3
Junge deutsche Nation
und
anderen geht's ebenso. Heute sind alle auf den Beinen.
Der „Saal" ist voll. Auf Holzbänken sitzen Bauern und Bäuerinnen. Die Männer, die Pftife im Mund, die Bäuerinnen in der Strickjacke oder Schürze ... „Extra feingemacht" haben sie sich nicht, und das sollen sie auch nicht. Sie gucken sich um. Der verräucherte Gasthaussaal sieht heute so festlich aus. Ueberall Tannengrün, dazu auf jedem Tisch ein weißes Tuch, ein Strauß Winterastern und — em bedruckter Zettel. Da holt mancher Bauer bedächtig die Brille aus der Tasche, lieft und summt schließlich eine Melodie; denn auf jedem dieser Zettel steht nichts anderes als der Text eines bekannten Volksliedes.
Auf einer Art Galerie stehen die Dsrfbuben mit aufgestützten Armen. Die kleinen Mädel hocken auf dem Holztreppchen, das zu der winzigen Buhne führt und versuchen, etwas von dem zu erhaschen, was die „Großen" hinter dem krampfhaft zusammengehaltenen Kattunvorhang treiben.
Endlich geht der Vorhang auf! BdM.-Madel stehen im Halbkreis und singen. Sie haben dankbare Zuhörer. Dann treten sie weg, und das Spiel von „Der goldenen Gans", das sie den Dorfkindern beibrachten, steigt. Diese Jungen und Madel stehen zum ersten Male auf der „Bühne", aber sie spielen frisch von der Leber weg und reden, wie ihnen der hessische Schnabel gewachsen ist. Väter und Mütter da unten strahlen... Und dann sitzen wir BdM.-
gen Hauses, dessen Wände mit teuflischen Masken und Fratzen „geschmückt" sind, die man sonst nur im Völkerkundemuseum, Abteilung Südsee, entdecken kann. Dort nicht echter als hier!
Aus der blumenübersäten Terrasse proben Käthe von Nagy und der Schauspieler Skoda, eine Neuerscheinung am Filmhimmel.
Man stelle sich vor: Um beide herum Scheinwerfer, Lärm, Beschäftigte und Neugierige. Alles scheint ablenken zu wollen. Und doch müssen die Spieler sich mit Geduld darüber hinwegsetzen und sich nur auf die zu erarbeitende Szene konzentrieren. Hilpert führt Regie und erklärt seine Auffassung über die Art der Ausdrucksmittel gerade dieser Szene. In seine Worte hinein tönt der Ruf eines Arbeiters: „Willy, schmeiß mal die Palme rüber!" — Aber das darf nicht stören!
Immer wieder wird geprobt. Dann kommt der Augenblick, da jeder Laut erstirbt: „Achtung, Aufnahme!" Und nun hört man nur noch die klare Stimme der Nagy. Sie erzählt das Märchen von dem Teufel in der Flasche. Daraus entwickelt sich ein kleiner dramatischer Höhepunkt, und das kaum Glaubliche ist vollbracht. Diese Scheinwelt der Kulissen aus Leim, Farbe und Pappe wird durch Stimme, Mimik und Geste einer Künstlerin zum AdeiB erweckt. Wir sind von einer Spannung gepackt, die mit dem Erlöschen der Jupiterlampen und dem neuen Lärm jäh abbricht.
Im danebengelegenen Atelier wird der äußere Rahmen geschaffen für einen Abschnitt des Films vom Reichsparteitag. Hier ersteht das Hofbräuhaus, und in wenigen Tagen werden sich Massenszenen abspielen, bei denen zuzuschauen sich lohnen würde. Da wir aber nichts weiter entdecken können, kehren wir in die „Südsee" zurück.
Hier sehen wir jetzt den Produktionsleiter R i t- ter, der seinerzeit den Film „Hitlerjunge Ouex herstellte. Er spricht von seiner Arbeit und seinem brennenden Wunsch, einen Stoff zu gestalten, der dem Leben der Pimpfe oder dem der deutschen Mädel entnommen ist. Aber ein Künstler, kein Kit- scher müsse die Idee geben. Dann erst könne ein Bildstreifen geschaffen werden, der weder langweilig noch eine Wiederholung des Quex wäre. Irgendwo in den endlosen Reihen der Jugend müsse doch, meint Herr Ritter, einer marschieren, der das Zeug dazu habe, den großen Wurf gelingen zu lassen! — Eine Aufforderung also zum Mitwirken an der Gestaltung eines Jugendfilms. Ob sie ihr Echo findet? w-A*
Mädel unter den Dorfleuten. Heute wird nicht von Steuern und Getreide geredet, heute werden unsere schönen alten Volkslieder gesungen...
