Ausgabe 
20.4.1935
 
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Hr.93 Erstes Blatt

185. Zahrgang

Samstag, 20. April 1935

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Eichener Anzeiger

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Ein Fest deutscher Auferstehung.

Opfer und Vorbild.

Entscheidend ist nicht das Wort, sondern d i e Zeugnis kraft des Wortes. Zeugend ick nicht das Bekenntnis, sondern die s e e - !iische Allgewalt, die vom Bekenntnis msgeht. Schöpferisch ist noch nicht die Tat, Indern dasVorbild, das zur Ausrichtung im Geist der Tat zwingt. Wenn eine junge irnd unsterbliche Kraft die Gräber sprengt, so ist nicht die Tatsache das Wunderbare und Äroße, sondern die Wirkung, die von Ueser Tatsache aus uns ergreift und glauben macht. Wenn alljährlich das Frühlings- und s sterwunder sich vollzieht, so sind es nicht nur hie hoffnungsvollen Farben des jungen Lau- I25, die uns fröhlich stimmen, sondern dann itt es das Wissen um eine eigene Verpflichtung und eine eigene Fähigkeit zum Jungsein, das uns isseligt. Wären die Dinge der Natur und die 5aten der Menschen nur immer für sich, dann l'äre der Frühling lediglich eine Angelegen- !»it der Biologie, dann wäre der Mensch nur im zoologisches Wesen, dann wäre eine Fahne richts anderes als eine Holzstange mit bun- t:m Tuch daran, und dann wäre eine Revo­lution schließlich nichts weiter als ein gewalt- f mer Akt der staatlichen Umorganisation. Beil wir aber wissen, daß nur dort wirkliches lseben ist, wo wir oder das Volk über uns hinaus gestalten und befruchten, deshalb fit Ostern mehr als ein Kalenderfest und ist tme völkische Revolution mehr als ein Ber­ti altungsakt.

Wir wollen uns vor billiger Selbstver- gvtzung hüten. Aber wir wollen und dürfen sdlz darauf sein, daß nach unendlich langer jeeit totenähnlichen Schlafes das deutsche Volk d«e Grabsteine der Uebersremdung und der eggeneu Zwietracht gesprengt und zu seinen Werten zurückgefunden hat. Es waren nicht mr die vierzehn Jahre marxistisch-liberalisti- cher Demokratie, die die deutsche Seele nie- l-rhielten und die deutsche Staatlichkeit lahm- im, es ist der Wust und Schutt eines ganzen i ^rihrhunderts, der beiseite geräumt werden ii. Als die Ideen der französischen Revo- i Litton wie fremde Heere in den deutschen !seichsraum eindrangen, da zerstörten sie die Bindungen, die das eigentliche Wesen der Liiolksgemeinschaft ausmachen? Das große Wir" der Gemeinschaft wurde zum kleinen Ich" der Einzelpersönlichkeit. Diese Einzel- Persönlichkeit wurde fürfrei" erklärt. Aber bi es nur dort wahre Freiheit geben kann, ö® strengstes Maß und innerste Gesetzlichkeit llmlten, endete dieser Versuch beim Gummi­knüppel der Polizei und bei denJnteressen- tmhaufen", von denen sogar ein Demokrat sprach.

Marxismus, Standesdünkel, Parteienzer- Mterung, Mammonismus, Neidinstinkte, Jch- v-rgötzung, und wie die Kennzeichen eines e rgangenen Zustandes alle heißen, sind weg- gifegt. Das Volk bekennt sich zu einer neuen Ordnung. Im Dienste dieser Ordnung werden laten voll Größe und Selbstentäußerung ge­tan. Aber wohlgemerkt: geschichtebildend und sartzeugend ist noch nicht die Beseitigung von Ergangenem, sind nicht die Bekenntmsse des Wortes und selbst die Taten, die vollbracht llTrden, sondern entscheidend und schöpferisch i|: die Anerkennung dieser Taten als V o r - diilder, ist die eigene Fähigkeit zu Opfer und Dienst, ist die seelische Aus­richtung am Geist und Handeln derer, die uns o «rausgingen. Die Millionen Blutzeugen des Taeuen Reiches würden bald vergessen sein, aaenn wir nicht mehr d i e W i r k u n g i h r e s Opfers verspürten, und wenn wir nicht die k^rpslichtung fühlten, sie uns und den kom- iraenden Geschlechtern auferstehen zu lassen. Um

Auferstehung des deutschen Menschen geht es in der deutschen Revo- liütion, und erst, wenn dieser ewige Deutsche riedererstanden und in seiner seelischen Zu­kunft gesichert ist, sind auch die Formen dieser Menschen von Bestand.

