Kunst und Wissenschaft.
Der Tiecfchriftsleller Egon von kapherr f.
Der bekannte Natur-, Jagd- und Tierschllderer Egon von Kapherr ist, 56 Jahre alt, in diesen Tagen g e st o r b e n. Kapherr entstammt väterlicherseits einem uralten Hause von Jägern und Grundbesitzern, seine Mutter kam aus einer livländischen Adelsfamilie, seine Witwe ist eine kaukasische Prinzessin. Kapherr hat als Forstmann und Jäger die weite Welt bereist und Reh und Fuchs, Wolf und Rotkehlchen, Hase und Elch, Elefant und Krähe, Eichhörnchen und Bär in zahlreichen Büchern lebendig geschildert.
Die Herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt.
Auf dem Gebiete der schönen Literatur wird die Deutsche Verlags-An st alt, Stuttgart-Ber« lin, demnächst folgende Werke veröffentlichen: Hervey Allen: Antonio Adverso. Aus dem Englischen übertragen von W. E. Süskind und Rudolf von Scholtz. Waldemar B o n s e l s : Der Reiter in der Wüste. Eine Amerikafahrt. Henry Benrath: Die Kaiserin Konstanze. Kurt Eggers: Herz im Osten. Der Roman Li Taipes, des Dichters. Theo L. Goerlitz: Christian Olegaard. Anfang eines Lebens. Roman. Hein Kruse: Der Gefallene ruft. Roman. Agathe Lindner: Madonna an der Treppe. Die Geschichte eines leidenschaftlichen Lebens. Lord M o t t i st o n e : Mein Pferd Warrior. Mit einem Geleitwort von Rudolf G. Binding. Clara Nordström: Roger Björn. Roman. Rudolf P r e s b e r : Ich gehe durch mein Haus. Erinnerungen. Ina Seidel: Meine Kindheit und Ju- aend. Ursprung, Erbteil und Weg. Albert Tal- yoff: Heilige Natur. Dichtungen. Clara Die big: Der Vielgeliebte und die Dielgehaßte. Roman. Josef Winckler: Die goldene Kiepe. Heitere und ernste Erzählungen. Ernst Zahn: Der Weg hinauf. Roman. — Weitere in Vorbereitung befindliche Werke: Marie von Bunsen: Die Nichte Talley- rands, Herzogin von Sagan. M. I. Krück von P o t u r z y n : Antonius und der Grieche. Roman aus der Zeit des römischen Friedens. Michael Prawdin: Das Erbe Tschingis-Chans. — Als verbilligte Neuausaaben erschienen: Hermann Stege m a n n : Der Kampf um den Rhein. Waldemar Dönsels: Mario und die Tiere. — Der Verlag F. A. Perthes bringt für die Jugend: P. L. Trave r s : Jungfer Putzig. Mit 40 Zeichnungen von Mary Shepard.
Litauische Stimmungsmache in Gens.
Dreiste Lerdrehungskunststücke des litauischen Außenministers.
mtt dem Geist des Faschismus, begegnen sich in der hier gestellten Aufgabe, die natürlichen Rivalitäten allmählich zu beseitigen, den Faschismus piemontesisch zu machen, die piemontesische Tradition in eine faschistische zu entwickeln. Für seine kluge Erkenntnis, daß Äußerlichkeiten von großer Bedeutung sind, ist bezeichnend, daß die Neuuniformierung der Armee im letzten Jahre durch die Einführung einer sportlichen Bluse mit offenem Kragen auf grau-grünem Hemd und mit schwarzer Krawatte nur noch wenig Unterschied zwischen dem Aeußeren des Soldaten und des Milizmannes läßt. „Slrniee und Nation", erklärte Mussolini, „sind unzertrennliche Begriffe im Leben und in der Geschichte, besonders in unserer Zeit, in der neue Probleme sich stellen, neue Kräfte in die Schranken treten."
