eihnachtsbaum.
diese Werte heimlich nach Deutschland zurückzubringen. Da vereitelt ein Schatzsucher anderer Art das ganze Unternehmen. Zwei Welten treffen aufeinander und verstehen sich nicht: der vom Traum nach Gold und Macht besessene Nachkomme der Konquistadoren und der idealistische kunstgläubige Deutsche, der sich nach der Vernichtung oller seiner Pläne erst wieder zu dem stolzen Dennoch einer neuen Zukunft durchkämpfen muß. Tolten schildert nur, was ihm in jedem Wesenszug vertraut ist. Daher die Echtheit, mit der hier alles lebendig wird: die südamerikanische Landschaft, die Eingeborenen und die Einwanderer, die seltsame Zunft der Schatzsucher, die Jagd nach Reichtum und das Ringen um die Erhaltung wahrer Werte.
Aus -em Such -er Geschichte.
— Friedrich Sieburg: „Robespierr e", mit 28 Bildtafeln in Kupfertiefdruck. Preis in Ganzleinen 6,80 Mark. Sozietäts-Verlag in Frankfurt a. M. — (527) — Der Verfasser ist als Korrespondent eines großen deutschen Blattes mit den Verhältnissen des modernen Frankreich innig vertraut, eine stattliche Anzahl kluger und kenntnisreicher Schriften ist das Ergebnis eindringlicher Forschungen in der französischen Geschichte, und sein neuer „Robespierre" zeigt, wie sehr gerade diese Fundierung der Politik auf der Geschichte für das Verständnis des modernen Frankreich wesentlich ist. Nicht als ob wir nun in diesem Buch, das sich flüssiger liest, als der spannendste Roman, ohne jemals sensationell oder kitschig zu sein, ein Rezept erhielten für die Auflösung all der Rätsel, die uns das heutige Frankreich aufgiebt. Aber wir sehen deutlich die zwei Pole, zwischen denen die Franzosen der großen Revolution pendelten, Voltaire und Rousseau sind es in der philosophischen Begründung und Vorwegnahme der Staatstheorien, die während der Revolution von Danton und Robespierre praktisch durchexerziert wurden. Frankreich hat sich für Voltaire und gegen Rousseau, für Danton und gegen Robespierre entschieden. „Danton war das Glück, Robespierre das Gesetz. Wer das Leben nicht liebt, der kann kein mündiges und freies Volk regieren, wer nicht an die Güte des Lebens glaubt und diesen Optimismus nicht jeder öffentlichen Maßnahme zugrunde legt, der kann das notwendige Gleichgewicht zwischen Individuum und Staat nicht aufrechterhalten: das ist französischer Grundsatz, dem das Andenken Robespieres zum Opfer fällt." Robespierre in seiner ebenso großartigen wie furchtbaren Einseitigkeit setzt die Religion an die Stelle der Politik. Der „Allgemeine Wille" ist der Wille, den alle Menschen haben würden, wenn sie nicht durch die Zivilisation irregeleitet wären. Der Wille derjenigen, die „tugend-
Bücher unter dem
Deutsche Erzähler.
— Martin Luserke: Hasko, ein Wassergeusenroman. Preis 6 RM. Derlaa Ludwig Voggenreiter in Potsdam. — (531) — Luserke ist der Dichter der Nordsee, des deutschen Meeres, dessen Dämonie er uns mit der einfachen kraftvollen Sprache des Erzählers nahebringt, dessen eigenes Leben vom Meere bestimmt wurde. Wir werden in die Zeit des Befreiungskampfes der Holländer gegen Philipp von Spanien hineingestellt. Der Held des Romans sieht die letzte Gelegenheit, Deutschlands Seegeltung zu behaupten, wenn die Rheinmündung dem Reich verblieb. Aber das protestantische Nordwestdeutschland versagte sich der Aufgabe der Zeit. Trotzdem wurde die Emsmünduna Zuflucht und Stützpunkt der holländischen Wassergeusen, jener wilden Seeräuber, die mit einem Freibrief Wilhelms von Oranien auf Kaperfahrt gegen die Spanier auszogen. Das ist der historische Hintergrund dieses Romans, der im bunten Wirbel markanter Gestalten uns deutsches Volkstum in seiner ganzen Fülle schauen läßt und uns stolz macht auch auf dieses Blatt deutscher Geschichte. Die eigenartige Sprache des Meeres mag manchem Binnenländer Mühe machen, aber die Spannung dieses Buches, die an keine belanglose Episode verschwendet ist, trägt den Leser mit einem einzigen Schwung über die vierhundert Seiten dieses Heldenliedes deutscher Seefahrt. —e.
