Ausgabe 
19.12.1935
 
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oerwertiges Liedergut kann nicht mehr auf Ge­nehmigung rechnen. Man war sich in der Sitzung allgemein' darüber klar, daß die Einführung der neuen Richtlinien einen Markstein in der Entwick­lung und Erneuerung des deutschen Chorgesanges bedeuten. Der Deutsche Sängerbund bezweckt da­mit die erzieherische und künstlerische Förderung der Vereine und eine systematische Steigerung ihrer technischen und gesanglichen Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig soll dadurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und vertieft werden. Die Ausschaltung aller üblen Leidenschaften und die Wahrung absoluter Sängerehrlichkeit ist der wahre Hintergrund für die Neuregelung des Wertungssingens in der Zukunft.

Richtfeste bei der katholischen Kirche.

Man berichtet uns: Vor etwa einem Vierteljahr hielt die Leitung der katholischen Kirche für die Handwerksleute der Baufirma Ab er mann und der Zimmerei Nuhn- Lollar anläßlich der Fertig­stellung des Dachgebälks am neuen Kirchturm ein erstes Richtfest ab. Dabei hatten sich Kirchenvorstand und Geistlichkeit vollzählig eingefunden, um sowohl dadurch, als auch durch persönliche Bewirtung und im gemeinsamen Austausch den Arbeitern Dank und Anerkennung zu zollen für die besonders gefahrvol­len Leistungen, die sie gerade bei diesem Bauwerk bis 60 Meter hoch hinauf vollbringen mußten.

Inzwischen haben auch der Erweiterungsbau des Kirchenschiffs und der kleine Turm ihr Dachgebälk erhalten, und ein zweites Mal versammelte dieser Tage die Bauleitung die Maurer von Aber- mann, diesmal mit den Zimmerleuten der Firma Bell- Oppershofen zu einem Richtfest um sich.

Bei beiden Anlässen würdigte der Kirchenvorstand die Achtung verdienenden Leistungen, die die Hand­werker an diesem Bauwerk vollbringen mußten. Die hier mitgearbeitet hätten, dürften stolz darauf sein, an einem schönen Bauwerk gearbeitet zu haben, das durch Gestaltung und Größe eine neue Zierde der Stadt bilde und dem Gepräge des Stadtbildes bestimmenden Ausdruck verleihe. So oft sei er da­rauf angesprochen worden, wie emsig doch an der Kirche gearbeitet werde, ein Urteil, das er nur be­stens bekräftigen könne. Er sage herzlichen Dank allen, die hier so tüchtige Hanowerksarbeit voll­bracht hätten.

Ein Vertreter der Firma Abermann beglück­wünschte den Kirchenvorstand dazu, daß er mit diesen Anbauten des Turms und der Kirche die Vollendung eines Werkes erfahren dürfe, das er selbst begonnen und für das er sich durch lange Jahre mit Ausdauer und Zielbewußtsein eingesetzt habe. Er erblicke in den Einladungen zu den Richt­festen Anerkennung für die tüchtigen Leistungen, die die Werkleute geschaffen hätten, und danke zugleich diesen, daß sie durch die bewiesenen Kunstfertig­keiten an solchen, seit Jahrzehnten wieder erstmali­gen Arbeiten sowohl den bewährten Traditionen ihrer Firma Ehre gemacht, als auch den Forderun­gen des neuen Reiches nach Vertiefung der Hand­werksleitung in so ausdrucksvoller Weise entsprochen hätten.

Für die Bauleitung gab Dipl.-Jng. Schmidt seiner Anerkennung Ausdruck für die tüchtigen Leistungen und gute Zusammenarbeit aller Be­teiligten.

Polier Dem gab für seine Maurer noch ein­mal einen Einblick in besonders schwierige Situa­tionen des Gerüstbaues und hob einzelne Leistungen seiner besonders kaltblütigen Kletterer hervor. Er vermittelte weiter mit genauen Zahlen einen Ein­blick in die riesigen Mengen Materials und deren Bewegungen, die für Turm und Kirche erforderlich waren. Mit seinem Dank für das gebotene Richt­fest verband er sodann die Mahnung, des Führers zu gedenken, in dessen großes Aufbauwerk sich auch diese Neubauten zweckdienlich einfüaten.

