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llr.219 Zweites Blatt
Aus der Provinzialhauptftadt.
Benutzt die natürlichen Heilfaktoren!
Wenn der menschliche Organismus von einem Schaden betroffen wird, dann sammeln sich alle Lbwehr- und Heilkräfte. Liegt der Mensch fiebernd im Bett, so herrscht in ihm doch regstes, ja häufig z-steigertes Leben. Die Krankheitserscheinungen tfiirt) nichts anderes als das hauptsächlichste und wertvollste Mittel unseres Körpers, mit dem er sich crgen die Schäden wehrt. Hinter den Krankheits- e'fcheinungen verbirgt sich die eigentliche Krank- t"itsursache, und sie gilt es zu erkennen!
Die Abwehrkräfte des Körpers, wie sie in der laut, in der Schleimhaut, den Atmungs- und Ber- diiuungsorganen, im Speichel und im Magensaft H geben sind, und wie sie in höchster Vollendung in Blut selber kreisen, werden ergänzt durch die Mtigkeit der Sinnesorgane und — durch unsere ^rnunft. Schmerzen, Mattigkeit, Fieber, Erbrechen mh Husten dürfen nicht als solche übertäubt und p kämpft werden. Sie stellen ja gerade die wert- v>lle Reaktion des Körpers dar! Lerne deinen Körper und seine Funktionen kennen! Unterstütze Ihn im Kampf gegen die Krankheit und schwäche richt seine Abwehrkräfte!
Bei einer großen Zahl von chronischen Kränksten, die sehr viele Menschen treffen und sehr inge dauern, also viel Rot und Kummer und i-sten verursachen, spielt das Verhalten des litienten eine ebenso wichtige Rolle, wie der Rat ns Arztes. Wenn der Patient, wie das vielfach ir Fall ist, nicht die Geduld und den Willen zur 0?sundheit aufbringt, um ein vernünftiges gesundes E den zu führen, so hilft kein noch so „berühmtes" Littet, die Krankheit zu überwinden. Dies gilt insbesondere auch von der Belastung des Herzens d rch Alkohol, Tabak, Koffein, durch falsche Er- pchrung, durch einseitige Ueberfütterung mit Fleisch- ii b Eiweißnahrung und ganz besonders auch durch z. reichliche Ernährung. Lebe mäßig im Essen und 2 inken und gewöhne dich nicht an irgendwelche G' nußgifte!
Zahlreich sind die Mittel, die uns die Natur gibt: T« Erde mit ihren Mineralien, mit ihren Quellen, t):s Pflanzenreich, das Tierreich, Elektrizität, Warme, Licht, Radium und Röntgenstrahlen. Aber «ich alle die Stoffe, welche die chemische Wissen- siaaft gefunden hat, stehen dem Arzt als Heilmittel V Verfügung. Benütze Heilmittel nicht wahllos ui) betrachte den Arzt nicht nur als Helfer in der 51--t, sondern betrachte ihn auch als einen Berater d nes täglichen Lebens und hatte dich an feine 5 rschriften! Luft, Licht und Wasser sind vorzüg- I'bie Kräftigungs- und Erfrischungsmittel für Kör- p- und Geist. Darum benutzt die natürlichen Heil- fctoren!
Vermögen im Mülleimer.
Rüchenabfälle, aber auch alle möglichen kleineren (Stgenftänbc, die „ausgedient" haben, oder viel- rnjr im Haushalt oder in der Wohnung lästig toiben, nehmen gewöhnlich ben Weg alles Jrbi- 1d n; entweber verbrennt man sie, ober überant- Miirtet sie bem Mülleimer ober Abfallkasten. Das |i(i an sich ganz in Drbnung, vom volkswirtschaft- Iden Standpunkt aus würbe es sich aber weit §r empfehlen, hoch noch eine „Schlußsichtung" biefer unbrauchbaren Sachen baraufhin vorzu- •men, ob sich nicht bas eine ober anbere boch tz verwerten läßt. Auf jeben Fall ist nicht alles, is im Hause zu nichts mehr taugt unb nur Platz chtt, gänzlich wertlos. Kluge Köpfe haben aus- Zechnet, baß 80 000 000 leere Konservenbüchsen izpielsweise 1300 Tonnen Zinn ergeben bei einer Glichen Einfuhr von 12 000 Tonnen Zinn. Der öatz an Rasierklingen stellt sich auf runb 17 Mil- r en Dutzenb. Wenn biese unb auch Stahlfebern tummelt werben, kann Deutschlanb 2 Millionen bn Stahl sparen. Bedenken wir weiter, baß mtschlanb im Jahre 1933 für 120 Millionen Mk. cutabak einführte. Ganz wesentliche Summen nten gespart werben, wenn bie Zigarren- rfl)nitte,' bie für Pfeifentabak Verwenbunq fin- i können, gesammelt würben. Aber auch Korken,
Alte Gaffe.