Oer Fabrtentopf.
Er ist der Liebling der Kameradschaft, jeder möchte ihn auf seinem Rücken reiten lassen. —
Vor Zeiten war er so blank, daß mir im Lager Leines Spiegels bedurften. Heute geht er in tiefer Trauer. —
Innen ist seine zarte Schönheit noch erhalten, denn er wird jeden Tag dreimal geschrubbt. —
Seine Oberfläche ist rauh und hart wie sein Leben, und sieht aus wie eine Luftaufnahme des Himalaja aus 14 000 Meter Höhe.
Seine Beulen stammen noch aus der Zeit, wo es an Fußbällen und Kesselpauken mangelte. —
Er ist zu allem zu verwenden. Als Sitz, wenn auch die Henkel dabei zum Teufel gehen oder als Totschlagswaffe.
Auf einer Fahrt ist sein Deckel einem von uns ans Schienbein geflogen, der ihn dann wutergrimmt in die Büsche schleuderte. Seitdem ist er ohne Kopfbedeckung.
Wir gehören zusammen, er und wir. Einmal verlor ihn einer auf der Landstraße und einmal blieb er im Eisenbahnwagen stehen, aber immer wieder kehrte er zurück. Ja, treu ist er, und wo wir nicht sind, kann er nicht sein.
Er ist etwas Herrliches, unser Topf!
Magazinen. , , ....
Hinterher aber, als er mir alles nochmals erklären sollte, hatte er es schon wieder „vergessen . Na ja!
natürlich auch den. Er quasselte nur
Oer „Stift" von 8 bis 11 Uhr Ein Hitler-Zunge schildert seinen Alltag.
gehörigen Schriftwechsel. Telefongespräche schrillen.
Dann die Versandabteilung. Pakete werden aufgeschnürt, Versandpapiere verglichen. Packpapier, Wellpappe, Oelpapier wird-zerschnitten. Maschinenteile und Werkzeuge werden eingefettet, verpackt und abgestempelt. Scheren und Binsaden arbeiten. Kisten werden aufgebrochen, ausgepackt und fortgetragen. Präzisionswerkzeuge werden in neuen Kisten verkeilt, damit sie beim Versand nicht verrutschen und beschädigt werden können. Nägel und Hammer, Schablonen und schwarze Pinsel sind am Werk. — Hier sah. man mich auch erst Über die Schulter an, bis ich ostentativ den dicken Bindfaden zerriß. (Donnerwetter, muß der Neue Kräfte in seinen Händen haben. Sieht gar nicht so aus!) Aber das ist nur ein Trick, den hat mir Charly in Hamburg vorgemacht: Manilagarn, dreimal um den Daumen 'führen, um die Handkante legen und durch die Schlinge ziehen, energischer Ruck: Bindfaden kaputt!
Wenn wir frühstücken, sitzen wir auf Kisten, baumeln mit den Beinen und sehen zum Fenster hinaus. Draußen steht ein Baum, ein kümmerlicher zwar, aber ein Baum! Wir sehen auf ihm Schnee liegen, dann springen die Knospen auf, das volle Laub wird wieder bunt, Kastanien knallen auf den Hof, und dann sind seine Aeste wieder schwarz und regenblank. Einer erzählt aus seinem Heimatdorf im Hunsrück... Die Pause ist um.
Ich werde losgeschickt. Auf der Straße treffe ich jemand, der sich noch, wie ich vor kurzem. :n den Hainen altrömischer Lyrik ergehen muß. „Ich muß zur Bank" — „Wir handeln mit Werkzeugmaschinen" — „Ich komme gerade von der Handelskammer" — wie sich das anders anhört!
