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Grundsätzliches zur Gestaltung des 1. Gaufestes des RfL. in Gießen.

^erchsstatihalier und Gauleiter Sprenger als Gast beim Gaufest.

Wie der Gaubeauftragte des Gaues XII, Verleger Hl e i ff e r (Kassel) mitteilt, hat der Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger für die Gießener Festtage lein Erscheinen zugesagt. Er wird entweder am Samstag oder am Sonntag anwesend sein. Er hat dem Feste seine vollste Unterstützung zugesagt und zwei wertvolle Ehrenpreise gestiftet.

Einladung an den Reichssportführer.

An den Reichssportführer von Tschammer und O st e n wurde eine Einladung gerichtet und man hofft zuversichtlich, daß er dem Fest wenigstens zu einem Teil beiwohnen werde.

Wrttkämpfe am Samstag. Meldeschluß: 25. Juli.

Es gibt im Gau viele Turner und Sportler, die gern an den Wettkampfveranstaltungen des vom 2. bis 4. August in Gießen stattfindenden 1. Gau­festes des RfL. teilnehmen würden, denen es aus beruflichen Gründen nicht möglich ist, mehrere Werktage für das Fest zu opfern. Das gilt vor allem für die Landbevölkerung unseres vorwiegend ländlichen Gaues, die zur Zeit des Gaufestes mit­ten in den Erntearbeiten stehen wird. So ist es verständlich, daß aus den Kreisen der Turner und Sportler aus den verschiedensten Teilen des Gaues an die Gaufestleitung der Wunsch herangetragen worden ist, die Einzelwettkämpfe, die nach dem ursprünglichen Festplan aus den Freitag und Samstag verteilt waren, auf einen Tag, den Samstag, zusammenzulegen.

Die Verantwortlichen für das Gaufest, der Gie­ßener Hauptausschuß und DT.-Gauführer Brunst, traten am Montag in Gießen zu einer wichtigen Sitzung zusammen, die der Prüfung der vorge­brachten Wünsche galt. Man entschloß sich, nach reiflichem Ueberlegen im Einverständnis mit dem Gaubeauftragten des Reichssportführers dazu, den wirtschaftlichen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen und vielen Sportlern und Turnern, die den Frei­tag als Arbeitstag nicht verlieren können, den Besuch des Gaufestes zu erleichtern.

Rian traf für den Feslverlauf die Aenderung, daß die Fesleröffnung nun nicht Donnerstag­abend, sondern Freitagabend stattfindet und daß alle Fachämter die ausgeschriebenen E i n - zelwettkämpfe am Samstag zur Durchführung bringen.

Damit ändert sich auch der für die Bürgerquartiere zu erstattende Betrag. Er beträgt für die ganze Festdauer nicht 4,50 Mark, sondern 3 Mark, wo­bei zu beachten ist, daß in den meisten Fällen gastliche Freiverpflegung mit dieser Art der Un­terkunft verbunden sein wird. Für die Gemein- schaftsunterkünfte kann der Preis von 1,50 Mark für die Gesamtdauer des Festes jedoch nicht herab­gesetzt werden, weil der Aufwand dafür der gleiche bleibt. Bereits überwiesene höhere Beträge für Bürgerquartiere werden zurückbezahlt oder bei Nachmeldungen der Vereine verrechnet.

Ferner wurde beschlossen, daß für alle Fach­ämter der

25. Juli 1935 Rleldeschluhlag

ist. Schon jetzt, volle acht Tage do? dem Melde­schluß, liegt bei der Geschäftsstelle ein verhältnis­mäßig gutes Meldeergebnis vor, besonders seitens des Fachamts I: Turnen. Die nun eintretenden Er­leichterungen für den Besuch des Festes werden bestimmt bei allen Fachämtern lebhaft begrüßt werden und zu noch zahlreicheren Meldungen bzw. Nachmeldungen Veranlassung geben.

Sitzung des presseausschuffes.