'Wir schauen an Ostern über Gräber vor­wärts. Wir haben den Willen zum Leben, mb zwar zum Leben über uns hin- t j s. Das gilt für den einzelnen wie für die Nation. Im Dienste von Volk und Staat an )(ir Stelle, die der eigenen Befähigung ent- pricht, über sich hinaus wirken und Vorbild r»rden für Künftige, das ist in einem Satz )< Wesenskern der nationalsozialistischen X -ee. Das bedingt, daß Worte wieErneue­

rung" undWiederauferstehung" nicht äußer­lich gemeint werden, sondern daß sie ver­pflichten. Unser Volk ist in seiner wechsel­vollen Geschichte schon so manchmal wieder- auferstanden, aber auch wieder schlafen ge­gangen. Nur, wenn wir den Willen und die Kraft haben, immer und immer wieder uns zu erneuern und jung zu halten, wenn wir mehr wollen, als nur die Gegenwart, wenn wir uns opfern für die künftigen Geschlechter, dann bleibt das deutsche Osterwunder bestehen.

Krieg ... es ist, als ob Zum-Tode-Verurteilte untereinander ein Gemetzel veranstalten woll­ten. Und ein Europa, dem nichts anderes mehr einfällt, als übereinander herzufallen, i ft zum Tode verurteilt. Wenn hier unser deutsches Auferstehungswunder nicht über sich hin­aus wirkt und auch die andern ergreift in Wirkung und Vorbild, dann ist die Gefahr groß.

Gerade hier aber liegt die gewaltige über­nationale Möglichkeit der deutschen Erneue-

(Ausnahme E. Hase-Frankfurt a. 9)1.)

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dann geht Zeugniskraft aus von unfern Wor­ten, dann üben die deutschen Bekenntnisse All­gewalt, und dann zwingen wir zur Ausrich­tung im Geiste der Neuen Nation.

Denn auch dies gehört zu einer ehrlichen Osterbetrachtung: wir Deutsche im Herzen Eu­ropas gleichen heute einem wiedererstandenen Toten inmitten eines trostlosen Völkerfried­hofes. Ties drunten, zugedeckt von den Fels­blöcken der staatlichen Bürokratien, der ver­gifteten öffentlichen Meinung, des gegenseiti­gen Mißtrauens, der überalterten Ideen, der vertrockneten Institutionen ruhen die Völker Europas und wissen nicht, soll sie der lebens­frische Schritt des erwachten Deutschlands er­schrecken oder zur Abschüttelung des vergange­nen Spuks anfeuern. Wahnwitzige reden von

rung. Der Imperialismus will andere Völker überfremden und unter eine artfremde staat­liche Form und Kultur zwingen. Der Natio­nalsozialismus will den andern Völkern l e - diglich zum Vorbild dienen, wie segensreich es ist, zu den eigenen For­men und Werten zurückzufinden. Imperialismus bringt Unterdrückung und Tod. Nationalsozialismus aber sichert Frie­den und Erneuerung aus eigener Kraft. Das sei unsere Ostererkenntnis: wer­den wir neue Menschen, dann wächst das neue Volk! Sind wir ein neues Volk, dann richtet sich an unserm gräbersprengenden Vorbild ein neues Europa aus. Ein neues Europa aber sichert den Frieden der Welt! F.W.Heinz.

Osterglanbe.

In diesen Ostertagen reden wir wieder von dem Sieg des Lebens über den Tod, von dem ewig neuen Wunder der Auferstehung. Wo ist das Menschenherz, das nicht mit ergriffen würde von dem Zauber der erwachenden Natur, wenn die Ostersonne die Welt segnet und ihre goldnen Lichtbrücken über die Täler und Berge spannt, wenn der Frühling sein Blütenbanner über die neu erstandene Erde schwingt.

