heutigen Anzeigenteil wird auf den am il in Gießen stattfindenden Pserdemarkt und
Im
Handels- und Gewervebank Gießen
Mattern einen
macht hat, erstattete Direktor Arnold den
nossenschaftlichen Verwaltung und dergrund gestellt
Grundsätze der Selbsthilfe, Selbst- Selbstoerantwortung in den Vorwürden.
Jung wiedergewählt.
Zum Schluß hielt Direktor Vortrag über
Am gestrigen Dienstagabend hielt die Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen
„Kampf dem Krebs!" Diese Parole muß der Bevölkerung eingehämmert werden. In alle Volksschichten muß diese Aufklärung getragen werden. Ueberall mahnt bereits Bild- und Schriftmaterial eindringlich. Als besonders wirksam hat sich eine -neue Art der Aufklärung erwiesen: die Schauspielkunst.
Das pädagogisch-hygienische Iweckdrama „Zu spät" (Tragödie eines Arztes) leistet hierin gründliche Aufklärungsarbeit in allgemeinverständlicher Art.
An Schauspieler und Verfasser sind bei Bearbeitung dieses Stoffes keine leichten Aufgaben gestellt, denn schonungslos und ohne Prüderie muß die Wahrheit gesagt werden, und Mahnung und Warnung müssen eindringlich im Vordergrund stehen, ohne aufdringlich zu wirken. Bei dem „Zu spät" sind die ernsten Probleme, die das Stück aufrollt, in eine leicht verständliche und gefühlsmäßig packende Handlung eingekleidet worden.
** Frühlingsanfang. Am morgigen . 21. März um 14.18 Uhr mitteleuropäischer Zeit überschreitet die Sonne in dem am Himmel gedachten Gradnetz den Aequator von der südlichen zur nördlichen Seite. Sie tritt damit in das Tierkrcis- zeichen des Widders, und der astronomische Frühling beginnt mit diesem Moment, während man in der Metorologie schon den ganzen März zum Frühjahr rechnet. Astronomisch zeichnet sich die Tag- und Nachtgleiche — wie schon ihr Name sagt — dadurch aus, daß auf der ganzen Erde Tag und Nacht fast genau gleich lang sind. Erinnert sei an die Tatsache, daß an diesem Tage zur Mittagszeit ein Beobachter am Aequator die Sonne genau im Scheitelpunkt hat, fein Schatten also buchstäblich „zu seinen Füßen" fällt, während ein Beobachter am Südpol die Sonne jetzt zum letzten Mal vor der einhalbjährigen, dann dort beginnenden Nacht sehen würde, umgekehrt ein Polarreisender am Nordpol sie zum ersten Mal nach der langen Winternacht wieder Über den Horizont auftauchen sähe und das Tagesgestirn ihm nun ununterbrochen ein halbes Hahr leuchten würde.
♦* Einheitliche Lehrgelder an der Hebammenlehranstalt in Mainz. Wie der Reichsstatthalter in Hessen mitteilt, fallen mit sofortiger Wirkung die in der Bekanntmachung vom 7. Dezember 1932 für nichthessische Hebammenschülerinnen und Wochenpflegeschülerinnen festgesetzten besonderen Lehrgelder weg. Es haben sonach mir noch die für hessische Hebammen- und Wochenpflegeschülerinnen gültigen Lehrgelder in Ansatz zu kommen.
Gründung der
HerdbuchzüOter-Organisationen in Oberheffen
Gestern fand hier unter dem Vorsitz des Direktors des Tierzuchtamtes Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, im Beisein von Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider von der Landesbauern- schaft Hessen-Nassau, Frankfurt a. M. und Kreis- bauernführer D ö r r s ch u ck - Gießen die G r u n - dungsversammlung der Herdbuchzüchter-Organisationen in der Provinz Oberhessen statt.
Neugebildet wurden der Fleckviehzuchtvereln und der Verein für Rotvieh Oberhessen; der Schafzuchtverein Oberhessen; die Fachgruppe Ziegen (Oberhessen) und der Schweinezuchtverein für das weiße Edelschwein und das veredelte Landschwein.
