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Ur. 93 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 20. April (935

Lunge deutsche Nation.

Richt die Kähnen allein...

Nicht die Fahnen allein tragen den Staat, leben die Träger nicht treu ihrer Tat.

Nicht die Zeichen allein künden die Zeit, lind nicht Herzen zum Kamps todesbereit.

Nicht der Glauben allein trägt uns voran, lebt harter Wille nicht in jedem Mann.

Gerhard Dabel.

Osterfest der deutschen Zugend.

Von K. H. Backhaus.

r ä d e r zu Tal rollen zu lassen. Die heilige Kraft des Feuers soll so aleichnishaft auf Aecker und Fel- der übertragen weroen.

Damit soll das Osterfest aber nickt erschöpft sein. 3m Kreis der Familie können alte Bräuche ge­pflegt werden, z. B. gegenseitiges Schenken, das Osterfestessen, der Osterspaziergang usw. Die Ge­schlossenheit der Dorfaemeinschaft kommt darüber hinaus in verschiedenen Veranstaltungen zum Ausdruck, die, über die Feiertage verteilt und dem Brauch der Landschaft entsprechend, sehr ver­schieden gestaltet werden können. Ueberall aber wird es üblich sein, Wettkämpfe der Dorf- fugend zu veranstalten, bei denen sich auch die Aelteren beteiligen können. Auch hier liegt es viel­fach an der Jugend, die alten Dorfspiele wieder aufleben zu lassen und sie dort weiterzupflegen, wo sie noch bis in die Gegenwart üblich waren.

Zu den Vorbereitungen der Jugend für das Osterfest gehört auch das Färben und Bemalen der O st e r e i e r, bei dem Kunstsinn, Gefühl für For­

menschönheit und Geschicklichkeit zum Ausdruck kom­men kann. Nester für den Osterhasen müssen gebaut werden, dieHasengärtlein", wie man in Südwest, deutschland sagt.

Am Ostermorgen vor Aufgang der Sonne ziehen die Mädel und Frauen des Dorfes zur Ofterquelle, schweigend Wasser zu schöpfen, an der Quelle zu baden oder zu waschen und schließlich einen Krug mit Quellwasser mit nach Hause zu nehmen.

Welche Möglichkeiten festlicher Ausschmückung bietet dann das Ostereiersuchen mit der Viel- zahl der anschließend möglichen Eierspiele!

Der Kranz österlichen Brauchtums ließe sich noch vielfältig weiterflechten. Doch dürfen diese Hinweise allein schon genügen, die verantwortlichen Führer der jungen Dorfgemeinschaft zu veranlassen, ein Osterfest durchzufuhren, wie es germanisch-deutscher Art und dem Lebensempfinden des deutschen Volkes entspricht. Die Landjugend wird am Osterfest zei­gen, daß sie Träger arteigenen Volkstums tft.

Volksfeste und Volksbräuche sind oft von Land- schäft und Natur bestimmt. Und der Frühling, dem im germanischen Volksleben schon immer eine stark symbolische und mythologische Bedeutung zukam, hat sich besonders lebendige Formen im Brauchtum men. Aus der Verschüttung langer Jahrzehnte ahrhunderte sind die überkommenen Feste des Volkes mit all ihren heiligen Handlungen und Zeichen wiedererweckt, um wieder in den Mittel­punkt der Dinge zu treten.

Entscheidender Träger neuer deutscher Festgestal­tung ist die Jugend, und da vor allem wieder die Jugend auf dem Lande, wo Feste und Feiern stets ihre Verknüpfung mit den Gesetzen der Natur und der Eigenart des Volkscharakters bewahrt haben.

Das Osterfest steht vor der Tür. Sorgen wir dafür, daß das Osterfest in diesem Jahr in allen deutschen Gauen ein Bekenntnis zu deutscher Art und Sitte wird! Man kann natürlich in dieser Hin­sicht keineAnordnungen" treffen. Man kann nicht schablonenhaftFeierformen" finden, nach denen in allen Gauen gleichmäßig an der Ausgestaltung ibes Festes gearbeitet werden soll. In jedem Gau, ja fast in jeder einzelnen Landschaft, hat sich die >Eigenart des Volkslebens eigene Formen ge­prägt, wenn auch Grundgedanken und innere Be° ibeutung überall dieselben sind. Wenn also Hinweise .gegeben werden auf die Dinge, die bei der Gestal- itung eines Osterfestes beachtet werden sollen, so kann die Art ihrer Anwendung natürlich landschaft- Ilich abweichen.