Am gestrigen Mittwochabend fand im Hotel Köhler eine Sitzung des Presseausschusses für das 1. Gaufest des RfL. in Gießen statt. Die 23er« sammluna brachte neben einer Reihe organisatori­scher Aufschlüsse auch grundsätzliche Ausführungen des Gauoberturnwartes R. Paul (Gießen) über die Gestaltung des Festes.

Die Versammlung wurde durch den Vorsitzenden des Festausschusses Herrn Reining eröffnet. Der Gaupressewart der DT., Herr Oswald, referierte dann über die Art der Arbeit, die vom Presseaus- schuß zu leisten sein wird.

Wie den Ausführungen im Laufe des Abends zu entnehmen war. sind die Vorarbeiten für das Gaufeft bereits soweit gediehen, daß man dem Fest in aller Ruhe entgegensehen kann.

Eine wesentliche Aenderung hat die Festgestaltung dadurch erfahren, daß die Wettkämpfe auf einen Tag und zwar auf den Samstag zusammenge­drängt werden mußten. Das Fest wird also nicht über den ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt von vier, sondern nur von drei Tagen zur Durchfüh­rung gelangen.

Gauoberturnwart pau nahm in bemerkenswerten grundsätzlichen Ausfüh­rungen zur Durchführung des I. Gaufestes Stellung. Man habe, so führte er u. a. aus, noch keine Maß­stäbe für die Durchführung eines Festes, das alle Leibesübungen vereinigen solle.. Der Gau habe nur «eine Großstadt, viele Mittel- und Kleinstädte und Zahlreiche ländliche Organisationen in sich vereinigt. Die Durchführung des Gaufestes fei unter diesen Umständen nicht leicht. Das Fest werde, nach dem ineu gefaßten Beschluß nunmehr auf drei Tage zu- jsammengedrängt. Es beginnt am Freitag, 2. August, «und endet am Sonntag, 4. August. Für die Durch­führung des Gaufestes sind die Erfahrungen beim Deutschen Turnfest als Richtlinien maßgebend. Es soll ein Fest aller Leibesübungen treibenden Ver­bände sein.

Der Festablauf.

Der Plan der Veranstaltung liegt, wenn auch nicht endgültig, so doch in seinen wesentlichen Um­rissen fest.

Die Fesferöffnung.

Am Freitag, um 19 Uhr, wird das Gaubanner am Bahnhof eingeholt. Die Festeröffnung findet auf t»em Oswaldsgarten statt, mit der gleichzeittg die Vannerweihe und Bannerübergabe verbunden fein wird. Die Teilnehmer an dieser Eröffnungsveran- Haltung formieren sich dann zum Marsch nach der Festhalle. Unterwegs findet eine Kranznieder­legung am Kriegerdenkmal und eine Jahn- e t) r u n g am Zahnstein an der Ecke Berg- und 0artenftra§e statt.

Der Vegrüßungsabend

in der Festhalle bringt einige Ansprachen und ver- schiedene einzelne Darbietungen. Dieser Begrü- ßungsabend wird mit Rücksicht darauf, daß die Sportler und Turner am anderen Morgen frühzeittg zu den Wettkämpfen anzutreten haben, zeitlich nicht lange ausgedehnt werden.

Besondere Aufmertsamkett wird, neben den Wett­kämpfen, dem

Festzug

zuaewandt. Zn voraufgegangenen Sitzungen wurde beschlossen, daß im Festzuge nach Turnkreisen mar­schiert wird. Man rechnet zur Teilnahme an diesem Festzuge mit etwa 4000 Turnern und Sportlern. Die Fahnenanmeldungen haben bereits das erste Hundert erreicht. Der Festzug wird durch das Musik- torps der hiesigen Garnison eröffnet. Der Musik folgen zahlreiche Heeresangehörige im Sportdreß, aus denen sich demnächst der neu zu gründende Militärsportverein rekrutieren wird. Der Fahnen­gruppe folgt eine Trachtengruppe des Landschafts- oundes Volkstum und Heimat. Die Turnerinnen in ihrem Festkleid und die Sportlerinnen, die durchweg in blauem Rock und weißer Bluse erscheinen sollen, schließen sich an. Sodann marschieren die Turner in ihrem Festanzug, denen die Sportler folgen. Fuß- und Handballer werden im Sportdreß erschei­nen. Zwischen den Festzugteilnehmern aus dem 1. und qus dem 2. Bezirk des Gaues Nordhessen werden die teilnehmenden Vereine aus unserer Stadt, soweit sie nicht dem RfL. angehören mar­schieren.

