Ausgabe 
17.10.1935
 
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tattfindenden Reichsleistunaskampf der deutschen Studenten in Rittmarshausen bei Göt-1

und

Aus aller Welt

Am 17. Oktober erfolgt in Berlin durch Reichs­handwerksmeister Schmidt die feierliche Ein­weihung des Hauses des deutschen Handwerks, wo­mit dem gesamten deutschen Handwerk eine eigene Heimstätte gegeben wird. Das zwischen der Mittel­und Dorotheenstraße im Zentrum der Reichshaupt­stadt gelegene Anwesen wurde bereits im Jahre 1888 als Armee- und Marineheim des

;abe ihres Eigendaseins. In Anerkennung ihrer elbstlosen Einstellung zum nationalsozialistischen Staat erteile ich hiermit den Mitgliedern der HI., )ie zugleich Angehörige der Deutschen Burschenschaft ind, die Erlaubnis, zum Wartburgfest am 18. Ok­tober 1935 zum letzten Male mit Band und Mütze in Uniform zu erscheinen."

Gtudenterrlager Ettmarshausen.

74 v. H.

Oer 9. November im Zeichen der deutschen Freiheit.

München, 16. Oft. (DNB.) Der Traditionsgau München-Oberbayern, der vom Führer beauftragt wurde, die Vorarbeiten zur Durchführung der Feiern anläßlich des 12. Jahrestages des Schicksalsmarsches der Bewegung vom Burger­bräukeller zur Feldherrnhalle in Angriff zu neh­men, hat bereits feine Arbeiten begonnen. Der 12. Jahrestag des Schicksalsmarsches der Bewegung steht im Zeichen der vom Führer für alle Zotten wieder eroberten Freiheit des deutschen Volkes. Der 9. November 1935 gilt darum der Auf­erstehung der Helden in das neue freie Deutschland. Deshalb wird im Anschluß an den Marsch der alten Kämpfer vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle am 9. November 1935 Die Ueberführung der 16 Gefallenen in d i e Ehrentempel am Königsplatz er­folgen. Der Weg von der Feldherrnhalle bis zu den Ehrentempeln soll versinnbildlichen den Sieg und die Auferstehung der Gefallenen vom 9. November 1923 im Jahre der Freiheit. Auf dem Königsplatz findet zusammen mit dem Letzten Appell die Auf­erstehungsfeier der Gefallenen statt.

Oer Heichsjugendführer zur Auflösung der Deutschen Burschenschaft.

Berlin, 16. Okt. (DNB.) Der Reichsju- aend führet erläßt an die Hitler-Jugend folgen­den Taaesbefehl: .,Am 18. Oktober 1935, dem histo­rischen Tag des Wartburgfestes von 1817, wird die Deutsch- Burschenschaft auf der Wartburg chre Auflösung und Uebersuhrung in den National,azm- liititckien Deutschen Studentenbund verkünden. Mit M-f-L Schutt ist die Deutsch- Burschenschaft ihrer 120jähriqen Tradition treu geblieben indem sie zum Ausdruck bringt, daß oberster Grundsatz chres Han­delns der Dienst am Volke ist, selbst unter Pr.VS'

Das Haus -es Deutschen Handwerks

Ein neues Wahrzeichen deutschen Aufbauwillens.

men; er trat zurück.

Oberstleutnant A i z a w a war vollkommen von dem Gefühl durchdrungen, im Sinne des Kaiserlichen Gedankens zu handeln. Auf feinem Wege nach For­mosa, allem Anschein nach eine Strafversetzung, be­sucht er den Divisionskommandandeur, Prinz Fushiminomiya, der in hohem Ansehen bei den Soldaten steht. Er fährt nach Nara und betet an den Heiligtümern des Landes am Jfe-Tempel. In Tokio verrichtet er feine Gebete am Meiji- Tempel, verbringt die Nacht im Hause eines frühe­ren Kameraden und schreitet am Morgen des 12. August zur Tat. Er bereut nichts, er ist ruhig und gefaßt. Täglich betet er im Militärgefängnis: er verneigt sich demütig in der Richtung des Kai­serlichen Palastes. Aizama stammt aus dem kärg- lichen Norden Japans aus Sendai, wo auch der greife Finanzminister Takahashi geboren wurde der mit dem Feuer der Jugend und der Abgeklärtheit seiner 86 Jahre seine letzten Kräfte dem Vaterland opfert. Ein tüchtiger Offizier, heißt es von Aizawa, ein strenger aber gütiger Vorgesetzter. Von seinem geringen Einkommen opfert er für die Soldaten, wo der ,'Schuh drückt". Ein fanatischer Diener seines Herrn. Nagata wird mit hohen Ehren zu Grabe getragen; die Trauer um den verdienten Offizier ist aufrichtig. Um den Täter ist Schweigen. Kein ab­fälliges Wort, kein Urteil. Mitgefühl? Es ist schwer, in den Gedanken der japanischen Freunde zu lesen ...