Im Mittelpunkt aller Volksbräuche des Osterfestes stteht und das wohl in allen Gauen Deutschlands das Osterfeuer. Verschieden ist die Zeit, da »es abgebrannt wird; teils am Osterfarnstag, teils »am Frühmorgen des ersten Oftertages. Wochen vor­der schon hat'die Jugend des Dorfes Brennmaterial »gesammelt. Das wird sich doch keine Dorfjugend lbieten lassen, daß die Jungen aus dem anderen Dorf ein größeres Feuer hätten! Wird das Oster- feuer in der Nacht des Ofterfamstags errichtet, dann »verden gegen Abend die Herdfeuer bis auf das Les Dorfschulzen' gelöscht. Von seinem Herdfeuer «vird mit einer Fackel der Brand in feierlichem Zuge zum Festplatz getragen und mit ihr das Öfter» feuer entzündet.

Aufgabe des HI. - Führers im Dorf ist ces, gemeinsam mit allen anderen Organisationen Der Partei und des Reichsnährstandes dieser Feier seine finntragenbe Folge zu geben. Im Lied, Spruch mnb Spiel, überall bedarf es der Anpassung an Wesicht und Umgebung des deutschen Osterfestes. Eine kurze Rede mag auf den Sinn des heiligen Zrühlingsfestes . Hinweisen. Sinnbildhafte Reigen tunt) Tänze bürfen nicht vergessen werben.

Vielfach ist es Sitte, vom Osterfeuer ein bren- menbes Scheit mitzunehmen unb damit das Herd- 'feuer wieder anzubrennen. Ueberall aber ist das Neuer Sinnbild ewiger Lebenskraft, die Segen □ringt für Mensch und Tier und Flur. Ueblich ist Ls auch in vielen Landschaften, brennende Oster-

Gruß der lugend an den Frühling.

bcherl-Büdmaterndienst

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Kampf.

In unseren Fahnen lodert Gott, Drum wir sie heilig nennen.

Drum gegen Lug und Trug und Spott Zum Sturme wir anrennen.

Und wer da fällt, der stirbt für Gott, Zu dem wir uns bekennen.

Der hat zu ihm sich nie bekannt, Der bleibt, wenn wir marschieren. In dem ist Gott noch nicht entbrannt, Der will, daß wir verlieren!

Doch Er durchglüht das ganze Land, Wird uns zum Siege führen!

So pressen unsre Hände wir Nur fester um die Waffen. So wie wir kämpfen, beten wir; So wie wir fallen, glauben wir! Gott segne Wehr und Waffen, Die Er zum Kampf erschaffen!

Herybert Menzel

Forderungen an junge Führer.

Aus einem Brief.

Ich bin Stammführer geworden und habe aller- Hand zu tun. Gestern war ein Fähnleinführer bei mir, ein ganz neuer, aber älter als ich. Er sprach sehr viel und wollte andeuten, daß er doch mehr Recht auf die Stammführung hätte durch sein Alter. Verfluchte Einbildung. Ich schickte meinen Adjutan­ten aus dem Zimmer und sagte ihm, er solle erst in einer Viertelstunde wiederkommen. Dem älteren Fähnleinführer sagte ich, daß die Jungen gelernt hätten nach Leistungen zu werten. Ich wollte nicht, daß sie eine andere Meinung von ihren Führern hätten. Er wurde rot unb ging.

Weißt du noch, wie wir zu britt hier in unferm Heim saßen und über den Begriff des Jungen­führers sprachen? Du sagtest:

Der Jungenführer muß der neue, entscheidende Typ werden.