Nachdem beim ersten Richtfest Polier Nuhn, beim letzten Herr Bell für die von ihnen ver­tretenen Zimmergeschäfte gleichen Namens ihren Dank und beste Wünsche für das Bauwerk zum Ausdruck gebracht hatten, kam durch Hilfsarbeiter Hammel der Humor zu seinem Recht. Er gab in mundartlicher Dichtung Begebenheiten aus der Bauzeit zum besten, inzünftig derber Art kleine Schwächen einzelner Kameraden glossierend. Zwei Zimmergesellen brachten ihr zünftiges Klatschlied zum Vortrag. ..

Mit dem gemütvollen Gesang unserer unerschöpf­lichen Volkslieder nahmen die Richtfeste einen har- manischen Verlauf.

Am Riegelpfad 30; 10. Friedrich Engel, Postafststent i. R., 77 Jahre alt, Stephanstraße 14; 10. Ernst Müller, Pfarrer, 66 Jahre alt, Bismarckstraße 45; 11. Clara Nagel, geb. Gerhard, 42 Jahre alt, Am Kugelberg 63; 11. Katharine Seuling, geb. Schwarz, Wwe., 84 Jahre alt. Am Kugelberg 4; 13. Luise Flick, Lehrerin i. R., 58 Jahre alt, Ludwigstraße 39; 14. Wilhelm Hebbel, Gerichtsvollzieher i. R., 65 Jahre alt, Wilhelmstraße 6; 14. Lina Dörfner, geb. Ziegler, Wwe., 51 Jahre alt, Kaiserallee 19.

Schöffengericht Gießen.

In der gestrigen Sitzung beschäftigte sich das Ge­richt mit dem Hermann Euler und dem Hermann Christmann, beide aus Gießen, wegen Dieb- tahls bzw Sachhehlerei usw. Etwa seit dem Jahre 1924 war der Angeklagte Euler beim Schlachthof in Gießen beschäftigt. In dieser Eigenschaft hatte er die Konfiskalkasten zu leeren und die dort unter- gebrachten, mit irgendwelchen Fehlern behafteten Fleischteile in den Abdeckereiraum zu verbringen. Anläßlich einer Revision des Abdeckereiraumes und der Konfiskalkasten bemerkte man, daß sogenannte verworfene" Lebern abhanden gekommen waren. Da Euler zu den Räumlichkeiten Zugang hatte, fiel der Verdacht sofort auf ihn, und er verdichtete sich nwhr und mehr, als man am 12. August d. I. von acht beschlagnahmten Schweinelebern vier zeichnete und bei der Revision am gleichen Tage diese Lebern nicht mehr vorhanden waren. Man stellte schließlich fest, daß der Angeklagte Christ mann mehr Lebern verwandte, als er Tiere schlachtete. Bei einer Untersuchung der Kühl- und Pökelzellen des Christ­mann sand man die vier vorbezeichneten Lebern, die ihm von Euler gegen Zahlung kleinerer Be­träge überlassen wurden. C h r i st m a n n verwandte

seinerseits das krankhafte, gesundheitsschädigende Fleisch, das er sozusagen ständig von Euler be­zog, zur Herstellung minderwertiger Wurst, die er als vollwertig verkaufte

Während Euler die Tat unumwunden zugab, aber auf dem Standpunkt stand, daß es sich um ge­nießbares Fleisch handelte, leugnete Christmann hartnäckig. Die Beweisaufnahme ergab jedoch ein­wandfrei die Schuld des Angeklagten.

Das Gericht erkannte gegen Euler wegen eines fortgesetzten Diebstahls, sowie eines fortgesetzten Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz auf neun Monate, gegen Christmann wegen fortge­setzter Sachhehlerei, sowie wegen eines fortgesetzten Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz in Tatein­heit mit Betrug auf ein Jahr Gefängnis. Zugleich wurde angeordnet, daß die rechtskräftige Verurteilung der Angeklagten auf ihre Kosten in den beiden Gießener Tageszeitungen öffentlich be­kanntzumachen ist.

An Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis­strafe von 20 Tagen wurde der H. B. G. aus Ul­richstein wegen Urkundenfälschung mit 10 0 R M. Geldstrafe belegt. Wegen eines Vergehens gegen die Reichsabgabenordnung erhielt er 5 0 RM. Geldstrafe. Durch Fälschung von Urkunden ver­suchte der Angeklagte, im Juni 1935 gezahlte Schlachtsteuern zurückzuverlangen.