Niederlage der Minseito bei den japanischen Provinzialwahlen.

Tokio, 16. Okt. (DNB.) Bei den Provinzial- wählen erhielt die japanische Regierungspartei Minseito nur 628 Mandate gegenüber früher 720 Die Seiyukai erhielten 670 (648), die von der Minseito abgesplitterte Gruppe Kokumin erhielt 32 Mandate (früher 52). Don den kleineren Parteien erhielten die Arbeiter 33 (14) und die sogenannten Neutralen 143 (82). Der Wahl­erfolg der Seiyukai dürfte auf die nationali­stische Einstellung dieser Partei in dem Kampf um die Kaiseridee zuruckzufuhren sein. - Die sogenannten F a s ch i st e n sind m der Partei der Neutralen vertreten ohne partei­politische Bindung. Die Wahlbeteiligung betrug

Göttingen, 16. Okt. (DNB.) Nachdem sich in der Zeit vom 27. September bis 4. Oktober d. I. die F a ch sch a ft s le it e r für Geschichte und Vorgeschichte der Deutschen Stuoentenschaft in Bremen versammelt hatten, wurde nun das erste Gesamtvorbereitungslager für den im Rahmen des Reichsberufswettkampfes

denburg und des Führers und Reichs- j kanzlers Adolf Hitler. Beiderseits der t Ehrenhalle findet man ebenso geschmackvoll wie ge­diegen ausgestattete Repräsentationsräume, die für Tagungen, Sitzungen und Empfänge be­stimmt sind. Auch ständig wechselnde Ausstel- langen sollen darin veranstaltet werden, in denen , die Leistungsfähigkeit und Qualitätsarbeit der Hand- ( werkszweige aller deutschen Gaue zum Ausdruck kommen. Die erste derartige Leistungsschau wird das deutsche Kun st Handwerk zum Gegenstand , haben. Dieser Ausstellung wird sich dann im De­zember eine Weihnachtsschau anschließen. Der große Ausstellungsraum mit der Front zur Doro­theenstraße verfügt über nicht weniger als elf S ch a u f e n ft e r, die für Werbezwecke besonders äieeignet sind. An die Ausstellungsräume schließt ich unmittelbar der Hauptsitzungssaalan, «essen mit Esche und Rüstern verkleidete Wände einen besonders anheimelnden Eindruck machen.

Ein Kunstwerk für sich ist auch die Mittel- treppe, die auf ihrem ersten Absatz in gediegener Steinmetzarbeit den Meisterspruch trägt, nach dem am 28. Oktober 1934 von Braunschweig aus über den Rundfunk alle deutschen Handwerksmeister in örtlichen Versammlungen dem deutschen Handwerk verpflichtet wurden. Die Säulen der Mittelhalle selbst sind mit Keramik verkleidet und mit den Zeichen der fünfzig Reichsinnungsverbände geschmückt. Räum­liche Rücksichten erforderten eine Verlegung der Haupttreppe an die Rückfront des Gebäudes, die Einziehung neuer Decken, Unterteilung der bisheri­gen großen Säle in zahlreiche einzelne Arbeitszim­mer und endlich die Errichtung eines neuen Daches. Auch wurde zur Gewinnung neuer Räumlichkeiten das vierte Stockwerk ausgebaut. Die unter Denkmal­schutz stehende Renaissance-Fassade des Gebäudes blieb hingegen erhalten.