Von Peter Bauer
I :öie ist eng wie ein Hohlweg unb verschaltet wie ei,! dämmeriger Flur. Ueberraschenb macht sie etwa in ihrer Weghälfte eine schwache Biegung, als Dolte sie ihr Einmünben in bie breite Straße noch »n roenig verzögern. Das verwehrt bem Auge ben luvchblick bis zu ihrem Ausgang, läßt sie länger itfijeinen, als sie es in Wirklichkeit ist unb ver- jiditet bie Atmosphäre bes Geheimnisvollen, bie aus illtn Winkeln weht.
! tiinige ber schmalen Giebelhäuser, bie sich bicht c".i nanberbrängen, haben in ihr Erbgeschoß kleine ßittmsmittelgeschäste ausgenommen. Tut einer ihrer litaaber zwei Schritte vor bie Tür, unb ber gegen- M wohnenbe Nachbar macht es ebenso, bann tref- Infficf) beibe auf ber Gassenmitte, unb alle Fenster pbe ier Erbe scheinen mitzuhören, was es Neues dö Darum wohl lehnt sich auch, wie ein Balkon pr sein Erbgeschoß, ein Stockwerk über bas an- b:r hinaus, so baß man sich aus ben obersten Fen- ' liinn von Hüben unb Drüben fast bie ausgestreckten hribe reichen kann, unb bas Zueinanbergeneigtsein briSiebel sich zu einem Spitzbogen geschlossen haben rüjbe, wenn man nicht boch auch ein bißchen Hirn- hill brauchte.
’ZHIes, was bie neue Straße laut unb erregenb noot, ist ber alten Gasse.fremb. Kein Auto unb rins es noch so schmal, würbe hier einfahren unb ] lii Muhe stören, kein Motorrabler ben Frevel ver- iie\i, hinburchzuknattern. Zwei kleine Mäbchen hieaen, vor ihrer Haustüre sitzenb, stillvergnügt mit ihci Puppen. Sie wissen sich wie in einer ge- i taugten Bucht behütet vor ber lärmenben Bran- : bes Verkehrs, bie zuweilen mit ein paar ftär-
: k( mschlagenben Wogen verworren herüberrauscht, : irb können sorglos ben Kinberwagen mit einem ifcfleinften Schläfer in ber mitten Gasse stehen i piftn. Eine schwarze Katze, bie lautlos aus einer ! k.ll> rlucke auftaucht, reibt sich buckelnb unb schnur- i ftii ben Pelz an den Wagenrändern, indem sie sich lüi dein Trunkener schräg Dagegen stemmt und hin i ub tjer entlangrutscht. Schließlich beginnt sie sogar i inbiümmert und mit emsiger Zungenfertigkeit eine i-rächende Pfoten- unb Kopfwaschung, als ob sie
Kellerstäubchen fortwischen wollte, bevor sie nn )oem gegenüberliegenben Fenster mauzenb Gin- 1 leg Degehrt.
I/.e Geräusche unb Stimmen, bie in ber Gasse Ihn Ohr treffen, sind Leute des inneren häuslichen 1 Biüns, wie von einem Vorplatz oder Nachbarzim- t nr uus vernommen. In diesem Vertrautsein mit-
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Donnerstag, (9. September 1935
Die Rückkehr der politischen Leiter.
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Gestern vormittag kehrten — wie wir gestern mittag bereits berichteten — die Politischen Leiter ber Stadt unb bes Kreises Gießen aus Nürnberg zurück. — Unser Bilb zeigt bie Politischen Leiter auf ihrem Marsch vom Bahnhof burch bie Stabt zum Gedäube ber Kreisleitung in ber Lubwigstraße.
(Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Wer an biesen beiben Abenben nicht bezahlt, wirb in München bei ber Hilfskasse abgemelbet. Auch werben bie Hilfskassenbeiträge vorher nicht angenommen.
