Nr. 43 Drittes Blatt
Mittwoch, 20. Mruar 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Fußball-Länderspiel gegen Irland.
Der
des
dert. Die Tabelle zeigt
Sieg.
Preisklasse II:
Der Zugspitzflug.
Durchführung am Montag.
Schon über seiner Geburt, erzählt man im Volk, habe ein besonderer Stern gestanden: „Als er zur Belt kam, am 22. November des Jahres 1767 gegen Mitternacht, stand ob der Platterspitze ein merkwürdiger Stern, der die Gestalt eines Schwertes hatte"' Oder: „Seine Hebamme, Maria Henlein von Matatz, sah in der Nacht, in welcher er zur Welt kam, ob der Platterspitze einen Stern in der Gestalt eines Jagdgewehres, der gerade auf das Sandwirtshaus herüberstrahlte". An einen an die Kyff- häusersage gemahnenden Bericht sei noch erinnert: Als im Jahre 1848 Nachrichten von italienischen Siegen über die österreichischen Truppen verbreitet wurden, bemerkte ein Aberstückler: „Es geht halt so, wie die Willeweiß prophezeit hat. In Welschland wird es unseren Leuten so schlecht gehen, daß die meisten zugrunde gehen. Wenn es aber so weit gekommen ist, daß der Kaiser mit seinen zwei letzten Soldaten durch den Kuntersweg hereinzieht, wird der Sandwirt erscheinen und die Leute aufbieten. Dann gibt es einen so großen Landsturm, wie er noch nie dagewesen ist, und die welschen Rebeller werden für immer geschlagen sein. Viele Leute glauben zwar, daß der Sandwirt zu Mantua erschossen worden sei. Das ist aber erlogen. Er hat sich nur versteckt und lebt in der Sarner Schachte oder im Jffinaer Berge". .
Hofer war ein Bauer und als Sandwirt über das Passeiertal hinaus bekannt, weil er von des Vaters Wirtshaus, das er übernommen hatte, allein nicht leben konnte und sich nebenbei als Wein-, Korn- und Viehhändler betätigte. Wegen seines langen schwarzen Bartes nannten ihn seine Landsleute den Bärtigen, die Welschen den B a r b o n e. Immer kam er in der Tracht seines Heimattales, den grünen Hosenträgern, dem breiten Leibgurt, darauf mit Gänsekielen Jahreszahl und Anfangsbuchstaben des Namens gestickt waren, und dem weitausladenden Hut mit den flatternden Bändern. Obwohl der Sandwirt wenig mit Tinte und Federkiel umzugehen verstand, war er mit jungen Jahren Abgeordneter seines Tales im Jnsbrucker Landtag und seit 1796 Hauptmann der Passeirer Schutzen
rohr, in das man einen Groschen werfen muß, dafür zeigt es dann die Berge in 36facher Vergrößerung.
Es werden Liegestühle vermietet. Ein uniformierter Diener packt bepelzte Herrschaften in Wolldecken, um sie dann — wie Brote in den Ofen — in windgeschützte Ecken zu schieben. Sonne bricht durch Wolkenschleier und verdunkelt sich wieder.
Zum erstenmal gehe ich durch ein hochalpines Hotel. Es ist sehr ähnlich einem Schiss mit kleinen Kammern und sehr kleinen Fenstern. Alles frisch gemalt, neu, elegant und von wohliger Wärme erfüllt, ausstrahlend von enormen Heizkörpern. Dieser Komfort, fast dreitausend Meter hoch in eine wilde Natur hineingetragen, wirkt fremdartig, weit mehr als etwa der eines großen Schiffes. Der Unterschied mag darin liegen, daß man hier ja die Möglichkeit hat, in die ungebändigte Natur hlnein- zugehen; anders als auf dem Schiff wird man gewissermaßen vor die Wahl gestellt.
