Ausgabe 
19.12.1935
 
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Wald. Wir waren in Aegypten nicht so weit von der Heimat entfernt, daß es nicht möglich gewesen wäre, Tannenbäume aus unserem Lande kommen zu lassen. Meist kamen sie aus dem Schwarzwald, zum Teil auch aus dem Karst bei Triest, ßu Hun­derten trafen sie im Dezember mit den Schiffen in Alexandrien ein, große, mittlere und kleine Bäume. Die schwäbischen Metzger in den Markthallen von Alexandrien verkauften zu dieser Zeit nicht nur hei­misches Sauerkraut und Wurst, sondern auch deutsche Tannen. Die Bäume, die nicht in Alexandrien blie­ben, gingen von da mit den Expreßzügen ins ganze Aegyptenland, nach Kairo, Unter- und Oberägypten bis an die Grenze des Sudan, in jedes kleine ägyp­tische Städtchen, wo irgendein Deutscher, Ingenieur, Mechaniker oder was er sonst sein mochte, mit seiner Familie ansässig war. Es war wohl keine deutsche Familie in ganz Aegypten ohne Weihnachtstanne. Billig waren sie natürlich nicht; aber was tat es? Viel mehr als im deutschen Vaterland hatte ja hier im fernen Süden, im Land der Palmen, die deutsche Tanne zu sagen; sie war ein wunderbarer Gruß aus der Heimat, innigste, sichtbare Verbundenheit mit ihr. Einmal traf ich tausend Kilometer von Alexan­drien entfernt, bei Luxor in Oberägypten auf der Totenstätte des alten Theben ein paar deutsche Mechaniker, die in einem Pharaonen grab eine elektrische Leitung installierten; es war in den Tagen nach Weihnachten. Die guten Leute hatten in dem weit in die Felswand hineinführenden Grab­schacht ein Tannenbäumchen und arbeiteten im Blick auf seine Lichter. Deutsches Gemüt! Wie unsere Kriege^ im Feld im Unterstand. Wie nah waren diese Leute im heißen Pharaonengrab innerlich der Heimat, die in Schnee und Eis nun Weihnachten feierte.

Wie stimmungsvoll, ja herzerhebend war es auch, wenn unser schwarzer nu bischer Diener von der Deutschen Schule in Alexandrien vom Hafen auf einem Eselskarren, in Sackleinwand eingehüllt, die mächtige Tanne herbrachte und im Schulhof ablud. Wenn alle Schüler aus den Klassen zu­sammengerufen wurden und unter ihrem Jubel der Baum allmählich aus seiner Umhüllung zum Vorschein kam. Ja, dcmn war es wieder Weih­nachten, dann sangen wir um den Tannenbaum O du fröhliche", und dann wollte jeder ein kleines Zweiglein haben, es freudestrahlend nach Haus bringen und dort erzählen: der deutsche Weih­nachtsbaum ist eingetroffen! Und wenn dann zu Hause an der Kerze das Zweiglein knisterte und Tannenduft verbreitete, dann war es ein Gruß aus der deutschen Heimat, die die meisten unserer Schüler zwar noch nicht gesehen, aber durch ihre Erziehung im Herzen trugen. Denn unsere Kinder waren so erzogen, daß sie als tiefstes inne­res Gut das empfanden, was der Dichter in den Worten ausspricht:Was ich bin und was ich habe, dank ich dir, mein Vaterland".

Ja, unsere deutsche Tanne zur Weihnachtszeit ist wie ein Strahl deutschen Brauchtums in die Welt! Wenn bei der Weihnachtsfeier in unserer Kirche die Lichter am Baum brannten, dann war das Portal der überfüllten Kirche weit offen. Drinnen außer den Deutschen viele Aus­länder, Italiener, Franwfen, Griechen, Levantiner usw. und draußen auf der Straße mit neugierigen Blicken Aegypter, Araber, Nubier, Neger und viele andere.Der Baum der Deutschen", sagten staunend die Eingeborenen. Vielfach hat sich die Sitte des Christbaums von den deutschen Familien aus auch zu den anderen Nationen in Aegypten verbreitet. Oft kam es vor, daß, wenn unsere Tannen schon ganz gehörig die Nadeln fallen ließen, griechische Familien kamen und um unsere Päume für ihr Christfest baten, das nach dem griechischen Kalen­der 13 Tage später gefeiert wird.