Wmterhilfswerk 1935/36.
Ortsgruppe Gietzen-Mitte.
Unterstützungsanträge für bas WHW. 1935/36 ber Volksgenossen aus. ben Straßen:
1. Neuenweg, Weibengasse, Kaplansgasse, Maigasse, Lubwigstraße können nur am 17. 9., von 15 bis 18 unb von 20 bis 22 Uhr auf ber Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werben.
2. Erlengasse, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolkengasse,. Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleichstraße am 18. 9., von 15 bis 18 Uhr unb von 20 bis 22 Uhr.
3. Seltersweg, Plockstraße, Hinbenburgwall, Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hinter ber Westanlage, Löberstraße am 19.9., von 15 bis 18 Uhr unb von 20 bis 22 Uhr.
4. Neustabt, Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße, Bruchstraße, Goethestraße am 20.9., von 15 bis 18 Uhr unb von 20 bis 22 Uhr.
5. Die Entgegennahme von Anträgen aus ben Straßen Schanzenstraße, Tiefenweg, Sanbgasse, Rittergasse, In Löbers Hof, Marktstraße, Marktplatz, Möusburg, Wagengasse, Kleine Mühlgasse, Alicenstraße, Bismarckstraße erfolgt nicht am 21. 9., sonbern am 23.9., von 15 bis 18 unb von 20 bis 22 Uhr.
Kohlenscheine werben im kommenben Winterhilfswerk nur an kranke unb alte bebürftige Volksgenossen abgegeben. Alle anberen bebürftigen Volksgenossen haben Gelegenheit, ihren Winter- bebarf an Brennholz burch Lesen in ben Gießener Walbungen zu becken unb können baher keine Kohlenscheine erhalten.
L e s e s ch e i n e werben auf ber Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, Freitags von 20 bis 22 Uhr aus- gegeben.
Mietbücher, Quittungskarten unb alle sonstigen Unterlagen über bie Einkommensverhältnisse finb vorzulegen.
Der Ortsgruppenamtsleiter.
Silberpapier, bas aus Aluminium hergestellt wirb, Porzellan, Glasscherben, Zeitungen, altes Papier, Lumpen, Febern sinb auch bann nicht wertlos, wenn sie ihren Dienst getan haben; alle biese Sachen zu sammeln, bebeutet Vermehrung bes Volksvermögens. Unb butzenbhaft könnte man weitere Dinge anführen, bereu Augenblicksnutzen zwar zunächst nicht einleuchtet, bie aber in ber großen Masse zusammengetragen, Riesenberge ergeben können, beren fachmännische Schürfung bem Nationalschatz aanz beträchtliche Gewinne zuführen würben. Auf biese Weise -kann bie Hausfrau eine hervorragenbe Rolle als Mithelferin zur Steigerung bes Volksvermögens im Dienste an Vaterlanb unb Volk spielen.
Besuch der Ausgrabung in Glauberg.
Unter Führung bes Herrn Sczech findet am Sonntag, 29. September, eine Fahrt nach bem Kreise Bübingen statt. Wir lösen eine Sonntagskarte nach Büdingen, fahren bis Stockheim, wandern von dort nach bem Glauberg, besichtigen unter kundiger Leitung bie großen Ausgrabungen, bie über Deutschlands Früh- unb Vorgeschichte reichhaltig Auskunft geben, wandern bann weiter über bie Ronneburg nach Bübingen. Es wirb eine selten schöne Herbstwanberung geben. Kameraben aus allen Betrieben, folgt unserer Aufforberuna unb wandert mit. Es wird niemand zu bereuen gaben. Sonntagsfahrkarte kostet 3 Mark. Rucksack-Verpflegung.
Ortsgruppe <^»'eüen-Nord.
Abt. Hilfskasse.
Bezahlung der hilfskassenbeilräge für bas letzte Vierteljahr 1935.
Am Donnerstag, 19. September, und Freitag, 20. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr zahlen alle SA.-, RSA.-, NSKK.-, Reiter- unb Marine-SA.- usw. Angehörige, bie nicht Parteigenossen finb, ben Hilfskassenbeitrag für bas 4. Vierteljahr 1935 im Cafe Leib, Walltorstraße.
