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DfD.-Reichsbahn Gießen.

VfB.R. (Liga) Sportverein Wetzlar (Liga) 3:3 (1:2).

Trotzdem die Gießener auf die Mitwirkung von Hechler, Leutheuser I und Hauptfeld verzichten muß­ten, konnten sie auf dem gefürchteten Wetzlarer Ge­lände ein verdientes Unentschieden erringen. Nach den gezeigten Leistungen der Wetzlarer zu urteilen, besitzen sie die gleiche Spielstarke wie im vergange­nen Jahre. In ihrem Schlußtrio und im Mittel­läufer, der durch sein hervorragendes Kopfspiel zeit­weise das Mittelfeld beherrschte, hatten die Gast­geber ihre besten Leute. Das hohe Gras des Spiel­feldes zwang beide Mannschaften zu hohem Spiel. Die Gießener standen mit Bingel, Leutheuser, Lehr­mund, Michel, Knauß, Heß, Szponik, Erben, Wlo- dareck, Ebb, Ranft.

In der ersten Viertelstunde mußten die Gießener für Lehrmund, der noch nicht zur Stelle war, Leutheuser III einsetzen. Die Wetzlarer tragen gleich zu Beginn äußerst gefährliche Angriffe vor, aber Bingel, der zeigte, daß er noch nichts verlernt hat, kann immer wieder entschlossen klären. Szponik, der beste Mann auf dem Felde, bringt mehrmals durch seine gefährlichen Flankenläufe die Wetzlarer Hintermannschaft in Verlegenheit. Bei einem An­griff des linken Flügels der Gastgeber, ist Bingel schon geschlagen, aber Leutheuser III auf der Tor­linie stehend, lenkt den scharf geschossenen Ball über die Latte. Dann fällt überraschend das erste Tor für die Gäste. Szponik hatte sich durchgesetzt, seine Flanke kommt nach rechts, von dort zur Mitte, ein kurzes Gedränge im Strafraum und der Wetzlarer Torhüter ist geschlagen. Die Gießener konnten sich dieses Erfolges nicht lange freuen, denn schon drei Minuten später erzielt der Halbrechte der Wetz­larer den Ausgleich. Eine Strafstoßentscheidung bringt die Gastgeber in Führung. Jetzt tritt Lehr­mund ein. Knauß geht als Mittelläufer und die Gießener werden leicht überlegen. Als Ranft allein vor dem Tore steht, schien der Ausgleich fällig. Der Schiedsrichter pfiff Abseits. Nach Wiederbeginn steht Leutheuser III für Bingel im Tor. Die Wetz­larer sind jetzt gefährlich und der Tormann hat schwere Arbeit. Eine Flanke des Linksaußen kommt zum Rechtsaußen, der, während die Gießener rekla­mieren zum dritten Tore einschießt. Von diesem Zeitpunkt an bis zum Schlußpfiff sind die Gießener in Front. Sie kommen auf 3:2 heran und Knauß war es vorbehalten, vier Minuten vor Schluß nach einer Ecke durch überraschenden Schuß den Gleich­stand zu erzielen. In den letzten Minuten verlief das Spiel sehr hart.

Fußballabteilung des $t>.1846 Gießen.

1900 II TV. 1846 I 2:2 (1:2).

Die Turner hatten ihre beiden Außenläufer er­setzt, aber die Ersatzleute lieferten ein sehr gutes Spiel. Während der ersten 15 Minuten belagerten die Turner meist das 1900 Tor ohne aber zu Er­folgen zu kommen. Rogalsky schoß aus kurzer Entfernung scharf über die Latte. Wenig später setzte der Linksaußen Balser einen flachen Schuß aufs Tor, Schlarb verfehlte den Ball, der hinzu­eilende Rinderknecht berührt zwar das Leder noch, aber es landete doch im Netz. Ein Händespiel von Schneider führte zu einem Elfmeterball, den aber Schrod verschoß. Mit forschen Angriffen zogen nun die 1900 vor das Turnertor. Einmal rettete Schumacher durch Herauslaufen an der Straf­raumgrenze, aber kurz darauf überlisten ihn die Stürmer von 1900 und durch Schmelz fiel der Ausgleich. Nach etwa 10 Minuten langsam ver­teiltem Spiel fiel wiederum durch Balser nach vor­

ausgegangenem schönem Kopfballzuspiel von Schrod zu Tenesch, von diesem zu Balser das zweite Tor für die Turner. Mit 2:1 für 1846 werden die Seiten gewechselt. Die zweite Halb­zeit begann sogleich mit energischen Angriffen der 1900er, die zum Ausgleich kommen wollten, doch stand die Hintermannschaft der Turner gut durch. Im Gegenangriff schoß Balser in guter Stellung scharf vorbei. In der Mitte der zweiten Hälfte jagte Tenesch einen Strafstoß auf 20 Meter aufs 1900er Tor, aber Schlarb hielt vorzüglich. Erst ein Foul von März führte durch Schmelz zum Ausgleich. Der Schlußpfiff trennte zwei fair kämpfende Mannschaften. Bei 1900 gefiel vor allem der aufopfernd kämpfende Kraft. Die Tur­ner gaben ihr Bestes und verdienen ein Gesamtlob, ihr weitaus bester Mann war der rechte Vertei­diger Fuchs, der wohl auch der Beste auf dem Spielfeld war.