Der Sonntag nachmittag bringt im Anschluß an den Festzug die große

GemeinschaftsDeransfattung des Reichsbundes für Leibesübungen.

Für diese Veranstaltung ist das nachfolgende Programm vorgesehen:

14.15 Uhr: Gemeinschaftstag des RfL. Volks­tänze der Turnerinnen.

14.30 Uhr: Entscheidung 100-Meter-Lauf der Männer und Frauen (1900-Platz).

14.50 Uhr: Handballspiel (1. Halbzeit) Marburg gegen Gießen (1900-Platz). Faustballspiel (Turn- platz)-

15.20 Uhr: 4X400-Meter-Staffel (1900-Platz). Schlußspiele des Gautennisturnieres (Städtische Tennisplätze).

15.40 Uhr: Handballspiel (2. Halbzeit, 1900-Platz). Fußballschule (Jugendliche des Fachamtes 2, Turnplatz).

16.10 Uhr: 4X100-Meter-Staffel der Frauen und Männer (1900-Sportplatz).

16.20 Uhr: Fußballsviel (1. Halbzeit) Bezirk I (Kassel) Bezirk II (Gießen), 1900-Platz. Faust­ballspiel (Turnplatz).

17 Uhr: 10X'/r-Rundestaffel her Kreise (1900- Platz).

17.10 Uhr: Fußballspiel (2. Halbzeit, 1900-Platz).

17.50 Uhr: Allgemeiner Aufmarsch. Gefalle­nenehrung. Festfreiübungen der Turnerinnen und Turner (Festplatz).

18.30 Uhr: Siegerehrung. Ausklang.

Die Gefallenenehrung

wird eine besondere Note erhalten. Während der Ehrung für die Toten des Wettkrieges und der

Auf dem Univerfitätssportplatz in Gießen werden am kommenden Sonntag die diesjährigen Sommer- svielmeisterschaften des Gaues XII (Hessen) unter Leitung des DT.-Gauspielwartes Karl Denn (Kas­sel), ausgetragen. 10 Turnkreise haben ihre ermit­telten Bestmannschaften gemeldet, die nun um den Gaumeistertitel und somit um die Berechtigung, bei der Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können, sich harte Kämpfe liefern werden. Leider ist dieses Mal das Schlagballspiel nicht vertreten. Soll das urdeutscheste Kampfspiel wirklich in Deutschland aussterben? Wir hoffen es nicht und glauben be­stimmt, daß aud) in unserem Heimatgau sich wieder Schlagballmannfchaften bilden werden.

Die diesjährigen Meisterschaften stehen also ganz im Zeichen des F a u st b a l l s. Auf vier Feldern wird in vier Klassen von früh bis spät durchgehend gespielt werden. In der 1. Turnerklasse stehen 10 Kreisbestmannsckaften (Tv. 1846 Gießen, Polizei Hanau, Tv. 1861 Eschwege, Tv. Wölfershausen, Tgd. Friedberg, Mtv. Gießen, CT. Kassel, Tv. Scheidt, Tv. Frankenau) gegenüber. Die größten Aussichten auf den Titel hat unstreitbar der 23erteibiger, Tv. 1846 Gießen, zumal sein Hauptgegner, die Turn­gemeinde Friedberg, mit einer stark geschwächten Mannschaft antreten muß. Nicht zu unterschätzen sind aber auch die Mannschaften aus Eschwege und Frankenau.