Die GießenerKonfirmanden t>on!935. ^3n ber evangelischen Gesamt-Kirchengemeinde der Stadt Gießen werden in diesem Jahre insgesamt 499 Konfirmanden gezählt. Davon sind 275 Knaben und 224 Mädchen. Im einzelnen entfallen auf die Lukasgemeinde 120 Konfirmanden (75 Knaben und 45 Mädchen), auf bie Johannesge- meinte mit Militärgemeinbe 65 (40 Knaben und 25 Mäbchen), auf bie Matthäusgemeinbe 115 (51 Knaben unb 64 Mädchen), auf die Mar - fusgemeinöe 89 (43 Knaben unb 46 Mäbchen), auf bie Petrusgemeinbe 40 (21 Knaben und 19 Mädchen) auf bie Luthergemeinbe 70 (45 Knaben und 25 Mädchen).
Das Etadttheater Gießen als Gast in Marburg.
Aus dem Stadttheaterbüro wirb uns geschrieben: Wie in früheren Jahren bespielt bas Theater Gießen unter ber neuen Leitung von Jntenbant Schultze- Griesheim in ber kommenben Spielzeit erstmalig roieber das Stabttheater Marburg in regelmäßigen Gastspielen. Bisher fanben unter bem Druck ber Verhältnisse nur Gastspiele von Fall zu Fall statt in Abwechslung mit bem Staatstheater Kassel unb Gastspielen auswärtiger Ensembles. Nunmehr wirb roieber bas Stabttheater Gießen allein ben gesamten Winterspielplan bes Theaters in Marburg bestreiten, unb zwar regelmäßig alle 14 Tage.
Kostenlose Gtenerbescheinignngen.
Wer sich an ber Vergebung öffentlicher Aufträge von mehr als 5000 Mark beteiligen will, muß eine Finanzamtsbescheinigung barüber vorlegen, baß aus steuerlichen Grünben keine Bebenken bestehen. Da sich Firmen verschiebentlich gleichzeitig um mehrere derartige öffentliche Auftrag'sverteilungen bemühen, benötigen sie Abschriften ber Finanzamtsbescheinigung, bie jeboch von ben Finanzämtern meist abgelehnt roorben sinb. Die Firmen finb auf bie Möglichkeit hingewiesen roorben, sich beglaubigte Abschriften anfertigen zu lassen. Um bie bamit entstehenden Kosten zu vermeiden, hat sich die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel an den Reichsfinanz- minflter gewandt. Dieser hat den Bescheid erteilt, daß für die Vervielfältigung von Finanzamtsbescheinigungen die Lieferanten selbst zu sorgen hätten. Eine unbillige Belastung der Firmen durch die Vervielfältigungskosten könne bei der Größe der Au-fträge nicht anerkannt werden. Außerdem seien die Kosten bei photographischer Vervielfältigung nur gering. Die Finanzämter seien jeboch vom Reichsfinanzminister angewiesen roorben, bie Steuerbescheinigungen kostenlos mit vier weiteren Stücken zu erteilen, wenn bies sogleich mit bem Antrag auf Ausstellung ber Steuerbescheinigung erbeten wirb.
Ehrenkreuz für Baltikum- und IreikorpSkämpfer.
Der Reichsbunb ber Baltikum- unb Freikorpskämpfer, Abwickelungsstelle Gießen, hielt in ber „Stabt Mainz" unter Kamerab Euler eine letzte Sitzung ab, bie mit einer stillen Minute zum Gedenken ber 36 000 gefallenen Baltikum- unb Freikorpskämpfer eingeleitet würbe. Kamerab Euler gab eine kurze Uebersicht über bie Lage bes Bun- bes unb berichtete von ber Heilbronner Führersitzung. Auf Befehl bes Führers Major a. D. Bischoff würbe im Einvernehmen mit ber Reichsregierung ber Bunb in biefer Form aufgehoben. Die ehemaligen Baltikum- unb Freikorpskämpfer finb bie Alten geblieben unb orbnen sich unter, stets bereit zu neuer Tat. lieber bie weitere Organisation würben Entschlüsse herbeigeführt, bie bie Mitglie- ber in Ruhe abwarten sollten. Die Baltikum- und Freikorpsführer feien stolz barauf, vom Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler „bie letzten Sol- baten bes großen Weltkrieges unb bie ersten Kämpfer für ein neues Deutschlanb" genannt roorben zu sein. Aus äußere Anerkennung legten sie nie Werk. Durch eine Verfügung bes Herrn Reichs- unb Preußischen Ministers bes Innern vom 11. 9. 35 hat ber Bunbessührer bie Genehmigung erhalten,
einanber können sich nur ehrliche unb herzliche Menschen baheim fühlen. Mucker unb Protzen würben zu Störenfrieben bes engen Beisammenseins. So scheint bie alte Gasse eine ibeale Erzieherin zur Gemeinschaft zu sein.