Und mitten hinein in die werdende Früh­lingspracht tönt mit dem jubelnden Schall der Osterglocken die alte Kunde, die einst am ersten Ostermorgen trauernde und verzagte Men­schenherzen froh und frei gemacht, und die bis auf den heutigen Tag nichts von ihrer Kraft eingebüßt hat: Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden! Ist uns doch in diesen Tagen jedes die Erdscholle durch­brechende Samenkorn, jede die enge Hülle sprengende Knospe ein lebendiges Gleichnis jener frohen Botschaft, die die Osterglocken über die Lande läuten: Das Leben ist st ä r f e r. als der Tod!

Ins kalte Nebelland der altgermanischen Völker kam vor tausend Jahren der neue Gei­stes- und Glaubensfrühling, als es auch unter deutschen Buchen und Eichen verkündet wurde: Christ ist erstanden auch für das deutsche Land und Volk. Und der Frost und das Eis der alten graugewaltigen, winterharten Volks­überlieferungen schmolz dahin wie Märzschnee in der Frühlingssonne, die düstere Religion versank, und das dunkle Wolkenheer zerrann vor der neuen Sonne des Auferstandenen, der ihm zumHeliand", zum Heiland geworden war. Das war die erste Auferstehung des Lebendigen in unserer Mitte, das erste Ostern unseres Volkes, das war der Beginn der deutschen Auferstehung.

Mag auch im Laufe der Jahrhunderte zu Zeiten für Tausende und aber Tausende, weil sie einer materialistischen Geistesverwirrung zum Opfer gefallen waren, der Auferstandene in geistige Ferne und Fremde gerückt worden sein, er ist immer wieder neu erstanden in unserem Volke, und heute steht er ihm inner­lich näher denn je.Aufgerissen durch die Pflugschar Gottes, die Geschichte" so schreibt Otto von Leixner, sind die Furchen deut­schen Geistes. Sie harren des Säemanns. Und schreiten wird er, der neue, alte Christ, über das Feld und auswerfen das Korn. Und reifen wird die Saat, wird Wetter Überstehen, und in nicht ferner Zukunft kommt die Ernte, die stillen wird den Hunger der Menschheit. Wie­der leuchten wird den Völkern das Antlitz des Vaters". Sie werden wieder tiefere Freuden des Gemüts kennenlernen und aus ihnen Kraft schöpfen, das Leiden des Lebens zu tragen, tief im Herzen gewiß, daß nicht Geburt und Tod das Sein der Geister umschließen, sondern daß jedes Kind einmal im Vater finden werde die Auferstehung."

Nun, das deutsche Kind desVaters" hat die neue Auferstehung gefunden! ...Denn fie find selber außerstande n", so sagt in GoethesFaust" auf dem Osterspazier­gang der Meister zum Schüler, im Blick auf die frohe, freudewogende Menge, die in das neue Leben des Ostertages hinausdrängt. Denn sie sind selber auferstanden", so sagt auch die Geschichte diesmal von den deut­schen Menschen unserer Tage in dem ge­waltigen Geschehen dieser gegenwärtigen Zeit.

Erst jetzt, vom wirklichen Ostern des deut­schen Volkes aus, sehen wir, wie dunkel und grausig der Passionsweg gewesen ist, den wir gegangen sind, und wie schwer diese Auferstehung uns geworden ist. Wie ungeheuer schwer und lastend der versiegelte Stein auf unferm Grabe lag, wie er scharf bemacht wurde von den uns bestellten, bewaffneten Hütern, wie hart und hoffnungslos das Grab war ... Und doch: wie stark in heimlicher Stille der Wille zur Auferstehung gewesen sein muß, wie er immer stärker und heißer, immer kraftvoller und lebendiger und unaufhaltsamer geworden ist, bis der von Gott unserm Volke geschenkte Führer kam, der den Willen zur Tat machte, daß die Riegel und Siegel derVerträge" brachen und das Wun­der der deutschen Auferstehung in den hellen Frühlingstag hinausschritt!

So sind wir der Welt und uns selber ein Wunder geworden. Aber doch nur dadurch, weil wir wieder gelernt, unser ganzes Ver-