Das erste Stockwerk enthält die Geschäfts­räume des Reichshandwerksmeisters und feiner Vertreter, sowie den mit Motiven aus dem wiederbefreiten Saargebiet geschmückten Saal der Landeshandwerksmeister und den Ehrengerichtshof des Deutschen Handwerks. Als Schmuck trägt jede Tür ein handgeschnitztes Stadtwappen. Auch eine eigene Bibliothek ist vorhanden. Der Verkehr zwischen den einzelnen Stockwerken und Arbeitszimmern wird durch einen selbsttätigen Fahrstuhl vermittelt. Als besondere Sehenswürdigkeit findet man im Keller des Ge­bäudes das sogenannteHindenburg-Zim- m e r", eine ehemalige Weinprobierstube des Deut­schen Offiziersvereins, in dem gelegentlich Hinden­burg, Ludendorff und andere berühmte Heerführer ; zu Gast waren. Man hat ausdrücklich davon abge- . sehen, diesen Raum zu verändern.

Sämtliche Organisationen des Deutschen Hand- : werks haben durch Geld- oder Sachspenden zum , Gelingen des großen Werkes beigetragen und wer- - den daher auch bei der feierlichen Einweihung durch i eigene Abordnungen vertreten sein. Ein bleibendes . Wahrzeichen des deutschen Handwerks, soll das neue I Heim Generationen überdauern und der Nachwelt > Kunde geben von deutschem Aufbauwillen und neu - erwachter Schaffenskraft im Dritten Reich.

Lln Jude wegen Sittlichkeitsverbrechen an feinet arischen Pflegetochter verurteilt.

Wegen fortgesetzter Sittlichkeitsverbrechen an sei­ner jetzt 13V2jährigen arischen Pflegetochter ver­urteilte die 21. Strafkammer des Berliner Land­gerichtes den 69jährigen Juden Adolf O b e r f k y aus Berlin zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Das geschändete Mädchen war nach dem Tode seiner Mutter im Jahre 1928 von den Ehe­leuten Obersky in Pflege genommen worden. Der Angeklagte gestand in der Verhandlung em, sich das letztemal vor etwa drei Jahren an dem Kinde vergangen zu haben. Strafverschärfend fiel gegen ihn ins Gewicht, daß er seine schweren Der- fehlungen an dem Kind unter Mißbrauch seiner E r z i e h e r e i g e n s ch a f t begangen hat.

Durch falsches Zeugnis unschuldig verurteilt.

In Mannheim beschäftigte sich das Schwurgericht mit einem Meineid und einer falschen Anschuldi­gung, wodurch der Vater eines damals erst zwölf Jahre alten Mädchens wegen Blutschande zu zwei Jahren Zuchthaus und wegen eines Vergehens gegen § 175 zu zwei Jahren einem Monat Zucht­haus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt wor­den war. 17 Monate 22 Tage hatte K. verbüßt, dann wurde er gnadenweise entlassen. Der 43 Jahre alte gesch. Karl Weber, der heutige Angeklagte, der bei dem Verurteilten wohnte, war mit der Tochter des K. auf der Polizei erschienen und hatte den Vater des Mädchens des sträflichen Umganges mit seiner Tochter auf Grund eigener Wahrnehmungen beschuldigt. Der Angeklagte beschwor seine Behaup- tungen und das Mädchen bestätigte trotz eingehender Belehrung und Verwarnung die Vorgänge. Der Verurteilte legte keine Berufung ein, weil errechts­kundig" dahin belehrt worden sein soll, daß er bei der Beweislage keinen Erfolg haben werde. Erst als er entlassen wurde, setzte er alle Hebel in Be- weaung, um seine Ehre wieder herzustellen. Die Verhandlung ergab, daß die eidliche Behauptung des Angeklagten jeder Grundlage ent- b e h r t e , daß vielmehr e r das Mädchen mißbraucht hatte Dieses legte auch ein umfassendes Geständnis ab, der Angeklagte habe ihr Angst gemacht, sie käme in Fürsorgeerziehung, wenn sie die Wahrheit sage. Das Gericht sprach wegen Meineids und falscher Anschuldigung eine Zuchthaus st rafe von 6 Jahren und 10 Jahre Ehrverlust aus.