In der 2. Altersklasse der Turner treten Tgd. Friedberg, CT. Kassel, Tv. Treysa, Tv. Straß- ebersbach und Tv. 1861 Eschwege an. Hier wird wohl der Meister unter den beiden erstgenannten Mannschaften zu finden sein.

In der 3. Altersklasse gibt es einen Zwei­kampf zwischen CT. Kassel und Polizei Hanau, den wohl die Polizisten für sich entscheiden dürften.

Bei den Turnerinnen hat der Titelverteidi­ger, Mtv. Gießen, einen schweren Stand. Henschel- werke Kassel, To. Jahn Eschwege und Tv. Treysa stellen Mannschaften ins Feld, die man als gleich­wertig ansprechen darf.

Zeitplan. - Die Begegnungen.

Feld 1 = Turner I:

10.0010.30: Gießen 1846 Homberg;

10.4011.10: Polizei Hanau Eschwege 61;

11.2011.50: Wölfershausen Gießen;

12.0012.30: Homberg Polizei Hanau;

12.4013.10: Eschwege Wölfershausen;

13.2013.50: GießenHanau;

14.0014.30: Wölfershausen Homberg;

14.4015.10: EschwegeGießen;

15.2015.50: Hanau Wölfershausen;

16.0016.30: Homberg Eschwege;

Feld 2 - Turner I:

10.0010.30: Friedberg Mtv. Gießen;

10.4011.10: Kasseler Turngemeinde Scheidt;

11.2011.50: FrankenauFriedberg;

Bewegung werden drei Flugzeuge über der Stadt und dem Trieb erscheinen. Bon einem der Flug­zeuge aus wird ein Kranz abgeworfen.

Am Samstag wird um 20.30 Uhr das Fest­spiel:Deutsches Wollen Deutsche Kraft" zur Aufführung gelangen. An diesem Abend wird Mini- fterialrat Ringshausen sprechen.

Das sporttiche Programm

der gesamten Veranstaltung konnte bisher im ein­zelnen noch nicht festgelegt werden, da man noch zahlreiche Meldungen erwartet, insbesondere des­halb, weil die Wettbewerbe erst am Samstag aus- getragen werden, für den sich mancher Turner und mancher Sportler leichter frei machen kann, als es für den Freitag möglich gewesen wäre. Auf den Zeitplan der sportlichen Veranstaltungen kom­men wir bei gegebener Zeit zurück.

Dank für Rlilarbeit und Unterstützung.

Mit herzlichen Worten des Dankes gedachte Gau­oberturnwart Paul des großen Entgegenkommens und der freudigen Unterstützung, die der Festleitung durch den Oberbürgermeister der Stadt Gießen, durch den Bürgermeister Hamm, durch die Wehr­macht und nicht zuletzt durch den Verkehrsverein Gießen zugesagt worden war. Der Verkehrsverein stellt als Beitrag zur Unkostendeckung den Betrag von 150 Mark zur Verfügung.

In seinen abschließenden Worten wies Gauober­turnwart Paul darauf hin, daß der Gau XII der Deutschen Turnerschaft mit der Durchführung des Gaufestes beauftragt worden sei. Die Turnerschaft poche Nicht auf ihre Tradition, nicht auf ihre Kraft, nicht auf ihre Arbeit. Aber sie poche auf die Lei­stung der DT. im Reichsbund für Leibesübungen auf Grund der Anerkennung des Führers des Dritten Reiches.

Mit einem Gruß an den Führer fand die gestrige Sitzung ihren Abschluß.

Das Iesrgelände im Aufbau.