Ob die Faschisierung der Armee so gut wie vollendet, in welchem Maße sie fortgeschritten ist, kann man von außen und wahrscheinlich nicht einmal in Italien selbst genau wissen. Durch verschiedene Maßnahmen ist neuerdings der Eintritt von Offizieren in die Partei erleichtert worden, was ein gewisses Vertrauen der Parteileitung vorayssetzt. Der beste Beweis aber, daß ein reibungsloses Zusammenwirken zwischen Armee und Miliz erwartet wird, ist die Mobilisierung gleich starker Kontin- gente für den afrikanischen Feldzug. Den fünf Armeedivisionen entsprechen fünf Divisionen Schwarzhemden. Piemont und die faschistische Revolution ziehen zum erstenmal gemeinsam in den Krieg. Wenn sie siegreich zurückkehren, wird von Unterschieden nicht mehr die Rede sein. Solche Fragen werden schlüssig nur „durch Blut und Eisen" gelöst, sagte einst jemand!
Rom vor wichtigen Entschlüssen.
Rom, 18. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Der heute erneut zusammentretende italienische Ministerrat wird bereits zu den Vorschlägen des Genfer Fünfer- Ausschusses Stellung nehmen. Ihre Ablehnung durch Italien steht außer allem Zweifel. Der heutige Genfer Bericht des „Messaggero" ist weit über das gewohnte Maß hinaus scharf ablehnend gegen die augenblicklichen Bemühungen des Völkerbundes. Die Arbeiten des Fünfer-Ausfchusfes, der nur „b e - reits abgeleynte Vorschläge wieder auf wärmt", werden von vornherein in Grund und Boden verdammt. Im gleichen Bericht wird mit großer Empörung von „neuen englischen Erpressungsversuchen" gegenüber Frankreich gesprochen. Sie hätten in Genf beträchtliche Verwirrung und Bestürzung hervoraerufen. England verlange nunmehr sogar verpflichtende Erklärungen Frankreichs zur Sanktionsfrage, ehe es feine eigene Stellungnahme festlege.
„Times" meldet, die heutige Sitzung des f a schift i f ch en Großen Rates werde mit einiger Sorge erwartet, da sie eine entscheidende Wendung im guten oder schlimmen Sinne herbeiführen könne. Niemand würde überrascht sein, wenn diese Sitzung den Bruch Italiens mit dem Völkerbund herbeiführen würde. Mussolini soll auf der letzten Sitzung des italienischen Kabinetts erheblichen Wider st and gefunden haben. Diese Gerüchte seien in Genf mit Interesse verzeichnet worden. Man habe Mutmaßungen über die Möglichkeit geheimer, nachhaltiger Meinungsverschiedenheiten in Rom angestellt. Niemand sei aber optimistisch, davon eine Aenderung der Entwicklung des gegenwärtigen Streites zu erwarten. Die italienische Delegation in Genf sei äußerst beunruhigt über die energische Haltung Großbritanniens und den beinahe allgemeinen Zusammenschluß anderer großer und kleiner Nationen unter englischer Führung.
Italienische ll-Boot-Zlottil e m einem spanischen Hafen?
London, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Gibraltar: Es wird erwartet, daß am Mittwoch eine italienische U-Boot- Flottille in Malaga, dem spanischen Hafen, der 100 Kilometer nordöstlich von Gibraltar liegt, eintreffen wird. Zehn spanischeFlugzeuge werden in Algeciras (10 Kilometer westlich von Gibraltar) am Mittwoch aus Gibraltar erwartet. Die Flugzeuge sollen Manöver zwischen Tarifa und Algeciras ausführen.
Genf, 16. Sept. (DNB.) Der litauische Außenminister erklärte in der Völkerbundsversammlung: Angesichts gewisser Kundgebungen außerhalb dieser Versammlung habe ich im Bewußtsein der Verantwortung meines Landes gegenüber der gesamten internationalen Gemeinschaft sowie feiner Stellung zu dem Problem Osteuropa von dieser Tribüne und vor der zivilisierten Welt feierlich zu erklären: Daß die loyale und r e ft I o f e Beachtung aller internationalenVerpflich- tungen das Wesen der äußeren und inneren Politik der litauischen Regierung bildet, daß meine Regierung stets bereit ist, mit allen Befugnissen zu einem freundschaftlichen u n d loyalen Gedankenaustausch über die Durchführung ihrer internationalen Verpflichtungen zu schreiten, daß meine Regierung dazu bereit ist, alle Meinungsverschiedenheiten über ihre internationalen Verpflichtungen gegebenenfalls dem durch die Verträge vorgefehenen Versah- r e n zu unterwerfen.