Die Zeiger rücken auf fünf vor. Aus meist privaten Gründen sucht jeder den Geschäftsschluß zu beschleunigen. Auch der „Alte" hat wohl heute etwas vor, er unterschreibt auffallend schnell die Abend- post, einiges wird auf morgen verschoben. Die Unterschriftsmappen wandern. Ein Gebirge von Hügeln sortierter Briefe wächst auf. „Wiegt über, also 24 Pfennig. Drucksache bis 250 Gramm, also 15 Pfennig." Die Portokasse, Marke „Francotyp", orgelt los, auf jeden Umschlag das rote Signum 2U pressen. Die weißen Kittel werden wieder in die Schränke gehängt. Karteikästen und Schreibmaschinen decke ich zu. Schluß! Und bedeutend langsamer als vor acht Stunden gondle ich, der Stift, durch die Toreinfahrt nach Haus. D.
Ein unglaubliches Gewirr von Kabeln Scheinwerfern, ein tropischer Urwald aus Papier, Palmen im Topf und andere Requisiten füllen das Tonfilmatelier. Aber vor uns zeigt sich em ziemlich geordnetes Bild. Da ist die Veranda einer unverkennbaren Südseevilla und gestattet unserem Blick den Eintritt in die geräumige Halle des lusti-
Jetzt bin ich Stift. Kurz vor acht geht es hinunter ins Geschäft und um 17.10 Uhr wieder zuruck. Dazwischen liegt der Tag. Es ist immer dasselbe Gerüst, aber was dazwischen liegt, ist immer anders; und das ist gut.
Wie ich eigentlich dazu gekommen bin, Stift zu werden, weiß ich nicht recht zu sagen. Jedenfalls habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich auf ems meiner vielen Bewerbungsschreiben einmal plötzlich eine Antwortkarte in der Hand hielt, die nicht so anfing: „Bezugnehmend auf Ihr gesl. Schreiben vom 12. d. M. bedauern wir, Ihnen mitteilen zu m$ßenn ich jetzt morgens die bunten Mutzen im Dauerlauf sehe, weiß ich, daß es auch für mich, höchste Zeit ist. Wenn dagegen der bebrillte Herr mit dem Vollbart erst auf der Elsenbahnbrucke ist, kann ich das Rad langsamer laufen lassen
Die Reinmachefrauen räumen gerade das Schlachtfeld, wenn ich zur Tür hereinkomme. In den Buro- räumen hängt noch die Nacht. Andere Lehrungen, Stenotypistinnen, Buchhalter, alle stellen sich so langsam ein. (Montags dauert das am längsten) Die Mäntel werden mit weißen Kitteln vertauscht. Der erste Buchhalter tadelt die Taktik einer Handballmannschaft, ein anderer erzählt von Reiseplanen für den Sommer. Zuerst durfte ich mich noch nicht an den Gesprächen beteiligen, weil ich noch neu war; denn ich bin in einer alten Firma, die noch streng auf Formen sieht!
Dann kommt die erste Post, und mancher gähnt noch mit strammen Kinnbacken oder mit dem Gesicht zur Wand, um dann anzllfangen m Briefen ^Der^^Alte" tritt ein! Jeder beugt sich emsig über seine Arbeit. Ich fange an, eingegangene Briefe alphabetisch zu ordnen und m die Reglitratur- mappen einzuheften. Die dünnen Durchschlage werden mit Verstärkungsringen beklebt, damit sie nicht reiften. Oft kommen Städte vor, die mir mehr bedeuten, als den Sitz einer Firma. Bin ich ^rtig, dann geht es zur Kartei. Auf weißen und gelben Karten müssen Aufträge eingetragen werden Rückständige Bestellungen sind anzumahnen (es ist saft immer derselbe Wortlaut).
Inzwischen ist schon die zweite Post angekommen. Das Tempo steigert sich. Die Schreibmaschinen klappern. Der Prokurist diktiert hastiger. Em Auftrag ist hereingekommen. Der „Alte" ruft nach dem dazu-
Als das Frühstück gerade am besten schmeckte, fing es im Hause an zu brummen. Wir auf und bin. Die Rotationsmaschine lief. Das war em Rie- fenbieft. 20 Meter lang, 5 HJleter breit und gut 3 Meter hoch. An beiden Enden fraß sie rasend schnell Papier Und in der Mitte spuckte sie Zeitungen aus. Vier Männer liefen dauernd um sie herum. Guckten hier und schraubten da. Kletterten rauf und krochen in ihren Bauch. Ottsche war auf einmal auch oben. Wir hinterher. Da drehten sich rastnd schnell Zylinder. Das Papier kam weiß zwychen sie und bedruckt zum Vorschein. Eine dicke Walze schob sich träge hin und her. Als wir sie einmal an- aßten, hatten wir schwarze Finger und gleich darauf hochrote Köpfe. Es hatte nämlich einer gesehen und schon erhob sich ein Donnerwetter „Das wäre gefährlich! Was uns denn emftele? So was! Ist doch unerhört!"
