185. Jahrgang
Die LMslGenW tnft m VivleMswerk onl.
Der gemeinsame Kampf gegen die Rok in den vergangenen Jahren hat der Welt bewiesen, dah das nationalsozialistische Deutschland für seine notleidenden Volksgenossen mit der gleichen Tatkraft eintritt, mit der es den Reubau des Reiches in Angriff genommen hat. Der einige Wille gab dem deutschen Volk Ehre und Freiheit zurück.
Die geschlossene Kraft der Ration brachte 5 OOO 000 Volksgenossen in Arbeit und Brot
Die Kameradschaft der deutschen Volksgenossen überwindet die aus dunkler Vergangenheit verbliebene Rot und lindert die bittersten Sorgen.
Auch für das jetzt beginnende Winter- Hilfswerk 1935/36 ruft die Reichsregierung das gesamte deutsche Volk ohne Unterschied zum gemeinsamen Kampf gegen hunger und Kälte auf.
Der nationalsozialistische Staat, die nationalsozialistische Bewegung, ihre Regierung und das einige deutsche Volk betrachten das Winterhilfswerk als ihre höchste Ehrenpflicht.
Tue jeder seine Schuldigkeit an dem Platze, auf den er gestellt ist.
Berlin, den 18. Oktober 1935.
Die Reichsregierung.
det aus Rom, die Zusammenkunft werde vorläufig die Wirkung haben, die Luft von den Mih - verständnifsen zwischen England und Italien zu reinigen. In Rom seien Hoffnungen auf eine friedliche Regelung des italienisch-abessinischen Streits auf Grund der letzten Entwicklung geäußert worden, man glaube, dah sich die Möglichkeiten für die Eröffnung von Besprechungen verbessert hätten. „Rews Lhronicle" berichtet, man glaube, Mussolini habe dem französischen Botschafter die winde st bedingungen für eine Einstellung der Feindseligkeiten in Abessinien vorgelegt.
land stellen: 1. Keine neue Blockade oder britische Maßnahme ohne förmliche Ermächti» gung des Völkerbundes. 2. England soll keine neuen Maßnahmen ohne vorbereitende französisch - englische B e s p r e ch u n g e n und ohne eine förmliche Ermächtigung des Völkerbundes unternehmen. Dieser ungenaue Hinweis gewähre Laval beinahe unbegrenzte Möglichkeiten für eine Verzögerung der Besprechungen.
London, 19. Oft. (DRB. Funkspruch.) wie die englische Presse übereinstimmend meldet, hat der britische Botschafter in Rom Sir Eric Drummond in einer Unterredung w u s s o l i n i am Freitag erneut versichert, dah England keinerlei kriegerische Absichten gegen Italien habe und keine militärischen Süh ne mahnahmen plane. Gleichzeitig wurde die Frage der britischen Flottenansammlung im Wittelmeer und der italienischen Truppenverstärkungen in Libyen zur Sprache gebracht. Die Be- richte, wonach bereits ein Abkommen über die Zurückziehung der gegenseitigen Streitkräfte erzielt worden fei, sind vorläufig unbestätigt. Reuter mel-
London, 19. Okt. Die französische Antwort auf die englische Anfrage hinsichtlich der französischen Unterstützung im Falle eines italienischen Angriffes auf die englische Mittelmeerflotte umfaßt neun Schreibmaschinenseiten. Sie ist am Freitag dem britischen Botschafter in Paris überreicht worden. Nach einer Mitteilung der britischen Botschaft in Paris lautet die Antwort auf alle von England aufgeworfenen Fragen durchaus bejahend. „Frankreich sagt ja" lautet daher die Überschrift der Meldungen in den britischen Morgenzeitungen, obwohl einige Blätter wissen wollen, daß die französische Antwort mit gewissen Bedingungen verknüpft sei. Gleichzeitige Meldung aus Rom, daß Besprechungen Mussolinis mit dem britischen und dem französischen Botschafter „h e r z l i ch" verlaufen seien und daß nach einer amtlichen irömischen Mitteilung „die Türen nicht geschlossen sind", veranlassen die Presse zu einem gedämpften Optimismus in der Beurteilung der Ge- jamtlage.