Wegen Beleidigung wurden der K. St. aus Stumpertenrod, der K. Sch. aus Ermenrod und der H. V. aus Gelnhaar zu je drei Wochen Gefängnis verurteilt.

Der M. W. aus Offenbach wurde wegen Sittlich­keitsverbrechens zu zwei Monaten Ge­fängnis verurteilt.

Das sind unsere Wahlziffern!

Vor der Kreisführung des WHW. in Gießen wird uns mitgeteilt:

Auf der Kreisführung des WHW. Gießen liegen

RM. Damit ist Geilshausen im Verhältnis zur Be­völkerungszahl nicht nur im Gau Hessen-Nassau, sondern in ganz Süddeutschland die Gemeinde, die

Ortsgruppenverzeichnis.

nunmehr von den Geldsammlungen dieses Monats die genaue Ergebnisse vor. Sie_ zeugen wiederum von der Opferfreudigkeit der Bevölkerung in Stadt und Kreis Gießen. Während noch vor einigen Jahren ähnlichen Ziffern in ähnlichen Ta­bellen alle paar Monate die Spalten unserer Zei­tungen füllten, tun sie es auch heute wieder. Nur handelte es sich damals um Stimmzahlen für Dutzende von Parteien, die die Rettung Deutsch­lands auf ihr Banner geschrieben hatten, die aber nicht verhindern konnten, daß trotz häufiger Be­

fragung des deutschen Volkes das deutsche Volk langsam dem Ruin zueilte. Heute sind diese Zahlen das Sinnbild echter Volksgemein­schaft, der Ausdruck des geeinten Aufbau- willens eines Volkes, das der Partei seines Füh­rers folgend alle Kraft zusammennimmt, um den damals in Not geratenen deutschen Brüdern hel­fen zu können. Und so soll die folgende Ausstellung nicht nur eine öffentliche Quittung über die einge­gangenen Beträge sein, sondern für uns alle ein Ansporn, in diesem großen Liebeswerk des deutschen Volkes nicht zu erlahmen.

Besondere Hervorhebung verdient das Sammel- ergebnis vom Tag der nationalen Solidarität der Ortsgruppe Geilshausen, der außer Geils-: hausen noch die Orte Lumda und Odenhausen angehören. Alle drei Orte zählen zusammen 12931 Einwohner Das Sammelergebnis betrug 442,30

an der Spitze steht. Nachfolgend die genaue Auf­stellung:

Der erste lag der h Z. ist da! Ihr alle! helft der HZ. helfen!

Auch die Augen der Aermsten sollen an Weih­nachten vor Freude strahlen. Der Glanz in den Augen der Zugend soll überall wieder leuchten!

Gebt! Geben und Schenken

i st r e i n st e s G l ü ck!

Edelstein- Tag der

Plakette nat. Solidarität Eintopf

RM.

RM.

RM.

Allendorf (Lda.)

89,80

146,65

138,90

Alten-Bufeck

42,10

78,74

66,81

Annerod

26,60

158,

43,75

Bellersheim

47,25

77,89

58,35

Beltershain

48,25

140,

51,65

Bersrod

95,70

168,73

122,60

Bettenhausen

62,88

97,44

119,50

Ettingshausen

60,65

216,80

68,75

Geilshausen

62,60

442,30

64,20

Gießen-Mitte )

)

1064,45

Gießen-Nord )

3380,12

) 5589,68

809,01

Gießen-Ost )

)

819,17

Gießen-Süd )

)

933,44

Großen-Buseck

83,31

161,90

125,75

Großen-Linden

150,50

518,55

276,35

Grünberg

240,

353,11

297,45

Grüningen

133,87

89,89

71,10

Harbach

38,45

45,41

33,40

Heuchelheim

106,38

151,13

223,75

Hungen

182,75

578,86

267,35

Klein-Linden

116,27

161,23

195,30

Lang-Göns

157,01

282,05

174,75

Lich

109,12

164,

344,50

Lollar

108,

246,93

280,10

Londorf

103,72

113,64

106,35

Mainzlar

77,21

145,54

140,45

Ober-Bessingen

55,90

187,46

69,40

Rodheim

36,52

49,91

41,20

Saasen

27,42

116,75

43,90

Steinbach

63,37

229,73

107,10

Trais-Horloff

44,11

93,89

90,70

Watzenb.-Steinbero

62,15

95,36

139,40

Weitershain

29,92

133,60

55,35

Wieseck

87,35

136,05

246,80

Gaststätten

,

,

218,20

Zusammen

5929,28

11171,22

7909,23

Weitere Geldspenden für das WHW.