Diese Richtlinie ist schon wiederholt eingehalten worden und hat immer positive Ergebnisse gezeitigt. Ich bin fest davon überzeugt, daß diese Haltung meiner Regierung als eine hinreichende Grundlage für diel o y a l e Zusammenarbeit unter allen Beteiligten aufaefaßt werden muß. Daher kann die Berücksichtigung gewisser Erklärungen eines Landes, die dazu angetan sind, die Atmosphäre des guten Einvernehmens und der Zusammenarbeit unter den Völkern zu trüben, nicht anerkannt werden. Es erscheint mir angezeigt, zum Schluß hinzuzufügen, daß mein Land feinen Glauben und seine Hoffnung auf die Solidarität der Länder setzt, die unter der Aegide des Völkerbundes vereinigt sind, dessen Aufgabe nicht nur darin besteht, Streitigkeiten zu schlichten, sondern auch zu verhüten. Die Geschichte meines Landes weiß sehr viel von erlittenem Unrecht zu berichten, aber sein Glaube an das edle Ideal der Menschheit hat niemals gewankt. Litauen bleibt unbesorgt für die Unversehrtheit seiner Ehre.
Der Führers unmißverständliche Warnung an Litauen in seiner Nürnberger Reichstagsrede hat
Nürnberg, 17. Sept. Der letzte Tag des Parteitages der Freiheit brachte eine Reihe bedeutsamer Sondertagungen.
Auf der Sondertagung des 21grarpoliti = schen Apparates erklärte Reichsleiter und Reichsminister D arrä u. a., daß der agrarpolitische Apparat mit freudigem Stolz von sich fagen könne, von Anfang an für d i e Blutfragen unserer Rasse in vorderster Front gekämpft zu haben. Die jüngsten Ereignisse haben bewiesen, wie richtig diese eindeutige Zielsetzung gewesen sei. Wenn es dem agrarpolitischen Apparat gelungen sei, das deutsche Bauerntum zu einen, so sei dies nicht etwa möglich gewesen, weil wirtschaftliche Vorteile im Vordergrund gestanden hätten, diese Einigung sei vielmehr unter rein weltanschaulichen Gesichtspunkten geführt worden.
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In der Sondertagung der Kommission für Wirtschaftspolitik erläuterte Pg.Köhler, daß die Kommission kein Organ zur Vermittlung zwischen Wirtschaftsinteressen und Regierung sei, auch keine Nebenregierung oder Ueberregierung, und ebensowenig sei es ihre Aufgabe, die Wirtschaft zu organisieren. Die Aufgabe der öffentlichen Kontrolle habe die Partei übernommen, die wirtschaftspolitische Gruppe sei daher mit dazu da, Meldeapparat zu fein. Ihre zweite Aufgabe sei es, den politischen Willen und die politische Haltung zum Bewußtsein jedes Einzelnen zu bringen
in aller Welt starken Eindruck gemacht und sogar die litauische Regierung selber scheint gemerkt zu haben, daß ihre Sache brenzlich wirb. Sie weih zwar aus allen bisherigen Erfahrungen, daß die Signatarmächte des Memelstalutes nichts Ernsthaftes gegen ihre llebertretung des Vertrages unternehmen wollen. Sie scheint sich aber nun doch auch die andere Frage zu überlegen, ob diese Signatarmächte ihr tatkräftig beistehen werden, wenn anders geartete machtpolitische Verwicklungen eintreten sollten. Sie bemüht sich jetzt nach Kräften darum, nach allen Seiten hin. gut Wetter zu machen.