Reuler meldet, der Bericht dah Laval mit ja geantwortet habe, fei in London mit groher Befriedigung aufgenommen worden, hiermit fei die Vorbedingung für eine Entspannung im Wittelmeer erfüllt, wenn die französische Flotte der englischen ihre Unter- stützung leihe, sei Grohbritannien gewillt, einige der im Wittelmeer angefammelten Flottenverstärkungen zurückzuziehen. Bevor die britische Flotte jedoch auf einen normalen Stand im Wittelmeer zurückgeführt werden könne, mühten zwei Bedingungen erfüllt werden: 1. Italien müsse seine Trup- penoer ft Artungen in Libyen zurückziehen, 2. müsse eine „fühlbare Besserung in der allgemeinen Lage" eintreten, womit gemeint sei, dah die italienischen Prefseangriffe gegen England eingestellt werden sollen. Bisher sei noch keine Verständigung zwischen der britischen und der italienischen Regierung in die-
„Frankreich sagt ja!"
Oie französische Antwort sagt England Unterstützung im Falle eines Angriffs bei der Durchführung wirtschaftlicher Sanktionen zu.
Fühlungnahme zwischen Rom und London
England versichert, keine militärischen Sanktionen zu planen.
Frankreich macht beträchiliche Vorbehalte
Unterstützung nur bei gemeinsam beschlossenen Sanktionen.
Eigene Beurteilung bleibt Vorbehalten.
Ur. 245 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, 19. Moder 1935
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tigkeit die Klingen kreuzen. Italien ist hier zwar in den letzten Tagen in den Hintergrund getreten, seitdem der Völkerbund Rom als Angreifer bezeichnet hat und der Sanktionsapparat in Gang gefetzt wird. Aber zwischen Frankreich und England hat die diplomatische Auseinandersetzung über die beiderseitige Einstellung zu den Sanktionen Formen angenommen, wie man sie in dieser Zuspitzung feit der Note Curzons an Poincare zu Beginn des Ruhrkampfes in den britisch-französischen Beziehungen nicht mehr gewohnt war. Frankreich hatte seine Politik, die hinter dem Schlagwort „Sicherheit das Ziel der Vorherrschaft auf dem Kontinent verbirgt auf ein Spiel mit vielen Bällen eingestellt. Der größte Ball, die englische Freundschaft, schien den Händen Lavals eben zu entgleiten, wenn er nicht einen anderen, den erst vor wenigen Monaten aufgenommenen italienischen Ball wieder fallen lassen wollte. Laval selbst hat Frankreich m diese Zwickmühle hineinmanövriert. Im Januar galt sein Besuch in Rom dem Bemühen, Italien für sein europäisches Paktsystem zu gewinnen. Dazu mußten aber erst die einem engen Vertrauensverhältnis der lateinischen Schwestern" entgegenstehenden Kolonialdifferenzen bereinigt werden. Das durfte keinesfalls auf Kosten Frankreichs geschehen. Tunis, das ebenso viele italienische Bewohner zählt wie Franzosen, mußte ganz aus dem Spiel bleiben. Italiens Drang über Libyen hinaus nach Südwesten an den Tschadsee und damit aus der Wüstenzone in kolonisationsfähige Gebiete zu gelangen, muhte aufge- fanqen werden, denn er kollidierte mit den Jnteres- en des großen Kolonialreichs, das sich Frankreich hier in Westafrika aus eigenen Erwerbungen und geraubten deutschen Kolonien aufgebaut hat. Mit ein paar Oasen zur Arrondierung Libyens mußte
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
fer Frage erzielt worden.
Die französische Antwort erkläre, dah die französische Regierung mit der britischen Auslegung vom Abschnitt 3 des Artikels 16 der Völkerbundssahung einig gehe, wonach die gegenseitige Unterstützung der Völkerbundsmitglieder einem Staat gegenüber automatisch fällig ist, der als Teilnehmer an kollektiven Sühnemaßnahmen von einem zum Verletzer der Satzung erklärten Staat angegriffen wird. Ein wichtiger Abschnitt in der Rote besage jedoch, dah im Falle der Herausforderung dieses Angriffes durch individuelle Mah- nahmen der Abschnitt 1 des Artikels 16 in Kraft trete. Die französische Rote bestätige die automatische Anwendung von Absatz 3 des Artikels 16 nur im Falle von Gemein- fchaftsmahnahmen.
