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ist. Aus selbstgewählten Themen besprachen damals in Frankfurt diese Zehn Drei-Minutenplatten, die an dem fraglichen 13. Juli bei einemBunten Abend" zur Sendung gelangten. Und erst die Horer- scha't! Nie war das Interesse stärker! Heber 4000 Stimmen sind dem Reichssender zugegangen.

Die Siegespalme errang als erster Sieger: Lud­wig Uhrig-Speyer a. Rhein, Korngasse 21. Ihm folgten, um den Turfjargon zu variieren, als zwei­ter tnw. dritter Sieger im Abstand von je einer Sprecherlänge: Adolf Becker- Rengshckdsen- Beiserhaus über Hornberg/Bezirk Kassel und August Gruber-Offenbach a. M., Birkenlohrstraße 55.

Der Sprecherwettbewerb des Reichssenders Frank­furt ist abgeschlossen. Bezirkssieger Uhrig wird nach Berlin ziehen, um dort im Kampf umden besten Sprecher" des diesjährigen Gesamtrundfunk­sprecherwettbewerbes sein Können erneut unter Be­weis zu stellen.

Warum Zitronen? Trinkt deutsche O-stsäste!

Spk Der Pressedienst der Landes- bauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:

In den letzten Tagen ging durch die Presse eine Mitteilung des Reichskommissariats für Preisüber­wachung, daß eine Preissteigerung für Zitronen unvermeidbar gewesen sei, weil in den letzten zwei Monaten die Einfuhrpreise für diese Früchte um das Doppelte gestiegen wären.

.Jeden Tag reichlich Obst essen, es ist die beste Apotheke", sagt man mit Recht, denn reifes Obst enthält aufgespeicherte Sonnenenergie, die uns Le­bensenergie gibt. Von den Zitronen kann man das allerdings durchaus nicht immer sagen, denn mei­stenteils werden sie in noch nicht reifem Zustande gepflückt und reifen erst später künstlich nach. Ganz anders unser deutsches Obst, das wir jetzt jeden Tag frisch und reif bekommen können, und daß nicht nur ein Genußmittel, sondern tatsächlich ein wich­tiges Nahrungsmittel darstellt. Vitamine oder Er- oänzungsstoffe, die der Mensch unbedingt zum Leben braucht, sind darin enthalten, weiter natür­licher Fruchtzucker, Fruchtsäuren, aromatische Stoffe sowie die für den Körper wichtigen Mineralsalze. Gerade die Beeren zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Nährsalzen aus. Alle diese im Frischobst enthaltenen Nähr-, Ergänzungs- und Aufbaustoffe können wir, besonders im Süßmost, fast vollständig erhalten und zum großen Teil auch in Dicksäften sowie in eingemachtem Obst in jeder bekannten Form bei dem sie im übrigen durch den Zuckerzusatz ent­sprechend nährwertsreicher geworden sind.

Unsere Obstverarbeitungsindustrien beliefern uns das Jahr über mit vorzüglichen Erzeugnissen, seien es nun Obst- oder Beerenweine, Süßmost, Obstkon­serven, Marmeladen, Gelees und Konfitüren. Und was diese Fabriken im Großen tun, sollte jede Haus­frau, deren Wirtschaftsgeld nur irgend dazu reicht, für ihren eigenen Haushalt, ihre eigene Familie tun, nämlich Winterroorrat Herstellen! Bisher sind noch alljährlich unserer Volksernährung zuviel wichtige Nährstoffe durch Verderben verloren gegangen; das darf jetzt nicht mehr fein.

Darum heißt es in diesen Monaten, in denen uns so reichlich Obst zur Verfügung steht, zuerst und vor allem deutsches Obst zu kaufen und die Früchte, die nicht sofort verzehrt werden können, haltbar zu machen. Jede einzelne Hausfrau, die mit Nachden­ken an ihre Arbeit geht, kann dazu beitragen, kost­bares deutsches Nahrungsgut zu erhalten, zum ge­sundheitlichen Nutzen ihrer eigenen Familie und zuM Wohle unserer deutschen Obstbauern.

Daten für den 19. Juli.

1810: Königin Luise von Preußen in Hohenzieritz aest. (geb. 1776). 1819: Der Dichter Gottfried Keller in Zürich geb. (geft. 1890). 1834: Der französische Maler Edgar Degas in Paris geb. (gest. 1917). 1863: Der Schriftsteller Hermann Bahr in Linz an der Donau geb. (geft 1933).