*

Reichsminister Rudolf Heß, der bekanntlich aus der deutschen Kolonie in Alexandrien stammt und seine erste Ausbildung an unserer deutschen Schule dort genossen hat, schloß in den letzten beiden Jahren seine weihnachtliche Rundfunkansprache an die Aus­ländsdeutschen mit einem Gruß an seine alten Eltern in Alexandrien. Die Familie Heß, aus Oberfranken in Bayern stammend, schon seit 1860 in der vier­ten Generation in Aegypten ansässig, war von jeher eine starke Stütze der kulturellen deutschen Wirksamkeit in Aegypten, aller Anstalten und Or­ganisationen zur Pflege und Erhaltung der ideel­len Güter der Heimat, deutscher Sprache, deutscher Sitte, deutschen Glaubens. Aus dem Geist dieser vorbildlichen deutschen Auslandsfamilie ist unser stellvertretender Führer herausgewachsen. Wenn seine Gedanken und Worte im Rundfunk zur Weih­nacht hinausgehen zur deutschen Volksgemeinschaft in der weiten Welt, hinüber über das Mittelmeer zur alten ägyptischen Heimat, zum urdeutschen Elternhaus im palmenumrauschten Sonnenland am Nil, dann kommt ihm sicher weihevoll auch die Er­innerung wieder an Kindheit und Jugend, an den einzigartigen Zauber der deutschen Weih­nacht in Aegypten, so wie wir sie einst ge­feiert, an die deutsche Tanne, die doppelt warm und hell strahlt im fremden Land!

Wirtschast.

Oie Jndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

1360: Ergänzung und Abänderung des RE. über die Behandlung der Nebenkosten des Waren­verkehrs.

1361: Aufhebung der DevisendepotpfUcht für die Einfuhr deutscher Waren in Argentinien.

1362: Postanweisungen und Postaufträge nach Is­land.

1363: Neue Reiseverkehrsregelung mit der Schweiz.

1364: Die Reichsstelle für den Außenhandel gibt demnächst eine DruckschriftEm- und Aus­fuhrverbote des Derttschen Reiches" mit An­hang: Liste der von den Ueberwachungsstel- len bewirtschafteten Waren heraus. Der Preis der Druckschrift beträgt 3,20 RM. zuzüglich 0,30 RM. Dersandspesen. Vorbestellungen werden von der Kammer entgegengenommen.

1365: Erhöhung der rumänischen Einfuhrquoten für Deutschland im 4. Vierteljahr.

1366: Kurse der Rumänischen Nationalbank für starke" undschwache" Devisen.

1367: Tschechische Durchführungsbestimmungen zum Einfuhrverbot für Kc-Noten. Sperrkonto für eingeführte Zahlungsmittel.

1368: Neuausgabe des spanischen Tarifs für Süd­früchte nach Deutschland.

1369: Erhebung der 12proz. rumänischen Wertzu­schlagsabgabe auf alle Waren.

berufsmäßige Börsenhandel zeigte Zurückhaltung, während die Kundschaft fehlte. Die Grundstimmung war aber sowohl am Aktien- wie am Renten­markt nicht unfreundlich. Scheideanstalt bröckel­ten leicht ab auf 213,50 (214), dagegen wurden IG. Chemie Basel volle in teilweiser Anpassung an Berlin um 1,50 v. H. auf 164 heraufgesetzt. Am Rentenmarkt wurden Zinsoergütungsscheine zu 91,65 noch etwas gesucht, sonst lagen die Kurse unverändert. Von Stadtanleihen waren 4,50 o. H. Mainz weiter erholt mit 92 (91,75). Der Auslands­rentenmarkt war völlig geschäftlos.