Vor kurzem ließ- ich einmal alle Führer des Stammes antreten unb sagte ihnen:

Ich verlange von euch alles. Ihr seid verantwort­lich für andere. Ihr müßt immer wissen, daß ihr verantwortlich seid. Euch folgen Jungen. Erringt ihr Vertrauen. Eure Jungenschaften, eure Fähnlein müssen ganz feste Einheiten des Vertrauens und der Kameradschaft fein. Denkt daran, daß unser StammKadetten" heißt. Ihr seid jung. Eure Ju­gend nimmt die Härte der Verantwortung auf sich. Haltet eure Begeisterung rein von Ehrfurcht, von Einbildung.

Ihr seid Kadetten, ihr wollt Soldaten werden. Eure Jungenschaft sieht auf euch. Wie der Führer, so ist sie selbst. Merkt ihr, wie ihr immer besser werden müßt? Merkt ihr, wie eure Haltung unb eure Gesinnung immer größer und reiner werden muß? Ich fordere von euch: Disziplin und Stolz. Das ist Haltung. Ich fordere von euch: Kamerad­schaft und Mut unb ftänbige Arbeit. Das ist Gesin­nung.

Ihr müßt wissen, baß euer schärfster unb uner­bittlichster Kampf gegen die Faulheit eurer eigenen Person geht. Kritisiert immer vor allem an euch selbst. Seid nie zufrieden. Verlangt keine Leistun­gen, die ihr nicht selber auszuführen imstande seid. Nur die Leistungsfähigsten können Führer sein.

Du siehst, ich weiß meine Rede noch ganz genau. Du wolltest ja von mir gern wissen, was ich ver­lange. Ich kann Dir außer diesem nicht viel über meine Gedanken und Ziele mehr schreiben. Ich will auch keine Probleme. Kannst Du es noch ergänzen? Ich will Dir noch schreiben, daß ich fast krank bin, wenn nicht irgendwie Arbeit für den Stamm zu leisten ist.

Heil Hitler!

Dein Hans."

Rugby und die Fensterscheibe.

Turnen. Prima, trotzdem wir nur alle 14 Tage !,mei Stunden in der Halle sind, freuen wir uns : hrlich auf die Stunde. Besonders in der letzten Zeit matten mir immer mächtigen Spaß. Letzten Freitag naben mir Rugby, oder auf gut deutsch: Raufball, gespielt. Herrliche Sache. Wir mären alle in Schwung.

In unserer Schar sind die stärksten der Gefolg- chaft Wir teilen uns also in zwei Parteien, der Ball kam In die Mitte, ein Pfiff, und es ging los. Da, untereKanone", ein Kerl mit Bärenkräften, Hat den Ball. Dicht an die Brust gepreßt, versucht -ir, auf das feindliche Tor zu stürmen. Ader 6 bis 7 Mann, darunter feine eigenen Leute, bedrängen ihn. Man weiß ja selbst nicht mehr im Eifer des Ge° sech'tes, wer Freund ober Feind ist. Aber das macht n nichts. Nun, der Dicke ist bedrängt. Alle Hände wollen den Ball ergreifen; da, der ganze Haufen Üllt um. Einige, denen die Sache nicht geheuer war und die daneben standen, halten sich jetzt den Zauch vor Lachen. Ja, Spaß muß fein. Aber das chönste ist: Die sich da im Gewühl wälzen, wessen qar nicht, daß der Ball längst fort ist, und erst im Geschrei von uns:Tor, Tor", bringt sie aus­einander. Mit erhitzten Gesichtern stehen sie auf. Der Dicke hat sich bis zum Schluß eingebildet, er iiätte den Ball noch, und wir müssen herzlich über sin wenig geistreiches Gesicht lachen. Wieder Mitte. Wurf aufs Tor. Aus unser Tor. Ich laufe vor, stelle nid) in der Nähe des gegnerischen Tores auf, erhalte lien Ball, blitzschnelles Umdrehen und Tor. Abge­nachte Sack)e.Ne, das war kein Tor", brüllt die cllso in Nachteil gekommene Partei.Der Schuß kiing über die Latte." Aber der Schiedsrichter ent­scheidet: Tor.