Gießener Wochennwrklpreife.

* Gießen, 18. Juli. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkte: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weiß­kraut 12 bis 15, Rotkraut 25, Gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 12 bis

Der Mchswettkampf der SA

Der Führer hat den Reichswettkampf für seine SA. angeordnet. Es sollen keine Einzelkämpfe aus- getragen werden, sondern lediglich Mannschafts­kämpfe. Es ist ja nicht Aufgabe der SA., Rekorde zu erzielen, vielmehr soll der Reichswettkampf zur Stärkung des Kampfwillens und der Dienftfreuöig» feit beitragen. Weiterhin gibt ein solcher Mann­schaftskampf ein klares Bild über den Stand der allgemeinen Ausbildung und stellt weiter tue Be­wältigung einer einheitlichen Aufgabe in der SA. fest und dient letzten Endes als Vorarbeit zum Er­werb des SA.-Sportabzeichens.

Die Grundeinheit bei der Bewertung des Wett­kampfes ist der Trupp, denn der Führer eines Trupps kann feine Wannschaft am besten Über­sehen und ihr durch seine Einwirkung einen ein­heitlichen Ausdruck geben.

Es sind besondere Sportprüfer eingesetzt, die das Ergebnis der einzelnen Kämpfe feststellen. Sieger innerhalb einer Standarte wird der Sturm werden, dessen Trupps zusammen die höchste Punktzahl errei­chen. Die Brigade stellt dann wieder aus allen Er­gebnissen einer Standarte nach Punktzahl den Bri­gadesieger fest. Aus den Brigadesiegern werden wie­der die Gruppensieger errechnet. Bei gleicher Punkt­zahl erfolgen entweder Ausscheidungskämpfe oder wird durch das Loos entschieden.

Die 21 besten Stürme führen ihre Leistungen auf dem Reichsparteitag 1935 in Nürnberg dem Stabschef vor und wiederum hiervon die besten 7 Stürme der gesamten SA. werden dem Führer vorgestellt werden.

Dieser, wohl schönste Preis für jeden Einzelnen, dem Führer für seine hervorragenden Leistungen vorgestellt und von ihm begrüßt zu werden, ist es wert, bei den sportlichen Wettkämpfen alles zu geben, was er nur zu geben imstande ist.

Am vergangenen Sonntag nun nahmen in frü­hester Morgenstunde die Wettkämpfe im Bereich der Standarte 116 auf den beiden Sportplätzen in Gießen sowie in Allendorf a. d. Lda., Grünberg, Großen-Buseck, Steinbach, Hungen und Lich ihren Anfang mit den Leibesübungen. Bei herrlichem Sommerwetter herrschte auf allen Kampfplätzen reges Treiben. Es wurden im allgemeinen sehr günstige Ergebnisse erzielt, die bei weitem über

dem Durchschnitt der Leistungen, die für die Er­langung des SA.-Sportabzeichens vorgeschrieben sind, hinausgehen. Infolge der zeitraubenden Er­rechnung der Ergebnisse liegen noch nicht alle vor.

Eczie te Be eistun^en:

I. Sturmbann 11/116 (Führer: Obersturmführer Bender, Gießen).

Sturm 5/116 (früher Sturm 11/116 Traditions­sturm): 100-Meter-Lauf: Niemann 12 Sek.; Kugel­stoßen: Luh 14,52 Meter; Weitsprung: Rech 5,80 Meter; Keulenweitwurf: Luh 64,20 Meter; 3000- Meter-Lauf: Hermann Schmidt 11,05 Minuten.

Sturm 45/116: 100-Meter-Lauf: Koch 12 Sek.; Kugelstoßen: Strack 9,70 Meter; Weitsprung: Strack 5,95 Meter; Keulenweitwurf: Strack 58 Meter; 3000-Meter-Lauf: Brendel 10,48 Minuten.

Sturmbann III/116 (Führer: Obersturmbannführer Bender, Hungen).