„Daily Herold" meint, Laval habe ohne Besorgnis Ja sagen können, da er überzeugt sei, , daß es nicht zur Erfüllung des französischen Versprechens kommen werde. England habe Laval mitgeteilt, daß es zur Zurückziehung von zwei Schlachtkreuzern aus dem Mittelmeer bereit sei, wenn
Paris, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse ist im Hinblick auf die weitere Entwicklung der italienisch-englischen Spannung und die französisch-englische Zusammenarbeit ausgesprochen o p t i m i st i s ch. Man rechnet damit, daß die englische Regierung nunmehr dem von Laval geäußerten Wunsch nachkommen und einige Flotteneinheiten aus dem Mittelmeer zurückziehen wird und daß auch Mussolini der englischen Forderung auf Zurückziehung eines Teiles seiner Truppen aus Libyen stattgeben dürfte. Der französische Ministerpräsident scheint jedoch auch weiterhin einige Vorbehalte gemacht zu haben. So schreibt „Echo de Paris", Frankreich erkläre sich hinsichtlich der Auslegung des § 3 des Art. 16 mit England solidarisch, vermeide es aber vom englischen Geschwader im Mittelmeer zu sprechen, was mit anderen Worten heißen wolle, es erkenne dieses Geschwader nicht als den Verteidiger der Völkerbundssatzungen an. Besonderen Nachdruck lege die französische Note auf die „gemeinsam beschlossenen Sühnemaßnahme n".
Oeuvre schreibt: Vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet, erkläre sich Frankreich bereit, die aus Artikel 16 hervorgehenden Verpflichtungen zu übernehmen. Politisch gesehen, bestehe es aber auf dem bisherigen Standpunkt, wonach die französisch-englische Solidarität nur dann zur Pflicht werde, wenn die Sühnemaßnahmen g e- meinfam beschlossen worden feien.
Italien veranlaßt werden könnte, seine england- feindliche Haltung zu mäßigen. — „Daily Mail" will wissen, daß das britische Angebot einer Zurückziehung von zwei Kriegsschiffen aus dem Mittelmeer mit der Bedingung einer Ersetzung dieser englischen Schiffe durch zwei französische Kriegsschiffe verknüpft worden.
Die liberale „News Chronicle" berichtet, die französische Note werde folgende Forderungen an Eng-
EinZamitDorbehalten.
Die Nachrichten vom ostafrikanischen Kriegsschauplatz sind spärlich und eintönig geworden. Die Italiener sind daran gegangen, die ersten Erfolge, lie sie nach dem Ueberschreiten der abessinischen Grenze mit der Einnahme von Adua, Adrigat und! Ilksum davontragen konnten, auszubauen zu Stützpunkten für neue Operationen, die die italienischen Truppen wohl über Tigre hinaus an das -igentliche abessinische Gebirgsmassiv heranführen sollen. Daß damit die Schwierigkeiten für die ita- I enische Kriegsführung ins Ungeheure wachsen, ist ovch dem Marschall oe Bono klar. Er verwendet Leshalb, ohne sich von Rom drängen zu lassen, alle Sorgfalt auf den Ausbau der rückwärtigen Der- lindungen und sucht gleichzeitig durch eine großzügige Propaganda unter der Bevölkerung des besetzten Gebiets für die italienischen „Befreier"
sich Italien hier zufrieden geben, dafür erhielt es jedoch freie Hand in Dftafrifa. Laval hat sich zwar wohl gehütet, den Inhalt der römischen Abmachungen bekanntzugeben, aber daß Italien sie so aufgefaßt hat, beweist die Eile, mit der es daran ging, sich seinen Lohn zu sichern. Laval mußte sich' freilich sagen, daß dieser Hinweis auf Ostafrika Italiens Ausdehnungsdrang zwar von den französischen Kolonien ablenke, aber die Schroen- kund von Südwesten in die südöstliche Richtung mußte Italiens Wünsche nach einem ostafrikanischen Kolonialreich notwendigerweise mit den Interessen Englands in Widerstreit bringen, besonders, sobald Italien dann Miene machen sollte, von der Zange Gebrauch zu machen, in der es Aegypten und den Sudan zwischen Libyen und einem um Abessinien vergrößerten Jtalienisch-Ostafrika halten würde. Laval hat dies entweder nicht bedacht oder die Empfindlichkeit Englands in allen Dingen, die die Verbindungswege des Weltreichs berühren, doch beträchtlich unterschätzt. Denn er konnte unmöglich annehmen, daß sich Frankreich aus allen Weiterungen einfach werde heraushalten können, die aus einem Zu ammenprall der durch die römischen Abmachungen in eine so eindeutige Richtung gelenkten italie- ni chen Kolonialwünsche mit den Interessen Englands zwangsläufig entstehen mußten. Laval, erntet nur die Früchte feiner römischen Politik, sie sind selbst für den Magen eines Auvergnaten schwer verdaulich. m .....