Einige tief dunkelbraun verbrannte Männer auf der Terrasse tragen das goldene Sportabzeichen. Die letzten dreihundert Meter bis zum eigentlichen Zugspitzgipfel fährt die Drahtseilbahn. Der Wagen gleicht der Gondel eines Luftschiffs, er ist rund und blau. Die Gondel schwankt leise, wenn man sie betritt. An der Decke sind Haltegriffe angebracht und an der Wand ein Schild mit zehn Geboten: Man soll nicht lachen und nicht schreien, was ein Gefühl Erweckt, als könnte die Gondel vom Sturm des Gelächters vom Draht geweht werden; auch soll man nicht mit Schirmen oder Stöcken herauslangend nach Sträuchern schlagen. Das letzte wundert mich, da wir uns, soviel ich weiß, über der Vegetationsgrenze befinden.
Jetzt schweben wir. Mächtige Gittermasten wandern langsam über uns hinweg. An den Mastspitzen kippt unsere Gondel jedesmal leicht vornüber; einer älteren Dame wird übel.
Von Spiralfedern sanft aufgefangen wie ein Ball in der Hand, landen wir auf der höchsten Station. Sie ist ein Turm aus Zement. Man besteigt die obere Plattform. Tausend Meter tief schaut man herab; die Wälder sind wie große Dogen, die an den Schiffsrumpf der Berge prallen und sich brechen.
den Festungswällen war schon der Sandhaufen her- gerichtet. „Im Namen des Herrn und mit Hilf aller Heiligen will ich die Reise zu Gott vornehmen" hat er noch gesagt und dann dem Peloton selbst den Befehl zum Feuern gegeben.
Nach dem Sturz des Korsen holten österreichische Offiziere den toten Volkshelden nach Innsbruck und betteten ihn in der Hofkirche, lieber seiner Gruft steht sein Standbild, über seinem Lande weht die Erinnerung an ihn hell wie ein ewiges Banner-
Rechter Hand vom Bahnhof liegt Jue Wetterwarte, ein langgestrecktes biederes Schindelhaus, halb in den Schnee, halb in den Fels gewachsen mit einer Art Kommandoturm oben auf dem Dach. Das Ganze ich ringsum mit Drahtseilen, von denen lange Schneebärte hängen, im Fels verankert.
Indes ich Umschau halte, öffnet sich eine Klappe auf dem Kommandoturm und, wie aus dem Mannloch eines Unterseeboots, entsteigt der Wetterwart, wollevermummte Gestalt. Er hantiert mit
gewesen am Jselberq. „Wie die Bären kämpften tue Tiroler", schrieb ein Franzose spater.- Napoleon andte einen Marschall mit mehreren Regimentern zum Jselberg; aber auch der wurde geschlagen. Dann kam die unglückliche Schlacht bei Wagram, Oesterreich unterlag und mußte Tirol dem Sieger überlassen. Jetzt zog der Marschall mit einem größeren Aufgebot zum Jselberg. Die Schutzen taten ihr Bestes, Greise, Frauen, Mädchen und Halbwüchsige halben, und so bornierten immer wieder { von den Höhen Felsblöcke, Baumstämme und große ; Steine in die Engpässe hinab auf die Franzosen, : die zum drittenmale weichen mußten. Hofers Name flog durchs ganze Land. Bei feinem Ein- ,uq in das befreite Innsbruck muß er vor dem Völk eme Rede halten: „Grüaß enk Gott, meine liabn 'sbrucker. Weil ös mi zum Oberkommedanten ; g'wöllt hobts, so bin i holt do. Es feyn ober a viel Ändere dv, dö kvani 'sbrucker feyn. Alle, dä unter meine Waffenbrüder feyn wölln, dö müeffn für Gott, Koafer und Vaterland als tapfere, rädle und brave Türoler streiten. Dö ober dös nit thuen wölln, dö solln hoam gien, i roth enks. Und dö mit mir gien, dö solln mi nit oerlassn. I wer enk a nit verlassn, so wahr i Andrä Hofer hoaß, G'sogt tfob i enks, g'söchn hobts mi, ’bfieb enk Gott!"