Zu Beginn der nacheinander im Hotel Hopfeld abgehaltenen Versammlungen sprach vor zahlreichen oberhessischen Züchtern der
Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider über grundsätzliche Fragen der Tierzucht und deren systematische und zentrale Erfassung, um nach der Wehrfreiheit auch die N a h r U n g s f r e i h e i t unseres Volkes zu erreichen. Die grundsätzlich neuen Wege werden durch die zu gründenden Herdbuchgesellschaften beschritten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde und rentable Tierzucht ist die Anpassung der Tierbestände an die wirtschaftseigene Futtergrundlage. Wo diese nicht ausreicht, müssen im Interesse des Fortschrittes der Zucht die Viehbestände entsprechend redu-
Schauspielkunst im Dienste der Volksgesundung
„3u spät", ein Aufklärungsdrama im Kampf gegen den Krebs.
„Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen und ' ihre Auswirkungen auf das Kreditgewerbe".
Er' ging aus von dem großen Erfolg der Arbeitsschlacht, der in erster Linie auf die staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Es gelte aber, in Zukunft den gewaltigen Antrieb, den die Wirtschaft durch die Maßnahmen der Regierung erhalten hat, durch die Wirtschaft selber fortzutragen. Dem privaten Unternehmungsgeist sind aber noch immer außerordentliche Fesseln angelegt. Der Mangel an Kapital, das völlige Darniederliegen des Welthandels, das Fehlen unserer Devisenreserven bilden starke Hindernisse. Die Reichsregierung mußte daher zu außerordentlichen Maßnahmen schreiten. Es kam zu der Erklärung eines Moratoriums für den Transfer des langfristigen Schuldendienstes, zu besonderen Zahlungsabkommen mit den Gläubigerländern, zur Devisenbewirtschaftung, zur Kontrolle des Außenhandels, der allmählich ein reines Kompensationsgeschäft geworden ist, zur Einrichtung von Ueberwachungsstellen, zur Regelung des Warenverkehrs, zur Mobilisierung aller inländischen Rohstoffquellen und der Preisüberwachung. Der Vortragende behandelte dann die den Banken zugewiesenen Aufgaben und verbreitete sich eingehend über Zweck und Auswirkungen des Reichsgesetzes für das Kreditwesen. Das Gesetz hält sich von allen Verstaatlichungstendenzen fern, es hält jedoch eine einheitliche Kontrolle der Geschäftsführung sämtlicher Kreditinstitute für notwendig, um der nationalsozialistischen Wirtschafts- auffassung im Kreditgewerbe Geltung zu verschaffen. Die Kreditgenossenschaften begrüßten das Gesetz besonders deshalb, weil der Inhalt mit den alten Grundsätzen der deutschen Genossenschaftsbewegung im Einklang stehe und die erprobten ge-
Z. April in Gießen stattfindenden Pserdemarkt und auf die gleichzeitig stattfindende Frühjahrsmesse — Schau- und Derkehrsmesse — hingewiesen.
Für die Pferdeprämiierung sind — so schreibt uns die Stadtverwaltung — namhafte Beträge vorgesehen. Anmeldungen zur Prämiierung sind bis Freitag, 29. März, 10 Uhr, an die Bürgermeisterei Gießen, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18, zu richten; dort sind Prämiierungspläne und Anmeldekarten erhältlich. Vorausschauend ist zu sagen, daß der beliebte Gießener Pferdemarkt und die seit Jahren sehr gut eingeführte Schau- und Verkaufs- messe bei der gesamten Bevölkerung Gießens und der näheren und weiteren Umgebung wieder starken Anklang finden werden. Zur Schau- und Verkaufs- messe sind zahlreiche neuartige Fahrgeschäfte, wie Achterbahn, Zeppelin, Geisterbahn, Schaugeschäfte, wie Hippodrom, Kesselfahrer, Rote Mühle, Anatomisches Museum und andere, außerdem Verkaufs- stände aller Art zu erwarten. (Siehe heutige An-
unter Leitung ihres Aufsichtsratsvorsitzenden, Amtsgerichtsrat Gros, ihre 76. ordentliche Generalversammlung ab. Nach kurzen einleitenden Betrachtungen über die allgemeine wirtschaftliche Lage, in denen der Vorsitzende die erfreuliche Feststellung machen konnte, daß die Belebung der gesamten Wirtschaft unter der starken staatlichen Förderung im vergangenen Jahre beachtliche Fortschritte ge-
dcige.)