U.- a. notierten: Altbesitzanleihe 110,50, 5proz. Stahlverein 97,40, 6proz. Stahlverein 102,75, IG. Farben-Bonds 124,40, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,25, Adca 68,75, Commerzbank 83,90, DD.- Bank 83, Dresdner Bank 83,25, Harpener 103, Mannesmann 77, Rheinstahl 102, Laurahütte 20, Stahlverein 73,25, Aku 51, Bekula 132,50, IG. Chemie volle 164, dto. leere 141, Daimler 87,50, Scheideanstalt 213,50, Deutsche Linoleum 136,50, Licht & Kraft 126, IG. Farben 146,90.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurta. M., 18. Dez. Am Getreidegroß- markt entwickelte sich für den lausenden Monat in Brotgetreide kaum noch Geschäft, die Mühlen zeig­ten allenfalls nur Nachfrage für den Monat Januar. Futtergetreide blieb gesucht, war aber nur spärlich

angeboten. Im übrigen blieb die Marktlage unver» ändert. Weizenmehl hatte weiterhin verhältnis­mäßig befriedigendes Geschäft.

Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 205, W 16 208, W 19 212, W 20 214; Roggen R 12 168, R 15 171, R18 175, R19 177, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste> Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Hvfer . Weizenmehl W13 28,05, W 16 28,30, W19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizen­futtermehl 13,50; Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11.00, W 20 11,10; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlen­festpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopol­zuschlag 16.20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnuß­kuchen m. M. 18,30, Treber, Trockenschnitzel 8,80, Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8,70 bis 9,00, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3,60 bis 3,80, do. (gebündelt) 3,50 bis 3,70. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviebmarkt.

Frankfurt a. M., 19. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 112 Rinder (13 Ochsen, 2 Bullen, 95 Kühe, 2 Färsen), 1190 Kälber, 160 Schafe, 770 Schweine. Es kosteten: Kälber 45 bis 76 Mark, Hämmel 42 bis 48, Schafe 30 bis 43, Schweine 51 bis 57 Mark.- Marktver­lauf: Kälber, Hämmel, Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt.

Die Ordnung des Lebensmitielmarkies.

* Die deutsche Erdölgewinnung. Wie der Amtliche Pressedienst mitteilt, betrug die deutsche Erdölgewinnung nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik im Oktober zusammen 33 237 Tonnen und im November 33 827 Tonnen. Der Mo­natsdurchschnitt der deutschen Erdölgewinnung im Jahre 1934 hatte 26 218 Tonnen betragen.

Rhein-Mainische Börse.

TNillagsbörse: Renten fester, Aktien abbröckelnd.

F r a n k f u rt a. M., 18. Dez. Nach dem gestrigen Anlauf zu einer Belebung des seit einiger Zeit darnieder liegenden Börsengeschäftes, herrschte an der heutigen Mittagsbörse wieder starke Geschäfts­stille. Der nur schwache Eingang von Kundenauf­trägen bewirkte bei der Kulisse wieder Zurückhal­tung, teilweise erfolgten kleine Realisationen.

Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, indes gingen die Verände­rungen nach beiden Seiten kaum über 1 v. H. hin­aus. IG.-Farbenindustrie eröffneten mit 147,25 (147,50) und wurden nach dem ersten Kurs mehr­fach mit 147,13 und 147 gehandelt. Scheideanstalt bröckelten weitere 1 v. H. ab, Rütgerswerke blie­ben behauptet. Am Elektromarkt kamen zunächst nur Siemens mit plus 1 v. H., RWE. mit plus 0,25 v. H. und Geffürel mit minus 0,25 v. H. zur Notiz. Auch die gestern verhältnismäßig lebhaften Montanaktien wurden vernachlässigt. Stahlverein bröckelten auf 73,65 bis 73,50 (73,75), Hoesch Eisen auf 82 (82,75) ab, während Harpener etwas ge­fragt waren und 1,25 o. H. gewannen. Im ein­zelnen eröffneten u. a. Reichsbank 0,50, Muag 0,50, Westdeutsche Kaufhof 0,75, Holzmann 0,25 und Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v. H. freund­licher, ferner waren Südd. Zucker um 2 v. H. höher gesucht, Cement Heidelberg, Zellstoff Wald­hof und Schiffahrtswerte bröckelten etwas ab.