Der litauische Außenminister L o z o r a i t i s hat es für zweckmäßig befunden, bas G e n fer Podium als Ort einer Erwiderung zu wählen. Wenn er dabei erklärte, daß Litauen sich in feiner Treue zum Völkerbund nicht allein von idealen Auffassungen, sondern auch von Gesichtspunkten des eigenen Interesses leiten lasse, so glauben wir ihnen das gern. Die Haltung des Völkerbundes in der memelländischen Frage war praktisch bisher immer den litauischen Wünschen und Auffassungen günstig. Wenn er aber den Spieß umdrehen will und die gegen Litauen gerichtete Nürnberger Erklärung des Führers als geeignet bezeichnet, die Atmosphäre der Verständigung und Zusammenarbeit der Völker zu stören, so ist das wirklich ein starkes Stück. Plumper kann man Ursache und Wirkung nicht miteinander verwechseln. Einzig und allein die Handlungen Litauens sind es gewesen, die dem Führer zu einer unmißverständlichen Warnung Anlaß gegeben haben. Es liegt ganz an der Regierung in Kowno, die Atmosphäre der Verständigung zu erhalten, aber sie will das nicht.
Das „Demeter Dampfboot" erneut beschlagnahmt.
Memel, 17. Sept. (DNB.) Das „Memeler Dampfboot" ist am Dienstag wieder nicht erschienen. Die litauischen Zeitungen dürfen nach wie vor ungehindert gegen die memelländische Einheitsliste hetzen. Die Reichstagsrede des Führers wird in allen litauischen Zeitungen tot geschwiegen. Dagegen wird die Rede des litauischen Außenministers Lozoraitis in großer Aufmachung gebracht.
und auf diese Weise den Dienst der Wirtschaft für die politische Führung sicherzustellen. Pg. Köhler erklärte: „Erhöhung der Lebenshaltung ist keine Verteilungsaufgabe, sondern eine Leistungsaufgabe. Hiermit ist jedoch nicht nur die Steigerung der Einzelleistung, sondern auch eine wohlgeführte Steigerung der Gesamtleistung zu verstehen. Die Entwicklung der Wirtschaft zu solcher Höchstleistung ist nur in einem sozialistischen Volke möglich/'
Die Sondertagung des NS. - Lehrer- dun d e s sand ihren Auftakt in einer Ehrung des toten Kämpfers und Erziehers Hans Schemm. Der Frankenführer Julius Streicher legte sodann die wichtigsten Probleme der rassischen und damit verbundenen schulischen Erneuerung dar. Er sprach dabei über die Kräfte des Blutes als den ewigen göttlichen Grundgesetzen, zeigte die ungeheure Bedeutung des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre und entwickelte aus seinen reichen Erfahrungen als Kämpfer für die Idee Adolf Hitlers und als Lehrer feine Auffassung über den Lehrer und Erzieher der Zukunft. Mit der Ermahnung an die Erzieher, sich leidenschaftlich und tapfer besonders für die ewigen Gesetze des Blutes einzusetzen, schloß Gauleiter Streicher seine Ausführungen.
Auf der Sondertagung des Hauptamtes für Beamte erstattete Hauptamtsleiter Pg. Neef
Die letzten Sondertagungen auf dem Nürnberger Reichsparteitag.
Bericht über die politische und weltanschauliche Re. Organisation der Beamten im Sinne und Geist des Nationalsozialismus. Er führte u. a. aus: Als Mittler zwischen Regierung und Volk muß die Beamtenschaft imstande fein, das national- sozialistische Ideengut, soweit der Staatsorganismus damit beauftragt ist, in die Tat umzusetzem Die NS.-Beamtenabteilung war deshalb eine Gesin- nungsgemeinschaft, nicht etwa eine Organisation zur Stützung und Erringung berufspolitischer Dor- teile. Der gewerkschaftliche Geist tn den alten Be- amtenverbänden war liberalistisch und marxistisch. Ihn galt -s mit Stumpf und Stiel auszurotten Die Einheit der Bewegung sichert die Einheit des Staates die Einheit des Staates gewährleistet eine em- heiiliche Beamtenschaft, deren die autoritäre Staats- führung als vollziehenden Faktor des Staatswillens bedarf.