Dreimal mehr verbilligte Marmelade als im Vorjahr

Seit mehr als vier Wochen ist wieder die ver­billigte Marmelade auf dem Markt, die von den Gliederungen des Reichsnährstandes mit Hilfe der von der Zuckerindustrie zur Verfügung gestellten Mittel herausgebracht wurde. Diesmal handelt es sich um die dreifache Menge der im vergangenen Winter auf den Markt gekommenen Ware, nämlich um rund 2 Millionen Zentner für das Wirtschafts­jahr 1935'36, die jetzt zu dem verbilligten Klein­verkaufspreis von 32 Pfennig je Pfund in den Geschäften zu haben ist. Es ist kein Wunder, daß die Hausfrau gern zu dieser verbilligten Marmelade greift. Die Qualität dieser Ware ist ganz besonders gut und wird auch künftig durch verschärfte Her­stellungsbedingungen gesichert, lieber die sonstigen gesetzlichen Vorschriften hinaus ist für die Fabrika­tion dieser Marmelade die Verwendung erheblicher Mengen von Edelobst vorgeschrieben. Dadurch ist die Marmelade zu einem ausgezeichneten Brotauf­strichmittel geworden, das von dem Verbraucher gerne gekauft wird und geeignet ist, auch über die gegenwärtige Verknappung auf dem Fettmarkt hin­wegzuhelfen. Der Kleinhandel hat von der bis Mitte Dezember freigegebenen Menge bereits be­trächtliche Vorräte auf Lager genommen. Damit ist eine erhebliche Vermehrung der Brotaufstrichmen­gen erreicht, und zwar in einer Güte, die jeden Vergleich aushält, und zu einem Preis, der für jeden erschwinglich ist

** Von der Universität. Von der Presse­stelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Führer und Reichskanzler hat den Veterinär­rat Dr. Richard Stand fuß aus Potsdam mit Wirkung vom 1. April 1935 ab zum ordentlichen Professor in der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Gießen ernannt, mit der Verpflichtung, daß LehrgebietAnimalische Nahrungsmittelkunde" zu vertreten.

** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 3. August Petri, Schriftsetzer, 41 Jahre alt, Wall­torstraße 67, 5. Mathilde Becker, geb. May, Wwe., 71 Jahre alt, Kaiserallee 1; 8. Dr. Albert Jesionek, Universitäts-Professor i. R., 66 Jahre alt, Frank­furter Straße 29; 8. August Seibert, Büroange­stellter, 39 Jahre alt, Grabenstraße 9: 9. Heinrich Schneider, Rentner, 75 Jahre alt, Stephanstraße 44; 10. Brigitte Meisel, 2 Jahre alt, Weidengasse 7; 10. Magdalene Grimm, geb. Lang, 72 Jahre alt.

Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden 24 747.30 RM.

5. Dez.: Kriegerverein Oueckborn 4 RM.; Krie­gerkameradschaft Beltershain 5; Spar und Dor­schußkasse Mainzlar 10; Freiw. Feuerwehr Daub- ringen 5; Westerwald-Verein Gießen 8; Spar­und Darlehenskasse Lollar 50; Firma A. Reinig, Gießen, 20; Frau Luise Reuning Gießen. 10; Juhu-Verein Lich 5; Ingenieur Ldw. Schunk, Gießen, 25; VAE. Gießen 20.

6. Dez: Kavallerie-Verein, Gießen, 20 RM.; Kriegerkameradschaft Oppenrod 5; Christliche Ge­meinschaft Gießen 5; Gesangverein Konkordia Langsdorf 10; Vereinigung ehemaliger Angehöri­ger des Real-Gymnasiums 20; Verein Deutscher Chemiker 20; Dr. Pauly, Gießen, 100; Freiherr von Lemmers, Gießen, 11.

