in schiffsbaulicher und technischer Einsicht und damit auch von der Leistungsfähigkeit der deutschen Werften und der deutschen Industrie. Täglich stattfindende Schau Vorführungen an Land und auf dem Wasser, sowie eine besondere Ausstellung werden darüber hinaus jedem Teilnehmer Einblick in das Aufgabengebiet und die Entwicklung der Marine gewähren und so besonders dem Binnenländer vor Augen führen, daß das Wort ,.Seefahrt ist not" in der Reichsmarine feine kraftvolle Verwirklichung gefunden hat. Die „Marinevolkswoche" wird am 11. Juni 19 3 5 abends mit einem Festakt in der Kieler Nordostseehalle eröffnet und schließt am 16. Juni 1935 — dem B e - ginn der „Kieler Woche" — mit einer großen Parade sämtlicher Schiffsbesatzungen der Flotte und vieler Marine-Landtruppenteile. Mit der Durchführung der „Marinevolkswoche" ist vom Chef der Marineleitung das Kommando der Marine st ation der Ostsee (Leitung der „Marinevolkswoche") in Kiel beauftragt worden. Anfragen usw. sind unmittelbar dort- h i s zu richten.
ReichsmanneimDienstderWissenschast
Das deutsche Vermessungsschiff „M e - t e o r" hat eine sechswöchige Fahrt angetreten, die in die Gewässer um Island und Grönland führt, mitten hinein in die Zugstraße der barometrischen Mmima, also in die Heimat der Stürme. Diese Fahrt, die gleichzeitig Fischereischutzfahrt ist, wird dem „Meteor" große wissenschaftliche Aufgaben stellen. Neben dem eigentlichen Fischereischutz soll nämlich das Schiff durch hydrographische Arbeiten unter Island die schwierige Navigation in dem dorti- gen Gebiet für die Fischdampfer erleichtern. Ferner wird „Meteor" etwa 14 Tage lang ini Raum südlich von Grönland ozeanographische Arbeiten ausführen, zu denen der Direktor und einige Mitglieder des Instituts für Meereskunde eingeschifft worden sind. Es soll außerdem festgestellt werden, ob die vermutete Neufund- landschwelle, die sich von Neufundland nordöstlich bis zum Reykjanes-Rücken auf Island hin erstrecken soll, tatsächlich vorhanden ist. Die übrigen wissenschaftlichen Aufgaben ergänzen die Arbeiten, die das Vermessungsschiff „Meteor" in gemeinsamen Arbeiten mit Forschern und Wissenschaftlern des In
stitutes für Meereskunde, der Seewarte und des Wilhelmshavener Marine - Observatoriums durchgeführt hat. Das Vermessungsschiff „Meteor" steht unter dem Kommando des Fregatttenkapitäns Kurze, seine Besatzung besteht aus neun Offizieren und 120 Unteroffizieren und Mannschaften.
4,4 Millionen Arbeitswochen mehr in zwei Jahren.
K a r l s r u h e, 19. Febr. (DNB.) Ein interessanter Beitrag zur Arbeitsbeschaffung und ein überzeugender Beweis für den Aufstieg der Wirtschafl ist eine Statistik der Landesversicherungsanstalt B a - den. Während im Jahre 1932 18 042 764 Wochenbeitragsmarken verkauft worden find, ist diese Zahl im Jahre 1934 auf 22 431 525 gestiegen, so daß also im Jahre 1934 4,4 Millionen Arbeitswochen mehr zu verzeichnen sind als 1932. Die Zahl der Arbeitslosen in Baden ist von 191 000 im Jahre 1933 auf 90000 bis zum Herbst 1 93 4 gesunken. Für das Jahr 1934 war eine Beitragseinnahme von 24,5 Millionen NM. vorgesehen, während sie im Endergebnis 27,6 Millionen betrug, also 3,1 Millionen R M. mehr als vorgesehen war.
Für Verhandlungen auf gleichem Fuß. Die „Times" schlägt einen Besuch britischer Minister in Berlin vor, bevor die englisch-französische Aussprache weitergeht.
Hat England freie Hand?
Keine grundsätzliche Entscheidung des französischen Ministerrates.