Meine Schritte hallen fremb burch bie Stille unb verklingen erst in ber großen Straße, burch bie ber Strom ber Außenwelt wie mit tofenben Wasserfällen rauscht, unb wo bie Menschen auf getrennten Ufern wohnenb sich vor einanber verschließen.
Oie neuen Fikme der „Europa^.
Die „Europa" oerfenbet in biesen Tagen eine Uebersicht über ihre Probuktion 1935/36. Das Verleihprogramm für bie neue Spielzeit umfaßt 20 beutsche Filme unb zwei Auslänber ber Lonbon- Probuktion. Dazu gelangen jetzt zur Auslieferung bie beiben Carl-Froelich-Filme bes vergangenen Programms: „Lieselotte von ber Pfalz" unb „I ch war Jack M o r t i m e r". Im übrigen enthält bas neue Programm bie folgenben Filme: „Der Kurier bes Zaren" mit Abolf Wohl- drück und Hilde Hildebrand; einen Willi -Forst- Film, dessen Besetzung erst nach ber Fertigstellung bes Drehbuches bekanntgegeben wirb, unter ber Spielleitung von Willi Forst; „L i e b e s l e u t e" nach Motiven von Goethes „Hermann unb Dorothea" mit Gustav Fröhlich unb Renate Müller; „Der Student von Prag" mit Adolf Wohl- brück, Dorothea Wieck unb Eugen Klöpfer; „D i e klugen Frauen" mit Paul Hartmann, Albert Lieven unb Charlotte Daubert; „Die Geliebte von Paris" mit Renate Müller unb Adolf Wohlbrück oder Gustav Fröhlich; „Das Tal des Lebens" mit Käthe Gold, Marie-Luise Claudius, Fita Benkhoff, Romanowski) und Lingen; „Rose Bernd" nach dem Schauspiel von Gerhart Hauptmann mit Paula Wessely in ber Titelrolle; einen Harry-Piel-Film unter bem Titel „Der Dschun - gel r u f t"; eine Verfilmung des bekannten Schwanks „Der Raub der S a b i n e r i n n e n" unter ber Spielleitung von Carl Froelich; „Das Einmaleins ber Liebe" mit Luise Ullrich, Hörbiger, Lingen, Walbau und Henkels; eine Verfilmung von Hamsuns Roman „Viktoria" mit Luise Ullrich in ber Titelrolle; auch in dem Lustspiel „Das Mäbchen für alles" wirb Luise Ullrich die Hauptrolle spielen; „Die Herrin von Campina" mit Dorothea Wieck, Gustav Fröhlich und Hans Moser; heitere Themen behandeln ferner die Filme: „Der mutige See- fahrer", „Wenn der Hahn kräht" und „Die Pfingstor gel". die beiden letzten nach
bekannten Bühnenstücken gleichen Namens; ein Abenteurer-Film heißt „Sehnsucht nach der Welt" nach bem Roman „Winke, bunter Wimpel" von Alfreb Karrasch (Hauptrollen: Paul Hartmann, Dorothea Wieck, Heinrich George); „Verfluchte Musik" mit Sybille Schmitz, Karin Harbt, Iba Wüst unb Paul Hörbiger; „Letzte Rose" heißt ein großer Ausstattungsfilm mit Helge Roswaenge, Georg Alexander und Fritz Kämpers. Die beiden Europa-Filme der durch „Die scharlachrote Blume" in Deutschland bekannt gewordenen London-Produktion heißen „Der E l e f a n t e n b o y" und „Das Gespenst auf Reisen". Das Produktionsprogramm der Europa enthält ferner eine Reihe von Kulturfilmen, vier Filme des Australien- Fliegers Bertram, farbige Zeichentrickfilme unb Kurzlustspiele, u. a. vier Euleiflpiegel-Filme mit Theo Lingen.
Zeitschristen.