Der Rentenmarkt hatte dagegen eine freund­liche Tendenz und auch etwas Geschäft. Es zeigte sich weiteres Anlagebedürfnis zum Januar-Termin, insbesondere für Pfandbriefe. Von den variablen Werten erhöhten sich Altbesitz auf 111 (110,90), Zinsvergütungsscheine auf 91,50 (91,20), Kommu- nal-Umschuldung auf 88,13, späte Reichsschuldbuch­forderungen waren zu unverändert 97 gefragt. Fremde Werte lagen still. 4proz. Goldmexikaner unv. 7,40, 5proz. äußere Gold etwa 12,13 (12), 5proz. Silber 5,25 (5,40).

Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt sehr gering und die Kurse bröckelten vielfach um 0,25 bis 0,50 o. H. ab. Etwas höher notierten Dt. Linoleum mit 136,50 (135,13) und Licht & Kraft mit 126 (125,25).

Am Rentenmarkt erhöhten sich Zinsvergütunos- scheine bei einigem Geschäft auf 91,65 nach 91,50, dagegen gingen Kommunal - Umschuldung auf 88 nach' 88,13 zurück. Bei guter Nachfrage aus dem Publikum notierten Pfandbriefe unverändert. Stadtanleihen notierten nicht ganz einheitlich.

Tagesgeld unverändert 2,75 v. H.

Abendbörse behauptet.

Die Abendbörse war nahezu geschäftslos. Die Kurse wiesen im Vergleich zum Berliner und Frank­furter Mittagsschluß nur ganz minimale Abwei­chungen auf. In den meisten Fällen hatten die Papiere nominelle Notiz. Selbst in den Stan­dardwerten kamen keine Umsätze zustande. Der

LPD. Frankfurt a. M., 18. Dez. Der Pressedienst der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:

Zu der Frage der Ordnung des Lebensmittel­marktes und der hier einzuhaltenden Richtlinien bringen wir nachstehend eine Bekanntmachung des bayerischen Innenministers zur Kenntnis, die in eindeutiger Form gegen verschiedene Auswüchse Stellung nimmt, die sich in der letzten Zeit bei der Lebensmittelverteilung bemerkbar machen. Die vor­liegende Bekanntmachung umreißt in klarer Form die Dinge, so wie sie sind, und wie sie in den letz­ten Wochen von verschiedenen maßgebenden Per­sönlichkeiten von Partei und Staat, insbesondere von den Ministern Dr. Goebbels und Hermann Göring in ihren Versamlungsreden dargelegt wurden.

Der Verbaucherschaft von Hessen-Rafsau sei gleichzeitig gesagt, daß die zuständigen Regie­rungsstellen, insbesondere die in Frage kom­menden Preisüberwachungsstellen, genau so scharf durchzugreifen beabsichtigen, wie dies im Einzelnen in dem Aufruf des Bayerischen Ministeriums auseinandergeselzt ist.

Wir geben deshalb die Bekanntmachung des bayerischen Innenministers Adolf Wagner im Wortlaut wieder:

Der in der letzten Zeit um sich greifende Handel mit Butter und Schmalz außerhalb des ordentlichen Marktverkehrs beginnt zu Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung zu führen. Die Polizei­behörden haben deshalb diesen unerwünschten Vor­gängen ihre ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Die unsauberen Machenschaften spielen sich in der Regel folgendermaßen ab:

Gewissenlose Schädlinge versuchen ihre dunklen Geschäfte dadurch machen zu können, daß sie es vermeiden, die erzeugte oder vom Erzeuger aufge­kaufte Ware auf den ordentlichen Handels- und Marktweg weiterzugeben, Erzeuger halten die Ware zur Erzielung von Wucherpreisen zurück, Händler versuchen auf dem Schleichhandelsweg unter Zah­lung von Ueberpreisen an die Erzeuger vermehrte Quantitäten an sich zu raffen und diese zu Wucher­preisen in die Großstädte zu verschieben.

Diesen Verbrechern am Volk und Staat muß das Handwerk von Grund auf gelegt werden, um so mehr, da hauptsächlich durch dieses Treiben die Knappheit entstanden ist.

Ich gebe deshalb Befehl, daß neben den Straf­möglichkeiten der Anordnung des Staatsministe­riums für Wirtschaft über Butterpreise vom 12. Ja­nuar 1935 (GVBL. S. 38) in jedem Einzelfall von den Polizeibehörden zu prüfen ist, ob nicht schärfere polizeiliche Mittel anzuwenden sind.