Jeder bekam noch eine Zeitung in die Hand, em wehr oder weniger freundliches Wort und dann waren wir verabschiedet. ,
Schade. Aber interessant mar s! Und am Leben find wir auch noch. Unkraut vergeht nicht.
Georg Häring.
'Hier sind Maschinen! Oha! Drei, vier, fünf S u(f. „Lümtype-Sehmafchinen", erklärte man uns. Ottsch wich urplötzlich zurück, als von fo em
langer Metallarm kam, emen Augenblick stehen blieb und dann wieder zurucksuhr. Es H Menge gelber Dinger daran, die. nach k Z <5 oben" an einer sich drehenden Schnecke entl g wan- berten und nacheinander abfielen. Ich habeh die Maschine geguckt, aber auf dem Boden lag nichts. Die Dinger waren also scheinbar oben die Maschine hineingefallen. So war es a ck) .
Der Maschinensetzer holte tief Luft und er uns seine Maschine. Die gelben Dinger waren Matrizen, die ausgegossen würden und bann eine oru fertige Zeile ergäben. Daß sie da oben entlang wanderten und nacheinander abfielen, hätte den Zwea, sie wieder in das Magazin zurückzubefördern.
Er setzte sich dann vor eine riesige Schreibmaschinentastatur und tippte los. Tatsächlich, unten fielen wieder so gelbe Dinger raus, wurden von der Maschine aufgereiht und schon war eine Zeile ferttß. Der Setzer nahm sie in die Hand, guckte daraus und sagte dabei irgendeinen auswendig gelernten Satz her. Er behauptet, der stünde auf der Zeile. — Aber wie soll ich das glauben. Ich habe nur eine Menge Erhebungen gesehen. Ottsche wollte das ' lesen können und hat alles verstan- so von Matrizen, gießen und
Oer ^000-Meter-Lauf.
Gerd und Fritz kannten sich sehr lange sie kamen zusammen in dieselbe Jungenschaft und schienen unzertrennlich.
Und dann, an einem Morgen, zankten sie sich. Irgendein lächerlicher, kleiner Anlaß brachte emsame Tage für beide.
Das Sportfest des Jungbannes rückte immer näher. Schon bildete es Gesprächsstoff in der Schule auf dem Heimabend, auf Fahrt, überall wurde geübt und vorbereitet. Besonders für den 1000-Meter- Lauf galt es, vorzügliche, beherrschte Leistungen aufzustellen. Schon hatten die Fähnlein ihre Lauser be= stimmt. Unter den wenigen Auserwahlten war auch Gerd. Fast einen Monat Hatter er trainiert, seine anfangs mittelmäßigen Zeiten wurden besser und besser, und jetzt konnte er sich mit den anerfann guten Läufern messen. Man sprach ihm ernsthaft den zweiten ober dritten Platz zu.
Einige Tage vorher wurde eine Probe angesetzt. Die Mannschaften und Riegen traten an.
Endlich Befehl: Fertigmachen zum 1000-Meter- ßHüf*
Frühsport im Schnee.
Aus einem BdM.-Mntersportlager.
Draußen vor der Führerschule ist es noch still. Dächer, Laternen und Lattenzäune des kleinen Dorfes haben hohe weiße Schneemützen auf. Immer aber noch hängt der Himmel grau über dem Land.
„Aufstehen, runter zum Frühsport!" — lieber die Treppen eilen hastige Schritte. Im Nu stehen zwanzig Mädel mit dunklen Trainingsanzügen unten im weißen Schnee. Mit zusammengekniffenen Augen blinzeln sie in den neuen Tag. Die schlaftrunkenen Augen können die blendende Weiße noch nicht fassen.
„Rechts um!" — Im Dauerlauf geht es durch dicken Schnee. Er backt sich unter unseren Füßen fest; wir wachsen um Zentimeter. Die Luft ist kalt und klar. Wir atmen tief, pumpen die frische Morgenluft in uns. Gut tut das! Weiter geht der Lauf. Tiefer hängen die Zweige der Bäume unter der Schneelast. Bücken müssen wir uns, ja fast kriechen müssen wir.
