meine großen Augen, mrfte unb forberte mich auf: Komm mit in bie Kirche! — Sie fleibete mich an unb nahm mich mit ms Gotteshaus. Ich betete aubächtig, mein Herz roar schwer unb hoffnungsvoll zugleich, ber Auf- erftanbene thronte herrlich im Licht ber Kerzen, in Weihrauch unb Blumen unb sah mild auf mich herab. Später kam Vater dazu, er trug einen Korb,
ftig geweckte Wehrpflichtige unh Freiwillige mit gutem Hör- und Sehvermögen und unbehinderter Nasenatmung. Farbenschwache unb Brillenträger finb nur in beschränktem Umfange zuzuteilen.
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