Seit dem gestrigen Mittwoch sind zahlreiche Hände an der Arbeit, um das Festgelände für das Gaufest zu gestalten. Der Platz vor der Volks­halle wird völlig ausgenützt. Die große Fläche zwischen der Grünberger Straße und dem Sport­platz der Spielvereinigung 1900 wird mit dem Sportplatz der Spielvereinigung insofern verbun­den, als die Bretterwand, die den Sportplatz an dieser Seite umgab, vorübergehend für die Zeit des Gaufestes beseitigt wurde. Der Platz links der Grünberger Straße wird für die verschiedenen Hebungen vorbereitet. Es wird ein großer Platz für Freiübungen geschaffen, Anlagen für Weit- und Hochsprung angelegt, sowie Raum für die Aufstel­lung von Recks, Barren und Pferden vorgesehen. Zahlreiche Auskleidekabinen werden ebenfalls errich­tet. Unmittelbar vor der Liebigshöhe wird ein Turnplatz für Frauen hergerichtet. Zwischen zwei Podien für Volkstanz, für das Fechten und Boxen wird ein Musikpodium errichtet. Wirtschaft- und Kaffeezelte werden nicht fehlen. Für die Lauf­wettbewerbe und verschiedene leichtathletische Diszi­plinen stehen die Aschenbahn der Spielvereinigung 1900 und das Spielfeld dieses Sportplatzes zur Ver­fügung. Auf dem Gelände der Liebigshöhe wird ein Vergnügungspark erstellt.

12.0012.30: Mtv. Gießen Kasseler Tgmde.;

12.4013.10: Scheidt Frankenau;

13,2013.50: Kasseler TurngemeindeFriedberg;

14.0014.30: Frankenau Mtv. Gießen;

14.4015.10: Scheidt Friedberg;

15.2015.50: Kasseler Tgmde. Frankenau;

16.0016.30: Mtv. Gießen Scheidt;

17.0017.30: Sieger Feld 1 Sieger Feld 2.

Feld 3 = Turner II:

10.0010.30: Kasseler TurngemeindeFriedberg;

10.4011.10: Treysa Straßebersbach;

11.2011.50: Friedberg Eschwege 61;

12.0012.30: Straßebersbach Kasseler Tgmde.;

12.4013.10: Treysa Eschwege;

13.2013.50: Friedberg Straßebersbach;

14.0014.30: Kasseler Turngemeinde Treysa;

14.4015.10: Straßebersbach Eschwege;

15.2015.50: Treysa Friedberg;

16.0016.30: Eschwege Kasseler Turngemeinde. Feld 4 Turner III:

12.3013.00: Kasseler Tgmde. Polizei Hanau;

14.4515.50: Polizei Hanau Kasseler Tgmde.; 16.3517.05: Endspiel.

Feld 4 Turnerinnen:

10.0010.30: Mtv. Gießen Treysa;

10.4511.15: HenschelwerkeJahn Eschwege;

13.1513.45: Jahn Eschwege Mtv. Gießen;

14.0014.30: Treysa Henschelwerke;

15.3016.00: Mtv. Gießen Henschelwerke;

16.0516.35: Jahn Eschwege Treysa.

Deutschlands Leichtathleten zum Länderkampf gegen die Schweiz.

Bereits vor den deutschen Meisterschaften fragen die deutschen Leichtathleten am 28. Juli in Zürich ihren ersten Länderkampf dieses Jahres aus. Zum 15. Male wird die Schweiz unser Gegner sein. Deutschlands Vertretung für diesen Kampf wurde wie folgt aufgestellt: 100 Meter: Hornberger- Frankfurt, Marxreiter-Regensburg; 2 0 0 Meter: Hornberger-Frankfurt, Neckermann-Karlsruhe; 4 0 0 Meter: Helmle-Frankfurt, Schäfer-Frankfurt; 80 0 Meter: Lang-Stuttgart, Fink-Stuttgart; 15 0 0 Meter: Abel-Mannheim, Creter-Darm- ftadt; 5000 Meter: Haag-Darmstadt, Meyer- Stuttgart; 110-Meter-Hürden: Huber- Stuttgart, Kumpmann-Haaen; Hochfprung: Kuhn-Eßlingen, Wittmann-Ludwigshafen; Weit- f p r u n g : Haffinger-Frankfurt, Wittmann-Lud­wigshafen; Stab hoch: Müller-Kuchen, Sutter- Bruchsal; Kugel: Lampert-Saarbrücken, Konrad- München; Diskus: Lampert-Saarbrücken, Wür- felsdobler-München; Speer: Huber-Stuttgart, Kullmann-Karlsruhe; 4 mal 100 Meter: Marx­reiter, Neckermann, Huber, Hornberger; 4 mal 400 Meter; Helmle, Schäfer, ßang, Funk.