Diese Ergebnisse liegen bereits abgerechnet nach Punktzahlen für je den gesamten Sturm vor. Sturm 10/116 (Steinbach): Antrittsstärke 100 v. H. 750 Punkte; 100-Meter-Lauf 893 Punkte; Weitsprung 882 Punkte; Kugelstoßen 692 Punkte; Keulenweitwurf 948 Punkte; 3000-Meter-Lauf 1278 Punkte; Gesamtpunktzahl: 5 4 4 3.

Sturm 12/116 (Lich): Antrittsstärke 95 v. H. 610 Punkte; 100-Meter-Lauf 1093 Punkte; Weit­sprung 657 Punkte; Kugelstoßen 712 Punkte; Keulenweitwurf 1005 Punkte; 3000-Meter-Lauf 1245 Punkte; Gesamtpunktzahl: 532 2.

Bei dem Sturm 10/116 (Steinbach) verdient noch besondere Erwähnung, daß gerade die Angehörigen dieses Sturmes eine Anmarschstraße bis zu 8 Kilo­meter zum Sportplatz zurücklegen mußten und trotz-, dem mit 100 Prozent angetreten waren.

Bei allen sportlichen Wettkämpfen zeigten die Stürme ein diszipliniertes Verhalten und gut kame­radschaftliches Verhältnis.

Weitere Ergebnisse der Wettkämpfe werden an dieser Stelle noch zur Veröffentlichung gelangen.

Gleichzeitig sei nochmals darauf hingewiesen, daß am 18., 19. und 20. Juli im Nizza (Gießen) 20.30 l.hr weitere Wettkämpfe (1000-Meter-Querfeldeinlauf und 10-Kilometer-Gepäckmarsch) der Stürme 8/116, 5/116 und des Sanitätssturmes der Brigade 147 stattfinden.

15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Boh­nen (grün) 15 bis 30, (gelb) 20 bis 30, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln, das Bündel 6 bis 8, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln (neue), das Pfund 9 bis 11, der Zentner 7 bis 8 Mark, Pfirsiche 55 bis 60, Himbeeren 45 bis 55, Birnen 50, Kirschen 45 bis 55, Heidelbeeren 38 bis 42, Stachelbeeren 20 bis 35, Johannisbeeren 20 bis 26, Erdbeeren 50 bis 55, junge Hahnen 0,90 bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 45, Ein­machgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das Bd.

8 bis 10 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: NSG.Kraft durch Freude": 18.30 bis 20.30 Uhr Vorbereitung für das Reichssportabzeichen; 16 bis 18 Uhr Allgemeine Körperschule auf dem Univer­sitätssportplatz am Kugelberg; 20 bis 21 Uhr für jüngere und 21 bis 22 Uhr für ältere Frauen Fröhliche Gymnastik in der Schillerschule. Licht­spielhaus, BahnhofstraßeAlles hört auf mein Kommando".

** 50 Jahre aktiver Sänger. Dem in Gießen allgemein bekannten und geschätzten Ober­maschinenmeister i. R. Georg Albrecht, Mitglied der SängervereinigungLiederkranz-Heiterkeit" Gießen 1837 wurde aus Anlaß seiner 50jährigen Teilnahme am deutschen Männergesang der Ehren­brief des Deutschen Sängerbundes verliehen. Die SängervereinigungLiederkranz-Hei-terkeit" ehrte Herrn Albrecht für langjährige treue Mitgliedschaft durch Ernennung zum Ehrenmitglied. Herr Albrecht ist mit 76 Jahren noch^aktiver Sänger und besucht

alle Singstunden. Ein besserer Beweis für Treue und Anhänglichkeit am deutschen Männergesang dürfte wohl kaum zu erbringen sein. Der Verein hofft, den Jubilar noch viele Jahre als Förderer des deutschen Lieds in seinen Reihen zu haben.

** Sterbesälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Juli verstorben in unserer Stadt: 1. Otto König, Reichsbahnsekretär i. R., 68 Jahre alt, Mittelweg 15; 4. Wilhelmine Klein, geb. Dohert, 58 Jahre alt, Brandgasse 2; 4. Otto Rö­mer, Geschäftsreisender, 49 Jahre alt, Frankfurter Straße 23; 5. Karl August Steinberger, Amtsge­richtsrat, 70 Jahre alt, Hitlerwall 9; 12. Elfe Schreff, geb. Huff, 56 Jahre alt, Liebigstraße 94; 12. August Siebert, Lagerverwalter, 65 Jahre alt, Bückingstraße 2; 12. Katharine Kimmel, geb. Wei­ßenbach, Wwe., 79 Jahre alt, Schillerstraße 27; 13. 'Rudolf Paul Müller, 2 Monate alt, Ludwig- straße 1; 15. Justus Christ, Buchdruckermeister, 59 Jahre alt, Wetzsteinstrahe 8.