Feuermelder und Hydrant merken!
Es besteht Veranlassung, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, daß es für jeden Einwohner von größter Wichtigkeit ist, sich den Platz des nächsten Feuermelders und den Standort des nächsten Hydranten genau einzuprägen, damit im Falle eines Brandausbruches die Alarmierung der Feuerwache in der schnellsten Weise erfolgen kann. Die genaue Ortskenntnis der Feuersicherheitseinrichtungen liegt vor allem im eigensten Interesse der Einwohner, denen mancherlei Nachteil und Schaden erspart wird, wenn in Brandfällen die Feuerwache in der schnellstmöglichen Zeit herbeigerufen werden kann. Außerdem ist es dringend erforderlich daß die durch den Feuermelder alarmierende Person bei dem Feuermelder stehen bleibt, um der an- rücfenben Feuerwehr genau Bescheid zu sagen, wo sich die Brandstelle und die besten Zugangswege befinden, damit Zeitverlust vermieden werden kann. Lehrkurse zur Wühlmausbekämpfung.
Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau läßt durch einen erfahrenen Wühlmausfänger Kurse zur Bekämpfung der Wühlmäuse durchführen. Die Teilnahme an diesen Kursen ist kostenlos. An folgenden Orten kommen u. a. Kurse zur Durchführung: Am 25. März in Launsbach (Kreis Wetzlar), 26. März in Alsfeld, 27. März in Saubad) (Kreis Schotten), 28. März in Schotten, 29. März in Nidda, 30. März in Büdingen, 1. April in Stammheim (Kreis Friedberg). Die Kurse beginnen allgemein um 8 Uhr. Nähere Auskünfte erteilen die Vorsitzenden der Obstbauvereine in den Kursusorten, sowie die zuständigen Obstbaubeamten. Weiter werden in den Zeitungen entsprechende Veröffentlichungen erfolgen.
vornolizen.
— T a g e s k a l e n d e r für M i t t w o ch. NSLB. Gießen-Land: 15.30 Uhr Tagung der Fachschaft Volksschule im Hotel Köhler. — Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr: „Der Traum ein Leben". — Lichtspielhaus, Seltersweg: „Peer Gynt". — Oberhessi- scher Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr: III. Jahresausstellung.
— Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung der dramatischen Dichtung: „Der Traum ein Leben" von Franz Grillparzer; Spielleitung Karl Löser. Ende 22.15 Uhr.
Straße 23 aus. Die sofort alarmierte und schnellstens herbeigeeilte Feuerwache legte den Brandherd frei und löschte dann den brennenden Balken durch kurze Wassergabe. Nach gut einhalbstündiger Arbeit konnte jede Gefahr als beseitigt angesehen werden und die Feuerwache in das Depot wieder zurückkehren.
** Die Gemeindegruppe des Evangelischen Männerwerks hielt dieser Taae ihre Jahresversammlung ab. Aus dem vom Schriftführer des Vereins, O. D e i b e l, erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß auch im letzten Jahre eine rege Tätigkeit innerhalb der Gemeindegruppe entfaltet wurde. Die Zahl der Mitglieder beträgt 133, durch Tod find 6 ausgeschieden. Nach dem vom Rechner M. Zschunke vorgetragenen Rechenschaftsbericht betrugen die Einnahmen im Berichtsjahr 520,32 RM., die Ausgaben 334,23 RM. Die Zahl der Mitglieder der Sterbekasse betrug Ende 1934 195. Vereinnahmt wurden in der Sterbekasse 718,30 RM., verausgäbt 420,00 RM. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielt Vikar W e ck e r l i n g einen interessanten Vortrag über „Die kirchliche Lage", an den sich eine eingehende Aussprache anschloß.