Die Krastloserklämag der Goldklausel— ein Sieg Roosevelts.
Deutschland sei bereit, sofort über die vorgeschlagene Luftkonvention zu verhandeln, und es sei klar, daß der Abschluß selbst für sich allein einen ungeheuer stabilisierenden Wert haben würde. Es sei besser, mit teilweisen Vereinbarungen zu beginnen und langsam aufbauend auf eine allgemeine Regelung auszugehen, als anzunehmen, daß man auf der Stelle ein Universalheilmittel schaffen könne. Was verhandlungsreif sei, darüber müsse auch verhandelt werden, wenn auch mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß kein einziger Teil in Kraft treten werde, bevor die Gesamtregelung beendet ist. Die beste Hoffnung aber auf einen Fortschritt liege in einem britischen Besuch in Berlin.
man weiter, auf eine einfache Empfangsbestätigung beschränken, was der unmittelbaren Aussprache mit Deutschland einen größeren Spielraum lassen würde. Sie könnten aber auch durch eine gemeinsame Note unter Bekräftigung ihres Abkommens vom 3. Februar das deutsche Schriftstück grundsätzlich beantworten. Wahrscheinlich habe man sich weder für d i e eine noch d i e andere Formel entschieden. Die Blätter berichten übereinstimmend, daß Frankreich England freie Hand für die Behandlung der deutschen Antwort lasse, daß aber die diplomatische Vorbereitung eines deutsch-englischen Meinungsaustausches mehrere Wochen beanspruchen dürfte und daß die französisch- englische Erklärung vom 3. Februar ein Ganzes bilde, aus'dem kein Stück wie etwa das Luftabkommen herausgebrochen werden könne.
L o n d o n , 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie die „Times" meldet, hat sich der innerhalb des englischen Kabinetts bestehende Sonderausschuß für Abrüstungsfragen gestern lange Zeit mit der Antwort der deutschen Regierung auf die englisch-französischen Vorschläge befaßt. Man soll in diesem Ausschuß entschieden der Meinung sein, daß alle beteiligten Regierungen die englisch-französische Erklärung als Ganzes betrachten sollten. Deshalb werde voraussichtlich die deutsche Regierung ersucht werden, ihre Ansichten über sämtliche Vorschläge und nicht nur über das vorgeschlagene Luftabkommen mitzuteilen. Die verschiedenen Punkte brauchten nicht unbedingt in einer bestimmten Reihenfolge erörtert zu werden, der gesamte Fragenkreis müsse aber erörtert werden. Die Erklärung sei der Welt als eine geschlossene Einheit vorgelegt worden. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, daß irgendein Teil aus dem Ganzen herausgelöst wird.
In einem Leitaufsah mit dem Titel „Gleichheit bei Verhandlungen" seht sich „Times" dafür ein, daß Mitglieder des britischen Kabinetts möglich ft bald Berlin besuchen sollen, um mit dem Führer und Reichskanzler die englisch - französischen Vorschläge zu besprechen. Deutschland, das die Londoner Vorschläge zwar recht freundlich, aber sehr neutral ausgenommen habe, erhebe einen höflichen Einwand gegen das Festhalten an der englisch-französischen Grundlage, von der sie ausgegangen sei und rege an, daß der nächste Schritt in einem britischen Besuch in Berlin bestehen sollte. In Deutschland herrsche offenbar die Empfindung, daß besonders die Verhandlungen über das vorgeschlagene Luft- locarno zumindest im Gei st e von Locarno geführt werden sollten und daß dies nicht der Fall sei, wenn Frankreich und Großbritannien zwischen dem Empfang und der Absendung von Roten besondere Beratungen unter sich abhalten.