Auf der Tagung der Gau - und Kreispro- pagandaleiter im Apollotheater erklärte der Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels: Es genügt nicht, das Richtiae auszusprechen, sondern man müsse es so aussprechen, daß damit die breiten Massen des Volkes mobilisiert werden können. Solche Propaganda sei auch heute noch notwendig, um die Macht zu erhalten, denn der Nationalsozialismus habe nicht die Absicht, sich auf die Spitzen der Bajonette zu setzen, sondern m i t d e m Volk und durch das Volk zu realeren. Der Propagandist müsse vor allem die Volksseele kennen. Propaganda habe stets etwas Aggressives. Sie habe auch stets revolutionär zu sein. Sie müsse durchschlagend wirken und durchschlagend wirke st e t s nur das Extreme. Es gebe zwei Möglichkeiten: Entweder man rede den Massen nach dem Munde, das sei aber immer nur vor kurzer Dauer, bis die Masse die Durchsichttgkeit dieser Methode erkannt habe, oder man habe den Mut, auch unpopuläre, aber notwendige Maßnahmen durchzuführen, sie jedoch durch eine intensive Propaganda dem Volke verständlich zu machen. Da der Nattonalsozialismus nicht die Absicht habe, nach wenigen Jahren wieder abzudanken, müsse er den zweiten Weg gehen. Freilich dürfe die Propaganda nicht immer trommeln, weil das Volk sich sonst an den Trommelton gewöhne und ihn nicht mehr höre. Daher habe neben die Propaganda die Aufklärung zu treten, die nicht angreife, sondern methodisch belehre. Es sei Aufgabe der Propagandisten, kompli- zierte Dinge zu vereinfachen und nicht einfache Dinge zu komplizieren. Die Propaganda dürfe nicht jeden Tag neue Gedanken produzieren wollen, sondern sie müsse sich auf die wenigen revolutionären Fundamentalsätze der Bewegung beschränken und diese immer wieder predigen. Es gehe auch nicht an, am Schreibtisch einen Kult der Bewegung zu erfinden. Dieser müsse von selbst wachsen. An den einmal gefundenen Formen müsse aber dann festgehalten werden. Dr. Goebbels wandte sich dann gegen die Gefahr, allzuviel organisieren zu wollen, was schließlich eine Erstarrung zur Folge haben würde. Die Partei müsse auch nach außen eine geschlossene Einheit fein, ein wahrer Orden, der dem Gegner keine Hoffnung auf Zersetzung biete. Es sei Aufgabe der Parteigenossen, durch ihr eigenes Leben die besten Propagandisten ihrer Sache zu fein.
Der Führer
übergibt den Siegerstürmen desReichs- wettkampfeS der GA. die Ehrenpreise.
Nürnberg. 16. Sept. (DNB.) Den Sieger- stürmen der SA. überreichte der Führer im Anschluß an den großen Vorbeimarsch nach einer kurzen Ansprache als Ehrenpreis sein Bild mit Unterschrift. Von der Gruppe Hessen waren sieben Mann des Sturms 6/63 Brigade 49, Standort Frankfurt a. M., angetreten. Der Führer betonte, daß er sich in Nürnberg davon überzeugt habe, daß die SA. im letzten Jahr wohl an Zahl sich verringert, dafür aber in d e r Qualität sich gesteigert habe. Und das sei wesentlich. Der Kampf, den die SA. geführt habe, sei nicht vergeblich gewesen. Letztes Ziel fei und bleibe die Erfüllung des Parteiprogramms in allen Punkten. Ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Zieles seien die Gesetze, die der Reichstag angenommen hat.
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Unvergeßliche Landschaft.
Don Georg von der Bring.