Sportverein 1920 Lollar.

Das vorgesehene Spiel zwischen den ersten Mann­schaften von Lollar und Großen-Buseck konnte nicht stattfinden, da der Gegner noch in letzter Minute absagte. Die zweite Mannschaft spielte in Großen- Linden gegen die zweite Mannschaft von Großen- Linden und gewann nach ansprechenden Leistungen überlegen mit 5:0 Toren. Alle übrigen Mannschaften des Sportvereins 1920 Lollar waren in Anbetracht des in Bad-Nauheim stattfindenden Repräsentativ- Spieles spielfrei.

Oie neuen deutschen Handballmeister.

Polizei Magdeburg Hindenburg Minden 10:8 (3:4).

In der prachtvollen Stuttgarter Adolf - Hitler - Kampfbahn wurde am Sonntag im Beisein einer 15 000 köpfigen Zuschauermenge die Deutsche Hand­ballmeisterschaft der Frauen und Männer, für die sich Polizei Magdeburg und Hindenburg Minden bzw. Eimsbüttel Hamburg und DfR. Mannheim qualifiziert hatte, entschieden.

Die Magdeburger Polizisten kamen im Kampf der Männer zu einem knappen Sieg, wenn sie auch technisch nicht den Mindenern überlegen waren. Schuld an der Niederlage der Soldaten war ihre allzu harte Abwehr, die den Frankfurter Schieds­richter Schauermann nötigte, gegen sie zwei 13- Meter-Bälle zu verhängen.

Schon in der 6, Minute fiel der erste Treffer für Minden, das bis zum Stands von 5:5 immer mit einem Tor in Front gehen konnte, aber den Poli­zisten gelang jedesmal der Ausgleich. Waren bis dahin die Mindener Elf leicht überlegen, so nahm jetzt Magdeburg das Heft in die Hand. Die Minde­ner Verteidigung wehrte zweimal hart ab und der Schiedsrichter verhängte zwei 13-Meter-Würfe, die beide verwandelt wurden. Nach einem weiteren Tor Magdeburgs kamen die Soldaten auf 8:6 wie­der heran. Die Polizisten spielten nunauf Zeit". Beide Mannschaften kamen noch zu je zwei Tref­fern, so daß der Kampf mit 10:8 endete.

Die gleichen Mannschaften, die im Vorjahre um die Handballmeisterschaft der Frauen im End­spiel stritten,

Bf2t Mannheim und Eimsbüttel Hamburg, standen sich auch in diesem Jahre im Kampf um den höchsten Titel gegenüber. Wie vor einem Jahr, so erwiesen sich auch diesmal die Norddeutschen als die Besseren, sie besiegten die Mannheimer Frauen mit 4:2 (3:1) und verteidigten damit ihren Titel mit Erfolg. Die Hamburgerinnen kamen zu einem verdienten Sieg.

Die Hamburgerinnen gingen bereits in der fünf­ten Minute durch Frl. Schlottmann in Führung

und zwei Strafwürfe von Frl. Schmoll brachten den 3:0-Stand, aber noch vor der Halbzeit fiel der erste Gegentreffer der Mannheimerinnen durch Frl. Förster. Nach dem Wechsel waren beide Mannschaf­ten noch je einmal erfolgreich, die Norddeutschen durch Frl. Schmoll und die Badener durch Frau Kehl. Bis zum Abpfiff des Spieles durch den guten Schiedsrichter Schramm (Dresden) blieb es dann bei dem 4:2.

Kurze Sportnotizen.

Die Abnahmen für das Turn- und Sportabzeichen des RfL. im Schwim­men finden im Monat Juni am Samstag, 22., um 17 Uhr, am Mittwoch, 26., um 19 Uhr und am Samstag, 29. Juni, um 17 Uhr in der Müllerfchen Badeanstalt in Gießen statt.

*

B e i einem Dmntum auf der Radrenn­bahn in Duisburg feierte Peter Steffes-Köln einen schönen Erfolg; Steffes gewann alle feine Läufe und siegte im Gesamtergebnis mit 12 Punkten vor Zims 8, Schorn 7, Küster 5 und Reiter 5 Punkte.