— Karl Friedrich Boree: Quartier an der Mosel. Verlag Rütten und Loening, Frankfurt a. M. Preis in Leinen geb. 4,80 RM. — (454) — Vom Idyll bis zum Drama sich spannend, ein Buch lebendigster Menschlichkeit. Der Krieg ist zu Ende. Die Batterie, die bis zum Schluß im Feuer gestanden hat, marschiert — noch dem Tode vertraut, doch dem Anbruch des wiedergeschenkten Lebens zugewendet — über Luxemburg nach Deutschland. Von Quartier zu Quartier gelangend, erlebt sie den Empfang der Heimat, und an den noch spätherbstlich sonnigen Ufern der Mosel vollzieht sich das Wunder der Begegnung mit dem Frieden. In den Armen dieser zärtlichen Landschaft und ihrer daseinsfrohen Bewohner erwacht der Soldat aus der Starre und Einsamkeit des Krieges.
— Hans Tolten: Die Wälder der Hoffnung. Verlag Rütten und Loening, Frankfurt a. M. Preis geb. 2 Mark. — (530) — Die Erzählung ist eine Abenteurergeschichte bester Art, spannend im Stoff und in der Gestaltung. Ein deutscher Kunsthändler geht als Farmer nach Südamerika. Auf seinen Streifzügen in die alten Missionsgebiete von Paraguay stößt er auf alte, wertvolle Kunstschätze deutscher Herkunft. Er setzt alles daran,
haft" und im Besitze der Wahrheit sind, soll den Staat lenken. Nicht das Gesetz, sondern der Glaube ist der Prüfstein für die Bewährung der Bürger. Das ständige Ueberwachen der Gesinnung wird damit zur Hauptaufgabe des Staates, und die Schreckensherrschaft des Jahres 1794, der Terror als gewohnte Tagesarbeit, die Guillotine als Werkzeug der Läuterung des Volkes find nur die letzten logischen Auswirkungen der Uebertragung rousseau- scher Staatsprinzipien in die Praxis. Man muß in die Persönlichkeit Robespierres eindringen, um die furchtbare Folgerichtigkeit dieses blutigen Weges zur Diktatur des Terrors zu begreifen, aber auch den Zwiespalt zwischen Ziel und Ergebnis, an dem Robespierre zerbrochen ist, bevor ihn, den Mörder aus Tugendhaftigkeit, der um fein Leben zitternde Konvent selber aufs Schafott schickte. In Robespierres Busen streitet die Selbstgerechtigkeit des „Unbestechlichen" mit dem Neid des Glücklosen auf das Glück anderer. Seine Förmlichkeit, fein peinlich gepflegtes Aeußere, feine Schamhaftigkeit, ein immer waches Mißtrauen sind die Schutzmauer eines ängstlichen Herzens, seine Unmenschlichkeit ist die Auswirkung des Mangels an äußerer und innerer Sicherheit. Er überzeugt durch seine Reinheit, das Volk fühlt, daß er nichts für sich fühlt, und das ist viel in einer Zeit hemmungsloser Bereicherung des Einzelnen. Robespierre will nicht die Macht, er will nur recht behalten und beweisen, daß seine Idee richtig, durchführbar und heilsam ist. Aber der Drang der Menschen, lieber in einer ungerechten und ungleichen Weltordnung am Leben zu sein, als sich durch eine Vision der Gleichheit und Brüderlichkeit zerschmettern zu lassen, steht gegen diesen Propheten auf, der im Kampf mit seiner eigenen Idee unterliegt, denn die Menschen bedürfen weniger der absoluten Wahrheit als der praktischen Güte. Das ist die Lehre des 9. Thermidor 1794, an dem mit dem Sturz Robespierres auch die französische Revolution am Ende ist. Sieburg hat diese interessante staatsphilosophische Klarstellung in einen Bogen ungeheuer dramatischen Geschehens gespannt. Es ist ihm gelungen, die Atmosphäre dieser widerspruchsvollen Zeit einzufangen und aus ihr die Menschen begreiflich zu machen, die im Kampf um ein Prinzip die einen durch ihren Tod, die andern durch ihr „Ueberleben" den Boden für das moderne Frankreich bereiteten. In der Fülle der guten historisch-politischen Literatur der letzten Wochen verdient Sieburgs „Robespierre" einen besonderen Rang. e—
— S i r Samuel Hoare: Das vierte Siegel, das Ende eines russischen Kapitels, meine Mission in Rußland 1916/17. (Im Nibelungen- Verlag, Berlin. — (513) — „Und da es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme des vierten Tieres sagen: Komm und siehe zu! Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd: und der darauf saß, des Name hieß Tod, und die Hölle fegte ihm nach. Und ihm ward Macht gegeben, zu töten das