„Times" erklärt, es sei tatsächlich außerordentlich wünschenswert, daß ein Mitglied oder mehrere Mitglieder des britischen Kabinetts — von deutscher Seite werde auf die Mehrzahl Wert gelegt — einen Besuch in Berlin abstatten, wo allein eine vertrauliche Besprechung mit dem Manne möglich sei, der in Deutschland die Entscheidungin der Hand habe. Ebenso wichtig aber sei es, den Eindruck zu beseitigen, daß hinter dem englisch-französischen Ursprung des neuen Plans irgendwelche dunklen Absichten zu suchen seien. Simon habe bei seinem Weihnachtsaufenthalt in Paris nicht genügend Zeit gefunden, mit den französischen Ministern die vielen schwebenden Fragen durchzusprechen. Deshalb habe er einen Besuch in London vorgeschlagen. Das Ergebnis der Londoner Besprechung sei bei weitem weitreichender geworden, als die Urheber je gehofft hätten. Die Ergebnisse seien dann Deutschland in genau derselben Weise mitgeteilt worden, wie Italien und Belgien. Italien und Belgien hätten ebenso wenig wie Deutschland von dem bedeutsamen Vorschläge einer westeuropäischen Luftkonvention gewußt, bevor das gemeinsame Kommunique ausgegeben war. Deutschland sei somit bisher auf keinem anderen Fuß als dem voller Gleichberechtigung behandelt worden.
Immerhin fei es Tatsache, daß in Rom, Paris und London wichtige Besprechungen statt- gesunden hätten, bei denen Deutschland nicht beteiligt war. Das Ergebnis der Besprechungen sei aber gewesen, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sich enger gestalteten als jemals feit dem Kriege. Ebenso feien die franko- f i sch - b r i t i sch e n Beziehungen niemals herzlicher gewesen. Schließlich feien Frankreich und Rußland einander stetig nähergekommen. Für die Deutschen ergebe sich aus alledem der Eindruck, daß Deutschland ausgeschaltet bleibe, während andere Länder auf Grund fortgesetzter Zusammenkünfte dauernd bessere Freunde würden. Runmehr wünsche Adolf Hitler gerne den ganzen Umkreis europäischer Fragen mit einem Vertreter des Landes durchzufpre- chen.das der Garant des Locarnopaktes sei. Deshalb müsse der englische Besuch in Berlin Tatsache werden, und zwar je eher desto besser, besonders da Sir Iohn Simon in ungefähr einer Woche wiederum zu einem nichtpolitischen
Besuch nach Paris gehen werde.
Vor einem Jahr sei es sehr viel leichter gewesen, auf Grund eines deutschen Angebots zu einer Einigung zu kommen. Dies habe sich jetzt geändert.
Heute werde Deutschland sich sicherlich nicht mit einem Zahlenverhältnis deutscher Luftstreitkräfte zu denen anderer Länder begnügen, das es selbst vor einem Jahre vorgeschlagen habe. Heute verlange es Gleichheit in jeder Beziehung — Gleichheit auf dem Gebiet militärischer Geltung. Es sei unendlich besser, wenn ihm das geforderte a u f Grund freundschaftlicher Vereinbarungen zukomme und nicht auf Grund einer Reihe herausfordernder Handlangen auf deutscher Seite und von widerwilligen Zugeständnissen seitens der anderen. Deshalb fordert „Times" von den Nutznießern des Versailler Vertrages, daß sie nicht zauderten, Deutschland für frei von den Rüstungsbeschränkungen im Teil V des Versailler Vertrages zu erklären unter der Voraussetzung, daß alle Länder in gleicher Weise sich einer planmäßigen R ü st u n g s b e g r e n - 3 u n g unterwerfen.
Paris, 20. Febr. (DNB.-Funkfpruch.) Eine grundsätzliche Entscheidung über die Behandlung der deutschen Antwort ist vom gestrigen Ministerrat nicht getroffen worden. Außenminister L a - v a l hat die deutsche Antwort erläutert und ist alsdann unter Bezugnahme auf einen telegraphischen Bericht des französischen Botschafters in London, Cardin, über seine Besprechungen mit Sir John Simon auf den französisch-englischen Meinungsaustausch eingegangen. Frankreich kenne die englische Gradlinigkeit zu gut, als daß es die geringste Befürchtung über die Einhaltung des gemeinsamen Standpunktes hegen könnte. Die französische Regierung würde es begrüßen, wenn die von Deutschland angeregte zweiseitige Aussprache die Regelung sämtlicher schwebenden Fragen erleichtern könnte.