** Förderung des Absatzes von Rü­benkraut. Im Einvernehmen mit dem Reichs­minister für Ernährung und Landwirtschaft und dem Reichskommissar für Preisüberwachung hat der Vorsitzende der Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft eine Anordnung über die Ver­billigung von Rübenkraut (Rübensaft) erlassen. Die Aktion beschränkt sich auf die westlich der Weser liegenden Gebietsteile der preußischen Provinzen Westfalen und Hannover, auf die westlich der Fulda liegenden Gebietsteile der preußischen Pro­vinz Hessen-Nassau und auf die Rheinpro­vinz, Oldenburg, Lippe-Detmold, Hessen, Baden, Württemberg sowie die bayerische Pfalz und das Saarland. In diesen Gebieten kann auf Grund der Anordnung eine Vergütung zur Verbilligung von

Rübenkraut (Rüb-nsaft) gewährt werden. D-dln- gung ist dabei, daß das Erzeugnis den Vorschriften der Normatiobestimmungen entspricht. Es bestem die Verpflichtung, beim Absatz des verbilligten Ri», benkrautes (Rübensaftes) an den Verbraucher einen Kleinverkaufshöchstpreis von 0,18 Mk. je lose aus­gewogenes Pfund einzuhalten. Die Verbilligung gilt jedoch nur für den Absatz an den ®er^£?u.^e1 und nicht für den Absatz zur gewerblichen Weiter­verarbeitung.

** Die Bekämpfung des Kartoffel­käfers. Durch das von Jahr zu Jahr weites gehende Vorrücken des Kartoffelkäfers in granfreid) ist der deutsche Kartoffelbau, insbesondere in West­deutschland, einer verstärkten Gefahr durch diesen Schädling ausgesetzt. Um dieser Gefahr, die den Bestand der deutschen Landwirtschaft und Damit den Bestand der gesamten Volkswirtschaft bedroht, möglichst frühzeitig mit allen Mitteln begegnen zu können, ist es notwendig, alle Kräfte auf dem Lande einzusetzen, daß ein erstmaliges Erscheinen des Käfers sofort erkannt und an die zuständigen Stellen weitergemeldet wird, um den Schödlina, be­vor er Fuß gefaßt hat, zu beseitigen. Abgesehen von der Wachsamkeit aller landwirtscha-tl n Stellen, die von dem Reichsnährstand mit allen Mitteln lebendig gehalten wird, ist auch die Mit­arbeit der Lehrerschaft, insbesondere bei den land- liehen Schulen, dringend erwünscht. Die in Frage kommenden Lehrkräfte werden durch ein Ausschrei- ben der hessischen Schulbehörde auf die Notwendig­keit der Mitarbeit aufmerksam gemacht.

** Preußisch-Süddeutsche Staats­lotterie. Die Ziehung der 5. Klasse der laufen­den 45./271. Lotterie findet vom 8. August bis 11. September statt. Schluß der Erneuerung am 1. August 1935.

Schöffengericht Gießen.

Der Fr. St. aus Tiefenbach wurde wegen Ur­kundenfälschung zu einer Gefängnis­strafe von 4 Monaten verurteilt. Der Ange­klagte fälschte eine Bescheinigung des Kreisveterinär- amtes über die Untersuchung von 326 Schafen. Auf diese Weise ersparte er sich die Untersuchungsgebühr.

Einige junge Leute aus Trais wurden wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung zu Geld­strafen verurteilt. Einer von ihnen erhielt einen Monat Gefängnis.

Rheinhessen.

LPD. Mainz, 17. Juli. Der 36jährige Karl Laue hatte von Ende 1931 bis Frühjahr 1935 laut Sachverständigenprüfung 15 000 bis 20 000 Mark veruntreut. Er war bei einer Weltfirma an­gestellt und hatte den dieser von der Reichsbahn eingeräumten Fracht st undungskredit zu seinen unehrlichen Manipulationen be­nutzt. Die Große Strafkammer verurteilte ihn nun zu drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust.