Von abenteuerlichen Segelflugen

Am 21. Juli beginnt der traditionelle 16, Rhön-Segelflugwettbewerb. Er ist eine Art Generalprobe für die bevorstehenden Olym« pischen Spiele. Die besten deutschen Segel­flieger werden sich an dieser, fast schon klas­sisch gewordenen Konkurrenz beteiligen. Es ist aus diesem Anlaß interessant, noch einmal die bedeutendsten und abenteuerlichsten Flüge der vergangenen Jahre kurz zu veleuchten«

Ein Student fliegt Rekord.

Vor zwei Jahren war es! Eine unerhörte Sensa­tion lag in der Luft. Noch wußte man nicht, ob es dem jungen namenlosen Studenten, der noch durch keine besondere Leistung aufgefallen war, wirklich gelingen würde, auf seinem Flug alle bestehenden Rekorde zu schlagen. Man wartete! 20 Stunden schon hielt sich der ostpreußische Student der Philo« logie, Kurt Schmidt, mit kärglichen Lebens^ mitteln versehen, mit seiner Maschine in der Luft« Wie lange noch? Man hörte nur diese eine Frage. Es schien ausgeschlossen, daß ein Kurt Schmidt bes­ser sein sollte, als die routiniertesten und erprob­testen Segelflieger Amerikas. Aber selbst die ge­spanntesten Erwartungen wurden weit übertroffen« Aus 20 Stunden wurden 25, noch immer blieb Schmidt in der Luft aus 25 wurden 30, aus 30 fechsunddreißig und eine halbe! Es war eine phan­tastische Leistung, vollbracht von einem jungen Mann, von dem vorher noch niemand etwas ge­hört hafte, von einem Studenten der Königsberger Universität. 36*72 Stunden mit dem Segelflugzeug in derßuft! Das bedeutet Weltrekord und zwar einen der sensationellsten, die jemals aufgestellt wur­den. Denn der letzte Rekord betrug um 14 Stunden weniger.

Die Geschichte dieses größten Segelfluges aller Zeiten war reich an aufregenden Situationen und atemberaubenden Szenen.

Ueber Nacht sozusagen wurde ein Unbekannter berühmt. Stunde um Stunde flog Kurt Schmidt, allein mit den lauernden Naturgewalten, in strö­mendem Regen, in gefährlichen Böen bis in den grauenden Morgen. ,^)ch fliege weiter bis zum Abend", schrie er nach 22 Stunden seinen Kamera­den zu. Kurt Schmidt. 27 Jahre alt, ein kerndeut­scher Name. Seine Leistung: Beweis einer phantasti­schen Willenskraft. 361/2 Stunden ohne Unterbre­chung mit motorlosem Flugzeug ...

Eine Frau segelt über den Dünen.

Nach knapp acht Stunden mußte ich dann aus­steigen, leider, denn es war herrlich, in der Dämme­rung die Dünen entlang über dem Wasser dahin­zusegeln. Es war unbeschreiblich schön, an Hunger oder Langeweile habe ich nicht einen Augenblick denken können."

Diese begeisterten Worte schrieb vor zwei Jahren eine Frau, die den Ehrgeiz hatte, ihren eigenen Weltrekord im Dauerflug zu verbessern. Es war die Hanna R e i t s ch , eine junge Fliegerin, der über den Rossittener Dünen ein Flug von 10 Stunden und 7 Minuten gelang.

fianna Reitsch nahm auch im Jahre 1934 an einer aufsehenerregenden Segelflugexpedition teil, die nach Brasilien führte, um die Segelflugmöglichkeiten der Tropen zu erforschen. Außer demRhönvater", Professor G e o r g i i, dem bekannten deutschen Flugmeteorologen, waren die besten deutschen Na­men vertreten, darunter Leute wie Wolf Hirth, einer der ausgezeichnetsten Segelflieger der Wett, Peter Riedel und Heinrich Dittmar.