** Die Polizei Verordnung über die Nachwinterspritzung der Obstbäume wird in einer Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil allen Obstbaumbesitzern in Erinnerung gebracht. Nach dieser Vorschrift sind bie ordnungsgemäß gereinigten Obstbäume einem planmäßigen Spritzverfahren zu unterwerfen. Die Obstbaumbesitzer seien auf die wichtige Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Arbeitsvergebung. Der Katholische Kirchenvorstand schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Zimmerer-, Klempner- und Dachdeckerarbeiten sowie die Lieferung der Blltz- schutzanlage und Turmkreuze aus. Interessenten eien besonders darauf hingewiesen.
** Dünger aus der städtischen Klaranlage. In unserem gestrigen Anzeigenteil hat die Bürgermeisterei die Abgabe des hochwertigen Planzendüngers „Biohum" aus der Kläranlage der Stadt Gießen angekündigt. Landwirte und Gartenbauer seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ,
** Ein Balkenbrand brach heute früh gegen 5.45 Uhr in einer Wohnung im Hause Frankfurter
als geplagtes Schulkind meint, ganz paradiesische Zeiten verlebte. Dann kommen: Spielecke, Sandkiste, die ersten Spielkameraden, immer mit kurzen erklärenden Unterschriften. Ein Bild der Kirche, in der sie zum Kindergottesdienst geht, und ein Bild der Schule folgen. Bei dem letzten ist noch ein Bildchen von ihr mit dem Schulranzen und ein Zeitungsausschnitt über die „Anmeldung der schulpflichtigen Kinder". Aufnahmen unseres jetzigen Wohnhauses und ihres neuen Zimmerchens folgen: das Bettchen, der neue Schulpult, Spielsachen, die sie besonders liebt. Und so soll es weitergehen: neue Schulen, Konfirmationskirche usw. Es läßt sich auch beliebig ausdehnen: Krankheitsbilder, Arbeitsstätte des Vaters, wobei Lichtbilder, Postkarten, Zeitungsausschnitte, Rechnungen, Briese und so fort verwendet werden. Schön ist es natürlich, wenn man auch Bilder vom Wohnhaus der Großeltern hat, vom Geburtshaus des Vaters und der Mutter.
Das erwachsene Kind, die angehende Braut oder der sich selbständigmachende Sohn werden von solch einem Buch noch stärker beeindruckt werden, und sie werden es wieder mit ganz anderen Augen ansehen, als sie es als Kind getan haben. Und wie lebendig ist dann dadurch der Zusammenhalt einer Elternstufe mit der anderen! Später mögen sie es selber weiterführen, und es wird dann für den Enkel ein wertvoller Schatz sein, der ihm neben Stammbaum und Ahnentafel das erlebte Leben seiner Familie nahebringt.
„Und wird dies Buch von einem vollen Leben Zuletzt doch nur ein schöner Auszug eben, Und wieviel Holdes auf den Seiten steht Don Lied und Freundschaft, sonnenhellen Tagen: Was unsichtbar dazwischen geht, Ist köstlicher, als was die Blätter sagen.
' 1 (Morste.)
Der Frühjahrspferdemarkt in Gießen.
für Ni e d er un g s oi e h: Obmann Gutspächter Lorberg (Wickstadt); Stellvertreter Hugo Väth (Bcmernheim). Betrat: Oberamtmann I ü n g e r i ch (Oppelshausen).
Nach der Verlesung der Satzungen setzte eine rege Aussprache ein, in der u. a. von Stein (Stumpertenrod) der Wunsch vorgebracht wurde, den Tierzüchter am Ot bei Körangebegenheiten und Bullenkäufen im Gemeinderat anzuhören. Wie Dr. Wagner sagte, wird durch das neue Körgesetz bestimmt, daß der Orts-Obmann der Tierzucht der Körkom- mission angehören muß.