Das wird nahezu in allen Fällen notwendig sein, da es sich fast immer erweisen wird, daß verwerf­licher Egoismus die Triebfeder für dieses asoziale Handeln bildet.

In diesen Fällen gibt § 1 der VO. des Reichs­präsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 8. Februar 1933 (RGBl. I S. 83) die geeignete, zu­verlässige und wirksame .Handhabe, alle Schädlinge auf längere Zeit durch Einweisung in das Konzen­trationslager in Dachau von allen anständigen Volksgenossen abzusondern und ihnen dort Ge­

legenheit zur Ueberlegung zu geben, welche Pflich­ten jedem anständigen Erzeuger und Händler gegen­über der Volksgemeinschaft obliegen. Im übrigen besteht Deranlassuna, darauf hinzuweisen, daß sich auch auf anderen Lebensmittelgebieten preistreibe­rische Tendenzen bemerkbar machen. Die Polizei­behörden werden deshalb auch diesen Vorgängen ihr Augenmerk zuwenden.

Ich erwarte von den Polizeibehörden peinlichsten Vollzug meines Befehls. Sie werden bis auf weite­res wöchentlich jeweils am Samstag über ihre Er­fahrungen, insbesondere über die Notwendigkeit des Einschreitens, an die vorgesetzten Regierungen be­richten. Diese werden ihrerseits unverzüglich zu- sammenfassenden Bericht dem Staatsministerium des Innern vorlegen, wobei die Regierungen zu den einzelnen Fällen, soweit erforderlich, Stellung zu nehmen haben."

Verbotene Butterlieferungen.

LPD. Der Pressedienst der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:

Verschiedentlich wurde die Feststellung gemacht, daß Hausfrauen, welche bisher von ihrem Milch­lieferanten noch keine Butter bezogen haben, nun­mehr von diesem Butterlieferungen verlangen, andernfalls müßten sie ihre Milch an anderer Stelle beziehen. Nach einer Anordnung des Milchwirt­schaftsverbandes, welche im Auftrag des Reichs­nährstandes Berlin ergangen ist, sind Butterliefe­rungen an Kunden, die im August 1935 nicht be­liefert worden sind, verboten. Den Milchver­teilern ist es also nicht möglich, sofern sie im August ihre Milchabnehmer mit Butter nicht beliefert haben, nunmehr solche Lieferungen aufzunehmen. Dem Milchoerteiler Vorwürfe zu machen, wenn er der Aufforderung nicht nachkammt, ist also durch­aus ungerecht. Dasselbe gilt für die Verweigerung der Milchabnahme, die überdies zu keinem Erfolg führt. Anderseits muß darauf hingewiesen werden, daß auch diejenigen Milchoerteiler, welche bereits im August ihre Milchabnehmer mit Butter beliefert haben, diese Lieferung nicht in voller Höhe auf­rechterhalten können, sondern sie entsprechend der Lieferungsmöglichkeit der Molkereien anteilmäßig kürzen müssen.

Rundfunkproqramm.

Freitag, 20. Dezember:

6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Frühkonzert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Rat­schläge für Küche und Haus. 11.20: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk), 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Vom Winterkleid der Tiere. 15.30: Die Weihnachtsmistel. Plauderei von Ewald Schild. 15.40: Und so fliehen unsre Tage... Das Jahr 1936 in Almanachen und Kalendern. 16: Konzert. 17: Nachmittaqskonzert. 18.30: Rufe ins Volk! Moeller van den Bruck und feini Werk. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Ta­gesspiegel des Neichsfenders Frankfurt. 20: Nach­richten. 20.10: Von Leipzig: Großes Unterhaltungs­konzert. 21:Die Erbschaft aus Amerika", Funk­spiele. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk).

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Franlluri a. M.

Berlin

(Schluß­kurs

Schluß!. Abend« börse

Schluß- turs

Schluß!. Miitag- börfe

Oatum

17-12 |

18.12

17.12

18 12.

6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927

100,4 |

100,5

100,5

100,5

4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5'/2% Young-Anleihe von 1930 ..