7. Dev. Richtfest Abermann bei GAGFAG. 50,50 RM.; Brieftaubenverein Hungen 5; Bezugs­und Absatzgenossenschaft Leihgestern 50; Spar- und Darlehenskasse Watzenborn-Steinberg 50; Kirchen­chor Treis a. d. Lumda 3; Prof. Dr. Messer, Gie­ßen, 20.

8. Dez.: Postkegelverein Gießen 10 RM.

9. Dez.: Geflügel- und Brieftaubenverein Lollar 10 RM.; Turnverein Lollar 5; Landwirtschaftlicher Konsumverein Mendorf a. d. Lumda 15; Freiwil­lige Feuerwehr Hausen 5,50; Akademischer Gesang­verein Gießen 10; Bezugs- und Absatz-Genossen­schaft Eberstadt 10; Gesangverein Jugendtreu Oueckborn 3; Turnverein Kesselbach 5; Gießener Hochschulgesellschaft 20; Kegelklub Erholung 10,70; Orchesterverein Gießen 5.

10. Dez.: Spar- und Darlehenskasse Großen-Linden 25 RM.; Radfahrervereinigung Klein Linden 10; Evangelische Frauenhilfe Geilshausen 10; Kleintier- zuchtoerein Daubringen 10,40; Spar- und Dar­lehenskasse Wieseck 25; Turnverein Klein-Linden 10; Kriegerkameradschaft Kyffhäuser Mendorf 5; Gesangverein Viktoria Garbenteich 8,60; Nieder­hausen und Co. 15; Deutsche Strenographenschaft Gießen 15; Evangelische Frauenhilfe Odenhausen 5; Turnverein Obbornhofen 5; Hubertus-Verein Gießen 20.

11. Dez.: Deutscher Sprachverein Gießen

10 RM.

12. Dez.: Oberhessrscher Gebirgsoerein Gießen 20 RM; Kriegerkameradschaft Muschenheim 5; Kegelkranz Vorwärts Wieseck 35; Jüngerer Vieh- versicherungsverein Wieseck 10; Radfahrer-Verein Münster 3; Bezugs- und Absatz-Genossenschaft Ober-Hörgern 10; Kanarienzucht- und Vogelzucht-

verein Gießen 5; Kananenzüchterbezirk Gießen 5.

13. Dez.: Postkegelverein Gießen 5 RM.; Gesang­verein Eintracht, Inheiden 5; Bezugs- und Absatz­genossenschaft, Stangenrod 10; Pferdeversicherungs- verein Grünberg 10; Altersvereinigung 1883/1933, Gießen 20; Kriegerkameradschaft Watzenborn-Stein­berg 10; Kriegerkameradschaft Wieseck 20; Brief­taubenklub Gießen 10; Borromäusverein Gießen 5; Katholische Jungfrauenkongregation Gießen 5; Hch. Dippel III., Albach 18; Postverein 1906, Gießen 15;

1 Freiwillige Feuerwehr Annerod 5; Ministerial­direktor Urstadt 13; Johannes Mewes, Gießen 5.

14. Dez.: Gesangverein Liederkranz, Stockhausen 5 RM.; Kameradschaft der Leibgardisten, Gießen 12; Altersvereinigung 1882/1932, Gießen 15; Evangel. Frauenhilfe, Eberstadt 10; E. Weyl, Gießen 25; Sammlung im UC. 5,20.

16. Dez.: Obst- und Gartenbauverein, Wieseck 5 RM.; Sportverein Villingen 3; Gesangverein Neue Eintracht, Ober-Bessingen 3.

17. Dez.: Bezugs- und Absatzgenossenschaft Dorf- Gill 20 RM: Kriegeroerein Bettenhausen 5; Ge­sangverein Sängerkranz, Rodheim 10; 76. Reserve- Division 20; Frauengemeinschaft für Körperschulung 25; Gesangverein Heiterkeit, Gießen 5.

Lohnspenden von Arbeitnehmern.

5. Dez.: Gefolgschaft Kaeß Nachf., Gießen 5,80 RM.; Kulturbauamt Gießen 5,30; Firma Faber, Schepp & Weimer, Gießen 5,70; Gailsche Tonwerke 47,70.