Im Schritt geht es dann weiter. Wir können uns umblicken. Weit drüben schimmern Lichter — die Stadt. Hier aber ist Schnee und nochmals Schnee. In tiefer Stille liegt der See vor uns zu Eis er-
Jungvolk-Trommler.
(Aufn.: Baumann i. Fa. Photo-Pfaff.)
Gemeinschaft
Viel^e sprechen von der Gemeinschaft, aber nur wenige sind schon von ihr erfaßt und leben sie.
Für das Jungvolk ist sie d i e große Aufgabe.
Tausende kamen zum Jungvolk, und noch Tau- sende werden kommen. Sie wohnen in Zwölfzimmerwohnungen und in grauen Mietskasernen. Sie tragen feine Anzüge und geflickte Hosen. Ihre Väter sind Fabrikbesitzer, Arbeiter und Bauern. Früher haben sie nie von einander aehört. Sie sind sich aus dem Wege gegangen. Der Arme dem Reichen, weil er glaubte, daß er nicht zu ihm passe und der Reiche dem Armen, weil er der Ansicht war, es läge unter seiner Würde, mit solchen zu verkehren. v
Das Jungvolk erfaßt alle diese Jungen, und laßt sie erleben, wie sie alle zufammengehören. Im Dienst kommen sie einander näher. Sie tragen gleiche Uniform. Die äußeren Kennzeichen ihres Standes gelten nicht mehr. Die inneren verschwinden durch das tägliche Beisammensein, durch den wöchentlichen Dienst auf Fahrt und Lager. ir fS^ .
Vorbild ist die Gemeinschaft der Frontsoldaten des Weltkrieges, die auch aus allen Schichten kamen. Nichts unterschied sie mehr. Sie waren alle gleich im Grau der Uniform und im Stahlhelm, im Schmutz und Schlamm des Grabens/ Sie teilten miteinander, aßen und schliefen gemeinsam. Einer stand zu dem anderen: alle waren sie Kameraden. Was sie aus- zeichnete, war nur die Leistung. Sie erhob den einzelnen zum Führer.
Im Volk von morgen werden alle Klassenunterschiede vergessen sein, wenn das Jungvolk heute seine Pflicht tut. Die Männer, die einmal als Jungen von der Gemeinschaft erfaßt wurden, werden sie nie wieder lassen können. Ihnen wird Sozialismus Kernstück ihres Lebens fein. 5) e i n 3.
Ein Wander- und Fahrtenamt der HI.
In diesen Tagen wurde innerhalb der Abteilung H (Jugendherbergswesen) in der Reichsjugendführung ein Wander- und Fahrtenamt gebildet. Dieses Amt soll alle mit der Vorbereitung und Durchführung von Jnlands-Großfahrten und -Wanderungen der Hitler-Jugend, des deutschen Jung» Volkes und des Bundes deutscher Mädel zusammenhängenden Aufgaben bearbeiten. Es wird schon
Bekenntnis.
• Die ein Kleid mit uns tragen, sind mit uns gleichen Schlags. Die ein Kleid mit uns tragen, teilen auch unsere Welt!
Darum ist unsere Bindung zu gleichem Geist so fest. Darum ist unsere Haltung aus gleichem Geist gestärkt! Da, wo sich Gleiche grüßen, gilt ein Bekenntnis das Wort: Neu zueinander zu stehen im Geist, der die Tat erweckt!
Willy Pommerening.
Pimpfe im Zeitungsbetrieb.
Oben" — hielt ein Herr einen Vortrag. Heber Manuskripte, Redigieren und ähnliches. Auch über Nachrichtenübermittlung, wobei Heia sofort an die ollen Morsekisten dachte, die er beim Dienst im Fähnlein benutzt. Aber Morsen is mch bei erntr Leitung, da nehmen sie lieber die Strippe. Jeden- ictfls sahen wir, wie einer von den vielen Leuten die da herumschwirrten, einen Zettel nahm auf den ein Mädchen eben etwas ^schn^be" hatte, feurcblas allerlei durchstrich, druberschrieb und schließlich ein paar geheimnisvolle Zeichen darauf machte Das Durchstreichen und Druberschreiben nannte er dann: „Redigieren.