97,13

97

97

97

101,75

101,5

101,65

101,75

Deutsche Anl.«Ablös.«Schn1d mit

Auslos.-Rechten .............

4l/,% Deutsche Reichöpostschahan

110,9

110,5

110,9

110,5

Weisungen von 1934, 1.......

100,13

100,13

100,1

100

6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929

(rückzahlb. 102%)............

97

97

96,75

4/2% ehern. 8% Hessische Landes

banl Darmstadt Gold 91.12....

96,25

96,25

96

96

5*4% ehern. 4*4% Hess. Landes

Hypothekenbank DarmstadtLiaui

100,65

100.65

4*4% ehe m. 8% Darm st. Komm

Landesb.Goldschuldverschr. 91. G

92,25

92,25

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten .............

115

115

_

_

Deutsche Komm. Sammelabl. An

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

112,25

112,25

112,5

112,5

4*4% ehern.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96,4

96,4

_

6y2% ehern. 4*/2% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriese.......

100,8

100,8

_

iy2% ehern. 4*4% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

100,75

100,9

101

101

4*4% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe 91 19

97

97

97

97

4*4% ehem. 7% Pr.LandeSvsand-

briefanst., Gold Komm. LhLVi

97

97

97

97

Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38

107,9

107,9

107,9

107,9

4% Oesterreichtsche Goldrente....

I -

28,25

28,25

4,20% Oesterreichische Silberrente

1,2

1,2

1,25

1,3

4% Ungarische Goldrente.......

9,1

9,05

9,1

9,1

4% Ungarische Staalsrente v. 1910

9

8,8

8,8

9

4y.% desgl. von 1913..........

9

9

9,1

9,13

5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

12

12,13

12,5

12,3

Serie i.....................

I a,25

I 9,5

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend- börte

Schluß­kurs

Schluß!. Miltag. börie

Oatum

17 12

18-12

17.12.

18.12.

4% desgl. Serie II ...........

9,25

9,6

5% Rumän. veretnh. Mente v. 1902

5,65

5,7

5,75

5,95

4y2%Mumän.vereinh.Rentev.i9U

8,5

8,5

8,7

8,75

4% Rumänische veretnh. Rente

4,75

4,7

4,75

4,75

2%% Anatolier............

39,15

39,25

39

39,25

Hamburg-Amerika-Pakel .....

0

14,75

14,75

15

15

Hamburg-Südam. Dampfschiff.

0

-

24.75

Norddeutscher Lloyd .........

0

16,25

16,13

16,4

16.13

A.G. für Verkehrswesen Akt. ..

0

84,5

84

84,9

84,5

Berliner Handelsgesellschaft ...

6

112,5

113

113,5

113.5

Commerz» und Prival-Bank ...

0

83,9

83,9

83,9

84

Deutsche Bank und D'.sconto-

Gesellschaft................

0

82,75

83

82,75

83

Dresdner Bank..............

0

83

83,25

83

83,5

Reichsbank ................

12

176,25

176,75

176,25

176,75

A.E.G......................

u

34,9

35

35,13

35

Bekula....................

10

132,5

132,5

133

132,65

Elektr. LieferungSgesellschaft...

5

109

109

109

109

Licht und Kraft ........... 6%

125,25

126

125,5

126,25

Felten & Guilleaume.........

4

106,5

106,5

106,5

106,9

Äesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6

123

123.25

123,5

123,25

Rheinische Elektrizität ........

6

125

125

125,5

Rhein. Wests. Elcktr..........

6

129,9

129,9

129,75

129,9

Schuckerl & Go...............

4

118,75

119

119

119,25

Siemens S Halske............

7

165

165

164,75

166

LahmeyerLCo..............

120

119

119,5

119,25

Buderus ..................

4

93,5

93,75

93,4

93,75

Deutsche Erdöl .............

4

105,13

105,25

105,4

104,5

Harpener..................

0

102,75

103

103,25

103

Hoesch EisenKöln-Neuessen .

82,75

82

82,75

81,75

Ilse Bergbau ..............

6

153,5

Ilse Bergbau Genüsse.......

e

126

126

125,9

126,25

Klöcknerwerke ..............