Weiter geht das Spiel. Nun spielen wir schon (ine Stunde. Bisher ging alles gut. Außer einem iserstauchten Zeh unb ein paar Schrammen am Arm wie durch ein Gedränge an der Zentralheizung ent» fianben waren) ist nichts passiert. Bauz. Da klafft auf einmal ein großes Loch in der Scheibe der Tür, lie den Raum vom anderen Saal trennt. Ich hab's c$nau gesehen. Ein hoher Wurf, in die Mitte der j Scheibe, gerade fest genug, um sie zu zertrümmern. Cs schien, als habe der Ball sich es noch einmal ilberlegt, fo gemächlich ging es. Große Aufregung. Llfjer schon meldet sich ein Kamerad als Täter

Natürlich legen wir alle zusammen." Das ist doch ganz selbstverständlich.

Das Spiel geht weiter. Immer feste durchziehen. Auch meine Sache mit dem Torwächter klappt. Feine Sache. Natürlich gewinnen wir.

Nachher, beim Herausgehen, liefert jeder seinen Groschen für die Fensterscheibe ab.

Angst gibt es nicht.

Wenn Pimpfe boxen ..

Als sich Kurt die kurze Hose anzog und fein Hemd geraderückte, schüttelte Tante Frieda mit dem Kops und meinte beleidigt:Also Du willst wieder ein­mal nicht zum Kaffee zu Hause sein. In meiner Jugendzeit wäre so etwas nicht oorgefommen."

Kurt schien wie immer nicht daraus zu hören, denn er stand gerade vor dem Spiegel. Plötzlich legte er sich auf die eine Seite, ging in Boxstellung unb schmiß einen Arm nach bem anberen gegen bie Spiegelseite. Er prüfte feine Stellung unb seine Schläge. Tante Frieda sah das unb schüttelte ver- stänbnislos ben Kopf.Was habt ihr benn heute roieber vor?" Da brehte sich ber Junge um unb klopfte stolz auf feine Brust:Wir boxen heute!" Ehe Tante Frieba sich von dem Schrecken erholt hatte, war der Junge schon aus der Tür heraus und rannte die Treppe herunter.

*

Emil verschlang sein Butterbrot und suchte feine Turnsachen zusammen. Der Vater war gerade aus ber Fabrik gekommen unb schaute auf seinen Jun- fen, ber in strammer Haltung vor lhn trat und agte:Ich muß heute zum Boxen". Obwohl ber Vater nicht ganz verstand, was der Junge damit meinte, nickte er wohlwollend.Boxen wollt ihr? Du meinst wohl, ihr wollt euch utereinander mal richtig verkloppen?"

Der Junge schüttelte mit bem Kopf.Nee! Unser Stamm hat jetzt eine richtige Boxabteilung ein­gerichtet, an der jeder mitmachen kann, ber Lust hat. Da sind Boxhandschuhe und sogar ein richtiger Ring." Das gefiel dem Vater, der in seiner Jugend auch mal imTurn- und Fußballbund Grüne Hoff­nung" gewesen war, er klopfte Emil auf die Schul- ter und meinte freundlich:Dann schlag dich aber tapfer!" Selbstverständlichkeit lag in den Augen des Jungen. Unten traf er Kurt.

Schlag auf Schlag begann der große Kampf. In den vorigen Uebungsstunden hatten die Jungen die Grundlagen des Boxens bekommen, hatten am Sandsack geübt, hatten schon mal miteinander ge­kämpft. Aber heute fand der erste Großkampf statt: Kurt gegen Emil.

Als der Pfiff zur ersten Runde ertönte, bekam Kurt Herzklopfen. Er hatte oft ein Angstgefühl empfunden, aber diesmal fühlte er erstmalig sein Herz in die Hosen rutschen. Sekunden waren es nur. Schon stand Emil vor ihm, er deckte sich ab, federte auf ben Füßen, wich aus, ging bann vor, unb bann lanbete ber erste Treffer. Seine Brust ging auf unb ab. Da hatte er schon roieber einen Schlag von Emil weg. Die Kameraben johlten. Der Ausdilber griff ein. Eine Minute war vergangen, noch 30 Sekunben mußte gekämpft werben

Bisher lag Emil als Sieger vorn. Doch Kurt hatte nun bie Angst verloren. Er ging sofort zum Angriff vor, trieb Emil in bie Ecke, ber war nicht feig, brehte roieber zur Mitte bei unb im letzten Augenblick gelang Kurt ber große Treffer, Emil schlug gegen bie Seile, blieb aber stehen unb unter bem Jubel ber Kameraden verkündete der Schieds» richter: Unentschieden.