Es wurde schon gesagt, daß die englische Politik sich in der glücklichen Lage sieht, daß die materiellen Interessen des Britischen Reiches sich mit den ideellen Interessen des Völkerbundes gleichsam parallel schalten lassen. Die britischen Staatsmänner haben mit unnachahmlicher Virtuosität, an zahllosen Bei-
ctimmung zu machen. Die italienischen Heeresberichte melden als ersten großen Erfolg dieses Zropagandafeldzuges, daß der Fürst von Makale, 'Ras Gugsa, ein 27jähriger Schwiegersohn des 'Regus, dessen politischer Ehrgeiz im Schatten des §aiserhofes zu kurz gekommen zu sein scheint, mit tinem allerdings nur sehr geringen Teil seiner Gruppen — man spricht von 1500 Mann feiner Leibwache — zu den Italienern übergegangen ist, He ihn als Belohnung und als Ansporn für andere Stammesfürsten gleich zum Ras von Tigre ernannt haben. Auch im Süden scheinen sich die Italiener noch auf Vorbereitungen für ausgedehntere Ope- tationen zu beschränken. Aufklärungsflüge und Luftbombardements über den Versammlungsräumen der abessinischen Truppen kennzeichnen die ehr vorsichtige Taktik der italienischen Heeres- eitung die ja auch hier beim Durchschreiten des preiten Wüstengürtels der Provinz Ogaden große Schwierigkeiten zu überroirtben haben wird Jenen ein mit allen modernen technischen Waffen ausgerüstetes Heer nur nach sorgsamem Ausbau ter Anmarschstraßen und Anlegen vom Etappenstationen für den Nachschub von Wasser Proviant irnb Munition Herr zu werben vermag. Die italie- «ischen Heeresberichte lassen ja schon burchblicken, daß an ben erzielten Erfolgen bem Arbeiter nun- t eftens das gleiche Verdienst gebührt wie dem Soldaten. Und neutrale Kriegsberichterstatter, die die italienischen Truppen begleiten, wissen auf Grund tigener Beobachtungen bereits ein Lied davon zu fingen, daß Chinin der beste Bundesgenosse der Italiener sei, mit anderen Worten also, daß Wassermangel im Süden und das mörderische Tropen- Ilima im nördlichen Aufmarschgebiet — Massaua, her Haupthafen Eritreas, ist mit einem Jahresdurchschnitt von 30 Grad Celsius einer der heißeren Orte der Erde — das italienische Sanitätswesen vor ungeheuer schwierige Aufgaben stellt. Das lebhafte Kommen und Gehen italienischer Lazarettschiffe durch den Suezkanal zeigt die Schwierigkeit, die italienischen Expeditionsarmeen marschfähig zu erhalten. Aber die große Vorsicht, mit der die italienische Heeresleitung zu Werke lieht und sich vor überstürzten Operationen hütet, obwohl die politische Lage einen schnellen Erfolg des ostafrikanischen Feldzuges wünschenswert machen würde, läßt annehmen, daß de Bono Ruck- chläge unter allen Umständen vermeiden will und deshalb nicht in die Fehler verfallen wird, die 1896 zu der Niederlage von Adua und zum Verlust des ganzen Feldzuges geführt haben.