Das Einsturzunglück in der Herniann-Göring-Gtraße.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

B e rlin, 16. Oktober. (DNB.) Die Justiz- Pressestelle Berlin teilt mit: Die Ermitt­lungen in dem Vorverfahren gegen Hoffmann und Gen. wegen des Einsturzunglücks beim Bau der Nordsüd-8-Bahn in der Hermann-Göring-Straße sind inzwischen mit allem Nachdruck gefördert wor­den. Nachdem ein Gutachten des von der Staats­anwaltschaft hinzugezogenen Sachoerständigengre- miums schwerwiegende Baufehler als Ursache der Katastrophe festgestellt hatte, war die Frage zu klären, wer von den am Bau Beteiligten im einzelnen die Verantwortung für diese Mißstände zu tragen hat. Mit der Durch­führung dieser schwierigen und zeitraubenden Ar­beit wurde Kriminalkommissar Moritz vom Po­lizeipräsidium Berlin von der Staatsanwaltschaft betraut. Es hat sich inzwischen weiter herausge- stellt, wie eine derartige Häufung der verschieden­sten Fehler überhaupt möglich war. Das K o n - trollsystem der Reichsbahn über die ver­gebenen Arbeiten erwies sich an dieser Stelle als unzulänglich. Dies war um so verhängnis­voller als die Organisation der Berlinischen Bau- gesellschaft in keiner Weise den Anforderungen ent­sprach, die bei derartigen Spezialarbeiten an em Unternehmen gestellt werden müssen.

Da sich inzwischen ergeben hat, daß der seiner­zeit in Haft genommene Bauingenieur Joseph Karl Rath innerhalb der Berlinischen Baugesellschaft nicht wie auf Grund der ersten Vernehmungen angenommen werden mußte, technische r O b e r- bauleiter war, sondern daß seine Tätigkeit einen mehr kaufmännischen Charakter hatte ist er inzwischen auf Betreiben der Staatsanwaltschaft aus be r Haft entlassen worden. Gleichzeitig wurde heute Haftbefehl gegen den Reichsbahnober­rat Curt K e l l b e r g und den Reichsbahnbaufuhrer Wilhelm Schmidt erlassen und vollstreckt. Da die Verteidigung bereits jetzt ein umfangreiches Gegen- Gutachten angekündigt hat, mit dessen Fertigstellung frühestens in etwa drei Wochen zu rechnen ist, wird sich der Abschluß des Vorverfahrens trotz aller ge­botenen Beschleunigung noch um einige Zett Der- zögern.

Deutschen Offiziersoereins errichtet. Zum Zweck der Zusammenfassung der verschiedenen Hand­werks-Organisationen unter einem Dach wurde das stattliche Dreifronten-Grundstück dann am 3. August 1934 durch den Deutschen Handwerks- und Ge- roerbefammertag zu Berlin käuflich erworben. Noch im Herbst desselben Jahres wurde ein großangeleg­ter Umbau beschlossen, durch den sowohl dem Reichsstand des Deutschen Handwerks und der Reichsgruppe Handwerk, dem deutschen Handwerks- inftitut, dem Seminar für Handwerkskunde, als auch dem Handwerks- und Gewerbekammertag Ber­lin, dem Ehrengerichtshof beim Deutschen Hand­werks- und Gewerbekammertag und den Geschäfts­stellen der fünfzig Reichsinnungsverbände Unter­kunftsmöglichkeiten erschlossen werden sollten. Die Unterbringung dieser zahlreichen Handwerksorgani­sationen erfordert eine bis ins kleinste gehende Aus­nützung der vorhandenen Räumlichkeiten und Ein­teilung nach den Grundsätzen der Zweckmäßigkeit. Daneben sollten jedoch durch den stattlichen Neu­bau auch das Können und die Gestaltungskraft des deutschen Handwerks unter Beweis gestellt werden. In seinem ganzen Aeußeren soll das Haus als monumentales Wahrzeichen des deutschen

Handwerks in Erscheinung treten.