Für den Schafzuchtoerei n Ober Hessen wurde Oberwalter Büchsenschütz (Lich) zum Obmann, Gutspächter Schudt, (Mittel-Gründau) zum Stellvertreter, Inspektor Heine (Eisenbach) und Karl Brücke! (Lang-Göns) als Beiräte vor- geschlagen. Nach einer Aussprache über die Frage der Vereinheitlichung der Schafzucht im Landeszuchtgebiet wurde der Beschluß gefaßt, daß als anerkannte Zuchtrichtung für Oberhessen das deutsche chwarzköpfige Fleischschaf bestimmt wird. Züchtern les Württemberger Schafes ist eine Frist von fünf Jahren gegeben, in der sie ihre Herden umstellen können. Nach dem Reichskörungsgesetz müssen auch die Privattiere gekört werden. Durch Einführung der Leistungsprüfung, wobei nicht nur die Wüchstg- keit des Lammes, sondren auch die Bedeutung als Wollträger berücksichtigt wird, werden Stammzuchten geschaffen.
Für die Fachgruppe Ziegen, Oberhessen, wurden oorgeschlagen: als Obmann Karl Phi' l i p p IV.-Steinberg bei Gießen (Tierzuchtamt Gießen); Stellvertreter: Oberreallehrer Ringshausen, Friedberg; als Beirat: Balth. Philipp III., Steinberg, Hch. Mün st e r, Hattenrod, Direktor Schönheit, Lauterbach, Direktor Dr. Lehr, Alsfeld, Dav. Vollmöller, Lauterbach; Karl Seibert, Bannerod; Ludwig S ch a r ch II., Windhausen; O. Köhler, Ober-Breidenbach; Polizeidiener Mögt, Echzell; Dr. Zöller, Nidda; Ludwig Schwalb, Schotten, Heinrich G ö r g HL, Nieder-Florstadt, Gg. Zimmer, Niederweisel. Wie Dr. Wagner von der Landesbauernschaft Frankfurt a. M. ausführte, ist die Fachgruppe Ziegen eingegliedert in die Reichsfachgruppe Ziegen, die eine Säule des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter darstellt. Neben der Versteigerung der Vatertiere soll versucht werden, auch weibliche Tiere auf dem Wege der Versteigerung abzusetzen. Bestellungen von Böcken von auswärts dürfen nicht mehr angenommen werden. Bekanntlich ist Oberhessen Ueberschußgebiet an guter Ware. Böcke-Dersteige- rungen sind u. a. vorgesehen am 5. August in Hungen für die Kreise Gießen, Friedberg und Büdingen; am 6. August in Alsfeld für Alsfeld und Lauterbach, am 2. September in Nidda und am 4. September eine Zentral-Bockversteigerung für ganz Oberhessen in Gießen. Dafür muß ein gutes Angebot vorhanden sein, damit Käufer von außerhalb gewonnen werden können. Bei der Ziege, die keine kombinierte, sondern nur die Milch-Leistung aufzuweisen hat, muß die Milchleistungsprüfung durchgeführt werden. Es wird bei der Auswahl der Tiere streng auf hohe Milchleistungen, bei der Aufnahme in die Organisation auf Höchstleistung geachtet werden. In der Aussprache brachten die Friedberger Züchter den Wunsch nach einem Markt im südlichen Oberhessen vor. In einem Beschluß wurde das Einverständnis für den Absatz der Böcke durch die Versteigerung und den Verkauf der weiblichen Tiere durch die vom Beirat bestimmten Personen festgelegt. Der Beitrag beträgt nun 1,20 Mark. Dafür erfolgt die Körung und Jungviehaufnahme kostenlos. Die Milchkontrolle kostet 1,— Mark pro Ziege. Gemeinden zahlen einen Mindestbeitrag von 10 Mark. Eingangs der regen Aussprache dankte Direktor Dr. Wagner, Gießen, dem verdienten Förderer der Ziegenzucht in Oberhessen, Wilhelm Fenchel, Oberhörgern, der für diese Zucht wertvollste Pionierarbeit geleistet hat.