Um Unruhen zu vermeiden, wird Hofer als Kommandant gebeten, die Regierung zu übernehmen, zögernd sagt er zu, betritt mit schweren Schritten die Innsbrucker Hofburg, überwindet die bäuerliche Scheu in dem Prunkgemach und nimmt in einer Rede von wenigen Sätzen die Machtbefugnis an, aber im Namen'des Kaisers. Geistliche und Bauern gehen bei ihm aus und ein, die „G'studierten" konnten warten. Nach getaner Arbeit wurden die Regierunqsakten beifeit gelegt und am selben Tisch Tiroler Knödel verspeist mit einem guten Schluck echten Tirolerweins. Nun wurde gebetet. „Hobt ös mitgesien, könnt's mitbeten a!" meinte der Regent, kniete nieder mit den Wachen und Gästen und bat die Gottesmutter um die Seelenruhe der Verstorbenen und der in den Kämpfen Gefallenen. Am 1. September packt ihn das nie gemeisterte Heimweh. Wenige Tage weilt der „ungekrönte Herrscher von Tirol"' bei den Seinen: seine Frau bedient die hohen Gäste. Am 4. Oktober 1809 ist sein größter Ehrentag, da wird ihm am Altar der Hoskirche die goldene 'Ehrenkette des Kaisers umgehangt. Zehn Tage später sinkt sein Stern.
Am 14. Oktober wird im Fnedensschluß von Schönbrunn Tirol dem Korsen zugesprochen. Hofer und seine Getreuen, voran der feurige Kapuziner Joachim Haspinger, Speckbacher mit dem Adlerblick und der gute Theimer, könnens kaum glauben. Zuerst faßt sich Hofer und will sich fügen, die anderen überschreien ihn. Wenige Tage später ist die vierte Schlacht am Berge Jsel entschieden; die Bauern, die dreimal geschulte Truppen zurückschlagen, sind unterlegen der Uebermacht. Hofer ist wie versteinert, dankt ab als „g'wöster Oberkvmmedant". Napoleon hat 1500 Gulden au den Kopf des Sandwirts gesetzt. Hofer flieht nicht, verbirgt sich nur in der sommers und winters verschneiten Pfandlerhütte, allein mit seinem treuen Weib, seinem ältesten Sohn und dem Schreiber S w e t h. Die Franzosen finden ihn nicht, aber der Verräter, der übelbeleumdete Bauer R a f f l. Der bemerkte eines Tages den feinen blauen Rauch aus der verschneiten Hütte aufsteigen, stieg hinauf, erhielt
von Hofer zwei Kronentaler, er mög ihn nicht verraten. Raffl schwor, ging ins Tal hinab und kam anderen Tages mit sechshundert Welschen wieder. Das war am 27. Januar 1810.
Am 19. Februar machte man in Mantua im Welschland dem „Rebellen" den Prozeß und teilte ihm die Verfügung des Korsen mit: Dem Hofer hat Rechtens zu geschehen, er ist binnen 24 Stunden zu füsilieren. Am 20. Februar, morgens um elf Uhr, wurde er vor die Stadt geführt; zwischen
gegen die Franzosen.
Als durch den Friedensvertrag zu Preßburg am 26. Dezember 1805 Tirol von Oesterreich losgenssen wurde und an Bayern fiel, begann Hofer mit Gleichgesinnten im Einverständnis mit Erzherzog Johann und nachher auch mit Kaiser Franz Die Erhebung vorzubereiten. Auf der Rückreise von Wien, wo er sich Weisungen geholt hatte, kehrte Hofer in alle ihm bekannten Wirtshäuser ein. Die Wirte galten als angesehene Männer in Tirol, ihre Gaststätten waren seit Generationen in einer Fa- . milie, und boten gewöhnlich die größten Räume in der Gemeinde. In den Faßkellern konnten Waffen verborgen werden, man fand hier die manchmal einzige' Zeitung, und da die Wirte gewöhnlich auch P o st m e i st e r waren, liefen bei ihnen Nachrichten und Briefe zuerst ein; so ist es nicht verwunderlich, daß manche der engsten Freude Hofers Gastwirte waren, zum Beispiel sein späterer Adsu- tant Eisenstecken, sein alter Freund Senn und der Wirt in der Mahr, der tapfere Peter Mayr. Burschen trugen auf verschwiegenen Wegen Lauszettel von Ort zu Ort, gerichtet „An gut s chie tz- bare Leu t", unterschrieben „Euer Freund, ach trauernder'" Bald schwärmten die Scharfschützen durchs ganze „Landl", die Laufzettel lauteten jetzt offen: , E s i st Zeit !" Am 11. April 1809 sammelten sich alle auf dem Jselberg bei Innsbruck Was keine Donnerbüchse hatte, trug Dreschflegel oder Sense. Hofer selbst hatte einen Säbel. Er jagt zu seinen Leuten nur: „Seid's beinonb, Tirolers Nocher gehn mers an. Gott weiß's! Die Moß
(Messe) hobt's gheart, entern Schnops hobt's trunken, also dran'in Gotts Namen!" Unterwegs hat ihn einer aus dem Fenster gefragt: „Mu i a mit?" Der Bärtige hat gesagt: „Nein! Wer just will!" Da hat der andere zurückgegeben: „Ja, dann ist's recht, dann bin i mit dabei! und ist einer der Besten
23:49 Minuten.