— Im Septemberheft ber „Kunstkamme r" (Propyläen-Verlag, Berlin) schildert Hans Beilhack amüsant bie berufsstänbischen Probleme ber Bilb- hauer unb Maler vor zwei Jahrhunberten. Lothar Schreyer erzählt eine Geschichte um ben Marburger Elisabethschrein, unb Kurt Wehlte berichtet von ber technischen Seite ber Wandmalerei bei alten Meistern. Weitere Beiträge behandeln neuzeitliche Metallarbeiten, bayerische „Ostmark-Bausteine" und alte Spielkarten. Interessante Bildbeispiele zeigen die Veränderung der Landschaft durch menschlichen Eingriff. Das Heft enthält über 50 schöne Bilder.
— Die bekannte Elternzeitschrift „M utter unb Kinb" (Verlag Staube, Berlin W 30) bringt im Septemberheft u. a. eine ausgezeichnete Abhanb- hing über bie Erziehungsfragen bes Kinbes im ersten Lebensjahr. Was hier über bie verschiebenen Erziehungsvorschläge gesagt wirb, bürste jebe junge Mutter interessieren. Auch in seinem übrigen Inhalt bringt bieses Heft viel Wissenswertes unb zahlreiche Anregungen für bie Mutter unb Hausfrau. Die Zeitschrift kostet vierteljährlich 1,30 Mark einschließlich Porto.
— Einen lebenbigen Bericht von seinen Erlebnissen als „Musikjäger" in ber Lybischen Wüste gibt in ber letzten Nummer ber „I11 u st r i r t e n Zeitung" (Leipzig, I. I. Weber) ber junge beutsche Forschungs- reifenbe Hans Hickmann, ber im Auftrag bes staatlichen Phonogrammarchios Tonaufnahmen alter Volksgesänge bei ben Bewohnern einer Sahara-Oase machte. Eine mehrfarbige Reliefkarte Abessiniens, die ein überaus anschauliches Bilb von den geogra
phischen Verhältnissen dieses Landes gibt, dient zur Illustrierung des Artikels „Abessinien als Kriegsschauplatz", der sich mit den strategischen Möglichkeiten in diesem Unruheherd unserer Tage befaßt. — Nachtaufnahmen aus dem alten Rom werden dem Freunde künstlerischer Photographie wie dem Bewunderer der Antike willkommen sein.
Sochschulnackrichten.
Professor Dr. Kurt Fischbeck, Extraordinarius für Chemie an der Universität Tübingen, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden.
Professor Dr. Peter Kranz, Extraordinarius für Zahnheilkunde an der Universität München, ist zum ordentlichen Professor in der Münchener Medizinischen Fakultät ernannt worden.
Während der Eröffnungssitzung der W ü r a b u r - g e r Tagung besForschungsdienstes (Reichsarbeitsgemeinschaften in ber LanbwirtschaftsroigLn- schaft) würbe bem Professor Dr. Hugo Neu- bauer (Dresben) im Namen ber lanbwirtschast- lichen Abteilung ber lanbwirtschaftlich-tierärztlichen Fakultät ber Universität Berlin burch Professor Schuch t bie Urfunbe seiner Ernennung zum „Doktor ber Lanbwirtschaft ehrenhalber" überreicht. Diese Auszeichnung erfolgte „wegen feiner hervor- ragenben Verdienste um die agrikulturchemische Wissenschaft, besonders für das Hineintragen biologischer Gesichtspunkte in die agrikulturchemische Är- beitsmethodik". Professor Neubauer war langjähriger Vorsitzender des Verbandes Deutscher landwirtschaftlicher Unterfuchungsanstalten unb ist im vergangenen Jahr zum Ehrenvorsitzenben bieses Ver, banbes ernannt roorben. Der Forscher hat auf bem Gebiet ber Bobenuntersuchungsmethoben Pionierarbeit geleistet unb seinen wissenschaftlichen Weltruf burch seine chemisch-physiologische Keimpflanzenme- thobe begrünbet Die Neubauer-Methobe ist ein unentbehrliches Hilfsmittel für bie richtige Anwenbung bes Düngers unb für bie Erzielung von Höchsterträ- gen geworben.
Professor Dr. Alfreb Schwenkenbecher, Dr- binarius für innere Mebizin an ber Universität Marburg, unb Professor Dr. Enno ß i 11 m a n rt, Drbinarius für orientalische Philologie an ber Universität Tübingen, begingen ihren 60. Geburtstag.
Professor Dr. Martin Wolfs , Drbinarius für Bürgerliches Recht an ber Universität Berlin, ist von ben amtlichen Verpflichtungen entbunben roorben