Na, meinetwegen. .
starrt.
Wir laufen wieder. Der Schnee leuchtet und blitzt. Wie schwarze Kleckse sehen unsere Fußstapfen aus. Jetzt stehen wir im Kreis. Atmen tief die falte reine Winterluft ein. Unser Atem gibt kleine Nebelwolken. Der Wind verweht sie.
„Ties beugen", die Hände patschen in den Schnee — „und aufrichten, ganz lang strecken!" Wir greifen nach den dicken Schneewolken, die dort oben wie Mehlsäcke hängen. Ganz hoch recken wir uns. „Und wieder runter" — in den Schnee! Fein ist das.
Bautz, sitzen wir alle wie schwarze Wichtelmanner im weißen schimmernden Märchenwald, schlagen mit Armen und Beinen vorsichtig einen „Adler in den Schnee. Kalt ist bas, puh, schnell wieder auf Lachend werden die Figuren im Schnee begutachtet.
Dort fliegt schon der erste Schneeball! „Vorsicht, wir schießen", ertönt der Warnungsruf... Und bann sausen die weißen Bälle durch die Luft, hm und her, her und hin... Wie das stäubt, denn der Schnee ist arg kalt und fein. Richtige Schneemänner sind wir alle schon längst geworden... Doch weiter geht die Schlacht! Hei, der sitzt wieder. Und patsch', aut getroffen. Dick klebt der Schnee an uns.
Ein Pfiff. Schade, der Frühsport ist zu Ende. Wir laufen zur Führerschule zuruck Schnell sehen wir uns noch einmal um. Schnee, lauter Schnee. In der Luft treiben die glitzernden Flocken Frühsport und jagen einander. — Wir sind ganz wach und frisch geworden. Das tat gut im Schnee. Die Tagesarbeit kann beginnen.
Oer Oorfabend.
Winterabend in einem hessischen Dorschen. Auf ber vom Regen aufgeweichten, tiefdunklen Dors- straße gehen viele Menschen. Man sieht sie nicht, man hört sie nur. Alle haben dasselbe Ziel: Hoppes Wirtshaus. Zwei Burschen unterhalten sich. Sagt der eine: „Du, Henner, bin neugierig, was der BDM. zu bieten hat auf diesem Dorfabend/ JDetn
Alles schaute gespannt auf die weißen Turnhemden drüben am Start.
Dann aber mußten die Jungen einzeln laufen, der Sportroart wollte den eigentlichen Kampf erst am Festtag selber veranstalten.
Hinter Gerd knallte die Startpistole, er schnellte hoch und jagte in die breite Bahn, dachte nur an Sieg, gab das Letzte.
Der Fähnleinführer, der am Ziel die Stoppuhr bediente, wurde weggerufen. Er gab das kleine, tickende Instrument einem Jungen und zeigte ihm, wie man stoppte. Dieser Junge war Fritz. Cr sah Gerd nur noch 200 Meter entfernt, sah ihn im Geiste als Sieger des Kampfes.
Die Stoppuhr brannte wie Feuer in der Hand.
Gerd fauste über den Kreidestrich. —
Er wußte nicht, daß Fritz gestoppt hatte, müde setzte er sich auf den Rasen und wartete, dann wurden alle Läufer gerufen: die Ergebnisse! —
Das war also der Lohn für allen Eifer, alle Mühe eine bittere Enttäuschung! Für ihn gab es kein Sportfest mehr, mit dieser Zeit wurde er \a das Gespött aller Zuschauer.
Gerd saß abends in seinem Zimmer und grübelte manchmal kämpfte er mit einem würgenden Gefühl in der Kehle, das heraufkroch und in den Augen brannte ... _ „
Plötzlich klingelte es. Der, den er am allerwenigsten jetzt erwartet hatte, stand auf der Schwelle. Fritz stotterte etwas: „Du, Gerd, ich muß dir was sagen was Wichtiges. Du mußt-, übermorgen mit dabei sein!" Dann schluckte er und sagte, wie 65 n)Qf —
Schnell hatte es sich herumgesprochen, daß Gerd und Fritz wieder Freunde waren, allen aber war es unbegreiflich, wie Gerd nach einem der schlechtesten Uebungsergebniffe erster Sieger im großen 1000-Meter-Lauf wurde. — h a 1 0.
Kleiner Besuch in Neubabelsberg.