Reichsmimster Rudolf Heß, der den Wettbewerb im vergangenen Jahre gewann, ergriff nach der Bekanntgabe der Placierung das Wort und sprach seinem Mitbewerber Elflein über seinen Erfolg den Glückwunsch aus, wobei er noch seiner Freude über die Riesenbeteiligung und den glatten Verlauf der Veranstaltung Ausdruck gab. Er wies in seiner Rede darauf hin, daß unser Führer Adolf Hitler, unterstützt von Luftfahrtminister Göring, diesen Aufschwung im deutschen Luftsport ermöglicht habe.
Oie deutsche
Fußball-Länderspiel-Diianz aktiv.
Nach dem Sieg über Holland ist die deutsche Fußball-Länderspiel-Bilanz aktiv geworden. Der Deutsche Fußball-Bund hat bisher 108 Länderspiele ausgetragen, davon wurden 44 gewonnen, 43 gingen verloren und 21 endeten unentschieden. Das Torverhältnis ist mit 255:235 ebenfalls positiv.
Eine Länderspiel-Bilanz 1934 der FIFA, erfaßt 43 Ländermannschaften. Die meisten Spiele bestritten Ungarn (12), Oesterreich (11) und die Tschechoslowakei (10). Dann folgen Deutschland, Italien und Jugoslawien mit je acht Spielen. Die meisten Siege kamen auf Deutschland, Oesterreich und Ungarn mit je sieben, wodurch sich für Deutschland der beste Durchschnitt ergibt. Auch schossen die deutschen Stürmer 1934 mit 33 Treffern die meisten Tore. ___________
„Sly" im Frankfurter Opernhaus.
Das Frankfurter Opernhaus brachte die Oper „S l y" des deutsch - italienischen Komponisten Er- manno Wolf-Ferrari zur Erstaufführung. Die Fabel vom „wiedererwachten Schläfer", dem englischen Volksdichter und Tavernensämger Sly, der m seiner Trunkenheit zur Unterhaltung eines Adelsherren und feiner Freunde mißbraucht wird und dann in seiner Enttäuschung Selbstmord verübt, wurde von F o r z a n o (dem Mitautor des Mussolini-Stückes „Hundert Tage") zu einem bühnenwirksamen Opernbuch gestaltet. Wolf - Ferrari, dessen eigentliche Stärke die komische Oper und Chorwerke sind, hatte hier Gelegenheit, sein reiches und geschultes Können zu beweisen. Die Charakterisierung der einzelnen Gestalten gelang ihm vortrefflich, und seine Ensemblesätze und Finales verraten echtes Musikertum. Das „Bärenlied" Slys im ersten, der Schlummerchor und das große Liebesduett zwischen Sly und Dolly im zweiten sowie der Verzweiflungsmonolog Slys im dritten Akt sind musikalische Höhepunkte. v
Die Aufführung im Frankfurter Opernhaus stand cuf einer beacksteyswerten Höhe. Die straffe Elegie von Walter Felsenftein, die hervorragenden Bühnenbilder Sieverts, die feinfühlige Stabführung Karl Maria Z w i ß l e r s und nicht zuletzt das großartige Zusammenspiel der Hauptdarsteller sorgten für einen außergewöhnlich freun-Mid>en Beifall. John Gläser als'Sly war schauspielerisch und stimmlich auf der Höhe, Elsa K m e n t als Dolly nicht minder. Herbert Hesse als Graf von WestmorelaiiS und Robert vom Scheidt als Schauspieler John Plake gaben ebenfalls ihr Bestes. Im ganzen kann man sagen, daß das .interessante Werk entschieden eine Bereicherung des Spielplans der Frankfurter Oper darstellt. fr-
Zugendspieie
der Gpielvereinigung 1900.