Unvergeßlicher Tag. Ich sitze an einem Waldrand und schaue in den blauen Himmel hinaus, noch zirpt die Grille. Irgendwo vor mir in der Ferne muß die Loire strömen. Auch dort gibt es Bäume und Wälder. Die ganze Landschaft ist voller Wälder, und alle Waldränder sind .^eute erfüllt von einer feierlichen Stille, die sich nirgendhin verbreiten kann, weil sie ja überall herrscht.
Ringsum liegen meine Kameraden im Gras. Unten in der Talmulde aber ranaiert ein Zug. Dorthin richten sich viele Blicke. Sehr winzig nehmen sich die Wagen und die schwarze Maschine aus. Dieser Zug soll uns in die Heimat bringen, nach einer Kriegsgefangenschaft von dreizehn Monaten. Wir schreiben September 1919. —
Heute ist das seit sechzehn Jahren vergangen. Vergangen? Werde ich in alle Ewigkeit diese Stunde vergessen können?
Das fremde Land zeigt sich uns in seiner ganzen Schönheit, die Sonne strahlt und sticht, und ich sitze im Schatten eines Waldes, der noch grünt und der einen tiefgrünen Schatten über mich legt.
Es gibt in der Welt unvergeßliche Dinge, denen der Mensch treu bleibt. So denke ich an jenen Waldrand der Loire zurück, und jeder Waldrand eines jeden Septembers meiner Heimat wird seither mit den Augen von damals betrachtet.
Als die Kameraden schwiegen und sich schweigend den kleinen rangierenden Zug da unten betrachteten, und die Grillen ihren unendlichen Ton über den Rand des französischen Waldes spannen, den sie ja auch bei uns zu singen pflegen — trat zu mir ein Kamerad, den ich nie vorher gesprochen hatte, und dessen Namen ist nicht wußte und auch heute nicht weiß. Der setzte sich zu mir und begann, von sich zu erzählen. Bis zu dieser Minute hatte er wohl schweigsam in sich hineingehorcht und an das ge- dacht, woran wir alle dachten: An das Wiedersehen in der Heimat, deren Unversehrtheit uns, den Soldaten, zu danken war: an die neue Arbeit im Dater- lande, und vor allem, daß man sich jetzt daran würde gewöhnen müssen, daß man lebte ... daß der Tod uns verschmäht hatte. Dies neue Gefühl verhieß uns eine Kraft, die ohne Grenzen schien. Damals gaben wir uns ein Gelübde.
Von diesem Kameraden aber, der sich an meiner Seite ins gilbende Gras legte, hörte ich etwas, das mich damals über alles erregte: Er hatte ein Kind, das fast zwei Jahre alt war, und dies kleine Kind, 6me# batte noch ms ssjchsm wücki
ihn jetzt, in einigen Tagen, zum ersten Male auf seinen Arm nehmen, droben in den bayerischen Verbergen, wo die Frau seit Jahren auf ihn wartete.
Als dann der Kamerad verstummte und wohl zum hundertsten Male den kleinen Transportzug da unten musterte, ob der ihn wohlbehalten an den deutschen Rhein bringen würde, stellte ich mir seine Heimat vor: Ich sah Berge, auf die die Septembersonne niederstrahlte, ein Mann kam auf seinem Wege gegangen und am Ende des Weges stand eine junge Frau und hob ihr Kind in das unaussprechlich süße Licht ...
Jedes Ende ist ein Anfang, dachte ich, wir hören nie auf. Und in diesem Augenblick wurde mir der Waldrand der Loire zu dem, was er mir heute ist.
„Der Graf von Monte Christo."