Frankreich und England könnten sich, so erklärt
Wie gestern schon kurz gemeldet, hat das amerikanische Bundesgericht mit der knappen Mehrheit von fünf gegen vier Stimmen folgende Entscheidung getroffen: Dem Kongreß stand nach der Verfassung das Recht zu, durch das Gesetz vom 5. Juni 1933 die Goldklausel in privaten Verträgen für nichtig zu erklären, da ihm die Gewalt über die Festsetzung der Währung zu- steht, und Personen, die beim Abschluß von Privatverträgen diese Klausel eingefügt haben, dies auf i h r eigenes Risiko und ohne amtliche Ermächtigung getan haben. Dagegen kann der Kongreß, der seinerzeit die Ausgabe von Liberty- Bonds mit einer Goldklausel beschloß, diese Verpflichtung, die durch den guten Glauben und durch den Kredit von Kongreß und Regierung garantiert war, nicht nach Belieben kündigen und sich dadurch einseitig einer lästigen Schuld entledigen. Insoweit ist das angeführte Gesetz verfassungswidrig. Die Bondsinhaber können die Bundesregierung jedoch nur verklagen, wenn sie einen tatsächlichen Schaden erlitten hätten, während sie für entgangenen Gewinn keinerlei Entschädigung beanspruchen können. Sollten ausländische Besitzer amerikanischer Bonds ihre Regierungen auffordern, bei den Vereinigten Staaten gegen die Entscheidung Einspruch zu erheben, so wird dazu erklärt, daß die Bonds rein innere Schuldverschreibungen seien. Ausländer, die solche kauften, unterstellten sich in jeder Beziehung dem Gesetz der Vereinigten Staaten.
Um die Bedeutung dieses Urteils zu verstehen, muß man sich an die Kämpfe erinnern, die bei uns während der Inflation um die Aufrechterhaltung des Rechtssatzes „M a r k gleich Mar k" geführt worden sind. In den Vereinigten Staaten handelt es sich zwar nicht um eine Inflation im eigentlichen Sinne, sondern um eine künstliche Abwertung des Dollars. Um so schwieriger war es für das oberste amerikanische Gericht, zu der Frage der Gleichsetzung dieses künstlich und planmäßig abgewerteten Dollars mit dem Golddollar Stellung zu nehmen. Mehrfach hatte das Oberste Bundesgericht die endgültige Entscheidung verschoben, ein Beweis, wie außergewöhnlich schwierig es war, die rechtliche Stellungnahme in der Goldklauselfrage mit den politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Ein Spalt schien zwischen den nationalen Erfordernissen des Landes und den bisher geübten formalen Rechtsgrundsätzen aufgerissen zu sein. Die amerikanische Rechtsprechung hat es aber verstanden, diesen Spalt zu überbrücken. Das Gericht ist zu der Auffassung gelangt, daß eine Einlösung in Gold dem Gläubiger
einen unberechtigten Gewinn zuschanzen würde. Theoretisch dagegen ist in der Entscheidung des Obersten Bundesgerichts die Regierungspolitik scharf kritisiert worden. Vor allem steht das Bundesgericht auf dem Standpunkt, die Uedertra- gung legislativer Machtbefugnisse an den Präsidenten, also der Befugnisse, die lediglich dem Kongreß zustehen, sei unzulässig. In der Theorie ist also die Diktatur Roosevelts in Wirtschaftsdingen tot, in der Praxis aber erlebt sie eine Verstärkung ihrer Macht.