Nidda 1. Jugend — 1900 1. Jugend 2:3.
1900 1. Jugend fuhr am Sonntag nach Nidda, um gegen die dortige 1. Jugend eine alte Rückspielverpflichtung zu erledigen. Das Spiel litt sehr unter dem grundlosen Boden und dem stürmischen Wind. So konnten die Gießener ihre Technik nicht richtig zur Entfaltung bringen. Trotzdem spielten sie, besonders in der ersten Halbzeit, stark überlegen und konnten durch zwei Tore des Linksaußen eine 2:1- Führung erzielen. Nach dem Wechsel kam Nidda etwas mehr auf und konnte durch einen Elfmeter auf 3:2 herankommen.
Der Stand der Spiele indernordhessischen Handball-Gauliga.
Oer Bottsheld von Tirol.
Zum 125. Todestage von Andreys Hofer am 20. Februar.
Von Hans Sturm.
Auf einer Station in Höhe der Waldgrenze etwa, sind drei Minuten Aufenthalt. Alles steigt aus und bewundert die Aussicht. Der Führer der elektrischen Lokomotive schaut, die Pfeife im Mund, etwas spöttisch zu aus seinem kleinen Fensterchen. Em Flugzeug, metallisch schimmernd im Sonnenlicht, gleitet über die scharfkantigen Grate.
Der Zug taucht jetzt in einen Tunnel ein; die Lampen brennen, vor den Fenstern gleitet langsam gewachsner Fels, abwechselnd mit Betonmauern. Im Fels sieht man noch die Spuren der Gesteinsbohrer. Der Tunnel will kein Ende nehmen.
Von Zeit zu Zeit wandern Schilder vorbei mit Höhenzahlen: das soll uns zeigen, wie wir im Berg höher und höher steigen: „St. Moritz, acht- zehnhundertsoundsoviel Meter" — „St. Bernhard, zweitausendundsoundsoviel Meter". Heiterkeit erregt ein Schild: „2000 Meter über Leipzig!"
Jetzt fahren mir schon vier Kilometer unterirdisch, es fängt an, langweilig zu werden.
Da bricht Licht in den Tunnel, Kunstlicht. Der Zug hält auf einer unterirdischen Station, die genau so aussieht, wie eine Station der Untergrundbahn. „Alles ausfteigen!" Einen Augenblick meine ich wirklich in Berlin zu sein, ich habe die tauschende Vorstellung, gleich ginge es die Treppe hinauf in eine Schlucht hoher Häuser. Es geht aber durch eine Schwingtür — die erste, die ich je auf einem Bahnhof fah: Tageslicht strömt entgegen. Etwas verblüfft stehen wir, statt wie erwartet im Freien, in einer eleganten Bahnhofshalle. Ein Plakat zeigt einen riesigen Schnelldampfer mit der Unterschrift: „Schnellster Weg nach Amerika". Es erweckt die Illusion, als fei unmittelbar hinter der Bahnhofshalle das Meer, nicht der höchste Gipfel Deutsch-
Das an sich schon recht umfangreiche Spielprogramm der deutschen Fußball-Nationalelf in den nächsten Monaten hat noch eine Erweiterung er- ahren. Zu Frankreich im März, Belgien im April, Spanien und der Tschechoslowakei im Mai, Schweden und Norwegen im Juni kommt als weiterer Gegner anfangs Mai Irland hinzu. Die Vertreter des Freistaates spielen zunächst gegen die Schweiz und wollen sich auf der Rückreise mit einer deutschen Auswahlmannschaft messen. Der Austragungsort Spieles steht noch nicht fest.