6. Dez.: Friedrich Teipel, Gießen 12,39 RM.; Bänninger, Gießen 237,80; Gemeindebeamten,Hun­gen 15,81; Schuhhaus Darrs, Gießen 18,35; Stem- pel-Kreuter, Gießen 25,87; Zigarren-Möser, Gießen 14,15; Georg Philipp Gail, Gießen 58,50; Pelikan- Apotheke 9,70: Verbrauchergenossenschaft Gießen 64,20; Malex, Kesselbach 9,55; Franz Bette, Gießen 12,35; DAF., Gießen-Mitte 149,20; Betriebsgemein­schaft Provinzial-Verwaltung, Gießen 403,80; In­stitut für Pflanzenbau 10,20.

7. Dez.: Fliegerhorstkommandantur, Kassel 7 RM.; Milchzentrale Gießen 22,87; Bekrusa, Gießen 14.80; Adolf Geisse, Gießen 15,25; P. I. Möbs, Gießen 64,96; Verein Aliceschule, Gießen 32,30; Veterinär­klinik und Institut, Gießen 56,60; W. Frey, Lang- Göns 11,65; I. B. Häuser, Gießen 37,20.

9. Dez.: Finanzkasse Hungen 15,85 RM.; Opel- Motorwagen, Gießenl7,30; Kasse der Landesuniver- fität, Gießen 965,68; Wilhelm Röhrig, Gießen 11,86; L. Bratfisch, Gießen 5; Münchowsche Druckerei, Gießen, 12,72; Brühlsche Druckerei, Gießen 103,65; Firma Abermann 99,80,

10. Dez.: Industrie- und Handelskammer 15,70 RM.;Harries & Co. 7,96; Theodor Köhler, Gießen 9,48; Pistor Nachf., Gießen 6,06; Gustav Geisse, Gießen, 30,90; W. Zimmer, Gießen 18,65; I. B. Noll, Gießen 167,45; Friedrich Guhr, Gießen 30,80.

11. Dez.: Didier-Werke, Mainzlar 115,02 RM.; Arbeitsamt Gießen 11,10; Tribus & Sundheim, Gießen 17,48; Frischdienst, Gießen 23,15; Franke & Co., Gießen 8,45; Textilhaus Graf 24,15; Orth. Universitätsklinik 27,02.

12. Dez.: DAF., Gießen 25,42 RM.; Herrenbeklei­dungshaus, Gießen 19,56.

13. Dez.: Baugeschäft Freitag, Gießen 44,39 RM.

14. Dez.: Landkrankenkaffe Gießen 8,50 RM.; Mannesmann-Röhren, Büro Gießen 6,60; Reichs- Luftschutzbund, Gießen 5,45; Singer-Nähmaschinen, Gießen 6,65; Eierteigwaren, Gießen 19,90.

16. Dez.: Fliegerhorstkommandantur, Kassel 29,15 RM : Deutsche Bank und Diskontogesellschaft 37,05; DAF., Gießen-Süd 107,49.

17. Dez.: Buderus, Lollar 433,82 RM.; Dampf­sägewerk B. Nuhn, Lollar 300; B. Nuhn, Lollar 26,90; Abendstern 42,04; Keil, Hattenrod 26,50; Dresdner Bank, Gießen 55,10.

Gesamtsumme 30 397,95 R7N.

Weiterhin wurde noch ein Bild von der Kunst­handlung Leib gestiftet.

(Siebener Wochenmarkkpreise.

* Gießen, 19. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weiß­kraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grün­kohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4, 10 Pfund 39 bis 41 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 bis 30 Mk., Birnen, das Pfund 12 bis 25 Pf., Nüsse 45 bis 55, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1,20 bis 1,25 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.

GebrüderEhrlich" vor Gericht.

Unsaubere und betrügerische Geschäfte zweier Juden.

LPD. Bad Vilbel, 18. Dez. Das Amtsgericht Vilbel hatte sich am Mittwoch mit einer Strafsache gegen die jüdischen Gebrüder Sally und Sigmund Ehrlich aus Nieder-Eschbach zu befassen, denen Steuerhinterziehung, Vergehen gegen das Schlachtsteuer- und Fleischbeschaugesetz, sowie andere Delikte zur Last gelegt wurden. Sigmund Ehrlich war außerdem beschuldigt, dem jüdischen Ritus entsprechend Tiere geschächtet zu haben, obwohl dies nach den neuen gesetzlichen Bestim­mungen strengstens verboten ist.