79,5

79

79,25

78,25

Mannes mann-Röhren.......

0

77

I 77

77,4

77

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß« iurs

Schluß!. Abend« börse

Schluß­kurs

Schluß!, mittag« börse

Oatum

17-12.

18 12.

17-12

18.12-

ManSfelder Bergbau.......

.. 6

117

117,5

117

Kokswerke ................

.. 6

112,65

113,13

Rheinische Braunkohlen ....

12

209,5

210,5

209,65

210,75

Rheinslahl ................

.. 4

102,5

102

102

102,25

Bereinigte Stahlwerke......

.. O

73,75

73,25

73,4

73,25

Otavi Minen .............

.. O

17,75

17,65

17,9

17,65

Kaliwerke Ascheröleben......

.. 5

124,5

124

124

Kaliwerke Westeregeln......

.. 5

115,5

Kaliwerke Salzdetfurth.....

IVi

184

184

179

I. G. Farben-Jnvustrte.....

.. 7

147,5

146,9

147,5

146,9

Scheldeanstalt.............

.. 9

215

213,5

Goldschmidt ..............

.. 5

105

105

105

105

Rütgerswerke .............

.. 6

111

110,5

110-5

110,5

Metällgelellschaft...........

.. 4

110

110

110

110,4

Philipp Holzmann.........

.. 4

86

86

85,5

86,25

Zementwerk Heidelberg ....

.. 7

116,5

116

-

Eernentwerk Karlstadt.......

.. 6

128

128

-

Schultheis Patzenhofer .....

.. 4

100,25

100,5

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. O

50,75

51

50,9

50,9

Bemberg.................

.. 5

100,5

100,75

100

100,75

Zellstoff Waldhof ..........

.. 5

115,5

115,25

115,5

115,25

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. O

78

78,5

78,5

77,65

Dessauer Gas .............

.. 7

119

119,5

Daimler Motoren..........

.. O

87,5

87,5

88,13

87,5

Deutsche Linoleum.........

.. 8

135,13

136,5

134,5

136,5

Oren stein & Koppel ........

.. O

74,25

73,9

Westdeutsche Kaufhof.......

.. O

24,75

25

25

24,65

Chave ....................

7*/,

283

284,5

283

284,5

Accumulaloren-Fabrik......

. 12

-

168,25

Conti-Gummi.............

.. 8

158,25

158,75

158

159

Gritzner..................

.. O

24,4

24,5

24,5

Mainkraftwerke Höchst a.M..

.. 4

87,25

87

-

Süddeutscher Zucker

. 10

I 196,5

-

200

200

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

Banknoten.

17.Dezember

18.Dezember

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Bries

Buenos Atrer

0,679

0,683

0,678

0,682

Brüssel.....

41,92

42,00

41,92

42,00

Rio de Jan. .

0,138

0,140

0,137

0,139

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,69

54,79

54,64

54,74

Danzig.....

46,80

46,90

46,80

46,90

London .....

12,245

12,275

12,235

12,265

Heljingfors..

5,395

5,405

5,39

5,40

Paris ......

16,425

16,465

16,435

16,475

Holland ....

168,36

168,70

168,38

168,72

Italien.....

19.98

20,02

19,98

20,02

Japan ......

0,714

0.716

0,714

0,716

Jugoslawien

5,654

5,666

5,654

5,666

Oslo..... :

61,49

61,61

61,44

61,56

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,11

11,13

11,10

11,12

Stockholm...

63,14

63,26

63,09

63.21

Schweiz ...

80,64

80,80

80,70

80,86

Spanien....

34,07

34,13

34,05

34,11

Prag.......

Budapest ..

10,30

10,32

10,305

10,325

Neuyork ..

2.486

2,490

2,486

2,490

Berlin, 18.Dezember

Ge>d

Brie!

Amerikanische Noten..............

2,438

2,458

Belgische Noten..................

41,80

41,96

Dänische Noten .................

54,45

54,67

Englische Noten .................

12,20

12,24

Französische Noten...............

16,385

16,445

Holländische Noten...............

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

61,28

61,52

Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

62,92

63,18

Schweizer Noten.................

80,52

80,84

Spanische Noten.................

33,69

33,83

Ungarische Noten................