Der Baulettuich gelang die Lösung dieses Pro­blems in glücklichster Weise. Man betritt das An­wesen durch den vollkommen neu gestalteten Haupteingang an der Neustädtischen Kirch- straße, der von vier je 2,60 Meter hohen Hand­werkerfiguren, einen Fleischer, Schmied, Schuh­macher und Zimmermann darstellend, gekrönt wird. Verschiedene Handwerkskammern haben für dieses Portal Kunstschmiedegitter mit eindrucksvollen Sze­nerien aus der deutschen Sagenwelt, die sich auf das Handwerk beziehen, geftiftet. Durch den allein schon ein Kunstwerk darstellenden Haupteingang ge­langt man zunächst in die Ehrenhalle, die dem Andenken an unsere zwei Millionen Toten des Weltkrieges und an die für das neue Deutschland gefallenen Kämpfer gewidmet ist. Ein riesiges Glasfenster mit allegorischen Darstellungen trägt in markanten Lettern folgenden Leitspruch:Geboren als Deutscher, gelebt als Kämpfer, gestorben als Held, auferstanden als Volk!" An dieser Stelle wird während der Einweihungsfeier durch Reichshand­werksmeister Schmidt der Schlußstein gelegt wer­den, der statt eines Grundsteines die bei öffent­lichen Bauten üblichen Dokumente der Nachwelt überliefern wird. Der Schlußstein wird folgende Inschrift aufweisen:Im dritten Jahr der Regie­rung Adolf Hitlers wurde dieses Haus durch den Opfersinn des deutschen Handwerks unter W. G. Schmidt geschaffen". In der Ehrenhalle fehlen auch nicht die kunstvoll in Stein gehauenen Büsten des verewigten Reichspräsidenten von Hin-

Formgebung wird dem Reichsminister für Volks­aufklärung und Propaganda unterstellt und arbeitet im enaften Zusammenwirken mit der Reichskammer der bildenden Künste.

Olympiafchau der deutschen Automobilindustrie in London.

Line Luthermaske für Soen hedin.

Der schwedische Forscher Sven Hedin nahm während seines Leipziger Aufenthaltes von Ver­tretern des Deutschen Bibeltages, der seinen Sitz in Halle hat, die Luthermaske entgegen. Aus­gezeichnet wurde damit nicht nur der große nor­dische Forscher, der glühende Deutschenfreund und vielgelesene Schriftsteller, sondern auch der warm­herzige protestantische Christ, der sich nirgends in seinen Schriften verleugnet. Mit herzlichen Worten dankte der Gast und ließ sich die Geschichte der Luthermaske, die nach einem Original in der Halle­schen Marienkirche entstanden ist, erklären. Sven Hedin ist der erste Nichtdeutsche, dem diese Aus­zeichnung zuteil wurde.

Hans Schweißer (Uljötnir) zum Reichsbeauftraglen für künstlerische Formgebung ernannt.

Der Führer und Reichskanzler hat auf Vor­schlag des Reichsministers für Dolksaufklärung und Propaganda, Dr. G o e b b e l s, den Graphiker Hans Schweitzer (Mjölnir) zum Reichsbeauf­tragten für künstlerische Formgebung ernannt. Der Reichsbeauftragte für künstlerische

losigkeit werten müßte, im einzelnen nachzugehen. Auch hier sind Vergleiche schwer zu ziehen, da es um das oberste Staatsgesetz, um den Kaiserlichen * Gedanken, keinerlei Meinungsverschiedenheiten gibt. Aber der Wille, in einer Restauration sich schützend vor angebliche Verfälschungen desKaisergedan­kens" zu stellen, findet in der Armee, besonders in den Fronttruppen, stärkeren Ausdruck, als beispiels­weise in gewissen Kreisen des Bürgertums, die Nutznießer des unerhörten wirtschaftlichen Auf­schwungs wurden und heute noch sind.

Das erklärt die Tatsache, daß jüngere Offiziere AnschlußanBündeverschiedensterArt suchten, die eine führende Rolle in den Anschlägen der letzten Jahre auf führende Staatsmänner ober Kapitalisten spielten. Die Beweggründe?Sie schä­digten". so heißt es in den Vernehmungen,Kaiser und Vaterland". So fielen die Ministerpräsidenten Hamaguchi und Jnukai, der Finanzminister Jnouye und der Finanzmann Baron Dan den Verteidigern des kaiserlichen Gedankens zum Opfer. Denkschriften und Flugschriften werden verbreitet, die die Beseitigung angeblicher Mißstände fordern, Jugendliche erscheinen bewaffnet vor dem Haus des Prinzen S c i o n j i und junge Offiziere ver­langen Gehör beim Ministerpräsidenten Okada. Gerade in diesen Tagen wurden Vernehmungen über einen wohlvorbereitelen, aber in letzter Stunde vereitelten Anschlag auf Tokio abgeschlossen, in denen ehemalige Offiziere eine führende Rolle spielten. Ihre Anhänger nennen sichGottes- truppen", von Gott gesandt, um das kaiser­liche Japan zu schützen.