Im Juli dieses Jahres tauchte durch besondere Umstände der Verdacht auf, daß der jüdische Metz­ger Sigmund Ehrlich in Nieder-Eschbach mehrere Kälber geschächtet hatte. Die Polizeibehörde nahm daher, zumal einige Tage vorher in Oberhessen ein ähnlicher Fall festgestellt worden war, eine Be­sichtigung des Betriebes des Angeklagten vor. Da­bei fand man im Schlachthaus drei bereits ge­schlachtete Kälber, denen jedoch Kopf und Beine fehlten. Dieser Umstand und besonders auch die Tat­sache, daß die Tiere ohne vorherige Fleischbeschau und ohne Entrichtung der Schlachtsteuer getötet worden waren, verstärkten nur noch den Verdacht, daß man die Tiere geschächtet hatte. Hinzu kam noch, daß am Tage der Schlachtung ein im Dorfe als Schächter bekannter auswärtiger Jude bei Sig­mund Ehrlich zu Besuch war. Als man die weite­ren Räumlichkeiten besichttgte, mußte man fest­stellen, daß nicht nur der Metzgerladen selbst, son­dern auch das Schlachthaus einen äußerst schmutzi­gen Eindruck machten. Man fand Tierkadaver und Fleischreste, die zum Teil schon in Verwesung über­gegangen waren. Der Metzgereibetrieb wurde daraufhin geschlossen. Im Kuhstall des Gehöftes lag, in einen Sack gehüllt, ein geschlachtetes Kalb, das ebenfalls schon schlecht war. Wie Sigmund Ehrlich hierzu erklärte, hatte sein Bruder Sally diesen Sack mit Inhalt während seiner Abwesen­heit hierher gebracht.

Nun nahm man eine Durchsuchung der brüder­lichen Wohnung vor und machte dabei die Feststel­lung, daß Sally Ehrlich schon seit einem halben Jahre Tiere schlachtete, ohne hierzu überhaupt eine Genehmigung zu haben, die ihm nicht erteilt wor­den wäre. Die Schlachtungen hatte er zum Teil in seiner eigenen Waschküche, zum Teil bei seinem Bruder vorgenommen. Bücher führte er nicht und hatte auch während der ganzen Zeit keine Steu­ern abgeführt, so daß das Finanzamt nicht unwe­sentlich geschädigt wurde.

Das bei Sigmund Ehrlich vorgefundene halb­verweste Kalb hatte der Glaubensgenosse Oppen­heimer von einem Landwirt zum Fellpreise von 5 Mark gekauft. Bei diesem Kauf bemerkte der Landwirt ausdrücklich, daß das Tier schon fünf oder sechs Tage lang nichts gefreßen fjabc und krank fei. Trotzdem verkaufte es Oppenheimer als Schlach11ier für 16 Mark an Sally Oppen­heimer.

In der Gerichtsverhandlung konnte Sally Ehrlich, der übrigens schon zweimal vorbestraft ist, die ihm zur Last gelegten Vergehen nicht be­streiten und wurde daher wegen Vergehens gegen das Umsatzsteuergesetz, die Reichsabgabeordnung, das Schlachtsteuergesetz, die Gewerbeordnung, sowie wegen der weiteren Delikte zu insgesamt 550 Reichsmark Geldstrase verurteilt, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle für je 5 RM. ein Tag Gefängnis tritt.

Sigmund Ehrlich erhielt wegen fast der gleichen Vergehen eine Geldstrafe von ins­gesamt 2 60 RM. bzw. 5 2 Tage Ge­fängnis. Außerdem wurde er wegen Vergebens gegen das Gesetz über das Schlachten von Tieren und das Tierschutzgesetz zu einer Gefängnis« ftrafe von drei Monaten verurteilt. Ob­wohl der Sachverständige betonte, daß nach dem Befund eine Betäubung der in Frage stehenden Kälber nicht stattgefunden habe, daß außerdem die Tatsache, wie man den Hals der Tiere durch» schnitten habe, darauf schließen lasse, daß hier eine Schächtung vorliege, zumindest aber keine Betäu­bung, konnte ein einwandfreier Beweis für das dem Angeklagten zur Last gelegte Vergehen nicht geliefert werden.