Zugspitzflug.konnte am Montag vom Flugplatz Oberwlesenfeld bei München aus gestartet werden. Von 67 gemeldeten Teilnehmern erfüllten 58 Bewerber ihre Startverpflichtung. Reichsminister Rudolf Heß, der den Flug im Vorjahre gewonnen
Die Lage in der oberen Klasse hat sich durch die sonntäglichen Siege der Spitzenvereine nicht verändert. Die Tabelle zeigt z. Z. folgendes Bild:
hatte, startete als Erster
Recht schwierig und umständlich gestaltete sich die Errechnung der Ergebnisse des diesjährigen Zugfvitz- luges und erst gegen Mitternacht konnte der Leiter der Flieger - Landesgruppe Bayern, Rittmeister Braun, das vorläufige Ergebnis bekanntgeben. Den ersten Platz belegten die Ostpreußen Ludwig E l f l e i n und sein Orter Pfeil (Königsberg) auf Heinkel mit 1623 Punkten. Für die Zurücklegung der Flugstrecke benötigte Elflein 30:01 Minuten. Er erhielt allein für die Auffindung von fünf Blickzielen und für den Zielabwurf 1475 Punkte. Der Ausgang des Wettbewerbs bewies^ daß mach den neuen Bestimmungen die leichteren Maschinen gegenüber den chwereren im Vorteil waren. Ausschlaggebend für die Placierung war aber neben der reinen Fluggeschwindigkeit in diesem Jahre noch die Fähigkeit des Beobachters, denn für das Auffinden der aus- gelegten Blickziele konnte sich ein in der Flugzeit langsamer Flieger immer noch gegenüber einem schnelleren Konkurrenten durchsetzen, wenn dieser in der Auffindung der Ziele nicht so geschickt war. Die beste Zeit für den Flug erreichte der Bayreuther Schmitt auf BFW. mit 21:39 Minuten, ihm am nächsten kam der Sieger des Vorjahres, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß auf BFW. mit
Kasseler Turngemeinde Tuspo 86/09 Kassel Tuspo Bettenhausen 1900 Gießen Kurhessen Kassel Tv. Wetzlar Tv. Kirchbauna Tv. Eschwege Tura Kassel
Handball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII)
Vezirksklaffe:
Tv. Lützellinden — Tv. Roth 5:3 (1:1). Die Gastgeber hatten für dieses Spiel Ersatz ein» stellen müssen, siegten aber trotzdem sicherer, als das Ergebnis vermuten läßt. Die erste Hälfte verlief ziemlich ausgeglichen. Roth leistete energischen Widerstand und konnte bis zur Pause das Ergebnis Remis halten. Nach dem Wechsel setzte sich aber das überlegene Können der Platzelf entscheidend durch und erbrachte einen sicheren und verdienten
Zugspitze.
Von Heinrich Hauser.
Der Anblick des Zuges war zunächst eine Enttäuschung; er sieht ziemlich genau aus wie eine < Münchner Trambahn mit zwei Anhängern. Unsere Reisegesellschaft hat recht verschiedenartige Elemente, zünftige Spvrtsleute, Spvrtgigerl, Stadtmenschen, von denen viele sichtlich zum ersten Male in den Bergen sind, verwirrt und voller Staunen; wenig Eingeborene". Es dauert eine Weile, bis der Zug sich in Bewegung setzt. Die frischgebackenen Sportsleute in ihrer sehr bunten Skiausrüstung gehen ungeschickt in den nagelneuen Skistiefeln wie Pinguine und behauchen die Scheiben. Eiy fünfjähriges kleines Mädchen dagegen, das winzige Schneeschuhe bet sich trägt, hat schon den Gang eines alten Seemannes, weit ausholend, mit den Aermchen rudernd, das süße, rotwangige Gesicht dabei todernst und voller Wichtigkeit. Junge Engländer mit k ernen gestutzten Schnurrbärten fallen auf in bayerischer Tracht die ihnen schlecht 3jJ Gesicht steht. Die neugekauften Gamsbarthüte spielen vom Grün ins Gelbliche, künstliche Verwitterung. h
Wir fahren. Zunächst ist das nichts Besonderes, obwohl alles eifrig Auslug halt Die Fenster bereifen natürlich von innen, aber die Mensch dem sich, daß gleich alles beschlagt, und wischen ärgerlich immer wieder ihre Gucklöcher. Ich sitze draußen, im ungeheizten Vorraum, wo die Sche klar bleiben, neben einem alten Jäger, dem strahl blaue Augen aus dunkel verwittertem Gesicht lachi n. Seine Kugelbüchse ist ein altes, vielgebrauchtes Stuck, der ursprünglich brünierte Lauf blank geschabt, oi Mündung mit einer Lederkappe verschlossen. Neven uns lehnt ein Bündel Skier. Die Fahrt e5
bergan und langsamer. Weiter wird der Bück uno großartiger. Wie Bataillone stürmen Walder die Steilhänge hinauf, aber ihre Reihen lichten sich, K höher sie kommen, wie von feindlichem Feuer gemäht. Lärchen überragen kahl die Fichten, vereinzelt sieht man auch Buchen und Birken. Alle Baume aber erscheinen schmaler von Wuchs und steiler gereckt als die der Ebene. Talwärts und aufwärts: immer großartiger wird die Schau; vereiste Seen liegen in großer Tiefe wie erblindete Augen.