LPD. Mainz, 17. Juli. Am 19. Juli jährt sich zum 50. Male der Tag, an dem Domdekan Proto­notar Jacob M a y in Eichstätt die Priesterweihe empfing. Der aus Büdesheim gebürtige Jubilar steht im 75. Lebensjahr.

Rundsunkproaramm

Samstag, 20. Juli.

6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Konzert. 10: Sendepause. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. Anschlie­ßend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mit­tagskonzert. Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Unterhaltung. Zwischen Zwei und Drei. 15.15: Jugendfunk. 16: Der frohe Sams­tagnachmittag. Bei 42 Grad im Schatten. Hitzige Angelegenheit in vielen Graden. 18: Aus des süd- westdeutschen Landes Schicksalstagen: Die Land- storzerin. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schal­ten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saar- dienst. Ein Großindustrieller spricht für die Klein­industrie. 19: Die Ostmark grüßt die Westmark. 20: Nachrichten. 20.10: Bunter Abend. 22.30: Nachrich­ten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Der Hund.

Von Bill Behm.

3n Flandern war es. Wir lagen damals in einer Stellung fünfhundert Meter vor einem Wald, das, was man so Wald nannte, ein Gewirr von Ästen und Zweigen, entwurzelten Baumen. Granatlöchern, die mit Waffer gefüllt waren und Dreck.

Biel Dreck gab es da, aber das war uns gleich­gültig. Wir fluchten auf das englische Trommel euer, das jede Verbindung nach hinten unterband und die Zufuhr von Lebensmitteln unmöglich machte. Wir waren überhaupt leicht geneigt zu fluchen und die Etappenhengste zu beschimpfen, weil wir ausgehun- gert waren und seit Wochen im Graben lagen, wäh­rend die Brüder im Fettpöttchen saßen, ohne sich um uns zu kümmern.

ünö doch hielten wir aus, patschten bis zu den Knöcheln im Wafler in den Unterständen umher und warteten auf den Angriff der Tommys, der nach die­sem ununterbrochenen Sperrfeuer zu erwarten toar.

Aber er kam wicht. Weih Gott, was die Kerle auf der anderen Seite dachten. Es war nicht falt, aber olles war nah. Das letzte Brot verschimmelte und der Tabak, das war viel schlimmer, verwandelte sich all­mählich in eine dunkle Brühe, die nicht mehr rauch- bar war. höchstens noch gut zum Kauen. So hockten wir und wart eten. kauten den Tabak, bis er nach nichts mehr schmeckte, fluchten oder riflen dämliche Witze und spuckten in die Gegend.

Wir hatten da einen Hund bei der Kompagnie. Ein struppiges, gelbes Vieh mit langem Schwanz und hängenden Ohren, aber intelligenten Augen. Er war nicht wegzuschlagen, war nur manchmal tagelang ver­schwunden, um dann wieder aufzutauchen, als wenn nichts geschehen wäre. Ursprünglich hieh er einem Fell entsprechend vtrupp", aber allmählich hatte sich der Rame gewandelt und er wurde nur noch .Leh­mann" genannt. Weih der liebe Himmel aus welchem Grunde. Lehmann liebte die Front nicht und sah seine Aufgabe darin, die Küche und die Schreibstube zu be­wachen. aber aus irgendeinem dunklen Grunde war er diesmal mitgekommen und hockte mit uns im Graben.

Er bekam nichts mehr zu sreffen. denn wir bekamen selber nichts. Drei Tage dauerte der Späh, drei Rächte. Wir hatten das Koppel schon auf das letzte Loch ge chnallt, weil der Magen knurrte, aber es half nicht viel. Anscheinend hatte man uns vergessen, und es muhte auf jeden Fall eine Verbindung hergestellt roerben.J3n jeder Rächt vernichten die Telephonsrihen ihve Drahte in Ordnung zu bringen, es war vergeb­

lich. Während sie an der einen Stelle flickten, war der Draht an irgendeiner anderen Stelle längst wieder zerhauen. Freiwillige vor I Es meldeten sich genügend. Der erste, der es versuchte, war ein Hüne von Gestalt. Er kam keine dreißig Meter weit, da hatte es ihn er- wi cht und wir hatten Mühe, ihn in den Graben zu­rückzubringen. Der zweite war ein kleiner, zäher Bur­sche, flink wie ein Wiesel. Er sprang von einem Trichter in den andern und kam nicht wieder.