Das Schlußspiel der Europazone im Davispokal zwischen Deutschland und der Tschecho­slowakei ist für die Tage vom 12. bis 14. Juli nach Prag angesetzt worden.

Kunst und Wissenschaft.

Stürmischer Erfolg Furtwänglers mit demTristan" in Wien.

Die Aufführung vonTristan und Isolde" in der Wiener Staatsoper gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für Wilhelm Furtwäng- l e r, der die Oper dirigierte. Das Haus war ausverkauft, und Furtwängler wurde schon vor Beginn jeden Aktes mit minutenlangem Beifall begrüßt, der sich zum Schluß der Aufführung noch steigerte.

Gedenkfeier für Victor Hugo an der Sorbonne.

Die Gedenkfeier der Universität Paris und der Victor-Hugo-Stiftung fand anläßlich der 50. Wie­derkehr des Todestages des Dichters Victor H u $ o in der Aula der Sorbonne statt. An der Feier nahmen teil der Präsident der Republik Lebrun, das diplomatische Korps, mehrere Minister, aus­ländische Abgesandte von Universitäten und litera­rischen Gesellschaften sowie eine Enkelin Victor Hugos. Ein Orchester spielte den Trauermarsch aus der Eroica von Beethoven. Der französische Unter­richtsminister schilderte die Jugend des Dichters und zeigte die Einflüsse der Zeit auf, die für das Wer­den des Dichters von Bedeutung waren. Nach einem Vortrag von mehreren Gedichten übermittelten die ausländischen Gäste ihre Glückwünsche.

Zur Teilnahme an der 3 0 0 - I a h r f e i e r der französischen Akademie und der Gedächt­nisfeier zum 50. Todestag Victor Hugos als Vertreter Deutschlands find der erste Vor­sitzende der Deutschen Akademie der Dichtung Hanns I o h st, der Präsident der Reichsschristtumskammer Hans Friedrich B l u n ck und der Romanist Pro­fessor Curtius (Bonn) in Paris eingetroffen. Beim Empfang der deutschen Abordnung in der französischen Akademie wird Präsident Hans Fried­rich B l u n ck eine Adresse überreichen, die mit den Worten schließt: Möge aus der Nachbarlichkeit und das ist eine der schönsten Aufgaben deutscher und französischer Dichtung einst eine ritterliche Freundschaft werden gleich wie sie im Mittelalter zwischen unseren Völkern bestand. Möge das Feuer der sieben Künste das Mißtrauen zwischen hüben

und drüben überwinden, das die Politiker noch nicht zu zerstören vermochten. Ich grüße die Dich­tung Frankreichs, die neben der unseren steht, Geist neben Geist. Schwester neben Schwester.

Rundfunkprogramm.

Mittwoch, 19. Juni.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9: Nur Kassel: Musik am Morgen. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk: Zündet das Feuer an, das Feuer ist oben an. Eine Hörfolge um alte und neue Bräuche zur Zeit der Sonnwende. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Lieder­stunde Kasseler Komponisten. 15.30: Edergold Flußaufwärts im Tal der Eder. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit und Leben. Veteranen des Lebens und der Arbeit. 17: Nachmittags­konzert. 18.30: Saar Pfalz. Eine Wirtschafts­einheit. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungs­konzert. 19.50: Bauernfunk. 20: Nachrichten. An­schließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Leichte Unterhaltung. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende­bezirk), Sportbericht. 22.20: Pfälzer im Osten. Hör- folge über Leben und Wirken der Pfälzer im Osten Europas. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Donnerstag, 20. Juni.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 7: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Lieder für Baß. 10: Sendepause. 10.15: Schul­funk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nur Frankfurt: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kin­derfunk: Wir spielen und fingen wieder mit der Plapperliese. 16: Kleines Konzert. 16.30: Revolu­tionär-Patriot-Dichter. Eine Ferdinand-Freiligrath- Hörfolge zum 125. Geburtstag des Dichters. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Der deutsche Film zwi­schen gestern und morgen. 19: Wie's einmal war: Tänze aus der guten alten Zeit. Konzert der Funk­tanzkapelle. 20: Nachrichten; anschließend: Der Zeit­funk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sport­bericht. 22.20:Elwetritsche", lustiger Schwank von Leopold Reitz. 23: Zeitgenössische Musik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 19. Juni.

Gießen. 16.30 und 19: Beichte. Hungen. 6.15: Messe.

Donnerstag, 20. Juni: Fronleichnamsfest.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu» nion; 9: Hochamt. 9.45: Prozession durch Wilhelm- straße, Ebelstraße und Liebigstraße. 11.30: Messe; 14.30: Festandacht. Grünberg. 7: Messe. Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 13: Andacht. Hungen. 8: Messe, Hochamt mit Predigt. Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

Freitag, den 21. Juni.

Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen.

Samstag, den 22. Juni.

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