Die Tat des Oberstleutnants Aizawa erscheint nun eher verständlich. Es heißt, daß er General Nagata schon dreimal ausgesucht hatte, um ihn auf den rechten Weg zu bringen". Nagata soll zu einer Gruppe gehört haben, die, im Gegen­satz zu der Gruppe des früheren volkstümlichen Kriegsministers A r a k i,ehrgeizige und opportu­nistische" Ziele verfolgte. So wurde jedenfalls in Flugschriften und Zeitschriftenartikeln behauptet, die später verboten und von der Polizei beschlagnahmt wurden. Einerneutralen" Gruppe soll der bis­herige Kriegsminister H a y a s h i angehören, deren Bestreben es war, die politisierenden Gruppen aus dem Heere zu entfernen, ihre Führer zu beseitigen und so die Disziplin wieder herzustellen. Es ist mü­ßig, darüber zu streiten, ob tatsächlich eine Art Gruppenbildung bestand. Jedenfalls hatte Kriegs­minister Hayashi den Eindruck, daß erdie Kon­trolle innerhalb des Heeres nicht streng genug durch­geführt hat, so daß der Anschlag auf Nagata mog- lich wurde". Dieses Verantwortungsgefühl konnte ihm nach japanischem Moralbegriff niemand abneh-

tingen eröffnet. Hier haben sich etwa 80 Vertreter aller Hochschulen des Deutschen Reiches gefunden, um in gemeinsamer Arbeit Richtlinien für die ver­schiedenen Kampfgebiete herauszuarbeiten. Es wer­den u. a. der Siedlungsbeauftragte im Stabe des Stellvertreters des Führers, Pg. Dr. Ludovici, der Generalinspekteur für das Strahenbauwesen, Pg. Dr. Todt, und der Beauftragte des Reichsjugend­führers für den Reichsberufswettkampf, Obergebiets­führer Pg. A x m a n n, das Wort ergreifen.

Auflösung des Allgemeinen Deutschen Waffenrings.

Berlin, 16. Okt. (DNB.) Der Leiter des All­gemeinen Deutschen Waffenringes Pg. L a n g h o f f löste im Einvernehmen mit den Waffenstudentenver­bänden den Allgemeinen Deutschen Waffenring auf.

Um die Weltmeisterschaft im Schach.

JmSchachwettkampfumdieWeltmei- st e r s ch a s t zwischen A l j e ch i n und Euwe kam in Rotterdam die sechste Partie zum Austrag. Euwe hatte die weißen Steine und spielte ein Damen­gambit. Die Partie nahm einen sehr interessanten Verlauf und endete schließlich nach hartem wechsel­vollem Kampf remis. Sie hat zwei Sitzungen in An­spruch genommen und beinahe neun Stunden ge­dauert. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 3, Euwe 1, remis 2.

Reue Erdstöße in Tadschikistan.

Die an der afghanischen Grenze gelegenen mittel- asiatische Republik Tadschikistan ist erneut vor. einem Erdbeben heimgesucht worden. Im Bezirk Towildorinsk wurden hierbei zwei Dörfer teilweise zerstört. Jngesantt sind im Erdbebengebiet seit dem 8. Oktober, an dem die ersten Erdstöße auf­traten, 112 Leichen gefunden worden. 407 Menschen konnten als verletzt ermittelt werden. 12 Dörfer wurden dem Erdboden gleich­gemacht. Zur Hilfeleistung für die betroffenen Gebiete sind auch Flieger eingesetzt worden.

Don einem wütenden Affen gebissen.

Ein siebenjähriger Schüler neckte in Kassel auf der Schaumesse den kleinen Affen eines Drehorgelspie­lers. Plötzlich wurde das Tier wütend und brachte dem Jungen außer Kratzwunden mehrere Bisse am rechten Arm bei. Der Junge mußte wegen der ge­fährlichen Wunden in Serumbehandlung ge­bracht werden.