Da gaben wir es vorläufig auf. Aber es muhte et­was geschehen und irgendeiner schlug Lehmann vor. Das war eine Idee. Wenn es überhaupt einem leben­digen Wesen gelingen konnte, durch das Sperrfeuer hindurchzukommen, dann war es der Hund. Lehmann wurde aus irgendeinem Unterstand hervorgeholt und wir empfanden plötzlich alle eine starke Zärtlichkeit für ihn. Jeder wollte ihn streicheln, und die letzten Bissen wurden hervorgeholt. Etwas verwundert lieh Leh­mann alles über sich ergehen. Sorgfältig wurde die Meldung in einer alten Zigarettenschachtel an seinem Halsband befestigt, aber noch immer schien der Köter nicht zu begreifen, was wir von ihm verlangten.

.Der geht erst gar nicht aus dem Graben raus", sagte einer.

Lehmann hatte keinen eigentlichen Herrn, wie ihn sonst Hunde haben. Sein Herr war die Kompanie und jeder, der dazu gehörte, denn er kannte jeden von uns ganz genau. Immerhin aber schien er doch zu fbüren dah der Leutnant etwas besonderes bei der Kompanie war, denn er wurde sichtlich unruhig, als un er Leutnant ihn am Halsband nahm und ihn zu dem Laufgraben führte, der zwar vollkommen ver­schüttet war. aber doch eine für den Hund Bequemere Ablausmöglichkeit bot, als die Grabenwand.

^Lehmann fetzte sich hin und sah uns der Reihe nach

®et) nach Haus, Lehmann, geh zur Küche," rief der Leutnant.

Vielleicht hätte der Hund leichter verstanden, wenn wir ihm hätten sagen können: Geh zum Herrchen. Jedenfalls sah Lehmann wie angewurzelt auf dem -ooden, mieste ein wenig und sah den Leutnant an.

Das Biest hat Angst." sagte einer von uns.

Los geh nach Haus, Lehmann, na los, dalli!" ®er Hund sah, ein wenig geduckt, als wolle er sich hinlegen und zitterte. Wir waren über das dumme Luder wütend, aber unser Leutnant sagte: .Laßt ihn nur er weih schon, was er soll."

Weih der Teufel, was sich der Hund dachte oder worauf er wartete, aber plötzlich schob er mit einem kurzen Vellen aus dem Graben heraus. Unwillkürlich schrien wir Hurra und sahen ihm nach. Da der hintere Grabenrand sehr viel niedriger war, als der vordere,

konnten wir ihn beobachten, ohne allzuviel von un­seren Köpfen zu riskieren.

Ich weih nicht, wie lange ein Hund braucht, um einen halben Kilometer zu rennen, sicher aber nur ganz kurze Zeit. Lehmann brauchte jedenfalls fast zwanzig Minuten. Er rannte nicht, er raste. Aber dann plötzlich war er in einem Granattrichter ver­schwunden. Gleich darauf heulte einer der dicken Brocken herunter und wühlte keine zehn Meter von dem Hunde entfernt die Erde auf. Der Hund erschien wieder und raste weiter. Wir hörten trotz des unauf­hörlichen Lärms fein wütendes Dellen.

Er lief nicht in gerader Linie, er lief im Zickzack, manchmal kam er ein ganzes Stück zurück, fo dah der Weg sich verzehnfachte. Aber er hielt sich. Sein In­stinkt schien ihm die Gefahr der einschlagenden Ge­schoße vorher zu melden, und er verstand immer wie­der auszuweichen,in Deckung zu gehen. Einmal wurde er von dem Luftdruck in ein Loch geschleudert. Er kam triefend heraus und schüttelte sich in aller Ruhe das Waffer aus dem Fell, bevor er weiter rannte.

Es war das Aufregendste, was ich je erlebt habe. Wir vergahen alles um uns her und sahen nur auf den Hund, und kurze Rufe wurden laut, wenn er ver­schwand und wieder auf tauchte. Die zwanzig Minuten schienen sich zur Ewigkeit zu dehnen, aber immer näher kam der Hund dem schützenden Wald. Einmal blieb er sehr lange in einem Loch.