Im Schnee neben dem Bahnkörper sehe ich geheimnisvolle Runen, eine Keilschrift, für die ich zunächst keine Deutung finden kann. Bis ich darüber die Drähte der Stromleitung sehe und mir klar wird, daß die Spuren im Schnee von dem Reif herrühren, der von der Leitung abgefallen ist.
Viele Wildfährten: Der Jäger erzählt, daß das Wild nach Sonnenuntergang, wenn es kalt wird, zu Tal zieht. Ein Rudel Rehe äst ruhig an einer Futterkrippe im
Tv. Dvr 1 a,r — Tv. Dornholzhausen 7:7 (4:1). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Dorlar. Die Gäste gaben einen jederzeit fairen und starken Gegner ab und kamen zu einem verdienten Unentschieden. Das Spiel war für Dorlar in gewisser Beziehung eine Vormeter zeigt 21 Grad Kälte. Ich verzichte daher auf den Fußsteig abwärts, auf dem man sich mit bloßen Händen an ein Drahtseil klammern müßte, und steige wieder in die Gondel.
Beim Hotel angekommen, geht man in den Speisesaal; der Zug fährt erst in einer Stunde. In den Menschen, die vom Skigelände kommen, rotwangig, mit verbrannten Gesichtern, gehen seltsame Veränderungen vor. Ich beobachte ein Paar: ein schönes, rothaariges Mädchen und einen Mann mit kühnem, hagerem Gesicht, sie 20, er höchstens 26, hätte ich geschätzt. Wie aber die Gesichter in der Wärme erblassen, wie der Mann sich eine Brille aufsetzt, um die Speisekarte zu studieren, da ist das Mädchen plötzlich 30 und er mindestens 40 Jahre alt.
Elegante Hausdiener schleppen elegantes Gepäck 3um Zug. Man drängt sich zur Abfahrt.
lanbs.
Zwei Eskimohunde, schwarz, mit wunderbar dickem Fell kommen uns wedelnd entgegen. Ansichtskarten. Enzianschnaps und Ebelweiß werden verkauft. In erleuchteten Glaskästen hängen Woll- jumper. Blick in den Speisesaal mit eleganten Gedecken. Wegweiser „Zum Fahrstuhl". Um Himmelswillen, wo sind die Berg^?
Endlich gelangen wir ins Freie auf eine Terrasse. Wind pfeift, Schnee stiebt. Tief unter uns liegen Schneefelder, abfallend in weiten, geschwungenen Linien, besteckt mit winzigen roten Fähnchen, zwischen denen schwarze Gestalten auf Schneeschuhen gleiten. Dohlen fliegen dicht, schweben auf breiten Schwingen, fallen auf die Terrasse ein und puren Brotkrumen. Sie gleichen den frechen Möwen an der Alster, sie leben vom Fremdenverkehr, wie alles hier. Die Reisenden sind wie benommen. Sie haben olche Kälte nicht erwartet und nicht diesen schnei-
Spiele
Tore
Punkte
12
101:66
20:4
12
103:64
18:6
11
78:67
16:6
12
70:84
12:12
13
89:85
12:14
12
80:95
10:14
11
80:84
8:14
13
67:96
7:19
10
41:68
3:17