vierte Teil auf der Erde mit dem Schwert und Hunger und mit dem Tod und durch die Tiere der Erden." — Dies prophetische Wort der Apokalypse hat Sir Samuel Hoare seinem Erinnerungsbuch als Motto mit auf den Weg gegeben als Warnung für die Unbelehrbaren, die den nihilistischen Kern der bolschewistischen Heilslehre nicht begreifen wollen. Wir haben aus dem fesselnden Buch schon ein paar Kavitel im Vorabdruck bringen können, aus denen unsere Leser bereits einen Eindruck der Erlebnisse Sir Samuel Hoares während seiner Mission als Agent des britischen Geheimdienstes in Rußland in der Zeit der Wende vom zaristischen Absolutismus über die Kerenski-Episode zur Diktatur des Proletariats. Wir kennen die Sorgen der Verbündeten Rußlands schon aus der eindrucksvollen Schilderung Lockharts. Aber wir erfahren aus Hoares Buch noch vieles mehr, namentlich auch über die Entwicklung in Rußland, die dem Umsturz voranging, über die Persönlichkeit des Zaren und das düstere Kapitel um den Namen Rasputin. Besonders interessant ist das Buch natürlich, weil es uns den Mann bei seiner politischen Arbeit zeigt, der heute als britischer Außenminister in vorderster Front des Kampfes steht, den das Britische Reich um seine Weltgeltung fechten must, nachdem seine Beteiligung am Weltkrieg sich als em Fehler herausgestellt hat, der an Folgenschwere nur noch von Versailles Überboten worden ist. Wir haben also in vielerlei Hinsicht allen Grund, das überdies auch gut geschriebene und spannende Buch Sir Samuel Hoares mit Aufmerksamkeit zu lesen. —e.
— D r. Hildegard Schaeder: „Die dritte Koalition und die Heilige Al- l i a n z". („Osteuropäische Forschungen", Neue Folge, Band 16.) Herausgeber Professor Dr. Otto Hoetzsch. Kartoniert 4,50 Mark. Im Ost-Europa» Verlag, Königsberg Pr. — (558) — Unter Erschließung bisher kaum bekannter Quellen erfahren hier die beiden, großen internationalen Bündnisse des napoleonischen Zeitalters eine wertvolle Beleuchtung. England und Rußland, die Hauptträger der dritten Koalition, der Mächtefront gegen Napoleon, hat die Idee einer dauernden internattonalen europäischen Organisatton besonders verbunden. In der Verschiedenheit, mit der dieser Plan verfolgt wurde, sind die Wurzeln der Heiligen Allianz von 1815 zu finden. Man erkennt das allmähliche Abrücken Alexanders I. von den Idealen von 1805; er sucht einen ganz andersartigen internationalen Bund, unter der Herrschaft Christi, zu errichten. Erst in unserer Zeit wurde ein eigener Entwurf des Zaren bekannt, während man bisher sich nur auf die spätere Metternichsche Redaktion stützte. Sowohl die, durch Charakter, persönliches Schicksal und Weltanschauung bedingten, politisch unpraktischen Ziele, die der Zar dem christlichen Bund ursprünglich gesetzt, wie die realpolitischen Aufgaben, auf die Metternich den Bund umzustellen verstanden hat, liegen durch diesen Fund zutage.
Gießen (Kugelberg 63), im Dezember 1935.
7346 D
In tiefem Schmerz:
Karl Nagel
Edith und Hans-Walter
Danksagung.
Für die wohltuenden Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichen Dank aus.
aus statt.
734OÜ
Berichtigung.
Die Beerdigung von
Frau Christine Balser, geb. Schmidt findet am Mittwoch, dem 18. Dezember, nachmittags 2 Uhr, in Trohe (Kreis Gießen) vom
Elternhause
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und all denen, die ihm das letzte Geleit gaben, sprechen wir hiermit unseren Innigsten Dank aus.
Familien Seibert und Schäfer.
Gießen (Grabenstraße 9), den 16. Dezember 1935.
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die Führerschaft.
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Die Beerdigung unseres jff Heben Kameraden
Wilhelm Hebbel
Gerichtsvollzieher i.B.
findet am Mittwoch, dem 18. Dezember, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet
Am 14. Dezember 1935 starb unser lieber Kamerad, der Gerichtsvollzieher i. R.
Wilhelm Hebbel
Oberleutnant d. L. a. D.
Inhaber des E.K.I.und II. KL, des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer u. a.
Bei dem Verlusteines treuen Kameraden und alten Soldaten erfüllt uns das Bewußtsein. daß er von uns nie vergessen wird. — Beerdigung: Mittwoch, 14 Uhr. Reichs - Offizier- Bund, Ortsgr, Gießen.
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