Eine Stunde war Sensation!

Der Segelflug hat in verhältnismäßig kurzer Zeit eine fabelhafte Entwicklung durchmessen. Es war eine Sensation, als es dem ersten Segelflieger ge­lang, eine Stunde in der Luft zu bleiben! Eine einzige Stunde nur! Was sagen Sie dazu, Herr Kurt Schmidt? Wie kommt es, daß es Ihnen ge­lungen ist, diese eine Stunde um 35 volle Stunden zu überbieten. Im Laufe weniger Jahre gelang es immer mehr Segelfliegern, die Geheimnisse der Winde zu enträtseln und die Zeitdauer des Flie­gens zu steigern. Es ging in Etappen aufwärts: im Jahre 1922 blieben die Segelflieger Martens und Hentzen länger als drei Stunden in der Luft. Schon ein halbes Jahr darauf überbot der Franzose Bar- bot diesen Rekord um fast das Dreifache. Er hielt sich acht Stunden und 36 Minuten in der Luft. Der berühmtefliegende" Dorfschullehrer Ferdinand Schulz schlug den französischen Rekord mit einer Flugdauer von acht Stunden 42 Minuten. Schulz ist später tödlich abgestürzt. Es hat vier Jahre ge­dauert, ehe es gelang, die Flugzeit von knapp neun Stunden auf 15 Stunden zu bringen. Oberleutnant Dinort wurde von dem Flieger Henschel geschlagen. Dann ging der Weltrekord an den Amerikaner Cook: er flog 21 Stunden und 30 Minuten. Schließ­lich gelang dem Königsberger Studenten der geniale Wurf mit beinahe 37 Stunden!

W. H.

Schauturnen des Turnvereins Kinzenbach.

Am kommenden Sonntag hält der Turnverein Gut-Heil" fein diesjähriges Schauturnen, gewis­sermaßen eine Leistungsprüfung feiner Aktiven, Jugendlichen und Turnerinnenabteilung über die in dem verflossenen Turnjahre 1934/35 geleistete Arbeit, ab. Die ganze Veranstaltung wird sich, wie im Vorjahr, im Freien abwickeln und sieht bei den Aktiven und Jugendlichen vornehmlich ein ab­wechslungsreiches Programm an den Geräten vor, während die Turnerinnenabteilung hauptsächlich Gymnastik, Keulenschwingen und Spiele zeigen wird.

22 Rennwagen imGroßen preis^ von Deutschland.

Für den am 28. Juli auf dem Nürburgring statt­findendenGroßen Preis von Deutschland für Auto­mobile" wurden insgesamt 22 Rennwagen gemeldet, die sich wie folgt verteilen: Fünf Mercedes- Ben z mit Caracciola, v. Brauchitsch, Fagioli, Geier und Lang; vier Auto-Union mit Stuck, Darzi, Rofemeyer und Pietsch; vier Alfa Romeo mit Nuvolari, Chiron, Dreyfuß und Baleftrero; sechs M a f e r a t i mit Etancelin, Siena, Zehender, Ruesch, Hartmann und Sosfietti; ein Bugatti mit Ta« rufst sowie zwei ERA-Wagen mit Raymond Mays und Ernst von Delius am Steuer.

Das Mit- und Zahrturnier in Bad-Nauheim.

Die Vorbereitungen zum Reit- und Fahrturnier in Bad-Nauheim am 20. und 21. Juli sind in vollem Gange. Von überall treffen bereits btt Pferde ein. Insbesondere hat das starke Aufgebot der Wehrmacht, die ja in allen Konkurrenzen ausgiebig vertreten ist, Nauheim und die mu°

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Gansommerspielmeisterschasten des Gaues Xll in Gießen.