Das salomonische Urteil wird erklärlich, wenn man sich vergegenwärtigt, wasaufdemSpiele st a n d. Die Goldklausel in den laufenden Verträgen waren ungeheuer hoch. Man berechnet, daß die Bundesregierung etwa 15, die Staaten und Gemeinden 28, die Privatfirmen etwa 155 Milliarden Dollar mehr aufwenden müßten, wenn die Verträge nach ihrem Wortlaut in Gold ein-gelöft würden. Das wäre geradezu eine Zerrüttung der Basis bes,Vertraue ns gewesen, die Folgen wären ungeheuerlich, und der Bundesgerichtshof ist davor zurückgeschreckt, da papierene Rechte nicht dazu da sind, damit die Welt zugrunde gehe. In der amerikanischen Oeffentlichkeit wurde häufig die Meinung vertreten, die amerikanische Regierung werde es überhaupt nicht zur Fällung eines Urteilsspruches kommen lassen, sondern sich vielmehr auf den Standpunkt stellen, daß es nicht die Ausgabe der Gerichte sein könne, in einer Frage von so ungeheurer politischer und wirtschaftlicher Bedeutung die von der Regierung im Interesse des Landes als notwendig erkannten Maßnahmen auf ihre rechtlichen Grundlagen hin zu untersuchen und damit ihre Wirksamkeit zu gefährden. Aber Präsident Roosevelt hatte zu den obersten Richtern des Landes das Vertrauen, daß sie neben den rechtlichen auch die politischen und nationalwirtschaftlichen Gesichtspunkte der Währungsaktion der Regierung zu würdigen wissen würden. In diesem Vertrauen hat er sich, wie das Urteil beweist, nicht getäuscht.
Das oberste amerikanische Gericht hat einen grundlegenden Unterschied zwischen privaten und Regierungs-Verpflichtungen gemacht. Es hat die Aufhebung der Goldklausel für private Schuldverpflichtungen als verfassungsmäßig anerkannt. Diese Frage ist es, auf die es im wesentlichen ankommt. Wenn das Gericht andererseits die Aufhebung der Goldklausel für Regierungsverpflichtungen als verfassungswidrig bezeichnet hat, so ist das von geringerer praktischer Bedeutung. Denn die Regierung kann jederzeit durch besondere gesetzgeberische Maßnahmen die Rückzahlung und Verzinsung der staatlichen Anleihen
in Papierdoll ar regeln. Die Anerkennung des Rechts der Regierung für die privaten Schuld^ Verpflichtungen den Papierdollar dem Golddollar gleichzufetzen und die Einlösung in Papierdollar gemäß den vereinbarten Bedingungen anzuordnen, bedeutet daher einen entscheidenden Sieg Roos e- v e l t s, der nun die Möglichkeit hat, auf der ganzen Linie den Papierdollar an die Stelle des Golddollars zu fetzen, ohne daß das auf gerichtlichem Wege angefochten werden kann.
Die amerikanischen Richter haben also einen Weg gefunden, das formale Recht mit den Bedürfnissen des Staates und der Wirtschaft in Uebereinstim-- mung zu bringen. Wie man auch die Maßnahme der Dollarabwertung unter weltwirtschaftlichen und währungspolitischen Gesichtspunkten beurteilen mag, wird man es billigen müssen, daß nunmehr eine sichere Rechtsgrundlage geschaffen worden ist. Ein anderer Urteilsspruch hätte nur neue Unsicherheit und neue Währungsschwankungen Hervorrufen können, ohne daß es praktisch möglich gewesen wäre, die einmal vorgenommenen Maßnahmen wieder rückgängig zu machen. Die jetzt gefällte Entscheidung wird daher voraussichtlich zu einer Festigung der Devisen- wie auch der Waren- und Effektenmärkte führen. Das aber ist es, was die Weltwirtschaft heute in erster Linie braucht.
Schweden
und das neue Deutschland.
Die Schwester Karin Görings spricht in Berlin.
DNB. Berlin, 19. Febr. Im Preußenhaus sprach auf Einladung der Nordischen Gesellschaft Gräfin Fanny Wilamowitz - 331*0 Ikendorfs, die Schwester der verstorbenen Gattin des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring. Der Saal war mit den Flaggen Deutschlands und Schwedens geschmückt.
Die Schwester Karin Görings wurde lebhaft begrüßt. Sie gab ihrer Freude Ausdruck, hier im neuen Deutschland sprechen zu dürfen. Sie fühle sich nicht in der Fremde, sondern wolle a l s Freundin betrachtet werden. Was jetzt in Deutschland vor sich gehe, fei nicht Geschichte, sondern Geschichtswende, und nirgends in der ganzen Welt würden die Ereignisse des Dritten Reiches so verfolgt wie in Schweden. Bewundernd erkenne man an, daß hier gehandelt werde und nicht gejammert, daß man nicht die Arbeitslosigkeit beklage, sondern sie beseitige, daß man nicht die Armen bemitleide, sondern eine Kette helfender Hände schaffe. Nur die, die nicht wissen, was Deutschland in den vergangenen Jahren durchgemacht habe, werden über das eine oder über das andere den Kopf schütteln.