Verflixt, jetzt hat's ihn geschnappt," rief einer, als er gar nicht mehr zum Vorschein kommen wollte.

Aber dann war er doch wieder da. Aus dieser Ent­fernung sah er klein aus und sein gelbes Fell hob sich kaum von dem Dreck ab. Er war selbst zu einem Stück Erde geworden, das zwischen den einschlagenden Gra­naten hin und her tanzte und dann plötzlich im Walde verschwunden war.

Wir atmeten auf, als wenn wir selbst einer großen Ge ahr entronnen wären, obwohl die Luft mit dem singenden und pfeifenden Geräusch der Geschoffe, die jeden Augenblick sich einen von uns holen konnten, angefüllt war. Wir sprachen von nichts anderem als dem Hund und lobten mit glänzenden Augen seine Klugheit. Wir warteten wieder, aber unser Warten hatte ein Ziel bekommen.

3u der Rächt um drei wurden wir abgelöst. Wir waren todmüde, erschöpft, zermürbt, halb verhungert und verdurstet, aber als wir hinten ankamen, galt unsere erste Frage dem Hund.

Lehmann schlief noch. Total erschöpft war er ange­nommen. Zitternd, die Zunge weit aus dem Halse, mit schlagenden Flanken war er erst zufammengebrochen, als man ihm das Halsband abnahm. Zwei Stunden lang hatte er wie tot dagelegen, dann halle er ein

wenig gefressen, und nun lag er unter dem Tisch in der Schreibstube und schlief.

Wir traten leise ans Fenster und sahen hindurch. Seine Beine zuckten, als träume er von der Gefahr, aus der er uns gerettet hatte.

Ser Kuß und die Kuh.

Zuweilen sehen sich die amerikanischen Richter vor Entscheidungen gestellt, die sie nur mit einem unver­hohlenen Lächeln fällen können. So erging es den Mitgliedern eines Gerichtshofs in Virginia, vor dem ein Ehepaar, der fünfzigjährige George Branham und seine junge Frau, als erbitterte Prozehgegner auftraten. Es handelte sich um die Frage, ob ein Kuh ein rechtmäßiger Kaufpreis für eine Kuh sei. Die Richter wurden zunächst in jene Zeit zurückver­setzt, in der der wohlhabende George Branham seiner heutigen Gattin den Hof machte. Er ist Farmer und versteht sich nicht aufs Sühholzraspeln. Eines Tages erschien er bei dem von ihm verehrten jungen Mädchen und schlug ihm einen Handel vor. Er möchte einen Kuh und zahle dafür mit einer preis­gekrönten Kuh. An dem siebzehnten Geburtstag des Mädchens sollte der Warentausch vor sich gehen. Das junge Mädchen überlegte sich nicht lange und nahm das Angebot an. Aus dem Kuh wurde eine Verlobung, und bald darauf hielt die junge Frau mit ihrer preisgekrönten Kuh auf Branhams Farm ifjren Einzug. Rach den Flitterwochen muhte sie jedoch eine schwere Enttäuschung erleben. Der gute Branham berichtete ihr nämlich eines Tages, er habe die Kuh sehr günstig an einen Rachbarn, den Farmer Charlie Hibbits, weiterverkauft.An Frau Hibbits!" berichtigte die aufgebrachte Gattin und sie ließ keinen Zweifel darüber bestehen, dah sie davon überzeugt sei, er habe von Frau Hibbits eine ähnliche Gegenleistung gefordert wie einst von ihr. George Branham schwor, er habe die Kuh gegen gutes Geld an Herrn Hibbits verkauft, aber feine 5rau erklärte gelassen, auch dazu habe er kein Recht gefjabt, denn die Kuh gehöre ihr.Ein Kuh ist kein Kaufpreis für eine schöne Kuh," entgegnete der Gatte, und so fanden sich die beiden Branhams vor dem Richter, der ein Urteil fällen sollte.Warum soll ein Kuh kein Kaufpreis sein?" Der Richter be­riet sich mit den Schöffen und entschied schliehlich zu Frau Branhams Gunsten. Die Kuh muh ihr zurück­gegeben werden, ob sie nun an Herrn oder Frau Hibbits weiterverkauft wurde. Damit erübrige sich eine Erörterung darüber, um welchen Preis die Kuh zum zweiten Male ihren Besitzer wechselte.