Für den S ch w e i n e z u ch t v e r e i n für das weiße Edelschwein und das veredelte Landschwein wurden Gutspächter Koch, Aulendiebach, als Obmann, Karl L u h, Lang-Göns, als Stellvertreter, Lehrer Meyer, Lauterbach, Kurt E u r i ch, Hutz- darf, Gg. Jakobi, Bernsbura^ und Gutspächter Brück mann, Neuhof, als Beisitzer vorgeschla- gen. Der Beitrag beträgt je 2 Mark und je 2 Mark für die eingetragene Sau, dafür fallen die Kör- gebühren fort. Die Eberversteigerungen werden an die Bullenversteigerungen angehängt. Die erste Versteigerung findet am 21. März in Butzbach statt. Für Anfang Oktober ist eine zentrale Eberversteigerung in Gießen vorgesehen. Für Alsfeld wurde für März/April, Oktober/November eine Versteigerung . gewünscht. Der vom Vorsitzenden als Senior der : Schweinezüchter in Oberhessen und wohl in ganz i Deutschland begrüßte Oekonomierat Hofmann- Hof-Güll gab aus seiner reichen Erfahrung wertvolle Anregungen. Der Eberferkelverkauf ist verboten, jeder Züchter soll von selbst grundsätzlich den Eberferkelverkauf unterlassen. Es muß ange» strebt werden, eine bodenständige Zucht zu erreichen. Die zur Versteigerung zugelassenen Eber müssen über ein Mindestalter von sechs Monaten oer« । fügen.
Dieses Stück, das durchaus geeignet ist, den Ernst der heimtückischen Krankheit eindringlich vor Augen zu führen, gleich aber auch wichtige Winke zu ihrer Bekämpfung zu geben, wird
morgen, Donnerstag, 21. März, um 20 Uhr, im Saale des Cafe Leib, Gießen, Walttorsiraße, auf Veranlassung der NSV. und der Sozialversicherungsträger im Einvernehmen mit dem Reichs- ministerium für Volksaufklärung und Propaganda zur Aufführung gelangen.
Der dringende Wunsch, diesen bedeutsamen Zweig des allumfassenden Wirkens der Regierung durch den Besuch der Vorstellungen unterstützt zu sehen, sollte sich um so eher erfüllen, als die Mitarbeit ja vor allem auch Fürsorge für sich selbst und für bie eigene Familie ist.
Erwähnt sei noch, daß vor der Aufführung Herr Professor Dr. v. Jaschke einen kurzen, aufklärenden Vortrag hält.
Geschäftsbericht für das Jahr 1934.
Die allgemeine Geschäftsbelebung kommt auch in den Umsatzziffern der Bilanz zum Ausdruck. Der Gesamtumsatz stieg von RM. 78 000 000 auf RM. 89 000 000, erfuhr also eine Steigerung von 14 v. H. gegenüber dem Vorjahre. Die Bilanzsumme belief sich auf RM. 3 002 056,94. Die Spareinlagen und Depositen betrugen RM. 2103 069,87, die eigenen Mittel der Bank RM. 690 881,81. Im Kreditgeschäft konnte alle berechtigten Kreditwünsche, soweit es sich um Betriebskredite handelte, befriedigt werden. Handwerk und Gewerbe wurden bei der Uebernahme behördlicher Aufträge, besonders auch der Bauaufträge, durch umfangreiche Zwischenfinanzierungen unterstützt. Ausgeliehen waren RM. 2 012 659,62, die sich auf 675 Kreditnehmer verteilten. Davon entfielen 454 Kredite auf Beträge unter RM. 2000. Die Kredite sind also breit gelagert und gesund verteilt. Im Wechseldiskontgeschäft wurden 6797 Wechsel im Gesamtbetrag von RM. 2 236 528,21 angekauft. Der Kassebestand am 31. Dezember betrug RM. 46 099,54, Postscheck- und Reichsbankguthaben RM. 67 857,28, Bankguthaben RM. 110 714,94, eigene Effekten RM. 77 847,65, Wechselbestand RM. 338 201,35, Beteiligungen RM. 15 000, Avale und Kautionen RM. 372 963,20, Giroverbindlichkeiten RM. 86 134,68. Die Zahlungsbereitschaft war günstig. Die flüssigen Mittel beliefen sich einschließlich Warenwechsel und lombardfähiger Wertpapiere auf RM. 696 397,32 und decken die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 103 v. H., die gesamten Verbindlichkeiten mit 30,5 v. H. Der Mitgliederbestand betrug 1138 mit 1312 Anteilen. Der Reingewinn bezifferte sich nach Vornahme erforderlicher Rückstellungen auf RM. 25 736,79 und gestattet die Verteilung einer Dividende von wiederum 4 v. H. Die gesetzliche Reserve wurde durch Zuweisung von RM. 4776 auf RM. 175 000 gebracht, RM. 2195,35 werden auf neue Rechnung vorgetragen. Das laufende
bester Leistungen eine Anzahl nicht den Vovschristeü entsprechender Tiere ans Messer geliefert werden müsse. Hierbei gehe Gemeinnutz vor Eigennutz und die Sache vor dem Eigeninteresse des Züchters. So hart die Maßnahmen sind, so wird doch Disziplin gefordert, einmal in bezug auf die Unterlassung des reien Verkaufes und dann auch hinsichtlich der Organisation. Wer beim freien Verkauf an getroffen wird, bekommt die Ohrmarke des Bullen entzogen, -o daß sein Tier dadurch nicht mehr körfähig ist.