Die Blicke der interessierten Zuschauer haben sich mter diesen Umständen von Ostafrika weggewandt <uf den europäischen Kriegsschauplatz . wo frev ;ch nUr die Diplomaten, diese aber mit größter Hef-
Praktisch gehe eine solche Auslegung darauf hinaus, daß in Zukunft jeder Staat, der den Pakt verletze, im voraus wisse, daß die zu ergreifenden Sühnemaßnahmen zunächst einmal die fast einstimmige Billigung des Völkerbundes finden müßten. Es handele fick also um eine ganz neue Auslegung des Artikels 16.
Der Londoner Sonderberichterstatter des „Echo be Paris" will wissen, baß zwischen Englanb und Frankreich eine dahingehende Vereinbarung getroffen worden fei, daß England 75 000 Tonnen feiner Flotte aus bem Mittelmeer zurückziehe, und bah biefe Einheiten burch franzöfifche Schiffe ersetzt werben sollten.
Der „Pelil Parisieu" stellt fest, bah sich Frankreich, wenn sich im Wittelmeer ein Flottenzwischenfall ereigne, der „einen nicht herausgesorderten Angriff wegen der Sühnemahnahmen" barstelle, an die Seite Englands stellen würbe. Dabei müsse jedoch hervorgehoben werben, bah bie Möglichkeit einer eigenen Beurteilung offenbleibe, wenn ber Fall nicht ganz klar liege.
Der „Matin" erklärt, wenn die Downingstreet befriedigt sei, könne es Frankreich um so eher sein, da bie von Laval gegebenen Garantien nach ber Versicherung ber englischen Regierung, daß sie eine Blockade und militärische Sühnemaßnahmen nicht anwenden werde, überhaupt nicht aus bem rein platonischen Rahmen heraus- treten würbe.
spielen aus ber Geschichte bes britischen Imperialismus geschult, biefe Gleichschaltung vollzogen unb sie sinb keineswegs geneigt, sich auch nur um ein Haar aus biefer schier unangreifbaren Stellung oerbrängen zu lassen, lebiglich um ber französischen Politik Schwierigkeiten zu ersparen, bie sich biefe zu einem guten Teil selber zuzuschreiben hat. England hat im Völkerbund bie Anwenbung bes Artikels 16 gegen Italien burchgesetzt, ber Sanktionen gegen ben Friebensbrecher vorsieht unb ben Rat verpflichtet, ben Regierungen zu empfehlen, mit welchen Streitkräften jebe beizutragen hat, um ber Bunbessatzung Achtung zu verschaffen. In Genf hat man sich vorerst mit ber Aufstellung eines Plans für eine Krebit- unb Rohstoffsperre gegen Italien begnügt. Frankreich hat, wenn auch nur sehr zögernb, sich daran beteiligt; denn Laval hat bie Hoffnung noch keineswegs fahren lassen, Englanb unb Italien roieber an ben Verhanblungs- tisch zu bekommen, um bann burch ein neues Dreierabkommen über Abessinien ben leibigen Streitfall, über bem Frankreichs ganzes Freunb- schaftsfystem in bie Brüche zu gehen broht, auf bi« reftem Wege aus ber Welt zu schaffen. Aber er findet bamit in Lonbon keine Gegenliebe. Sn$« lanb hält zäh baran fest, baß es ihm um bie Grunblagen bes burch ben Völkerbunb repräsentierten Friebenssystems gehe. Es wünscht bie Probe auf bas Exempel zu machen, ob ber Völkerbund tatsächlich bas geeignete Instrument ist, ben Frie- ben zu verbürgen unb Englanb vor Überraschungen zu sichern. Währenb bie Franzosen nur pro forma in Genf mitmachen unb alles baransetzen, bie seinerzeit in Paris unterbrochenen Dreierbesprechungen roieber in Gana zu bringen, tut Englanb alles, um bie finanziellen und wirtschaftlichen