Dies ist ein United-Artists-5ihn der Bavaria, welcher, wie sein Vorläufer im Lichtspielhaus, „Die Heilige und ihr Narr", ebenfalls auf eine berühmte Romanvorlage zurück geht, auf den „Grafen von Monte Christo" des älteren Alexander Dumas. Der Unterschied beruht — vom Stofflichen natürlich abgesehen — vor allem darin, daß man nach diesem Film den Roman viel eher rekonstruieren kann, und daß die überquellende Phantasie des französischen Autors sein Werk mit einer Fülle von Handlung, Abenteuer und effektvollen, theatergerechten Szenen ausgestattet hat, die schlechterdings von keiner Bearbeitung übersehen oder gar um ihre Wirkung gebracht werden konnten. Dabei kommt es in erster Linie weder auf die geschichtliche Einkleidung noch auf die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit der Einzelmotive an, sondern auf den schnellen Ablauf einer Fabel, die ebenso romantisch wie realistisch, die abenteuerlich, spannend und im höchsten Maße publikumswirksam genannt werden muß. Die Fäden überschneiden sich und sind dennoch übersichtlich: der Gang der Ereignisse bleibt trotz erheblicher zeitlicher Zwischenräume, die zu überbrücken waren, in stetem Fluß vom dramatischen Vorspiel bis zum glücklichen Ende. Der Seesturm bei der Ueberfahrt nach Marseille, der Tod des Kapitäns, der versiegelte Brief, die napoleonische Verschwörung, wie eine Vision die Schlacht bei Waterloo, Gefangennahme, Kerkerhaft auf Chateau d’If, die mehr als abenteuerliche Flucht ins Meer, das Schmugglerschiff, der sagenhafte Schatz auf der einsamen Insel Monte Christo, das rauschende Fest in Paris, das Wiedersehen mit der früheren Verlobten, die Zweikämpfe, endlich der Rachefeldzug des Grafen wider feine drei Tod- teintet der mit eurem dkMchep. jchamiHeo,
endet, am eindringlichsten ganz zuletzt, wenn Monte Christo im Gerichtssaal sich jählings vom Angeklagten zum Ankläger wandelt und dem Staatsanwalt die Maske vom Gesicht reißt. Das sind die wichtigsten Stationen einer wirklich romanhaften Film-Fabel, mit deren Inszenierung der Spielleiter Rowland V. L e e eine dankbare, mit Geschick und Geschmack gelöste Aufgabe fand. Die deutsche Bearbeitung stammt von Curt Wesse: sie wird von englischen Darstellern gespielt, von deutschen gesprochen. In der Titelrolle sieht man Robert D o n a t, der in Spielstil und äußerer Erscheinung am ehesten mit Wohlbrück zu vergleichen wäre: ein Kavalier von untadeliger Haltung: elegant, kühl, beherrscht. Dorn großen Ensemble seien genannt Elissa Landi als Mercedes, Sidney Blackmer als Mondego, Raymond W alb um als Danglars, O. P. H e g g y als Abbä Faria und Lawrence Grant als Villefort.
Der Film läuft (eit gestern im Lichtspielhaus und dürfte zahlreiche Besucher anziehen, jene vor allem, die sich bei der Gelegenheit einer halb vergessenen, aber aufregenden Lektüre entsinnen werden. — Im Beiprogramm: ein kleiner, zweifach aufschlußreicher und interessanter Film „Mit Kreuzer Emden zum Indischen Ozean", die recht aktuelle neue Wochenschau und ein Vorspann zu dem Kiepura-Film „Ich liebe alle Frauen". -r-
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. .Theodor K a l u z a , Ordinarius für Mathematik an der Universität Kiel, erhielt einen Ruf an die Universität Göttingen.
Professor Dr. Karl Bräuer, Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg, erhielt einen Ruf an die Universität Leipzig.
Professor Dr. Ernst M a g n u s - A l s l e d e n , Ordinarius für innere Medizin an der Universität Würzburg, erhielt einen Ruf an die türkische Universität Ankara, dem er Folge leistete.
Professor Dr. Hermann L e u ch s , Extraordina- aus für Chemie an der Universität Berlin, ist 3um ordentlichen Professor in der Berliner Philo- sophischen Fakultät ernannt morden.
Professor Dr. Hermann Reiher, Grtraordina- rius für technische Physik an der Technischen Hochschule in Stuttgart, ist zum ordentlichen Professor in der Abteilung für allgemeine Wissenschaften an der Stuttgarter Technischen Hochschule ernannt