Die Vortragende führte sodann ihren Hörern im Lichtbilde ihre Heimat, S ch w e d e n , vor und ließ vor ihren Augen dieses Land in seiner ruhmreichen Geschichte, seiner herrlichen Natur und seinen Bewohnern mit ihren altüberlieferten Sitten und Gebräuchen erstehen. Sie wies darauf hin, daß man es in Schweden besonders dankbar anerkenne, daß das Dritte Reich der Gefahr der Entwertung der höchsten Werte des Volkes erfolgreich entgegentrete und äußerte als ihren großen Wunsch, daß Gott das freie und stolze neue Deutschland segnen möge.
Auf vorgeschobenem posten.
Die europäische Kultursendung des Memeldeutschtums.
Basel, 19. Febr. (DNB.) das „Berner Tageblatt" schreibt über die Zustände im Memelgebiet und den Prozeß gegen die Führer der beiden großen deutschen Parteien: „Das Ergebnis der Untersuchungen und Zeugenverhöre ist für einen objektiven Betrachter bisher sehr mager gewesen. Es zeigt sich, daß man den Angeklagten f einerlei politisch belastende Beziehungen zu offiziellen deutschen Stellen nachweisen kann, daß es sich vielmehr um nichts anderes als um eine rege geistige Verbindung des abgetrennten deutschen Volksteiles zu seinem Mutterlande handelt. Don einer zielbewußten Einmischungspolitik der deutschen Regierung und einer staatsfeindlichen Haltung der deutschen Memelländer kann aber nicht die Rede sein. Die litauische Regierung begnügt sich auch keineswegs damit, die nationalsozialistischen Tendenzen der Deutschen zu brandmarken, sondern sie hat es im Grunde auf das Deutschtum als solches abgesehen. Dies beweist ganz klar ihre radikale Kulturpolitik. Aber das Aufgeben des Deutschtums im Memelgebiet wäre nicht nur der Sieg einer unentwickelten Kultur über eine hochstehende, sondern es bedeutete ein Vordringen Asiens in den europäischen Kulturraum.
Dr. Goebbels
an die Reichspresseschule.
Berlin, 19. Febr. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing den ersten Lehrgang der R e i ch s p r e s s e s ch u l e, in der die jungen Schriftleiter in Ausbildung einer abschließenden menschlichen und fachlichen Generalprobe unterzogen werden. Die Schule untersteht dem Reichsverband der Deutschen Presse und dient der Förderung und Auslese des Schriftleiternachwuchses.
Der Minister erinnerte an die grundlegenden Aenderungen im Pressewesen. Heute sei die Presse sozusagen zu einem öffentlichen Beruf gestempelt. Die angehenden Journalisten müßten sich immer vor Augen halten, daß sie nicht für sich, sondern für d i e Oeffentlichkeit wirken. Es gelte d i e Verbindung zum Volk zu behalten. Ueberall gebe es Menschen, die das Volk nicht kennen und die deshalb auch das Volk nicht kenne. Das fei besonders in den Jahren vor der Machtergreifung in der Presse so gewesen, und man könne sich deshalb nicht wundern, daß ein Teil des Leserpublikums dadurch auch seinerseits das Vertrauen zu dieser Art Presse verloren habe.
Die Verbindung zum Volt kann man nur finden durch unsere B e w e g.u n g, die der Treuhänder und Dolmetsch des Volkswillens ist. Ich kann deshalb nur wünschen, daß Sie zu dieser Bewegung e in sehr tapferes und ein sehr persönliches Verhä11nis bekommen. Wir vertrauen auf die junge Generation! Ich mochte Sie deshalb bitten, in den kämpferischen und künstlerischen Journalisten des Nationalsozialismus Ihre Vorbilder zu sehen. Wenn diese Männer auch manchmal nicht die technische Routine besitzen — sie sind den anderen überlegen in der Leiden«