wer jetzt die Organisation verläßt und später wieder beitreten will, muß 50 *RTXl. Eintrittsgeld bezahlen.
Zahlenmäßige Beweise sprechen dafür, daß bei den Versteigerungen bessere Preise erzielt werden, die ogar über denen der Prämienmärkte stehen. Spitzen- :iere werden immer auch Spitzen preise erzielen. Bedarf ist immer vorhanden.
Zum Obmann, vorbehaltlich der Bestätigung durch den Landesbauernführer, wurden im Einvernehmen mit den Kreisbauernschaften in Vorschlag gebracht:
für Fleckvieh: Ed. S ch a r ch (Windhausen); Stellvertreter: Bürgermeister Müller (Ober-Hörgern). Beirat: Herrn. I h r i n g jun. (Lich), Stabsleiter Langlitz (Alsfeld), Hch. R o d e m e r VI. (Angersbach), Wilhelm Euler I. (Maar), Direktor Schönheit (Lauterbach), Jak. Hch. Heinz (Niederweisel), Hch. Krausmüller (Schwa- benrod), Karl Stein (Elpenrod), Gustav Waas (Bingenheim);
für Rotvieh : Obmann Theodor C e l l a r i u s (Schotten), Stellvertreter: Herrn. Velten II. (Göbelnrod); Beirat: Altbürgermeister Deubel (Rudingshain), Hch. Harbach VIII. (Grohen- Buseck), Verwalter Mann (Selgenhof);
Geschäftsjahr hat sich gut angelassen, die Verwaltung hofft auch in diesem Jahre trotz der weiteren Verringerung der Zinsspanne auf ein befriedigendes Ergebnis.
Bei den Ersatzwahlen zum Aufsichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Rudolf Blum, Otto Faber, Franz Gros und Fritz
3iert werden. Der Frage der Vatertiere kommt besonders Bedeutung zu. Nach dem in Vorbereitung befindlichen Reichskörgefetz werden nur Datertiere (Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine) nachgewiesener Abstammung und Leistung angekört und zur Versteigerung zugelassen. Der freie Verkauf dieser Tiere ist ab 1. April nicht mehr gestattet. Der Absatz erfolgt nur noch auf den Versteigerungen der Landesbauernschaft. Nur in dringenden Fällen kann das Tierzuchtamt auf Antrag Ausnahmen gestatten. Diese Maßnahmen sind notwendig zur Erzielung besserer Preise und vor allem, um die Landeszucht auf einen höheren Stand zu führen.
In jeder Tierzucht ist nur noch ein Verein gleicher Iuchtrichtung zugelassen. Die bisherigen kreisvereine und deren Vermögen find dem neuen Verein zuzuführen. Die Geschäftsführung übernimmt das Tierzuchtamt.
Die Beitragsfrage regelt der Landesverband. Nachdem die bisherigen Zuschüsse des Staates in Fortfall kommen, muß die neue Organisation sich selbst tragen.
Als erste Gründung erfolgte die des Fleckviehzuchtvereins und ldes Vereins für Notvieh.
Tierzuchtdirektor Dr. Wagner
führte hierzu u. a. noch aus, daß durch die Auswahl der Bullen nachweisbarer Abstammung und