50 Tote bei einem Fährbootsunglück in Aegypten.

Bei Machamadi am Nil in der Nähe von Luxor ist ein mit 100 Personen besetztes Fährboot ge­kentert. Etwa 50 Personen ertranken.

Getreidespeicher mit riesigen Vorräten eingeäscherk.

Im Lagerhaus der Getteide-Lagerhaus-Genossen- schaft Eppingen (Baden) brach aus unbekannter Ursache Feuer aus, das sich mit rasender Schnel- ligkeit ausdehnte. Der Mittelbau und auch ein An­bau, in dem sich die Büroräumlichkeiten und weitere Speicher befanden, brannten vollständig nieder. Während der große Silobau, der erst vor einigen Jahren aus Eisenbeton errichtet wurde, von den Flammen nicht angegriffen werden konnte, wurden doch die dort lagernden Vorräte stark in Mitleiden­schaft gezogen. Die riesigen eingelagerten Bestände in den anderen dreistöckigen Bauten wurden vom Feuer vollständig vernichtet. Angeblich sollen 48 Eisenbahnwagen Weizen, 300 Zentner Zucker sowie große Mengen Futtermittel, Mehl, Oel- kuchen in den einzelnen Räumlichkeiten eingelagert gewesen sein. Auch die zahlreichen Geräte und Ma­schinen wurden ein Raub der Flammen. Glücklicher­weise gelang es, aus den Geschäftsräumen die Bücher und Papiere zu retten. Der Schaden soll nach bisherigen Schätzungen ungefähr 600 000 Mark betragen.

Zwei Mörder zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht Lyck (Ostpreußen) verurteilte die Angeklagten Paul Hahnke und Viktor For­ma n s k i wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem Bauernsohn Erich Hoedtke zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Hahnke, der als jähzorniger Raufbold bekannt war, hatte oft Streitigkeiten mit Hoedtke. Nach einer Festlichkeit im März in dem Dorfe Rosengarten war Hoedtke, der mit feiner Braut an der Feier teilgenommen hatte, an einer Scheune mit einer Schnur um den Hals tot aufgefunden worden. Die Mordkommission fand die gleiche Schnur bei Hahnke und bei Formanski. Auf Grund dieser Indizien wurden beide überführt, den Mord an Hoedtke be­gangen zu haben.

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

Auf der Landstraße bei Grüna (Sa.) ereignete sich ein schweres Unglück. Ein mit vier Perso­nen besetzter Kraftwagen fuhr aus nicht aufgeklär- ter Ursache in einer Kurve gegen einen Baum. Dabei erlitten zwei im Wagen sitzende Mädchen aus Grüna schwere Schädelbrüche, die den sofortigen Tod herbeiführten. Der Führer des Wa­gens wurde schwer verletzt, während der vierte In­sasse mit einem Schlüsselbeinbruch davonkam.

Absturz eines Bergsteigers.

Vom Gefährten 24 Stunden lang gesichert.

Bei einer Klettertour am Stadlwandgrat im Schneeberger Gebiet stürzte ein Bergsteiger 30 Meter tief ab. Er wurde von seinem Gefährten am Seil gehalten. Einer Rettungsexpedition gelang es nach 24 Stunden schwerere Ber­gungsarbeit, zu den beiden vorzudringen. Während dieser ganzen Zeit sicherte der unverletzt gebliebene Bergsteiger seinen bewußtlosen Gefährten,

Die Daimler-Benz-Werke, die feit 30 Jahren fn England vertreten sind, eröffneten in London eine große Olympiaschau. Direktor W e r l i n , der Leiter der Fachgruppe Fahrzeugindustrie, hielt eine Begrüßungsansprache und würdigte die freund­schaftliche Zusammenarbeit zwischen der deutschen und englischen Industrie. Rudolf Caracciola berichtete dann vor 50 englischen Pressevertretern und zahlreichen geladenen Gästen über feine Er­lebnisse während der diesjährigen Rennsaison. Er erntete außerordentlichen Beifall. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet der Mercedes-Rennwagen, der bei acht Rennen dieses Jahres siegreich war von Presse und Publikum dicht umlagert ist.