Die nächsten Jungen stiegen in ben Ring. Ein neuer Kamps begann. Emil unb Kurt hatten in» besten die Handschuhe ausgezogen, lagen Schulter neben Schulter auf der Bonk und schauten bem neuen Ringen zu

Als es zu Hause klingelte, glaubte Tante Frieda, ber Junge würbe auf ber Bahre gebracht. Als er aber mit roten Backen im Zimmer ftanb, war auch biefe ihre Voraussicht nicht eingetroffen. So glaubte sie benn wirklich, baß bie Welt verdreht wäre.

G.D.

Landmädel turnen...

Freitag abend, 8 Uhr, ist Sportabend..lasen wir in dem Schaukasten, der an einem großen Scheunentor anaebracht war.Ach, bitte", bettelte Käte,laß uns hingehen, ich möchte gern mal wie­der richtig turnen!" (Sie macht nämlich einen Unterschied Zwischen Sport und Turnen, und zum Turnen gehören Geräte.)Na, Käte", meinte ich zweifelnd,eine Turnhalle haben die hier bestimmt auch nicht!"

Wirklich, am Abend standen wir in einem furcht­bar feucht riechenden Tanzsaal. Mir lief ein Schauer ben Rücken herunter; aber als ich mit ber Führerin gesprochen hatte, mußte ich einsehen, baß bie Möbel froh sein konnten, überhaupt einen Raum gefunben zu haben, in bem sie sich bei schlechtem Wetter nach Herzenslust bewegen unb spielen können. Meine Mädel befreundeten sich sehr schnell mit den Dorf» möbeln, unb hier unb ba hörte ich aus den Gesprä­chen, daß sie sichimmer möchtig auf den Sport- abend freuen". Ich suchte Käte. Die sah sich ver­zweifelt in dem Saal um unb konnte gar nicht begreifen, baß man hierturnen" sollte.

In Linie zu einem Glied der Größe nach antre­ten!" Wir reihten uns ein. Ich hörte noch, wie Käte einem unserer Mädel zuflüsterte:Du, das geht beinahe schneller als bei uns." Dann war alles still. Rechts um! Jrn Laufschritt marsch!" Nanu, das ging ja zur Saaltür hinaus. Ein Stück Dorf­straße, unb bann bogen wir in ben bunklen Wald ein.

Nach fünf Minuten waren wir auf einer Wiese angelangt. Es war beinahe taghell, benn ber Mond stand als riesige große Scheibe über den Tannen. Abteilung halt!" Wir machten ein paar Atem­übungen, um biePuste zu regulieren". Dann stieg ein Lied... Und nun Körperschule, Arm- unb Bem­ühungen, Rumpf beugen unb strecken. Jetzt alle in einer langen Linie Purzelbaum über bie ganze Wiese schießen! Wer wohl zuerst brüben war? Na­türlich Käte.

Dann kam ein Wettspiel an die Reihe. Zwei Ab­teilungen wurden gebildet, jede hatte ein Stück Holz. Das erste Mädel mußte es wegschaffen, ungefähr hundert Meter vom Startpunkt entfernt, das zweite Möbel mußte es holen, unb so ging es weiter, bis alle Möbel bas Holz geholt unb weggebracht hatten. Fertigmachen los!" Hei, wie ba die Beine flo­gen! Die Zurückbleibenden spornten ihre Säuferin durch lautes Rufen an. Ick) beobachtete im stillen Käte. Sie hopste von einem Bein auf das andere unb rief am lautesten:Schneller schneller!" Kätes Gruppe siegte. So, nun bie Plötze wechseln unb das Spiel wiederholen.

Eine Stunde später im Stroh.Jetzt schlaft aber, gute Nacht!"Nein, ,ch kann nod) nicht schlafen, obgleich ich todmüde bin, ich muß immer noch an den feinen Abend denken! Du, unb dabei hab ich immer gedacht, die ßanbmäbel können nicht richtig Sport treiben!" Es war Käte, die dies sagte!